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Freitag, 14. August 2026

Therese Pritzl - Michael Heigls unerschütterliche Geliebte

 Therese Pritzl

Ich möchte hier gleich vorausschicken, dass ich einige der persönlichen Dokumente, auf denen dieser Beitrag über Therese Pritzl beruht, von Alfred Silberbauer („Gwasch“) aus Rimbach erhalten habe. Er hat insbesondere die Hohenwarther Kirchenbücher intensiv ausgewertet, schon vor Jahren den genauen Geburtsort Michael Heigls ermittelt und mir darüber hinaus eine Fülle weiterer Unterlagen zur Verfügung gestellt. Dafür gebührt ihm mein herzlicher Dank.
Hier zunächst der Link auf die bisher von mir veröffentlichten Beiträge zum Thema Michael Heigl aka der Räuber Heigl.

Nach einem fulminanten Abend auf der Burgruine Runding mit der Band Woidbluad und ihrem Song von der "Roudn Res" hier noch ein kleiner link zum Lied als Einstieg in den Beitrag über die junge Frau.




Hier noch der link auf den Instagrambeitrag mit einem Teil des Liedes von Woidbluad über Therese Pritzl

Der Name „roude Res“ – mir bis heute ein Rätsel

Schon seit Langem beschäftigt mich die Frage, woher die Bezeichnung „roude Res“ eigentlich stammt – und vor allem, wann diese erstmals für Therese Pritzl verwendet wurde. Trotz intensiver Recherchen konnte ich in den zeitgenössischen Quellen keinerlei Hinweis darauf finden, dass die junge Mutter zu ihren Lebzeiten oder auch nur kurz danach unter diesem Beinamen bekannt gewesen wäre.

Deshalb neige ich inzwischen zu der Vermutung, dass dieser „Kampfname“ überhaupt nicht aus der Zeit Michael Heigls stammt. Vieles spricht vielmehr dafür, dass die Bezeichnung erst Anfang des 20. Jahrhunderts – aus welchem Anlass auch immer – aufgekommen ist.
Der erste Hinweis auf diesen Namen, den ich kenne,  stammt aus dem bekannten Räuber Heigl Lied "Der Heigl war kein böser Mann", das dem "Waldbua Franz Schwarz" zugeschrieben wird, bzw. ihn als den Entdecker dieser Moritat bezeichnet.  Dieser war mit seinen Liedern und Gstanzln in den 20er und 30er Jahren in Kötzting und drum herum sehr erfolgreich und sicherlich in der Lage gewesen solch einen Namen auf diesem Wege in den Kötztinger Sprachgebrauch einzuführen und dann auch zu verankern.

Noch in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts war es wohl durchaus noch ein Reflex, nicht auffindbare Gegenstände dem Räuber Heigl zuzuordnen, und sei es nur aus Spaß und Fopperei.
Und so bleibt am Ende nur noch das Lied vom Heigl, der danach nur ein braver Mann gewesen sein soll.
Der Autor war mit hoher Wahrscheinlichkeit der "Waldbua" Franz Schwarz, der gleich bei Kriegsbeginn des Zweiten Weltkriegs in Holland einem Verkehrsunfall zum Opfer gefallen war.

Ein "Beitrag für unsere Feriengäste" in der Kötztinger Zeitung von KB Krämer aus dem Krämerarchiv.
KB Krämer schreibt darin, das Franz Schwarz das Lied in einem Moritatenbüchlein in Grafenwiesen gefunden habe.


Arbeitskreis Heimatforschung: links Franz Schwarz, der Waldbua.
Hier in der Kötztinger Metzstraße. 

 Trotzdem bleibt das Ganze für mich eigentlich ein bis heute ungelöstes Rätsel der Heigl-Überlieferung vor allem vor dem Hintergrund der historischen Personenbeschreibung Therese Pritzls aus den Prozessakten, die so gar nicht auf eine "Roude" passen will.

Fangen wir zunächst an mit der Suche nach ihrer Geburt:

Die beim Strafprozess im Juni 1854 als 22 bis 23 Jahre alte Angeklagte bezeichnete Inwohnerstochter Therese Pritzl aus Gotzendorf müsste demnach um das Jahr 1831 geboren worden sein.
In den Geburtsmatrikeln von Hohenwarth lassen sich im fraglichen Zeitraum gleich 2 Geburten einer Therese Pritzl belegen. Bei einer Geburt heißt der Vater Michael P. und bei der anderen Josef.
Wir kennen aus den Polizeiakten den Vornamen des Vaters - Josef - , daher können wir mit Sicherheit eine der beiden Mädchen ausschließen,

Sammlung Silberbauer: Geburtsmatrikel Hohenwarth 

 handschriftlicher Zusatz: "legitimata per subsequens matrimonium 26ten Februar 1840" also: "durch nachträgliche Verehelichung legitimiert".


Die Taufpatin war Walburga Achatz, eine Inwohnerstochter von Hudlach.

Durch diesen Hinweis auf die spätere Eheschließung der beiden, kann auch dieser Eintrag gefunden werden.

Sammlung Silberbauer: 

Am 23. Februar 1840 heirateten der auf Hausnummer 30 in Gotzendorf wohnende Inwohner Joseph Pritzl, Sohn des Gotzendorfer Inwohners Michael Pritzl und dessen Ehefrau Anna Maria, geborene Spindl aus Unterzettling, sowie die Inwohnerstochter Theresia Herlich aus Arrach. Sie war die unehelich geborene Tochter der Anna Gotz aus Arrach und des Dienstknechts und Soldaten Stephan Herrlich aus Döschernitz.

Als Trauzeugen fungierten Andrä Geiger aus Gotzendorf und Benedikt Armansberger.

Das Haus mit der Hausnummer 30 in Gotzendorf ist der sogenannte "Bergpritzl" und als solcher auch bereits im Jahre 1830 in der ältesten Karte eingetragen.

Detail aus Bayernatlas historisch

Oben links ist übrigens das Laumerhäusl zu erkennen, das bekannte, bis heute erhaltene kleine Haus direkt an der Straße. Dort wohnte nachweislich auch Josef Pritzl, der wegen seiner nachgewiesenen Verwicklungen in Heigls Machenschaften immer wieder auf behördlichen Druck aus dem Haus verwiesen wurde. Das Laumerhäusl (Hausnummer 29½) war ein sogenanntes Inhaus, das zum Bauernhof mit der Hausnummer 29 mitten in Gotzendorf gehörte.



Schaut man in den Grundsteuerkataster so findet sich dort als Besitzer des Hauses ein Josef Geiger.
Der Bauer - eher Söldner, da das Anwesen eher von kleinerer Natur war - Josef Geiger hatte also die Pritzlfamilie als Inwohner bei sich auf dem Hof.

StA Landshut Grundsteuerkataster 8-14-1 Gotzendorf mit Reitenstein und Arndorf

Die Familie Pritzl hatte mehrere Kinder:
1. Therese, geboren am  11.12.1831
2. Katharina, geboren am 27.2.1834  (die Mutter wird als Ehrlich, nicht Herrlich bezeichnet)
3. Barbara, geboren am 11.4.1838 (die Mutter wird als Ehrlich, nicht Herrlich bezeichnet)
4. Franz, geboren 6.2.1841
5. Franzisca, geboren am 18.1.1843
6. Josef, geboren am  16.3.1845  
7. Anna, geboren am 5.1.1847 und
8. Andreas, geboren am 23.12.1849

Schon im Sommer 1843 – die Resl ist damals gerade einmal zwölf Jahre alt – hält sich Michael Heigl, zu dieser Zeit ein 27-jähriger junger Mann, nachweislich zusammen mit seiner damaligen Freundin Anna Maria Gruber beim „Bergpritzl“ auf. Beide können sich einer drohenden Verhaftung nur durch eine schnelle Flucht entziehen.
Daraus lässt sich zumindest schließen, dass die junge Resl den großen und kräftigen Michael bereits seit einigen Jahren gekannt haben dürfte. Ob sie ihn damals heimlich bewunderte, wird sich zwar kaum jemals beweisen lassen, erscheint aber durchaus nicht ausgeschlossen.

Foto Pongratz: der "Bergpritzl"


Wie lange diese „Annäherungsphase“ gedauert hat, wissen wir nicht. Spätestens ab dem Jahr 1847 scheint es jedoch zwischen den beiden „gefunkt“ zu haben. Denn nachweislich beginnt in diesem Jahr die Beziehung zwischen Michael Heigl und der jungen Pritzl-Tochter, wie die polizeilichen Akten eindeutig belegen:


15.3.1847    Brigadier Haas: Heigl ist oft im Laumerhaus, dessen Besitzer Josef Pritzl heißt.
20.4.1847    Im Protokoll des Landrichters Carl von Paur unter Punkt
4:  Das Laumerhäusl zu Gotzendorf, Eigentum das Gemeindevorstehers von dort ist von den gegenwärtigen Bewohnern Resch und Pritzl, als bekannte Diensthehler, der beiden gemeinen Verbrecher augenblicklich zu räumen und in dasselbe Inhaus sind künftig nur Inleute von gutem Leumund mit landgerichtischer Bewilligung einzunehmen.

Foto Pongratz: das "Laumerhäusl"


April 1847: Fund von Gegenständen (Laumerhaus in Gotzendorf) aus dem Raub bei den Schäfferischen Eheleuten in Amesberg, bei Resch Alois >>>> die Vernehmung bestätigte dieses.
1.5.1847: Josef Resch, lediger Inwohnerssohn im Laumerhaus, wird verhaftet
6.5.1847: Eine gewisse Theres Pritzl Inwohnerstochter des schon erwähnten Josef Pritzl wird beschuldigt, mit Heigl öfters zusammenzukommen
Mai 1847: Anzeige, dass die Inwohnerseheleute Resch und Pritzl dem Befehle, das Laumerhaus zu verlassen, nicht gefolgt seien >>>> wurden mit Zwang aus dem Hause entfernt.
Mai 1847:  Die Verhaftung des Josef Pritzl aus dem Laumerhaus und des Georg Pongratz von Kager wird beschlossen.
6.6.1847: Nach Gendarmerieberichten soll die Inwohnerstochter Theres Pritzl von Gotzendorf mit Heigl in Verbindung stehen: Hausdurchsuchung angeordnet: man fand: Seidenzeug, und Geld. >>> verhaftet und vernommen, sie gestand ein Liebesverhältnis mit Michael Heigl und den Empfang dieser Gegenstände durch ihn, insbesondere ein Herzl von Filigran. Wurde sofort verhaftet und die ganze Familie unter Polizeiaufsicht gestellt.
19.6.1847: Auszug aus dem Protokoll des Carl von Paur: Lt. Aktenlage Inwohner Joseph Pritzl von Laumerhäusl bei Gotzendorf war wohl der Hehler und Unterschlupfgeber des Heigl und mehrere Gegenstände und Geld, die der Tochter Theres Pritzl im Himmelreich abgenommen worden waren, hatte ihr, nach ihrem Geständnis, Michael Heigl zur Aufbewahrung übergeben und stammten von dem Raube bei Pirka.

Bereits seit Monatsanfang war die ganze Familie Pritzl in Gotzendorf unter Polizeiaufsicht gestellt worden, und nun diese peinliche Situation:
"13/14 Juli 1847  Anzeige der Gemeinde Gotzendorf, dass Theres Pritzl aus dem elterlichen Hause sich entfernt habe."

Nach der Therese Pritzl wurde nun ebenfalls gefahndet und wenige Tage vorher waren bereits bei der Anna Maria Gruber von Reitenstein "verschiedene Effekten" gefunden worden. A.M. Gruber wurde nun verhaftet und vernommen, doch nach einigen Tagen wieder auf freien Fuß gesetzt. 
MH hielt wohl zu der Zeit noch Kontakt zu beiden Frauen; auf seine Flucht nahm er aber wohl nur die junge Therese Pritzl mit; A.M. Gruber hatte ja auch noch Kinder zu versorgen.
Mit dieser Nachricht, dass Therese Pritzl von Zuhause verschwunden sei, enden zunächst die Nachrichten im Gendarmerie-Report im Juli des Jahres 1847. 
Es kehrt Ruhe ein im Landgericht Kötzting , bis zum nächsten  - vermuteten - Auftauchen Heigls im Sommer des drauffolgenden Jahres.

 

Einschub:
Die Kinder Michael Heigls

Die "gesicherten" Kinder des Michael Heigl mit Anna Maria Gruber und Therese Pritzl:
"Auszüge aus dem Taufregister (PfA Bad Kötzting, Mikrofiche)

MF 697/98:

Heigl Michael, illeg., geb. 16.11.1836 (Taufmatrikel S. 84)
    Vater: Michael Heigl, Inwohnerssohn, Beckendorf (d. Z. in der Fronfeste zu Kötzting)
    Mutter: Anna Maria Gruber, eine uneheliche Einwohnerstochter, Reitenstein

Heigl Christoph, illeg., geb. 3.5.1839 (S. 110)
    Vater: Michael Heigl, Inwohnerssohn, d. Z. in Reitenstein
    Mutter: Anna Maria Gruber, eine uneheliche Einwohnerstochter, wieder unehl.
        Einwohnerstochter, von Reitenstein – 2. Mal

Heigl Theres, illeg., geb. 20.11.1840 (S. 130)
    Vater: Michael Heigl, Inwohnerssohn, d. Z. in Reitenstein
    Mutter: Anna Maria Gruber, eine uneheliche Einwohnerstochter, wieder unehl.
        Einwohnerstochter (Abdeckerstochter), von Reitenstein – zum 3. Mal

Heigl Georg, illeg., geb. 15.1.1842 (S. 149)
    Vater: Michael Heigl, Inwohnerssohn, d. Z. in Reitenstein
    Mutter: Anna Maria Gruber, eine uneheliche Einwohnerstochter, wieder unehl.
        Inwohners (Abdecker) Tochter – zum 4. Male

MF 714:

Heigl Georg, illeg., geb. 5.1.1853 (S. 39)
    Vater: Inwohnerssohn, Beckendorf
    Mutter: Theres Pritzl, Einwohnerstochter, Gotzendorf

Therese Pritzl scheint jedoch schon Jahre zuvor Kinder auf die Welt gebracht zu haben, auch wenn sich dies in den Pfarrmatrikeln nur "in Klammern" nachweisen lässt.
Im März 1849 wird in der Pfarrei Rimbach ein Findelkind getauft, bei dem eine Zusatz (Heigl?) schon mal den Verdacht in eine Richtung lenkt.

Sammlung Silberbauer:  Pfarrmatrikel Rimbach

"Franziska * 17. März 1849

Dieses Kind ist Nachts 7 Uhr  13. März bei Franz Stoiber mit einer tiefen Wunde am Kopf heimlich gelegt worden in HUndzell
Der wirkliche Vater und die wirkliche Mutter fehlern
(Heigl?)

Gut ein Jahr später - am 18. April 1850 - ist in der Pfarrei Rimbach erneut eine Geburt eines Findelkindes vermerkt, und auch hier trägt der Pfarrer - oder ein nachträglicher Schreiber - bereits seine Vermutung, dass Michael Heigl der Vater sein müsste/könnte dem Eintrag hinzu.
Sammlung Silberbauer: Pfarrmatrikel Rimbach 

 Kind; Carolina, illeg
unbekannt der Vater: handschriftlicher Zusatz: Heigl - Räuber - Kaitersberg
Mutter: Therese Pritzl

Inwohnerstochter Gotzendorf
24.4.1850
Patin: Theres Schmatz, Inwohnerin von Gotzendorf
wurde in der Nacht v. 23. und 24. April im Hause Nr. 27 zu Gotzendorf eingelegt und war etwa bis zur Taufe 5 bis 6 Tag alt.
Einschub Ende

Im Mai 1850 begann dann – nach zwei Jahren relativer Ruhe im Landgerichtsbezirk – erneut die Suche nach Michael Heigl und Therese Pritzl. Dieses Wiederauftauchen des Paares fügt sich zeitlich gut zu dem im März desselben Jahres dokumentierten Findelkind. Zwar lässt sich ein unmittelbarer Zusammenhang nicht belegen, doch spricht die Chronologie durchaus dafür, dass Therese Pritzl für ihre Niederkunft – und die spätere Aussetzung des Kindes – bewusst ihre heimatliche Umgebung aufsuchte.

Therese Pritzl taucht dann erst wieder im September 1851 in den Akten auf, als das Paar mit einer Gendarmenpatrouille zusammenstieß, die für Heigl mit einer Verwundung am Arm endete, so dass er sein Gewehr verlor, welches ihm aber seine Therese retten konnte.
Im Protokoll des Zusammentreffens ist auch TP erwähnt:

Seitlich am Rande ist auch die Beteiligung der Therese Pritzl erwähnt:

"Die Geliebte des Heigl entkam mit dessen Gewehr, das er, an den Armen verwundet, fallen ließ"


 Trotz seiner Liaison mit Therese Pritzl scheint MH seine frühere Freundin und die Mutter einiger seiner Kinder, Anna Maria Gruber, nicht ganz aus den Augen lassen zu wollen, denn am 4. September 1852 stattete er ihr einen besonderen Besuch ab, der nicht ohne Folgen geblieben war, sowohl bei Frau Gruber als auch in seinem eigenen Strafregister.

7.9.1852 Körperverletzung zum Schaden der Anna Maria Gruber seiner früheren Concubine am 7. September 1852
Unter Eid vernommen benennt sie als Thaeter den Michael Heigl, der ihr aus Rache diese Mißhandlung zugefügt habe.  Arbeitsunfähigkeit 16 Tage
Beruht auf Vernehmung des Heigl.

Es hat aber den Anschein, als ob MH seine Resl immer wieder auch bei ihren Eltern im Hause Bergpritzl abgeliefert hat, denn im 26. Oktober 1852 heißt es:

 26. Oktbr 1852: Durch Gendarmerierapport v. 26. Okt wurde der Häusler Pritzl v. Rosenau, der Bruder Wolfgang Heigl, der Häusler Pritzl, beim Bergpritzl genannt, der Häusler Paul Pritzl, beim Pritzl Pauli genannt, der Bierwirth Joseph Hastreiter zu Kötzting, Theres Pritzl led. v. Gotzendorf, der Verbindung mit Heigl angeschuldigt.
Aufgrund der daraufhin eingeleiteten Strafmaßnahmen und der Ausschreibung Therese Pritzls liegt die Vermutung nahe, dass sie sich – zu diesem Zeitpunkt bereits wieder hochschwanger – unmittelbar nach der Hausdurchsuchung und der damit verbundenen Gefahr einer Gefängnisstrafe wieder zu Michael Heigl begeben hat. Vieles spricht dafür, dass das Paar von da an nahezu ununterbrochen zusammenblieb – bis zu seinem bitteren Ende.

Am 12. Dezember 1852 ereignete sich in Pirka der verhängnisvolle Zusammenstoß zwischen Michael Heigl und dem Brigadier Sommer, den dieser nur schwer verletzt überlebte. Die anschließenden Ermittlungen brachten ans Licht, dass sich auch Therese Pritzl am Tatort befunden hatte. Für den Kötztinger Landrichter Carl von Paur war dies Anlass, die junge Frau künftig nicht mehr lediglich als Begleiterin Heigls zu betrachten. In seinem mehrere Punkte umfassenden Programm zur Verbesserung der Sicherheitslage im Landgerichtsbezirk widmete er ihr daher einen eigenen Abschnitt:

"2. Über die Theresa Pritzl von Gotzendorf: .... so wurden alle ergriffenen Verfolgungsmaßregeln auch auf diese Person derselben in der umfassendsten Weise ausgedehnt, wie eine hohe Kreisstelle aus dem Berichte des zur Organisierung der Streifen dahier längere Zeit anwesenden Gendarmerieleutnants Fürst von Deggendorf mittlerweile gnädigst entnommen haben wird. Ihrer speziell in den bisherigen Berichten zu erwähnen, hielt man nicht für nötig, da sie bisher für minder gefährlich gehalten wurde, und sie erst bei der jüngsten stattgefundenen Verletzung des Brigadier Sommer von Viechtach ihre Verwegenheit und hohe Gefährlichkeit an den Tag gelegt hat.

 Nachdem die Aussetzung des 6 Tage alten Säuglings am 11.1.1853 (errechneter Geburtstermin war dann der 5.1.1853) passierte, war Therese Pritzl bei der Schießerei in Pirka im Dachgeschoss des Bauernhauses wohl bereits im 9. Monat schwanger gewesen.

Aus den Akten ergibt sich ein interessantes Detail über die sechs Tage zwischen der Geburt des Kindes am 5. Januar 1853 und seiner Aussetzung am 11. Januar 1853. Die Kötztinger Gendarmen hatten sich wegen ihrer erfolglosen Jagd auf Michael Heigl den Spott der Bevölkerung gefallen lassen müssen. Als einige von ihnen daraufhin ihren Unmut in Übergriffen entluden, leitete die Behörde eine Untersuchung ein. Im Zuge dieser Ermittlungen wurde eine Zeugenaussage protokolliert, die überraschende Einblicke in die dramatischen Geschehnisse jener Januartage gewährt, kurz vor und nach der Entbindung
.
"Generalia: 34 Jahre alt, Schachtelmacher aus Ansdorf, welcher vereidigt wird.

Ich kam am fraglichen Sonntag 9ten Jänner nachts von Neukirchen nach Hause nach Hohenwarth und erfuhr von meinem Weibe, daß sich die Theres Pritzl bei ihren Eltern im Zuhaus beim Hauserbauern Pöschl in Gotzendorf aufhalte und daß sie der Heigl dort abholen werde. Ich habe mich entschlossen noch abends den 2 Gehstunden weiten Weg hierher zu nehmen, bekam dann auf meine Anzeige vom Landgericht sogleich Gendarmen mit und ging mit diesen und mit dem Marktdiener, im Ganzen 9 Mann, nach Gotzendorf; ich habe den Brigadier genau instruiert, allein statt nach meiner Weisung beim Zuhäusl anzufangen, haben sie zuerst beim Bauer Pöschl selbst visitiert und die ganze Sache war dann fruchtlos. Nach den späteren Zugeständnissen meiner Schwiegermutter war Heigl damals wirklich gekommen und mit der Pritzl entwichen, während die Gendarmerie ungeschickter weis vorn beim Bauern umherwirtschaftete.
Ich muß noch beifügen, daß mir meine Schwiegermutter Theres Ruprecht, Inwohnerin von Gotzendorf erzählte, daß die Pritzl mit dem Heigl schon an Hl Dreikönigtage zu ihr kam und ins Häusel hinein wollte, um wiederzukommen, weil ihre Geburtswehen schon begannen, daß sie aber die Pritzl nicht hineingelassen hätte."







Therese Pritzl ist wieder Zuhause.

Ganz besonders interessant ist eine Meldung in dieser Polizeistatistik - undatiert, aber nach einem Eintrag vom 17.2. - noch unter "Februar" - eingeschrieben - über Therese Pritzl.


"Um diese Zeit wurde Theres Pritzl, Hüterstochter von Gotzendorf /:Gem. v.d.:/ der Verbindung mit Heigl dringend verdächtig, arretiert, vorgeführt.
Wurde vernommen, detiniert, ihre Einweisung ins Arbeitshaus beschlossen, die aber nicht beschäftigt werden kann, da sie mittlerweile erkrankte.   
Akte bei der k. Regierung"

Therese Pritzl war also offensichtlich nach ihrer Niederkunft wieder nach Hause heimgegangen oder gebracht worden; das Baby hatte Michael Heigl dann beim Weidenhofbauer ausgesetzt.
Bei der damalig noch sehr schlechten (Nach-) Behandlung von Müttern nach der Geburt, die in ihrem Falle ja ihr Kind auch noch auf der Flucht zur Welt zu bringen hatte, war es kein Wunder, dass sie anschließend noch für lange Zeit als "arbeitsunfähig" krank eingestuft wurde.

Michael Heigl  und Therese Pritzl werden gefasst


Am 17.Juni 1853 ist es vorbei mit der großen Freiheit, Michael Heigl und Therese Pritzl werden bei einem heimlichen Flussübergang gesehen und dann beginnt die letzte große Jagd auf den Heigl. 

Mit dem folgenden Telegramm - es wird rest am 19.6. weitergeleitet -  wird München über den Aufgriff informiert. Es dauerte also ganze zwei Tage, bis die Nachricht von der Verhaftung Heigls von Kötzting bis an die höchste Stelle in München gelangt war.



Tele. Dep. dz Landshut den 19/6 7 Uhr 30 M vorm.
                      München den 19/6 7 Uhr 40 M

Hpt. Frays beehrt sich mitzutheilen
daß Heigel in Ktz arret. wurde

Note ad acta
/: wurde die telegr. Dep. mittelst Remisse

dem k. St, Mst. d. I. vorgelegt :/


Brigadier Suffas Bericht ist in dieser Hinsicht sehr nüchtern und so berichtet er ganz knapp aus der Station Hohenwarth:

17.6.1853 Gendarmeriebrigade Kötzting in Hohenwarth an das kgl Corps Commando

Kötzting den 17ten Juni 1853
Die Arretierung des flüchtigen Verbrechers Michl Heigl und dessen Zuhälterin Theres Pritzl von Gotzendorf betreffend:

Der Unterzeichnete   meldet gehorsamst das derselbe unterm heutigen früh beim Anbruch des Tages mittels Beiziehung der Bewohner der Umgegend eine große Streife auf den Kaitersberg vornahm, wobei er den flüchtigen Verbrecher Michl Heigl von Beckendorf, und dessen Zuhälterin Theres Pritzl von Gotzendorf, beide Landgerichts Kötzting, in der Nähe von Hudlach in der Kaitersberger Waldung arretiert und dem kgl Landgerichte Kötzting nach kräftiger Gegenwehr mit einem Doppelstutzen einer Pistoln nebst mehreren Schussapparaten eingeliefert worden.

Bevor es nun in dieser Dokumentation mit dem Schwurgerichtsprozess in Straubing weitergehen kann, stellt sich für mich abschließend die Frage: wo bei diesem ganzen Aufgriff ist eigentlich die Therese Pritzl abgeblieben?

Nur noch kurz zur Rückschau:

Die beiden wurden an Mitternacht gesehen, wie sie den Regen überquerten, in Hohenwarth angezeigt und danach begann die große Einkesselungsjagd, und bei all den Schilderungen - von der ersten Sichtung am Grat des Kaitersberg, seiner Flucht und dem endgültigen Zusammenstoß ist immer nur von Michael Heigl die Rede. 
Erst bei der Ablieferung der Gefangenen - nachmittags um 3 Uhr nach der einen und Ende Vormittag nach der anderen Version - ist Therese Pritzl wieder erwähnt.
Zwischen dem Überschreiten des Regens und dem Aufgriff um 7.30 morgens ist genügend Zeit, so dass Michl Heigl u.U. seine Freundin bei den Eltern in Gotzendorf vorbeigebracht haben könnte, bevor er dann alleine auf den Kaitersberggipfel zusteuerte.
Die Frage wäre halt, ob sie ihrem Michl, als Mühlbauer verletzt und außer Gefecht gesetzt am Boden lag, im Kampfe gegen den Hund und den Bauern Vogl nicht zur Seite gestanden hätte, wäre sie vor Ort gewesen.

Im nächsten Teil geht es um alles, was mit dem Prozess zusammenhängt

Im Rahmen der Prozessberichterstattung findet sich auch ein umfangreicher Beitrag eines Rechtsanwaltes Steinles, der in der "Allgemeinen Schwurgerichtszeitung" auch die Vorgeschichte des Falles beleuchtet und dieser nennt auch Details über die Gefangennahme der Therese Pritzl:

"Nach der - bekannten - Schilderung der Gefangennahme Heigls, berichtet Steinle - anders als der Kötztinger Gendarm Suffa in seinem Bericht - auch von er Gefangennahme der Therese Pritzls:

"Auch seine Zuhälterin Therese Pritzl, die jedoch ohne Jemand zu treffen, eine Pistole auf ihre Verfolger abgefeuert hatte, wurde mit ihm gefangen. Die Gefangenen wurden in die Fronfeste nach Straubing gebracht, um dort vor das niederbayerische Schwurgericht gestellt zu werden."
Diese Darstellung des Ablaufes ist definitiv falsch, denn die Fronfeste Straubing war damals hoffnungslos überfüllt und deren Leitung weigerte sich kategorisch, MH überstellt zu bekommen, was Carl von Paur in Kötzting in der Folge sicherlich viele schlaflose Nächte bereitetet hatte.

Und von Steinle haben wir auch eine Personenbeschreibung der Therese Pritzl:
Von dieser bis hin zu den Eigenschaften, die man der "Rout´n Res" mittlerweile angedichtet hat, ist jedenfalls ein sehr, sehr weiter Weg.

Staatsanwalt Steinle in seinem Prozessbericht
 
Therese Pritzl, 22 bis 23 Jahre alt und seit ihrem 15. Jahr die Geliebte des Heigl, ist von kleinem gedrungenen Wuchs und voller Büste, hat dunkle feurige Augen, braune Haare und ein angenehmes Äußere. Sie kannte keinen anderen Willen als den ihres Geliebten, dem sie mit aufopfernder Zärtlichkeit ergeben ist. .....

Auch in der, den Prozess begleitenden, Landshuter Zeitung steht eine kleine Beschreibung der TP:
 Hier die Einschätzung der Landshuter Zeitung zum Auftreten der Therese Pritzl.

Beilage zu Nro. 145 der Landshuter Zeitung



Die Verteidigung der Therese Pritzl:

Landshuter Zeitung

""Es sey wohl richtig, dass die Pritzl mit der größten Liebe an Heigl hing, dass sie zärtlich für ihn sorgte, als er bei seiner Habhaftmachung verschiedene Verletzungen erhalten hatte, allein daraus folge noch nicht, dass sie, gleich ihm, wenn er ja solche Absicht hatte, den Tod der Gendarmen gewollt hätte. Auch Heigl wollte nur schrecken, und deshalb können die Pritzl nur als Begünstigerin zum Verbrechen der Körperverletzung II. Grades betrachtet werden."

Therese Pritzl wurde in diesem ersten Prozess zunächst 10 Monaten Gefängnis verurteilt.
Bei der Überprüfung dieses Prozesses nach einer Nichtigkeitsklage wurde die Strafe verkürzt.
Therese Pritzls wurde nun zu "siebenmonatlicher in einer Strafanstalt zu erstehenden Gefängnsistrafe" verurteilt und selbst dies Strafe versuchten ihre Verteidiger noch zu reduzieren und  noch ihre Zeit in der Untersuchungshaft auf diese Frist angerechnet zu bekommen.
Wie auch immer, wir können davon ausgehen, dass Therese Pritzl sicherlich sehr schnell wieder in ihrem gewohnten Umfeld zuhause in Gotzendorf angekommen ist.

Maximilian Schmidt, genannt Waldtschmidt, schreibt in seinem Roman(!) Brigitta oder der Räuber vom Kaitersberg über Therese Pritzl:
"Therese P. befindet sich, nachdem sie einige Monate Strafarbeitsbaus erstanden, wieder in ihrer Heimat Hohenwarth und hat sich mit ihren zwei noch lebenden Kindern einen guten, das üble Andenken Heigls mildernden Ruf erworben."

Am Ende dieses Berichtes über Therese Pritzl nun noch ein Blick nach vorne:

Die oben bereits als Findelkind angeführte und am 24.4.1850 getaufte Carolina Pritzl (formal war der Vater unbekannt) heiratete am 26.7.1894 den Witwer Josef Resch
Carolina Pritzl wohnte/lebte damals als Inwohnerin im Haus Nummer 27 (früher Gasthof Reimer) in Gotzendorf und die Resch besaßen in Gotzendorf die Häuser mit den Nummern 23 und 24. 
Ob es aus dieser Ehe Nachklommen gibt, ist nicht bekannt, allerdings hatte der Ehemann Nachkommen aus dessen erster Ehe.



Räuber Heigl

 🗺️ Kleines Suchspiel zum Schluss:

Viele Geschichten aus Kötzting lassen sich nicht nur lesen, sondern auch direkt im Stadtplan entdecken.
Die Interaktive Karte Kötzting führt über ihre Marker unmittelbar zu den passenden Blogbeiträgen – Geschichte zum Anklicken.

Räuber Heigl Räuber Heigl   Die weiteren Beiträge über Michael Heigl und die grafische Auflistung seiner "Tatorte" kann man in der interaktiven Karte unter der Markergruppe Räuber Heigl finden.

Viel Freude beim Entdecken!

🗺️ Interaktive Karte Kötzting öffnen



Sonntag, 19. Juli 2026

Michael Heigls Revisionsprozess und seine Begnadigung

 Der Heiglsche Prozess geht in die Revision 
Teil 18 meiner "Heigl"_Dokumentation


Zuerst jedoch ein Hinweis auf die Teile der Dokumentation, die bereits veröffentlicht sind:

Der Räuber Heigl



StA Landshut LGäO Kötzting Nr. 751

Beim „Heigl“ ist es ein wenig wie bei den Archivalien über den Kötztinger Pfingstritt. Viele vor mir haben schon in den Archiven nach Dokumenten gesucht, und auch ich bin immer wieder bei denselben Signaturen und Materialien gelandet. Und trotzdem gibt es manchmal an überraschender Stelle zusätzliche – wenn auch nicht gänzlich neue – Archivalien, wie auch in diesem Fall.
In Landshut gibt es in der Abteilung "Landgericht älterer Ordnung Kötzting" einen Akt mit dem Betreff: Entscheidungen und Urteile aus der zum Einstampfe gelangten älteren Strafakten.
Dies bedeutet, dass eine mir unbekannte Person – ich weiß deren Arbeitseifer durchaus zu schätzen – einiges an Heigl-Akten vor der Vernichtung (= Einstampfen) gerettet hat, indem deren Inhalte sauber abgeschrieben wurden bzw.  in dem dieser relevante Dokumente zu den Inhalten vorher ausgesondert hat.
In diesem neuen Akt finden sich nicht nur Abschriften des "Heiglfalles" sondern auch Kriminalstrafsachen von "Räuberbanden", die nicht diesen "Kampfnamen" wie Michael Heigl erhalten haben.

1853: Josef Mühlbauer aus Schmelz, Georg Linsmeier aus Schmelz, Anna Liebl aus Schmelz und Franz Schober aus Kolmstein wurden zur Kettenstrafe verurteilt wegen Überfällen und Diebstählen in Himmelreich und Warzenried
1853: Georg Fechter, Dienstknecht aus Gotzendorf, wird zur Todesstrafe verurteilt für den Mord an der Bäurin Anna Maria Mühlbauer von Hinterhudlach.

Todesurteil für Georg Stoiber. Für diesen Mord war kurzzeitig auch Michael Heigl in Verdacht gekommen. 
Anders als später bei Michael Heigl wird die ausgesprochene Todesstrafe nicht auf dem Gnadenwege abgemildert.
Staats=Ministerium der Justiz
Seine Majestät der König haben vermög allerhöchsten Signats de Dato Neapel den 8. Mai 1853 ausgesprochen, daß allerhöchst dieselben keine zureichenden Gründe gefunden haben, die dem Georg Fechter zuerkannte Todesstrafe aus Gnade zu mildern."

Danach kommen bereits die "Heiglakten" und hier ist bemerkenswert, dass beim Heigl - ja immer nur als Inwohnerssohn von Beckendorf bezeichnet - hier plötzlich steht: 

  1. Michael Heigl, 36 Jahre alt, zu Stamsried, Ldg Kötzting (das war sicherlich ein Lesefehler und anschließend eine falsche Ortsangabe des damaligen Schreibers, eigentlich war es Ramsried (Pfarrei Rimbach). Das ist eine kleine Sensation, denn bis vor wenigen Jahren war der korrekte Geburtsort des Michael Heigl unbekannt und in Beckendorf (Pfarrei Kötzting) nicht auffindbar.

"geboren und zu Beckendorf genannten Gerichts wohnhaft, ledigen Inwohnerssohn von dort ...."

Dieser kleine Zusatz hätte uns vieles an Sucharbeit erspart – ODER aber wegen des Lese- bzw. Schreibfehlers „Stamsried“ viele Generationen von Heigl-Forschern auf eine vollkommen falsche Fährte gelockt.

Heigl versucht sein Urteil anzufechten, sein Antrag wird aber verworfen:

"Im Namen seiner Majestät des Königs von Bayern
erkennt der oberste Gerichtshof des Königsreichs in Sachen des Michael Heigl, ledigen Inwohnerssohns (sic) von Beckendorf, k. Landgerichts Kötzting, und Genossen wegen Raubes und Diebstahles etc. zu Recht:
1. Dass weder in dem gegen Michael Heigl durchgeführten Strafverfahren, noch in dem gegen ihn erlassenen Strafurtheile, ein Nuchtigkeitsgrund vorliege, weshalb die von demselben gegen das Urtheil des Schwurgerichtshofes von Niederbayern vom 27. Juli l. Jahres eingewendete Nichtigkeitsbeschwerde verworfen wird.
"

Auch die Gründe für die Ablehnung wurden angeführt:


"Durch Erkenntnis des Schwurgerichtshofes von Niederbayern vom 27. Juni l. J wurden

1. Michael Heigl, lediger Inwohnerssohn von Beckendorf, wegen dreier Verbrechen des Raubes IV Grades, nämlich an den Sauterschen Eheleuten zu Irlmühle /:begangen im Komplotte in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1852:/, dann im Hause des Bauern Joseph Dachs zu UNterfreudeneck /: 3. Juni 1849:/ und an den Greilschen Eheleuten nächst Pirka /:Begangen am 23. auf den 24. April 1847 im Komplotte :/ in Concurrenz mit dem Verbrechen des Raubes III. Grades an Barbara Winter /: 29. August 1852:/. dem Verbrechen der Körperverletzuing III. Grades an dem Gendarmerie=Brigadier Sommer /: 12. Dezember 1852:/ und dem Verbrechen der Körperverletzung I. Grades an dem Bauern Josef Mühlbauer /:17. Juni 1853:/ ferner von zwei Verbrechen des ausgezeichneten Diebstahls, welche schon der Summe des Entwendeten nach Verbrechen sind, endlich eines erschwerten Diebstahlsvergehens - zur Todesstrafe ...... verurteilt."

Im September desselben Jahres - 14.9.1854 - wurde die Todesstrafe Michael Heigls dann auf dem Gnadenwege in eine lebenslange Kettenstrafe umgewandelt.


praes 14. Sept. 1854

Maximilian II

von Gottes Gnaden Koenig von Bayern
Pfalzgraf bey Rhein
Herzog von bayer, Franken und Schwaben ect.


WIR haben UNS allergnädigst bewogen gefunden, die dem Michael Heigl, ledigen Inwohnerssohn von Beckendorf, durch rechtskräftiges Urtheil des Schwurgerichtshofes von Niederbayern vom 27ten Juni dieses Jahres wegen dreier Vergehen des Raubes VIten Grades im Zusammenschluss mit dem Verbrechen des Raubes IIIten Grades, dem Verbrechen der Körperverletzung IIIten Grades, dem Verbrechen der Körperverletzung Iten Grades, zwei Verbrechen des ausgezeichneten Diebstahles und dem Vergehen des Diebstahles zuerkannte Todesstrafe in Kettenstrafe zu mildern.
Demgemäß ist das Weitere zu verfügen. Die mit Bericht vom 22ten praesentiert 24ten Julius vorgelegten Aktenstücke und Akten folgen zurück
Berchtesgaden den 12. September 1854 

Max

Die anderen Urteile:


Therese Pritzls wurde nun zu "siebenmonatlicher in einer Strafanstalt zu erstehenden Gefängnsistrafe" und 
Anna Maria Gruber zu einer " Arbeitshausstrafe auf die Dauer von 6 Jahren" verurteilt.

Der Vollständigkeit halber nun noch die Strafen für die beiden anderen Angeklagten, bzw. dem Zeugen Zitzelsberger, der jedoch noch während der Verhandlung gleich in Haft genommen wurde.
Bei Therese Pritzl versuchten deren Verteidigern noch ihre Zeit in der Untersuchungshaft auf diese Frist angerechnet zu bekommen, so dass die , später als "Roude Res" bezeichnete, Therese Pritzl sicherlich sehr schnell wieder in ihrem gewohnten Umfeld zuhause angekommen war.

Genau diese Endphase kann man auch in Maximilian Schmidts, genannt Waldschmidt, Bericht über Michael Heigl nachlesen, wobei dieser für das Salzburger Volksblatt im Jahre 1882 aus seinem  Roman "Brigitta" eine Fortsetzungsgeschichte geschrieben hatte. 
Darin wird über sein Ende berichtet:

" Bei der Schwurgerichtsverhandlung (wo ihm der mittlerweile in Crim. Effekten depositorio aufbewahrt gewesene Hut wieder verabfolgt wurde, den er vor 11 Jahren bei seinem Entweichen aus der Kötztinger Frohnfeste zurückgelassen hatte) wurde er, wie nicht anders zu erwarten, zum Tod verurteilt. Durch die Huld des Königs zur Kettenstrafe begnadigt, ward er in das Strafarbeitshaus Au abgeliefert. Hier brachte er es durch sein Wohlverhalten und seine Ordnungsliebe zur Stelle eines Aufpassers, zog sich aber dadurch den Hass seiner Mitgefangenen zu und wurde im Januar 1857 von einem Leidensgenossen mit der an der Kette befindlichen, eisernen Kugel erschlagen. 
Wie gelebt, so gestorben!

Therese P. befindet sich, nachdem sie einige Monate Strafarbeitsbaus erstanden, wieder in ihrer Heimat Hohenwarth und hat sich mit ihren zwei noch lebenden Kindern einen guten, das üble Andenken Heigls mildernden Ruf erworben.



Und so endete Michel Heigls Schicksal in einem Zuchthaus in München, wo er Jahre später dann von einem Mithäftling meuchlings ermordet wurde.
Doch das ist dann ein weiterer Beitrag der "Heigldokumentation"

In dem Akt sind auch noch weitere Strafverfahren aufgeführt:
So zB die Verfahren gegen
1856: Xaver Achatz von Seehäusel Raub beim Sommerauer Bauern Johann Frisch
1857: Michael Bauer aus Zandt und Michael Zilk aus Chameregg wegen Diebstahls bei Michael Zollner von Zandt.
Theresia Dachs Wagnerstochter von Kaikenried wg Meineid zu 5 Jahren Gefängnis
1858: Barbara Baumann aus Warzenried beim Wirt Josef Kauer und beim Bauern Georg Brunner beide aus Kammern.
1860 Michael Meidinger aus Grüben wegen Mord an seinem unehelichen Sohn Alois Fischer aus Lemming, und der Körperverletzung an Anna Freimuth, Theres Fischer und deren weiteren unehelichen Sohn Josef Wagner. (Auch diese Todesstrafe wurde vom König in Kettenstrafe abgewandelt)



zum Schluss dieses Beitrags nun noch ein paar Beispiele von Veröffentlichungen über Michael Heigl, auf die ich bei meiner Recherche über diesen an unterschiedlichen Stellen gefunden habe.

Im Staatsarchiv in Landshut befindet sich eine kleine Privatsammlung aus dem Nachlass des Rimbacher Pfarrers Kiendl, die sogar eine eigene Signatur erhalten hat:
StA Landshut Rep 191-Kiendl Nr. 93 Räuber Heigl

StA Landshut Rep 191-Kiendl Nr. 93 Räuber Heigl


Natürlich habe ich den gleich ausgehoben, fand aber darin aber nur eine sehr schön geschriebene Abschrift des Rederschen Beitrags aus dem Jahre 1861.
Trotzdem finde ich es wert, diesen nun anzuführen, weil Reder das Leben des Michael Heigl sehr schön zusammenfasst und die - in den anderen Veröffentlichungen manchmal so gerne benutzten  - Hinzufügungen vermeidet.

StA Landshut Rep 191-Kiendl Nr. 93 Räuber Heigl

 

Lebensgeschichte 
des Räubers Heigl

(aus Heinrich Reder´s "der Bayerwald", Pustet 1861, Seite 193 ff)

 
Weiter geht es mit einem Beispiel aus  der Sammlung unseres Arbeitskreises aus der Mappe "Linke und Döring" und darin findet sich ein Mehrteiler Oskar Dörings über den Räuber Heigl, vermutlich war dies die Grundlage für sein später herausgegebenes Taschenbuch.
So bezeichnete Oskar Döring seine – wohl die bis heute am weitesten verbreitete Veröffentlichung über den Räuber Heigl – selbst als einen „Räuberroman und Tatsachenbericht“. Was er jedoch nicht ahnen konnte, war, dass viele seiner Leser die Schilderungen weit stärker als Tatsachenbericht denn als Roman auffassen würden.

AKH Sammlung "Linke und Döring" LOGO der mehrteiligen Arbeit von Oskar Döring 

 
Hier veröffentlichte Maximilian Schmidt seinen Roman Brigitta über Michael Heigl aufgeteilt in mehr als 30 Fortsetzungen.

In Waldschmidts "Brigitta und der Räuber vom Kaitersberg" - bei der Michael Heigl eine weitere große Liebe zu einer Brigitta angedichtet wird -  wird auch die bekannte Episode breit ausgestaltet, bei der der junge Michael Heigl sich der Einweisung ins Arbeitshaus entziehen konnte.
"Wegen mangelnden Beweises wurde die Untersuchung eingestellt, aber seine Ablieferung in ein Zwangsarbeitshaus auf die Dauer von zwei Jahren verfügt.
Bei der Publikation dieses Urtheils im Verhörzimmer der Frohnfeste zu Kötzting durch den Landgerichts-Assessor F., wobei dem Heigl auch noch zur Abschiede „Fünfundzwanzig“ aufgemessen werden sollten, ereignete sich jene possierliche, alberkannte Scene mit dem Hute. Während nämlich der Beamte mit dem Diktiren des Protokolles beschäftigt war, entfernte sich Heigl an dem Verhörzimmer, sprang eilig die Treppe hinunter in das untere Hausfletz, zog den Hausflur-Riegel, welcher ihm durch seinen früheren Aufenthalt in der Frohnfeste wohl bekannt war, zurück und suchte das Weite. Als er auf der Straße um das Hauseck bog, sah ihn der mit dem Protokoll beschäftigte Schreiber und rief Bestürzung:
„He! Herr Assessor, dort läuft uns ja der Heigl davon!“
Der Assessor, entrüstet, dass ihn sein Aktuarius so in Schrecken versetzte, donnerte demselben zu:
„Halt'n's d' Maul und schreib' s' no' a so! Wo kann er denn hinlaufen? — er hat ja sein' Hut noch da!


Von Maxililian Schmidt, der in seiner Schulzeit Michael Heigl ja sogar persönlich begegnet gewesen war, erfahren wir auch noch eine Personenbeschreibung des Heigl:
Dieser soll - damals 26 jährig -  6 Fuß groß und von untersetztem und muskulösem Körperbau gewesen sein. 
Weiter schreibt er: "Unter einer hohen gewölbten Stirne und nicht starken Augenbrauen blizt ein blaues, lebhaftes Auge hervor. Seine Nase war etwas gebogen; der Mund ziemlich groß, aber wohlgeformt"
 



Räuber Heigl

 🗺️ Kleines Suchspiel zum Schluss:

Viele Geschichten aus Kötzting lassen sich nicht nur lesen, sondern auch direkt im Stadtplan entdecken.
Die Interaktive Karte Kötzting führt über ihre Marker unmittelbar zu den passenden Blogbeiträgen – Geschichte zum Anklicken.

Räuber Heigl Räuber Heigl   Die weiteren Beiträge über Michael Heigl und die grafische Auflistung seiner "Tatorte" kann man in der interaktiven Karte unter der Markergruppe Räuber Heigl finden.

Viel Freude beim Entdecken!

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Freitag, 7. November 2025

Der Räuber Michael Heigl und seine Bande

 Was mussten sich die im Großraum Kötzting stationierten Soldaten und Gendarmen nicht alles an Spott anhören, weil es ihnen über so viele Jahre hinweg nicht gelungen war, Michael Heigl und seine Gefolgschaft zu fangen. Selbst auf dem Viehmarkt in Straubing wurde über die Kötztinger Gendarmen gelästert und gespottet.
Aber man muss ihnen zugute halten, dass mit ganz wenigen Ausnahmen und ganz seltenen direkten Begegnungen - als Heigl beinahe geschnappt worden wäre -, niemand sein wirkliches und genaues Aussehen kannte.
In der Hochphase der Jagd auf Michael Heigl wurden Doppelwachtposten in der Nähe von Waldkreuzungen aufgestellt, die ihn hätten fangen sollen. Was die dabei eingesetzten Soldaten und Gendarmen hatten, war jedoch nur eine grobe Personenbeschreibung, die zumeist mit dem Zusatz endete, das MH gerne mit Jägerhut und Jacke gekleidet sei und mit einem zweiläufigen Gewehr bewaffnet sein solle.

Und so blieb dem eingesetzten Wachpersonal, das überwiegend ja von außerhalb rekrutiert und hier nur auf Zeit - und gegen den Willen der Dorfbevölkerung aber auf deren Kosten - stationiert gewesen war, nichts anderes übrig, als sich auf die vagen Personenbeschreibungen und auf ihr Gefühl zu verlassen.

Ähnlich wie wir es aus den Filmen über den Wilden Westen in den USA mit den "Wanted - dead or alive" Steckbriefen kennen, mussten auch die Jäger des Räubers MH  im "Wilden Osten" Bayerns genau schauen, wen oder was sie da bei ihren Kontrollgängen vor sich hatten, denn Fotoapparate gab es bei uns damals noch nicht und vor allem, wenn sie ihn hätten fotografieren können ... hätten sie ihn ja schon gehabt. (Q.E.D.)

Bei allen meinen Vorträgen über Michael Heigl und den Begleitvorträgen bei den Vorführungen des  1977er Heiglfilms betone ich, wie sehr unsere Vorstellungen über das Aussehen des historischen MH von der Darstellung des MHs durch den Kötztinger Heijterl Karl geprägt sind.


Welches Bild sich frühere Generationen von MH gemacht haben, wissen wir nicht und es sind auch - leider, sehr sehr leider - keinerlei Spuren vom Räuber Heigl Film von Anfang des 20. Jahrhunderts mehr zu finden, als nach der Novelle von Maximilian Schmidt schon einmal das Leben und "Wirken" des Räubers aus dem Bayerwald verfilmt und danach auch bei uns in Furth und Cham aufgeführt worden ist.

Innerhalb eines Projektes, bei dem ich ChatGPT soweit bringen wollte - und übrigens scheiterte..... das heißt eigentlich scheiterte ChatGPT auf ganzer Linie - frühere Ortsansichten wie den alten Spitalbereich rund um den heutigen Stachus und den alten Galgenberg (sprich Ludwigsberg) mit seinen zwei Terrassen entwickeln zu lassen entstand dann auch die Idee, aus den Personenbeschreibungen der einzelnen Mitglieder der Heiglbande Bilder generieren zu lassen.

Natürlich haben Heigl und sein männliches und weibliches Gefolge nicht genau so ausgesehen, wie auf den folgenden Bildern, aber ein Gendarm mit der Personenbeschreibung im Kopf hätte bei einer Begegnung mit diesen dargestellten Personen zumindest Verdacht schöpfen müssen, ob dies nicht seine Zielpersonen gewesen wären.
Die Bilder stellen also Stereotype dar, die aufgrund der Personenbeschreibungen während des Prozesses protokolliert wurden oder stammen aus den Beschreibungen - v.a. Kleidung und Bewaffnung - die den Gendarmen an die Hand gegeben wurden.
Vor allem sein vernarbtes Gesicht, nach einer Verletzung im Kampf mit den Gendarmen wird immer wieder erwähnt.

Nun aber genug der Einleitung: was lieferte ChatGPT zurück aufgrund meiner hochgeladenen Beschreibung und diversen Korrekturen, weil die gelieferten Bilder häufig einem sehr gut - ja fast gemästeten - gefütterten, sehr kräftig gebauten Mann glichen. Die Angabe, dass es sich bei Heigl um einen muskulösen Mann mit kräftigem Oberkörper und Schultern gehandelt hatte, wandelte das Programm sehr gerne immer wieder in einen rundherum korpulenten Mann herum, der schwerlich den Häschern im Kaitersberghöhenzug hätte entkommen können......

Kurz gesagt, wenn man sich den Michael Heigl so vorstellt, wie auf den folgenden Bildern, dann liegt man zumindest nicht so daneben, als wenn man sich unseren Heijterl Karl als Räuber Heigl vorstellt. Vor allem aber seine Freundin , die  Therese Pritzl - später, warum auch immer, die "Roude Res" genannt -, passt in ihrem Erscheinungsbild - gemäß der historischen Bildbeschreibung - aber schon überhaupt zu keiner "Roudn Res".

Nun aber zu den Einzelpersonen

Was wissen wir von Michael Heigl:

 "Meistens mit grauer Jägerjoppe und grünem Jagdhut bekleidet, den sicheren Stutzen übergehängt," beschrieb ihn der Staatsanwalt Steinle in seinem, den Prozess begleitenden Artikel.
Eine lange Narbe habe er im Gesicht gehabt, als er bei einem Einbruch mit einem Beil verletzt worden war.
Eine lange Narbe habe er im Gesicht gehabt, als er bei einem Einbruch mit einem Beil verletzt worden war.
Und dann folgt die genaue Beschreibung:


Er war also
- von mittlerer Größe, kräftigem muskulösen Körperbau und breit von Brust und Schultern.
- zeigte in seinem Aussehen nichts Wildes
- sein Gesicht war rund, bartlos und mit Narben gezeichnet
- sein Gesichtsausdruck erweckte den Anschein von Gutmütigkeit

Michael Heigl, nach mehreren Versuchen, die ihn einmal als zu korpulent und danach wieder als zu viel hager haben werden lassen. Dann fehlte wieder der Hut oder die Joppe oder das Gewehr. Selbst bei der Generierung von Bildern hat ChatGPT ein Gedächtnis eines Kleinkindes.....


Angeregt durch ein Gespräch bei mir im Rathaus zu dem Thema Bildgenerierung durch ChatGPT hat auch sich auch Stefen Weber von der Kötztinger Umschau der Sache angenommen, um  sich  MH bildlich zu nähern und hat dabei dieselbe Personenbeschreibung aus dem Prozess ge/benutzt, Allerdings ließ er den Text des Staatsanwaltes komplett so stehen, so dass MH in der Kleidung dargestellt werden sollte, wie er im Prozess aufgetreten war. Und da gilt es eben bei ChatGPT auch immer gut hinzusehen, da die KI wegen der Bezeichnung " städtische Kleidung" unserem MH gleich ein "Schmisetterl" um den Hals gehängt hat. Unser Räuber Michael Heigl vor Gericht mit einer Krawatte kann man sich eigentlich nur schwer vorstellen.

Von einer Gesichtsnarbe keine Spur, dafür aber mit Krawatte und mit weißem Stehkragen.

Um zu zeigen, wie sehr solch eine Bildgenerierung von einer Seite zur anderen wabert, hier eine kleiner Ausschnitt aus den heute erneut generierten Bildern. Da wurde mal wieder gerne der Hut weggelassen, oder es fehlte die Narbe, dann war er anfangs viel zu hager dann zu korpulent und dann fehlte wieder etwas anderes und dann begann alles wieder von vorne.

 



Trotzdem funktionierte diese Bildgebung; Vorgabe Ölgemälde im Stile der Romantik im Endeffekt ganz gut und es hat Spaß gemacht, immer auf die neuesten Korrekturen zu warten, auch wenn oft dann irgendetwas fehlte.

Nun aber zu den anderen Mitgliedern der Bande:

Die Therese Pritzl wird so beschrieben:


Therese Pritzl, 22 bis 23 Jahre alt und seit ihrem 15.Jahr die Geliebte des Heigl, ist von kleinem gedrungenen Wuchs und voller Büste, hat dunkle , feurige Augen, braune Haare und ein angenehmes Äußeres. Sie kannte keinen anderen Willen als den ihres Geliebten, dem sie mit aufopfernder Zärtlichkeit ergeben ist.

Michael Heigl und Theres Pritzl in einer Wirtsstube

Michael Heigl und Therese Pritzl vor einem der "hinausgebauten Häusel" - wie sich Carl von Paur äußert - am Waldrand.

Bei der Marianne Gruber stand im Prozessakt:

Die Gruber, tief in den Vierzigern stehend, aber trotzdem in schreiend bunte Farben gekleidet, ist lang und mager, mag aber in ihrer Jugend hübsch gewesen sein.



Es gibt dann neben der Option Ölgemälde auch die Möglichkeit, die Personen photorealistisch darzustellen. Hier das Ergebnis:





Und dann bleibt nur noch Michael Rainer, von dem Staatsanwalt Steinle schreibt:

Er sei

- von außergewöhnlich großem, kräftigen Wuchs 
- habe ein auffallend langes, sogenanntes Vogelgesicht
-seine Geisteskräfte stehen auf niederer Stufe, und allenthalben verrät er große Rohheit



Was ist nun von dieser ganzen Bildgenerierung zu halten?


Haben die Personen genau so ausgesehen                            >>>>>>>>> Nein
Passt die historische Beschreibung auf diese Kunstfiguren      >>>>>>> Ja

Vielleicht einfach so:


Müsste man die Rollen für Michael Heigl und seine Gefährten in einem Theaterstück vergeben, so wären diese vier die Idealbesetzung. Näher heran an die Originalpersonen kann man nicht kommen.











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