Translate

Samstag, 27. Oktober 2018

Das Kriegsende vor 100 Jahren - der Freistaat Bayern entsteht


Eine Zeitenwende für unsere Vorfahren, wie und wann erfuhren unsere Kötztinger davon?

In dem Jahresband des Kötztinger Anzeigers von 1918, der in der Münchener bayerischen Staatsbibliothek aufbewahrt ist, hat ein unbekannter Schreiber auf dem Exemplar  Nr. 91 vom 13.11.1918 notiert: N(ummer) 90 fehlt(!). Die Ausgabe vom Montag, dem 11. November 1918 ist entweder in München nie angekommen, oder die Zeitung wurde nie gedruckt. Jedenfalls ist der ausgerufene WAFFENSTILLSTAND, das Ende des unsinnigen Tötens und des jämmerlichen Sterbens an der Westfront endlich wahr geworden.  Auch wenn viele, viele Todesmeldungen noch lange Monate weiterhin in der Heimat ankommen, ist das seit langem endlich eine gute Nachricht. Viele Kötztinger liegen noch schwer verwundet in den Krankenhäusern - auch im ehemalig besetzten Frankreich - und kämpfen, manchmal vergeblich, um ihr Leben. Nachdem das Manifest/der Aufruf des neuen revolutionären Rates aber auch erst am 13. November - auf Seite 2 -  in der Zeitung stand, so steht zu vermuten, dass die Kötztinger am Montag den 11.11. eher nur von einer großen Demonstration in München in der Zeitung lasen, wenn überhaupt.
Zuerst aber eine kleine Rückschau um ein paar Tage: noch am 6. November, 2 Tage vor Ausbruch der Revolution in München wurde die Kötztinger Bevölkerung noch aufgefordert die 9. Kriegsanleihe zu zeichnen.
In den vergangenen Wochen und Monaten war die Versorgungslage der Bevölkerung immer schlimmer geworden, wie manche Sammlungsaufrufe nach Brennnesseln und Quecken schrecklich deutlich machen.







Selbst Hunde sollen an der Front zum Schluss eine Wende einleiten: - ich stell mir gerade vor, wie Monti, mein Terrier, der nie in seinem Leben gehorchen wollte oder, rassespezifisch, konnte, die Wende im Krieg herbeiführen hätte können.......


















Natürlich gab es in Deutschland und in Bayern zu der Zeit Kriegsgefangene, welche auch zur Zwangsarbeit eingesetzt waren. Anders aber als später im Dritten Reich unter dem Rassenwahn der Nazis wurden diese wohl ganz anders behandelt und vor allem offensichtlich voller Respekt und Mitgefühl betrachtet, wie der folgende Artikel zeigen kann, in dem von einem russischen Kriegsgefangenen berichtet wird:

















Welch ein Unterschied zur Behandlung der Zwangsarbeiter nur ein paar Jahrzehnte später.


In München jedenfalls brodelte es und die, zuerst hartleibige, SPD (unter Auer) schloß sich den Forderungen der USPD (unter Dr. Eisner) nach einer Demonstration am Freitag den 8.November 1918 auf der Theresienwiese an. Die berichteten Teilnehmerzahlen schwankten je nach politischer Couleur der Zeitungen zwischen 40000 und 200.000. Die an der Demonstration teilnehmenden Soldaten hatten bereits ihre Reichskokarden von den Uniformen getrennt. Über 20 Redner sprachen auf dieser Kundgebung, unter Ihnen auch Kurt Eisner und Auer.
Die Forderungen der Teilnehmer gipfelten in der Aufforderung an den Rücktritt des Kaisers, dem Thronverzicht des Thronfolgers und der Vereidigung des Reichsheeres auf eine neue Verfassung, in der alle, die Demokratie hemmende, Hindernisse beseitigt werden sollten.
Diese Forderungen waren den meisten Teilnehmern aber wohl bei weitem zu moderat, auch ein Rücktritt des bayerischen Monarchen war zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf der Agenda.
Der Zuge sollte sich - so war der Plan der SPD gewesen, welche an die 3000 "Ordnungsmänner" stellte, um dies auch sicherzustellen, an der Siegessäule in München enden. Die große Masse der Teilnehmer aber orientierte sich mehr an den weitergehenden Wünschen der USPD und deren Redner Kurt Eisner, der schlichtweg forderte, dass den Worten auch Taten folgen mussten. Bereits der übernächste Redner, nach Eisner sprach der blinde Bauernführer Gandorfer, der Unteroffizier Felix Fechenbach rief den Soldaten zu: "Soldaten! Auf in die Kasernen! Befreien wir unsere Kameraden! Es lebe die Revolution!" Nachdem sich dem Riesendemonstrationszug die Soldaten unterschiedlichster Kasernen angeschlossen hatten, stand bald die gesamte Münchner Garnision auf der Seite der Demonstanten, an deren Spitze die USPD Führer Kurt Eisner und Johann Unterleitner und der Bauernführer Ludwig Gandorfer.
Nach Abschluß der Demonstration wurde im Mathäserbräu ein Arbeiter- und Soldatenrat gebildet. Die Räte begaben sich abends in das Landtagsgebäude und bildeten einen provisorischen Arbeiter-Soldaten-und Bauernrat mit Eisner als 1. und Unterleitner als 2. Vorsitzenden.
In der Nacht vom 7. auf den 8. November gab der "Arbeiter-,Soldaten- und Bauernrat einen Aufruf heraus, welcher Bayern tiefgreifend veränderte, nichts sollte mehr so sein wie zuvor. Einer der Kernaussagen lautete:
"Bayern ist fortan ein Freistaat"

Buch der Unibib Regensburg, dem
ich die nebenstehenden Aufrufe
entnommen habe.

















Noch in der Nacht des 7. Novembers floh der Wittelsbacher König Ludwig III auf Schloß Anif im Salzburger Land.  Wenige Tage danach besuchte Premierminister Dandl den König und das Ergebnis war die "Anifer Erklärung" vom 12. November. Mit dieser kurzen Erklärung endeten sang- und klanglos 700 Jahre Wittelsbacher Herrschaft über Bayern.


Wann erfuhren nun die Kötztinger davon? Erst am 13. November wurde auf der Seite 2 davon berichtet- auf Seite 1 stand die Überschrift mit dem Waffenstillstand und der Abdankung der beiden Kaiser in Berlin und Wien. Im Innenteil nun wurden die neuen Veränderungen, die sich aus der ersten Sitzung des neuen "Parlaments" in der Nacht zum 8. November für die Bevölkerung ergaben, ganz ausführlich erläutert.
  Nun ist es für uns natürlich interessant, ab wann die "neuen"Verhältnisse auch in Kötzting zu spüren waren, und des dauerte nicht lange: schon in der nächsten Ausgabe, am Samstag den 16. November wandte sich ein Soldatenrat Kötzting und Cham an die Kötztinger und warnte die Bevölkerung vor Unruhen, es würde mit "Aller Strenge" durchgegriffen.
Mit Datum vom 12.November erschien in den Tagen danach ein Aufruf des Chamer Soldatenrates an die in Kötzting sich aufenthaltenden Soldaten
 
















 Mit diesem Aufruf an die ehemaligen Soldaten, sich bei ihren Truppenteilen einzufinden, erschien auch bereits ein Aufruf und eine Warnung an die Bevölkerung:

 

Kötzting bekam erst am 20. November Nachricht von der "Anifer Erklärung" Ludwigs III, während die Rücktritte der beiden Kaiser sofort (13.11.) gemeldet worden waren. Eisner nahm den Thronverzicht ganz nüchtern entgegen und stellte es der Privatperson Ludwig frei, sich, wie jeder andere Staatsangehörige Bayerns, frei im Lande zu bewegen, so lange er nichts gegen den Bestand des Volksstaates Bayern unternähme.









Revolutionäre Zeiten erforderten auch in Kötzting neue Gremien und so wurde auch hier ein Bürger- und Arbeiterrat gegründet. Die Gründungsversammlung war beim Röhrl Michael in der Klosterschmiede, später Teil der Metzgerei Haushofer/Schoierer. Die Bürgerräte kennt man gut, Lukas am Regen, Krämer Philipp der Metzger, Kroher Hans ( der Kaufmann und Vater unseres späteren Bürgermeisters), Stauber Josef (ein Mann für Alle Fälle damals) Brauereibesitzer Decker vom Marktplatz, Gmach Wolfgang, Oexler Wilhelm, Vogl Michl (Vater vom Vogl Max) und der Bankier Liebl Franz. Der Platzmeister Richard Richter (Platzmeister = Lagerist) war der Führer des Arbeiterrates.


Die BVP, die bayerische Volkspartei, wird in Regensburg gegründet
Es gibt einen Tagebuchauszug Dr. Georg Heims, der die turbulenten Tage und Stunden zwischen dem 6. und 9. November 1918 aufzeichnet.
Wikipediazitat:
Georg Heim, genannt der Bauerndoktor, (* 24. April 1865 in Aschaffenburg; † 17. August 1938 in Würzburg) war ein bayerischer Agrarpolitiker und Führer der katholischen Bauernbewegung in Bayern. Er war Mitbegründer der Bayerischen Volkspartei (BVP) und Wortführer des bayerischen Separatismus nach dem Zusammenbruch des Kaiserreiches. 

Dr. Heim war in diesen entscheidenden Stunden in Regensburg und hatte nur telefonischen Kontakt mit seinen Landtagskollegen in München. Er trat in Verhandlungen sowohl mit Auer als auch mit Eisner, um seine Erfahrung in der Bauernbewegung einzubringen und damit die Grundversorgung der Bevölkerung sicher zu stellen.
Schon in der Nacht nach dem Umsturz sprachen sich die bayrischen Mitglieder des "Zentrums" dafür aus, eine neue Sammlungsbewegung zu gründen und bereits am 12. November 1918 kam es in der Bibliothek der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft in Regensburg zur Gründungsversammlung.
Das Stenogramm der Reden und die Mitgliederliste liegen im Stadtarchiv Regensburg vor und auch Bauernverbandsmitglieder aus dem Kötztinger Raum waren in diesen turbulenten Tagen nach Regensburg gefahren, um sich der neuen Bewegung/Partei anzuschließen.
Der Bauer Ignatz Raab aus Plarrnhof und Ignatz Aigner aus Hetzenberg (beide Gemeinde Blaibach) gehörten zu den Gründungsmitgliedern.
ganzseitige Werbung bzw. Information bereits wenige Tage nach dem Umsturz und nur 3 Tage nach Gründung der BVP in
Regensburg


Entwicklung der BVP im Lande Bayern in Vorbereitung auf die allgemeinen Wahlen im Januar 1919
zum bayerischen Landtag (Kötztinger ANzeiger vom 14.12.1918
Doch zurück zu der Stimmungslage vor Ort in Kötzting:
Trotz der sich sehr schnell bildenden neuen politischen Strukturen, die Kötztinger fühlten sich unsicher und der Magistrat, mit seinen beiden Kollegien, schritt zur Tat, eine Bürgerwehr sollte Schlimmeres verhindern:
der Schutzmann Feichtner, wohnhaft im alten Rathaus, war die neue Kontaktperson für die Bürgerwehr

Grafenwiesen wollte da nicht zurückbleiben:

Viele Kötztinger Bürgerssöhne und Bürger waren noch an den verschiedensten Fronten auf dem Rückmarsch und da sich die Angehörigen Sorgen machten, wurde der folgende Artikel sicherlich gerne gelesen:


Unabhängig von den politischen Umwälzungen, das alltägliche Leben begann sich zu normalisieren, auch wenn es für sehr lange Zeit eine Mangelwirtschaft war, aber die Restriktionen der Kriegszeit wurden schrittweise aufgehoben:
Während also versucht wurde, die Warenströme gleichmäßig zu verteilen, sollte es der Bevölkerung wieder erlaubt sein, sich zu vergnügen.

Diese "Tanzerlaubnis" und folgend das "Benehmen" des weiblichen Teils der Bevölkerung sollte bereits im Frühjahr des Folgejahres Inhalt mehrerer wütender Leserbriefe sein.  Die Probleme mit der Versorgung der Bevölkerung mit allen lebensnotwendigen Waren, waren offensichtlich sehr groß und es kam zu den ersten Protestversammlungen, die Verwaltung musste reagieren, um den aufkeimenden Parolen zu begegnen.





Die Bayerische Volkspartei, die neue konservative Sammlungsbewegung in Bayern, rief auch in Kötzting zu einer Versammlung auf. Im Januelsaal setzte die BVP eine öffentliche Versammlung für Kötzting und die Umgebung an. "Männer und Frauen aus allen Ständen, Heimat- und Frontsoldaten, dicht zusammengedrängt im Januelsaale, boten ein interessantes Stimmungsbild."
Privatier Stauber (wieder ein Mann für Alle Fälle) eröffnete die Versammlung und übergab das Wort für eine 2(!) stündige Rede an den Abgeodneten Dr. Rauch, in welcher dieser den Bogen von der Kriegsschuldfrage bis zu den Ursachen des militärischen Zusammenbruchs erläuterte. Wie in diesen Kreisen damals durchaus üblich, sparte er nicht mit Ausfällen gegen jüdische Mitbürger, welche er an für ihn maßgeblichen Schaltstellen sah. Er verurteilte die Revolution und brachte auch hier die jüdische Abstammung Dr. Kurt Eisners an prominenter Stelle in seiner Rede unter. Allerdings stellte er den Umsturz als geschichtliche Tatsache dar, der man sich nun stellen müsse. Eine seiner Hauptforderungen war: Bayern den Bayern, allerdings nicht als Loslösung, sondern in einer sachgemäßen Einheit mit dem Deutschen Reich. Unter anderem forderte auch das Frauenwahlrecht und näherte sich den Forderungen nach einer Trennung von Kirche und Staat an, wobei er weiterhin von einer christlichen Erziehung auf christlicher Grundlage ausging.
Einschub:
dieser Punkt, die Stellung des lokalen Pfarrers als Schul- bzw. Distriktsschulinspektors, stellte sämtliche Lehrer in Bayern und natürlich auch in Kötzting unter die Kuratell des Pfarrherren, die sowohl die Prüfungsordnungen, wie auch das persönliche Verhalten der Lehrer streng im Auge hatten.
Hier gingen die Wünsche der SPD und der USPD weit über die Vorstellungen der BVP hinaus, auch wenn diese durchaus auch die Fehlentwickllungen der Vergangenheit sah.
Hier aber stachen die Oberen die Unteren, SPD und USPD hatten die Mehrheit und mit einem Federstreich endete die absolute Macht der Pfarrherren über die Erziehung der Kinder, nun war der Staat für diese Dinge verantwortlich. Nicht dass die Pfarrer nun machtlos geworden wären, aber die Entscheidung über das Wohl und Wehe der einzelnen Lehrer und selbst derartig profane Dinge wie die Lern- und Prüfungsinhalte gehörten nicht mehr zu ihren Aufgaben.


am 20. Dezember - 14 Tage zuvor waren bei der Versammlung im Januelsaale noch beschwichtigendere Töne zu hören -  konnten die Kötztinger in der Zeitung lesen, dass ab 1.1.1919 die Macht der Pfarrherren gebrochen war, die Inspektion der Schulen war von nun an eine staatliche Aufgabe und der Priester auf den Religionsunterricht reduziert.
Einschub Ende

Dr. Rauch kanzelte Anfang Dezember noch die Schlagworte: "Freie Kirche, freie Schule, freier Staat" und "Religion sei Privatsache" deutlich ab.
Der Redakteur schrieb von der anschließenden Diskussion, dass diese sich sehr einseitig nur um Kirchenpolitik handelte und größere Zusammenhänge vermissen lies. Daran ist auch heute noch zu erkennen, wie sehr die Frage der Schulaufsicht die Menschen damals beschäftigte. Einzig ein Frontsoldat brachte einen anderen Zungenschlag herein als er "die Zuchtlosigkeit in der Heimat" sehr bedauerte.
Dies im Zusammenhang mit der oben erwähnten Aufhebung des Tanzverbotes wird im Frühjahr 1919 zu sehr scharfen und öffentlichen Auseinandersetzungen führen.


Trotzdem, das Jahr geht zu Ende, der Krieg tritt zurück, die ersten Soldaten werden, nach der Entlassung von Ihren Truppenteilen, in der Heimat erwartet und der Burschenverein plant, als erster aller Vereine und auch noch vor der amtlichen Begrüßung von Seiten der Pfarrgemeinde, mit einem eigenen Festgottesdienst, seine heimkehrenden Mitglieder zu begrüßen:

 

1919 im Frühjahr gipfeln die Unruhen dann in einem gewalttätigen Umzug in Kötzting, vom Bahnhof heraus bis zum "Stachus", wobei einige Fensterscheiben (Vogl Max und Wilhelm Oexler) zu Bruch gehen, aber andern Tags dann auch einige Verhaftungen vorgenommen werden, welche die Lage dann schnell beruhigen. Trotzdem, 1919, ein sehr unruhiges Jahr. Zuerst grob zuammengestellt in der Pfingstbeilage für 2019 und in 10(!) Jahren in der Januarchronik (Kötzting vor 110 Jahren, dauert also noch ein wenig....)





Mittwoch, 10. Oktober 2018

So darfs ruhig weitergehen....

Diasammlung aus den Jahren 1937 bis 1985 neu im Stadtarchiv

früheres Wehr bei Pulling
Eigentlich ist es unglaublich, 2013, als ich hier im Stadtarchiv angefangen habe, gab mir Kirschbauer Erwin zwei CDs mit digitalisierten und exakt signierten Glassdias , die aus der ehemaligen Kreisfilmbildstelle des Landkreises Kötzting stammten. Aus langjähriger Erfahrung ist es meine goldene Regel auf der Suche nach Archivalien: "Wo Rauch ist, ist auch Feuer". Also Termin mit der dem Medienzentrum Cham vereinbart und dort am Ende eines langen Kellerganges in einem kleinen Zimmer ohne Fenster einen Riesenstapel an Körben und Schachteln, angefüllt mit Diaschachteln, durchsucht, die von den vielen aufgelösten Zwergschulen aus dem Landkreis hier abgegeben und entsorgt worden waren.
Alles habe ich gefunden: Schneewittchen und die Sieben Zwerge, Tiere im Walde, Blumen, Bäume, Handwerker, also alles Bilderserien, die auch wir als Kinder manchmal im Unterricht zur Abwechslung vorgeführt bekamen. Aber: keine Spur von DEN Bildern, aus denen die beiden CDs stammten.

Bilder aus diesen beiden CDs habe ich schon an vielen Stellen benutzen können:
Umgebungsbilder
Bild von der unbebauten Platte
Ein kühles Kontrastprogramm im Sommer
Nocheinmal ein paar Winterbilder           
So schaut ein Geschenk aus!
Diese wenigen Bilder - übrigens alle geschossen, beschriftet und verwaltet vom Kötztinger Hauptlehrer Josef Bock - waren es wert zu versuchen auch die anderen zu finden aber vergeblich.
Bis, ja, bis zum 19. September als mir
Frau Achatz von der Kötztinger Aussenstelle der KFZ Zulassungsstelle unvermittelt eine Schachtel voll Diakästen auf den Schreibtisch stellte. Zwei Reihen Diakästen übereinander und mitten drin auch die beiden Diaschachteln, deren Digitalistate ich bereits als CD vor 5 Jahren vom Erwin erhalten hatte. Ein schneller Blick auf die Deckelinschriften und dann der Griff zum Telefon um diesen Überraschungsfund gleich in unserem "Netzwerk" bekanntzumachen.
Seit Mitte September nun versuchen wir die Glasdias zu reinigen, wo nötig aus- und wieder neu- zurahmen und eben so gut es geht zu digitalisieren.
Der Zeitraum, den die Bilder umfassen - zumeist FARBdias - reicht von den späten 30er Jahren bis 1985 herauf. Vor allem die Farbbilder von 1937-1943 sind beeindruckend, wie man ja auch an den oben angeführten Beispielen ersehen kann.

Idylle am Regen, Hintergund Kötzting "auf der Platte"
Das Medienzentrum Cham hat nun die Bilder  an das Stadtarchiv Kötzting abgegeben und uns, worüber ich mich besonders freue, auch die Möglichkeit der Veröffentlichung überlassen. Damit sind die Bilder wieder in dem Ort gelandet, in dem der ehemalige Hauptlehrer und begeisterte, und sehr gute, Photograph Josef Bock so viele Jahre lang diese Sammlung aufgebaut hat. Wir haben von Josef Bock mittlererweile eine beeindruckende Sammlung an Bildern, Dias und Veröffentlichungen.
Ich werde in den Folgejahren sicherlich viele der Bilder aus der ehemaligen Kreisfilmbildstelle des Landkreises Kötzting, nun ergänzt durch einige Bilderserien aus den 80er Jahren und dem Bestand des Medienzentrums Cham, zur Illustrierung nutzen können.
Wir versuchen die Digitalisierung mit mehreren Methoden, NIKON5000, der angeblich beste DIA und Negativscanner, den es gibt, steht uns in der Medienzentrale in Regensburg zur Verfügung.
Allerdings haben wir bei den ersten Serien festgestellt, dass dieser zwar Riesendateien erstellt, die Bilder aber nicht unbedingt schärfer sind als die mit meiner Primitivmethode erstellten Bilder.  Ein selbstgebasteltes Leuchtpult (altes IPAD mit Bild, das nur ein weißes Blatt Papier ist), viel Styrodur als Abstandhalter, einige Fliesen um den Bildabstand fest einzustellen, viel Panzertape um alles zu fixieren und das neue IphoneX mit der verbesserten Kamera erbrachte alle die Bilder, die hier als Beispiele aufgeführt sind. Gwasch jun, alias Alfred Silberbauer,  in Rimbach wiederum versucht es mit Aus- und Neurahmen das Dias und mit dem Aufnehmen dann mit Stativ und Kamera.

Am Ende sehen wir, womit wir die besten Ergebnisse erzielen können.
Hier einfach in lockerer Folge ein paar Bilder, sozusagen als Appetizer für die Zukunft:
Ich weiß nicht, ob es von der ersten Kötztinger Hütte, welche im Mai 1945 von den US Streitkräften zerstört worden war, eine Farbaufnahme gibt...... hier jedenfalls ist eine aus dem Jahre 1937 danach noch der Riedelstein im Winter 1937 und 1942
Kötztinger Hütte 1937

Waldschmidtdenkmal im Winter 1937


 Waldschmidtdenkmal 1942/3






 Atzlern 1939
 Neukirchen 1939
 Neukirchen Eisplatz
 Rittsteig 1942
Schule Schwarzenberg 1942

Ofenschüsselrennen in Grafenwiesen(?) wohl 1951
 Schule Steinbühl 1951
 Steinbühl 1951
































Ruine Runding 1941
 



alte Schule in Ramsried
1941































Insgesamt werden es wohl an die 250 bis 300 Dias sein, also freuen Sie sich auf viele neue Ansichten aus der Vergangenheit.

Und das ist der Mann, dem wir wohl alle diese Bilder verdanken: Josef Bock, der Kötztinger Hauptlehrer und Leiter der Kreisfilmbildstelle:

Josef Bock aus dem Familienalbum von
Frau Vogl, Kötzting Schmidmarter
auf dem Dia steht: Kötztinger Hütte auf dem Mittagsstein J.B. 1937