Der Kötztinger Bader Jakob Hauser
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| Jakob Hauser mit den Schröpfköpfen |
Einschub
Aber zunächst die Bilderreihe:
Bereits 7 Jahre zuvor gab es eine Neueröffnungsanzeige des Salons Hauser, der von seiner früheren Geschäftslage in der Marktstraße - beim Fischer Peter - in die Gehringstraße umgezogen war.
Im Frühjahr 1976 meldete sich der bayerische Rundfunk, um den Seniorchef Jakob Hauser, einem, wie es in der Überschrift hieß, der letzten drei bayerischen Bader, zum Mittelpunkt eines Fernsehbeitrages zu machen.
Frau Renate Serwuschok selber war die Journalistin, die die Fernsehaufnahmen mit Bild und Text begleitete.
„An der Unzahl der Herzleiden ist nebst der unruhigen, herzangreifenden Zeit die Unterlassung des Aderlassens schuld“, erklärte schon der Hausarzt von Goethe und Friedrich Wilhelm, der vor über 200 Jahren große Heilkunde. Jakob Hauser hat schon viele Leute zur Ader gelassen. Seit es aber den organisierten Blutspendedienst gibt, schickt er sie dorthin. Der Hackl Michl aus Neukirchen b. Hl. Blut ist ihm trotzdem geblieben, ein Mann, mit seiner 78 Jahren schon alt zum Blutspenden. Deshalb muß ihm der Bader helfen: „Es tut nicht weh, aber es tut sakrisch gut“, sagte er nach jeder Prozedur und: „Gell, Hauser, bleib g’sund, damit i no oft kemma derf.“ Michael Hackl war arg von Furunkeln geplagt. Zwischen Michaeli und Dreikönig waren’s „stucka hundert“. Ein Steinhauermeister empfahl ihm damals, 1934, das Schröpfen. Die Furunkel verschwanden und kamen nicht mehr wieder. Hackl schwört auf die uralte Heilmethode. Sein Alter und Wohlbefinden gibt ihm recht. Gestern ließ er sich fürs Fernsehen schröpfen und „weil’s sowieso einmal Zeit gewesen ist“.
Redakteur Ludwig Ott hat in Kötzting noch einen praktizierenden Bader entdeckt, der mit einem Handwerkszeug umgeht, das in seiner Art mit Sicherheit schon von Jahrtausenden benutzt worden ist. Bei Ausgrabungen fand man ein Siegel des mesopotamischen Arztes Urgaledinu (3000 v. Chr.) abgebildet, auf dem drei Schröpfköpfe zu sehen sind. Jakob Hauser kennt sich auch in der Geschichte aus. Er weiß, dass die Bader für ein Amt in Lübeck 1548 zünftig wurden. Von da an musste, wer die Baderei betreiben wollte, eine Prüfung ablegen. Inzwischen ist der „Volksmediziner“ im Aussterben begriffen. Aber vielleicht steht ihm eine Renaissance bevor, nachdem die Naturheilkunde wieder an Bedeutung gewinnt.“ wie die Akupunktur rund um die Welt geht. ‚Schaden könnt’s nicht‘, meint Jakob Hauser. Auch er wird nächste Woche auf dem Bildschirm zu sehen sein in dem 20-Minuten-Film ‚Der Bader aus Kötzting‘.“
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| Das Redaktionsteam mit Theo Hauser |
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| Hier die Zusammenfassung des Bildberichtes über Jakob Hauser von Frau Serwuschok |
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