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Mittwoch, 3. Juni 2026

Kötzting im Jahre 1926 eine kleine Jahrschronik

 1926


Die Kötztinger Suppenanstalt
Der Kampf um die Zellertalbahn beginnt
Das Pfingstfest des Jahres 1926
Das Gauturnfest im Juni  - der Bericht folgt
Die - politische - Sonnwendfeier - der Bericht folgt
Der große Heimattag mit Volksfest im August - der Bericht folgt
Der Weiß-Blaue Tag und der Leserbriefstreit mit Cham - der Bericht folgt


Das Jahr 1926 hatte für Kötzting und seine Bürger sehr viel zu bieten. (Das Pfingstfest von 1926 wurde ja bereits separat behandelt). Ein Blick in die damaligen Ausgaben des Kötztinger Anzeigers zeigt eine Marktgemeinde voller Leben, neuer Ideen und großer Feierlichkeiten.
Die folgenden Berichte stammen sämtlich aus dem Kötztinger Anzeiger, der seit 1899 dreimal wöchentlich erschien und damals die einzige Zeitung Kötztings war. Bis auf wenige Fehljahrgänge haben sich die Ausgaben heute nahezu vollständig in der Bayerischen Staatsbibliothek erhalten. Neben kleinen Neuerungen und alltäglichen Nachrichten sorgten im Sommer  1926 gleich zwei weiter große und überregional beachtete Veranstaltungen dafür, dass in Kötzting außergewöhnlich viel Betrieb herrschte:
Da war zum ersten das große Gauturnfest im Juni und im August der große Heimattag verbunden mit einem Volksfest und sogar einem Kinderfestzug.
Diese Ereignisse zeigen eindrucksvoll, wie lebendig das gesellschaftliche Leben in Kötzting vor genau 100 Jahren gewesen ist – zwischen Heimatverbundenheit, religiöser Tradition und bayerischem Selbstbewusstsein.




Die Suppenanstalt



 Warme Suppe gegen Hunger und Kälte
die Kötztinger Suppenanstalt von 1925/26

Foto Josef Bock - Kinderfestzug in den 60ern mit dem Alten Rathaus im Hintergrund


Wenn heute über Schulverpflegung oder Ganztagsbetreuung diskutiert wird, gerät leicht in Vergessenheit, unter welchen Bedingungen viele Kinder noch vor einhundert Jahren aufwuchsen. Ein Bericht aus dem Januar 1926 gibt einen eindrucksvollen Einblick in die Lebensverhältnisse zahlreicher Familien im Kötztinger Land und zeigt zugleich ein bemerkenswertes Beispiel bürgerschaftlicher Solidarität.
Bereits am 6. Dezember 1925 hatte die Gemeinde Kötzting im Rathaus eine Suppenanstalt eingerichtet. Dort wurden täglich mittags etwa 80 Kinder kostenlos mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Auf den Tisch kam eine kräftige Fleischsuppe, in die Grieß, Reis oder ähnliche Zutaten eingekocht wurden. Auch besser situierte Einwohner konnten Suppe erhalten, mussten dafür allerdings ein geringes Entgelt bezahlen. Finanziert wurde die Einrichtung überwiegend durch freiwillige Spenden. Innerhalb kurzer Zeit kamen mehr als 500 Mark zusammen – ein beachtlicher Betrag in einer Zeit, in der die wirtschaftliche Lage vieler Menschen alles andere als einfach war. Zusätzlich unterstützte der Marktgemeinderat die Aktion mit einem erheblichen Geldbetrag.

Wie groß der Bedarf tatsächlich war, zeigte sich bereits in den ersten Tagen. Während der ersten Woche konnte jeder kostenlos Suppe erhalten, woraufhin täglich zwischen 200 und 250 Personen zur Ausgabe erschienen. Um die vorhandenen Mittel nicht zu rasch aufzubrauchen, wurde die unentgeltliche Verpflegung deshalb schon bald auf die wirklich bedürftigen Kinder beschränkt. Besonders betroffen waren die Schulkinder aus den umliegenden Dörfern und Einöden. Allein aus Arndorf nahmen 42 Kinder an der Speisung teil, aus Haus weitere 22. Viele von ihnen hatten einen langen Schulweg. Bis zu zwei Stunden mussten sie täglich zu Fuß zurücklegen – morgens hin und nachmittags wieder zurück. Im Winter bedeutete dies oft einen Marsch durch Schnee und Kälte.
Der Bericht schildert die Verhältnisse eindringlich: Viele Kinder verließen bereits gegen sechs Uhr morgens ihr Elternhaus und kehrten erst gegen vier Uhr nachmittags zurück. In dieser Zeit bekamen sie häufig nichts Warmes zu essen. Ein Stück Brot oder einige Kartoffeln mussten als Mittagessen genügen. In manchen Familien warteten nach der Rückkehr lediglich kalte Kartoffeln oder erkaltete Rüben auf die Kinder.
Umso größer war die Bedeutung einer warmen Mahlzeit in der Mitte des Tages. Nach knapp einem Monat Betrieb konnten bereits erste Erfolge festgestellt werden. Der Leiter der Volksschule, Hauptlehrer Möcklein, berichtete von einem außergewöhnlich guten Schulbesuch – selbst während der strengsten Kälteperiode. Nach seiner Beobachtung waren die Kinder im Nachmittagsunterricht deutlich aufmerksamer und beteiligten sich sogar am Vormittag eifriger, weil sie sich bereits auf die warme Suppe freuten.
Der Zeitungsbericht endet mit einer Beobachtung, die vielleicht mehr aussagt als alle Zahlen. Wer die leuchtenden Gesichter der Kinder gesehen habe, wenn die dampfenden Suppenteller hereingetragen wurden, der könne die Bedeutung dieser Einrichtung erst richtig verstehen.

Heute erinnert die Kötztinger Suppenanstalt daran, wie entbehrungsreich das Leben vieler Familien noch in den 1920er Jahren war. Gleichzeitig zeigt sie aber auch, dass Notzeiten oft Kräfte der Solidarität freisetzen. Die Unterstützung durch Bürger, Beamte und Gemeinde machte es möglich, hunderten Kindern wenigstens einmal am Tag eine warme Mahlzeit zu geben – ein kleines Stück Fürsorge, das für viele von ihnen einen spürbaren Unterschied machte.

Im Oktober 1926 entschied der Marktgemeinderat die Einrichtung erneut anzubieten und forderte die die Kötztinger Bevölkerung auf, diese finanziell zu unterstützen.

Mit dem Kötztinger Männergsangs- und Orchesterverein und einer Vielzahl von Solistinnen und Theaterspielern war es vor 100 Jahren möglich, aus eigener Kraft mehrmals im Jahr große Produktionen anzubieten.


Von dieser Aufführung gibt es sogar einen eher humoristischen im Kötztinger Anzeiger, der hier im Original dokumentiert, wie und worüber sich  unsere Vorfahren so amüsieren konnten:

Einschub:

Aus heutiger Sicht wirkt die Glosse stellenweise erstaunlich respektlos, ja sogar verletzend. Der Verfasser macht sich nicht nur über die Bühnenhandlung lustig, sondern auch über Personen im Zuschauerraum. Besonders auffällig ist die Schilderung der „dicken älteren Frau“ hinter ihm, die später sogar zur „fetten Nachbarin“ wird, deren „Fettbauch“ beim Lachen „schwapple“. Eine solche Beschreibung würde heute kaum noch veröffentlicht werden, ohne Kritik hervorzurufen. Sie verletzt moderne Vorstellungen von Höflichkeit, Privatsphäre und Respekt gegenüber dem Äußeren anderer Menschen.

Man sollte den Text allerdings nicht vorschnell mit heutigen Maßstäben verurteilen. Er stammt aus einer Zeit, in der Zeitungen oft wesentlich persönlicher, bissiger und direkter formulierten als heute. Gerade in lokalen Blättern fanden sich regelmäßig satirische Glossen, die von Überzeichnungen, Spott und bewusst groben Bildern lebten. Der Verfasser schreibt nicht als objektiver Theaterkritiker, sondern als humorvoller Beobachter des Geschehens im Saal. Seine Nachbarin wird dabei zu einer literarischen Figur, deren Lachen die ausgelassene Stimmung des Abends symbolisieren soll.

Dennoch offenbart der Text auch gesellschaftliche Vorstellungen der 1920er Jahre. Frauen werden fast ausschließlich nach ihrem Aussehen beurteilt: Die Schauspielerinnen sind „rotbackig“, „frisch“ und „zum Anbeißen“, während die Zuschauerin wegen ihrer Körperfülle verspottet wird. Männer erscheinen dagegen als handelnde Personen, Schauspieler oder Beobachter. Der Autor bewegt sich damit ganz selbstverständlich in den Geschlechterbildern seiner Zeit.

Bemerkenswert ist außerdem der selbstironische Ton. Der Verfasser macht sich nicht nur über andere lustig, sondern auch über sich selbst. Er gesteht offen ein, die jungen Darstellerinnen bewundert zu haben, und schildert scherzhaft die Kontrolle durch seine Ehefrau. Dadurch wird die Glosse weniger bösartig, als sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Ihr Ziel ist weniger die Herabsetzung einzelner Personen als die humorvolle Beschreibung eines vergnügten Theaterabends.

Für den Historiker ist der Text deshalb besonders interessant: Er erzählt nicht nur etwas über die Aufführung von „Mizzi und Muzzi“, sondern vor allem darüber, worüber man im Kötzting der 1920er Jahre lachte, welche Witze als gesellschaftlich akzeptabel galten und wie ungezwungen Journalisten damals über ihre Mitmenschen schreiben konnten. Gerade die heute befremdlichen Passagen machen den Quellenwert des Textes aus, weil sie einen unverstellten Blick auf Mentalitäten und Umgangsformen jener Zeit ermöglichen.

Einschub Ende


"Vermischte Nachrichten

Kötzting, 4. Jan. (Mizzi — Muzzi; eine große Schweinerei! So kam das Stück zur Aufführung, unter dem Zauberschleier der Töne eines sehr passend besetzten Orchesters mit Reinheit, Feinheit und sicherem Takt. Unsittlich wurde es gebrandmarkt, ich weiß nicht warum? Ja eine große Schweinerei wäre es beinahe entstanden. Die dicke ältere Frau hinter mir hat nämlich über den Xaverl furchtbar gelacht und auf einmal hat sie zu ihrer linken Freundin hinübergeredet: „Schaug— hi — da — da Xa — Xa — verl — — Pe — pi — i koos nim — ma — ma — ha — halt'n!“
In der Pause hab' ich dann unauffällig hinter meinen Stuhl hingeschaut — aber es war noch keine Schweinerei! Oder war das Stück deshalb eine Schweinerei, weil die Mizzi und die Muzi und die anderen Madeln so rotbackig und frisch ins Bühnenlicht geschaut, so sittsam den Reigen getanzt bei glöckerlhellem Gesang? Keine war unkeusch, aber alle zum Anbeißen!

Mein Freund hat es auch gesagt: „Du — schad, dass ma voheirat san!“ Meine Frau hat dies aufgeschnappt und das Verlangen meines Gesichtes überprüft.
Als der Kunstmaler Lug aber gleich darauf mit seiner molligen Schar zum Reigen einsetzte, war ihre ganze Aufmerksamkeit auf den Brettern und ich konnte meine Augen auch wieder ungehört auf die Weide treiben, zu den hüpfenden Geißlein: Mizzi — Muzzi — Susi — Vroni — Toni — Mali — Hanny — Cilli — Tilli — Zenzi — Leni mit ihrem überglücklichen Hüter Kunstmaler Lug.

Ein älteres, studiertes Beamtenherz ließ sich unter den Zuschauern sogar aus seinem versteinerten Ernste aufrütteln. Als die frohe Jugendschar durch seine Hornbrille Einzug hielt in Hirn und Brust, da stöhnte er leise für sich die auf der Schulbank gelernten Goethes-Worte: „Welch reicher Himmel, Stern an Stern, wer nennt die Namen?“
Wahrscheinlich hat der alte Schwerenöter noch manch andere unerlaubte Gedanken entfaltet. Und wenn es wirklich so gewesen wäre — noch bei diesem und jenem im weiten Saal — der Xaverl hat sie sicher alle auf harmlose Bahnen abgelenkt. Wenn du, lieber Leser, den Xaverl noch nicht kennst, dann schau dir ihn heute Mittwoch in der Abendvorstellung an — dann hat´s di! 
Dr. Fritz Brandenfeld — Dich möchte ich hier schon öffentlich fragen: „Hast du bei deiner gespielten Eifersucht nicht ein klein wenig eine echte gehabt?“ Der treffliche Spieler ist zwar verheiratet und wir Ehemänner wissen alle von uns, dass wir konsequente Weiberfeinde sind, aber es gibt auch manchmal Rückfälle in den Urzustand. Brandenfeld hat sicher bei seinem langen Junggesellentum manchmal an jener Krankheit gelitten, sonst hätte er diese sicher nicht so lebenswahr auf der Bühne in Pose gebracht.
Und dann die zwei kleinen Persönchen der Nebenrolle: Sieglinde Hupfauf (Sprechrolle), Hansi Hupfauf, ihr Sohn (Sprechrolle) habe ich meine Frau noch eben aus dem Zettel lesen hören, da rollten schon ohrenbetäubende Lachsalven durch den Saal. Darin ersoffen Schreie aus allen Richtungen des brüllenden Raumes: „Meintse Leit - meintse Leit — meintse Leit!“.
Meine fette Nachbarin brachte es fast nicht mehr heraus. Als ich ihren Fettbauch schwappeln sah vor Lachen, wurde es mir klar, dass sie mir die zwei Flöhe aufgesprengt hatte und ich habe ihr dies in der Freude des Ereignisses verziehen. Zu rasch fiel der schwere Bühnenvorhang vor der trefflich spielenden Schar.
Ja fröhliche Stunden währen immer zu kurz! Die uns aber die Freude gemacht, denen dankte es nicht der geringe Beitrag, eine Spende für den Kötztinger Kriegerverein, sondern der überfüllte, von Freude hallende Saal im Zeichen der Mizzi und Muzzi. 


Zwei Ankündigungen ließen die Kötztinger bereits im Februar aufhorchen:
Der Turnverein startete ins neue Jahr mit seinen Turnübungen in der neuen Halle und kündigte dabei das große Gauturnfest für den Juni an und im Reichstag in Berlin war die Entscheidung gefallen, den Ausbau der Eisenbahnstrecke Zwiesel-Bodenmais anzugehen, eine Nachricht, die im Anschluss für brisante aber hochinteressante "Entscheidungen" vor Ort sorgte und hier später in einer eigenen Rubrik  behandelt werden wird.

Ebenfalls im Februar 1926 wandte sich das katholische Pfarramt Kötzting an seine "Schäfchen", um diese vor den verderblichen Schriften der "Ernsten Bibelforscher" zu warnen. Auch dies ist eine Zeichen dafür, wie tendenziös damals bei manchen Zeitungsartikeln einer Zeitung berichtet wurde

Kötzting, 6. Febr. Gegenwärtig wird die Umgebung Kötztings von Agenten der adventistischen Sekte der „Ernsten Bibelforscher“ bearbeitet. Täglich ziehen sie aus, um ihre adventistischen Bibeln und andere Schriften dieser irregläubigen Sekte unter das katholische Volk zu werfen. 
Darum Katholiken obacht!
Das Kaufen, Lesen oder Aufbewahren irregläubiger Bücher und Schriften ist ja schwere Sünde und mit kirchlichen Strafen belegt. Wenn ein Arzt von irgend etwas sagt: „Das ist Gift!“ so glaubt du ihm und lässest die Hand von dem Gifte. Wenn deine Kirche dir sagt: „Irrgläubige Bücher und Schriften sind Gift für deine Seele“, so glaube auch das der unfehlbaren Kirche und lasse die Hand von dem Gifte!
Kommt darum in ein Haus ein Kolporteur mit Büchern oder Schriften religiösen Inhalts, dann schauet, ob die Bücher vorne, auf einem der ersten Blätter, eine bischöfliche Druckerlaubnis aufweisen. Haben sie eine solche nicht — adventistische Bücher sind meist in Hamburg gedruckt — dann weiset den Agenten die Türe und zwar energisch! Suchen sie diese Bücher gar als katholische Bücher euch aufzuschwätzen, dann zeiget diese Kolporteure sofort bei der Gendarmerie wegen Betrugsversuches an. Machet auch sogleich euren Seelsorger aufmerksam, wenn ein Agent mit solchen Schriften zu euch kommt.
Nur entschiedene Abwehr kann uns von dieser adventistischen Landplage befreien.


Weitere Raritäten vom Frühjahr 1926:

Ein Fräulein Zenzl Neuberger aus Reitenstein wollte sich vor ihrer Auswanderung nach Nordamerika von all ihren Freunden und Bekannten verabschieden:


Ein Ausdruck, den ich vorher noch nie gehört hatte: Kirmweiber.
Darunter versteht man offensichtlich Frauen, die mit großen Buckelkörben - Kirmen - in den Wald gingen und dort unerlaubt Zweige oder Blätter einsammelten.

KA vom März 1926

KA vom April 1926

Noch ein kleines Rätsel: der "Altregen"

Ich vermute mal - zwischen den Zeilen des folgenden Artikels gelesen - dass es sich dabei um einen Altarm des Weißen Regenflusses gehandelt hat, der offen als Schuttabladeplatz benutzt wurde.




Eine mir bis dahin unbekannte Kötztinger Schützen=Gesellschaft: die Zimmerstutzen=Schützen=Gesellschaft=Klosterschmiede lud für den Josefi Tag zu einem Sau=Schießen.










Das zeitlich nun folgende Pfingstfest des Jahres 1926 ist bereits in einem eigenen Beitrag vorgestellt worden:  Pfingsten 1926


🗺️ Ein Tipp zum Schluss:
Auch dieser Beitrag ist in der interaktiven Karte Kötztings eingetragen.
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 Reserve weiß Dieser Beitrag ist in der interaktiven Karte unter der Markergruppe Chroniken zu finden.







Freitag, 29. Mai 2026

Wo ist das - Suchbilder 2026

Hier nun die Suchbilder von 2026:       

Suchbild 7


🌉 Bleiben wir bei den Kötztinger Brücken:
Diese Brücke ist heute längst verschwunden – und doch dürfte sich mancher noch an dieses etwas eigenwillige Konstrukt erinnern. Der obere Teil des Fotos bleibt diesmal bewusst verborgen, denn sonst wäre die Auflösung wohl allzu schnell gefunden gewesen. 😉

Wer erkennt, wo sich diese Brücke einst befand – und warum sie später einfach nicht mehr gebraucht wurde?




Lösung:


Es war die Zufahrt zur "Ambergerinsel", also eine kleine Behelfsbrücke über den Dampfbach. Im Hintergrund der mittlerweile verschwundene Kötztinger Ortsteil: "im Anger"







Suchbild 6

Wo in Bad Kötzting  liegt diese Brücke?  Den oberen Bildrand habe ich abgeschnitten, sonst wäre die Lösung viel zu einfach gewesen.


Lösung: im entfernten oberen Teil des Bildes würde man das Restaurant "Route" erkennen. Die Brücke überquert also den Gruberbach zwischen den beiden "Kreiskehren".




Suchbild 5


Eine malerische Hütte auf einer beliebten Sonntagswanderstrecke in Kötzting mit vielen Erinnerungen.
Wo stand diese Hütte?


Die Lösung:

Natürlich auf dem Ludwigsberg - Kötztings traditionelles Sonntagsausflugsziel



Suchbild 4

Hinter dieser Suchaufgabe steckt nun tatsächlich auch für mich der Wunsch nach einer Lösung, denn ich kenne das abgebildete Haus nicht. Es stammt aus einem Artikel vom Januar 1976, als die Umschau mehrere Objekte in der Stadt abbildete, die nicht gerade "vorzeigbar" erschienen für die zukünftige Entwicklung der Stadt. Im Falle des Suchbildes hieß es, dass regelmäßige Einbrüche und unrechtmäßige Übernachtungen in diesem (Neben?-) Gebäude stattgefunden hätten und die Zustände daher untragbar seien. 
Mein eigener Tip:  Das Rückgebäude vom Fischer Peteranwesen (das war wohl ein Irrtum...)
Wo war das in Kötzting?

Lösung Suchbild 4:

Es ist der ehemalige "Lembergerkeller" in der Holzapfelstraße und das rechts angeschnittene Hauseck mit der Hausnummer 13 gehört zum ehemaligen Monokel.






Suchbild 3


Wo kommt das Auto auf diesem Bild her und zu welchem Anwesen gehörte das Gebäude auf der rechten Bilderseite?


Lösung:

Diese Suchaufgabe wurde sehr schnell und von sehr vielen richtig beantwortet: es ist die Einbiegung von der Müllerstraße rechts hin zur heutigen (Fußgänger-) Oberbergerbrücke, die damals noch - wenn auch nur eingeschränkt - befahrbar war.



Suchbild 2

vermutlich zu einfach, aber vielleicht kann ich mich auch täuschen: Wo in Kötzting stand denn diese Außenterrasse?  

Btw: die Bank gibt es heute noch, allerdings nicht an dieser Stelle.

 

Lösung:
Viele haben es gleich erkannt, das ist die ehemalige Steinterrasse vor dem Gasthaus Dreger in der Marktstraße, die der großen Marktstraßensanierung in den Jahren 1983/1984 weichen musste, um die Straße fußgängerfreundlicher zu machen. Die halbhohe Stützmauer dieses Freisitzes war übrigens jahrzehntelang der "Kirtasitzplatz" eines schwerbehinderten Akkordeonspielers, der sich hier mit Musik seinen Lebensunterhalt zu verdienen versuchte und mich in meinen Kinder - und Jugendjahren begleitete.

Suchbild 1

Am Rand des Stadtgebiets von Bad Kötzting, fast ein wenig verborgen, liegt dieser stille, idyllische See.
Kennen Sie seinen Namen – und wissen Sie, wo er zu finden ist?


Lösung: Es ist der Steinbachsee rund herum um das Jahr 1960. Foto Kretschmer

Foto Kretschmer: aus diesem See wurde, den starken Höhenunterschied ausnutzend, eine Druckwasserleitung heruntergeführt zum heutigen Hotel Steinbachtal.



🗺️ Kleines Suchspiel zum Schluss:

Viele Geschichten und Meldungen aus und über Kötzting lassen sich nicht nur lesen, sondern auch direkt im Stadtplan entdecken.
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🔎 Wer diesen Beitrag dort wiederfinden möchte, muss ein wenig suchen:
Er verbirgt sich in der Markergruppe Suchaufgaben

Viel Freude beim Entdecken!

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Mittwoch, 27. Mai 2026

Kötztinger Kunstausstellung


"Eigentlich"...., so Bürgermeister Markus Hofmann, "eigentlich" wäre es heuer bereits die 60. Kunstausstellung in Bad Kötzting gewesen – hätte es nicht die Zwangsunterbrechung durch die Coronakrise gegeben. Und Dr. Tobias Appel - Bezirksheimatpfleger der Oberpfalz und Schirmherr der heurigen Ausstellung - stellte am Ende seines Vortrags berechtigterweise heraus, dass es wohl nur wenige Städte in Bayern gibt, die bei der Förderung der bildenden Kunst einen derart langen Atem bewiesen hätten. Besonders lobte er bei dieser lange Reihe nahezu ununterbrochener Ausstellungen, dass den Kunstschaffenden damit immer wieder die Möglichkeit gegeben wurde, mit ihren Werken sichtbar zu werden und ihre Werke auch an die Frau/Mann bringen zu können..
Viel Lob also für die heurige Kunstausstellung in den Räumen der Kötztinger Kirchenburg, die bei der Eröffnungsfeier erneut die zahlreichen interessierten Besucher kaum fassen konnte.

Durch einen schieren Zufall konnten wir für unser Archiv den Ausstellungskatalog der ERSTEN Kötztinger Kunstausstellung übernehmen – ein Exemplar, das bislang tatsächlich in unserer Sammlung gefehlt hatte.

Die erste Kötztinger Kunstausstellung war damals bereits im Rahmen der Pfingstwoche veranstaltet worden und wurde sowohl von der Stadt Kötzting als auch von der Kötztinger Volkshochschule organisiert, deren damaliger Leiter Werner Gläsel die Ausstellung der mehr als 200 Exponate von 30 Kunstschaffenden kuratierte.
Der Ausstellungskatalog ermöglicht beinahe eine kleine Zeitreise – nicht nur wegen der Künstler und deren Exponate, sondern auch durch die Werbeanzeigen, im Programmheft mithalfen, die Kosten der Ausstellung zu senken.


KU vom 20. Mai 1967

Hier das Vorwort des Schirmherrn, des damaligen Kötztinger Landrats Rudolf Nemmer, der sehr schön die damalige Aufbauleistung der Gesellschaft im Altlandkreis Kötzting herausarbeitet und die weiteren Ziele für die Kulturschaffenden definiert.

Zunächst die Liste der Aussteller des Jahres 1967, die uns einen schönen Überblick über die Künstler und Kunsthandwerker der damaligen Zeit in der – relativ – nahen Umgebung Kötztings bietet.



Aus der Sammlung KH Krämer stammt übrigens dieser Zufallsfund des Ausstellungskatalogs

Der Scherenschnitt "Disteln" befindet sich übrigens nun auch in unserer Sammlung KH Krämer im Stadtarchiv








Und nun die Werbeanzeigen Kötztinger Geschäftsleute, die damals den Katalog zusätzlich füllten, und die fast alle mittlerweile Geschichte sind.

Die Kötztinger Konservenfabrik und Siegfried Ehemann waren gleich mit drei ganzen Seiten vertreten im Katalog






Die Grafik auf der Katalogvorderseite mit den drei Pfingstreitern und der Kirchenburg im Hintergrund stammt ziemlich sicher vom "Graßl Christ".




Kötztinger Zeitung vom Mai 1967




Doch nun der große Sprung zur Ausstellung des Jahres 2026, die im Übrigen wieder einmal absolut sehenswert geworden ist in ihrer Vielfalt und Qualität – mit einigen Beispielsbildern aus dem digitalen Ausstellungskatalog. Die darin enthaltenen Aufnahmen stammen von Klaus Neubauer, Bad Kötzting.









Ein Künstler, der mir seit Jahren immer wieder auffällt mit seinen Plastiken ist Sebastian Roser aus Cham, mit dem zusammen ich vor "Urzeiten" in Cham Partys gefeiert und den ich erst wieder bei den Ausstellungen der letzten Jahre wieder getroffen habe.

Foto Pongratz: "Bashkire", Bronzeguss auf Granit




Foto Pongratz: "FIFI", der/das sich nur sehr schwer hat fotografieren lassen.


Mein Resümee: wie immer eine tolle Ausstellung und ein großes "Danke Schön" an die, die diese großartige Reihe alljährlich fortsetzen.
 


🗺️ Ein Tipp zum Schluss:
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 Reserve weiß Dieser Beitrag ist in der interaktiven Karte unter der Markergruppe Kötztinger Allerlei zu finden.