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Montag, 15. Juli 2024

Wo ist das? Das Suchbild Nummer 13

Suchbild 13

Das folgende Suchbild ist für "Insider" vermutlich sehr sehr einfach.
Nichtdestotrotz hier die Frage an Alle: Wo war diese Baugrube?

Wo stand diese Betonmischmaschine?










Suchbild 12

Heute erneut ein Suchbild für diejenigen, die mit offenen Augen zu Fuß durch Kötzting gehen, wobei ich zugeben muss, dass mir diese Türe auch erst in der letzten Woche aufgefallen ist, was sicher daran liegt, dass ich in Kötzting eher selten zu Fuß gehe.....



Von welchem Haus in Kötzting stammt diese alte Haustüre?




Auflösung: Die Türe findet sich am alten Drunkenpolzhaus an der Kreuzung Marktstraße-Gehringstraße und, wie man an den Symbolen unschwer erkennen kann, wurde in diesem Haus über Jahrhunderte ein Hufschmiede betrieben 
 

Suchbild 11

Es gibt nur noch wenige Stellen, an denen Kötztings Industrievergangenheit sichtbar wird.
Einige dieser Firmen hatten auch einen eigenen Gleisanschluss und von solch einem gibt es sogar noch sichtbare Reste im Straßenbelag.
Wo also fuhr da einmal - mitten in Kötzting - eine Eisenbahn?


Auflösung
Das Suchbild war der Rest des Gleisanschlusses des Sägewerkes Gschaider an der heutigen Pfingstreiterstraße. An der eingekreisten Stelle befindet sich noch ein kleiner Rest des ehemaligen Industrieanschlusses.






Suchbild 10

Wo ist dieses Bild aufgenommen?


Viele Leser haben diese "Multikreuzung" bereits erkannt; es ist der Bereich Pfingstreiterstraße7Hagerstraße. Das Anwesen Schedlbauer befindet sich gerade im bau und von Drechsler/Anleitner ist noch lange nichts zu sehen. Zentral in der Mitte ist das Anwesen der Familie Seidl. Der Zeitpunkt der Aufnahme dürfte 1967/1968 gewesen sein.


Suchbild 9

Wieder einmal geht´s um ein Haus mitten in Kötzting und die Frage ist,
Vor welchem Gebäude frieren diese Männer und vielleicht wird auch erkennbar, zu welcher "Gruppe" diese Männer alle gehören?


Es war das "alte" Schulhaus an dem Ort, an dem später das Parkhaus errichtet wurde und die versammelten Kötztinger Stadträte warteten einfach auf die Person, die den Hausschlüssel in der Hosentasche hatte.......
An dem Eisengitter auf der rechten Seite versuchte der eine oder der andere Schüler im eisigen Winter  - während der Schulpausen -  immer wieder herauszufinden, ob an der Theorie, dass man mit der Zunge an tiefgefrorenem Eisen tatsächlich festkleben kann...... wirklich etwas dran war ...... mit wechselndem Erfolg übrigens 


Suchbild 8

Dieses Mal bin ich mir nicht sicher, ob das Suchbild VIEL zu schwer oder sogar VIEL zu leicht ist.
Es könnte auch unter der Kategorie: "Lost Places" laufen.
Auf jeden Fall ist dieses "Objekt" aus grauer Vorzeit - DM-Zeiten - überhaupt nicht versteckt und hängt mitten in Kötzting an einer Wand.
Also hier die Frage: wo hängt dieser "Knabberbox -Automat" mit vermutich doch bereits abgelaufenen
Inhalten ?


Es ist schon erstaunlich.... innerhalb von 48 Stunden sind mehr als 500 Zugriffe auf diesen Blogbeitrag zu sehen. Die Kommentare hatten alle recht, es ist ein alter Zigarettenautomat neben der Eingangstüre zum Cockpit. Nach den Zigaretten wurde der Automat mit Knabberzeug gefüllt, die vermutlich alle bereits leicht über der Haltbarkeitsgrenze angelangt sind. 



Suchbild 7

Wir haben hier ein Bild eines ruinösen Hauses aus dem Jahre 1992, also noch gar nicht so lange her.
Da Frage ist erneut:
Wo stand das Haus?
Kann man die Frage beantworten, dann ist auch klar, was heutzutage an dieser Stelle steht.



Ergebnis:

Dieses abbruchreife Haus stand in der Brandstraße, beherbergte zwischendrin auch die Kötztinger Stadtbücherei und ist nun eine Vinothek.



Suchbild 6 

Ein kleines Häuschen und glich drei Fragen:
Was war das für ein Haus?
Was wurde später aus diesem Haus?
Was ist heute an dieser Stelle?


Viele haben es sicherlich erkannt, das war die frühere Obstverwertungsstelle Kötztings. Im Hintergrund kann man die Landwirtschaftsschule erkennen. Später wurde daraus der Kindergarten und heute ist dort die Einfahrt des Großparkplatzes. Die Umwandlung von der Obstzentrale zum Kindergarten geschah im Jahre 1957. Von Kleingruppenarbeit war in diesem Häuschen natürlich nicht die Rede.



 

Suchbild  5

Das neue Suchbild - das rechte der beiden Fotos- habe ich nur in einer schlechten Auflösung aus der Zeitung von 1965 entnehmen können.
Es stellt einen Wiesenweg dar, der inmitten der Stadt lag und heute in Teilen zugebaut ist. Der Artikel stellte diesen malerischen Weg als ein negatives und ein für den Fremdenverkehr abschreckendes Beispiel hin; so ändern sich die Zeiten. Das Bild habe ich oben beschnitten, um die Zuordnung nicht zu einfach zu machen. Das linke dieser beiden Bilder war übrigens das anzustrebende positive Erscheinungsbild eines künftigen Erholungsortes. Was also war das für ein Weg und welche Teile Kötztings verband er?

Stellt man sich das rechte Foto in Farbe vor, würde man heute eher von einer tollen Blumenwiese sprechen, durch die dieser Weg hindurchführte. Im dazugehörigen Artikel war hier von einem Brennnessel-Allee und üppig wucherndem Unkraut die Rede.
Lösung

Der Weg verlief zwischen dem Bahnübergang bei der Konservenfabrik und dem Spitalgebäude. Das weiße Gebäude im Hintergrund war das spätere Cockpit.


 
Foto Schwarz mit dem Wiesenweg "in der Flecken"

Suchbild  4

Das vorherige Suchbild war offensichtlich viel zu einfach, nun kommt ein etwas schwererer Brocken, hoffe ich.
Mitten drin im Stadtgebiet Kötztings gibt es ein richtiges Biber-Paradies und die schwimmenden Baumeister machen dem städtischen Bauhof ganz schön zu schaffen. 
Hier nun eine Bilderserie zusammen mit der Frage: Ja, wo bauen die denn.....?

Foto Pongratz
Foto Pongratz: einer der Biberdämme



Foto Pongratz: Holzernte 



Foto Pongratz: Mit einer Axt macht auch nur nur geringfügig größere Späne

Foto Pongratz: Beim Abzweig



Foto Pongratz:
Lösung:

Es ist am Urtlbach, tatsächlich mitten in der Stadt.



Suchbild  3


Wo in Kötzting wird hier gebaut?



OK, OK, es war wohl zu einfach, es ist der Baubeginn am Hauser Mühlberg und auf dem Bild oben rechts kann man die alte Landstraße nach Haus erkennen und der Abzweig unten links führt zur Hausermühle.


Suchbild  2

Die Frage ist, wo in Kötzting schleicht sich diese Katze an eine kleine Maus heran?



 Auflösung:
An der Zufahrt zum Parkplatz des Kötztinger Rathauses befindet sich ein hölzerner Vorbau an dessen hinteren Außenecke sich die beiden Figuren beäugen.




Suchbild  1 - 2024

Mittendrin in Kötzting wurde dieses Haus abgerissen, bevor es von alleine ganz zusammengefallen wäre.
Wo war das und was ist heute an dieser Stelle?


Die Lösung:


Es ist in der Torstraße, stadtauswärts auf der linken Seite, kurz vor dem Wohnhaus der Familie Huber.
Heutzutage ist es ein kleiner privater Parkplatz.


Die letzten bekannten bewohner dieses Hauses waren "der Felix und seine Schwester", die nach einem Umweg über das Altenheim in Altrandsberg dann im Kötztinger BRK-Heim lebten.

Donnerstag, 11. Juli 2024

Lesestammtisch

Einladung zum
 monatlichen Lesestammtisch
des Arbeitskreises Heimatforschung


 

Am Dienstag, den 16. Juli Juni 2024 um 18.30 Uhr geht´s weiter mit unseren Leseübungen im Kneippstüberl im Kötztinger "Hotel zur Post". 
Wer den Text schon mal vorab lesen möchte, kann sich die Seiten schon aus meiner Dropbox herunterladen.    

 >>>>>>>>>>     Dropboxlink direkt      <<<<<<<<<<<

Und, was wollen wir dieses Mal lesen?

Es geht weiter mit der Kastenamtsrechnung von 1599. Nach dem ersten teil mit den Einnahmen und den Strafen kommen nun die Ausgaben für Baumaßnahmen. Vor allem die Details der Ausgaben für die Botenlöhne gewähren uns einen genauen Einblick über die Aufgaben, die das Kötztinger Kastenamt im Laufe eines Jahrs so zu erledigen hatte.
Auf heute übertragen wäre das so, als müsste man für jede Portoausgabe auch gleich noch mitnotieren, an wen denn ein Brief gegangen wäre und was grob der Inhalt des Briefes gewesen war.
Hier nun ein Beispiel aus dem zweiten Teil der Kastenamtsrechnung Kötzting von 1599.
Ausgab auf Gebeu des
Schloß Közting
Erstlich Hansen Capuzer einem welschen Maurer
(aus Italien) hab ich Castner umb daß er die allt eigefallen und ernider ganngen Wandt amb Gwelb des Lhellers in Ftl. Schloß widerumb abgeräumbt. gedachten Kheller eines Khniees hoch tiefer gegraben und rdo (mit Verlaub) den Khott davon ausgefürt, überhaupt verdingt und bezallt.
5 Gulden
(ungefähr 15 Tageslöhne eines Facharbeiters)

"Den 3. Tag Monats February Benedicten Sämer Camin Kherer vom STraubing von 6 Khünigern zekhern yedem bezallt 6 Krz Trifft 
 4 Schilling 6 Pfennig"
 


Man muss diese Schrift nicht unbedingt bereits lesen können, wenn man an unserem Lesestammtisch teilnehmen möchte, denn :
  • die meisten Teilnehmer lesen zumeist auch nur still mit
  • werden an diesem Abend in den 2 1/2 Stunden auch viele andere geschichtliche (und zeitgeschichtliche) Themen am Rande besprochen.
  • ist es eine kurzweilige Veranstaltung und schlussendlich
  • kann man diese Schrift bei dieser Gelegenheit dann ja leicht lesen lernen.


Also, vielleicht sieht man sich im Kneippstüberl am 16. Juli 2024 um 18.30, ich würde mich freuen.




Montag, 8. Juli 2024

Ein weiterer Neuzugang für unsere Fotosammlung

Die nächste Aufnahme aus dieser Abgabe von privat ist ein echtes Suchbild, über das wir gerne erfahren würden, wo diese Aufnahme entstanden ist.

Wasserarbeit zu Anfang des 20. Jahrhunderts

Wir wüssten gerne an welcher Stelle im Weißen Regen diese Aufnahme gemacht worden ist.

Der Zeitraum ist auch hier von ca. 1904-1909.
Was sehen wir hier: Flößer bei der Wasserarbeit. Früher wurden nicht nur Blöcher und Bretter zu Flößen zusammengebunden und den Fluss hinabgetrieben sondern auch auch bei Brennholz wurde die Transportarbeit aufgeteilt.

Entweder: die lange Strecke "per aqua" und die "letzte Meile" nach Hause mit einem Pferdefuhrwerk. 
oder aber
Die Anlieferung ans Wasser mit dem Pferdefuhrwerk  und der Abtransport des Brennholzes durch den Regenfluss, wobei hier die wahrscheinlichere Lösung ist, da der Arbeiter auf dem Pferdefuhrwerk offensichtlich "etwas" ins Wasser hatte "plumpsen" lassen.

Der markante Bergrücken im Hintergrund sollte die Lokalisierung erleichtern, ich bin jedoch auf Hilfe und Tips angewiesen. Gerne auch an clemens.pongratz@t-online.de


Sammlung Gartner

Schneller als erwartet kam hier von mehreren Seiten die Lösung: hier die Antwort, die die Situation am ausführlichsten beschrieben hat: 
"Das ist vom Watzlsteg aus (noch unterhalb der Bahnhaltestelle) über den Regen in Richtung Hohenbogen. Der Weg in der Bildmitte führt in Richtung Schafhof bzw. Ober/Unterzettling und weiter zum Hohenbogen. "

Erst zu Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Markt Kötzting von der Regierung gezwungen, seinen - seit unvordenklichen Zeiten - Watzlhof zu verkaufen bzw. dessen Grundstücke zu versteigern.
Aus dem großen Bauernhof mit dem Namen "Watzlhof" wurde dann schön langsam dieser neue Ortsteil von Grafenwiesen. Das ebenfalls dem markt Kötzting gehörende Watzlholz wurde ebenfalls aufgeteilt und zwar zumeist an die Kötztinger Bürger, die immer schon dort - in Absprache mit dem Magistrat - Holz hatten schlagen dürfen.
Nicht alle Kötztinger Bürger behielten ihren Anteil an diesem Wald, sondern verkauften ihn dann später weiter, als dies grundsätzlich erlaubt worden war.
Hier wurden also offensichtlich Brennholzscheiter in den Fluss geworfen, um sich den mühevollen Transport nach - vermutlich Kötzting - zu ersparen.
Die Mühlen am Regenfluss, die für diese Durchleitung ihr Wehr absenken mussten, durften sich für ihre Mühe eine festgesetzte Menge von diesem Holz als Lohn herausziehen.






Hier nun das erste der Bilder. Das Foto sollte ungefähr zu Anfang des 20. Jahrhundert geschossen worden sein; die erkennbaren Stromleitungen geben einen Hinweis auf diesen Zeitraum. Die anderen abgegebenen Fotos weisen auf einen Termin sicherlich vor 1910 hin. Der Fotograf stand auf dem Kreuzberg.
Das erstes Bild, das hier vorgestellt wird, ist eine Panoramaaufnahme Kötztings und im Vordergrund ist es vermutlich die älteste Darstellung, die wir von Beckendorf haben. 

Foto Sammlung Gartner ca. 1905-1910


Wir haben hier unter der Nummer 1 das Nebengebäude in Beckendorf, das nach meiner Theorie sogar einmal das Wohnhaus der Eltern des Michael Heigl gewesen sein könnte, bevor diese nach Ramsried umgezogen ist. Diese - oder eine andere - Wohnstätte der Familie Heigl in Beckendorf war schlussendlich aber dafür verantwortlich, dass Michael Heigl später immer als ein "Inwohnerssohn von Beckendorf" bezeichnet wurde, auch wenn er in Ramsried auf die Welt gekommen war.

2) Viele der Bauernhöfe in Beckendorf hatten noch ein mit Steinen eingeschwertes Legschindeldach.

3) Der Zustand der Landstraße auf der "Beckendorfer Höhe" sollte die Befahrbarkeit im Winter oder nach Regengüssen nicht gerade erleichtern.

4) Im Hintergrund der langgestreckte Bau der Hammermühle.

5) Das Gleis der Lokalbahn Lam-Kötzting

6) der Werkskanal für die Wiesmühle

Detail von Beckendorf

Detail von Beckendorf und der unbefestigten Beckendorfer Höhe 

Detail von Beckendorf, sowohl mit der erkennbaren Eisenbahnlinie, dem Werkskanal der Wiesmühle und der Hammermühle. Das Ziegelwerk hatte noch keinen Kamin und die Rauchfahne im Hintergrund - links oben - sollte von der damaligen Zündholzfabrik und dem Sägewerk Gschaider stammen, siehe das Suchbild von dieser Woche.


Freitag, 5. Juli 2024

Kötztinger Häuserchronik - alte Hausnummern 74 und 75 am Anger

 Das "alte Kötzting" bei der Uraufnahme bei der beginnenden Landvermessung hatte 159 Anwesen. Der Geschichte dieser Bürgerhäuser und ihrer Bewohner nachzuspüren und sie zu dokumentieren, ist das Ziel dieser Häuserchronik.

Die Anfänge und die Entwicklung unserer Heimatstadt können von der Teilung der Urhöfe bis hin zur Auswahl als Landgerichtsort in einem einleitenden Blog nachgelesen werden.


Alte Hausnummer 74
am Anger
oder: aus eins mach drei
74,  74 1/2 und 75


Erst im Laufe der Jahre, in denen ich mich mit der Kötztinger Häuserchronik beschäftigt habe, wurde mir als einem geborenen Obermarktler bewusst, dass es in Kötzting einige Häuser gegeben hatte, die richtig "nahe am Wasser" gebaut hatten und dies vermutlich auch noch auf einem sehr nassen und weichen Untergrund.
Das Haus, um das es dieses Mal geht, mit all den Nebengebäuden, die in der Nachbarschaft standen, - und die im Laufe der Jahrhunderte aus dem "Basishaus" abgetrennt wurden -  war das erste Opfer - mitsamt der kompletten Wöhrd-Insel -  auf dieser Regenseite, als Kötzting seine großen Hochwasserschutzbauten verpasst bekommen hatte.
Auf der anderen Flussseite war es vor allem der Komplex des Marktmülleranwesens, der zu weichen hatte.

Foto Wild Siegi: Klein Venedig in Kötzting. Das Niggl-Haus.
Links noch knapp zu erkennen, das Haus einer Frau Amberger. Laut Frau Schwarzländer wohnte in dem Haus im ersten Stockwerk die Frau Mutz, das Kötztinger „Doutnwei“.



Foto Luftaufnahmen Serwuschok
Auch hier: links Amberger und rechts das Niggl-Haus. Das Haus aus dem diese beiden entstanden sind, liegt direkt hinter dem Niggl-Haus und ist dem Regenfluss zugewandt und damit hier nicht zu erkennen.




Detail aus der Uraufnahme von 1831 aus Bayernatlas.de
Im Jahr 1831 ist das Amberger-Haus noch nicht gebaut worden.

Dieser Ortsteil - in Kötzting in alten Zeiten als "Schussanger" oder kurz "im Anger" bezeichnet war eines der Kötztinger "Neubaugebiete" in den Jahrzehnten nach dem Dreißigjährigen Krieg.
Die großen Anwesen - Hanr 71 und 72 -  auf der "Spitalseite" wurden angeblich bereits um 1560 erbaut, wobei es rätselhaft bleibt, weshalb diese im 16. Jahrhundert noch den Titel eines Marktlehens erhalten haben sollten, wenn diese Statuseinteilung der Kötztinger Anwesen in Marktlehen, Sölden und Häuser doch bereits im 12. Jahrhundert erfolgt sein soll. Es gibt also zusätzlich noch die Möglichkeit, dass die großen Anwesen dort drüben bereits früher bestanden hatten und nach einer Zerstörung oder nach dem Auflassen der Gebäude im Zusammenhang mit den Hussitenzeiten erst später wieder auf den Ruinen neu erbaut wurden. Wer genaueres über die dokumentierten Anfänge der Häuser jenseits des Regenflusses lesen möchte, kann dies in der ausführlichen Einleitung beim Haus mit der alten Hausnummer 71 nachlesen.

 
Bei diesem Haus ist es schwierig schwer eine Besitzfolge zu belegen, weil schlichtweg die Nachbarn fehlen, mit denen früher die Lage eines Hauses "eindeutig" festgelegt und beschrieben wurde. 
Es geht nur dadurch, von einem gesicherten Nachweis ausgehend, in den späteren Briefprotokollen zu versuchen, zeitlich rückwärts zu forschen und so noch weitere Besitzer benennen zu können.
Hier nun der erste Nachweis, den wir als gesichert belegt in den Briefprotokollen finden: 
Es ist ein Georg Peintinger aus dem Jahre 1749.
  • 1749 haben wir in den Kötztinger Briefprotokollen die Schuldverschreibung bei der Pfarrkirche eines Zimmermanns Georg Peintinger als ersten gesicherten Fund. In dem Protokoll heißt es zusätzlich, dass eine Grundschuld von 34 Gulden "schon uf dem Häusl" gelegen hatten.
Nun kann man also in den Kirchenrechnungen nach früheren Schuldnern suchen, die der Pfarrkirche Kötzting diesen "auffälligen" Betrag geschuldet hatten.
  • Ein Sprung zurück auf Verdacht bringt im Jahre 1745 einen Grundschuleintragung über 34 Gulden eines Egidius Geigers mit dem zusätzlichen Hinweis, dass ein Georg Schreiber diese Summe bereits auf diesem Häusl aufliegen gehabt habe, und Geiger diese Grundschuld am  11.3.1718 übernommen hatte.
Nun also weiter zurück zu den BPs aus dem Jahre 1718.
  • Die Grundschuld hätten diese bei der "erkaufung ihres besizenden burgers Heusl ufm Anger" bereits mitgekauft.
  • Im Briefprotokoll von 1717 tritt ein Egidius Geiger als Käufer eines "Bürgerhäusl ufm Anger negst dem Regenfluss" auf. Allerdings heißt der Verkäufer hier Augustin Haseneder und ist Schreiner
  • Der in der Kirchenrechnung als der vorherige Schuldner angegebene Georg Schreiber war jetzt wiederum der Vor-Vorbesitzer, laut des BPs vom 14.4.1716. Auch bei ihm gibt es bereits den Hinweis, dass er die 34 Gulden Grundschuld bereits "mitgekauft hatte"
  • 1711 steht er als Käufer in den BPs und die Verkäufer sind dabei die Erben eines Georg Göttlingers.
  • In den Rechnungsbüchern Kötztings von 1690 erhält ein Georg Göttlinger das Kötztinger Bürgerrecht.
Also weiter Suche in den Kirchenrechnungen wegen der 34 Gulden.
  • Georg Göttlinger war es nun, der als erster diese Schuldensumme von 34 Gulden aufgenommen hatte und zwar am 18.3.1699. Damit endet leider diese "elegante" Methode, die Besitzerfolge weiterzuführen. Es könnte durchaus sein, dass in unseren Datensätzen der/die Vorbesitzer bereits aktenkundig sind, jedoch ohne einen Hinweis, dass sie in/auf diesem Hause gelebt hätten.
Soweit also nun die "Rückwärtsrecherche". Nun geht´s daran, den nackten Übergabedaten auch ein wenig Leben einzuhauchen.

 

Georg Göttlinger und Katharina


Unsere Häuserchronik beginnt also mit einem Georg Göttlinger.
Auch bei ihm sind die Fundstellen im Archiv zunächst nicht eindeutig zuzuordnen, weil es zu der Zeit mehr als nur einen Georg Göttlinger gegeben hatte. Beim Hausverkauf im Jahre 1711 heißt es, dass seine Tochter Eva - nun verheiratete Schreiber - das Haus erworben hätte.
Bei deren Hochzeit sind die Eltern als Georg und Katharina Göttlinger angegeben.
Mit Datum des 20.2.1669 steht in den Kötztinger Hochzeitsmatrikeln die Eheschließung des Georg Göttlinger mit der aus Arrach stammenden Katharina Mühlbauer.

PfA Kötzting Kirchenrechnung von 1700

"Georg Göttlinger burger und Witiber alhir, hat 34 fl Capital aufgenomben, und sie mit Hans Georgen Pachmayr des Rhats und Hans Miller beede Burger alda, so selbst gelter und Zadler zusein eingewilligez, underm 18. Marty 699 annemblich verborgt, und zalt uf H: Josefi Zins 1 fl 42 xr."
Am 23.12.1708 ist in den Sterbematrikeln ein Georg Göttlinger eingetragen.
Die Geburt einer Eva Göttlinger ist in den Kötztinger Matrikeln nicht zu finden, allerdings gibt es einen Sterbeeintrag eines "unbenamsten" und damit ungetauften Kindes vom Juli 1704. Als die Mutter  des offensichtlich zusätzlich auch noch unehelichen Kindes ist eine Eva Göttlinger eingetragen.

Georg Schreiber und Eva Göttlinger



Am 21.Februar 1711 - die minderjährigen Kinder des Georg Göttlinger hatten Vormünder bekommen - übergeben diese Vormünder - Hans Dengscherz und Hans Grässl -  das Haus um den Schätzwert an die nun verheiratete Tochter Eva und ihren Mann. Das zweite Kind der Vormundschaft, ein Sohn namens Hans, war zu dem Zeitpunkt bereits "in der Fremde abwesent", weshalb sein Anteil gesetzlich sichergestellt werden musste.
Für das "ganze" Haus wurde also ein Kaufpreis von 50 Gulden vereinbart, wovon allein 34 Gulden in der Grundschuld steckten. Die restlichen 16 Gulden hatte die neue Ehefrau zu bezahlen und gleichzeitig davon ihrem abwesenden Bruder 8 Gulden sicherstellen.
PfA Kötzting Band 2

"Am 9. desselben Monats haben Hochzeit geschlossen der Witwer und Kötztinger Bürger Georg Schreiber und seine Braut Eva, eheliche Tochter des Kötztinger Bürgers Georg Göttlingers und dessen Frau Katharina.
Die Trauzeugen waren Johann Pangruber - Bauer in Bärndorf und der Kötztinger Mesner Josef Prälisauer.
"
Im Mai 1711 lassen die beiden dann auch die Grundschuld bei der Pfarrkirche auf sich umschreiben und damit ist der Hauskauf abgeschlossen.
StA Landshut Markt Kötzting Briefprotokoll von 1711. Kopf der Schuldverschreibungsurkunde des
"Georg Schreiber Burger alhir und Eva dessen..."

Leider verstirbt Eva Schreiber schon nach wenigen Jahren - am 6.1.1716 - weshalb sich der Witwer dazu entschließt, das Haus weiter zu verkaufen.


Haseneder Augustin und Barbara


Um 50 Gulden - einschließlich der Grundschuld - hatte Georg Schreiber das kleine Haus am Fluss erwerben können und kann es nun um 129 Gulden weiterverkaufen.
Die Lage das Hauses wird im Kaufvertrag vom 14.4.1716 - also 4 Monate nach dem Tode seiner Frau - als ein "Bürgerhäusl ufm Anger und negst dem alhisigen Regenfluss entlegen" beschrieben.
StA Kötzting Marktrechnung von 1716
"Adam (!) Haseneder Schreiner von Au zum Bürgerrecht Inhalt Rhats Brothovoll fol 4 bezalt  7 fl"

Auch wenn sein Vorname hier falsch protokolliert wurde, es gibt keinen Zweifel, dass es sich bei diesem Adam Hasenender um unseren Augustin Hasenender handelt, dabei hilft uns auch noch der Zusatz, dass er ein Schreiner gewesen ist, denn am 15.4.1717 bereits verkaufen der Schreiner Augustin Haseneder und seine Frau das "Bürgerhäusl ufm Anger negst dem Regenfluss" um 135 Gulden an Egidius Geiger von Leckern.

Geiger Egidius und Elisabeth 

 
Gleich zweimal steht unser Egidius Geiger in den Kötztinger Marktrechnungen.
Im Jahre 1716 heißte es:
StA Kötzting Marktrechnung von 1716
"Und Egidy Geiger von Löckhern Lauth Rhats Brothocoll fol 25 zum Burgerrecht geben 7 fl."

1717 steht dann - er ist ja nun bereits Kötztinger Bürger -:
StA Kötzting Marktrechnung von 1716
"Einnamb an burgerRecht
Egidi Geiger burger alhir zu Közting, hat zum burgerrecht erlegt lauth Rhats prothokoll fol 4 7 fl"

Eine Heirat der beiden ist in den Kötztinger Matrikeln nicht zu finden und bei der ersten dokumentierten Kindstaufe der beiden wird er noch als Inwohner in Traidersdorf angegeben. Die beiden sind also bereits als verheiratetes Paar nach Kötzting gekommen. 
Bei einer späteren Geburt in Kötzting heißt es bei ihm, dass er ein "operarius", also ein Taglöhner, un Bürger Kötztings gewesen war.
Auch die neuen Besitzer müssen die Grundschuld umschreiben lassen, was uns ja für uns die einzige Möglichkeit gewesen ist, die Besitzerreihung rückwärts zu verfolgen. Am 11.3.1718 lassen sie die bekannten 34 Gulden bei der Pfarrkirche auf ihren Namen umschreiben.
Obwohl Egidius Geiger  bereits am 3.5.1743 verstorben war, verkaufte seine Witwe das Haus "auf dem Steidlanger" erst am 5.12.1747 um 54 Gulden an ihre Tochter Elisabeth Geiger.
Die neue Besitzerin musste ihrer Mutter und den übrigen drei Geschwistern " die freie Herberge im hintern Stübl" gewährleisten und natürlich auch die 34 Gulden an Grundschuld übernehmen.

Paintinger Johann und Geiger Elisabeth


PfA Kötzting Band 14 Seite 126

"Am 31. (Januar 1748) haben den Bund der Ehe geschlossen der ehrenwerte Jüngling Johann Georg Paintinger, ehelicher Sohn des Weißenregerner Bauern Georg Paintinger und dessen Ehefrau Elisabeth, die beide bereits verstorben sind, mit Elisabeth Geiger, der ehelichen Tochter des bereits verstorbenen Kötztinger Bürgers Egisius Geiger und dessen noch lebenden Ehefrau Elisabeth.
Die Trauzeugen waren der Weißenregener Bauer Michael Kolbeck und der Kötztinger Bürger Paulus Praittenberger.
Pater Henricus hat die Trauung vollzogen."
Aus seiner Grundschuldumschreibung vom 12.12.1749 erfahren wir, dass Georg Paintinger ein Zimmermann gewesen war und dass die Ortsbezeichnung für das Haus nun als auf dem "Steidlanger" hieß.
Zwei Jahre später schlossen die beiden dann auch einen Heiratsvertrag vor dem Magistrat in dem Georg Paintinger versprach, 40 Gulden an Heiratsgut in die Ehe einzubringen, die jedoch derzeit noch bei seinem Schwager, dem Weißenregener Halbbauern Michael Kolbeck, auf dessen Hofe lagen.
I(m Jahre 1755 steht "der bürgerliche Zimmergeselle Hans Georg Paintinger" vor dem Magistrat als Angeklagter, da er Egidius Fischer einen "Pfuscher" genannt hatte, was ihn gut 25 Kreuzer kostete. Was hier verwunderlich ist, ist, dass dieser Vorgang zwischen Handwerkern überhaupt vor dem Kötztinger Magistrat verhandelt wurde, da der Landrichter sehr genau darauf achtete, dass Fälle die unter seine Zuständigkeit fielen auch von ihm behandelt wurden und Handerkerangelegenheiten waren eindeutig Angelegenheit des Landgerichts.
Am 24.2.1760 bereits verstarb der "faberlignarius" - also der Zimmermann, eigentlich Holzverabreiter - Johann Georg Paintinger. Die "Witwe Paintinger" findet sich im Jahre 1768 in einer Liste mit Steuerrückständen und ihr Haus wird in dem Jahr mit "vor der Pruckhen" angegeben. Trotz der offensichtlich finanzielle widrigen Umstände kann Elisabeth Paintinger das Haus noch bis zum Jahre 1776 halten, ehe sie es am 11.1.1776 um 200 Gulden an Johann Schirlitz aus Voggendorf verkauft.
Aus dem Kaufvertrag erfahren wir auch genaueres über das Haus:
Dieses "eingaedig hoelzerne Häusl am Anger negst dem Regen" wurde von den Paintinger Eheleuten "ganz neu erpaut". Der Zimmermann Hans Paintinger hatte also das Haus, das nur aus dem Erdgeschoss bestand, komplett aus Holz neu errichtet.


Schillitz Johann und Katharina Paintinger


Am selben Tag wie die Hausübergabe, also am 11.1.1776, hatte der Voggendorfer Halbbauersohn Johann Schillitz Katharina Paintinger, die Tochter des Zimmermanns Georg Paintinger geheiratet.
10 Gulden betrug mittlerweile die Gebühr für das Kötztinger Bürgerrecht mittlerweile, welches Hans Schillitz ebenfalls im Jahre 1776 erwerben konnte.
Der "Rote Faden" für dieses Häuserchronik, die obligatorischen 34 Gulden an Grundschuld, wurde nun vom neuen Besitzer Johann Schillitz um zusätzliche 100 Gulden erweitert, wofür er sein "Haus am Regen" als Sicherheit zu hinterlegen hatte. Schon 7 Jahre später trennten sich die beiden schon wieder von den kleinen Haus. Der "ledige Bürgersohn und Binder" Josef Reitmayr  kaufte am 10.7.1783 das "eingaedig hoelzerne Bürgerhäusl am Anger negst dem Regenfluss" um 300 Gulden.

Josef Reithmayr  und Strauß Maria Anna
Josef Reithmayr und Anna Maria Aigner


Beim Hauskauf wurde zusätzlich protokolliert, dass 34 Gulden bei der Pfarrkirche direkt und weitere 100 Gulden aus dem Kapitalstock von Jahrtagsgeldern der Kirche Kötzting übernommen werden mussten. Neben dem Gebäude ist auch ein noch von einem "verhandtenen kleinen Gärtl hervorn beim Häusl" die Rede.
Mit Datum des 27.12.1788 findet sich in den Kötztinger Briefprotokollen eines der wenigen Testamente aus diesen frühen Jahren.
Gleich zu Beginn des Dokuments heißt es, dass Josef Reitmayr "von ungefähr in eine gefährliche  Krankheit" gefallen war und, "da er sich in der Todesgefahr saehe", schickte er seinem Bruder Georg Reithmayr zum Magistrat, um seinen letzten Willen protokollieren zu lassen.
Der amtierende Kammerer Christoph Kollmaier und der Marktschreiber Johann Michael Steinbrecher gingen sofort zu dem Kranken, der bereits die "heiyl. Sterbs Sacramente" empfangen hatte und fanden diesen "in der ordinary Wohnstube im Bett liegend, bey allerdings gesunden Verstand an", der anschließend seinen letzten Willen auch mit klaren Worten formulierte.
Da weder aus seiner ersten noch aus seiner zweiten Ehe Kinder vorhanden wären, wolle er sein Vermögen zwischen seiner zweiten Ehefrau Anna Maria und seinen drei noch lebenden Brüdern Georg, Paul und Johann Reithmayr verteilt wissen.
In seiner ersten Ehe - geschlossen 1783 -  war er mit der Ruhmannsfeldener Bäckerstochter Maria Anna Strauß verheiratet und, nach dem sehr frühen Tode seiner ersten Frau, hatte er bereits im Jahr drauf Anna Maria Aigner aus Viechtach geehelicht.
Anna Maria Aigner war unehelich geboren und als ihre Mutter wurde bei ihrer Geburt eine Katharina Vöckel eingetragen, die später den Kötztinger Sattler Josef Frins geheiratet hatte, daher der Name Katharina Frins als Name der Mutter im Testament..
Der Bruder Georg erhält das Haus mit dem Binderwerkzeug mit der zusättzlichen Auflage, seine - des Josef -  Frau Anna Maria bis "künftig georgy gegen Beziehung des gewöhnlichen Wochenlohns mit zu arbeiten, und zu hausen" lassen solle.
Nach Ablauf dieser Zeit müsse der neue Hausbesitzer der Witwe 300 Gulden und " alle vorhandenen weibl. Kleidungsstücke anlassen und sametliche Hauseinrichtung ausfolgen."
Zusätzlich hätte die Witwe "im vorhandenen Nebenstübel neben ihrer Mutter Katharina Frünßin, auch diese letztere wenn sie die Witwe überleben sollte, die lebenslängl. Herberg zu beziehen"
Die Kleidung des Erblassers sollten die drei Brüder unter sich aufteilen.
Sollte er wider erwarten jedoch gesunden, so behalte er sich vor, dieses Testament unter Umständen abzuändern oder sogar ganz aufzuheben.
"Kötzting den 27. December abends um 5 Uhr ao 1788"
Josef Reithmayr erholte sich jedoch von seiner Krankheit und konnte zwei Jahre später dann einen Heiratsvertrag mit seiner zweiten Frau abschließen, der Bräuknechttochter Anna Maria Aigner aus Viechtach. Auch wenn das Kind nur 7 Wochen alt wurde, so ist dessen Sterbeeintrag vom 1.8.1790 ein weiterer beweis, dass Josef Reitmayr wieder zu Kräften gekommen war.
Im Gegensatz zu manchen seiner Mitbürger hatte der Küfnermeister Josef Reitmayr eine sehr schöne Handschrift. Aus der "Kommunalwahl" von 1806 haben sich die einzelnen Wahlscheine erhalten und so kennen wir nicht nur seine Wahlentscheidungen sondern haben auch ein Bild seiner Handschrift.
StA Landshut LGäO Kötzting Nr. 793 Magistratswahlen von 1806
"Meine Wahl giebt ich dem Herrn Schepell hier ein Burgermeister
zu Rathen
Die Wahl an dem Herrn
Bauer fier ein Rathen
Lohrenzt Müllbauer meine wahl
Johann Gulder meine wahl
Anton Makht meine wahl

zum Ausschußer

Beterens Reith  meine wahl
Joseph Lippert meine wagl
Josef Deker meine wahl
Mathtias Pfefer meine wahl


Joseph Reitmayr Küfner Meister  No.67"
Der Marktschreiber übertrug dann in einer zentralen Liste die "individuelle" Schreibweise in die Namen der vermutlich gemeinten Personen:


Im Jahre 1810 erscheint er in einer Art von Kötztinger Bürgerliste, die die Zahlungsrückstände  aufführte, die fast sämtliche Kötztinger Bürger beim Markte hatten.
Am 14.3.1810 verstarb der Küfer Josef Reitmayr im Alter von 56 Jahren an Auszehrung.
Als im drauffolgenden Jahr dann das Kötztinger Häuser- und Rustikalsteuerkataster erstellt wurde, war die Witwe Anna Maria Reitmayr dann bereits die alleinige Besitzerin, die Bestimmungen des alten Testamentes hatte Josef Reitmayr wohl bereits lange vorher zurückgezogen.

Anna Maria Reitmayr



StA Landshut Rentamt Kötzting B27

"Fass Nro 69 St: H: Nro LXX
Jos: Reitmaiers Wittib Anna Maria
a: das gezimmerte Haus
b: dann ein kleines Gartl   (HN 74 u. 75 in Blei seitlich dazugeschrieben)
Gemeindeantheil an den noch unvertheilten Gemeindt Gründen
Gemeindsantheil am Gelgenberg ao 1803 zu Acker und Wiese cultiviert
Von dem vertheilten Strohhof bei Grub 1 Ackerl."

Michael Zadler und Anna Maria Hofmann


Am 23.November 1815 kam es dann zunächst zu einem Verkauf des  Hauses. 
StA Landshut Rentamt Kötzting B 28
Den 23. 9ber 1815 hat auf Absterben der Js: Reithmaierischen Eheleute Michael Zadler Inman das ludeigene burgers Häusl in Kötzting um 750 fl käuflich an sich gebracht, ohne veränderung".
Erst im Jahre 1819 bezahlte Michael Zadler seine Aufnahmegebühren als Kötztinger Bürger, im Aufnahmeprotokoll heißt dies: "Zadler Michael  erhielt durch Erwerb des Joseph Reitmeiersche Häusl am Regen und eine Kufnerskonzession das Bürgerrecht"
Zadler Michaels Eltern waren Zadler Josef und Reithmaier Katharina. Reihtmeier Katharina wiederum war die Tochter des Häuslers Paul Reithmaier. In oben aufgeführten Testament des Josef Reithmaier war Paul Reithmaier als einer seiner Brüder aufgeführt.
Das Anwesen blieb also im Familienverband. Michael Zadler konnte das Haus somit von seiner Tante erwerben. 
Die Schuldensummen, die Michael Zadler auszuzahlen versprach, waren beachtlich.

367 Gulden erwartete der Lederer Christoph Kollmaier, Georg Windorfer, der Wundarzt, bekam noch gut 10 Gulden, Franz Lippert 34 Gulden, der Wei0gerber Gerstl 4 Gulden, Georg Stoiber von Hohenwarth 7 Gulden, Walburga Schierlitz 15 Gulden, Michl Stoiber von der Großmühle 4 Gulden 30 Kreuzer, das Rentamt - sprich Finanzamt - bekam noch Ausstände in Höhe von fast 14 Gulden und auch der Markt Kötzting saß noch auf Schulden von mehr als 18 Gulden.
So ging es munter weiter.
Gleich nach der Verbriefung des Verkaufes schließt sich ein erneuter Schuldbrief über 200 Gulden an. Diese Summe benötigte Michael Zadler wohl, um die sofort fälligen Zahlungen überhaupt leisten zu können.

Trotz des Erwerbes auch der Kufnerkonzession, dauerte es noch einige Jahre, bis er auch von Seiten des Magistrat die Erlaubnis bekommen hatte, den Beruf tatsächlich auch auszuüben, weil die übrigen 4 Kötztinger Küfner mehrmals Protest eingelegt hatten.  2 1/2 Jahre war Michael Zadler auf Wanderschaft gewesen und hatte "das Küfnerhandwerk ordentlich erlernt". Im Jahre 1820 erhielt er dann endlich seine "Arbeitserlaubnis".


Die Aufteilung in zwei Hälften


Im Jahre 1821 kam es dann zu einer Aufteilung des Hauses in zwei Hälften.  Diese Aufteilung des - in der alten Zählweise - Hauses mit der Hausnummer 70 in zwei Anwesen, ist im H+R-Kataster bereits mit Bleistift vermerkt: aus der alten Hausnummer 70 werden die beiden neuen Hausnummern 74 und 75.
 
Am 17.7.1821 verkauften also Michael Zadler und dessen Frau Anna Maria eine Hälfte ihres "Leerhäusels", nebst dem Hausgärtl, dann dem Garten neben den Färber und das Gruberackerl" um die Summe von 400 Gulden an den Kötztinger Bürger Georg Hastreiter. Beide Parteien einigten sich darauf die zu errichtende Trennwand gemeinsam herzustellen.
Noch am selben Tage gab Georg Hastreiter seine gerade erworbene Haushälfte - beim Küfner Zadler am Regen - an "seine einzige ledige Tochter Katharina" weiter, die dafür nur noch 210 Gulden zu bezahlen hatte, allerdings eine Menge an Auflagen diktiert bekam. Katharina Hastreiter heiratete danach Michael Dattler.
Im Umschreibeheft des Grundsteuerkatasters hatte sich der Schreiber diese eigentlich dreifache Umschreibung von Zadler auf Hastreiter, dann auf dessen Tochter und schlussendlich auf deren Ehemann sehr einfach gemacht und nur die endgültige Besitzfassion notiert, also quasi von Michael Zadler auf Michael Dattler und dabei auch den ursprünglichen Kaufpreis eingesetzt, den Zadler erhalten hatte, nämlich 400 Gulden


StA Landshut Rentamt Kötzting B 28
"Michael Zadler Bürger in Kötzting, hat dessen halbe Behausung mit Gärtl und dem Gruberackerl im Zertrümmerungswege an Michael Dadler derorten um 400 fl verkauft, sonst ohne weitere Enderung."

Hier kann man die Durchtrennung der beiden Anwesen 74 und 75 sehr gut erkennen.


Aus diesem abgetrennten Hause wurde nun die neue Hausnummer 75, die erst später weiter behandelt werden wird, um die ganze Angelegenheit nicht zu verwirrend erscheinen zu lassen.

Hausnummer 74
Michael Zadler und Anna Maria Hofmann

In den Protokollen der Kötztinger Vergleichsverhandlungen, einem neuen Rechtsmittel, um aufwändige und teure Prozesse im Vorfeld uU. abwenden zu können, taucht auch Michl Zadler auf.
1834: "Peter Sittler Bräumeister zu Cham gegen Michl Zattler wegen Schuld, kein Vergleich"
1834: "Auzinger Xaver klagt im Namen seines kranken Sohnes Xaver gegen Michl Zattler von K. wegen guthabenden Arbeitslohnes von 6fl 58 xr:  kein Vergleich"

Zunächst also weiter mit der Haushälfte, die sich Michael Zadler behalten hatte. 
StA Landshut Grundsteuerkataster 5038
"Hausnummer 74 in Kötzting Baym Zattler Küfner   Michael Zattler
Ein Haus
Gebäude: halbes Wohnhaus, Schupfe und Kammerl aneinander
Gärten:
Wurzgarten beim Haus
Gras und Baumgarten beym Haus
Gras und Baumgarten neben dem Wasser

Laut Brief vom 23. November 1815 von der Joseph Raitmaierschen Kreditorschaft das vormalig ganze Wohnhaus mit einigen Gründen um 750 Gulden erkauft.


Die Bedingungen unter denen Michael Zadler wohnen und arbeiten musste, gehen recht gut aus dem Mieterkataster des Jahres 1842 hervor.
StA Landshut Grundsteuerkataster Nr. 5045
"Michael Zadler, Küfner /:Hauseigenthümer:/
1. Hauptgebäude
I. 1 Wohnzimmer, 1 Kammer, 1 Werkstätte, 1 Stallung und 1 Holzlege, dann der Hausboden unterm Dach.
Kötzting den 24ten Jänner 1842 
Michl Zatler "

Unter dem Datum des 3.5.1851 steht in den Kötztinger Sterbematrikeln, dass der Kötztinger Bindermeister Michael Zadler in der Donau bei Donaustauf verunglückt ist und im Alter von 65 Jahren aus dem Leben schied. Sein Sohn, Josef Zadler, starb bereits ein halbes Jahr später im jungen Alter von 35 Jahren an "Blutbrechen" und auch seine Witwe überlebte ihren Mann nicht allzu lange. Am 10.2.1854 starb sie mit 65 Jahren und 10 Monaten an Schlagfluss.
Einschub
Wie soll man den Ausdruck "in der Donau verunglückt" einordnen. "Verunglücken" weist wohl darauf hin, dass dieses eher bei der Arbeit als bei  Vergnügen passiert ist und damit sind wir bei der sogenannten Wasserarbeit der Flösserknechte. Die Kötztinger Fluderherren wickelten Aufträge aus den Wäldern längs des Regenflusses ab und schickten Baumstämme, Blöcher und auch bereits geschnittene Ware auf dem Regenfluss hinab bis nach Regensburg und in vielen Fällen dann weiter auf der Donau bis nach Straubing. Diese "Wasserarbeit" wurde von den Fluderknechten verrichtet, die sehr häufig in den Häusern nahe des Flusses in Kötzting wohnten.
Ich würde daher vermuten, dass Michael Zadler auf solch einem Floß bis nach Straubing fahren sollte und auf Höhe von Donaustauf bei dieser Arbeit verunglückte und dadurch verstarb.
Einschub Ende 

Im selben Jahr noch greift das Landgericht Kötzting ein, und verkauft am 17.10.1853 das Haus.

Korherr Franz


StA Landshut Grundsteuerkataster 5045 Umschreibeheft
"Angemeldet den 17. Okt. 1853
Das kl Landgericht Kötzting verkauft im Exedict-Wege an Franz Korherr, ledig v.d. das Michael Zadlersche Haus Lit. A HsNr 74 per 0,26 dez .... ohne Änderung um 1325 fl.
Unterschrift Franz Korherr"

Nur ein halbes Jahr behält Franz Korher das kleine Haus, bevor er es am 6. Juni weiterverkauft.

Paul Sturm und Schreiner Theresia




StA Landshut Grundsteuerkataster 5045 Umschreibeheft
"Angemeldet den 6. Juni 1854
Franz Korher HsNr 74 von Kötzting verkauft an Paul Strum led. Inwohnerssohn von da ais Lit A:
PlNr. 109 halbes Wohnhaus Schupfe und Kammerl aneinander per 0,003 dez eigen jedoch zum k. Rentamte mit -fl 0xr 6 H. Gefällsbodenzins belastet, ohne Änderung, ausschließlich des Gemeinderechtes, welches sich Verkäufer vorbehalten, ohne Änderung um 638 fl.
Unterschrift Franz Korherr."
Am 21.1.1856 hatte Paul Sturm die Reitensteiner HäuslerStochter Theresia Schreiner geheiratet, nachdem er im Herbst des Vorjahres die Aufnahme als Kötztinger Bürger und damit auch eine Heiratserlaubnis erhalten hatte.
15 Gulden kostete mittlerweile das Kötztinger Bürgerrecht.
Ganz stressfrei ging der Verkauf nicht über die Bühne, denn Paul Sturm und Franz Korherr standen sich Jahre später in dieser Sache vor dem Vermittlungsamt gegenüber. Hier der Auszug aus dem Protokoll der Verhandlung:
"16. Januar 1862: Paul Sturm Häusler und Flösser von hier hat gegen Franz Korherr ledigen Bindersohn von hier Klage angemeldet, wegen Verbriefung eines Vorplatzes des alten Zadlerbinderhauses.  
Die Beteiligten sind von dem Vermittlungsamte erschienen ein Vergleich wurde versucht und zu Stande gebracht.  Franz Korherr erklärt zu Protokoll, dass er wirklich den Vorplatz des alten Binderhauses
Hs Nr 74 mit dem alten Hause nämlich einen Teil vom hinteren neuen Hauseck bis zur Brücke auf den Regenfluss an Paul Sturm verkauft habe. Bei der Verbriefung am 23. August 1854 ist aber dieser Teil Grundbesitz in dem landgerichtlichen Brief nicht eingetragen worden, weil dieser Teil nicht vermessen 
war und sohin in das Umschreibzertifiket nicht eingestellt werden konnte. Ferner erklärt Franz Korherr dass er das neue Haus mit dem übrigen Vorplatz an Georg Dreger, bräuenden Bürger von hier 
verkauft hat. Die Zeugen werden beweisen, dass Dreger das neue Haus somit Vorplatz mit  Ausnahme des jenigen Platzes, welchen Sturm von hinteren Eck des neuen Hauses bis zur benannten Brücke 
erkauft, demhalben und nee dessen Schwiegermutter Maria Amberger nur deswegen verbrieft worden sein soll, weil wie schon bemerkt, dieser von Sturm erkaufte Teil des Vorplatzes nicht vermessen 
war. Dreger und ree dessen Schwiegermutter Amberger ist daher schuldig, den bezeichneten Platz an Sturm nachträglich verbriefen zu lassen. Sturm hat die Verbriefungskosten des Hauses bezahlt und er verpflichtet sich daher auch noch die Messungskosten dieses Vorplatzes zu bezahlen. Sturm bemerkt ferner, dass er mit der vorstehenden Erklärung des Korherr einverstanden ist. Sturm gibt sofort an, dass er sich auf keinen Prozess einlasse, und Korherr zu sagen habe, dass der betreffende Teil des Vorplatzes 
von Sturm alsbald verbrieft werden. Mit diesem Vergleich sind beide Parteien einverstanden und unterschreiben. "
Auf einem -früher zum Hause Nummer 74 gehörigen - Nebengrundstück hatte Franz Korher 

.
5168-2100-LiquiP_Bad_Koetzting_Beilage_M2500_1_1-01
Hier auf dem Plan des Liquidationsprotokolls sind - anders als auf dem Plan der Uraufnahme - auch die Plannummern vermerkt, so dass hier die neue Entwicklung leicht nachvollzogen werden kann.
Plannummer 109 ist unser nun geteiltes Haus mit der Hausnummer 74
Plannummer 108 ist das abgetrennte Haus
Plannummer 110 dieses Grundstück hatte Franz Korherr nicht weiterverkauft, sondern darauf einen Neubau errichtet, den er an Georg Dreger weiterverkauft hatte.
Nimmt man es genau, sind also aus dem kleinen Haus mittlerweile sogar drei Häuser entstanden.
Im Staatsarchiv in Landshut befindet sich ein Verlassenschaftsakt des Paul Sturm.

StA Landshut Rep 166N-12 Schachtel 28 Nr. 68 Sturm Paul Flösser 1885

Am 19.6.1885 vormittags um 6 Uhr verstarb in Kötzting in der Hausnummer 74 der Flößer und Hausbesitzer Paul Sturm im Alter von 65 Jahren.
Als Erben sind aufgeführt: Theresia Sturm , die Witwe und die Kinder aus erster Ehe:
Josef Sturm 29 Jahre alt zZ in Amsterdam
Paul Sturm 27 Jahre alt z.Z. in Kötzting
Karl Sturm 24 Jahre alt z.Z. in Rotterdam
Therese, Karl und Paul waren bei der Nachlassverhandlung anwesend und unterschrieben auch das Protokoll.
Josef Sturm, der als Braugehilfe in Amsterdam arbeitete, musste sich ins dortige Konsulat begeben und bestimmte durch eine schriftliche und beglaubigte Vollmacht, dass der Kötztinger Schuhmacehrmeister Georg Steifeler ihn bei der Versammlung vertreten solle.
Unterschriftenseite der Vollmacht des Josef Sturm in Amsterdam.

Für die weitere Entwicklung hilft uns wieder das Umschreibeheft des Grundsteuerkatasters:

StA Landshut Grundsteuerkataster 5050 Umschreibeheft

Zunächst wurden also die drei Gebrüder Sturm gleichmäßig die neuen Besitzer, bevor das Haus durch Kauf an Johann Wittmann und dessen Frau Franziska überging.

Johann Wittmann und Franziska Dimpfl


In den Kötztinger Geburtsmatrikeln findet sich im Jahre 1877 ein Elternpaar bestehend aus dem aus Herzogau stammenden Johann Wittmann und seiner Ehefrau Franziska, einer geborenen Dimpfl aus Reitenstein, mit höchster Wahrscheinlichkeit unser neues Besitzerpaar.
Schon kurze Zeit nach dem Kauf des Hauses , errichtete Johann Wittmann einen Backofen und aus dem eingereichten Bauantrag können wir auch ersehen, dass aus dem oben angeführten Neubau auf der Plannummer 110 nun nur noch eine Scheune übrig geblieben war, die nun zum Nachbar und zu dessen Haus gehörte.

StA Landshut Rep 162-8  Sch. 21 Nr.  3193 Wittmann Johann Backofen Regen


"Erklärung
Nro 1: Bauplatz
2: Wohnhaus des Bauherren
3: Stallung und Schupfe desselben
4: Hofraum und Gemüsegarten desselben
5: Wohnhaus der Geschwister Amberger
6: Stadl derselben
7: Hofraum und Garten derselben
8: Wohnhaus Stall und Schupfe des M. Dattler
Unterschriften:
Anna Amberger
Michl Dattler
Kötzting am 5. April 1888
Jos. Braedl Maurermeister
Unterschrift des Bauherren : Wittmann Johann"

Im Jahre 1902 errichtete Johann Wittmann erweiterte sein Haus in einem Umfang, das man fast von einem Neubau sprechen könnte.
StA Landshut Rep 162-8  Sch. 23 Nr.  3357 Wittmann Johann am Anger 1902
"Baugesuch des Wittmann Joh. Hausbesitzer u. Pflasterermeister in Koetzting, zur Erhöhung des Wohnhauses und Einbauung einer Mitwohnung"



Auch von Johann Wittmann gibt es im Staatsarchiv in Landshut einen Nachlassakt, der uns die Familienstruktur schön erklärt.
StA Landshut Rep 166N-12 Schachtel 44 Nr. 57 Hanr 74 Wittmann Pflasterer von 1903

Todesanzeige für Johann Wittmann, der im Alter von 50 Jahren und 4 Monaten am 14. August nachmittags um 8 1/4 Uhr in Kötzting Hausnummer 74 verstarb.

"Die Familie, die er zurückließ, bestand aus seiner Ehefrau Franziska, einer geborenen Dimpfl, und den beiden Söhnen Josef (Brauer in Darmstadt) und Johann, dessen Anschrift unbekannt war.
Hinzu kamen noch die minderjährigen weiteren drei Kinder, Maria, wohnhaft in Frankfurt am Main und die Brüder Heinrich und Hermann
."
Da das Ehepaar einen Heiratsvertrag hatte, war die Nachlassangelegenheit sehr einfach zu regeln, beide hatten sich als die Alleinerben eingesetzt. Bei der notariellen Öffnung des Heiratsvertrages gab die Witwe weiter zu Protokoll, dass die beiden ihren ersten Wohnsitz in Waldmünchen gehabt hatten, wo die ersten drei Kinder geboren wurden. Insgesamt hätten die beiden  8 Kinder bekommen, von denen 3 im frühen Kindesalter verstorben wären.


Nun also war Franziska Wittmann die alleinige Besitzerin und von ihr aus ging der Besitz in die Hände der Marktmühlenbesitzersfamilie Amberger, denen eh bereits Teile der "Angerwiese" gehörten.
StA Landshut Grundsteuerkataster 5052 
Leider ist dieses "Teilhaus" immer im Schatten der Nachbargebäude und daher auf den wenigen vorhandenen Bildern nicht zu erkennen.
Die letzten Bewohner dieses Teilhauses ist uns eine Familie Neuhierl bekannt. Von Josef Neuhierl aus München haben wir einen ganzen Stapel an Fotos erhalten, die das Leben in Kötztings "Klein-Venedig" schön illustrieren. Und mit seinen Bildern haben wir auch endlich ein Bild des "Häuserkomplexes" von der Flussseite her.
Sammlung Neuhierl: Die Schwester Josef Neuhierls mit Franz Graßl.

Die Idylle mit dem Fluss vor der Haustüre .... aber auch die Gefahr, die immer bei Hochwasserdrohte.
Sammlung Neuhierl: Josef Neuhierl am Ufer, im Hintergrund die Jahnstraße

 
Sammlung Neuhierl: Blick vom Anger in Richtung der Pfarrkirche mit dem kleinen Flusslauf, der früher der Auslauf der kleinen Mühlwerke gewesen war.


Sammlung Neuhierl: Es war sicherlich eine tolle Kinderzeit, wenn man den Fluss so nahe beim Haus hatte.
 
Aber  der Fluss hatte immer auch seine zweite Seite, das Hochwasser, hier eine Aufnahme vom Spitalplatz, der ja bereits etwas höher lag, in dem kleinen Haus am Regen stand das Wasser sicherlich einen ganzen Meter hoch in der Stube.
 
Sammlung Neuhierl:

 

Hausnummer 75
Michael Dattler und Katharina Hastreiter



Nun also wieder zurück in der Zeit und zwar zum Haus mit der alten Hausnummer 75 
.
Ich wiederhole hier kurz, wie diese Abtrennung zustande gekommen war:
Im Jahre 1821 kam es dann zu einer Aufteilung des Hauses mit der alten Hausnummer 74 in zwei Hälften.   Um Urkataster von 1841 sind die beiden Häuser bereits mit eigenen Hausnummern als 74 und 75 aufgeführt. Eine zusätzlicher Neubau Jahrzehnte später konnte nicht mehr eine eigene Hausnummer erhalten sondern wurde mit der Nummer 74 1/2 "abgespeist". 
Am 17.7.1821 verkauften also Michael Zadler und dessen Frau Anna Maria eine Hälfte ihres "Leerhäusels", nebst dem Hausgärtl, dann dem Garten neben den Färber und das Gruberackerl" um die Summe von 400 Gulden an den Kötztinger Bürger Georg Hastreiter. Beide Parteien einigten sich darauf die zu errichtende Trennwand gemeinsam herzustellen.
Noch am selben Tage gab Georg Hastreiter seine gerade erworbene Haushälfte - beim Küfner Zadler am Regen - an "seine einzige ledige Tochter Katharina" weiter, die dafür nur noch 210 Gulden zu bezahlen hatte, allerdings eine Menge an Auflagen diktiert bekam. Katharina Hastreiter heiratete danach Michael Dattler.
Im Umschreibeheft des Grundsteuerkatasters hatte sich der Schreiber diese eigentlich dreifache Umschreibung von Zadler auf Hastreiter, dann auf dessen Tochter und schlussendlich auf deren Ehemann sehr einfach gemacht und nur die endgültige Besitzfassion notiert, also quasi von Michael Zadler auf Michael Dattler und dabei auch den ursprünglichen Kaufpreis eingesetzt, den Zadler erhalten hatte, nämlich 400 Gulden


StA Landshut Rentamt Kötzting B 28
"Michael Zadler Bürger in Kötzting, hat dessen halbe Behausung mit Gärtl und dem Gruberackerl im Zertrümmerungswege an Michael Dadler derorten um 400 fl verkauft, sonst ohne weitere Enderung."

Hier kann man die Durchtrennung der beiden Anwesen 74 und 75 sehr gut erkennen.

 In den Kötztinger Ratsprotokollen heißte es: "4. Nov 1821  Dattler Michael Bürgerssohn von Kö. ehelicht die led. Häuslerin Hastreiter Katharina und erhält Bürgerrecht."
Bei seiner Heirat am 29.7.1821 wird der Bindermeister Michael Zadler sein Trauzeuge sein.
Fünf Kinder sind von dem Ehepaar in den Kötztinger Matrikeln zwischen 1822 und 1831 notiert. 
Das letzte Kind kam am 4.4.1831 nur tot auf die Welt und wurde daher ungetauft zwei Tage danach begraben. Seine Mutter Katharina  folgte ihm 10 Tage später, auch bei ihrer Todesursache heißt es: "schwere Geburt".
Johann Dattler, ein Sohn aus dieser ersten Ehe findet sich mit dem Zusatz:" gewaltsam getötet, erstochen" in den Sterbematrikeln. Am 23.3.1852 wird er mit gerade mal 24 Jahren begraben.

Der Todschlag an Johann Dattler

Vor dem Schwurgericht in Straubing fand die Verhandlung gegen die drei Kötztinger Männer statt, die am Tode des jungen Mannes beteiligt waren. Im Protokoll der Verhandlung ist auch der Vorgang genauestens beschrieben.



Hier der Tatort laut der Beschreibung der Gerichtsverhandlung.


Die oben erwähnte Brücke an dieser Stelle  gab es noch in den 70er Jahren

Sammlung Neuhierl: im Hintergrund das Niggl-Sepp Haus, im 19. Jahrhundert das Haus des Michl Dattler




Michael Dattler und Katharina Kreitinger


Gleich im Jahr drauf heirate der Witwer erneut, mit der Häuslerstochter Katharina Kreitinger geht er nun seine zweite Ehe ein und erneut kommt eine Anzahl von Kindern auf die Welt. Sieben Kindergeburten sind in den Matrikeln verzeichnet.
Drei ihrer Kinder versterben auch in dieser Ehe bereits im frühen Kindesalter.






 
1841 wird der Grundsteuerkataster erstellt und das Haus erhält nun die Hausnummer 75.


StA Landshut Grundsteuerkataster 5038
Hausnummer 75 in Kötzting Michael Zadler Dattler 
Ein Haus - Gebäude:
Halbes Wohnhaus, Stallung und Kammer aneinander, Hofraum und Wurzgartl


"Lt Brief vom 17. July 1821 vom Schwiegervater Georg Hastreiter, vielmehr durch Ehelichung dessen Tochter Katharina, welche das Anwesen mit Lit B und C dann dem Watzelhoftheile in der Gemeinde Grafenwiesen um 210 fl übernahm, erworben.
Einschub
Der Watzlhof bei Grafenwiesen war bis zum Jahre 1803 in besitz des Marktes Kötzting. Der Grundbesitz dieses Hofes wurde später sowohl an die Kötztinger Bürger verteilt, als auch an Neusiedler vergeben, die danach den neuen Ort Watzlhof begründeten.
Einschub Ende
Gleich nach der Erstellung des Grundsteuerkatasters wurde für Kötzting ein Mieterkataster erstellt, das uns zeigt, wie eng es vermutlich in dem haus zugegangen ist.
StA Landshut Grundsteuerkataster 5045 Mieterkataster

1. Michael Dattler, Tagköhner /:Hauseigenthümer:/
Hauptgebäude
I 1 Wohnzimmer und Bodenantheil unterm Dach und kleine Stadl
Unterschrift Michael Datler

2. Paul Strum, Taglöhner
/:Mieter:/
1 Wohnzimmer, 1 Kammer und Bodenantheil unterm Dach
Unterschrift Paul Sturm"

Der Mieter Paul Sturm hatte also einen größeren Wohnraum zur Verfügung als die Hausbesitzersfamilie Dattler selber.
Auch Michael Dattler finden wir in den Protokollen des neuen Vermittlungsamtes:
12. Dezember 1842: Ingleichen belangen die erwähnten Relikten den Häusler Michael Dattler v K um ein von dem verlebten Marktschreiber Anton Schwarz im Jahre 1827 erhaltenes Darlehen im Betrage zu 12 fl. Nachdem jedoch der Beklagte die Forderung geradehin in Abrede stellte kein Sühneversuch.
Im Februar 1855 sah sich der damalige Kötztinger Landrichter Carl von Paur in einer Erbsache veranlasst, überregional nach Geschwistern des Michael Dattler zu suchen, um nach erfolgloser Verstreichung der Frist, Michael Dattler zum Erben seiner Geschwister zu erklären.
Anzeige in der "Neuen Münchener Zeitung"




Am 9.10.1863 stirbt der Kötztinger Flösser Michael Dattler mit 80 Jahren an Altersschwäche.


Michael Dattler und Anna Maria Müller


Am 28.11.1859 hatte Michael Dattler sein Haus an seinen Sohn, ebenfalls Michael, übergeben.

StA Landshut Grundsteuerkataster 5041
"angemeldet am 28ten November 1859
Dattler Michael HsNr 75 in Kötzting übergibt an seinen Sohn Dattler Michael von hier
Lit. A-C Ein Haus per 1 Tw 65 Dezimale Umschreibheft fol 376 1/3 ohne Änderung um die Summe von 800 fl.
Incl. des Besitzes in der Steuergemeinde Grafenwiesen
Unterschriften
Michael Dattler
Michl Dattler
Königliches Rentamt Kötzting"
Schon sieben Jahres vorher hatte Michael Dattler die Kötztinger Häuslertochter Anna Maria Müller geheiratet. Um seine Braut zu finden, musste er nur über den Regenfluss hinüber schauen. Anna Müller stammte aus ähnlich kleinen und beengten Verhältnissen wie ihr Bräutigam.
Auch diese Familie bekam viele Kinder, 7 sind in den Matrikeln zu finden, wobei der Sohn Paul - geboren am 11.11.1854 - im Jahre 1875 der Kötztinger Pfingstbräutigam werden wird.

Pfingsten 1875



Pfingstkranzl des Paul Dattler

Das Besondere in diesem Pfingstfest war, dass der Weg nach Steinbühl wegen einer ausgebrochenen Seuche - Blattern - amtlicherseits verboten worden war. Nun fügte sich sehr gut, dass der Magistrat damals in Besitz der Wallfahrtskapelle in Schönbuchen war und es somit eine elegante Ausweichmöglichkeit gab. Dies blieb das einzige Mal, dass der Ritt - wenn er denn stattgefunden hatte - nicht zur Nikolauskirche in Steinbühl führte.
Paul Dattler wird Jahre - 1899 - später die Gaststätte beim Bahnhof Zellertal errichten, heute das Restaurant     "S´Cafe".
StA Landshut Rep 162-8  Sch. 22 Nr.  3326 Paul Dattler 1899


Doch nun zurück zum Elternhaus "im/am Anger"
Wir kommen nun zeitlich in den Bereich, als wir weiter oben beim Haus 74 die ersten Baupläne fanden.

StA Landshut Rep 162-8  Sch. 21 Nr.  3193 Wittmann Johann Backofen Regen

Das Anwesen Dattler mit all seinen Nebengebäuden ist hier mit der Nummer 8 gekennzeichnet.
Am 15. Oktober Jahr 1890 verstarb der Flößer und Hausbesitzer Michael Dattler im Alter von 71 Jahren in seinem Haus; sein Nachlassakt findet sich im Staatsarchiv in Landshut.
Als die hinterlassenen Personen" sind aufgeführt:
Maria Dattler, Wtw v. hier
Paul Dattler, Flößer hier
Maria Dattler, ledig hier
Theres Dattler, ledig hier
Michael Dattler, Flößer hier
sämtliche volljährig
Protokoll über die Nachlassverhandlung 


Dattler Michael und Katharina Schmatz

Laut dem Umschreibeheft des nächsten revidierten Grundsteuerkatasters hatte Michael Dattler das Haus im Jahre 1891 erhalten und es nach seiner Heirat auch auf seine Frau Katharina eintragen lassen..

Am 19.9.1893 hatte Michael Dattler die Grafenwiesener Wagnertochter Katharina Schmatz geheiratet.
Im Jahre 1900, als der Nachbar und Weißgerber Gerstl einen Bauplan einreichte, war auf dem Lageplan auch Michael Dattler noch mit eingezeichnet.
"i" sind die Gebäulichkeiten des Michael Dattler.
Interessant ist hier, dass selbst 1900 noch die beiden Nebenkraftwerke des Lederermeisters Kollmaier (g) und des Weißgerbers Gerstl  (c) in Betrieb waren.

Inhaltlich haben wir nichts mehr aus den Weiterverkauf des Hauses im Jahre 1913 an Josef Nickl und dessen Frau, wie er aus dem Umschreibeheft nach 1910 zu erkennen ist.

Nickl Josef und Maria



Hier die Bilder , die wir noch vom Ortsteil "Im/am Anger" in unserer Sammlung haben.

Serwuschok Luftaufnahmen: das Niggl-Sepp Haus mit der Brücke zum Anger

Foto Wild Siegi: Kötztings Klein Venedig
.
Foto Neuhierl 

Und am Ende nun die dritte "Abspaltung" des ursprünglichen Hauses 74



Hausnummer 74 1/2 

Der erste Hinweis auf einen zusätzlichen Neubau auf der Angerinsel kommt aus einer Verhandlung vor dem Kötztinger Vermittlungsamtes.


"16. Januar 1862: Paul Sturm Häusler und Flösser von hier hat gegen Franz Korherr ledigen Bindersohn von hier Klage angemeldet, wegen Verbriefung eines Vorplatzes des alten Zadlerbinderhauses.  
Die Beteiligten sind von dem Vermittlungsamte erschienen ein Vergleich wurde versucht und zu Stande gebracht.  Franz Korherr erklärt zu Protokoll, dass er wirklich den Vorplatz des alten Binderhauses
Hs Nr 74 mit dem alten Hause nämlich einen Teil vom hinteren neuen Hauseck bis zur Brücke auf den Regenfluss an Paul Sturm verkauft habe. Bei der Verbriefung am 23. August 1854 ist aber dieser Teil Grundbesitz in dem landgerichtlichen Brief nicht eingetragen worden, weil dieser Teil nicht vermessen 
war und sohin in das Umschreibzertifiket nicht eingestellt werden konnte. Ferner erklärt Franz Korherr dass er das neue Haus mit dem übrigen Vorplatz an Georg Dreger, bräuenden Bürger von hier 
verkauft hat. Die Zeugen werden beweisen, dass Dreger das neue Haus somit Vorplatz mit  Ausnahme des jenigen Platzes, welchen Sturm von hinteren Eck des neuen Hauses bis zur benannten Brücke 
erkauft, demhalben und nee dessen Schwiegermutter Maria Amberger nur deswegen verbrieft worden sein soll, weil wie schon bemerkt, dieser von Sturm erkaufte Teil des Vorplatzes nicht vermessen 
war. Dreger und ree dessen Schwiegermutter Amberger ist daher schuldig, den bezeichneten Platz an Sturm nachträglich verbriefen zu lassen. Sturm hat die Verbriefungskosten des Hauses bezahlt und er verpflichtet sich daher auch noch die Messungskosten dieses Vorplatzes zu bezahlen. Sturm bemerkt ferner, dass er mit der vorstehenden Erklärung des Korherr einverstanden ist. Sturm gibt sofort an, dass er sich auf keinen Prozess einlasse, und Korherr zu sagen habe, dass der betreffende Teil des Vorplatzes von Sturm alsbald verbrieft werden. Mit diesem Vergleich sind beide Parteien einverstanden und unterschreiben. "
Auf einem -früher zum Hause Nummer 74 gehörigen - Nebengrundstück hatte Franz Korher 

.
5168-2100-LiquiP_Bad_Koetzting_Beilage_M2500_1_1-01
 
Franz Korherr hatte sich also beim Weiterverkauf seines Hauses das Grundstück mit der Plannummer 110 vorbehalten, war dann allerdings mit seinem Hausneubau auch in das Niemandsland zwischen der Plannummer 110 und der Plannummer 109 (eigentlich in Besitz des Paul Sturm) vorgestossen.
Niemandsland, weil, wie Korherr im Nachhinein durchaus zugestand, weil er dieses grundstück dem Paul Sturm zwar verkauft hatte, dieses aber anschließend weder vermessen noch ins Grundbuch eintragen worden war.
Als das neu Haus nun verkauft UND dabei natürlich die Lage eingemessen wurde, hatte Paul Sturm Protest eingelegt und in dem Protokoll einigten sich die beiden Parteien gütlich.
Wir haben also als den ursprünglichen Bauherren den Franz Korherr und das Baujahr kann auf den Zeitraum zwischen 1853 und  1857 eingegrenzt werden, als das neu errichtete Haus dann weiterverkauft wurde.

Anna Maria Amberger


StA Landshut Grundsteuerkataster Nr. 5041 Umschreibeheft
"angemeldet den 3. Febr. 1857
Korrherr Franz bes. H. 1/21 ledig von Kötzting verkauft an A. M. Amberger Müllerswitwe v. HsN 63 zu Kötzting PlNr. 110 Wurzgarten beim Haus /nun neuerbautes Wohnhaus:I per 0,11 dez Plnr. 111 Gras- und Baumgarten beym Haus per 0,03 dez.
PlNr. 111 1/2 Gras und Baumgarten neben dem Wasser per 0,09 dez nebst Gemeinderecht belastet zu Marktkasse Rekognition per 0 fl 16 xr um 1250 fl
Unterschriften
Josef Amberger
Franz Korherr"

Auch Anna Amberger finden wir auf dem Lageplan des Wittmannschen Backofenbaus, hier mit der Ziffer "5" vermerkt.

StA Landshut Rep 162-8  Sch. 21 Nr.  3193 Wittmann Johann Backofen Regen


Foto Carl Schnabel Stadtentwicklung 034: Der Fotograf stand auf der Wiese Plannummer 110 mit Blickrichtung zur Marktmühle. Dies war also der große teil der Wöhrdinsel im Regen, links noch erkennbar der frühere Werksauslauf der Lohmühle.



DIA-Repro 1063 das Haus der A.M. Amberger (Hanr 74 1/2); links nur schwer zu erkennen das Haus der alten Hausnummer 74 

StA Landshut Grundsteuerkataster Nr. 5054
Das Haus blieb also weiterhin in Besitz der Marktmüllersfamilie Amberger

DIA-Repro 053 das "Amberger-Haus" vom Baumweiher der Marktmühle aus betrachtet.

DIA-Repro 1050 auch im Winter eine Idylle
DIA- AB Schnabel so soll die neue Führung des Flussbettes ausgeführt werden.

Die Gruppe der kleinen Häuser konnten also hinter einem Damm zunächst gesichert werden.
Foto Carl Schnabel

Nach dem ersten Schritt der Hochwasserfreilegung: hier mit der neuen Behelfsbrücke, die die Oberbergerbrücke ersetzen sollte, zumindest solange bis die neue Umgehungsstraße mit der großen brücke bei der Wiesmühle fertiggestellt worden war. Das "Amberger"haus war nun bereits mit dem Auto erreichbar.





Img 0913 Noch einen Schritt später mussten die Häuser einem Appartementblock weichen.



Heutzutage steht eine große Wohnanlage hinter dem Hochwasserdamm