30 Jahre Arbeitskreis Heimatforschung
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| Eröffnung einer Ausstellung im "Balkenzimmer" im Jahre 2010 v.l. Frau Brigitte Ertl - Clemens Pongratz - Ludwig Baumann - Frau Christa Rabl-Dachs - Frau Marianne Kretschmer - Bgm Wolfgang Ludwig |
Im Juli 1996 war es, als sich ein kleiner Kreis Interessierter zu einem informellen Treffen zusammenfand. Wie ein Kristallisationskern begann diese Runde, Themenfelder herauszuarbeiten, die ein später zu gründender Arbeitskreis möglicherweise abdecken könnte. Aus ersten Überlegungen und gemeinsamen Interessen nahm damit allmählich eine Idee Gestalt an, aus der schon bald konkrete Vorhaben für die Kötztinger Heimat- und Geschichtsforschung entstehen sollten.

"Kötzting. (hr) Seit vielen Jahren wird in Kötzting von der Gründung eines Arbeitskreises für Heimatforschung gesprochen, der sich der Aufarbeitung der verschiedensten Themen der reichen Vergangenheit der Pfingststadt wie auch der jüngeren Zeitgeschichte annehmen wird. Am Dienstag konnte dieses Vorhaben realisiert werden. Im Verlauf der Zusammenkunft eines Kreises von interessierten Bürgern, zu der Bürgermeister Wolfgang Ludwig in den Sitzungssaal des Rathauses eingeladen hatte, konstituierte sich ein Arbeitskreis. Auf Vorschlag des Bürgermeisters wurde Stadtrat Dr. Dieter Casaretto zum Sprecher bestimmt.
Die Themenbereiche für den Arbeitskreis ergeben sich, wie man es bei der Sitzung zum Ausdruck brachte, schon aus der Zusammensetzung des Personenkreises und dessen Interessenschwerpunkten, so zum Beispiel Architektur in Kötzting, Kataster, historische Archivforschung, Fotodokumentation, Zeitzeugenbefragung, Sammlung von Geschichten über Kötzting, dann der Pfingstritt mit der Dokumentation des kirchlichen und weltlichen Brauchtums. Brauchtum im besonderen Sinne, dazu Familienforschung, Brauchtumsforschung und Vereinsforschung, hier insbesondere die Sicherung der Vereinschroniken.
Schon jetzt bittet Bürgermeister Wolfgang Ludwig um Unterstützung dieses Arbeitskreises. Er hofft, dass die Kötztinger von sich aus sich gern zur Verfügung stellen, wenn es um die Erforschung und Dokumentation der Stadt und ihrer Geschichte geht!
Auch die Kötztinger Umschau berichtete von unserem ersten Treffen und unseren Absichten:
KÖTZTING. Ein am Dienstagabend gegründeter Arbeitskreis soll der Heimat- und Geschichtsforschung von Kötzting auf die Sprünge helfen. Unter dem Vorsitz von Dr. Dieter Casaretto bemühten sich zur Zeit acht weitere Kötztinger, die Geschichte und Geschichten der Pfingstrittstadt näher zu durchleuchten. „Jeder kann und soll mitmachen“, appelliert Bürgermeister Wolfgang Ludwig an die Kötztinger.
Vor einem zehnköpfigen Gremium erläuterte der Rathauschef am Dienstagabend die Ziele und Beweggründe für den geplanten Arbeitskreis. Es gelte nicht nur ein Wahlversprechen einzulösen, sondern alles, was mit Kötzting und seiner Vergangenheit zu tun hat, festzuhalten.
Neben Bürgermeister Wolfgang Ludwig waren sein Vize Frieder Costa sowie Pfarrer Max Heitzer, der Heimatforscher Ludwig Baumann, Dr. Dieter Casaretto, Karl Amberger, Clemens Pongratz, Georg Brandl, Haymo Richter, Christa Rabl-Dachs und Marianne Kretschmer zu der Arbeitskreisbildung ins Rathaus gekommen. Dabei ging es nach den Worten von Wolfgang Ludwig nur darum, das weitere Vergessen im Bereich der Heimat- und Geschichtsforschung etwas zu konkretisieren und auf den Plan zu bringen. Sein eindringlicher Appell richtet sich an die Bürger von Kötzting und Umgebung: Der jetzt gebildete Arbeitskreis will und soll sich personell durch Mitarbeiter aus der Bevölkerung verstärken. Ferner hängt der Erfolg der Arbeit von der Zulieferung von ausreichend Material ab.
Feldpost und Bilder
Nach der Wahl des Arbeitskreisvorsitzenden wurden am Dienstag verschiedene Bereiche definiert und auch personell besetzt. Gefragt ist alles, von der Feldpost bis hin zu Plänen oder Bildern. Dr. Dieter Casaretto soll als Vorsitzender ein Bindeglied zwischen der Heimat- und Geschichtsforschung und der Stadt sein.
Mit Karl Amberger hat die Stadt einen Experten in Sachen Kataster und Kartierung. „Alte Pläne, Aufzeichnungen und Verzeichnisse wären für die Arbeit der Heimatforscher außerordentlich interessant und wichtig“, betont Poidl Sperl. Er führt ehrenamtlich die Geschäfte
des Arbeitskreises. Georg Prantl ist für den gesamten Bereich Bauplanung und Bauwesen zuständig. Ihm unterstehen vor allem alle Pläne und Aufzeichnungen sowie Grundrisspläne. Haymo Richter ist Ansprechpartner für alles, was den Pfingstritt betrifft. Außerordentlich engagiert hat sich Clement Pongratz im Bereich der Familienforschung. Wer über Ahnentafeln oder ähnliche Aufzeichnungen verfügt, sollte sich mit ihm in Verbindung setzen. .
Natürlich sind auch Fotos von Kötzting Häusern, Straßen und Menschen gefragt. Auf diesem Gebiet erfährt der Arbeitskreis Unterstützung von Marianne Kretschmer und Christa Rabl-Dachs. Die beiden Damen sollen auch Interviews mit „alten Kötztingern starten“, um auf diese Weise Überlieferungen festzuhalten.
Um das Material sichern, ordnen und auswerten zu können, wird noch ein passender Raum benötigt. Im Herbst will der Arbeitskreis mit einer historischen Filmvorführung an die Öffentlichkeit gehen und sich die Heimat- und Geschichtsforschung kräftig die Werbetrommel rühren.
Und so folgte der nächste Schritt: Die Stadt Kötzting lud für den 1. August 1996 zu einer ersten Informationsveranstaltung ein.
Dazu waren bereits Formblätter vorbereitet worden, auf denen die künftigen „Arbeitskreisler“ ihre Interessenschwerpunkte und gewünschten Arbeitsbereiche ankreuzen konnten.
Wenn ich an den 1. August 1996 zurückdenke, muss ich heute noch schmunzeln. Während sich in Kötzting eine Gruppe Bürger zu einem ersten Treffen der Heimat- und Geschichtsforschung zusammenfand, steckte ich eigentlich noch mitten im Pfadfinderleben: Wie schon in vielen Jahren zuvor verbrachte ich die erste Augustwoche mit den Sinzinger Pfadfindern im Zeltlager. Von dort kam ich direkt – in meinem bewährten „Räuberzivil“ und unrasiert – zu diesem Treffen.
Der Kontrast hätte kaum größer sein können: eben noch Lagerleben, dann plötzlich Heimatgeschichte und die Frage, wie wir unsere Vorhaben gemeinsam anpacken wollten. Die Anwesenden sollten sich über unsere Absichten informieren und konnten sich zugleich für einzelne Interessengebiete melden. Mehrfachnennungen waren dabei ausdrücklich erwünscht.
Die Rückmeldungen der ersten Interessenten machten bereits deutlich, wie konkret unsere Ziele und Vorstellungen waren. Aus den genannten Interessengebieten ließ sich schon ein erstaunlich detailliertes Bild davon gewinnen, welche Aufgaben wir uns für die Kötztinger Heimat- und Geschichtsforschung vorgenommen hatten:
Der Sprecher unseres Arbeitskreises brachte dann die Ergebnis dieses Treffens beim Stadtrat vor, der uns auch sofort seine Unterstützung zusagte:3000 Mark für neuen Verein
KÖTZTING (am). Wer einen Verein gründen will, braucht Startkapital. Dies trug Stadtrat Dr. Dieter Casaretto vor und sprach dabei vom geplanten Heimat- und Geschichtsverein Kötzting.
Es ging um vorab dringend benötigtes Büromaterial, ohne das die Gründungsversammlung am 16. Oktober erst gar nicht vorbereitet werden kann. Dafür hatte Dr. Casaretto einen städtischen Zuschuß von 3000 Mark ins Auge gefaßt, der auch einstimmig genehmigt wurde. Für nächstes Jahr soll dann ein eigener Etat im Haushalt eingerichtet werden.
Auch die Raumfrage – „vielleicht da, wo jetzt das Turnertreffen vorbereitet wird“ – soll demnächst im Interesse aller geklärt werden.
Und nun ging´s in großen Schritten auf eine vorzubereitende Gründungsversammlung zu. Und hiermit schließt sich der Kreis zum Oktoberblog 2016.
Kötzting. (hr) Zu einer weiteren Besprechung wegen der Gründung eines Arbeitskreises für Heimatforschung kam unter Vorsitz von Stadtrat Dr. Dieter Casaretto im Neuen Rathaus ein kleiner Kreis zusammen, um die Gründung vorzubereiten. Man einigte sich darauf, diese Gründungsversammlung am Mittwoch, 16. Oktober, im Pfarrsaal anzusetzen. Bei dieser Gelegenheit kam wieder besonders zum Ausdruck, daß der Arbeitskreis für alle Interessenten offen sein wird.
Der Abend soll mit einem kleinen Einführungsreferat verbunden sein, um die Ziele des Kreises darzustellen. Es wird auch daran gedacht, zum Einstieg einen alten Film oder eine kurze Diaserie zu zeigen. Der Arbeitskreis sucht auch noch einen Namen. Dies will man noch offen lassen, man könnte sich jedoch vorstellen, daß der Kreis „Kötztinger Arbeitskreis für Heimatforschung“ oder einfach „Heimatkreis Kötzting“ heißen könnte. Auch hier ist man für jede Anregung offen. Wichtig wird es sein, daß man es kann nur im Rathaus sein, einen Raum zur Verfügung gestellt bekommt, damit man Sammelobjekte deponieren kann.
Bei dieser Gelegenheit besprach man auch die Methodik des Arbeitskreises. Ziel wird in erster Linie zunächst einmal das Sammeln und Erfassen sein. Besonders die Befragung von Zeitzeugen wird vordringlich sein. Die Mitarbeit im Arbeitskreis soll nach Neigung erfolgen, um später vielleicht Arbeitsgruppen bilden zu können. Ein wichtiger Aspekt wäre sicher die Aufarbeitung Kötztinger Geschichte in den Archiven. Unabdingbar ist es jedoch, die alten Schriften auch lesen zu können. Das erfordert eine gewisse Schulung und vor allem Übung. Man könnte sich vorstellen, daß sich hier junge Leute interessieren könnten.
Das Arbeitsfeld des Arbeitskreises ist groß. Die Kötztinger Geschichte ist vielfältig, sie war lange Zeit darauf, aufgearbeitet zu werden. Freilich wird man auch jüngste Zeitgeschichte nicht vergessen, wie etwa die Dokumentation des Ortsbildes. Damit man an die Reproduktion von Fotos oder Urkunden denken kann, ist auch die Ausstattung mit einem Etat, den der Stadtrat festlegen sollte, eine Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Arbeit des Kreises. Der Kreis wird sich auch um das Pfingstrittmuseum annehmen. Vor allem hier gibt es ein breites Feld der Fotodokumentation.
Schon im Oktober 1996 ging es mit der eigentlichen „Arbeit“ los: Die verschiedenen Arbeitskreise nahmen ihre Tätigkeit auf.
Eine besondere Erfolgsgeschichte schrieb dabei der Lesestammtisch. Seit Oktober 1996 trifft er sich ununterbrochen – lediglich der August ist traditionell stammtischfrei. In all den Jahren hat diese Runde eine schier unübersehbare Menge an Fotokopien verschlungen und einer wechselnden Zahl mehr oder weniger treuer Mitleser zahlreiche historische Dokumente aus dem 16. bis 19. Jahrhundert nähergebracht. Was damals als Arbeitsgruppe begann, ist damit zu einer bemerkenswerten Konstante der Kötztinger Heimatforschung geworden.
Für jemanden, der noch nie an einer solchen „Arbeitssitzung“ des Lesestammtisches teilgenommen hat, mag sich das Ganze ziemlich trocken und langweilig anhören. Doch wer einmal dabei war, weiß, dass hinter diesen gemeinsamen Leseübungen weit mehr steckt als das mühsame Entziffern alter Handschriften.
Ludwig Baumann, der seit der ersten Stunde fester Bestandteil dieser Leseübungen ist, hat bereits im Jahr 2003 in einem Beitrag für die Zeitschrift Schöner Bayerischer Wald einmal anschaulich geschildert, wie es bei uns zugeht:
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| im Text steht zwar 1998, aber wir treffen uns bereits seit Herbst 1996 |
Es war wohl eine etwas naive Vorstellung von uns beiden – von Baumann Ludwig und mir –, dass wir mit unserem Lesestammtisch ein paar zusätzliche wackere Streiter an der Archivfront gewinnen könnten. Ganz so einfach ließ sich die Begeisterung für alte Schriften und historische Quellen dann doch nicht entfachen.
Immerhin: Wenn wir schon nicht die erhoffte Verstärkung für unsere eigene Arbeit gewinnen konnten, so gaben wir doch einigen benachbarten Heimat- und Geschichtsvereinen einen regelrechten Geburtsschubs. Auch das war schließlich ein Erfolg, mit dem wir nicht unbedingt gerechnet hatten.
So durften wir schon Heimatforscher aus Grafenwiesen und Eschlkam bei uns begrüßen, die bald darauf eigene Arbeitskreise gründeten oder ihre heimatgeschichtliche Arbeit weiterentwickelten. Auch größere Gruppen aus Reitenstein und Weißenregen waren schon mehrfach unsere Gäste, wenn die angekündigten Beiträge Themen aus ihren jeweiligen Ortschaften behandelten.
Ein Beispiel aus unserem Lesestammtisch
Was wir unseren Teilnehmern bei diesen Zusammenkünften zumuten, zeigt das folgende Beispiel:
Das abgebildete Dokument ist die erste Seite des Testaments von Wolfgang Samuel Luckner, dem Kötztinger Kammerer, aus dem Jahr 1794. An solchen Quellen üben wir das Lesen und Entziffern alter Handschriften – und erschließen uns dabei ganz nebenbei ein Stück Kötztinger Geschichte.
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| Im Namen der Allerheilligsten Dreyfaltigkeit urkunde und bekenne ich Samuel Luckner Churfürstlicher Hopfen Liferant und frey resignierter Kammerer zu Kötzting öffentlich ...... |
Dazu passte es ganz gut, dass wir uns privat einen jungen Hund angeschafft hatten, der auch im Urlaub eine besondere Betreuung brauchte. Während meine Frau mit den Kindern am Strand des Gargano in Italien die Ferien genoss, blieb ich mit dem Hund, Rotwein, Weißbrot, meinem Laptop und meinen Notizen auf der schattigen Terrasse zurück. Nach zwei Wochen Urlaub war die Grobstruktur der Kötztinger Häusergeschichte tabellarisch entschlüsselt.
Dabei lösten sich manche kleinen Rätsel und Unklarheiten über historische Ortsangaben fast wie von selbst. So konnten wir beispielsweise folgende Fragen klären:
- Wo lag der Vogl(hof)? – bei Christian Schneider.
- Wo und was war die Wuhn? – Sie lag dort, wo sich heutzutage die Fahrschule Schötz befindet.
- Wo befand sich in Kötzting der Rindermarkt? – Am Ende der Metzstraße.
- Wo war der Pferdemarkt? – Am Ende der Schirnstraße.
- Wo lagen die Brandstätten nach dem Dreißigjährigen Krieg?
- Wo befand sich das Kötztinger Schlachthaus? – Ebenfalls am Ende der Metzstraße.
- Wo war in Kötzting das Brothaus? - im Alten Rathaus und im Mesnerhaus
Für Familienforscher gibt es eine goldene Regel, die ich mir auch für meine eigene Arbeit zu Herzen genommen habe:
Warte nicht zu lange damit, deine Forschungsergebnisse zu veröffentlichen! Denn es kann durchaus geschehen, dass deine Nachfahren aus Unwissenheit oder Desinteresse die gesammelten Forschungsmaterialien eines Tages einfach wegwerfen. Was über Jahrzehnte mit Mühe zusammengetragen wurde, wäre dann unwiederbringlich verloren.
Schon lange vor den Zeiten von Facebook und erst recht vor dem Erscheinen dieses Blogs begannen wir – und damit sind wieder Ludwig Baumann und ich gemeint –, unsere Forschungsergebnisse öffentlich zugänglich zu machen.
Im Schaufenster der Sonnenapotheke stellten wir monatlich wechselnd eines der Kötztinger Bürgerhäuser vor, verbunden mit seiner Handwerksgeschichte und der Abfolge seiner Besitzer. Auf diese Weise konnten sich die Passanten mit der Geschichte ihrer Stadt und der Häuser vertraut machen, an denen sie tagtäglich vorbeigingen.
Diese Zusammenstellungen fanden später über mehrere Jahre hinweg ihren Niederschlag in den alljährlichen Kalendern, welche die Sonnenapotheke zum Jahreswechsel herausgab. Damit erhielten unsere Forschungsergebnisse eine dauerhafte und anschauliche Form – und die Kötztinger Häusergeschichte wurde Stück für Stück einem breiteren Publikum zugänglich gemacht.
Da meine Abschriften der Briefprotokolle zunächst nur die wesentlichen Fakten enthielten – also wer was an wen verkaufte und wo das betreffende Haus lag –, wollten wir einen Schritt weitergehen: Unser Ziel war es, die Briefprotokolle vom Staatsarchiv kopieren zu lassen und die Kopien anschließend neu gebunden in unserem Stadtarchiv aufzubewahren.
Rund 7.000 Seiten mussten dafür kopiert und bezahlt werden. Also machten wir uns auf die Suche nach Sponsoren, um dieses Vorhaben finanzieren zu können. Zahlreiche Kötztinger Geschäftsleute, aber auch Privatpersonen beteiligten sich an den Kosten. Im Durchschnitt waren es etwa 200 Mark pro Sponsor. Als Dank dafür wurden ihre Namen in den neuen - neu zu bindenden - Büchern jeweils auf der ersten Seite verewigt.
Natürlich konnten wir bei diesem Vorhaben auch auf die finanzielle Unterstützung der Stadt Bad Kötzting zählen. Diese Hilfe war ebenso wichtig wie die großzügige Bereitstellung von Räumen und Geräten. Ohne die Unterstützung der Stadt hätten wir die umfangreichen Sammlungen, über die wir heute verfügen, gar nicht in diesem Umfang aufbauen können.
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| Inge Pongratz in Ihrem Element |
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| Ihr Schreibtisch ist jetzt mein Schreibtisch, damals war noch etwas Platz in den Regalen.... |
| Arbeitszimmer des Arbeitskreises und gleichzeitig auch des Stadtarchives, wir platzen aus allen Nähten..... |
Frau Marianne Kretschmer und
Frau Christa Rabl-Dachs
Frau Brigitte Ertl
Was von diesen Frauen in den letzten Jahren gesammelt, eingeordnet und für Ausstellungen zusammengestellt worden ist, ist Aller Ehren wert.
Nachfolgend nur eine Zusammenstellung deren Aktivitäten in den letzten Jahren.
30 Jahre Arbeitskreis Heimatforschung
Ein Bericht von Marianne Kretschmer auch für Brigitte Ertl und Christa Rabl-Dachs.
Im Oktober 2016 kann der Arbeitskreis ein Jubiläum feiern, er besteht nunmehr seit 20 Jahren. Das ist eine Gelegenheit für uns drei auf die geleistete Arbeit zurückzuschauen und die Erfolge zu offenzulegen..
Zur Vorgeschichte: Bereits vor der Gründung des AKH veranstaltete Brigitte Ertl Ausstellungen unter dem Motto
“Altbayerische Volkskunst” im alten Dirnberger-Haus (inzwischen abgerissen).
In diesen Ausstellungen wurden Fotos von AltKötzting aus den Archiven Kretschmer und Rabl-Dachs teilweise als Dekoration verwendet oder auch als Sonderausstellung präsentiert. Die Ausstellungen und auch die Fotos fanden großes Interesse, so dass wir, Brigitte Ertl, Marianne Kretschmer und Christa Rabl-Dachs , im Jahr 1995 uns entschlossen eine größere Ausstellung zum Thema “Wirtshäuser in Kötzting” im Balkenzimmer im Haus des Gastes zu veranstalten. Die Volkskunst blieb erhalten, aber die alten Fotos erhielten mehr Platz . Wir gingen auf die Jagd nach passenden alten Fotos für diese Ausstellung, die geliehenen Fotos wurden von mir auf Diafilm reproduziert, Christa war der Hol-und Bringdienst, Brigitte sorgte für die Volkskunst und die passende Dekoration.
Der Erfolg und das Interesse der Kötztinger war so groß, so dass wir als Mini-Arbeitskreis Ertl, Kretschmer, Rabl-Dachs uns entschlossen weiterzumachen und gemeinsam in Gesprächen mit Dr. Dieter Casaretto und anderen spontan die Idee zur Gründung des Arbeitskreises Heimatforschung hatten.
Bei der Gründungsversammlung erklärten sich Christa und ich bereit mit der Sammlung von altem Bildmaterial fortzufahren, Christa kündigte Interviews mit alten Bürgern an und Brigitte bot sich an weiterhin alte Pfingstkranzl zu restaurieren, zu erforschen und zu dokumentieren.
Die Sammlung von alten Fotos wurde durch die späteren Ausstellungen erleichtert , bei denen Besucher angeregt wurden Bilder zur Reproduktion zu bringen, oder sie im Original dem Arbeitskreis zu schenken. Auch Nachlässe die nicht nur Fotos sondern auch Urkunden und anderes enthielten wurden übergeben. Alles wurde von uns beschrieben und in Datenbanken festgehalten, so dass ein Zugriff schnell möglich ist.
Alle Bildreproduktionen sind inzwischen auch digitalisiert. Die Bildbeschreibungen waren oft sehr zeitaufwendig, da ältere Bürger befragt werden mussten und es gibt immer noch viele Fotos zu denen uns Informationen fehlen. Wir (Christa und ich) haben inzwischen folgende Foto-Sammlung aufgebaut:
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| Sichten - beurteilen - bewerten und einsortieren |
2700 alte Fotos auf Diafilm reproduziert und inzwischen auch digitalisiert
600 digitale Reproduktionen,
1300 alte Originalfotos,
815 alte Ansichtskarten,
1400 Sterbebilder,
850 alte Pfingstfotos,
680 alte Rechnungen,
Unzählige Fotos und alte Unterlagen auch zu den Themen Kirche, Schulen, Krankenhäuser, Kindergarten, Künstler, Kultur, Vereine, Altlandkreis, Politik, Personen und andere, wurden geordnet und in Datenbanken erfasst, Fotonachlässe Siegfried Ehemann, Gottfried Wensauer, Erich Schwarz sowie viele kleinere Nachlässe wurden geordnet und aufgelistet, 2 große Nachlässe von Renate Serwuschok und KB Krämer haben uns sehr zu schaffen gemacht. Die Erfassung dieser beiden Nachlässe ist auf Grund der Menge und Vielfalt noch nicht komplett abgeschlossen. Ohne die Sammlungen dieser beiden Redakteure wäre das Archiv des Arbeitskreises um vieles ärmer.
3815 Datensätze Feldforschung zur Häusergeschichte Kötzting, Teil einer Häusergeschichte die immer noch ergänzt wird.
Interviews mit alten Kötztinger Bürgern (Christa )
Aus diesen Sammlungen wurden den folgenden Jahren jährlich Themenausstellungen zu “Alt-Kötzting” gestaltet. Die Ideen haben wir drei in vielen “Arbeitsessen” gemeinsam erarbeitet. Wir , die Fotoforscher, waren fleißig im Sammeln und arbeiteten im Archiv im Rathaus meist einen Abend pro Woche.
2006 Sortierarbeit im Keller des Rathauses
Brigitte arbeitete an den Pfingstkranzln zu Hause, hat viele Pfingstkranzl restauriert und dokumentiert und Details in der Technik der Klosterarbeiten, die sie beherrscht, nachgearbeitet . Die Vorbereitungen und die Organisation der Ausstellungen war weitgehend ihre Aufgabe, z.B. Beschaffung von passenden Gegenständen für die Dekoration , die Dekoration und die Werbung und Verbindung zu Presse, Funk und Fernsehen. So entstanden in gemeinsamer Arbeit viele Ausstellungen.
Ab 1996 waren es im Balkenzimmer im Rahmen der “Altbayerischen Volkskunst” von Brigitte begleitende Fotoausstellungen von Christa und mir zu den Themen
Pfingsten und Kinderfestzug und eine 2. Ausstellung im Herbst
zum Thema Schulen , Holzapfelschule und Nähschule im Josefsheim,
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| Alte Holzapfelschule in der Holzapfelstraße, jetzt Parkhaus |
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| Hufschmied Hans Kuglmeier |
1997 Pfingsterinnerungen und Hufschmied
1997 ” Von der Wiege bis zur Bahre” mit Dokumentation über den Lebzelter und passender Dekoration
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| Familie Krämer |
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| Familie Liebl Lebzelter |
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| Pfingstbrautpaar 1940 Vitus Oexler - Maria Oexler (Kellner) |
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| Schnitzschule Kötzting, Bahnhofstraße um 1900 |
Viele Fotos waren im Original als Leihgaben im geschnitzten Rahmen . Dazu ein Vortrag von Ludwig Baumann “100 Jahre Schnitzschule”.
Im Herbst “Gsottn , brotn , bacha” mit Rezepten aus der Region Kötzting und alten Küchenutensilien, mit Fotos als Dekoration. Das Bayr. Fernsehen war, wie bei einigen anderen Veranstaltungen, auch da.
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| Frau Auguste Pleier in der Küche |
1999 "50 Jahre Volksfest Kötzting" dazu "Küfner, Schäffler und Binder"
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| Der “ Wührbinder” Hans Costa brennt ein Bierfass aus. |
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| Das Dirnberger-Haus mit gestapelten Fassdauben |
außerdem im Herbst die Ausstellung “Kramer- und andere Laden “ mit vielen Fotos von alten Läden und mit alten Einrichtungsgegenständen. Zum Abschluss gab es einen Diavortrag.
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| Im Laden Gerstl in der Bahnhofstraße mit Gerstl Fanny und Tochter Fannerl, jetzt Seiderer. |
2000 gab es wieder 2 Ausstellungen . Im Frühjahr war das Thema “ Pfingstreiter einst und jetzt” mit Fotos aus den Archiven Kretschmer, Kötztinger Umschau und Arbeitskreis,
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| Brotzeit in Steinbühl |
im Herbst “Bäcker, Metzger, Müller” mit vielen zu diesem Thema neu gesammelten Fotos.
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| 1932 Vor der Metzgerei Oberberger |
| Metzgereipreise zu DM Zeiten |
Nur durch viel Arbeit und die harmonische Zusammenarbeit von uns drei Ausstellungsmacherinnen (auch als Trümmerfrauen bezeichnet) war diese Vielfalt möglich.
2001 gab es eine Ausstellung “ Familien-Feiern- Feste” mit Bildern aus den Fotoalben Kötztinger Familien,
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| Familie Wilhelm Oexler |
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| Hammermühle bei Familie Greß |
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| 1925 Weihnachten beim Huber Drechsler |
2002 “zwoa rechts 2 zwoa links” mit alten Handarbeiten
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| Pfingstkranzl von 1959 Theo Heigl |
2005 “Gruß aus Kötzting” alte Ansichtskarten von Kötzting
2007 Pfingstkranzl 1840 bis 1925
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| Pfingstkranzl von 1884 Franz Decker |
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| Ausstellungseröffnung 2010 |
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| Das Leichenhaus im alten Friedhof existierte bis 1966 |
Im November.…und das ewige Licht leuchte ihnen“ .mit Sterbebildern , Grabreden, Todesanzeigen aus alter Zeit.
Alle Ausstellungen wurden begeistert von den Kötztingern angenommen, es gab bis zu 1000 Besucher pro Ausstellung. Die verschiedenen Pfingstkranzlausstellungen mit Fotos von den dazugehörigen Pfingstbrautpaaren haben sich die Kötztinger immer wieder gerne angeschaut.
Besonderes Publikumsinteresse fanden 2012 die aufwendigen Jubiläumsausstellungen “600 Jahre Pfingstritt” im Balkenzimmer in Zusammenarbeit mit Dr. Casaretto, der die historischen Daten und Texte vorbereitete . .
2012 Ausstellung 600 Jahre Pfingstritt und die große Kranzlausstellung in der Jahnhalle mit den immer wieder ergänzten Bildern der Pfingstbrautpaare Diese Ausstellung war auch die Grundlage für das Buch “Kötztings Bürgerstolz” von Brigitte Ertl. Weil das Vorhandensein so zahlreicher Pfingstkranzl einmalig und nebenbei eine logistische Glanzleistung war, ergab sich die seltene Gelegenheit alle vorhandenen Kranzl zu fotografieren, Die Fotografin Eva Maimer leitete , natürlich auch ehrenamtlich, die Fotoaktion.
Ablauf : Glaskasten öffnen, Kranzl entnehmen, für die Aufnahme aufbauen, Fotos machen , Kranzl wieder in den Glaskasten, Kasten schließen.
Alle Ausstellungen haben viel Arbeit mit sich gebracht, wir waren Gott sei Dank zu dritt und hatten auch noch viele freiwillige Helfer. Ihnen herzlichen Dank.
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| Pfingstbraut 1912 Marie Liebl am Pfingstdienstag |
50 Jahre Stadt Kötzting 2003
600 Jahre Pfingstritt 2012 Buch “Pfingstkranzl “ Kötzting Bürgerstolz” 2012
Fotos Eva Maimer, Fotos der Pfingstbrautpaare aus dem Archiv Kretschmer und Archiv Arbeitskreis
Broschüre zur Ausstellung “Pfingstbrautkleider” von Anna Schötz und Carola Silberbauer
Brauchtum im Bayer. Wald von Dr. Haller 2015
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| Ostmarkonkel Conrad Krämer mit Pfingstl vor dem Marienbrunnen |
3 Bücher des Bezirks Oberpfalz 2002 und 2003
Als bisher letzte Veranstaltung gab es im Frühjahr 2016 eine sehr gut besuchte Power-Point- Präsentation im neuen Sinocur Hörsaal mit 180 ausgewählten Fotos aus der Fotosammlung des Arbeitskreises zum Thema “Altes Handwerk in Kötzting“. Auch das hat viele Arbeitsstunden erfordert.
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| 1949 Sattlermeister Ludwig Barth mit Gesellen |
Die Arbeit geht weiter, neue Ideen sind in unseren Köpfen und wir hoffen weiterhin auf die Unterstützung und Mitarbeit der Kötztinger Bürger, ohne deren Entgegenkommen wir weder die Sammlung noch die Ausstellungen hätten realisieren können.
Vielleicht ist dieser Blog eine Anregung für die Leser in Keller, Speicher und Schachteln nach alten Fotos und Fotoalben zu schauen und diese entweder zur Reproduktion an uns zu geben (mit schneller Rückgabe) oder sie dem Arbeitskreis Heimatforschung als Schenkung zur Archivierung überlassen.
Brigitte Ertl, Christa Rabl-Dachs, Marianne Kretschmer
Unsere Zusammenarbeit für das Archiv des Arbeitskreises Heimatforschung war immer gut und wird es hoffentlich noch lange bleiben.
⭐ Chroniken Dieser Beitrag ist zum Beispiel in der interaktiven Karte unter der Markergruppe Chroniken und der Jahreszahl 1996 zu finden.
Die Chroniken bewahren Erinnerungen an Menschen, Ereignisse und den Wandel der Stadt über viele Generationen hinweg. Oft sind es gerade diese zeitgenössischen Berichte, die Geschichte besonders lebendig werden lassen.Viel Freude beim Entdecken!
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