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Freitag, 24. April 2026

Das Pfingstskranzl - ein Aufsatz vom KB Krämer


BEITRÄGE ZUR VOLKSKUNDE

Ein Kränzlein

dem ehr- und tugendsamen Jüngling …

Aufzeichnungen zum Kötztinger Pfingstkränzlein

Von Kreisheimatpfleger Karl B. Krämer, Kötzting

Den Höhepunkt und Abschluss des Kötztinger Pfingstrittes (1) bildet die Überreichung des Kränzleins an den Pfingstbräutigam (2). Das Kränzlein ist eine mit der Tradition des Kötztinger Pfingstfestes verbundene öffentliche Auszeichnung der Stadt Bad Kötzting, die jährlich am Pfingstmontag nach der Rückkehr der Reiterprozession dem „auserwählten“ Bürgersohn durch den Geistlichen Offiziator von Pferd zu Pferd überreicht wird, damit das Bindeglied zwischen dem religiösen Teil des Pfingstfestes mit dem herkömmlichen Pfingstritt und dem weltlichen Teil der Kötztinger Pfingstfestfeierlichkeiten mit der zweitägigen Pfingsthochzeit (3). Seit alters her wird das Kränzlein vom Geistlichen Offiziator bei der Reiterprozession mitgeführt (siehe 5). Ursprünglich am Allerheiligsten befestigt, seit 1869 an dem, an dessen Stelle getretenen Feldkreuz vor der Brust des Geistlichen hängend. 

Einschub:
Seit dem Jahr 2004 ist das Pfingstkranzl wieder am Allerheiligsten befestigt. Dies geschah durch ein  Dekret des damaligen Regensburger Bischofs

 Gerhard Ludwig Müller zur Wiedereinführung des Pfingstrittes als Eucharistische Prozession.
Einschub Ende 

Dem Aufruf des Pfingstbräutigams und der Überreichung des Kränzleins geht eine Ansprache des Geistlichen Offiziators voraus. Es ist üblich, dass sich unmittelbar nach dem Festakt der Pfingstbräutigam und die beiden Brautführer festlich umkleiden und mit bebänderten Degen ausgestattet werden. Beim Rückritt in den Pfarrhof wird das Kränzchen zunächst an der Degenspitze, dann bei den Burschen- und Brautzügen am linken Oberarm getragen.

Einschub
Dieses "Umkleiden" ist gleichzeitig auch ein als sichtbares Zeichen des Übergangs vom kirchlichen zum weltlichen Brauchtum.
Einschub Ende

Aus Brigitte Ertls Buch "Kötztings Bürgerstolz"

Ursprünglich aus Silber-, wurde das Kränzlein später aus Golddraht gefertigt, eine zierliche Filigranarbeit, mit bunten Steinen durchmengt. Riederer gibt als Fertiger den Kötztinger Goldschmied Heinrich Leßzkeur und die Blumenmacherin Anna Lommer aus Regen an. Letztere betont in ihrer Zuschrift an den Magistrat Kötzting 1875, dass es nun zum 50. Male sei, dass sie das Kränzlein für den Pfingstbräutigam mache. Die jährlichen Angebotsschreiben der Lommer, die später nach Regensburg übersiedelte, sind in den Akten des Kötztinger Stadtarchivs bis zum Jahre 1882 zu verfolgen. Bis zur Errichtung der St. Josefspflege in Kötzting wurden Kränzchen und Bräutigamsstrauß (4) von den Armen Schulschwestern in München hergestellt, seit 1895 von den Mallersdorfer Schwestern ,im 1894 gegründeten St. Josefsheim in Kötzting. Unter den Fertigern des Kränzchens im St. Josefsheim ist an dieser Stelle die Ehrwürdige Schwester Blasiana zu nennen. Nach einem Bericht in der „Kötztinger Zeitung“ hat sie im Jahre 1953 zum 30. Male das Kränzchen und den Bräutigamsstrauß angefertigt.

Einschub bzw. Ergänzung
Von 2007-2024 wurde das Kranzl im Kloster Seligenthal in Landshut angefertigt, seit dem Jahr 2025 von der Klosterarbeiten-Expertin Renate Müller aus Reisbach.
 Einschub Ende

Erste Erwähnung der Vergabe

Von der Überreichung eines Kränzleins ist erstmals in einem Bericht des Kötztinger Pfarrers P. Innocenz Mayr vom 6. 4. 1754 (5) die Rede. Zwar liegen aus dem 17. Jahrhundert Eintragungen in den Marktkammerrechnungen des Marktes Kötzting (6) vor, die eine Existenz der Reiterprozession (7) bestätigen, der weltliche Teil des Pfingstfestes findet jedoch vorerst keine Erwähnung. Pfarrer Mayr weiß nicht zu ergründen, warum beim Rückreiten einer der Bürgersöhne mit einem Kränzlein ausgezeichnet werde, das zuvor an dem hochheiligsten Gute gehangen. Pfarrer Mayr gibt lediglich an: wohl deshalb, damit die Bürgersöhne desto lieber das Allerheiligste begleiten. Diese ungenügende Erklärung ist zu verstehen, wenn man bedenkt, dass man sich zu dieser Zeit mit den eigentlichen Grundlagen dieses Volksrittes nicht befasst hat (Hubrich). Der vergleichenden Volkskunde gibt jedoch der weitere Hinweis Pfarrers Mayr: der mit dem Kränzchen ausgezeichnete Jüngling gehe samt seinesgleichen mit dem Kränzlein prangend im Markte herum, sammle Geld und tue sich im Wirtshaus mit Trinken und Tanzen bis in die späte Nacht wohlauf machen, einen wertvollen Aufschluss, der im Folgenden noch heranzuziehen ist. 1754 bis 1756 war die Vergabe eines Kränzleins durch das Bischöfliche Ordinariat untersagt. 1757 ist sie auf Grund eines Antrages der Kötztinger Bürgersöhne, unterstützt durch Kammereirat und Pfarrer, wieder gestattet worden.
Aus den Vorgängen von 1757 ist erstmals zu erfahren, dass die Überreichung des Kränzleins nach einer Ansprache des Pfarrers erfolgt. Ferner ist auch die Rede von der Erwählung einer Braut zum Tanze. Aus diesen Angaben wird einwandfrei klar, dass sich schon seit unvordenklichen Zeiten dem kirchlichen Teil — der Reiterprozession — ein weltlicher Teil, die „Pfingsthochzeit“, angeschlossen hat, zwischen denen das Bischöfliche Ordinariat, dem Zeitgeist der Reinigung des religiösen Lebens folgend, zunächst eine Grenze dadurch zieht, dass es zwar die Vergabe des Kränzleins wieder gestattet (1757), jedoch die Wahl einer Braut und das nächtliche, zur „Sündt“ anreizende oder gegen „gute Polizei“ laufende Tanzen untersagt.
1869 schließlich vertritt das Bischöfliche Ordinariat die Auffassung, dass die Überreichung des Kränzleins durch die Geistlichen, der das Allerheiligste trage, überhaupt zu unterbleiben habe. Diese Auffassung setzt sich jedoch nicht durch; es bleibt vielmehr bei der bisherigen Übung, dass das Kränzlein dem auserwählten Bürgerssohn durch den Geistlichen überreicht wird. Das Mitführen des Allerheiligsten ist jedoch nicht mehr gestattet.

Das Pfingstkranzl von 1884 von Franz Decker



Einschub
Seit 2004 ist unser Pfingstritt wieder eine Eucharistische Prozession, das Allerheiligste wird wieder mitgeführt.
Einschub Ende

Das Pfingstkränzlein, der alte Maien


Sieht man von der, von Mehler geschilderten Pfingstrittlegende (8) ab und sucht man eine Antwort auf die Frage der Herkunft, des Ursprungs der Auszeichnung eines auserwählten Burschen als „Pfingstbräutigam“ bei der verschiedenen Volkskunde, so eröffnet dies nähere Aufschlüsse. Ohne Zweifel verbirgt sich hinter dem Pfingstbräutigam der alte „Pfingstl“ (9), hinter der Pfingsthochzeit das alte Frühjahrsfest, das Mailehen, bei dem der Maigraf die Maibraut zum Tanze zusprochen bekam. Es sei an dieser Stelle Dr. Oskar Ritter von Zaborsky-Wahlstetten (1956) zitiert:

„Wann sich der altdeutsche Frühlingsbrauch des Maigrafen und der „Maibraut“, des „Maikönigs“ und der „Maikönigin“ als Pfingsthochzeit dem Ritt angegliedert hat, lässt sich nicht einmal mehr mutmaßen. Dass auch dieses Brauchtum bis in die vorchristliche Zeit zurückreicht, beweist der can. 38 der Synode von Worcester im Jahre 1240, in dem es heißt: „Das Volk dürfe nicht an den Feiern des Königs und der Königin festhalten“. Der von alters her in grünes Laub und dergleichen gekleidete und mitunter als Maigraf oder „Maiherr“ bezeichnete Pfingstbräutigam, mit einem grünen Kranze geschmückt und von Begleitern umgeben, …
In Bayern (1860) ist nachzulesen: „Anstatt des Pfingstl reitet vorne der Träger eines großen Kruzifixes und statt des bekränzten grünen Maien trägt in der Mitte des Zuges der Geistliche die Monstranz mit einem Kranz von Flitterblumen und Silberdraht.
Dr. Georg Schierghofer bezeichnet in seiner volkskundlichen Betrachtung „Pfingstritt“ (Sonderbeilage der Kötztinger Umschau 1930) die Überreichung des Kränzleins als Schmuckkult. (Kulturschmuck), den Maien oder das Tugendkränzlein des Pfingstls, eine der wichtigsten Grundformen, die im Kötztinger Pfingstritt mit dem Umritt (Reiterprozession) und dem Kultspiel (Pfingsthochzeit) zusammenfließen. Demnach bildet das Kränzlein, der Maien, als Segenszeichen der einstigen Pfingst- und Maygrafen, sogar eine Hauptrolle:
Es versinnbildlicht nun das Gute und Edle im Menschenleben, während es einstens das Symbol des ersehnten, geliebten Herrn Frühlings war, der den Jüngling mit der Jungfrau Erde vermählte, um den Menschen Segen und Fruchtbarkeit zu spenden …“
Wir haben also, wenn man sich dies und andere Argumente zu eigen machen will, mit der Kranzleinberückung einen vorchristlichen Schmuckkult vor uns, in der Pfingsthochzeit ein Kultspiel, Vorgänge, die nun bei der Betrachtung des Berichtes von Pfarrer Mayr 1754 und aus den Vorgängen von 1757 mit einem Male recht deutlich werden, obgleich sie an diesen Stellen weiter kaum angesprochen sind.

Pfingstkranzl von Theo Heigl


Von der Erinnerungsgabe zum Sittenpreis

Ohne Zweifel aber hat man es beim Kötztinger Pfingstkränzlein auch mit einer Erinnerungsgabe zu tun. Das Kötztinger Pfingstrittlegende berichtet, dass "zu Anfang des 15. Jahrhunderts, 1412", Kötztinger Burschen den Pfarrherrn auf einem Versehgang nach Steinbühl das schützende Geleit gegeben hätten: „Wir dürfen annehmen, dass der Pfarrherr beim ‚gelobten‘ Danksagungsgang das Allerheiligste in feierlicher Weise mittrug, weshalb dann fromme Männer der Pfarrei sich in großer Zahl an dem Zuge beteiligten. Das Kränzlein aber, welches wie heute noch am Fronleichnamsfest, sich um den Behälter der Hostie schlang, mag wohl der Priester nach erfolgter Rückkehr dem bravesten Burschen zum Andenken gegeben haben. …
Immerhin geht den Kötztinger Pfingstfestakten aus dem Jahre 1782 hervor, dass die sogenannte Kränzleinausteilung durch einen Priester „nach einer kurzen auf Tugend und Guten Lebens Wandel abzielenden Anrede“ einem ledigen Burschen, „der sich am löblichsten aufgeführt“ zukomme, „zu unvergesslichen Angedenken des ehemals dem Seelsorger geleisteten Beistands und hierwegen erhaltener Belohnung …"
In Anlehnung an Mehler stellt Hubrich in seinem Freilichtspiel zum Kötztinger Pfingstritt „Pfingstritt“ uraufgeführt 1949, den Ursprung des Kränzleins als Dank- und Erinnerungsgabe dar, die der Geistliche dem tapferen der Kötztinger Jüngmänner, die einen Überfall beim nächtlichen Versehgang mit Erfolg abwehren, überreicht. Dass in diesem Freilichtspiel der „ausgezeichnete Bursch“, zugleich der „Pfingstl“ ist, erscheint nicht von ungefähr, im wesentlichen gilt das Kränzlein jedoch bereits im 19. Jahrhundert als ein Sittenpreis, mit dem seit unvordenklichen Zeiten ein Bürgerssohn bedacht werde, der sich während des ganzen Jahres am ehrbarsten und löblichsten aufgeführt habe (1757). Zugleich ist auch davon die Rede, dass das Kränzlein „zu vergelt und ferneren Auferbauung“ einem Bürgerssohn verehrt werde (Vergleiche 5).
Gleichzeitig wird auf den Brauch hingewiesen, dass der ausgezeichnete Bürgersohn mit seinem Kränzlein im Markt umherging, Geld sammelte und sich später im Wirtshaus mit Trinken und Tanzen bis tief in die Nacht hinein wohlauf machte.
Damit tritt neben den religiösen Sinn der Auszeichnung ein deutlich weltlicher Charakter. In späteren Zeiten, im Bürgersohn-Gedanken des 19. Jahrhunderts, gewann dieser weltliche Charakter noch an Gewicht, während der ursprüngliche Erinnerungs- und Segensgedanke in den Hintergrund trat.

Aus Brigitte Ertls Buch "Kötztings Bürgerstolz" : Pfingstkranzlausstellung



Bezeichnungen

Das Kränzlein wird im Volksmund allgemein als „Kranzl“ bezeichnet. Es erscheinen jedoch noch mehrere Bezeichnungen: „Tugendkränzlein“, „Tugendkranz“, „Pfingstkränzlein“, „Ehrenkränzlein“ und anderes mehr.

1754: Cränzlein
1757: Ehren-Cranzl
1820: Kränzlein, „an den würdigsten der Jünglinge“ – Erteilung eines Kranzes an den sittlichsten Jüngling – Kränzlein; „Schönstes Beispiel der Tugend“;
1900: Mehler S. 11: „goldenen Kranz der Tugend, auf dass der damit Bezeichnete auch ferner als guter Diener, eifriger Christ und treuer Diener des Vaterlandes seine Pflicht erfülle …“
1903: Sittenpreis
1912: Über den Sinn des Kränzchens: Geistlicher Offiziator Kooperator Schmidt, bei der Festansprache zum 500. Pfingstritt: „Pfingstreiter! Ihr sehet unter euch heute Reiter, welche ein goldenes Kränzlein tragen, jugendliche; diese erhielten es erst in jüngster Zeit, aber auch ältere, die in Ehren ergraut. Für alle ist es ein Ehrenkränzchen für eine in Unbescholtenheit verbrachte Jugendzeit. Das war die Auffassung unserer Väter. Eine Jugend, die unentweiht, ist würdig mit einem goldenen Kränzchen vor aller Welt geehrt zu werden. Das ist auch unsere Auffassung. Ehre und Lob verdient eine Jugend, die in sittlicher Reinheit verbracht wird. Auch heuer soll wieder ein Jüngling mit diesem Ehrenkränzchen geschmückt werden ...“
1917: „Pfingstkränzchen als Ehrenkranz für dreijährigen Kampf um deutsche Farbe und Sitte und deutschen Glauben…“ KÖA 2. 6. 1917
1930: „Pfingstkränzchen“ (KÖZ 11. 6. 1930)
1940: Filigrankränzchen (KÖZ)
1943: Pfingstkränzchen (KÖZ 12./13. 6. 43)
1953: 1953: Geistlicher Offiziator Wagner bei der Festansprache an den Pfingstbräutigam: „Und so muss es euch allen und denen, die mit euch verbunden sind, eine Ehre sein, wenn am heutigen Pfingstmontag nach altem Pfingstbrauch einer aus eurer Mitte besonders geehrt und ausgezeichnet wird: Das Ehrenkränzlein, das er nun hinnehmen darf, soll euch Wahrzeichen sein, stets aufrecht zu wandeln wie die Väter … Für die Auszeichnung mit dem Tugendkränzlein wurde im Jahre 1953 ausersehen der Bürgers- und Landwirtsohn Otto Gerstl.“
1968: Geistlicher Offiziator, Kaplan Martin; Festansprache: „Zur Erinnerung an 1412 wird auch heuer wieder ein jünger Mann aus Eurer Mitte mit dem Ehrenkränzchen ausgezeichnet. Dieses Kränzchen sei für ihn und die gesamte Stadt eine Anerkennung aber auch eine echte Verpflichtung zu Heimattreue und Gläubigkeit. Zum 556. Ritt fordere ich den Herbert Amberger, Sohn des Marktmüller Karl Amberger auf, das Pfingstkränzlein zu empfangen. Er reite vor“.

Mittwoch, 22. April 2026

Wo ist das - Suchbilder 2026

Hier nun die Suchbilder von 2026: 

Suchbild 6

Wo in Bad Kötzting  liegt diese Brücke?  Den oberen Bildrand habe ich abgeschnitten, sonst wäre die Lösung viel zu einfach gewesen.







Suchbild 5


Eine malerische Hütte auf einer beliebten Sonntagswanderstrecke in Kötzting mit vielen Erinnerungen.
Wo stand diese Hütte?


Die Lösung:

Natürlich auf dem Ludwigsberg - Kötztings traditionelles Sonntagsausflugsziel



Suchbild 4

Hinter dieser Suchaufgabe steckt nun tatsächlich auch für mich der Wunsch nach einer Lösung, denn ich kenne das abgebildete Haus nicht. Es stammt aus einem Artikel vom Januar 1976, als die Umschau mehrere Objekte in der Stadt abbildete, die nicht gerade "vorzeigbar" erschienen für die zukünftige Entwicklung der Stadt. Im Falle des Suchbildes hieß es, dass regelmäßige Einbrüche und unrechtmäßige Übernachtungen in diesem (Neben?-) Gebäude stattgefunden hätten und die Zustände daher untragbar seien. 
Mein eigener Tip:  Das Rückgebäude vom Fischer Peteranwesen (das war wohl ein Irrtum...)
Wo war das in Kötzting?

Lösung Suchbild 4:

Es ist der ehemalige "Lembergerkeller" in der Holzapfelstraße und das rechts angeschnittene Hauseck mit der Hausnummer 13 gehört zum ehemaligen Monokel.






Suchbild 3


Wo kommt das Auto auf diesem Bild her und zu welchem Anwesen gehörte das Gebäude auf der rechten Bilderseite?


Lösung:

Diese Suchaufgabe wurde sehr schnell und von sehr vielen richtig beantwortet: es ist die Einbiegung von der Müllerstraße rechts hin zur heutigen (Fußgänger-) Oberbergerbrücke, die damals noch - wenn auch nur eingeschränkt - befahrbar war.



Suchbild 2

vermutlich zu einfach, aber vielleicht kann ich mich auch täuschen: Wo in Kötzting stand denn diese Außenterrasse?  

Btw: die Bank gibt es heute noch, allerdings nicht an dieser Stelle.

 

Lösung:
Viele haben es gleich erkannt, das ist die ehemalige Steinterrasse vor dem Gasthaus Dreger in der Marktstraße, die der großen Marktstraßensanierung in den Jahren 1983/1984 weichen musste, um die Straße fußgängerfreundlicher zu machen. Die halbhohe Stützmauer dieses Freisitzes war übrigens jahrzehntelang der "Kirtasitzplatz" eines schwerbehinderten Akkordeonspielers, der sich hier mit Musik seinen Lebensunterhalt zu verdienen versuchte und mich in meinen Kinder - und Jugendjahren begleitete.

Suchbild 1

Am Rand des Stadtgebiets von Bad Kötzting, fast ein wenig verborgen, liegt dieser stille, idyllische See.
Kennen Sie seinen Namen – und wissen Sie, wo er zu finden ist?


Lösung: Es ist der Steinbachsee rund herum um das Jahr 1960. Foto Kretschmer

Foto Kretschmer: aus diesem See wurde, den starken Höhenunterschied ausnutzend, eine Druckwasserleitung heruntergeführt zum heutigen Hotel Steinbachtal.



🗺️ Kleines Suchspiel zum Schluss:

Viele Geschichten und Meldungen aus und über Kötzting lassen sich nicht nur lesen, sondern auch direkt im Stadtplan entdecken.
Die Interaktive Karte Kötzting führt über ihre Marker unmittelbar zu den passenden Blogbeiträgen – Geschichte zum Anklicken.

🔎 Wer diesen Beitrag dort wiederfinden möchte, muss ein wenig suchen:
Er verbirgt sich in der Markergruppe Suchaufgaben

Viel Freude beim Entdecken!

                                              🗺️ Interaktive Karte Kötzting öffnen


Montag, 20. April 2026

Ein alter "Beruf": der Ameisler

Aus dem Bücherbestand des so früh verstorbenen Kurt Kühlmeyer haben wir für das Bad Kötztinger Stadtarchiv einige weitere Bücher erhalten, darunter auch  die zwei Bände des Neuerner Lehrers und Volkskundlers Josef Blau: "Böhmerwälder Hausindustrie und Volkskunst" als Originalausgabe aus dem Jahre 1919. (Der Morsakverlag brachte diese beiden Bände in der Vergangenheit in mehreren Neuauflagen wieder heraus).
Beim Durchblättern der hochinteressanten Bücher stieß ich auf die Abhandlung über einen (seltsamen und schon lange ausgestorbenen) Beruf, der mich direkt an meine Kinderzeit denken ließ.
Mein Vater war zwar Kötztinger Bäckermeister in seinem Hauptberuf aber im Hintergrund drehte sich bei ihm vieles um Tierhaltung und Tierzüchtung. Vor allem ging es um Geflügel und dabei durchaus auch um essbare.....

Die Berufsbezeichnung, um die es in dem Buch ging, hieß: "der Ameisler" und das, was dieser "Ameisler" machte, konnte auch mein Vater.
Zunächst aber als Hinführung zu diesem Thema eine Beschreibung der Situation im Hause Pongratz in der Marktstraße mit der Wandlung von der Brieftaubenhaltung zum Minivogelpark mitten am Marktplatz.

 

Dieser große Stadel im Hinterhof des Anwesens Pongratz  wurde Anfang der 1960er Jahre abgerissen.


Im Hinterhof kann man das neue Flachdachgebäude erkennen. Am Marktplatz ist noch der alte
Kuhstallpflasterbuckel vorhanden, ein Belag, wie er heute noch an der St. Veitskirche vorkommt und 
man sieht, dass damals noch Gras und Klee wuchs auf dem Kötztinger Marktplatz.
Bild Hans Traurig 

Mit dem Abbruch des großen Stadels im Hof und dem Neubau des Nebengebäudes war nun auch Platz für einen "vernünftigen" Taubenschlag und die umfangreichen Volierenanlagen. 


KU SW 845. Brieftaubeneinsetzen im Hinterhof der Bäckerei Pongratz.
Mitte mit der Lederjacke Franz Wagerer


Ein Zufallsfund: beim Durchstöbern alter DIAs habe ich im Bild die "Taubereruhr" meines Vaters gefunden. Deutlich sichtbar ist der kreuzförmige Schlüssel, mit dem bei einem - einem Wettflug vorgelagertem - Treffen, die Uhren aller Teilnehmer geeicht, welche anschließend verplombt wurden.
Mit demselben "Schlüssel" wurde nach dem Eintreffen der Reisetaube und der Sicherstellung des Gummiringes dieser in einer Kapsel verschlossen. Diese Kapsel konnte in die Uhr gesteckt und dort versperrt werden. Eine Umdrehung mit dem Kreuzschlüssel und es wurde zusätzlich noch ein Papierstreifen als Protokoll und Beweis bedruckt. 

Hier der neue Bau im Hinterhof, noch mit einem großen Taubenschlag. Im Zimmer rechts außen
konnte der Einflug der Taube beobachtet und diese sofort von ihrem Gummiring befreit werden. Darunter waren bereits die ersten Volieren sichtbar, die alle im Hintergrund einen großen beheizbaren Innenraum besaßen.

Später kam dann - links als Anbau an die Volieren - noch ein weiterer Käfig für unsere Eichhörnchen hinzu, die nicht mehr innerhalb der Wohnung gehalten werden konnten.
Junge Eichhörnchen im elterlichen Wohnzimmer.

Die "ausquartierten Eichhörnchen" mit meiner Schwester


Der Reisetaubensport ist nicht nur spannend, sondern auch sehr zeitraubend, und so legte mein Vater - vermutlich mit etwas Druck von seiner besseren Hälfte -  seine Ämter bei den Tauberern nieder und stieg in die Vogelzucht ein. Anfänge dazu hatte es schon gleich mit dem Bau der Volieren gegeben. Hier konnte er den Zeitverbrauch seines Hobbies besser den Erfordernissen der Bäckerei anpassen.
Zuerst waren es nur die noch relativ einfach zu kultivierenden und fütternden Zebra- und Prachtfinken, die mit ihrem Gezwitscher den Hof füllten.
Dann aber kamen die Weichfresser hinzu, die chinesische Nachtigall, Schamadrossel, Pitas, Zwergwachteln, Rallen, Kardinalvögel und so weiter, für die er zusätzlich auch für beheizbare Innenräume zu sorgen hatte und eben Weichfutter, von Obstscheiben bis hin zu Lebendfutter.

Der Beo wurde zum kleinen Problem, weil er den familieninternen Pfiff, mit dem sich meine Eltern informierten, dass der jeweils andere im Hauptgebäude gebraucht würde, so oft gehört hatte, dass er ihn täuschend ähnlich nachmachen konnte und so munter vor sich hin pfeifend meine Eltern ärgerte. 

Der Beo imitierte sowohl die chinesische Nachtigall
wie auch den „Familienpfiff“ der Eltern

 

Chinesische Zwergwachteln mit ihrem halbwüchsigen Jungen. Direkt nach dem Schlüpfen haben diese eine Größe gerade mal wie eine Hummel.


Schamadrossel 


eine Ralle


Ein roter Kardinal


Die Prachtfinken


Diamanttäubchen


Ein Pitta


Dies sind einige der Vögel, von denen ich noch Bilder habe finden können.
Im ersten Stock wurden später die Taubenschläge rückgebaut und 6 oder 7 längliche Flugvolieren für die Papageienzucht (Nymphemsittiche) errichtet. Noch heute kann man an dem Rückgebäude im Innenhof diese Strukturen erkennen.
Papageien, Kanarienvögel und Wellensittiche wurden in großem Stil gezüchtet und auch verkauft.
Für manche seiner Lieblinge - eben die oben genannten Weichfresser -  war es sehr aufwändig, abwechslungsreiches Futter zu erhalten, aber da war mein Vater sehr erfindungsreich und hatte uns Kinder als seine Unterstützer.

Spezialfutter 1: Löwenzahnblüten für die Körnerfresser
Vor dem Abflug der "Flugschirme"  des Löwenzahnblütenstandes durchläuft der Blütenkopf mehrere Stationen.
Austrieb - Blüte - Schließen der Kronblätter - Samenerzeugung - Öffnung der Kronblätter - Abflug.
Der richtige Moment der Ernte ist der Zeitpunkt, wenn die Samen gebildet sind und die Spitzen der späteren Schirme bereits weiß über die geschlossenen Kronblätter hinausragen. Zu diesem Zeitpunkt müssen die Blütenköpfe geerntet werden. Danach werden die geschlossenen Kronblätter mit den Schirmen abgerissen und es verbleibt der Blütenboden mit den eingebetteten schwarzen Samenkörnern. 
Spezialfutter 2: Heuhüpfer und dann noch 
Spezialfutter 3: Ameiseneier 
Und damit sind wir endlich beim Thema: 
Gleich zuvor ein Hinweis: 
Nicht nur, dass die großen Roten Waldameisen bei uns in den 60er Jahren bereits streng geschützt  waren, es hätte diese Riesen-Ameisenhügel bei uns auch gar nicht in der ausreichenden Menge (mehr)  gegeben. 
Anders als in dem folgenden Artikel von Josef Blau beschrieben, sammelte mein Vater ausschließlich die Eier der viel kleineren aber dafür auch sehr weit verbreiteten und - vor allem auf sonnigen Hängen und Rainen sehr häufigen - kleinener schwarzen Wegameise.  

Der Ameisler - nach Josef Blau

Er hat seinen Arbeitsplatz im Walde. Von einem ebenen, unbgrasten und unbemoosten Flecke aus führen nach mehreren Seiten kleine, kurze und seichte Gräben, die jeder in ein wenig tiefes Grübchen endigen. Gräben und Grübchen sind mit grünem Reisig bedeckt. Der Ameisler ist nicht da. Er arbeitet eben an einem Haufen der roten Waldameise. Behende schaufelt der Mann das aufgedeckte Innere des Haufens mit den weißen Puppen und vielen Ameisen und den Massen Nadeln auf ein Tuch oder in einen aufgehaltenen Sack. Er fasst die Enden des Tuches zusammen (bindet den Sack zu) und eilt zu seinem Platze. Hier schüttet er den Inhalt ergreifen die Ameisenpuppen und trachten sie zu verbergen. Sie flüchten in die gedeckten Laufgräben und legen ihre glücklich geretteten Lasten in die finsteren Gruben; dann eilen sie zum wirren Haufen zurück und holen so lange Puppen herbei, bis nur mehr die Nadeln und das Volk der Arbeiterinnen in der Mitte zurückbleiben. 
Der Ameisler hat sich unterdessen in die Sonne gelegt oder neue Ameisen herbeigeholt. Er hat die Hände ganz rot und entzündet, was von der vielen Ameisensäure herrührt, mit der ihn die aufgeschreckten Tierchen, ihr bedrohtes Heim verteidigend, bespritzen.
Ist seine Arbeit zu Ende, so holt er die „Ameiseneier“ aus den Grüblein in ein eigenes Säckchen und begibt sich, zufrieden mit seiner Ausbeute, nachhause.
Die „Ameiseneier“ dienen als Futter für Singvögel. In früherer Zeit wurde die Ameislerei viel stärker betrieben als heute, wo nur noch hie und da ein Vogelliebhaber im Laufe des Sommers einmal an einem Sonntag-Nachmittag ameiselt. Vor dreißig Jahren kannte ich Leute, die mit Ameiseneiern zu den „Vögelnarren“ kamen und sie ihrer seitelweise verkauften. In der Nähe von Wien gab diese Beschäftigung um 1870 noch einigen Familien Erwerb.¹)

Schaller berichtet aus dem Gebiete der Herrschaft Merklīn bei Staab 1789:
„Einige der hiesigen Leute wissen auch auf eine sehr leichte Art eine große Menge Ameiseneyer zu sammeln, die sie bis Prag und Wien abliefern.“



Natürlich gibt es Weich- und Lebendfutter zu kaufen bzw. zu züchten, auch bei uns stand im sogenannten  "warmen Zimmer" über der Backstube ein Zuchtkasten für Mehlwürmer, aber diese waren viel zu nährstoff- und nicht abwechslungsreich genug. 
Vaters  "Viechtacher Tour zur Mittagszeit" - also die Belieferung unserer Wiederverkaufskunden im Bereich des Landkreises Viechtach. -  führten ihn zu vielen "Brotweibern" - genauer in der Einzahl: "Broutweij" genannt- , die zumeist auf einzeln stehenden Bauernhöfen lebten und die Brotlaibe verkauften, um sich ein Zubrot zu verdienen.  Zu diesen Bauernhöfen führten häufig nur Feldwege, deren Wegeränder und Raine im Hochsommer von den Hügeln der normalen Wegameise geradezu übersäht waren. 
Ein gut schließender Blecheimer war immer im Auto und nun musste man nur schnell sein. 
Zu Mittagszeiten transportieren die Ameisen nämlich ihren gesamten Puppenbestand hinauf in den oberirdischen Teil des Ameisenbaus - und bringen diese nachts wieder in die Tiefe und Wärme des Baues zurück. Mittags im Hochsommer waren also diese kleinen Ameisenhügel im Inneren gefüllt mit einer Unmenge von Ameisen"eiern" und natürlich auch mit vielen Ameisen.
Schritt eins: Deckel des Eimers auf und den ganzen Hügel - händisch - schnell mitsamt der Erde, den Eiern (eigentlich sind es Ameisenpuppen) und den Ameisen in den Eimer schieben und den Deckel wieder GUT schließen.
Schritt zwei: bei uns im Hof lag in einer sonnigen Ecke ein alter Schubladen mit einer Glasabdeckung, die an einer Ecke abgeschattet war.  In diesen alten Schubladen mitten in der prallen Sonne wurde nun der gesammelte Inhalt geschüttet.
Die Ameisen lieben zwar Wärme, aber dort unter der Glasscheibe ist es halt nicht warm, sondern heiß, viel zu heiß für das Gelege, weshalb die Ameisen sofort beginnen, ihre Puppen aus der Erde/Puppen  Mischung  herauszupulen und diese in der abgeschatteten Ecke in Sicherheit zu bringen.
Diese abgeschattete Ecke ist aber in Wirklichkeit ein kleiner Schuber, der nach kurzer Zeit ALLE Ameiseneier des Eimers schön sortiert enthält. Nun kann dieser kleine Schuber entnommen werden und man erhält
Schritt drei: ein kleines Päckchen Ameiseneier bereit zum Einfrieren als Winterfutter für die Weichfresser. 

Zur Ergänzung hier noch zwei Bilder von Überbleibseln aus dem Haushalt Pongratz:


Foto Pongratz: Das ist einer der Versandtkörbe für die Brieftauben

Foto Pongratz: Dieser "Wohnzimmerschrank" stand in unserem "Kombi-Kinder-Tiere-Spielezimmer im Erdgeschoss, in dem dann wahlweise die Kanarienvögel/Zeisige/Stieglitze/Gimpel zwitscherten. Zusätzlich wohnten dort auch noch - solange sie klein waren - die zwei Eichhörnchen, ein einsamer Gockel - genannt Hansi -, der als Küken halb erfroren auf einem Misthaufen in Wettzell entdeckt und gerettet wurde, und ein/zwei Goldhamster in ihren Käfigen.


🗺️ Ein Tipp zum Schluss:
Auch dieser Beitrag ist in der interaktiven Karte Kötztings eingetragen.
Dort werden Beitrag um Beitrag aus der Häuserchronik und die vielen anderen  historischen Themen dieses Geschichtsblogs direkt im Stadtplan verortet – jeder Marker führt per Klick zum passenden Blogbeitrag.
Die Karte funktioniert am PC ebenso wie auf dem Smartphone und kann sogar als kleine App gespeichert werden.

 Reserve weiß Dieser Beitrag ist in der interaktiven Karte unter der Markergruppe Kötztinger Allerlei zu finden.









Freitag, 17. April 2026

Radfahren in Kötztings Geschichte

Historische Einkehr mit Zusatzschmankerl

Thema: Rund herum um den Haidstein







Historische Einkehr


Gleich zu Beginn ein wichtiger Hinweis:

Die Teilnahme an einer geführten Radltour ist einfach ein zusätzliches Angebot und keine Voraussetzung für die Historische Einkehr. Wer also lieber direkt zum "normalen" Abendprogramm kommen möchte, für den bleibt es wie gewohnt: einfach bei der Kurverwaltung für die Einkher anmelden und dabei angeben, ob die Teilnahme mit Radlfahrt oder nur am „Essensvortrag“ im Restaurant Edelweiß in der Spielbank gewünscht ist.

In diesem Frühjahr bekommt unsere beliebte „historische Wanderung mit Einkehr“ eine frische Wendung. Wir schalten einen Gang höher – und steigen aufs Rad.  Unsere Radltour führt auf einem abwechslungsreichen Rundkurs hinauf zum Haidstein, mit Blicken in Landschaft und Geschichte. Den Abschluss bildet schließlich – ganz traditionell und doch neu gedacht – die historische Einkehr in der Spielbank Bad Kötzting. Dort begeben wir uns, wie gewohnt mit Bildern, Dias und Erzählungen, gemeinsam auf eine kulturgeschichtliche Reise über die Orte der Radltour.
Treffpunkt für die Historische Einkehr ist um 17.00 Uhr im Eingangsbereich der Spielbank Bad Kötzting.

Ablauf & Zeiten
Die Radfahrer treffen sich um 13.30 Uhr zur Abfahrt vor dem Pongratz-Stall und werden den Zielpunkt Spielbank Bad Kötzting gegen 17.00 Uhr erreichen und dabei noch einmal der Hinweis, dass eine Teilnahme an der Historischen Einkehr natürlich auch ohne die vorherige Radfahrt möglich ist, denn  nicht jeder aus der großen Runde unserer „Stammteilnehmer“ möchte/kann eine rund 24 km lange Radstrecke mit vielen geschotterten Teilstrecken mit dem Fahrrad fahren. 


Wichtiger Hinweis zur Strecke:
Ein Großteil der Route verläuft auf geschotterten Forststraßen. Deshalb sollten nur diejenigen teilnehmen, die sich einen unebenen und stellenweise auch lockeren Untergrund zutrauen.
Eine angemessene Schutzausrüstung, insbesondere ein Fahrradhelm, gehört selbstverständlich zur Grundausstattung.  Und keine Sorge:  Ich selbst bin mit dem E-Bike unterwegs – E-Bikes sind also ausdrücklich willkommen 🚴‍♂️🙂  


Anmeldung:

Anmeldung wie gewohnt über die Kurverwaltung.
Bitte geben Sie dieses Mal bei der Anmeldung an, ob Sie an der Radltour teilnehmen möchten oder ausschließlich zur historischen Einkehr dazukommen.


Wer die Radlstrecke mitfährt, erlebt bereits den „roten Faden“, der sich später durch die DIA-Show bei der Historischen Einkehr zieht.

Gleich zu Beginn nehmen wir uns Zeit für den Startpunkt selbst:
Es gibt kurze Einblicke in das Flurstück, an dem wir uns versammeln, in den Urtlbach, den Gehsberg, den Schinderbuckel und das geheimnisvolle „Kroith“ – ein idealer Auftakt, um Landschaft und Geschichte miteinander zu verknüpfen.  Nach einem kleinen ersten Anstieg vorbei am „Pferdestall-Misthaufen“ erreichen wir die Staatsstraße, queren sie und radeln hinüber zur Kapelle von Gehstorf, weiter zum Schmied und zum Feuerwehrhaus – alles Orte mit eigener Geschichte, die man meist achtlos passiert. 
Im Anschluss beginnt ein längerer, aber gleichmäßiger Anstieg nach Ried hinterm Haidstein. Der Weg führt vorbei am fast schon legendären Gartenfestplatz der Gehstorfer, am Trimm-Dich-Pfad – und schließlich zu unserem ersten größeren Ziel: der Rieder Linde, einem markanten Punkt mit Geschichte und Ausblick.
Der Trimm-Dich-Pfad


Danach geht es zunächst ein kleines Stück zurück und dann den Forstweg direkt hinüber zum Hotel Bayerwald in Liebenstein.
Foto Josef Bock: die Rieder Linde

 An jener Stelle, an der sich einst die Burg Liebenstein erhob, legen wir einen Halt ein – ein guter Punkt, um Geschichte und Landschaft zusammenzudenken.
Hier lohnt es sich besonders, einen Blick nach zurück zu werfen um die Kötztinger Berge zu bewundern.
Von hier an beginnt dann die Schotterstrecke, die uns Schritt für Schritt hinauf Richtung Gipfel führt.
 Der Haidsteingipfel ist ein echter „Guck-ins-Land“ – und wir hoffen natürlich auf bestes Ausflugs- und Aussichtswetter 🌄🚴‍♂️

Foto Haymo Richter - Haidsteiner Gipfel


 Nach der Gipfelbesteigung kommt der - radltechnisch - einfachere 2. Teil der Strecke.
Aber 👉 Achtung: Gleich zu Beginn ist ein Gefällestück der geschotterten Forststraße zu bewältigen. Dieser Abschnitt sollte vorsichtig und kontrolliert gefahren werden. 
Anschließend führt uns die Strecke erneut durch Liebenstein – diesmal jedoch abseits der Hauptstraße.
 Wir rollen unten an Ramsried und an der Ammermühle vorbei und legen unseren nächsten Halt an der Wallfahrtskapelle von Bachmeierholz ein. 

Foto Haymo Richter: Kapelle Bachmeierholz
Von dort geht es weiter hinab nach Bachhäuser. Dort verlassen wir die Straße, biegen links ab und fahren in ein Tal hinein, das für mich zu den malerischsten Landschaftsräumen der Kötztinger Umgebung gehört. Gerade im Frühjahr verspricht dieser Abschnitt ein besonderes Erlebnis – vergleichbar mit der Wanderung ins frühlingshafte Zellertal im vergangenen Jahr: ruhig, landschaftlich eindrucksvoll und ideal, um Natur und Geschichte miteinander zu verbinden 🌿🚴‍♂️
Beim letzten Schwenk unserer Tour passieren wir die Hauser Mühle, streifen nur kurz eine Hauptstraße und biegen dann ab in Richtung Fessmannsdorf und Rieselhöhe. Auch hier werden wir noch einmal mit einer herrlichen Aussicht belohnt: der Blick öffnet sich hinunter zu Herrenweiher, Gänskragen und Hutwöhr – genau in jener Jahreszeit, in der die Bäume bereits das erste Grün zeigen, uns den freien Blick in die Landschaft aber noch nicht nehmen. Anschließend geht es bergab, vorbei an den Kötztinger Schulen, und wir können nun einem echten Radweg folgen, der uns bis zur Spielbank führt. Von dort ist es nur noch ein Katzensprung: vorbei am früheren Aschenbrenner-Gelände und schließlich hinauf zurück zum Pferdestall, wo sich der Kreis unserer Tour schließt 🚴‍♂️🌿 und wir zur Historischen Einkehr einen klassischen Einkehrschwung machen.

Serwuschok Luftbilder


Hier für die Teilnehmer die Kerndaten unserer Radlstrecke:


 











Auch hier noch der Hinweis auf das neue Tool der Kötztinger Geschichte(n)
Als ergänzendes Arbeits- und Orientierungsinstrument steht die Interaktive Karte Kötztings zur Verfügung. In ihr sind die Beiträge der Häuserchronik sowie zahlreiche weitere historische Themen räumlich verortet und miteinander verknüpft. Jeder Marker führt direkt zu den zugehörigen Blogbeiträgen und ermöglicht so einen schnellen Überblick über Zusammenhänge, Orte und Entwicklungen.

Die Karte ist sowohl am PC als auch auf mobilen Geräten nutzbar und kann auf Wunsch als App auf dem Smartphone gespeichert werden.

🚶 Wanderung  Dieser Beitrag ist in der interaktiven Karte unter der Markergruppe Wanderung eingeordnet. 

Zur Interaktiven Karte:   🗺️ Interaktive Karte Kötzting öffnen