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Dienstag, 8. September 2026

Historische Einkehr - Rund herum um den Dampfbach

 

Historische Einkehr am 17. Oktober

Am 17. Oktober geht’s weiter mit unserer Historischen Einkehr.

Wir treffen uns um 17.00 Uhr vor der Kötztinger Jahnhalle zur Einstimmung und gehen anschließend gemeinsam zum „Truck Stop“. Dort erwartet uns ein gemütlicher Abend mit einem Drei-Gänge-Menü sowie vielen Bildern, Geschichten und Erinnerungen rund um unseren Dampfbach.

Unsere historische Reise beginnt bei der Hauser Mühle und führt uns bis zum Baumweiher der Kötztinger Marktmühle. Dazwischen liegen viele Geschichten, Erinnerungen und Geschichte – von den früheren Fluren und Anlagen entlang des Baches bis zu den Orten, die heute ganz anders aussehen.

Ein Abend für alle, die Kötzting ein Stück besser kennenlernen – und sich vielleicht auch an das eine oder andere selbst noch erinnern können.

Beginnend mit einer etwas „schrägen“ Überlieferung des Hauser Gemeindevorstehers Brunner Michael aus dem Jahr 1839, wie denn der Name Dampfbach entstanden sei, geht die Reise über die Hauser Mühle und verschiedene Flurnamen in diesem Bereich bis zum heutigen Dampfbachsee und zur Siedlung in der Schattenau.

DIA-Repro 0896 der "Costa-Bader" in der Schattenau


Auf der linken Seite lassen sich Kötztings Schrebergartenkolonie, Bierkeller, Sandgruben und schließlich unser Schulberg nachweisen. Rechts finden wir den früheren Rabl-Stadel – und ansonsten einfach nur eine nasse Wiese.

Das neue Kötzting ensteht

Foto Josef Bock: der Rabl-Stadel im Hintergrund


Weiter geht es zur Jahnhalle auf dem Bleichanger mit ihrer interessanten Geschichte. Doch der Bleichanger allein könnte mit seiner Geschichte schon einen ganzen Abend füllen.

 

DIA-Repro 439 Kranzlübergabe auf dem Bleichanger als ein Höhepunkt im Jahresreigen in Kötzting

"Camp" von Angehörigen der 11. PD auf dem Jahnplatz zum als Deutschland auf dem Boden lag.


Dann geht es auch schon in Richtung Jahnstraße und Ambergerinsel, verbunden mit zahlreichen Veranstaltungen und Aufmärschen.

SABOR V, der Star der Kötztinger Messe auf der Ambergerinsel Pfingsten 1962


An der früheren Mündung des Dampfbaches in den Weißen Regen befand sich der Baumweiher der Marktmühle – ein Materialreservoir und zugleich ein Abenteuerspielplatz für die Kötztinger Kinder.

 

Als der Dampfbach und der Weiße Regen eins geworden sind: Hochwasser im Jahre 1954

Den Abschluss bildet das „traurige“ Schicksal des Dampfbaches bei der Hochwasserfreilegung. Zusammen mit dem Ausbau des Schulsportplatzes wurde der Bach in eine Röhre gezwungen, sodass er seine letzten Meter heute unterirdisch fließen muss.


Serwuschok332 die letzten traurigen Reste des Dampfbaches - ein Opfer der Hochwasserfreilegung

Also, das ist die "Marschroute" für den 174. Oktober im Truck Stop, vielleicht sehen wir uns dort bei einem vergnüglichen Abend.


🗺️ Kleines Suchspiel zum Schluss:
Viele Geschichten aus Kötzting lassen sich nicht nur lesen, sondern auch direkt im Stadtplan entdecken.
Die Interaktive Karte Kötzting führt über ihre Marker unmittelbar zu den passenden Blogbeiträgen – Geschichte zum Anklicken.

Kötztinger Allerlei  Dieser Beitrag ist in der interaktiven Karte unter der Markergruppe Kötztinger Allerlei beim "Truck Stop" zu finden.

 

Nicht jede Geschichte lässt sich einer festen Kategorie zuordnen. Die Markergruppe Kötztinger Allerlei versammelt besondere Fundstücke, kuriose Begebenheiten, interessante Entdeckungen und bemerkenswerte Episoden aus der Geschichte Bad Kötztings. Gerade diese Vielfalt macht oft den besonderen Reiz historischer Spurensuche aus.

Viel Freude beim Entdecken!

``` 🗺️ Interaktive Karte Kötzting öffnen ```

Freitag, 17. April 2026

Radfahren in Kötztings Geschichte

Historische Einkehr mit Zusatzschmankerl

Thema: Rund herum um den Haidstein







Historische Einkehr


Gleich zu Beginn ein wichtiger Hinweis:

Die Teilnahme an einer geführten Radltour ist einfach ein zusätzliches Angebot und keine Voraussetzung für die Historische Einkehr. Wer also lieber direkt zum "normalen" Abendprogramm kommen möchte, für den bleibt es wie gewohnt: einfach bei der Kurverwaltung für die Einkher anmelden und dabei angeben, ob die Teilnahme mit Radlfahrt oder nur am „Essensvortrag“ im Restaurant Edelweiß in der Spielbank gewünscht ist.

In diesem Frühjahr bekommt unsere beliebte „historische Wanderung mit Einkehr“ eine frische Wendung. Wir schalten einen Gang höher – und steigen aufs Rad.  Unsere Radltour führt auf einem abwechslungsreichen Rundkurs hinauf zum Haidstein, mit Blicken in Landschaft und Geschichte. Den Abschluss bildet schließlich – ganz traditionell und doch neu gedacht – die historische Einkehr in der Spielbank Bad Kötzting. Dort begeben wir uns, wie gewohnt mit Bildern, Dias und Erzählungen, gemeinsam auf eine kulturgeschichtliche Reise über die Orte der Radltour.
Treffpunkt für die Historische Einkehr ist um 17.00 Uhr im Eingangsbereich der Spielbank Bad Kötzting.

Ablauf & Zeiten
Die Radfahrer treffen sich um 13.30 Uhr zur Abfahrt vor dem Pongratz-Stall und werden den Zielpunkt Spielbank Bad Kötzting gegen 17.00 Uhr erreichen und dabei noch einmal der Hinweis, dass eine Teilnahme an der Historischen Einkehr natürlich auch ohne die vorherige Radfahrt möglich ist, denn  nicht jeder aus der großen Runde unserer „Stammteilnehmer“ möchte/kann eine rund 24 km lange Radstrecke mit vielen geschotterten Teilstrecken mit dem Fahrrad fahren. 


Wichtiger Hinweis zur Strecke:
Ein Großteil der Route verläuft auf geschotterten Forststraßen. Deshalb sollten nur diejenigen teilnehmen, die sich einen unebenen und stellenweise auch lockeren Untergrund zutrauen.
Eine angemessene Schutzausrüstung, insbesondere ein Fahrradhelm, gehört selbstverständlich zur Grundausstattung.  Und keine Sorge:  Ich selbst bin mit dem E-Bike unterwegs – E-Bikes sind also ausdrücklich willkommen 🚴‍♂️🙂  


Anmeldung:

Anmeldung wie gewohnt über die Kurverwaltung.
Bitte geben Sie dieses Mal bei der Anmeldung an, ob Sie an der Radltour teilnehmen möchten oder ausschließlich zur historischen Einkehr dazukommen.


Wer die Radlstrecke mitfährt, erlebt bereits den „roten Faden“, der sich später durch die DIA-Show bei der Historischen Einkehr zieht.

Gleich zu Beginn nehmen wir uns Zeit für den Startpunkt selbst:
Es gibt kurze Einblicke in das Flurstück, an dem wir uns versammeln, in den Urtlbach, den Gehsberg, den Schinderbuckel und das geheimnisvolle „Kroith“ – ein idealer Auftakt, um Landschaft und Geschichte miteinander zu verknüpfen.  Nach einem kleinen ersten Anstieg vorbei am „Pferdestall-Misthaufen“ erreichen wir die Staatsstraße, queren sie und radeln hinüber zur Kapelle von Gehstorf, weiter zum Schmied und zum Feuerwehrhaus – alles Orte mit eigener Geschichte, die man meist achtlos passiert. 
Im Anschluss beginnt ein längerer, aber gleichmäßiger Anstieg nach Ried hinterm Haidstein. Der Weg führt vorbei am fast schon legendären Gartenfestplatz der Gehstorfer, am Trimm-Dich-Pfad – und schließlich zu unserem ersten größeren Ziel: der Rieder Linde, einem markanten Punkt mit Geschichte und Ausblick.
Der Trimm-Dich-Pfad


Danach geht es zunächst ein kleines Stück zurück und dann den Forstweg direkt hinüber zum Hotel Bayerwald in Liebenstein.
Foto Josef Bock: die Rieder Linde

 An jener Stelle, an der sich einst die Burg Liebenstein erhob, legen wir einen Halt ein – ein guter Punkt, um Geschichte und Landschaft zusammenzudenken.
Hier lohnt es sich besonders, einen Blick nach zurück zu werfen um die Kötztinger Berge zu bewundern.
Von hier an beginnt dann die Schotterstrecke, die uns Schritt für Schritt hinauf Richtung Gipfel führt.
 Der Haidsteingipfel ist ein echter „Guck-ins-Land“ – und wir hoffen natürlich auf bestes Ausflugs- und Aussichtswetter 🌄🚴‍♂️

Foto Haymo Richter - Haidsteiner Gipfel


 Nach der Gipfelbesteigung kommt der - radltechnisch - einfachere 2. Teil der Strecke.
Aber 👉 Achtung: Gleich zu Beginn ist ein Gefällestück der geschotterten Forststraße zu bewältigen. Dieser Abschnitt sollte vorsichtig und kontrolliert gefahren werden. 
Anschließend führt uns die Strecke erneut durch Liebenstein – diesmal jedoch abseits der Hauptstraße.
 Wir rollen unten an Ramsried und an der Ammermühle vorbei und legen unseren nächsten Halt an der Wallfahrtskapelle von Bachmeierholz ein. 

Foto Haymo Richter: Kapelle Bachmeierholz
Von dort geht es weiter hinab nach Bachhäuser. Dort verlassen wir die Straße, biegen links ab und fahren in ein Tal hinein, das für mich zu den malerischsten Landschaftsräumen der Kötztinger Umgebung gehört. Gerade im Frühjahr verspricht dieser Abschnitt ein besonderes Erlebnis – vergleichbar mit der Wanderung ins frühlingshafte Zellertal im vergangenen Jahr: ruhig, landschaftlich eindrucksvoll und ideal, um Natur und Geschichte miteinander zu verbinden 🌿🚴‍♂️
Beim letzten Schwenk unserer Tour passieren wir die Hauser Mühle, streifen nur kurz eine Hauptstraße und biegen dann ab in Richtung Fessmannsdorf und Rieselhöhe. Auch hier werden wir noch einmal mit einer herrlichen Aussicht belohnt: der Blick öffnet sich hinunter zu Herrenweiher, Gänskragen und Hutwöhr – genau in jener Jahreszeit, in der die Bäume bereits das erste Grün zeigen, uns den freien Blick in die Landschaft aber noch nicht nehmen. Anschließend geht es bergab, vorbei an den Kötztinger Schulen, und wir können nun einem echten Radweg folgen, der uns bis zur Spielbank führt. Von dort ist es nur noch ein Katzensprung: vorbei am früheren Aschenbrenner-Gelände und schließlich hinauf zurück zum Pferdestall, wo sich der Kreis unserer Tour schließt 🚴‍♂️🌿 und wir zur Historischen Einkehr einen klassischen Einkehrschwung machen.

Serwuschok Luftbilder


Hier für die Teilnehmer die Kerndaten unserer Radlstrecke:


 











Auch hier noch der Hinweis auf das neue Tool der Kötztinger Geschichte(n)
Als ergänzendes Arbeits- und Orientierungsinstrument steht die Interaktive Karte Kötztings zur Verfügung. In ihr sind die Beiträge der Häuserchronik sowie zahlreiche weitere historische Themen räumlich verortet und miteinander verknüpft. Jeder Marker führt direkt zu den zugehörigen Blogbeiträgen und ermöglicht so einen schnellen Überblick über Zusammenhänge, Orte und Entwicklungen.

Die Karte ist sowohl am PC als auch auf mobilen Geräten nutzbar und kann auf Wunsch als App auf dem Smartphone gespeichert werden.

🚶 Wanderung  Dieser Beitrag ist in der interaktiven Karte unter der Markergruppe Wanderung eingeordnet. 

Zur Interaktiven Karte:   🗺️ Interaktive Karte Kötzting öffnen


 

Freitag, 12. September 2025

Historische Einkehr

 Der Termin kommt näher

Im Herbst gibt es die nächste "Historische Einkehr und es sind jetzt noch ein paar Plätze frei:
  


Es werden bei dieser "Historischen Einkehr" nur wenige hundert Meter zu gehen sein, bis wir nach dem Treffpunkt am Pavillon im Kurpark dann alle gemeinsam - und das ist der Hintergrund dieses Treffens im Park - in der Kötztinger Spielbank uns zu einem Begrüßungsgetränk einfinden, wo wir dann auch - wie gewohnt - unser Drei-Gänge-Menue genießen können, das ich vor, zwischen und nach den einzelnen Speisegängen mit Bildern zum Thema begleiten werde.
Worum wird es an diesem Abend gehen?

Es geht um das Leben am, im und mit dem Fluss.

Hier nun ein paar der Beispielsthemen, die am 18. Oktober eine Rolle spielen werden.

Kötzting, ein Anglerparadies  ,


Die Fischer und die Angler - zumeist im Oberlauf ab dem früheren Marktmühlenwehr -, alles Mitglieder des Bezirksfischereivereins, können unseren Weißen-Regen-Fluss in all seiner Ursprünglichkeit genießen.
Foto Baumann Mathias: Fliegenfischrevier oberhalb des alten Kötztinger Freibades




Foto Kybelksties: Signalkrebse, gefangen in einer Reuse: Dies ist eine invasive Art, die alljährlich zu Tausenden im Bereich des Oberlaufes gefangen und verspeist wird.


Natürlich wird das alte Kötztinger Schwimmbad ein großes Thema sein:

Foto Krämerarchiv

DIA-Repro 0183


Der Weiße Regen als Transportmedium





Foto Rabl-Dachs


Der Fluss als Energiequelle



Hier als Beispiel das Wehr der Kötztinger Marktmühle, mit Antrieben für eine Mahl- und eine Sägemühle
 




Der unberechenbare Weiße Regen


Wie weit der Regenfluss in der Lage war, über seine Ufer zu treten, kann man gut am folgenden Bild von der Jahnstraße erkennen.
 

Hochwasser 2002 im Kurpark
 




 Die Auwiese und der Kurpark




Foto Pongratz Kurparkfestival 20241



Wandern am Fluss entlang


Foto Pongratz: Idylle mitten in der Stadt



Foto Hartinger 2019

Foto Heilmeier um 1900



Dies alles und noch viel, viel mehr gibt es zu sehen und zu hören am 18. Oktober 2025 in der Spielbank Band Kötzting. Die Anmeldung erfolgt -  wie immer - beim Kur- und Gästeservice Bad Kötzting. 
Telefonnummer: 09941-40032150.

Mittwoch, 18. Dezember 2024

Eine historische Wanderung ---- hinein ins Zellertal

Historische Einkehr mit Wanderung

am 26. April 2025

Von Grub nach Hinterleckern und wieder zurück
oder vielleicht auch nicht ganz.....

 Es wird wieder einmal ein April und wir marschieren hinein ins Grüne, hinein ins Zellertal, auf der "Gloaseitn", also auf der Nebenstraße Kaitersbach - Leckern.

Wir treffen uns auf dem Parkplatz beim "Fechter", wohin wir auch später nach einem Rundgang wieder zurückkehren werden und unser traditionelles Drei-Gänge-Menü kredenzt bekommen.






Es geht los, die Straße hinunter durch die Baumallee, bis zur Kreuzung, an der sich sogar 5 Straßen/Wege treffen. 
Genau an dieser Stelle finden wir in der Wiese - gegen den Kaitersberg zu - den tiefsten Punkt dieser Wiesenlandschaft und genau hier, gleich neben der Straße, war Ende April eine Mörserabteilung der US-Armee in Stellung gegangen, um - eigentlich - über die Bergkette hinweg und hinein nach Böhmen zu schießen, wo sie die dort liegenden Verbände der deutschen 11. Panzerdivision bekämpfen sollten.
Was die Amerikaner aber nicht wussten war, dass sich in der darauffolgenden Nacht versprengte Wehrmachteinheiten, die sich auf dem Kaitersberg versteckt hatten, versuchen würden, durch die amerikanischen Linien durchzubrechen. Als die 2nd Cav. die Situation bemerkte, stellten sie ihre - eigentlich hoch aufgerichtet stehenden  - Mörser um auf den Direktbeschuss und belegten den Waldrand mit tödlichem Direktfeuer.

Schlachtengemälde von Britt Taylor-Collins, der im Jahre 2004 den Ort der Schlacht besichtigte und vergeblich mit einem Metallsuchgerät den Ort absuchte. Meine Mutter hatte ihn damals begleitet und auch beim "Fechter" Kontaktpersonen interviewt, die 1945 noch Kinder gewesen waren. 

Gleich gegenüber - in Richtung auf die heutigen Verbindungsstraße Kötzting Grub  - befindet sich der historische markteigene Strohhof, der bis vor einigen Jahrzehnten noch eine Gärtnerei gewesen war.
Der Strohhof wurde Mitte des 17. Jahrhunderts vom Markt Kötzting den Patres des Klosters Rott abgekauft und dessen umfangreicher Grundbesitz an Wiesen und Äckern gleichmäßig an alle Kötztinger - besitzenden - Bürger verteilt, die diese, wenn sie sie nicht zwischenzeitlich verkauft haben bzw. hätten , heute noch besitzen könnten oder sogar noch besitzen. Dieser Deal mit dem Kloster Rott kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden und ist durchaus ein Hinweis darauf, dass das Kloster dem Markt Kötzting gegenüber nicht nur eigennützig gehandelt hatte, denn der Verkauf bedeutete einen nicht unbeträchtlichen Einnahmeverlust für das Kloster für alle Zeiten.
Foto Pongratz


Auf den Karten von 1831 kann man die Verteilung an die Kötztinger Bürger noch sehr schön an der streifenweisen Aufteilung der Grundstücke zwischen dem Strohhof und dem heutigen "Pfingstreiterkreisverkehr" erkennen.
Detail aus Bayernatlas.de: die Nummern in den aufgeteilten Flächen bedeuten die Kötztinger Hausnummern, denen diese Teilflächen ursprünglich zugeteilt worden waren. Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts konnten diese Flächen dann sogar als Eigentum weiterverkauft werden. Vorher waren diese als "Pertinentien" fest an das Haus gebunden.. 

Bereits im Jahre 1831 wurde das Gebäude als "Strohhofgärtnerei bezeichnet.


Wir wechseln über die Straße und kommen zum "Groumüllner", einem historischen Mühlenstandort, der so, wie die nächsten drei Anlaufstellen dem Gruberbach seine Antriebskraft verdankt.
Vor vielen Jahren durfte ich beim damaligen Besitzer eine Innenaufnahme machen. Die Metallwerkstatt des "Groumüllners", Heinrich Müller - gestorben 2016 , war beeindruckend, ein metallisches Wimmelbild, wobei der Schmied stets den Überblick hatte und genau wusste, in/unter welchem Stapel das Eisen versteckt lag, das ich damals benötigte.
Foto Pongratz



Foto Pongratz: Die Werkstatt des "Metallgenies" Heinrich Müller. Man beachte die Riemenantriebe
die von der unter der Decke hängenden Welle bedient wurden - freihängend und ungeschützt ....

Für viele Kötztinger  - vor allem die Älteren unter uns - ist der Name Groumüllner aber mit dem Bild eines vollbärtigen Pfingstreiters verbunden, eben mit dem "Groumüllner" Zitzelsberger Franz, der im Dritten Reich optisch das Bild des echten Bayerwäldlers verkörperte und der zusammen mit dem ihm sehr ähnlichen Christianschneider - Christian Bauer vom oberen Markt -, der vermutlich am häufigsten abgebildete Einzelreiter gewesen ist.
Foto Josef Barth: vorne Obermayer Karl - Mesner Karl - und Franz Zitzelsberger
vor dem Wieser-Girgl-Wirtshaus in der Schirnstraße

Weiter geht´s auf einer kleinen gewundenen Teerstraße hinein ins ergrünende  Zellertal und zwar auf der sogenannten "kleinen " Seite.
Unser nächste Ziel ist die Stockmühle - ebenfalls ein historischer Mühlenstandort, von dem wir allerdings nur sehr wenig in unseren Akten haben.
Dafür aber eine Abbildung der Mühle aus dem späten 16. Jahrhundert.

Eigentlich ist hier - straßentechnisch - eine Sackgasse, es gibt aber einen Feldweg, der uns herum um ein kleines Wäldchen zum nächsten Mühlenstandort bringt, der Kaitersbacher Mühle.

Foto Sammlung Serwuschok von 1975



Wie es an dieser Stelle weitergeht hängt von mehreren Faktoren ab, die Gesamtstrecke der - großen Schleife - beträgt ca. 7.00 km. Abhängig vom Wetter und dem Willen der Teilnehmer können wir nun entweder gleich der Straße hinauf zum "Kaminger-Wirt" nehmen, oder einfach noch ein Stück weiter ins grüne Zellertal bis nach Leckern und Hinterleckern weitergehen ...... und natürlich wieder zurück.
Auch wenn wir die kurze Strecke nur gehen sollte, wird natürlich das Thema des wunderschönen Dorfes Leckern und vor allem die Geschichte derer von Zaborsky in ihrem Heim in Hinterleckern ein Thema beim Vortrag in Grub sein.

Hier nun weiter mit der Variante der "großen" Schleife:
Weiter geht´s auf der Straße zum "Talweiler" in Leckern, einem Ensemble, welches im Jahre 1979 vom Landesdenkmalrat in seiner Gesamtheit als schutzwürdig eingestuft worden war.

Foto Pongratz


 

Weiter gehts auf der kleinen Straße nach Hinterleckern und dort sind wir an einem ganz besonderen Kleinod angelangt. Besonders wegen seiner Lage, seiner Bauart und vor allem wegen  seiner Bewohner. Hier wohnte und arbeitete das Ehepaar v. Zaborsky. Er ein Volkskundler und Autor und seine Frau  Grete eine Keramikkünstlerin, die auf ihren Objekten viele Motive umsetzte, die ihr Mann bei seinen Forschungen - vor allem über die Trachten in unserer Gegend - herausgearbeitet hatte.
Legendär sind die Götzfestspiele in den 50er Jahren - vielleicht im Zusammenhang mit einem Wortspiel des "Hinter(n)leckens" bei dem in einem kleinen Marionettentheater - steht noch im kleinen Gartengrundstück des Hauses - mit selbstgeschaffenen Marionettenpuppen die lokale Politprominenz auf die Schippe genommen wurde.
Foto Serwuschok Oskar und Grete v. Zaborsky als Marionettenpuppen

Foto Pongratz Frühling 2024




 



Es geht nun wieder zurück auf der kleinen Straße bis Kaitersbach und dann die kleine Anhöhe hinauf, wo rechts auf halber "Berg"-Strecke das Wirtshaus von Kammern liegt, der "Kaminger Wirt", eine Wirtschaft, die nachweislich bereits Ende des 16. Jahrhunderts existiert hatte, sicherlich aber bereits schon viel länger.




Der nun leider bereits verstorbene Helmut v. Sperl - ein Nachkomme der von Sperls vom Sperlhammer - baute sich sogar eine eigene Weihnachtskrippe nach dem Vorbild des Kamminger Wirtshauses.
Die Kammingerwirts Zenz, eine Vollblutmusikerin hatte er dabei im Hinterkopf gehabt.
Das Bild stammt aus einer Ausgabe der Mittelbayerischen Zeitung und erschien in der Regensburger Ausgabe.
Der "Kammingerwirt" als Weihnachtskrippe

Oben an der Hauptstraße angekommen, queren wir diese und kommen an einem ganz besonderen Feldkreuz vorbei, welches die Familie Kauer im Jahre 1908 einweihen ließ. Das Bild musste deswegen in solch einem Schmalformat aufgenommen werden, weil sich gleich - aber so etwas von gleich - daneben seit wenigen Jahren ein hässlichere Stromverteilerkasten befindet, den man gut und gerne auch ein wenig weiter vom Denkmal entfernt hätte aufstellen können.




Nun geht´s locker und leicht bergab an den schmucken Einfamilienhäusern und Bauernhöfen vorbei bis ins Dorfzentrum, wo wir bei Fechter unsere verdiente Einkehr halten werden, für die ich wieder vieles an Bild- und Datenmaterial vorbereitet habe. Da geht´s dann vor und zwischen den "Gängen" des Menüs wieder um Geschichte und Geschichten.

Also: 

Save the Date: Samstag den 26. April 2025

Die Anmeldung und die Karten gibt´s wie immer in der Kurverwaltung im Sinocur.