Der Heiglsche Prozess geht in die Revision
Teil 18 meiner "Heigl"_Dokumentation
Der Räuber Heigl
Teil 6: Michael Heigl vom Ganoven zum Verbrecher
Teil 7: Michael Heigl die erste Räuberbande und die Jahre 1847/8
Teil 8: Michael Heigl ist wieder da die Jahre 1848-1851
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| StA Landshut LGäO Kötzting Nr. 751 |
In Landshut gibt es in der Abteilung "Landgericht älterer Ordnung Kötzting" einen Akt mit dem Betreff: Entscheidungen und Urteile aus der zum Einstampfe gelangten älteren Strafakten.
Dies bedeutet, dass eine mir unbekannte Person – ich weiß deren Arbeitseifer durchaus zu schätzen – einiges an Heigl-Akten vor der Vernichtung (= Einstampfen) gerettet hat, indem deren Inhalte sauber abgeschrieben wurden bzw. in dem dieser relevante Dokumente zu den Inhalten vorher ausgesondert hat.
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| Todesurteil für Georg Stoiber. Für diesen Mord war kurzzeitig auch Michael Heigl in Verdacht gekommen. |
Michael Heigl, 36 Jahre alt, zu Stamsried, Ldg Kötzting (das war sicherlich ein Lesefehler und anschließend eine falsche Ortsangabe des damaligen Schreibers, eigentlich war es Ramsried (Pfarrei Rimbach). Das ist eine kleine Sensation, denn bis vor wenigen Jahren war der korrekte Geburtsort des Michael Heigl unbekannt und in Beckendorf (Pfarrei Kötzting) nicht auffindbar.
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| "geboren und zu Beckendorf genannten Gerichts wohnhaft, ledigen Inwohnerssohn von dort ...." |
1. Michael Heigl, lediger Inwohnerssohn von Beckendorf, wegen dreier Verbrechen des Raubes IV Grades, nämlich an den Sauterschen Eheleuten zu Irlmühle /:begangen im Komplotte in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1852:/, dann im Hause des Bauern Joseph Dachs zu UNterfreudeneck /: 3. Juni 1849:/ und an den Greilschen Eheleuten nächst Pirka /:Begangen am 23. auf den 24. April 1847 im Komplotte :/ in Concurrenz mit dem Verbrechen des Raubes III. Grades an Barbara Winter /: 29. August 1852:/. dem Verbrechen der Körperverletzuing III. Grades an dem Gendarmerie=Brigadier Sommer /: 12. Dezember 1852:/ und dem Verbrechen der Körperverletzung I. Grades an dem Bauern Josef Mühlbauer /:17. Juni 1853:/ ferner von zwei Verbrechen des ausgezeichneten Diebstahls, welche schon der Summe des Entwendeten nach Verbrechen sind, endlich eines erschwerten Diebstahlsvergehens - zur Todesstrafe ...... verurteilt."
Maximilian II
von Gottes Gnaden Koenig von BayernPfalzgraf bey RheinHerzog von bayer, Franken und Schwaben ect.
Anna Maria Gruber zu einer " Arbeitshausstrafe auf die Dauer von 6 Jahren" verurteilt.
Bei Therese Pritzl versuchten deren Verteidigern noch ihre Zeit in der Untersuchungshaft auf diese Frist angerechnet zu bekommen, so dass die , später als "Roude Res" bezeichnete, Therese Pritzl sicherlich sehr schnell wieder in ihrem gewohnten Umfeld zuhause angekommen war.
Darin wird über sein Ende berichtet:
" Bei der Schwurgerichtsverhandlung (wo ihm der mittlerweile in Crim. Effekten depositorio aufbewahrt gewesene Hut wieder verabfolgt wurde, den er vor 11 Jahren bei seinem Entweichen aus der Kötztinger Frohnfeste zurückgelassen hatte) wurde er, wie nicht anders zu erwarten, zum Tod verurteilt. Durch die Huld des Königs zur Kettenstrafe begnadigt, ward er in das Strafarbeitshaus Au abgeliefert. Hier brachte er es durch sein Wohlverhalten und seine Ordnungsliebe zur Stelle eines Aufpassers, zog sich aber dadurch den Hass seiner Mitgefangenen zu und wurde im Januar 1857 von einem Leidensgenossen mit der an der Kette befindlichen, eisernen Kugel erschlagen.
Therese P. befindet sich, nachdem sie einige Monate Strafarbeitsbaus erstanden, wieder in ihrer Heimat Hohenwarth und hat sich mit ihren zwei noch lebenden Kindern einen guten, das üble Andenken Heigls mildernden Ruf erworben.
Doch das ist dann ein weiterer Beitrag der "Heigldokumentation"
So zB die Verfahren gegen
1856: Xaver Achatz von Seehäusel Raub beim Sommerauer Bauern Johann Frisch
1860 Michael Meidinger aus Grüben wegen Mord an seinem unehelichen Sohn Alois Fischer aus Lemming, und der Körperverletzung an Anna Freimuth, Theres Fischer und deren weiteren unehelichen Sohn Josef Wagner. (Auch diese Todesstrafe wurde vom König in Kettenstrafe abgewandelt)
StA Landshut Rep 191-Kiendl Nr. 93 Räuber Heigl
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StA Landshut Rep 191-Kiendl Nr. 93 Räuber Heigl |
Trotzdem finde ich es wert, diesen nun anzuführen, weil Reder das Leben des Michael Heigl sehr schön zusammenfasst und die - in den anderen Veröffentlichungen manchmal so gerne benutzten - Hinzufügungen vermeidet.
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StA Landshut Rep 191-Kiendl Nr. 93 Räuber Heigl |
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| AKH Sammlung "Linke und Döring" LOGO der mehrteiligen Arbeit von Oskar Döring |
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| Hier veröffentlichte Maximilian Schmidt seinen Roman Brigitta über Michael Heigl aufgeteilt in mehr als 30 Fortsetzungen. |
"Wegen mangelnden Beweises wurde die Untersuchung eingestellt, aber seine Ablieferung in ein Zwangsarbeitshaus auf die Dauer von zwei Jahren verfügt.
Bei der Publikation dieses Urtheils im Verhörzimmer der Frohnfeste zu Kötzting durch den Landgerichts-Assessor F., wobei dem Heigl auch noch zur Abschiede „Fünfundzwanzig“ aufgemessen werden sollten, ereignete sich jene possierliche, alberkannte Scene mit dem Hute. Während nämlich der Beamte mit dem Diktiren des Protokolles beschäftigt war, entfernte sich Heigl an dem Verhörzimmer, sprang eilig die Treppe hinunter in das untere Hausfletz, zog den Hausflur-Riegel, welcher ihm durch seinen früheren Aufenthalt in der Frohnfeste wohl bekannt war, zurück und suchte das Weite. Als er auf der Straße um das Hauseck bog, sah ihn der mit dem Protokoll beschäftigte Schreiber und rief Bestürzung:
„He! Herr Assessor, dort läuft uns ja der Heigl davon!“
Der Assessor, entrüstet, dass ihn sein Aktuarius so in Schrecken versetzte, donnerte demselben zu:
„Halt'n's d' Maul und schreib' s' no' a so! Wo kann er denn hinlaufen? — er hat ja sein' Hut noch da!“
Von Maxililian Schmidt, der in seiner Schulzeit Michael Heigl ja sogar persönlich begegnet gewesen war, erfahren wir auch noch eine Personenbeschreibung des Heigl:
Dieser soll - damals 26 jährig - 6 Fuß groß und von untersetztem und muskulösem Körperbau gewesen sein.
Weiter schreibt er: "Unter einer hohen gewölbten Stirne und nicht starken Augenbrauen blizt ein blaues, lebhaftes Auge hervor. Seine Nase war etwas gebogen; der Mund ziemlich groß, aber wohlgeformt"

🗺️ Kleines Suchspiel zum Schluss:
Viele Geschichten aus Kötzting lassen sich nicht nur lesen, sondern auch direkt im Stadtplan entdecken.
Die Interaktive Karte Kötzting führt über ihre Marker unmittelbar zu den passenden Blogbeiträgen – Geschichte zum Anklicken.
⭐ Räuber Heigl
Die weiteren Beiträge über Michael Heigl und die grafische Auflistung seiner "Tatorte" kann man in der interaktiven Karte unter der Markergruppe Räuber Heigl finden.
Viel Freude beim Entdecken!
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