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Montag, 26. Januar 2026

Eine Ära geht zuende - eine neue beginnt

Das Kötztinger Krankenhaus wird Kreiskrankenhaus


Vor 50 Jahren, im Januar 1976, endete die Ara des Seraphischen   Liebeswerkes als Träger des Krankenhauses in Kötzting mit der   Übernahme des Hauses als Kreiskrankenhaus des Landkreises   Cham.
  45 Jahre lang war diese soziale Stiftung unter der Ägide des  Präses Pater Emmeram Glasschröder auch für das Krankenhaus   Kötzting zuständig und hatte dieses nicht nur die viele Höhen   und Tiefen geleitet, sondern auch weitgehende Um- und   Neubauten am Haus vorgenommen, das gleichzeitig eines der     ältesten Häuser Kötztings ist, einer seiner Urhöfe, der   Gschwandhof. 


Praeses des Seraphischen Liebeswerkes aus Altötting: Pater Emmeram Glasschröder


Die Geschichte des Gschwandhofes auch mit den verschiedenen Bauphasen vom Wohnhaus der Familie Schrank, hin zum ersten Bezirkskrankenhaus und weiter bis zum großen Krankenhaus in Kötzting mit den Mallersdorfer Schwestern wurde bereits in der Häuserchronik dokumentiert.

Parallel dazu gibt es noch ein paar Geschichten am Rande, die in der Entstehungszeit des Kötztinger Krankenhauswesens so angefallen sind. Unter dem Titel: "Krankenhaus-„Geschichten“ hatte Frau Serwuschok für den Bericht vom 11.1.1976 einige Recherchen im Stadtarchiv zusammengefasst:

Die Krankenanstalt Kötzting wurde im Jahre 1845 ins Leben gerufen. So steht es in alten Akten zu lesen, die wir im Stadtarchiv aufgestöbert haben. Als Eigentümer dieses ersten Krankenhauses wird die Marktgemeinde genannt.

Hinweis: 1845 war das Kötztinger Krankenhaus aber noch nicht in diesem Gebäude, sondern im alten Ecklshof in der heutigen Schattenausstraße untergebracht, das das erste Bezirkskrankenhaus Kötztings geworden war.

RAUMNÖTE. 8. Dezember 1867, vom königlichen Bezirksamte Kötzting an die Distriktskrankenanstalt zu Kötzting, betr.:
„Die Unterbringung von Spitalpfründnern in die für die Distriktskrankenanstalt zu Kötzting bestimmten Räumlichkeiten ist dem Institute hinderlich und störend, weshalb der Magistrat hiemit aufgefordert wird, jene Leute aus dem Krankenhause zu entfernen und anderstwo geeignet unterzubringen und, wie dies geschehen, binnen 14 Tagen hieher anzuzeigen.“ Der Magistrat antwortete am 20. Dezember 1867: „Indem man den heute gefaßten magistratlichen Beschluß vorlegt, wagt man zu bitten, das königliche Bezirksamt wolle bei den durch Brandunglück veranlaßten, jetzt bestehenden Verhältnissen den Beschluß endgültig genehmigen und solange es möglich ist, wegen der Unterbringung der Spitalleute in Privatwohnungen huldvollst Nachsicht tragen.“

Hinweis: Anfang Juni 1867 wütete in Kötzting ein schrecklicher Marktbrand, der eine Hälfte der Marktstraße in Schutt und Asche gelegt hatte, darunter auch das Bürgerspital, dessen Pfriemdter nun auf der Straße standen und vom Magistrat untergebracht werden MUSSTEN:


BAUPLATZ. 23. Juni 1868: „Für die 31 Gemeinden des königlichen Landgerichts Kötzting soll ein Krankenhaus hierorts erbaut werden. Gegenwärtigst handelt es sich um Ausmittelung eines Bauplatzes. Nach Ansicht des k. Bezirksarztes wird sich hiezu ein Theil von dem Grundstücke bey dem vom Magistrate für eine Pfründenanstalt erworbenen Anwesen des Hutmachers Amberger eignen. Das zu erbauende Krankenhaus soll ein Bauwerk von 45 bis 50 Länge und 30 Tiefe werden, mit Hinzugabe einer Grundfläche von 75 Dezimalen für einen Garten.“

Hinweis: es gab bereits Pläne, auf dem heutigen Spitalplatz einen großen Neubau zu errichten, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Es reichte jedoch nur für den Ankauf des Häuschens, um daraus das neue Bürgerspital zu machen.

MITBENÜTZUNG. 17. Juli 1870 vom Bezirksamtmann an den Magistrat: „Die k. Regierung hat, wie bekannt ist, wiederholt die Erbauung eines eigenen Distriktskrankenhauses in Kötzting angeregt, der Distriktsrath aber hat in haus eigener Frühjahrsversammlung beschlossen, es sei vorläufig von Erbauung eines eigenen Distriktskrankenhauses Umgang zu nehmen, dagegen mit dem Magistrat bezüglich der Benützung des örtlichen Krankenhauses wiederholt ins Benehmen zu treten und auf eine Reihe von Jahren eine Übereinkunft mit dem Magistrat zu treffen. Es ergeht nun an den Magistrat Kötzting der Auftrag, binnen 14 Tagen die bezüglichen Vorschläge in billiger Weise zu machen…“

GELDNöTE. Aktennotiz: „Nachdem aber im Laufe der Zeit das Bedürfnis zur Erlangung eines eigenen Distriktskrankenhauses immer mehr in den Vordergrund getreten ist, ein Neubau enorme Kosten forderte, welche der Distrikt bei seiner geringen Steuerkraft nicht zu erschwingen vermochte, so wurde im Jahre 1871 mit Josef Windorfer, wohnhaft zu Harras, Besitzer des sogenannten Schwandhofes bezüglich der Erwerbung dieses Anwesens als Distriktskrankenanstalt ins Benehmen getreten und haben der Distriktsausschuß und der Distriktsrath im November 1871 beschlossen, das genannte Anwesen um 9000 Gulden käuflich zu erwerben und die Abtragung ihrer Schuld aus Renten des Distriktsgebäudefonds in 10 Jahren zu bewerkstelligen. Nach Regierungsentschließung vom 24. September 1872 wurde der sogenannte Schwandhof in Kötzting zur Adoptierung als Distriktskrankenhaus für den Amtsgerichtsbezirk Kötzting geeignet befunden, und der Beschluß des Distriktsrathes, das genannte Gebäude um die Summe von 9000 Gulden zu erwerben und dasselbe mit einem auf 1322 Gulden veranschlagten Kostenaufwand als Distriktskrankenhaus einzurichten, genehmigt. Zweck der Anstalt ist, Kranke die erforderliche Verpflegung und ärztliche Hilfe angedeihen zu lassen…“

EMPFANG. Vom königlichen Bezirksamt Kötzting schreibt der Vorstand v. Schacky an den Magistrat Kötzting am 12. April 1894:
„Am Montag den 16. ds. Mts. mit dem Nachmittagszuge werden die Krankenschwestern dahier eintreffen und sogleich nach ihrer Ankunft vor dem Krankenhause in feierlicher Weise in dasselbe eingeführt werden. Zur Antheilnahme an diesem feierlichen Akte lade ich hiemit den Magistrat unter dem Ersuchen ein, gleiche Einladung in meinem Namen auch an das Collegium der Gemeindebevollmächtigten ergehen zu lassen.“ Bürgermeister Drunkenpolz gab die Einladung weiter. Nachsatz: „Das Gemeinde-Collegium wird hiezu durch eigenes Cirkular eingeladen.“

 

Kötztinger Ära des Seraphischen Liebeswerkes ist zu Ende
Durch 45 Jahre Werke der Liebe an Kindern und an Kranken

Vom segensreichen Wirken des Seraphischen Liebeswerkes


Vom segensreichen Wirken des Seraphischen Liebeswerkes Altötting profitierte Kötzting seit 1930. Das war das Jahr, in dem Schwester M. Emmerama Glasschröder von der Kongregation der Armen Franziskanerinnen in Mallersdorf als Oberin hierher kam. Ihr Onkel, der Kapuzinerpater Emmeram Glasschröder, ein gebürtiger Sommerauer, war zu dieser Zeit bereits Generalpräses des Seraphischen Liebeswerkes, das nun die Trägerschaft für das St.-Josefs-Heim, ein Waisenhaus, übernahm.
Onkel und Nichte, von gleichen Sendung erfüllt und eins in den Bemühungen, elternlosen, armen oder gefährdeten Kindern ein neues Zuhause zu geben, fanden zu der denkbar besten Zusammenarbeit. Sie schufen mit vereinten Kräften bleibende Werte und Werke. Sie kapselten sich nicht in klösterlicher Beschaulichkeit von der Welt ab, sondern dienten ihr und den Menschen nach dem Reichtum der Gaben und Fähigkeiten, die ihnen der Herrgott geschenkt hat.
Das Josefsheim wurde aufgestockt, eine Nähschule betrieben, der Kindergarten unterhalten. Die Einrichtungen trotzten der politischen Entwicklung, überlebten das Dritte Reich.

Nach dem zweiten Weltkrieg übernahm das Seraphische Liebeswerk 1947 auch das Kreiskrankenhaus mit seinen 34 Betten, die schon bald nicht mehr ausreichten. Die Einwohnerzahl hatte sich im weiten Umkreis durch den Strom der Flüchtlinge nahezu verdoppelt. „Himmelstürmendes Gottvertrauen“ wird Pater Emmeram nachgerühmt. Das seiner Nichte dürfte nicht kleiner gewesen sein, als sie den notwendigen Um- und Ausbau einleitete. In dieser Sturm- und Drangperiode, in die auch noch die Währungsreform hereinplatzte, bewies die Klosterfrau, dass sie sehr wohl ihren Mann zu stehen vermag. Sie richtete zunächst ein Behelfskrankenhaus im Hotel „Zur Post“ ein, wo gerade die Amerikaner abgezogen waren, und ging „auf den Bettel“, vor allem im Lamer Winkel, um Naturalien gegen Baumaterial eintauschen zu können. Und höher als alle Widerwärtigkeiten wuchsen schließlich die Mauern des neuen Krankenhauses, das Bischof Dr. Michael Buchberger am 14. Oktober 1949 einweihte. 
Von diesem großen Tag der Einweihung des Krankenhausneubaues gibt es eine beeindruckende Bilderserie von Josef Barth sen.

Foto Josef Barth: Die Pater des Seraphischen Liebeswerkes warten auf den Bischof Michael Buchberger am 18.10.1949


Foto Josef Barth: Bischof Michael Buchberger


Foto Josef Barth: links zu erkennen: Bgm Hans Kroher, Max Wanninger der Kripperlvater, Pfarrer Josef Dietl. rechtes KB Krämer

Foto Josef Barth: Pater Emmeram Glasschröder und Bischof Dr. Michael Buchberger

Foto Josef Barth: 18.10.1949


Foto Josef Barth: 18.10.1949 Bild eines Krankenzimmers im Neubau 

Foto Josef Barth: 18.10.1949  rechts Pater Emmeram und KB Krämer


 
Jetzt standen hundert Betten zur Verfügung. Ihre Zahl wurde durch einen zweiten Umbau 1956/57 auf 130 erweitert. 1962 wurde das Waisenhaus aufgelöst und die Räumlichkeiten als Schwesternwohnhaus genützt. Nach „Umsiedlung“ des Kindergartens, ebenso wie in den neuen Gebäuden, die im Hof errichtet wurden, zusätzlicher Platz gewonnen werden. Trotzdem ist jetzt ein Neubau dringend notwendig. Die Weichen sind gestellt, die ersten Schritte in diese Richtung getan.

Das Krankenhauswesen in unserer Stadt steht an einer Wende. Das Bemühen, den Kranken optimale Hilfe zuteil werden zu lassen, wird unverändert bleiben. Pioniertaten haben Generalpräses Pater Emmeram und Frau Oberin M. Emmerama geleistet. Die Stadt bedankte sich bei beiden, indem sie ihnen das Ehrenbürgerrecht verlieh. 

Pater Altmann, der im Mitteilungsblatt des Seraphischen Liebeswerkes vom August 1950 den Nachruf auf den Generalpräses geschrieben hat, erinnerte sich:
Ich fuhr einmal mit ihm durch den Bayerischen Wald. Da wurde er nimmer fertig, mir die Schönheiten der Gegend zu erklären, da brachte er das Auge nimmer weg von seinem Arber und seinem Osser, da lebte alles in ihm. Er hielt eben doch seine Heimat für das allerschönste Flecken Erde!

Für diese Heimat und für ihre Menschen konnte er über Josefsheim und Josefskrankenhaus wirksame Hilfe bringen. Neben seinem Gottvertrauen war es die Liebe zu den Kindern, „die die Seele seiner Arbeit war“. Er fühlte sich als Vater aller Pfleglinge. Er hatte ein Herz für die Kleinen, und je ärmer und verlassener ein Bub war, desto mehr schloss er ihn in sein Herz. Er glaubte an das Gute in den Kindern; mochten die Familienverhältnisse bei den einzelnen noch so verworren und zerrüttet sein, er gab seinen Glauben nicht auf, dass sich aus diesen Kindern doch noch etwas machen ließ. Und keine Enttäuschung konnte ihm diesen Glauben rauben. Er hatte seine Kinder einfach viel zu lieb.

Zwei Menschen, ein Ziel und Arbeit in Fülle

Ähnliches ließe sich auch von der Kötztinger Oberin sagen, die die Mutter aller ihrer Pfleglinge war und bis heute an deren Schicksal aktiven Anteil nimmt. Pater Emmeram, der noch den hl. Bruder Konrad persönlich gekannt hat, ist 1950, am Feste Peter und Paul, im Kapuzinerkloster St. Anton in München (wo er ein Priesterjubiläum mitgefeiert hatte), an einem Gehirnschlag gestorben, nach einem Leben, das erfüllt war von Liebe, Gebet und Arbeit.

Groß war die Trauer nach dem Tode des Wohltäters und Ehrenbürgers nach seinem überraschenden Tod und Kötztinger waren nicht nur bei seiner Beerdigung zugegen, sondern hielten auch eine Trauersitzung im Rathaus ab.

Foto Josef Barth: Beerdigung Pater Emmeram Glasschröder

Foto Josef Barth:

Foto Josef Barth: Aufbahrung

Foto Josef Barth: Trauersitzung im Kötztinger Rathaus

Seine Nichte, Schwester M. Emmerama, war hier in Kötzting seines Werkes treue Verwalterin, unermüdlich auch jetzt noch, da die Last des Alters getragen sein will. Für das, was sie geleistet hat, verlieh ihr der Bundespräsident das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, das ihr Ministerialdirektor Dr. Hans Schmatz, ein Landsmann, am 13. Dezember 1974 überreichte. „Ich freue mich auch für meine Mitschwestern, dass unserem Hause diese Ehre widerfahren ist“, sagte sie damals bescheiden. Und: „Der liebe Gott möge weiter helfen.“ Eine Bitte, die an Aktualität nichts eingebüßt hat.

Die Ära des Seraphischen Liebeswerkes in Kötzting ist zu Ende gegangen. Der Landkreis als neuer Träger des Hauses weiß den Mallersdorfer Schwestern Dank dafür, dass sie bereit sind, ihre Arbeit in Kötzting fortzusetzen, mit den Oberinnen M. Emmerama und M. Konradina an der Spitze. Die Phase der Umstellung bringt für alle Beteiligten eine zusätzliche Belastung, von denen die Patienten freilich nichts merken sollen, nichts merken dürfen und nichts merken werden. Ihnen gilt wie eh und je die Fürsorge aller, die im Dienst an den Kranken nunmehr im Kreiskrankenhaus St. Josef stehen: Ärzte, Schwestern, Verwaltungs- und Hilfspersonal.

Kötztings Ehrenbürgerin Frau Oberin Emmerama Glasschröder, Gratulant Feuerwehrvorstand Michl Traurig.


Am 14.1.1976 hieß es dann:



Die Kötztinger Ordensschwestern mit ihrem neuen Dienstherren, dem Landrat Girmindl.

 Dieser Beitrag ist Teil der interaktiven Karte „Kötztinger Geschichte(n)“. Dort sind die hier vorgestellten Themen – ebenso wie viele weitere Beiträge zur Orts-, Häuser- und Alltagsgeschichte – räumlich verortet und direkt miteinander verknüpft. Jeder Karteneintrag führt mit einem Klick zum passenden Blogbeitrag. Die Karte kann am PC, auf dem Smartphone oder – auf Wunsch – auch als App genutzt werden.     
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Samstag, 24. Januar 2026

Kötztinger Häuserchronik - alte Hausnummern 106 und 107

 Das "alte Kötzting" bei der Uraufnahme bei der beginnenden Landvermessung hatte 159 Anwesen. Der Geschichte dieser Bürgerhäuser und ihrer Bewohner nachzuspüren und sie zu dokumentieren, ist das Ziel dieser Häuserchronik.

Die Anfänge und die Entwicklung unserer Heimatstadt – von der Teilung der Urhöfe bis zur Ernennung Kötztings zum Landgerichtsort – lassen sich in einem einleitenden Blogbeitrag ausführlich nachlesen.

Alte Hausnummer 106 + 107  
beim Schwarz - Parzinger

Serwuschok Luftaufnahmen ca. 1957

Detail aus Vermessungsamt Cham: 5168-2100-LiquiP_Bad_Koetzting_1831_Beilage_M2500_1_1-01

Die Suche nach den Besitzern dieses kleinen Hauses, das Mitte des 19. Jahrhunderts bereits in den Komplex der Privatbrauerei Schrank eingefügt wurde, muss rückwärts erfolgen, vom festen Boden der beiden Katasterbände zu Anfang des 19. Jahrhunderts aus.
StA Landshut Grundsteuerkataster Nr. 5039 von 1840.
"Hausnummer 106 in Kötzting    Georg Schwarz
Ein halbes Leerhaus 
Gebäude
das halbe Wohnhaus"
 
"Auf der rechten Seite heißt es dann:
Laut Brief vom 3. September 1834 von der Schwiegermutter Katharina Parzinger, vielmehr durch Ehelichung ihrer Tochter Katharina im Anschlage von 600 fl erworben
"

Wir haben hier also ein Haus, dass offensichtlich durch Teilung entstanden ist, so dass die Geschichte der Häuser 106 und 107 irgendwann in der Vergangenheit einen gemeinsamen Ursprung haben muss und beide erst später getrennte Wege gingen. Schaut man auf das Häuser- und Rustikalsteuerkataster von 1811, so steht dort
Nro 103  (die damaligen Hausnummern sind um 3 Zahlen verschoben)
Michael Hartl: das halbe Haus, theilweise gemauert, theilweise gezimmert
Nro 103 Wolfgang Ultsch die zweite Hälfte des obigen Hauses mit einem kleinen Gartl.
1811 war das Haus bereits geteilt, aber beide Teile hatten noch dieselbe Hausnummer. 

H+R Kataster von 1811
Eine Hälfte gehörte einem Michael Härtl - die andere Wolfgang Ultsch beide mit der vorläufigen Hausnummer CIII also 103.

1840 bei der Erteilung der "richtigen" Hausnummern erst, erhielten die beiden getrennte Hausnummern.

Wir haben also
1841
Georg Schwarz 00 Katharina Parzinger
vorher Katharina Parzinger
1811 Michael Hartl
1781 heiratet Magdalena Parzinger den Leinweberssohn Michael Härtl
Von da ab kann man die Linie der Saliterfamilie Parzinger und noch weiter zurück die Hausbesitzer eindeutig durch die Lage und die Berufe belegen.
Wolfgang Ultsch - 1811 auf dem geteilten Nachbarhaus nachweisbar - hatte 1809 eine Witwe Theresia Hartl geheiratet.
Es hat den Anschein, als ob genau zu dieser Zeit Parzinger/Hartl die Trennung des Hauses erfolgt ist.
daher können wir nun zurückgehen zu den Besitzern eines Hauses, dessen Lage mehrmals als zwischen dem Brauhaus des Krieger/Luckner/Poschinger und der Wuhn beschrieben ist und in dem viele Jahrzehnte Saliter gewohnt  - und anfangs auch gearbeitet  - hatten.


Einschub

Die Saliter - lt Wikipedia
Salpetersieder (auch Saliterer, Salvaiter oder Salpeterer) ist die (historische) Bezeichnung eines Berufes, der mit der Einführung des Schwarzpulvers große militärische Bedeutung erlangte, weil Salpetersieder das zur Herstellung des Pulvers notwendige Kaliumnitrat bzw. das Ausgangsmaterial Kalksalpeter (veraltet Salpeter oder Saliter) sammelten und beschafften.
Salpetergewinnung
Der Mauersalpeter wurde aus dem Erdboden und von den Mauern von Ställen und Wohnhäusern gewonnen, weil er sich dort aus dem im Boden vorhandenen Kalk und den stickstoffhaltigen Exkrementen und Urin der Tiere und Menschen bildete. 
Zur Kalisalpetergewinnung wurde der Boden ausgegraben, mit Kaliumcarbonat versetzt und ausgewaschen, wobei Calciumcarbonat ausfiel und zurückblieb. Man erhielt eine salzhaltige Lösung mit Kalisalpeter. Dieser wurde durch Eindampfen bzw. Sieden als gesättigte Lösung erhalten. Da sich Kalisalpeter im Verhältnis zu vielen anderen Salzen in heißem Wasser deutlich besser löst als in kaltem, kristallisiert beim Abkühlen der gewünschte Salpeter zuerst aus. Durch Wiederholung dieses Umkristallisierens wurde die gewünschte Reinheit erhalten.
Häufig wurde der Mauersalpeter auch durch Abschaben an Lehmwänden von Gruben gewonnen, welche der Verrieselung von Urin dienten.
Die Knappheit der Ressource Stickstoff in der vor-fossilen Wirtschaft bedingte, dass Salpetersieder ein nicht sesshafter Beruf war. Der Salpeterer musste durchs Land von Dorf zu Dorf ziehen und mit Vollmacht der Landesherren die Anwesen der Bauern durchwühlen. Er durfte die Böden von Stuben und Kammern aufreißen, Mauerstücke herausbrechen, Balken absägen und die salpeterhaltigen Teile mitnehmen. In seiner Hütte verkochte er die salzhaltige Erde in einer Sudpfanne mit Pottasche und schied den Kalisalpeter ab. Dieser wurde in Säcke gefüllt, beim Pfleger abgeliefert und ging von dort in Sammelposten in die Residenzstadt.

Einschub Ende

Der Dreh- und Angelpunkt für die Beweisführung der Besitzfolge auf diesem kleinen Haus, das so versteckt in zweiter Reihe stand, sind eben diese Saliter, die wegen der Feuergefährlichkeit ihres Berufes in Konflikt vor allem mit dem mächtigen Kötztinger Kammerer Wolfgang Samuel Luckner standen. 

Wolf Hofmann und Maria


Unsere gesicherte Besitzerfolge auf dem Haus beginnt im Jahre 1700, als ein Wolf Hofmann - verheiratet mit einer Maria - 100 Gulden bei der Kirche in Weißenregen aufnimmt und sein Haus als Sicherheit verschreiben lässt. In der Verbriefung dieser Grundschuld wird die Lage des Hauses beschrieben: "das inhabende Bürgerhäusel mit allen Zugehoer , an des Hans  Krieger allhier Preustadt stossend" Da seine ganze Familie für ihn bürgte, erfahren wir auch seine Abstammung durch diesen Schuldbrief: 
Familienbogen Hofmann:
Vater Hofmann Paulus Müller auf der Saag
Kinder: obiger Hofmann Wolf 00 Maria Bürger
Hofmann Martin Schneider
Hofmann Michael Bürger
alle als Bürgen des Wolf

In den Weißenregener Kirchenrechnungen findet sich der Eintrag, das diese Schuldverschreibung bereits am 28.2.1690 erstmals verbrieft wurde.

StA Landshut Rep 198-2 S439 Kirchenrechnung Weißenregen 1700
"Wolf Hofmann, burger, all hier, und Margaretha sein Eheweib, die sich ihrer weiblichen Freiheiten, und des Vorgangs begeben, haben 100 Gulden, Kapital vermög Briefs, unterm dato 28. Februar 1690 mit Paulussen Hofmann und Martin Hofmann, beeden Bürgern, und Wolf Hofmann, Schneider allda zu  Kötzting unterschaidentlich verporgt, auch von Cammerern und Rhate durchgehenten Consens Schein eingelegt, und zu Georgi Zins entrichtet. Fünf Gulden"


Bereits wenige Jahre später - 1707 - stand die Familie Hofmann "auf der Gant" und so wurde das "Häusl zunegst der Wuhn und Hansen Kriegers Bräustadt liegend" an Georg Lärnbecher, Bürger und Müller zu Nittenau versteigert. Am 31.12.1707 erhielt er den Zuschlag für 130 Gulden.
Hier hatte der Magistrat eingegriffen und das Haus einfach zwangsversteigert. Der Hintergrund kann durchaus sein, dass die Familie die auf alle Bürger Kötztinger umgelegten Kontributionszahlungen im Verlauf des Spanischen Erfolgekrieges und gleichzeitig auch noch die Schuldzinsen der Grundschuld  nicht hatte aufbringen können und so immer tiefer in die Verschuldung gekommen war.

Georg Lärnbecher


Gerade mal 2 Monate konnte sich Georg Lärnbecher überlegen, was er mit dem Hause anstellen wollte. Am 11.2.1708 musste der Kauf rückabgewickelt werden, weil , wie der Magistrat schrieb, "fristgerecht ein höheres Angebot" abgegeben worden war.

Franz Pernloher und Maria Eva


Der Saliter Franz Pernloher war es, der - fristgerecht - 30 Gulden mehr für das Haus geboten hatte und dann für weitere 5 Gulden das Kötztinger Bürgerrecht erstand.
Das Ehepaar Pernloher muss bereits mindestens seit 1693 in der Pfarrei Kötzting gewohnt haben, weil in diesem Jahr bereits eine Geburt in den Pfarrmatrikeln verzeichnet ist.
StA Kötzting Marktrechnung von 1708 Seite 7
"Franz Pernloher Saliter Heuslerbürgerrecht 5 fl."
Schon bald darauf verstarb der Saliter Franz Pernloher
PfA Kötzting Matrikelband 3 25.4.1711
"Sepultus est Franciscus Pernloher Salliter in Khözting. provisus"

Im selben Jahr kam der nächste Saliter nach Kötzting - Ullrich Parzinger - und erwirbt um 800 Gulden die "Saliterhütte sambt dem Kössl und Geschirr".
Da Ulrich Parzinger nur 3 Gulden - sein Knecht Hans Scharpf sogar nur 1 Gulden 30 xr bezahlen musste, haben die beiden nur für den sogenannten "Beysitz" optieren können, denn bereits für das volle Bürgerrecht eines Häuslers wären 5 Gulden fällig gewesen.
Ullrich Parzinger hat also zunächst als Inwohner in Kötzting gearbeitet. Aus dem Streit Lucknerers um eine Verlegung der Saliterhütte wissen wir, dass diese damals ebenfalls  - feuergefährlich - dem Krieger/Lucknerschen Bräuhause gefährlich nahe benachbart war. 

StA Kötzting Bürgerrechtsannahme für Hanßen Scharpf und Ulrich Parzinger 1711

Im Jahre 1725 pachtete Ullrich Parzinger dann noch für kurze Zeit das Marktlehen neben dem Voglhof - heutzutage die Sattlerei Michl Traurig  -, als die Erben dann jedoch dieses Anwesen verkaufen wollten, konnte er nach der Saliterhütte nun auch das Wohnhaus dazu erwerben.


Parzinger Ullrich und Affra


 Am 30. Mai 1727 kann er das Pernlohersche Haus um 150 Gulden erwerben. Im Verkaufsbrief ist die Rede davon, das im Jahr 1811 der vorhergegangene Verkauf der Saliterhütte von der "Kaiserlichen Administration in München"  angeordnet war.
Nun zieht also der Magistrat nach und verweist auf die damalige Inventarisierung, die einen Wert von 150 Gulden ergeben hatte. 
Natürlich muss der neue Besitzer auch die Grundschulden bei den Kirchen Weißenregen und Kötzting übernehmen, die alleine 130 Gulden betragen. Viel Bargeld musste er damit also nicht auf den Tisch legen.

StA Landshut Masrkt Kötzting Briefprotokoll von 1726-1728 
"Übergabsbrief per 150 fl"

Parzinger Hans Adam  und Zistlberger Dorothea


Am 24.9.1749 heirateten der Sohn des Saliters Parzinger und die Arndorfer Bauerstochter Dorothea Zistlberger. Schon im Jahre zuvor hatte dieser vom Vater das Gesamtanwesen zum Gesamtbetrag von 800 Gulden übernehmen können.
In den vorhergehenden Jahrzehnten hatte der Vater noch einiges an Grundstücken hinzuerweben können.
Es wird also verkauft: das Haus, zusammen mit dem "Geltolfinger Lehenwiesl" mit 3 Tagwerk und das "Wolf Adam Ackerl negst dem Herrenweiher"
Weiter musste der Sohn nun berücksichtigen, dass gewisse Schuldenlasten noch auf dem Hause lagen, die einzeln auch aufgeführt wurden:
"100 fl zur Kirche Weissenregen
68 fl Eva Löckherin
10 Gorian Pernloher Salliterknecht zu Pogen
16 dessen Schwester Magdalena Murathin Strumpfstrickerin zu  Viechtach
20 fl Corporis Christi Bruderschaft
20 fl Hans Vischer Fluderknecht Kötzting
11 fl Georg Geiger
Weiter heißt es im Verkaufsbrief lapidar: "um die Salitergerechtigkeit soll er sich selber  bei der  Hofkammer in München kümmern".

Da unter den damaligen Bedingungen solch eine Saliterhütte eine andauernde Feuersgefahr darstellte, wurde Adam Parzinger gezwungen, sein Wohnhaus und seine Saliterhütte zu trennen. Zwar am Ortsrand Kötztings gelegen, so stand die Saliterhütte doch neben einer Gruppe von Stadeln und war in der Nähe des Gschwandhofes gelegen. Luckner bot an, „zu Verhüttung besorglicher Feuersgefahr und anderer Umstände halber (Der Gestank dürfte keine geringe Rolle gespielt haben) die zunegst an seiner Wohnbehausung situiert baufällige Salitterhütten samt dem gleichfalls ruinösen Häusl des Adam Parzinger“ auf seine eigenen Kosten auf einen vom Magistrat ausgewiesenen Platz unweit der Ziegelhütte neu zu errichten. 
Adam Parzinger spielte jedoch nicht mit und errichtete seinen baufälligen Saliterstadel an derselben neu. . Dabei nahm er es allerdings mit den Grenzen nicht so ganz genau und rutschte mit seinen Mauern „drei Schuech - also ca. 1 Meter -  auf den Grund des Marktes: Dafür musste er im Jahre 1758 für einen Tag ins Gefängnis und wurde dazu verurteilt, den Bau genau auf „der vorig altes orth“ sezen. 

StA Kötzting Marktrechnung 1758 Seite 31

"bei dem bei Hans Adam Parzinger bürgerlichen Saliter allhier seiner erbauten Brennhütten halber vorgenommenen Augenschein hat sich gezeigt, dass er um drei Schuech mit solcher auf den Gemains Grund zu weit heraus gefahren.
Als ist demselben aufgetragen worden, dass er nicht allein die auf das vorige altes Ohrt setzen, sondern auch nicht das mündeste von der nächst des Lucknerschen Malzantennen stehenden Mauer anrieren: dessen eigenmächtigen Unternehmens willen, aber in Ansehung seiner Armut zur Strafe mit Verweis, ein Tag lang im bürgerlichen Arrest geschafft sein solle. Id est ein Tag im bürgerlichen Arrest"


Ausdrücklich steht hier jedoch, und nur daher wissen wir es, wie nahe die Hütte am Anwesen Luckners stand, dass er unter keinen Umständen die bei der Lucknerschen Malztenne stehende Mauer berühren durfte. Nun war die Saliterhütte also doch wieder nahe an Samuel Luckners Besitz herangerückt. Zumindest vorerst musste Luckner mit der latenten Brandgefahr leben.
Dieser ließ jedoch nicht locker und so kam es zu einer weiteren Vereinbarung mit dem Pfleggericht vom 23.03.1767, Damit  durfte also Parzinger den Stall auf der sogenannten Kollstadt beim Zehentstadel, aber wiederum nahe beim Gschwandhof errichten.  
Für diesen markteigenen Bauplatz musste er im Jahre 17 Kreuzer an Grundgilt an die Marktkasse bezahlen. 
Es dauerte bis ins Jahr 1785, dass Luckner endlich, mit der Hilfe seines Vizekammerers, Johann Michael Kollmeier, Beständners (=Pächter) auf dem Gschwandhof als Strohmann, von den Erben des 1778 verstorbenen Adam Parzinger die Saliterhütte dann kaufen konnte.
Zuerst erwarb Kollmeier den Saliterstadel von den Erben, anschließend legte der  Gemeindeausschuss formal Protest ein und bestand auf dem Einstandsrecht des Marktes Kötzting. Formal konnte danach Samuel Luckner den Stadel auf Abriss aufkaufen und erhielt sogar vom Markt einen Platz angewiesen, auf den er diesen Stall stehen sollte.
Wie im Text bereits angedeutet, verstarb der Saliter Johann Adam Parzinger am 26.11.1778.


Johann Michael Härtl  und Magdalena Parzinger

Am 4.12.1781 wird ein "Übergabebrief um ein burgerliches Leerheusl und lehenbaren Wisgrund" in Höhe von 428 Gulden abgeschlossen.  Die Verkäuferin ist Johann Adams Witwe Dorothea.
Zu berücksichtigen sind bei dieser Übergabe als Kinder des Paares ein:
Joseph Parzinger verheirateter Inwohner in Kötzting
Maria Parzinger - derzeit in Wien
Hans Georg (wohl volljährig)
Georg Adam 17 Jahre alt
Jakob 11 Jahre alt
Barbara 9 Jahre alt und
Ullrich 6 Jahre alt
Der Gesamtbesitz solle an die Tochter Maria Magdalena Parzinger gehen
Bei der Übergabe ist noch die Rede von einem "Möhnpferd", also einem Zugpferd  und einer Kuh.
Weiter ist immer noch die Rede von einer Saliterhütte neben dem Haus, zusammen mit einem Wurzgärtl und einem Schöpfbrunnen. Die auf der Kohlstatt genauer: "hünter dem Kalben= und nunmehrigen Heyllingstadl" erbaute Städerl wird im Vertrag an anderer Stelle behandelt. Es hat also den Anschein, als ob diese aufgelassene Saliterhütte gleich neben dem Wohnhaus dann der Ausgangspunkt für die Gebäudeaufteilung gewesen ist. 
Die "Saliterei" sollte an den Bruder und Sohn Joseph gehen, der auch schon das "junge Stuettpferd" erhalten habe.
Am selben Tag der Besitzübergabe schließen das junge Paar einen Heiratsvertrag durch den der Leineweberssohn Michael Härtl verspricht, 150 Gulden in die Ehe mit einzubringen. 
In den Folgejahren verschuldet sich der junge Webermeister mit ansehnlichen Summen - z.B. mit 200 Gulden bei der Kirche in Chamerau, und 60 Gulden bei der Kirche in Kötzting.
Am 2.4.1785 verkauften der Häusler und Weber Johann Michael Härtl und seine Frau Magdalena die auf der Kohlstatt stehende Hütte - auch aus dem Grund, weil sie bei ihrem Hause keinerlei "Veldbau" mehr vorhanden sei und daher diese Hütte in der Zukunft einfallen müsse - an den bürgerlichen Beständner Christoph Kollmayr. um 4 Gulden. (Siehe oben der Ärger mit der Saliterhütte)
1789 leihen sie sich noch einmal eine große Summe - 100 Gulden von der Kirche Kötzting, ausdrücklich, um die Bedingungen des "Urkaufes" zu erfüllen und einige "Currentisten" auszuzahlen.
Sie beleihen dafür ihr "freiyeigenes Heusl samt der Webersgerechtigkeit nebst der bem Heusl befindlichen Wiesn"
1792 trennt er sich von der "Saliterwiese" dem 3 Tw großen Wiesengrundstück, das ein Geltolfinger Lehen gewesen war und erzielt dafür 570 Gulden.
1796 leiht er sich erneut 100 Gulden, die er zur "Erbauung einer Zeugmangel" benötigt, wohl eine Kaltmangel um Wäsche zu glätten.
So könnte eine "Zeugmangel" damals ausgesehen haben:



Aus dem Jahre 1803 hören wir ein Detail aus der Familie Härtl: "1803 Lüstenöder Christian, Wollhändler zu Dinkelsbühl klagt  gegen Hartl Michael Leinweber zu Kö. Klage um eine Schuld von 130 fl. Hartl hat seit Monaten kranke Frau und unmündige Kinder. Magistrat will Hartl wegen der unglücklichen Lage nicht um Haus und Hof bringen. Im April 1804 wird gezahlt, es geht aber nicht aus den Unterlagen hervor, woher das Geld kommt."
Schaut man auf die nächste Entwicklung so wird klar, wie sich Michael Härtl von der Überschuldung hatte retten können, er verkauft den größten teil seines Hauses, denn nun lässt sich auch die Teilung des Gebäudes beweisen.
Am 17.3.1804 verkauft der verwitwete Zeug-und Leinewebermeister Michael Härtl das "1781 an sich gebrachte Bürgersbehausung die rechte Hälfte gegen den anstossenden Wurzgärtl incl Schöpfbrunnen" an den Leineweber Wolfgang Härtl und dessen Frau Theresa. 800 Gulden erhält er dafür, mehr als genug, um seine Schulden zu bezahlen. Und deshalb hatte er vermutlich auch die Genehmigung des Magistrats für die Teilung seines Anwesens erhalten.


Hausnummer                  106                   >>>>1804<<<<<                        107

                      Michael Härtl  Witwer                                         Wolfgang Härtl oo Theresia
                                                               >>>>>1809<<<<<<   Wolfgang Ultsch oo die Witwe Theresa

Bleiben wir nun zunächst bei der alten Hausnummer 106, das bis zum Jahre 1821 in Händen des Webermeisters Michael Härtl blieb. Aus den Jahren zuvor erfahren wir nur kleine Schuldverschreibungungen und Eingeständnisse, weil er kleinere Summen an die Marktkasse schuldig geblieben war.


Georg Parzinger und Katharina Moosmüller


StA Landshut Rentamt Kötzting B28 Umschreibeheft

 ""den 29. Sept. 1821 hat Michael Härtl in Kötzting dessen BürgerHäusl alda an Georg Parzinger Insass derorten um 530 fl verkauft, ohne Änderung "
Im Akt aus dem Stadtarchiv heißt es dazu im Nachgang:"
10. August 1822  Parzinger Georg verehelichter Inwohner von Kötzting erhielt durch Kauf der Hälfte des Hauses von Hartl Michael Weber Bürgerrecht". Auch hier erhalten wir erneut die Bestätigung über die Hausteilung.

Ein Bauakt aus dem Jahre 1826, der uns bereits bei mehreren benachbarten Anwesen geholfen hat, zeigt uns auch hier die genaue Situation mit zusätzlichen Details, die sich auch aus den oben angesprochenen Teilungsdokumenten ergeben 

 
StA Kötzting AA XI-76 Stadelbau des Johann Hofbauer


 Das Haus 106 gehört 1826 Georg Parzinger - Das Haus 107 dem Wolfgang Ultsch. Und auch die Wiese/Garten neben dem Haus des W. Ultsch zusammen mit dem erwähnten Schöpfbrunnen ist im Plan bereits eingezeichnet. Wie gut die Wasserqualität eines Schöpfbrunnens in direkter Nähe zu Düngegruben und Misthaufen gewesen ist..... kann ich nur spekulieren.

Einschub

die Moosmüller - Luckner Fehde


Der Kötztinger Kammerer Wolfgang Samuel Luckner führte nicht nur einen Kampf gegen das brandgefährliche Saliterwesen gleich in seiner Nachbarschaft, sondern hatte auch die Sittlichkeit und Moral in seiner Umgebung im Auge.  Da passte es für seine Vorhaben dann gut, dass er dabei die beiden Familie Moosmüller UND Parzinger ins Auge nehmen konnte.
Der Streit um die Verlegung der Saliterhütte wurde ja bereits oben behandelt, nun geht es um die Moral hinter seiner Braustätte.
Der folgende Text stammt direkt aus meinem vor Jahren bereits erschienenen Beitrag in den Gelben Bänden", den "Beiträgen zur Geschichte im Landkreis Cham" über den Kötztinger Kammerer

"Die Wuhn und ihre Bewohner

 Um dem Markt höhere Einnahmen zu verschaffen oder sich selbst einen Vorteil so griff Luckner manchmal auch zu rabiaten Maßnahmen. 
Gleich hinter seinem Brauhaus, in dem sich anschließenden Konglomerat an Gärten, Häusern, Stadeln und Gässchen stand ein zweistöckiges, gedrungenes Haus, das im Besitz des Marktes war und mehreren Mietparteien Wohn und Arbeitsraum gab, die sogenannte Wuhn.
Als Luckner die Möglichkeit sah in die Wuhn einen Wagner einstiften zu lassen, den er selber gut hätte brauchen können, kündigte er kurzerhand einen Familienvater mitsamt seiner Frau und den 5 Kindern.
Der betroffene Johann Moosmüller beschwerte sich beim Pfleggericht, dass Luckner dies nur täte, weil er den Wagner bei seiner Arbeit benötigte und weil seine, er nennt sie „alte“ Tochter, von einem Bürgerssohn „zum Fahl gekommen“ war.
Das Pfleggericht wollte vom Magistrat wissen, was nun dahinter stecke, aber Luckner lässt sich darauf nicht ein sondern erwiderte dass es nur ihn allein und den Vizekammerer anginge, die übrigen vom Magistrat hätten „hierin nichts zu reden“, weil er der Amtskammerer sei und die Rechnung über dieses Haus zu führen habe.
Schon im Jahre 1781 habe die Tochter Moosmüller mit Georg Parzinger, einem Sohn des Salitergrabers, verdächtigen Umgang gehabt. Schon damals habe er der Frau diesen Umgang verboten und ihr angedroht, sie in der Wuhn nicht mehr zu dulden, bald danach aber war sie schwanger geworden.
„Der Parzinger wurde ad militiam abgegeben, dieser ist aber flüchtig geworden“ und würde nun, da Wuhn und das Parzingerhaus benachbart lägen, heimlich bei seiner Mutter Unterschlupf finden und ferner den „unerlaubten Zusammentritt“ in der Wuhn nehmen.
Die Wuhn brauche einen eigenen „Hausvater, der gute Obsicht“ hätte. Daher bittet Luckner Moosmüllers Petition abzuweisen und dessen Tochter in „Dienst zuschaffen.“
Das Gericht wählte den Mittelweg, nicht ohne Luckner noch ein paar „Weisheiten“ ins Stammbuch zu schreiben:

  • Luckner wäre so schlau, den Magistrat in den Vorgang nicht mit einzubeziehen, weil zu vermuten sei, dass die Ratsversammlung den Mossmüller in der Wohnung behalten wollte, da der Kammerer den Wagner nur zu seinem eigenen Nutzen in die Wuhn haben wollte.
  • Dann stelle sich die Frage, wenn Luckner schon wisse, wo sich der desertierte Parzinger regelmäßig aufhalte, warum er diesen nicht schon längst habe verhaften lassen.
  • In Zukunft solle der Amtskammerer bei amtlichen Schreiben wenigstens einen Umschlag benutzen, damit nicht jedermann offen seine Berichte und Schreiben lesen könne.

Allerdings müsse Moosmüller zusehen, dass seine Tochter an Lichtmessen einen ehrlichen Dienst beginne und zu einer Frau mit bestem Lebenswandel sich ändere.

 Einschub Ende

 Wir haben also - Luckner erreichte zumindest teilweise sein Ziel durch die Verehelichung des Georg Parzinger mit der Katharina Mossmüller - unterm 25.11.1790 die Eheschließung der beiden und 

 Als am 15.9.1834 i9n Kötzting der Obstler Georg Schwarz Katharina Parzinger heiratete, sind deren Eltern als Johann Georg Parzinger und Katharina  Moosmüller angegeben und im Grundsteuerkataster von 1840 heißt es - wie oben bei der komplizierten Spurensuche nach den Anfängen des Hauses bereits angegeben, dass Georg Schwarz das Haus im selben Jahre durch die Heirat von seiner Schwiegermutter Katharina Parzinger erhalten habe.

Georg Schwarz und Katharina Parzinger

StA Landshut Grundsteuerkataster Nr. 5039 von 1840.

Ebenfalls im Jahre 1834 findet sich in den Marktrechnungen die Erteilung des Kötztinger Bürgerrechts für Georg Schwarz, was ihn fast 14 Gulden kostete und die Konzessionserteilung für sein Obstler-Gewerbe. Seine Genehmigung umfasste auch den Handel mit Klee und Rübensamen.
Aus dem Jahre 1842 gibt es einen Vorgang im Kötztinger Vergleichsamt:
Hintergrund sind Umbau Maßnahmen des Johann Hofbauer, der im Frühjahr desselben Jahres das Ultsche Haus hatte ankaufen können und nun zur Tat schritt:
"6. August 1842: Obstler Georg Schwarz v K bringt vor: Mein Nachbar Johann Hofbauer hat sich im abgewichenen Jahre herausgenommen hinter seinem Wohnhause gegen die Front meines Hauses hin einen Schweinestall ohne nachgesuchte und erhaltene Bewilligung zu erbauen, wodurch der Zugang und der Vorplatz zu meinem Hause sehr beengt ist. Ich bin nicht schuldig diese Verbauung zu gedulden und dringe darauf, dass Hofbauer diesen Stall sogleich kassiere. Ich bitte die Lokalpolizei wegen meiner Bitte zu entsprechen. 
8. August 1842: Auf die Klage des Obstlers Georg Schwarz v 6. August 1842 ließ man diesen und den Geklagten Johann Hofbauer Bürger v K wegen Entfernung eines Schweinestalles vorrufen. Dieselben erschienen verglichen sich die Teile darin, dass Hofbauer diese Stallung entfernen werde. Bezüglich weiterer Beschwerdepunkte, nämlich dass Hofbauer bei dem vorhabenden Baues im Ultschen Hause keine Mittelmauer auf Schwarz auffahren dürfe, und dass er zum Auffangen des Odels eine Grube graben müsse, sohin derselbe nicht frei anfließen dürfe, konnte keine Übereinkunft erzielt werden.
"

In diesem - ich nenn ihn mal "Berliner Hinterhof" - Gässchen  kam es natürlich laufend zu Streitigkeiten, weil wirklich jede einzelne Baumaßnahme an einem Anwesen automatisch Benachteiligungen oder Einschränkungen für die anderen mit sich brachte.
Über vier ganze Jahre zog sich der Streit zwischen dem Hofbauer Johann (Greiner), Schrank Georg (Hotel zur Post) und Georg Schwarz. (AA XI/117)
Hofbauer Johann hatte ja  bereits 1842 das  "Ultsche" Haus (107) erkauft und um Genehmigung nachgesucht, eine Stallung  bauen zu dürfen. Die Zu- und Abfuhr zwischen dem Wohnhaus und dem des Brauers Schrank war dadurch behindert. Der Obstler Schwarz Georg hatte in den Raum zusätzlich seinen Obstladen hingestellt und auch dessen Durchfahrt ist schwer behindert. Am Wirtshausfenster befindet sich Ungeziefer und die "Obstlerleute lugen in die Gaststube und belauschen die Gespräche der Gäste". Schrank beschwert sich, Hofbauer hätte keine Bewilligung zum Stadlbau.
Schreil Anton( besitzt nun die Wuhn)  beschwert sich ebenfalls über Hofbauer. Er hätte den Holzschupfen ebenfalls an sein Wohnhaus gebaut und nimmt ihm das Licht von der Werkstatt.
Außerdem Fahrt durch sein Eigentum. nach langen Verhandlungen gütliche Einigung.
Man muss hier berücksichtigen, dass das heutige Anwesen Schötz noch gar nicht existiert hat - dieses wurde erst Stück für Stück nach 1867 errichtet - Hofbauer Johann hatte in diesem Areal seinen Pferdestall für seine Lohnkutscherei.

Schwarz Josef und Schollerer Franziska

Am 5.2.1864 hatte der Vater Georg das "halbe Haus" an den Sohn übergeben

StA Landshut Grundsteuerkataster Umschreibeheft 5041

"Vertr. am 5. Febr. 1864
Nach Not. Urkunde vom 5. Febr 1864 übergibt Schwarz Georg HNr0 106 in Kötzting Lit A das 1/2 Leerhaus zu 0.03 TW mit Gemeinderecht an seinen Sohn Josef um 800 fl.
"
Gut 2 Jahre später  - am 9.7.1866 -   heiratet der junge "Obstler" die Untergschaider Bauerstochter Franziska Schollerer.

StA Landshut Grundsteuerkataster 5050

Foto Pongratz Dezember 2025

Ab diesem Zeitpunkt endet die weitere Entwicklung des Hauses nun sehr schnell. 
Als um das Jahr 1870 herum die benachbarte Privatbrauerei - mindestens seit 1620 in Familienbesitz - dann verkauft wurde, kam es schlussendlich in Besitz der Familie Schmidt und dieser konnte das Häuschen dann aufkaufen und in seinen Gebäudekomplex integrieren. 
Schwarz Georg - Schwarz Josef - Schmidt Anna - Schmidt Karl und Katharina sind im Umschreibeheft  nacheinander als die Besitzer eingetragen.  Nur noch anhand der zwei Fensterreihen kann man die Lage des Hauses mit der alten Hausnummer 106 noch lokalisieren.
Josef und Katharina Schwarz  - geborene Parzinger - wurden dann die Namensgeber für den "Hausnamen" des kleinen Hauses in der ersten Reihe der Herrenstraße, welches ihre Tochter Katharina im Jahre 1875 übernommen hatte. Wechselweise vom  "beim Schwarz" oder "beim Boazinger" sprach man von dem Kramerladen.


Zurück zur Hausnummer 107

Auch hier war es nun sehr schnell vorbei mit der Eigenständigkeit. Johann Hofbauer, der aufstrebende Gastwirt und Lohnkutscher - alte Hausnummer 105 - an der Herrenstraße konnte das Haus von Wolfgang Ultsch erwerben und erbaute dort nach der Errichtung eines Stalles sein Schlachthaus für seinen Wirtsbetrieb mit Metzgerei.
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Hier die Besitzerfolge über Hofbauer Johann - zu Anton und Josefa - nach der Versteigerung kam es danach wieder in ruhigeres Fahrwasser mit den Familien Wieser und Schaffer.



Auch dieses Gebäude teilte dann - aber mehr als 100 Jahre später als sein Nachbaranwesen - dasselbe Schicksal. Nun nicht mehr in Privatbesitz sondern als Teil eines Gebäudekomplexes eines Zweckverbandes wurde zu Anfang der 1980er Jahre ein Großteil der früheren Privatbrauerei abgerissen und in ein modernes "Haus des Gastes" umgewandelt.

Serwuschok Luftaufnahmen: Hier die Situation, als das kleine Haus noch das Schlachthaus der Metzgerei Greiner gewesen war. Das Haus 106 ist bereits Teil des "Schmidtbräus"

Nachdem nun auch dieses haus Teil des Gebäudekomplexes wurde, konnte man auch mit technischen Tricks erreichen, dass selbst dieses Gässchen noch autobefahrbar blieb.

Foto Pongratz im Dezember 2025

Foto Pongratz im Dezember 2025

Foto Pongratz im Dezember 2025

Man kann sich aber gut vorstellen, WIE eng es um diese Kurve ging, als die Besitzer des Schlachthauses noch darauf bestanden hatten, dass die Hausecke noch auf eigenem Grund stehen würde und sollte.....

Dieser Beitrag ist Teil der interaktiven Karte „Kötztinger Geschichte(n)“. Dort sind die hier vorgestellten Themen – ebenso wie viele weitere Beiträge zur Orts-, Häuser- und Alltagsgeschichte – räumlich verortet und direkt miteinander verknüpft. Jeder Karteneintrag führt mit einem Klick zum passenden Blogbeitrag. Die Karte kann am PC, auf dem Smartphone oder – auf Wunsch – auch als App genutzt werden.     
>>>>>>>>>>>>>>>>>>              🗺️ Interaktive Karte Kötzting 

   Dieser Beitrag ist in der interaktiven Karte unter der Markergruppe Häuser & Anwesen zu finden.  

Freitag, 23. Januar 2026

Kötztinger Geschichte(n) als Interaktive Karte

  „Kötztinger Geschichte(n) – Interaktive Karte“


Neu in der interaktiven Karte

Die interaktive Karte „Kötztinger Geschichte(n)“ wird laufend erweitert. Neben Häusern, Personen, Orten und Wegen sind inzwischen drei neue Module hinzugekommen, die den Blick auf Kötztings Geschichte deutlich erweitern:

🏛 Vereine & Veranstaltungen
Dieses Modul bündelt historische und aktuelle Vereine, Feste, Jubiläen und besondere Ereignisse des gemeinschaftlichen Lebens. Viele dieser Themen sind nicht an ein einzelnes Haus gebunden, prägen aber das Stadtbild und das soziale Gefüge Kötztings seit Generationen.

🎧 Podcasts
Hier finden sich Audiobeiträge zur Kötztinger Geschichte: Gespräche, Erzählungen und thematische Reihen, die Hintergründe vertiefen und historische Zusammenhänge hörbar machen. Die Karte dient dabei als räumlicher Einstieg zu den einzelnen Podcastfolgen.

Chroniken – Zeitpfeil
Mit dem neuen Zeitpfeil lassen sich Ereignisse, Entwicklungen und Einschnitte der Stadtgeschichte chronologisch nachvollziehen. Statt einzelner Punkte zeigt dieses Modul längere historische Abläufe und ordnet sie zeitlich ein – als ergänzende Perspektive zur klassischen Kartenansicht.

Die bestehenden Inhalte bleiben dabei unverändert:
Jeder Marker führt weiterhin direkt zum zugehörigen Blogbeitrag mit Bildern, Texten und Quellen. Die Karte wächst damit nicht nur in der Fläche, sondern auch in der Tiefe.

Die folgenden Abbildungen zeigen exemplarisch den aktuellen Ausbaustand der neuen Module.

Gruppe: Vereine und Veranstaltungen mit einigen bereits verlinkten Blogbeiträgen

Markergruppe Podcasts

Markergruppe Chroniken dargestellt auf einem Fluss als Zeitpfeil

Alle neuen Module enthalten bereits erste verlinkte Beiträge; der Bestand wird laufend erweitert. Ein regelmäßiger Blick auf die Karte – oder die App – lohnt sich daher.
Apropos App:

Die Karte als App nutzen

Die interaktive Karte „Kötztinger Geschichte(n)“ lässt sich nicht nur im Browser aufrufen, sondern auch wie eine App auf dem Smartphone installieren. Mit wenigen Handgriffen kann sie direkt auf dem Startbildschirm abgelegt werden und steht dann jederzeit griffbereit zur Verfügung – ganz ohne App-Store, Download oder Registrierung.

In dieser App-Ansicht eignet sich die Karte besonders für Spaziergänge, Rundgänge und Entdeckungen vor Ort: Marker lassen sich direkt am Standort öffnen, Inhalte bleiben übersichtlich, und die Karte ist jederzeit nur einen Fingertipp entfernt. So wird Stadtgeschichte unterwegs erlebbar – als persönlicher Begleiter durch Bad Kötzting.





Grundidee und Ausgangspunkt der Karte

Die interaktive Karte „Kötztinger Geschichte(n)“ ist aus dem Bedürfnis entstanden, die im Blog über viele Jahre gewachsenen Einzelbeiträge in einer gemeinsamen räumlichen Übersicht zusammenzuführen. Ausgangspunkt waren zunächst die Häuserchronik, einzelne Personenporträts sowie ortsbezogene Beiträge zu Ereignissen und Wegen.

Ein erster Blick auf die digitale Karte von Bad Kötzting macht dieses Grundprinzip sichtbar: Jeder farbige Marker steht für einen Themenbereich. Durch das Ein- und Ausblenden einzelner Gruppen lassen sich gezielt bestimmte Aspekte der Stadtgeschichte erkunden und miteinander vergleichen.
Hier nun einige Beispiele, wie sich die Darstellung der Karte nach dem Aufruf eines bestimmten "Markers" verändert.

"Kötztinger Allerlei" aufrufbar über den weißen Pfeil

Hier der derzeitige online gestellte Bestand an Beiträgen für die Kötztinger Häuserchronik:




oder als anderes Beispiel, die unterschiedlichen Standorte unserer Schilderaktion:  



So wurde und wird jedes Haus, jede Person und auch manches Ereignis (etwa Pfingstritt oder Wanderungen) mit einem farblich unterschiedlichen Symbol markiert.

 Was man entdecken kann

Die Karte vereint verschiedene Themenbereiche, die durch eigene Markersymbole erkennbar sind:

  • 🏠 Häuser und Anwesen –Historische Gebäude mit Angaben zu Besitzern, Bewohnern und Nutzung. Die Beiträge der Häuserchronik werden hier nach und nach vollständig eingepflegt.

  • 👤 Personen – Markante Kötztingerinnen und Kötztinger, deren Lebenswege eng mit bestimmten Häusern oder Orten verbunden sind.

  • 🪧 Schilderaktion Orte – Standorte der Erinnerungstafeln an besondere Gebäude, Plätze und historische Zusammenhänge.

  • 🎠 Pfingstritt – Stationen, Wegpunkte und historische Bezüge rund um den Kötztinger Pfingstritt.

  • 💙 Räuber Heigl –Orte und Schauplätze der Heigl-Überlieferung im Raum Kötzting.

  • 🚶 Wanderungen – Historische Wege, Routen und thematische Spaziergänge.

  • 🌄 Umland – Orte, Dörfer und markante Punkte außerhalb des Stadtgebiets mit direktem Bezug zur Kötztinger Geschichte.

  • 🪧 Kötztinger Allerlei wie das Wort schon sagt, alles Mögliche aus Kötztings Geschichte, so es an einen bestimmten Platz festgemacht werden kann.

  • 🏛 Vereine & Veranstaltungen – Historische und aktuelle Vereine, Feste, Jubiläen, Fahnenweihen und besondere Ereignisse des gemeinschaftlichen Lebens, die nicht an ein einzelnes Haus gebunden sind, aber das Stadtbild und die Geschichte Kötztings geprägt haben.

     🎧 Podcasts – Audiobeiträge zur Kötztinger Geschichte: Gespräche, Erzählungen und thematische Reihen, die Hintergründe vertiefen und historische Zusammenhänge hörbar machen.

  • ⏳ Chroniken – Zeitlich geordnete Ereignisse, Entwicklungen und Einschnitte der Stadtgeschichte, die entlang eines Zeitpfeils dargestellt werden und einen Überblick über längere historische Abläufe ermöglichen.


Hier der Bildschirmausschnitt für die Markergruppe: Pfingstritt zur Visualisierung einiger Stationen unseres Pfingstrittes
Hier die Marker für die Schilderaktion "Personen"

Markergruppe für die historischen Wanderungen 


Was die Karte derzeit bereits leisten kann: 

Funktionen der Karte

Die Anwendung erlaubt das gezielte Umschalten zwischen Themenbereichen, das Anzeigen historischer Bilder direkt am jeweiligen Standort sowie den direkten Zugriff auf die zugehörigen Blogbeiträge. Zusätzlich kann eine historische Kartenebene eingeblendet werden, die den Vergleich zwischen heutiger Topografie und früheren Zuständen ermöglicht. Auf diese Weise lassen sich Veränderungen im Stadtbild und im Umfeld anschaulich nachvollziehen. Die Karte ist sowohl für die Nutzung am PC als auch auf mobilen Geräten optimiert. Sie erkennt automatisch, ob der Aufruf am Desktop oder am Smartphone erfolgt, und lädt die jeweils passende Version. 

Nutzung unterwegs

In der mobilen Ansicht ist die Karte besonders für Spaziergänge und Rundgänge gedacht. Marker lassen sich direkt vor Ort aufrufen, so dass historische Informationen unmittelbar mit dem aktuellen Standort verknüpft werden können.

Zukunftsmusik:

Derzeit  arbeite ich an einer Erweiterung, um die vielen Veranstaltungen rund um unser Pfingstfest und eine Stadtrallye mit einzubinden.
Was man sich vorstellen könnte, wäre die Geschichte der einzelnen Feuerwehren oder Schützenvereine des Bad Kötztinger Stadtgebietes als eigene Markergruppe darzustellen.



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💡 Tipp: Karte als App nutzen
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 © Mente Pongratz  

Stadtarchiv Bad Kötzting