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Mittwoch, 15. April 2026

Die Gemeinde Wettzell kommt zur Stadt Kötzting


Foto Haymo Richter Wettzell 1990



Noch zu Jahresanfang  1976 lautete die Schlagzeile: 

Aber dann kam doch der Durchbruch in den harten Verhandlungen mit dem damaligen bayr. Innenminister Dr. Bruno Merk und Am 3. April 1976 wurde die Entscheidung öffentlich und rechtssicher gemacht: Im Staatsanzeiger legte die bayerische Staatsregierung die letzten Details vor – und brachte damit die kommunale Gebietsreform auf die Zielgerade.“

 Zunächst ein Blick zurück: Drei Jahre zuvor war es im Zuge der kommunalen Gebietsreform zur Neugründung der Gemeinde Wettzell mit Sitz in Wiesing gekommen, die die bisherigen Gemeinden Wiesing, Wettzell und Schönau umfasste. Nun glaubten die Gemeinderatsmitglieder der einzelnen früheren Gemeinden offenbar selber nicht mehr daran, dass dieses künstliche Gebilde dauerhaft Bestand haben würde. Der Regener Landrat Feuchtinger versuchte bei einem Vor-Ort-Termin in Wettzell, diese fatalistische Stimmung zu wenden, und zeichnete in seinen Ausführungen das "Schreckens"- Bild, dass Wettzell künftig lediglich ein Anhängsel der Stadt Kötzting sein werde.
Die „Umschau“ (Redakteur Herr Kühn) stellt in ihrem Bericht sehr deutlich heraus, dass die Möglichkeit einer Selbstständigkeit Wettzells von vornherein ausgeschlossen gewesen und dass die bereits bestehende gesellschaftliche Anbindung Wettzells an Kötzting in der Vor-Ort-Debatte überhaupt nicht zur Sprache gekommen sei:

"Keiner der Beteiligten hat funktionalreformerische (ein tolles Wort) Aspekte zur Sprache gebracht. Das Gros der Wettzeller Bevölkerung erledigt seine Besorgungen in Kötzting, die Kinder gehen hier zur Schule, viele arbeiten in der Pfingstrittstadt. Eine Tatsache, die so sehr zum Alltag gehört, dass man sie vergessen hat?"

Foto Haymo Richter Wettzell 2018


Und dann gings eben in die Entscheidungsphase und im April 1976  - vor 50 Jahren - war es dann soweit: 

Für den Lamer Winkel bedeuteten diese schmerzliche Gebietsverluste – Die Stadt Kötzting hingegen ging gestärkt daraus hervor: Mit Wettzell kam nun eine weitere Gemeinde zur Stadt, die damit jetzt auch oberpfälzisch und fortan von Kötzting verwaltet wurde. Der Titel ‚Bad‘ lag zu dieser Zeit allerdings noch in weiter Ferne.
Am 5. April 1976 berichtete Frau Renate Serwuschok von der Entscheidung:

Wettzell kommt zu Kötzting
trotzdem nur „halbe“ Freude


Kötzting (na). In einer Pause der Stadtratssitzung vom Dienstag wurde es bereits gemunkelt: Wettzell kommt zu Kötzting. Aber wer es hörte, musste tausend Eide schwören, absolutes Stillschweigen bis zum 3. April zu bewahren, dann würde, so der Bürgermeister, alles gelaufen sein. Ein Wort zu früh aber konnte die Gegner dieser Lösung noch einmal munter machen. Die Geheimniskrämerei hat sich gelohnt. Im Bayerischen Staatsanzeiger war am Samstag zu lesen, dass aus dem Regierungsbezirk Niederbayern in den Regierungsbezirk Oberpfalz eingegliedert werden: Die Gemeindeteile Buchberg, Fischerhof, Kaitersbach, Leckern, Ried, Sackenried, Stockmühle und die Gemeinde Wettzell.
Die Vernunft hat gesiegt, zumindest in diesem Fall, wenn auch mit Einschränkungen. Ganz offensichtlich sind der Regierungsbezirk Niederbayern und der Landkreis Regen „wassersüchtig“, denn sie haben mit Erfolg sowohl den Höllensteinsee als auch den Kleinen Arbersee gegen eine Umgliederung in die Oberpfalz verteidigt. Der Staatsanzeiger bestätigt übrigens, was wir bereits am 1. April (aber nicht als Aprilscherz!) berichtet haben: Brennes, Mooshütte, Scheiben, Lohhäusl, Seehütte und mit Kleinem Arbersee und Chamer Hütte bleiben, wie noch eine Menge anderer Flurstücke im Arbergebiet, niederbayerisch.
In der Verordnung zur Änderung von Grenzen des Regierungsbezirkes „heißt es weiter, dass die Gemeinde Niederndorf, mit Ausnahme des Gemeindeteiles Matzelsdorf, aus dem Landkreis Cham abgetrennt und dem Landkreis Regen zugeteilt wird. Hier wurden weder die Wünsche der Bevölkerung laut Abstimmungsmehrheit noch der letzte Gemeinderatsbeschluss in dieser Sache berücksichtigt. Danach hätten außer Matzelsdorf auch noch die Ortschaften Gutendorf und Niederdorf zur Stadt Kötzting gehen und damit beim Landkreis Cham bleiben wollen. Ob überall dort, wo sich Entscheidungen des Innenministeriums nicht mit den Vorstellungen der Betroffenen decken, der Rechtsweg beschritten werden kann und beschritten werden wird, bleibt abzuwarten.

Kurz nochmal der Rückblick auf die Entwicklung, die zur bis heute gültigen Situation geführt hat::


1972 Gemeindegebietsreform: Gemeinde Wettzell mit Hauptsitz in Wiesing. Es entstand der Wunsch nach Eingliederung nach Kötzting und folgend dann im Jahre 1975 der Regierungsvorschlag, dass Liebenstein und Wettzell zu Kötzting kommen könnten/sollten, was im April 1976 dann zu dieser Entscheidung führte.
Am 01.05.1978 war dann die letzte Gemeinderatssitzung der Gemeinde Wettzell und seit 1.5. gehören Wettzell und Kötzting zusammen zur Stadt Bad Kötzting.
Bemerkenswert in diesem Zusammenhang:
Von 1948 bis 1978, also dreißig  - in diesem Falle  - sicher lange Jahre lang, war Max Vogl von Ried am See der langjährige und letzte Bürgermeister der Dorfgemeinde Wettzell. Keiner der bekannten bayerischen Dorfvorsteher zu dieser Zeit war auch nur annähernd so lange im Amt.

Foto Haymo Richter Wettzell 2018

Wer mehr über Wettzell und seine Geschichte nachlesen möchte, findet dazu weitere Informationen in den folgenden Beiträgen:
Spuren aus dem Mittelalter - der Versuch einer Erklärung


🗺️ Kleines Suchspiel zum Schluss:

Viele Geschichten aus Kötzting lassen sich nicht nur lesen, sondern auch direkt im Stadtplan entdecken.
Die Interaktive Karte Kötzting führt über ihre Marker unmittelbar zu den passenden Blogbeiträgen – Geschichte zum Anklicken. Wer es noch nicht weiß, um was es sich bei diesem Programm handelt, kann sich gut im folgenden Blogbeitrag informieren: Die interaktive Karte und ihre Möglichkeiten :

🔎 Wer diesen Beitrag dort wiederfinden möchte, muss ein wenig suchen:
Er verbirgt sich in der Markergruppe Rund herum um Kötzting  


 

Viel Freude beim Entdecken!

                                              🗺️ Interaktive Karte Kötzting öffnen





Sonntag, 12. April 2020

Das Stadtarchiv Bad Kötzting als Unterhaltungsbeilage 1-13

Es geht weiter mit Bildern aus der Zeitungsredaktion der Kötztinger Umschau, welche alle über eine private Sammlung von  Frau Renate Serwuschok dem Arbeitskreis Heimatforschung übereignet wurden und nun im Stadtarchiv Kötzting verwahrt werden.


Da wir zusätzlich auch eine fast vollständige Sammlung von Zeitungsausgaben aus den Nachkriegsjahren in unserem Bestand haben, können viele der Bilder dann auch einzelnen Zeitungsartikeln zugeordnet werden.
Nachdem der Arbeitskreis Heimatforschung schon eine umfangreiche Datenbank an personenbezogenen Bildern hat wäre es für uns schön, wenn wir bei einigen der folgenden Bildern, vor allem bei den Personengruppen, Hinweise und Namenslisten erhalten könnten, die wir dann anschließend in unsere Datenbanken einpflegen könnten. Manche allerdings auch nicht und so wäre es schön, wenn wir bei dem einen oder anderen Bild auch eine Rückmeldung erhalten würden.


Wir sind im März des Jahres 1971 Signatur Serwuschok Umschlag 48

 
Die Jury, von Stadt, Kreis, Lehrerschaft und der Presse bestückt.
Dabei auch Frau Serwuschok, welcher wir den Erhalt der vielen Negative verdanken, die mir nun zur Verfügung stehen.
links Costa Fritz, im Hintergrund Frau Gabi Oexler, später verheiratete Serwuschok und rechts neben ihr Herr Gerald Häring, der Mann, der mir viele meiner Rechtsschreibfehler korrigiert...).
Rechts K.B. Krämer von der Kötztinger Zeitung


Die Preisträger mit Franz Oexler

Schade, dass sich von den "GuS Rockets" kein Photo sondern nur dieser Zeitungsartikel
erhalten hat.
Wieder mal die Müllproblematik der damaligen zeit, für heute unvorstellbar, wurden viele Vertiefungen genutzt, um den Hausmüll so einfach zu entsorgen. Hier die Probleme der Gemeinde Blaibach:


Ex und hopp

Bilder, die wir so nicht mehr kennen.



Drei "alte" Kötztinger Feuerwehrmänner:


Grassl Franz, Huber Xaver und Michl Traurig



Es geht zurück nach Blaibach. An der Regenbrücke übt die Bundeswehr:








Bildunterschrift hinzufügen


DAS große Thema 1971, die Gebietsreform:
Kötztings Alptrum, amputiert und Zusammenschluss mit Viechtach






der Wunsch war ein selbstständiger, um Furth und Viechtach erweiterter grenzlandkreis Kötzting bei Niederbayern




die Politiker kämpften zT mit harten Bandagen


Bei dem Vortrag sind viele, viele altgediente (Lokal)Politiker versammelt



So nun habe ich noch ein paar Bilder aus Kötzting, ohne die dazugehörigen Artikel im März 1971 gefunden zu haben.
Überschrift: Kreishandwerkermeister


Jakob Hauser als Kreishandwerkermeister

links Franz Kirschbauer, rechts Kerscher Bepp
Noch einmal im März hat der Winter - bzw. der Raureif zugeschlagen. Ein schönes Bild einer Birkenallee - ich würde sagen Auwiese, Blickrichtung Fußballplatz.
Es gibt eine Anmerkung, das wäre eher der Blick in Richtung Hammermühle, der Schuppen solle zum Lindnerbräu gehören.







Dann noch eine Diskussionsrunde in Lam mit dem Kaplan Konrad Dietl:





Lamer Jugendliche
Und ganz am Ende noch ein Artikel über die Kötztinger Naturfreunde, für die sich keines der Negative erhalten haben, schade eigentlich.


Auch wenn das Repro nur unscharf ist, kann man doch die meisten der Personen erkennen.

Donnerstag, 9. April 2020

Das Stadtarchiv Bad Kötzting als Unterhaltungsbeilage 1-11

Es geht weiter mit Bildern aus der Zeitungsredaktion der Kötztinger Umschau, welche alle über eine private Sammlung von  Frau Renate Serwuschok dem Arbeitskreis Heimatforschung übereignet wurden und nun im Stadtarchiv Kötzting verwahrt werden.


Da wir zusätzlich auch eine fast vollständige Sammlung von Zeitungsausgaben aus den Nachkriegsjahren in unserem Bestand haben, können viele der Bilder dann auch einzelnen Zeitungsartikeln zugeordnet werden.
Nachdem der Arbeitskreis Heimatforschung schon eine umfangreiche Datenbank an personenbezogenen Bildern hat wäre es für uns schön, wenn wir bei einigen der folgenden Bildern, vor allem bei den Personengruppen, Hinweise und Namenslisten erhalten könnten, die wir dann anschließend in unsere Datenbanken einpflegen könnten. Manche allerdings auch nicht und so wäre es schön, wenn wir bei dem einen oder anderen Bild auch eine Rückmeldung erhalten würden.


Wir sind im März des Jahres 1971 Signatur Serwuschok Umschlag 48

Bei der Volkshochschule Kötzting bietet die Gewerbelehrerin Frau Kühn einen Schneiderlehrgang an, der sehr gut besucht wird. Vielleicht erkennt sich die Eine oder Andere.
Bild und Artikel von Frau Serwuschok


Dann wieder mal weiter mit den Kötztinger Vereinen, der Tennisklub bekommt einen neuen Vorstand:

der Artikel ist gekennzeichnet mit rs., unter dieser Signatur schrieb Rudolph Schampel

Nun geht's weiter zu einem der ganz großen Thema im Jahre 1971....wer soll mit wem zusammengehen. Die kommunale Gebietsreform, von oben angeordnet und unten gehasst oder zumindest nicht von allen herbeigesehnt. Die Redaktionschefin hat sich selbst dieses Themas angenommen.

Es waren aber nicht alle anschlusswillig.....








So stellte sich ein Zettischer seinen schlimmsten Alptraum vor:
andere Gemeinde
anderer Landkreis
anderer Regierungsbezirk
es drohte der gefühlte Verlust seiner Heimat.....
hierzu muss man natürlich anmerken, dass es mehrere Varianten gab und eine davon war ein Zusammengehen
mit dem Landkreis Viechtach.....eine schreckliche Vorstellung

Nun wieder einmal das Kötztinger Rote Kreuz, mit einer Übung:
Artikel von Frau Serwuschok





Max Sperl im Einsatz







Hier die Lok OSSER II der Regentalbahn AG bis 1966 in Besitz
der Lokalbahn Lam-Kötzting AG


Ist sie nicht schön.... Lukas der Lokomotivführer hätte seine Freude mit ihr.

Kötzting macht sich Gedanken über seine Zukunft als Fremdenverkehrsort:
von Frau Serwuschok


Links die Firma Gschaider, Mitte mit Schornstein die Konservenfabrik, für einen Luftkurort verbesserungswürdig

Nun noch ein paar Artikel, für die sich keine Negative mehr erhalten haben:
1971 war der 19. März noch ein allgemeiner Feierta, Josephi, und der Burschenverein hielt Hof.
wo. sollte Herrn Winfried Baumann gewesen sein.
 Und gleich weiter zum nächsten verein, die Naturfreunde:


Fi. könnte Hans Fischer gewesen sein.
Am Ende noch eine Kleinigkeit von den Kötztinger Schützen, deren Schützenheimbau uns Martin Auzinger ja vorgestellt hat:




Schluss und aus und weiter dann bis morgen Abend