Es geht weiter mit Bildern aus der Zeitungsredaktion der Kötztinger Umschau, welche alle über eine private Sammlung von Frau Renate Serwuschok dem Arbeitskreis Heimatforschung übereignet wurden und nun im Stadtarchiv Kötzting verwahrt werden.
Da wir zusätzlich auch eine fast vollständige Sammlung von Zeitungsausgaben aus den Nachkriegsjahren in unserem Bestand haben, können viele der Bilder dann auch einzelnen Zeitungsartikeln zugeordnet werden.
Nachdem der Arbeitskreis Heimatforschung schon eine umfangreiche Datenbank an personenbezogenen Bildern hat wäre es für uns schön, wenn wir bei einigen der folgenden Bildern, vor allem bei den Personengruppen, Hinweise und Namenslisten erhalten könnten, die wir dann anschließend in unsere Datenbanken einpflegen könnten. Manche allerdings auch nicht und so wäre es schön, wenn wir bei dem einen oder anderen Bild auch eine Rückmeldung erhalten würden.
Die Bilder stammen aus dem Bestand: Serwuschok Großumschlag 39 vom November 1971
Die Schutzhütte auf dem Hohenbogen
Hier folgt eine Bildreportage, leider bisher ohne den dazugehörigen Artikel gefunden zu haben, über die Forstdiensthütte am Hohenbogen. Die Bilder sind am Rande überbelichtet, vermutlich hat der Fotograf die Filmrolle im Hellen herausgenommen und vermutlich deswegen sind die Bilder dann auch nicht für einen Artikel benutzt worden.
Obwohl die Negative aus dem Bestand der KU stammen, habe ich in der Umschau, wie oben geschrieben, keinen Artikel gefunden, dafür aber in der Kötztinger Zeitung. Wie mir Alois Dachs an anderer Stelle mal erzählt hat, war es durchaus nicht unüblich, dass ein Reporter für beide Zeitungen Material geliefert hat.
In diesem - 2026 - Jahr feiert die Hütte sogar ihren 180. Geburtstag, da der Artikel ja aus dem Jahre 1971 stammt.
Kötzting – Hoher Bogen. Nicht weniger als 4 500 Arbeitsstunden hat der Kötztinger Rolf Schwarz seit 1949 aufgewendet, um die ehemalige Touristenhütte auf dem Hohen Bogen auf den heutigen Tag zu erhalten. Der begeisterte Wald- und Naturfreund Schwarz, seit Jahren Geschäftsführer beim Bayerischen Waldgau der Heimat- und Volkstrachtenvereine, aber hat keine Mühe gescheut, die Hohenbogen-Hütte zu restaurieren und aus ihr in jahrelanger Arbeit ein Glanzstück unter den Berghütten unserer Gegend zu machen. Das Werk von Rolf Schwarz wird aber noch mit einem einmaligen Jubiläum aufgewertet: Die Hütte steht jetzt 125 Jahre und ist das älteste Bauwerk auf dem Hohen Bogen. Rolf Schwarz ist es zu verdanken, dass das alte Schutzhaus noch steht, nachdem es bereits 1948 von der staatlichen Forstverwaltung abgerissen werden sollte!
Anlässlich des 125jährigen Bestehens hatte Rolf Schwarz zu einer gemütlichen Plauderstunde in die Hütte am Hohen Bogen eingeladen. Während draußen stürmische Schneeregenschauer um das alte Holzhaus fegten, saß man drinnen bei behaglicher Wärme des Kachelofens, angeregter Unterhaltung und einem Glas Wein beisammen. Echte Hüttenromantik wurde wach, als Rolf Schwarz seinen Gästen, unter ihnen der Leiter des Staatlichen Forstamts Kötzting, Oberforstmeister Saradeth, der Kreisheimatpfleger Geiger aus Neunburg v. W., die Geschichte der Hohenbogen-Hütte erzählte.
Diese schrieb das Jahr 1843, als das Forstrevier Hoher Bogen gegründet und der „Aktuar“ (Forstfunktionär) im Forstberuf von Niederaltaich, Friedrich von Krafft-Festenberg, zum Revierförster mit Sitz in Kötzting ernannt wurde. Bereits drei Jahre später begann dieser rührige Förster mit dem Bau der Schutzhütte, wie sie noch heute steht. Mit Stolz weist Rolf Schwarz auf den alten Firstbalken hin, auf dem auch die Gründungsinschrift zu finden ist: „Erbaut 1846“. Die Schutzhütte wurde damals in alter Blockhüttenart gebaut; man scheute auch nicht, einen Keller (mit den gleichen Steinen, mit denen die Burg Lichtenegg ausgemauert ist) auszumauern, der heute ebenfalls noch erhalten ist.
Die Schutzhütte tat ihre Dienste und entwickelte sich in den folgenden Jahren bestens. Als Revierförster von Krafft 1858 nach Vilshofen versetzt wurde, schrieb man in den Akten, Krafft sei die Errichtung von Forsthütten und der Bau einer Diensthütte auf dem Hohen Bogen zu verdanken, wodurch dieser schöne Waldberg zugänglich gemacht, für die Waldjagd besonders geeignet wurde. In den folgenden Jahren wurde die Hütte an verschiedene Vereine verpachtet, die sich den Hohen Bogen als Ausflugsdomizil erkoren hatten.
Ein interessantes und wichtiges Ereignis ist unter der Jahreszahl 1899 festgehalten. Damals brannte die zweite Holzhütte des Hohen-Bogen-Forstreviers nieder; der nur acht Meter entfernten Schutzhütte aber passierte nichts. Es scheint, als sei dies damals ein kleiner Fingerzeig Gottes gewesen, diese alte Schutzhütte so lange als möglich zu erhalten. Bereits ein Jahr später wurde diese Hütte wieder aufgebaut und wurde als Berghaus betrieben. Es ist das Gasthaus, das auch heute noch auf dem Hohen Bogen bewirtschaftet wird. In der alten Hütte daneben aber blieb es die folgenden Jahre ruhig. Der erste Weltkrieg lähmte das gewohnte Leben und Treiben auf diesem beliebten Ausflugsberg. Erst in der Inflationszeit, als auf dem Burgstall auch ein neues Gipfelkreuz errichtet wurde, gewann der Hohe Bogen wieder an Bedeutung. 1928 kam das Ehepaar Vogt in die neue, große Forstdiensthütte, das dann das kleine Holzhaus an Vereine und sonstige Interessenten verpachtete.
Am 1. November 1949 zog Rolf Schwarz mit seiner Frau Gerda auf der Hohen-Bogen-Hütte ein. Das Ehepaar Schwarz aus dem Riesengebirge hatte die Hütte 1947 entdeckt und sich entschlossen, hier „neu zu beginnen“. Die staatliche Forstverwaltung hatte zu diesem Zeitpunkt bereits die Hütte für den Abbruch vorgemerkt. Rolf Schwarz und seine Gattin aber haben sie gerettet und die Hütte ist heute in einem besseren Zustand als je zuvor. Idealismus und Arbeitseifer waren notwendig, aus der zum Teil bereits verkommenen Holzhütte das heutige schmucke Waldhaus zu machen. Rolf Schwarz, auf der Schneekoppe im Riesengebirge die Arbeit mit Holz und Wald gewohnt, scheute dafür keine Mühe Nach der großen Außenrenovierung (einmal musste er selbst das vom Wind abgetragene Dach wieder decken) folgte im Laufe der Jahre die Ausstattung der Räume mit alten stilechten Möbeln und die Verlegung des elektrischen Lichts. Heute kann man in der Hütte nicht nur Radio hören, sondern sogar telefonieren. Mehrere tausend Mark hat Rolf Schwarz an Material für „seine“ Hütte ausgegeben. Die Arbeitsstunden darf er allerdings nicht berechnen: 4 500 Stunden kann er belegen, die er seit 1949 für Renovierung und Verbesserung aufgebracht hat. Für Rolf Schwarz und seine Gattin Gerda ist die Hohen-Bogen-Hütte zu einem Lebenswerk geworden.
125 Jahre steht jetzt diese Diensthütte. Sie ist zum Wahrzeichen des Hohen Bogen und zu einem beliebten Stück „Heimat“ geworden. Oberforstmeister Saradeth und Kreisheimatpfleger Geiger waren sich einig, dass sie auch weiterhin für die Allgemeinheit erhalten werden müsse. Die Hütte ist letzten Endes das älteste Bauwerk auf dem Hohen Bogen und aus der Landschaft nicht mehr wegzudenken. Rolf Schwarz hat sie für unsere und künftige Generationen gerettet. Wir wünschen, dass er mit „seiner“ Hütte noch recht viele Freude hat!
(hak)
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| v.l.der Leiter des Staatlichen Forstamts Kötzting, Oberforstmeister Saradeth, Rolf Schwarz und der Kreisheimatpfleger Geiger aus Neunburg v. W., |
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| Kerbschnitzerei im Türstock |
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| Ein Überbleibsel aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, Bild von Dachs Alois |
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| hier eine genauere Beschreibung des Vorgangs in der KÖZ |
Der Burschenvorstand 1971:
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lang, lang ists her, die neugewählte Vorstandsmannschaft
von links: Plötz Mich, Krupitschka Peter, Wieser Heinrich, Riedl Dieter, Ludwig Wolfgang, Weixel Guido, Mark Siegfried, Costa |
Die Trophäenschau mit Hubertusball
Ein fröhliches „Waidmanns Heil“ der Kötztinger Jägerschaft!
Die Kreisgruppe Kötzting hatte Grund, für den guten Besuch zu danken / Tombola mit 100 Stück Wild
Bericht von Alois Dachs
Kötzting. Der traditionelle Hubertusball der Kreisgruppe Kötzting im Bayerischen Jagdschutz- und Jägerverband gehört seit Jahren zu den gesellschaftlichen Höhepunkten in Kötzting. Der außergewöhnlich starke Besuch am Samstag in der festlich dekorierten Turn- und Festhalle dokumentierte die Beliebtheit dieser Veranstaltung, deren Clou stets die mit zahlreichen Preisen ausstaffierte Wildtombola ist. Nach dem musikalischen Auftakt durch das Bläserkorps begrüßte der 2. Vorsitzende der Kreisgruppe, Dr. Hans Aschenbrenner aus Haibühl, die knapp 300 Besucher. Die „Dominos“ spielten dann eineinhalb Stunden lang zum Tanz auf, bevor einige Jungjäger und Ballbesucher die Strecke in den Saal brachten. Nach der Verlosung wurde bis zur Sperrstunde eifrig getanzt und man unterhielt sich bestens.
Bereits eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn des Hubertusballes war der Saal auf den letzten Platz besetzt. Das Gros der männlichen Besucher war im Trachtenanzug erschienen, die holde Weiblichkeit präsentierte sich im schmucken Dirndl. Hier gab es keine Standesunterschiede, ob Politiker oder Landwirt, jeder hatte sein Vergnügen, und die Jäger bewiesen bei diesem Anlass echte Kameradschaft. Dr. Hans Aschenbrenner sah auch in seiner Begrüßung von der persönlichen Nennung prominenter Gäste ab. Nachdem die Jagdhornbläser die Begrüßung mit einigen Darbietungen abgeschlossen hatten, traten erstmals die „Dominos“ in Aktion, eine Gruppe junger Musiker, die sich an diesem Abend in die Herzen aller Besucher spielten. Bereits nach den ersten Takten war auf dem Parkett kein Platz mehr frei und das änderte sich auch während des ganzen Abends nicht, die Tanzfreudigkeit kannte keine Grenzen. Nach etwa eineinhalb Stunden wurde aber dann eine größere Pause eingelegt, denn der Höhepunkt des Abends stand bevor. Max Vogl, der „Manager“ der traditionellen Wildtombola, rief die jüngeren Ballbesucher und die Jungjäger auf, vor der Städtischen Turnhalle die Strecke zu übernehmen und in den Saal zu bringen. Das Angebot erwies sich als reichhaltig wie selten, insgesamt 100 Stück Wild wurden verlost. Fünf Rehe, 50 Hasen, ein Fuchs (er diente nur zur Auflockerung und wurde nicht verlost), eine größere Anzahl Fasane und Rebhühner und ein kapitaler Karpfen wurden von den Trägern in den Saal gebracht und dem staunenden Publikum vorgeführt. Nachdem die Träger von ihrer Last erleichtert und das Wild untergebracht war, wurde die Strecke verblasen. Die Signale „Hase tot“, „Rehwild tot“ und „Fuchs tot“ waren kaum verklungen, als Max Vogl und Richard Schmid unter der Assistenz einiger Damen daran gingen, die Nieten unter die Treffer bei der Verlosung zu mischen. Der anschließende Verkauf klappte vorzüglich und während die Musikkapelle bereits wieder zum Tanze aufspielte, wurden die Lose geöffnet. Zu später Stunde konnte dann so mancher einen Hasen oder ein Reh in Empfang nehmen, auch das Angebot an Flugwild wurde ohne Ausnahme vergeben und schließlich fand auch der Karpfen seinen Abnehmer. Bis spät in die Nacht hinein vergnügte sich anschließend jung und alt auf dem blanken Parkett. Die nimmermüden „Dominos“ verstanden es mit ihren Darbietungen, die von Musicalmelodien bis zum neuesten Schlager reichten, die Stimmung von Stunde zu Stunde zu steigern und die Zeit verging wie im Fluge, so dass für die meisten Besucher die Sperrstunde viel zu früh verkündet wurde.

Der Artikel und die Bilder stammen von Alois Dachs, der als Waidmann natürlich die Fakten, Details und Fachausdrücke richtig einsetzen konnte.
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| Ich habe mit von einer KI das obige Bild in Farbe umwandeln lassen und stelle mir gerade vor, was heutzutage ein Ehefrau sagen würde, wenn das Ehepaar - vornehm gekleidet - als Ergebnis des Ballbesuches im Kofferraum solch ein Reh mit nach Hause nehmen könnte/würde. Andererseits waren die Ballbesucher natürlich auch alle "vom Fach" und nicht auf einem Vegetariertreffen. |
Ich würde mich über Rückmeldungen und Hinweise auf Interessengebiete freuen, der Beitrag kann auch gerne geteilt werden.