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Dienstag, 17. Februar 2026

Wer den Schaden hat .....

 Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.


Zwei Zeltendorfer auf großer Reise


In den Zeitungen des Jahres 1976, genauer gesagt im Scheinwerfer der Kötztinger Umschau vom Januar 1976, bin ich im Rahmen meiner Recherche über „Kötzting vor 50 Jahren“ auf eine charmante Geschichte gestoßen. Sie sei meinen Lesern – und vor allem den Zeltendorfern – nicht vorenthalten. Schon deshalb nicht, weil darin eine Situation geschildert wird, die heute, nach der stillen Verabschiedung zahlreicher DB-Nebenstrecken, beinahe so unwirklich wirkt, wie ein pünktlicher ICE in der Großstadt.


Meine lieben Mitmenschen!


Dringende Geschäfte hat jeder Mensch irgendwann einmal zu erledigen. In solchen unterwegs waren auch kürzlich zwei Zeltendorfer. Aus Mitleid mit der Deutschen Bundesbahn steuerten sie ihr Ziel nicht mit dem Auto, sondern auf der Schiene an. Es wurde eine gemütliche Fahrt bis Straubing und zurück mit sofortigem Anschluss in Miltach. Der Zug nach Kötzting stand schon startbereit.
Das Umsteigen erwies sich als ein Kinderspiel. Die beiden Männer wollten es sich noch
einmal bequem machen auf den letzten paar Kilometern.

Sie wurden in ihrer Beschaulichkeit allerdings sehr bald aufgeschreckt. Denn die roten
Triebwagen hatten offensichtlich nicht vor, dorthin zu rollen, wohin zwei der Fahrgäste
wollten. Die Schienenvehikel bogen vielmehr nach rechts ab und bewegten sich auf die
Regenbrücke zu, dem jenseitigen Ufer entgegen. Die Zeltendorfer ergriffen die Flucht
nach vorn in den Führerstand. „Mo, hoit stad“, flehten sie den Triebwagenlenker an.
Fahr halt wieda arschling!“ Ein Wunsch ohne die geringste Aussicht auf Erfüllung.
Wennst sched stad hoitn datst!“ bettelten sie weiter, aber wieder ohne Erfolg.
" Kriagst der aa a Glasel Heng!“ 
Doch auch dieser dritte, der „süßeste“ Versuch von allen, war umsonst.
Erst in Altrandsberg konnten die Irrfahrer den Zug verlassen. Vor ihnen lag ein
Fußmarsch bis Miltach, wo sie beim Wirt die nächste Verbindung nach Kötzting abwarteten. Und das dauerte einige Halbe Bier lang!



Zur Verdeutlichung kommt hier ein Bild hinzu, dass zufällig im selben Monat in der KU - natürlich in einem anderen Zusammenhang - veröffentlich wurde und die Situation in Miltach verdeutlichen lässt.

KU vom 23.2.1976 Thema Fremdenverkehrsgemeinden





Ich habe das Zeitungsbild nachträglich koloriert, weil man dadurch die umfangreichen Gleisanlagen viel besser erkennen kann.


Und hier nun die kommentierende Beschreibung der Situation:



🗺️ Kleines Suchspiel zum Schluss:

Viele Geschichten aus Kötzting lassen sich nicht nur lesen, sondern auch direkt im Stadtplan entdecken.
Die Interaktive Karte Kötzting führt über ihre Marker unmittelbar zu den passenden Blogbeiträgen – Geschichte zum Anklicken.

🔎 Wer diesen Beitrag dort wiederfinden möchte, muss ein wenig suchen:
Er verbirgt sich in der Markergruppe Umland.

Viel Freude beim Entdecken!

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