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Mittwoch, 8. Juli 2026

20 Jahre Fernmeldesektor F - ein Dachbodenfund

20 Jahre Fernmeldesektor F 
eine Festschrift



Bei manchem Fund bin ich mir selbst nicht mehr ganz sicher, wie er eigentlich in unsere Festschriftsammlung gekommen ist. So erging es mir auch mit dem HOBOKAZIN, dem Magazin der Hohenbogen-Kaserne aus dem Jahr 1985.
Dieses interessante Zeitdokument möchte ich in diesem Beitrag mit einigen ausgewählten Ausschnitten vorstellen.
Vielleicht kann mir dabei auch jemand weiterhelfen: Uns fehlen bislang die Ausgaben Nr. 1 und Nr. 2 des HOBOKAZINs. Und sollte es darüber hinaus noch weitere Ausgaben gegeben haben, würden wir auch diese gerne in unsere Sammlung aufnehmen, denn im Beitrag über die Geschichte der Kötztinger Garnison wird bereits ein Teil 3 angekündigt.
Sollten diese Hefte noch irgendwo in einem Schrank, auf dem Dachboden oder in einer Kiste schlummern, würden wir uns sehr freuen, sie als Ergänzung in unsere Sammlung aufnehmen zu können.
Nun aber viel Vergnügen mit einem Blick in das HOBOKAZIN von 1985!


Ich denke,. dass einige der Autoren auch heute noch in Kötzting bekannt sind.



Beim nächsten Beitrag gibt es wohl nicht viel zu ergänzen, genauso waren sie die SOUND-Sextettler

SOUND SEXTETT – mei san die guat

Aus keiner Tanz-, Faschings- oder sonstigen Veranstaltung der „gehobenen Tanzkultur" in Kötzting und der weiteren Umgebung mehr wegzudenken ist die Kötztinger Show-Band „SOUND SEXTETT".
Diese Band, die als der legitime Nachfolger der legendären Kapelle von Hans und Wack Traurig sowie der „Blue Dreams" angesehen werden muss, ist eine erstklassige Show- und Tanzkapelle, die den Vergleich mit mancher professionellen Band nicht zu scheuen braucht. In ihrer Art ist das „Sound-Sextett" in der östlichen Oberpfalz nahezu konkurrenzlos.
Doch Hans Traurig und seine Mannen sind nicht nur in unserer Gegend absolute Spitze, sie setzten sogar im fernen Norden Akzente: beim „Fest der Nationen" in Hamburg-Bergedorf wühlten sie bei zwei Tanzveranstaltungen die Festsäle auf und konnten sich, von der Begeisterung angesteckt, vor Zugaben nicht retten.
Bandleader ist der Gastwirt und Vollblutmusiker Hansi Traurig; er spielt Orgel, Gitarre, Trompete, Klavier und den Synthesizer.
Als Solo-Gitarrist steht der Jura-Student Karl-Heinz Krämer auf der Bühne, die Bass-Gitarre schlägt der Ingenieur-Student Hermann Koller.
Als früherer Chef der „Blue Dreams" ist Max Zahorik, kaufmännischer Angestellter, mit von der Partie; er spielt Orgel und Akkordeon.
Am Schlagzeug ein alter Traurig-Kollege, Alfons Treitinger. Das Sextett wird vollzählig durch den Klarinettisten und Saxophonisten Franz Mühlbauer.

Das HOBOKAZIN und mit ihm wohl alle Kötztinger wünschen dem „SOUND SEXTETT" weiterhin großen Erfolg und uns selbst, dass diese Band recht lange zusammenbleibt und uns als Musikfreunde auch in Zukunft voll auf unsere Kosten kommen lässt.


Der nächste Beitrag beschreibt ein Fußballmatch zwischen dem Kötztinger Tennisclub und einer Mannschaft des Fernmeldesektors.


Ursprünglich eine Veröffentlichung von Dr. Reinhard Haller, übernahm die Redaktion dessen Bericht über einen Auswanderer aus dem Kötztinger Raum, genauer über Joseph Wühr aus Hofern bei Traidersdorf.


Hier der Beginn des geschichtlichen Beitrags:

"Am 5. Januar 1859 wurde er dem Kiefl-Bauern in Hofern bei Kötzting geboren, am 26. November 1923 starb er in Ouray/Colorado in den Vereinigten Staaten. Und zwischenzeitlich wurde er „Titelheld“ eines Buches und einer Fernseh-Dokumentation. Die Rede ist von Joseph Wühr, der 1882 nach Amerika ausgewandert war, dort auf einer Farm, beim Eisenbahn- und Tunnelbau, in Sägewerken und Silberminen arbeitete. Dr. Reinhard Haller, Heimat- und Volkskundler in Zwiesel und einer der fachkundigsten Buchautoren der jüngeren Generation (Jahrgang 1937) hat sich dieses Auswanderers und der Auswanderer-Problematik des 19. Jahrhunderts angenommen.

Auf Joseph Wühr stieß er dabei nicht zufällig. Die Hauptperson seines Buches „Alte Briefe aus Amerika“, Joseph Wühr, war der Onkel seiner Großmutter Barbara Haller, geb. Wühr aus Hofern. 1977 wurden die Briefe aus dem Hof der Familie Wühr in Hofern in einer Spanschachtel entdeckt, Dr. Haller folgte den Spuren, die in diesen Briefen offenbar wurden. Auf seiner Reise nach und durch Amerika begleitete ihn im Sommer des vergangenen Jahres ein Team des Bayerischen Fernsehens. Der Film von dieser Spuren-Suche und -Sicherung wurde am 26. April im III. Fernsehprogramm ausgestrahlt."


Todesnachricht in der US-amerikanischen Zeitung


Viele Kötztinger Bürger wurden für einen Beitrag interviewt und gebeten, sich zur Frage der Tradition bei der Bundeswehr zu äußern.
Hier die Antwort des Kötztinger Stadtrates Franz Auracher:


Auch der "Bader" Max gab Auskunft:




Und dann geht es natürlich auch um die Geschichte der Kötztinger Garnision


"Der 24.11.1965 war für die Stadt Kötzting und die Soldaten des Fernmeldesektors F ein bedeutungsvoller Tag:

der Beginn einer nun fast 16 Jahre dauernden Repräsentanz der Bundeswehr in Kötzting.

Aus Anlass des Ereignisses wurde tief in die „militärische Traditionskiste" gegriffen: Paradeaufstellung auf dem Oberen Marktplatz; Marsch durch die Stadt mit Vorbeimarsch.
Das Stadtkonzert musste leider ausfallen, da es so kalt war, dass den Bläsern vom Heeresmusikkorps IV im wahrsten Sinne des Wortes, die Töne im Horn steckenblieben.
Grußworte der zivilen Honoratioren (Landrat Nemmer, Bürgermeister Kroher) wurden entboten, sogar die „Bild-Zeitung" opferte diesem Ereignis 7 Quadratzentimeter Raum in ihrem Blatt.
Die folgenden Monate waren angefüllt mit Veranstaltungen, die dem gegenseitigen Kennenlernen der Soldaten und der Zivilbevölkerung Kötztings dienten.
Im Jahre 1966 wurde zum ersten Mal ein Fest gefeiert, das heute aus dem Veranstaltungskalender der Stadt Kötzting nicht mehr wegzudenken ist: das „Sommernachtsfest". Damals spielte zum Tanz das Luftwaffenmusikkorps und als Gäste waren u. a. zugegen ein Bundestagsabgeordneter und ein Generalmajor.

 Die folgenden beiden Bilder aus dem Archiv Kretschmer wurden auch im HOBOKAZIN benutzt.

Im Hintergrund der kleine Ladenzugang des Schlossers "Irbeck Naz" darunter das Gebäude Kolbeck Wolfgang - Gams - oder "Schwarzanderl Gang", noch weiter bergab, die St. Veitsapotheke gab´s noch nicht, dort war noch das Wohngebäude Gruber und Herr Gruber war sicherlich im Erdgeschoss am Fenster - auf sein Kissen gestützt - und betrachtete das Spektakel.




Ganz links sollte Landrat Nemmer sein, in dem hellen Mantel, neben ihm Stadtamtmann Fritz Costa und rechts neben dem Offizier, in der ersten Reihe, der damalige Bundestagsabgeordnete Dr. Stefan Dittrich, dann Dr. Georg Karl, Jurist im Landratsamt Kötzting, später Landrat von Deggendorf

Der Reinerlös der Veranstaltung (1068 DM) floss dem Stadtpfarrkindergarten zu. Im Dezember 1966 wurde das von den Unteroffizieren des Sektors selbst eingerichtete „Uffz-Heim“ seiner Bestimmung übergeben.
Ebenfalls im Dezember ereignete sich noch etwas Unerfreuliches: Die Schneemassen am Hohen-Bogen verursachten den Einsturz eines Antennenträgers, einen hohen Sachschaden und viel Aufregung. Personen wurden nicht verletzt.

Einsturz am Antennenträger am Hohenbogen

 
Das Jahr 1967 stand im Zeichen großartiger Leistungen von Soldaten des FmSkt F. Da wurden erstmals Ski-Wettkämpfe ausgetragen, man nahm am Internationalen 4-Tage-Marsch in Nijmegen teil und das Wichtigste überhaupt – 2 Soldaten retteten zwei Kinder aus Blaibach vor dem Tod durch Ertrinken im Regenfluss.
Die wachsende Verbundenheit der Soldaten des Sektors mit der Kötztinger Bevölkerung zeigte sich unter anderem darin, dass in der Kaserne ein Leichtathletiksportfest vom TV Kötzting und FmSkt F gemeinsam veranstaltet wurde.

Aber auch ein „schwarzes Schaf" unter den Soldaten trieb in und um Kötzting sein Unwesen: Ein 20-jähriger Gefreiter setzte sich vom FmSkt F ab und trieb sich stehlend und brandschatzend in Kötzting herum. Er wollte einen Lastwagen stehlen, wurde dabei überrascht, konnte fliehen und zündete aus Rache im Bahnhofsgebäude den Dachboden an. Das Feuer konnte glücklicherweise gleich wieder erstickt und Soldat Peter später gefangen werden.
Am 09. Oktober 1967 gesellten sich zu den Luftwaffensoldaten dann auch 16 Männer des Heeres, die ihre Arbeit in einem eigenen Stockwerk des Turmes aufnahmen. Aus dieser kleinen Gruppe sollte im Laufe der Zeit ein selbständiger Zug werden, der der Fernmeldekompanie 946 in Hof unterstellt wurde.
Schwierigkeiten gab es anfänglich nur mit der Unterbringung dieser Soldaten, da nur Behelfsunterkünfte in der Kötztinger Landwirtschaftsschule zu Verfügung standen und erst mit Fertigstellung eines neuen Unterkunftsgebäudes in der Kötztinger Kaserne dieses Provisorium ein Ende fand.
Die Jahre 1968 und 1969 sind von einem dunklen Schleier umhüllt. In diesen Jahren wurde kein Material gesammelt.
Deshalb sei an dieser Stelle nur das Wichtigste vermeldet.
1968 besuchten insgesamt 4 Generäle den Sektor, weder der Sektorfasching noch das Sommernachtsfest fehlten im Festprogramm und die sportlichen Aktivitäten, vor allem die Begegnungen mit Vereinen aus dem Umland, erreichten Spitzenwerte.
Am 01.10.69 übergab der Sektorchef, Major Wojnar, die Zügel des FmSkt F an Hauptmann Koch, der bis zum 30.09.72 die Geschicke unserer Einheit lenkte.
Das Jahr 1970 begann, wie kann es anders sein, mit einem Faschingsball, dem „Ball der bösen Buben“ in der Turnhalle in Kötzting. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Kapelle Wack Traurig.
Im April wurde Horst Grave bei der 6. Hotel- und Gaststättenausstellung in Nürnberg mit einer Goldmedaille und einem Ehrenpreis für seine Kochkünste ausgezeichnet.
Der Sektorchef, Hauptmann Koch, wurde zum Major befördert und der Staatssekretär im BMVg, der heutige Wehrbeauftragte Berkhahn, besuchte unseren Standort.



„Große Roben, kaltes Buffet, heiße Musik“ waren „Trumpf“ beim Standortball, zu dem wieder zahlreiche illustre Gäste begrüßt werden konnten.
Die „Sanis“ bargen einen schwerverletzten jungen Mann aus den „Rauchröhren“ im selbstlosen, schwierigen Einsatz.
Der plötzliche Tod des Regimentskommandeurs, Oberst Ludwig, löste in Kötzting tiefe Bestürzung aus.
Im November wurde ein Jubiläum gefeiert: Der Fernmeldesektor F hielt seit fünf Jahren in Kötzting die Stellung. Hierzu hieß es in der lokalen Presse unter anderem: „Bundeswehr hat das Vertrauen der Bevölkerung erworben – Fernmeldesektor F aus dem Leben der Stadt Kötzting nicht mehr wegzudenken – Kontakte zur Bevölkerung ‚bis zur Heirat‘ gefestigt“.
Im März 1971 erwarb eine Löschgruppe des FmSkt F unter den gestrengen Augen von Kreisbrandinspektor Kammermeyer sowie 2 Kreisbrandmeistern das Leistungsabzeichen in Bronze für Feuerwehren. Bestanden wurde mit der Note „Sehr gut“.

Zum Europatag 1971 stellte sich die Französische Einheit Furth i. W. dem FmSkt F zu einem Fußball-Freundschaftsspiel.
Der Standortball wurde, wie immer, zu einem glänzenden gesellschaftlichen Ereignis.

Im einem heißen „Kopf-an-Kopf-Rennen“ wurde Karl Seidl zum neuen Bürgermeister der Pfingstrittstadt gewählt.
Zum sechsten Mal brachten unsere Soldaten Weihnachten in das Altenheim in Zandt, eine Tradition, die heute noch fortlebt.
Beim Jahresabschlussappell bedankte sich Major Koch bei allen Soldaten und Zivilbeschäftigten des Sektors für ihre erbrachten Leistungen.
Einen Modell-Lehrgang „Halbleiter-Elektronik“, an dem sich spätere Kurse im gesamten Bundesgebiet orientierten, konnten 8 Kötztinger Soldaten nach 18 Monaten des Lernens im März 1971 erfolgreich abschließen.
Im Juli dieses Jahres wurde das erste „Turmfest“ gefeiert, denn der Fernmeldeturm stand seit 5 Jahren.
Im September endete die Dienstzeit des Sektorchefs, Major Koch, in Kötzting und die „Ära Berger“, die Gegenstand der 3. Folge der Sektorchronik sein wird, begann, eine Ära, die sieben Jahre dauerte.

Mit dieser Aussicht auf eine Fortsetzung der Garnisionsgeschichte endet dieser Beitrag.



Inhaltsangabe 




🗺️ Kleines Suchspiel zum Schluss:
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