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Donnerstag, 28. Mai 2020

Kötztinger Häuserchronik - Hausnummer 3 - Amberger Hof


Das "alte Kötzting" bei der Uraufnahme bei der beginnenden Landvermessung hatte 159 Anwesen.

Der Geschichte dieser Bürgerhäuser und ihrer Bewohner nachzuspüren und sie zu dokumentieren, ist das Ziel dieser Häuserchronik.

Die Anfänge und die Entwicklung unserer Heimatstadt können von der Teilung der Urhöfe bis hin zur Auswahl als Landgerichtsort in einem einleitenden Blog nachgelesen werden.


Hausnummer 3

Hotel Amberger Hof

Vom Hofmarksherren zum Hotelbesitzer
Arbeitskreis Heimatforschung Diarepro 1741



Das Kloster Rott, Kötztings Grundherr seit Anfangszeiten, stellte in gewissen Abständen Listen seiner Grundholden auf, und es steht zu vermuten, dass diese Listen, schon der Einfachheit halber und um niemanden zu vergessen, immer derselben Reihenfolge folgten. Wir haben deshalb guten Grund zu vermuten, dass wir mit 

Miramil  Michel     (1445) und Wuehrar Michel  (1462), die beide mit einem 1/1 Lehen an der Listenspitze standen, zwei frühe Besitzer des Anwesens überliefert bekommen haben. 

So richtig belegen können wir es aber erst mit der Pachmayr Familie, denn auf diesem Anwesen saßen für viele Generationen Mitglieder der Familie Pachmayr. Ab Anfang des 17. Jahrhunderts können wir dies auch mit Bestimmtheit mit Ortsangaben belegen. Es spricht aber alles dafür, dass auch die belegten Generationen davor,  auf eben diesem Anwesen zu Hause waren, da gerade die früheren Generationen Pachmayr sowohl die Hofmarksherren der Hofmark Haus als auch Bürger von Kötzting waren. Das Anwesen mit der Hausnummer 3 steht in den meisten historischen Steuerlisten an erster Stelle und  hat offensichtlich aus der Vergangenheit her auch einen besonders großen Umfang, weil die Steuerlast größer war als bei anderen Anwesen ( mit Ausnahme der belegten Urhöfe Voglhof und Gschwandhof, weshalb es durchaus möglich sein könnte, dass dieses Anwesen der 4. der Urhöfe gewesen ist.)
Es spricht weiterhin vieles dafür, dass die Pachmayers als Hofmarksherren in Haus und wohlhabende Bürgersfamilie im Markt Kötzting auch die Namensgeber für den früheren Flurnamen: Bachmeierholz gewesen sind. (Siehe der Blogeintrag über Liebenstein, in dem auch Bachmeierholz vorgestellt wird)
Hinweis:
Wer Genaueres über die Geschichte der Hofmark Haus wissen möchte: in den Gelben Bänden, der Beiträge zur Geschichte im Landkreis Cham findet in mehreren Teilen ab dem Band 22 von 2005 eine ausführliche Zusammenstellung vom Hohenwarther Helmut Schnabl

Nachdem der Familienverband der Pachmayr
HStA München Staatsverwaltung 2372 Musterungen Kötzting 1515
Item der "alt" Pachmair Krebs, Hirnheubl, 2 Handschuch und Puxn

 Der Bürger Pachmair, wenn er 1515 bereits als "alt" bezeichnet wird, hat also seine Wurzeln weit drinnen im 15. Jahrhundert. Allerdings können wir sein Anwesen auf der Hausnummer 3 nur aus dem Zusammenhang heraus vermuten, dies umso mehr, als ein Nachkomme dieses Pachmayr dann um 1549 die Hofmark Haus gekauft hat. In einer Urkunde von 1514 tritt ein Hans Pachmayr als Kötztinger Bürger und Verkäufer auf. 


bayr. HStA München KÄA Zeittafel der Hofmark Haus

Fortsetzung der obigen Zeittafel der Hofmark Haus



Der erste nachgewiesene Hofmarksherr in Haus und gleichzeitig Bürger in Kötzting mit dem Familiennamen Pachmayr war dann um 1558

Christoph Pachmayr

Vielleicht ein Sohn - eher ein Enkel des obigen. Die Hofmark selber liegt öde und in einer Grenzbeschreibung erkennt man, dass sie eine Grenze zur Gemeinde Ramsried hat >>>>> Bachmeierholz.

1580 dann ist es


Wolf Pachmayr


1584 ist er in einer Kloster Rottischen Steuerliste mit einem Hof und einem Thail aufgeführt. (Siehe Augustin Pachmayr.  Er  gibt die Hofmark an

Hans Pachmayr dem Älteren


In den Kötztinger Kirchenrechnungen finden wir 1593 Hans Pachmayr als Bürgen für Alexander Maller. Auch ist er dort aufgeführt, als er mehrere Fuhren Lehm beim Bau des Badbrunnens anliefert.Der Badbrunnen war ein Schöpfbrunnen und lag im unteren Markt - verkehrsmäßig sehr ungünstig gelegen - fast mitten in der Straße.
Die Hofmark Haus gibt er 1596 weiter an seinen Sohn, er selber wird aber noch viele Jahre als Bürge für verschiedene Schuldner aus Kötzting und der nahen Umgebung zur Verfügung stehen.


Hans Pachmayr dem Jüngeren



Hans Pachmayr ist durch einen Streit mit einem seiner Nachbarn aktenkundig geworden. Offensichtlich ist das Hofmarksgebäude selber noch gar nicht wieder errichtet worden und Pachmayr bewohnt/bewirtschaftet eine Sölde in Haus, dabei muss er aber das Anwesen eines Hauser Untertanen durchqueren und sich an dessen Wasserleitung bedienen, was jener nicht leiden kann.
StA Landshut Regierung Straubing A 4091
Akt
Wolf Maister zum Hauß
wider dessen Hofmarktsherren Hannsen
Pachmayr daselbst wegen einer
Durchfahrt und Wasser
de Anna
1596

Vor dem Kötztinger Landgericht und bei der Regierung in Straubing wird verhandelt, und der Landrichter in Kötzting ist kein geringerer als Romanus von Hochholdingen, der den Bau des oberen Friedhofs in Kötzting - wegen der Pest - veranlasst hatte.

Ich Romanuß von und zu Hoholting auf Königperg Fürstliczhen Durchlaucht inn Bayern etc. Pfleger Kastner und Vogtrichter zu Khözting, Bekhenne himit von Amtswegen gegen meniglich inn Crafft diß Brieffs als sich vor der Zeit, zwischen Wolf Maister Hofmarchsunderthon zum Hauß Clegern an Ainem dann seinem Herrn Hansen Pachmair daselbst Beklagten Annders Thaills inn Sachen  wir unterschiedlich hernachvolgt, Stritt und Irrung erhallten. 
Hans Pachmayr wird es künftig verboten nachts mit einem Spanlicht durch den Hof des Maisters zu gehen und von dessen Wasser mehr als nur das für sein Hauswesen benötigte abzuzweuigen. Eine Wässerung von Wiesen und Gärten mit diesem Wasser ist dem Hofmarksherren untersagt., 

Alle diese "Pachmayrs" hatten in den Dokumenten den Zusatz: Bürger von Kötzting. Ab 1603 bereits verhandelte Hans Pachmayr dJ. über einen Verkauf der Hofmark. 1605 wohl fand dann der endgültige Verkauf der Hofmark haus an die Katzenberger statt (es gingen längere Verhandlungen mit dem Kloster Rott um den Lehenstatus des Hofmark voraus), und die Pachmayers waren fortan nur noch Kötztinger Bürger.  Nachdem wir 1636 bereits mehrere Linien der Pachmayr in Kötzting finden, wird er wohl mit dem Verkaufserlös der Hofmark Haus sich ein anderes Anwesen in Kötzting gekauft haben. 
Ob all die, oben angeführten, Mitglieder des Pachmayr-Verbandes jeweils eine Übergabe vom Vater auf den Sohn, oder aber auch mal an den Bruder durchgeführt hatten, lässt sich weder belegen noch verneinen, wir sind noch weit vor dem Beginn der Pfarrmatrikel, die solch ein Verwandtschaftverhältnis dann belegen könnten.


Augustin  Pachmayr


In der Steuerliste des Klosters Rott von 1584 ist Pachmayr Augustin dann bereits mit "von seines Vaters obern und ganzen Lehen" aufgeführt.
Es steht zu vermuten, dass Hans Pachmayr der Ältere die Hofmark an Hans den Jüngeren und das Anwesen in Kötzting an seinen anderen Sohn, Augustin übergeben hat.
Aus dem Jahre 1610 kennen wir ein "Saal: oder Stüfftbuech" des Klosters Rott über seine Kötztinger Untertanen.
HStA München KL Rott 113 von 1610
Jährliche Stüfft und Gülten im Marckht und Marckhtgeding Khözting

Augustin Pachmayr von seinem Obern und Gannzen Lehen  4 Schilling Pfennig
Mer Pachmair von Auackher sambt dem Thail   10 Pfennig 1 Heller



Wir finden in dem Salbuch von 1610 : einen Hans Pachmayr den Ältern, den Mitteren, den Jüngeren, unseren Augustin und weiters noch eine Witwe Pachmayr.
In den Jahren vor 1633 finden wir noch einen Mathes Pachmayr in der Fleischgassen und einen Wolf Pachmayr, Schuster, der 1632 die Behausung in der Rossgassen von seinem Vater übernommen hat. Die damalige Rossgasse bzw. Rossmarkt ist die heutige Schirnstraße. Aber diese Vielfalt bei den Pachmayrs findet ein schreckliches Ende.

Wie bei allen Kötztinger Häusern ist der November 1633 - Schwedeneinfall - eine Zäsur.
Die Bevölkerung wurde dezimiert (ich schätze auf ein Drittel bis Viertel des vorherigen Stands) und das Leben musste von den Überlebenden neu organisiert werden. Der Pfarrer fertigte eine Liste seiner Pfarrkinder an - eine Seelenbeschreibung - und auch dort finden wir einige Familienmitglieder der Pachmayr.

Wolf  Pachmayr




Pfarrmatrikel Kötzting Band 1 
 Wir haben also einen Wolf Pachmayr mit Sibilla, seiner Ehefrau, und Katharina, seiner Schwester, und den kleinen Kindern: Andreas, Margaretha und Eva.
1658 - es sind zwei Handschriften, die eine von 1636, die andere als Ergänzung von 1658 - lebt dann nur noch Wolf Pachmayr, die Tochter Eva ist nun 21 Jahre alt, der Sohn Andreas 23 und Georg 19 Jahre alt.


Dann haben wir eine zweite Familie: Sebastian Pachmayr mit seiner Schwester Katharina


Durch die Reihung der Bürger in einer Rechnung des Klosters Rott von 1638 kann man nun die beiden Pachmayerlinien einzelnen Anwesen zuordnen.
An erster Stelle der Liste steht: Hans, jetzt Wolf Pachmayr 1/1 Lehen  <<<<<< das ist er!
Sebastian Pachmayr steht in der Liste oberhalb von  - in dieser Reihung - Hans Khieninger und Jakob Stöckler und vor Wolf Kürzl mit seinem 3/4 Lehen.
Die Reihenfolge passt exakt:
Dimpfl in der Metzstraße war das einzige 3/4 Anwesen in Kötzting, daher ein guter Fixpunkt in allen Listen. Ein Haus vorher war eine Schmiede - (spätere Bäckerei Vogl) - Stöckler war ein Schmied, ( das Sperlhaus existierte noch nicht)  und auf dem haus an der Ecke saß um diese Zeit nachweislich ein Khieninger. Somit sollte Sebastian Pachmayr in dem Haus zwischen der ehemaligen Bäckerei Pongratz und der Gastwirtschaft Osl - damals eine Bäckerei - gewohnt haben.

Aus dem Jahre 1651 kennen wir eine Verhandlung vor dem Pfleggericht Kötzting, Pachmayr wurde bezichtigt, ein Schaf gestohlen zu haben.

Ungleiche Bezichtigung:

Wolf Seüder des Innern Raths alhir hat vorbenennten Wolfen Pachmayr underruckhs bezichtigt, r hette ihme ain Schaf eingethan, obs zwar der Seüder negirn wollen und in ein Unwissenheit gezogen, Sohats doch Pachmair zeerweisen sich erbotten, darzue es der Seüder nit khommen lassen, sondern sich mit ihme verglichen und gerichtlich bekhennt, daß er Seüder . von Ihme Pachmair nichts unrechtts wisse, derowegen ist ermelter Seüder gestrafft worden




Die nächste Besitzbeschreibung des Klosters Rott aus dem Jahre 1654 ist ein Glücksfall für die Kötztinger Häuserforschung. Diese ist leider nur als Fragment überliefert, aber der Anfang der Liste ist komplett und, wie schon angeführt, unser gesuchtes Haus steht auf fast allen Bürger- und Steuerlisten an der ersten Stelle.
Hier haben wir nun eine tolle Zusammenstellung des Anwesen, seiner Grundstücke und auch eine Reihe von interessanten Flurnamen.

Marckht und Burggeding Khözting:
Herr Wolf Pachmair burger des Eissern Raths, hat ain behausung und Stadl oberhalb St. Veiths Capellen, darzue gehört ain ganzes Marktlehen, mit folgenten Grundt und Poden
Erstlichen ain Agger hünder dem Markht gegen den khlain Gereut 
(heutzutage Schinderbuckel)  mit Pifang, so mit Wüntterkhorn angepauth und zwischen Hannsen Schindler und des Churfürstlichen Pflegers Äggern ligt, mit ainem Orth auf Jakoben Passauers und Michael Schirlitzens Agger und mit dem Vordern Orth auf bemelten Pachmairs zu dem andern Hauß gehörigen Agger stosst.




Dann widerumben ain Agger im Khlain Gereuth das Stainagger genannt mit (Leerstelle zur späteren Einfügung) Pifang, zwischen Herrn Obrist Leidenants und Andern Österreichers Khürchenagger ligt, mit ainem Orth auf den Pichel bei des Churfürstlichen Plfegers Agger und mit dem hindern Orth gegen des Herrn Pfarrers Weyher bei der Hönigwisen stosst.
Das Kroith, Geroith o.ä. ist der Teil des Schinderbuckels, der heutzutage von den beiden Reitställen Pongratz und Traurig eingenommen wird und sich, vergleichbar,  streifenförmig nach oben fortsetzt.
Die Honigwiese ist uns noch ein Rätsel, wird aber in Verbindung mit dem Dampfbach gesehen, wo auch ein Weiher logisch wäre.


Mer gegen dem Siechhaus ain Agger mit ( ) Pifang, so mit Gersten angepauth, zwischen Andren Österreichers und Michael Schierlitz Agger ligt, mitn einem Orth auf Herrn Johann Billichs Pfarrers in der Lamb, und auf Adamen Türrigls Yettinger Aggers und mit dem andern Orth auf die Straßen welche von hier auf Camb geht.
Das Siechhaus ist je nach Lesart, entweder das mittlerweile verschwundene landwirtschaftliche Anwesen Hermann, an deren Stelle nun die NORMA Steht, oder aber das kleine Haus gegenüber der alten Werktstatt des Xaver Huber. In beiden Fällen aber stimmt die zweite Ortsangabe, dass die Straße nach Cham in der Nähe sich befindet. >>> siehe "Das Chamauer Tor.

 Dann bei dem Linkhenseigen ain Agger mit ( ) Pifang welcher an heuer in der Prach ligt und auf Jakoben Passauers Vischer Agger und auf die PflanzPettl gegen dem Hiethaus stosst, neben der Straß auf Zeltendorf und Michaeln Schirlitzen Agger ligt.







Gärtten





Ain Gartten hünderm Hauß welcher bei der Schmidten mit einer Plankhen und sonsten bey dem Graben mit einem Zaun umbfangen


Wider ain Gartten under dem Stadl so aller einzeint welcher zum Grassen gebraucht wird.











Hier haben wir eine interessante Ortsangabe: "bei dem Linkhenseigen". Der linke Seikenbrunnen, wie er an anderen Stellen bezeichnet wird, ist ein Schöpfbrunnen und ist auch heutzutage noch erkennbar und mit einem Kanaldeckel bezeichnet. Er befindet sich hinter dem Anwesen Januel im Hof des dahinter liegenden Gebäudes und war in Kötzting noch im 20. Jahrhundert, bei Wassermangel, eine Wasserquelle für den oberen Markt.
Dann ist die Rede von der benachbarten Schmiede - Siehe Kötztinger Häuserchronik Hausnummer 1 die Kuglmeierschmiede, die ja bis vor 1867 innerhalb des Markts gelegen war.
Weiters ist davon die Rede, dass der Garten an der äußeren Seite - dem Graben zu - mit einem Zaun begrenzt war. Dieser Graben ist Teil der Kötztinger Marktbefestigung, siehe die Bollburggasse.

Ausschnitt aus der Kötztinger Uraufnahme von 1832 aus "Kötzting 1085-1985


Hier das Anwesen Hausnummer 3: Dass hier auch das Haus mit der Nummer 2 mitumrandet ist, ist kein Fehler. Das Anwesen, das später die Bäckerei Liebl wurde, gehörte ursprünglich zum Hauptanwesen und wurde später zu einem eigenständigen Anwesen. 
Der Linkheseigen ist oben mit einem Pfeil gekennzeichnet, und das Hüthaus befand sich an der Hausinger Straße, hier außerhalb der Kartendarstellung. 





Wißmath



Ain Wißn, die Hammerwißn genannt, darinnen ain Äckerl der Auacker, ainietzwo Hammeräggrel genannt so 7 Pifang am Puechperg, das Äggerl stosst auch Khöztinger Gmaingrunddt am Vorder und Hündern Orth. Ligt neben Wolf Kolbingers Agger, die Wieß aber negst dem Weg so auf Weissenregen gehet.

Mer ain Wiß die Scheublwiß genannt, darin ain Äggerl gemacht worden, die ligt neben den Tierrigls Scheiblwisel und Adam Raaben Wisen oder Äggern, und auf der andern Seitten neben der Barbare Kluegin und Wolf Raaben des jüngern dann 











Neben des Apoigeischen Wißflekhels, dann an des Churfürstlichen Gerichtsschreibers und Leonhatrd Mezen Wisen unden gegen den Tämbpach


Auch hier ist ein Flurname erwähnt, der sich über viele Jahrhunderte erhalten wird. Ungefähr an der Stelle, an der heut das Rot Kreuz Altersheim steht, war damals die sogenannte Scheiblwiese. Diese konnte mit dem Linkhen Seukenbrunnen tageweise - jeden Tag ein anderer Benutzer - gewässert werden.


Durch dieses Salbuch ist auch klar, dass zumindest 1654 zuerst mal nur eine Pachmayrlinie im Erwachsenenstand überlebt hat, zumindest auf den Marktlehen, denn nur diese wurden aufgelistet, die Häusler und Inwohner fehlen in dieser fragmentarischen Zusammenstellung. Vermutlich haben Kinder von Sebastian Pachmayr überlebt, die später dann das Anwesen bekommen haben, ähnlich sieht es mit den Schustern Pachmayr auf der Hausnummer 31 in der Schirnstraße aus. 
Wolf Pachmayr  wird Mitglied im Äußeren Rat, wird Kirchenprobst, kauft eine Sölde in Gehstorf und taucht wegen diverser Streitigkeiten in den Gerichtsakten auf.
In den Heiratsmatrikeln werden alle drei fraglichen Pachmayr: Sebastian, Wolf und Georg als Söhne des Hans Pachmayr bezeichnet. Bei Sebastian fungiert auch Johann Adam Katzenberger, der neue Hofmarksherr auf Haus als Trauzeuge und bei Georg Hochzeit der Magistratsrat Wolf Pachmayr.
Wolf Pachmayr heiratet 1668 als Witwer und Kammerer, erneut, diesmal Caecilia, die Tochter des Mitkammerers Georg Denscherz, und lässt beim Magitsrat ein Vermächtnis für seine Frau protokollieren:
StALa Rep 97e fasc 780 Nr. 391 Vermächtnis des Wolf Pachmayr von 1670

Aus dem Jahre 1660 haben wir eine "Wasserzettel" genannte Vereinbarung mehrerer Grundstücksanlieger über eine Aufteilung der Wiesenwässerung in der sogenannten Scheiblwiese. 
Diese Scheiblwiese, heutzutage selbst als Flurname unbekannt, lag zwischen der heutigen Hauser Straße un dem Dampfbach. Es war eine sogenannte "zweimahdige" Wiese, eine Wiese also, die sowohl einen Heu als auch Grummetschnitt erlaubte und dies vor allem durch eine Wässerung erreicht werden konnte. Wir sind noch 150 Jahre von dem Beginn der modernen Düngerlehre entfernt und damals war die Möglichkeit einer Wässerung die Methode der Wahl, um die Leistung einer Wiese zu steigern.
Die Wasserquelle war der "Linke Seuken Brunnen" (Siehe oben) an anderer Stelle auch Lindtensteigbrunnen genannt.
StALa Regierung Straubing Nr. 4393
Vom Überwasser dieses Brunnens wurden offensichtlich - quer über die Straße - die unterliegenden Wiese bewässert und zwar nach einem genauest festgelegten Tagesplan.






Extrakt Auß Gemainen Markhts Briefsprotokoll
Khözting de ao: 1660


Wolf Pachmayr des Eissern Rhats, denn Wolff Raab der Jünger und Lorenz Khlueg, alle drey Burger alhir, haben sich alten Herkhommen nach, das in der Scheiblwieß gebrauchige und unwidersprechliche Wasser solcehrgestalten miteinander guettlich verglichen, daß Wolf Raab anfenglich oder erstlich das Wasser vom obern und undern Fleckh, Sambstag morgens umb 6 Uhr nis Erchtag umb 12 Uhr, dann umb solche Zeit von andern Fleckh Herr Wolf Pachmayr bis Pfinztag auf 6 Uhr vormittag. Item von solcher Zeit Lorenz Khlueg vom dritten Fleckh bis Sambstga morgens auch umb 6 Uhr verglichen.....








Aus dem Jahre 1670  gibt es in einer weiteren Rechnung des Klosters Rott eine komplette Hausbesitzerliste:
Erneut kann man den bekannten Raster bei der Analyse der Tabelle ansetzen:
An der Spitze Wolf Pachmayr: von beiden Häusern und vom Acker in 5 Thaillen =  Hausnummer 3
Dann an derselben (Listen-)Stelle wie 1610: Hans Pachmayr: erneut das Haus heute Marktstraße 30, und seit 1647 auch als Bäcker bezeichnet.
In der 1676er Marktrechnung versteckt sich ein schönes Detail: als Wolf Pachmayr 1675 seine Amtsrechnung als Kammerer pflichtgemäß vorgelegt hatte, "ist einer ganzen gemain nund Bürgerschaft ain halbvirtl (Faß) Pier verraicht auch hierfür mit sambten Vassgelt lauth Scheins bezahlt." Das ist doch mal ein schöner Brauch, das ist, als wenn heute der Bürgermeister seine Haushaltsplanung vorlegt, dass danach die ganze Stadt Freibier auf Kosten der Stadt erhalten würde.
1677 verstirbt der "geweste Kammerer" Wolf Pachmayr, aber mindestens bereits seit 1672 ist sein Sohn 

Ander  Pachmayr


der Besitzer von von Haus und Marktlehen.
Als ein Vermächtnis des verstorbenen Vaters erhält seine Witwe Caecilia, später verheiratete Lärnbecher, neben Bargeld auch die Wiese auf der Au, die Ziegelwiese beim Brechhaus und das Ackerl beim Lincken Seigen (Brunnen)
Nach wie vor gibt es noch die zweite Pachmayrlinie auf dem - oben benannten - Marktlehen am Marktplatz.
Weiter unten im Markt Kötzting existiert dann noch ein weiteres Haus, auf dem 1672 ein Georg Pachmayr aufsitzt.
Kötzting Pfarrmatrikel Band 1 Seite 233 21.6.1666 Heiratseintrag Andreas Sohn des Wolf Pachmayr mit Maria Tochter des Rottischen Propst und Kötztinger Marktschreibers Wolf Scharrer. 
Ander Pachmayr, bereits Mitglied im Rat, hat anscheinend keine sehr hohe Meinung von den Pflichten und Aufgaben eines Kötztinger Ratsmitglieds, 1678 muss er 34 Kreuzer und 2 Heller (=die Standardstrafe von 1/2 Pfund Regensburger Pfennigen) bezahlen, weil er trotz Vorladung nicht vor dem Rat erschienen war. Eine Strafe wegen Ungehorsams hieß dies damals. Im selben Jahr bedachte er - betrunken - seinen Ratskollegen Veith Raith mit dem Schimpfwort "Flegel", was ihn nun bereits ein ganzes Pfund Regensburger Pfennige als Strafe einbrachte (derselbe Veith Raith war 1666 sein Trauzeuge). 1681 dann war´s wieder billiger, (1/2 Pfund), als er "ohne Grund den Christoph Mayr von Hofern mit Steckhen geschlagen" hatte.
In den 90er Jahren leiht sich das Paar jeweils 100 Gulden sowohl von der Pfarrkirche als auch vom Spital in Kötzting und versetzt dafür seinen, bereits aus Beurkundigungen seit Generationen bekannten "sogenannten Thail in 6 Äckhern und 1 Wißfleck".
Der Rat und Bürger Andreas Pachmayr verstirbt am 12.2.1696 und seine Witwe übernimmt das Anwesen


Maria Pachmayr



StA La Rentmeisteramt Straubing P 15 Umrittsprotokoll von 1700
Bei dem regelmäßigen Umritt des Rentmeisters aus Straubing werden dann rückwirkend alle Bücher und Protokolle geprüft und überprüft. In Kötzting war dem Rentmeister eine Feuerstrafe zu gering ausgefallen:
Zu wenig beschechene Abstraffung wegen ainer Feuersgefahr
Fol 9 ist an der Bestraffung mit 1 Pfund (Regensburger Pfennige) gegen der Maria Pachmayrin, umb willen wegen ihres begangenen Unvleis in derselben Behausung feur auskhommen, zu wenig beschechen, dann ein grosses Unglück hieraus enstehen khönnen. Dahero sye wenigst umb 5 Pfund punctirt oder da sye es nit in vermög so in dem Protokoll zu exprimirn gewesen were, mit einer Leibstraf zu khünfftig Ihrer mehren gewährung angesechen werden sollen.

Maria, die Witwe unseres Andreas,  jedenfalls leiht sich 1702 von den Erben Georg Pachmayrs ( dessen Witwe Regina und den Kindern Hans Georg, Hans und Lucia, Ehefrau des Hans Georg Seider) 100 Gulden und versichert diese Summe mit dem Marktlehen. 

Hinweis zu den Pachmayrverhältnissen um 1700: 
Wie  oben bereits angeführt, gibt es in Kötzting zu dieser Zeit mindestens 3 (oder4) Pachmayrlinien, die auch noch miteinander verwandt sind und sich gegenseitig Geld leihen.
Um 1700 haben wir 
Pachmayr Hans (Georg), den Bäcker auf Hausnummer 18 
verheiratet mit Regina Lärnbecher
Kinder Hans Georg, Hans und Lucia, nun verheiratete Seider
Pachmayr Hans, den Schuster auf Hausnummer 77
Pachmayr Anders Witwe Maria auf Hausnummer 3
In der Liste der Kötztinger Bürger, die sich das Fluderrecht (Recht zu flößen) wieder haben erneuern lassen, finden sich im Jahre 1700 ebenfalls noch 3 hausgesessene Kötztinger mit dem Familiennamen Pachmayr.


StALa Rep 97e  fasc 785 Nr. 513 von 1700


Im Jahre 1705 übergibt die Witwe Maria das Marktlehen zwischen der "Schmidtstatt am obern Tor und Parellischen Häusl" (Hausnummer 4) entlegen dem Sohn

Mathias Pachmayr


der die "Hauswürtschaft mit großer Miehe und Arbeith schon etlioche Jahrlang verrichten helfen" um 680 Gulden. 
Auch seine Geschwister sind aufgeführt:
Andreas Pachmayr, Bürger und Weißgerber zu Prag
Anna Maria "Georgen Seeghammers burgers und Strumpfstrickers zu Neuburg an der Camp Ehefrau"
Sebastian Pachmayr, weißer Bräuknecht im Bräuhaus
Hans Adam Pachmayr, ein Metzger in Straubing in Diensten
Maria, Hans Kollers Bürgers alhier Ehefrau
Barbara
Anna Maria  beide noch ledig.
Für die beiden Letzteren handeln Hans Georg Pachmayr, des Rats und Veith Peer als Vormünder.
Die Witwe erhält die freie Herberge auf Lebenszeit.

Mathias muss nun nach und nach auch die von den Eltern übernommenen Hypotheken auf sich überschreiben lassen, bleibt ledig und verstiftet bereits nach vier Jahren das Anwesen an seinen Bruder  Hans Georg Pachmayr. Dies ist deswegen bemerkenswert, weil ein Bruder Hans Georg in der Liste der Geschwister beim Hauskauf nicht aufgeführt ist, allerdings führt die Kötztinger Geburtsmatrikel sehr wohl einen Hans Georg Pachmayr als Sohn des Andreas und der Maria Pachmayr auf, geboren am 6.4.1679.
1713 trennt sich Mathias Pachmayr von einigen Grundstücken (der österreichische Teil in 6 Äckern und ain Altwies), vermutlich muss er Schulden tilgen.
Es geht aber nicht mehr lange gut, die Schulden nehmen zu, am 18.8.1720 verstirbt Maria Pachmayr, die Witwe und Mutter und wenige Wochen später kommt es zu einer Art von Zwangsverkauf durch die Familienangehörigen an

Hans Georg Pachmayr

den Bruder und dessen Frau Barbara um nur mehr 450 Gulden.  Die Geschwister gestehen ihrem Bruder zu, dass er die Restsummen je nach seinen Zahlungsmöglichkeiten rückzahlen kann.
Nun kommt es zu einer Abspaltung und zu einer Hausneugründung. Dies ist zu dieser Zeit ein ganz, ganz seltener Fall:
Hans Georg Pachmayr und seine Frau Barbara verkaufen das bei ihrem Marktlehen stehende abgesonderte Haus, "das ansonsten ain pertinents zum gedachten Marktlehen ist, sovil selbes mit Scharr und Tach umbfangen, sambt einem grundt im Garthen neben solchem Häusl solange sie gehet, so in der Preithe 4 werchschuech hat."  um 90 Gulden an den Bürger und Schreiner Egidius Fischer.
Dieses abgetrennte Haus auf einem kleinen Grundstück wird die Hausnummer 2 in der Kötztinger Häuserliste.
Seine Frau stirbt bereits im darauf folgenden Jahr und Hans Georg hinterlegt 1721 als Witwer sein Marktlehen für eine Hypothek beim Kötztinger Spital, welche vorher bereits sein Bruder Mathias inne hatte.
Hans Georg Pachmayr durfte sich das Kötztinger Gefängnis für einen Tag mal von innen anschauen, "weillen selber seinen Nachbarn Herrn Landtleutnant Gründl den Rain zu weith hinweggraben und sich der aufgetragenen Satisfaktion widersezt, solang in Arrest genommen worden, bis ihme Grindl uf des Pachmayrs Uncosten billiche Satisfaktion geschechen."
Gerade noch bevor Hans Georg Pachmayr im September 1748 verstirbt, kann er sein Anwesen an seine Tochter 


Anna Maria Pachmayr

um 600 Gulden vererben. Er lässt sich allerdings schriftlich zusichern, dass, sollte er wider Erwarten doch erneut gesunden, sie beiden dann wie zuvor miteinander "hausen würden". Es sollte aber nicht dazu kommen, da er wenige Wochen danach, wie gesagt, verstarb.
In dem Vertrag sind auch 3 Gulden Schulden beim "Bildhauer" erwähnt. Dieser Bildhauer ist Johann Paulus Hager, der eine Tochter Hans Georg Pachmayrs geheiratet hatte und dem dieser als Sicherheit ebenfalls einen Acker hinterlegt hatte, "ein Acker so der hengige Acker genannt"

Egidius Fischer


Anna Maria Pachmayr heiratet den Nachbarssohn, den Schreinerssohn Egidius Fischer. Somit sind dann die heutigen Hausnummern 2 und 3 wieder für eine gewisse Zeit in einer Familie vereint. Egidius Fischers Mutter Anna Maria lebte nun als Witwe in den einzeln stehenden Häuschen.
Es folgt das übliche Prozedere, Grundschulden werden nicht abgezahlt sondern nur auf den neuen Besitzer umgeschrieben.
Mit Egidius Fischer sitzt nun wieder einmal ein Mann mit Temperament auf dem Anwesen, was sich in vielen kleinen Einträgen mit Strafen in den Rechnungsbüchern niederschlägt.
25 Kreuzer kostete es ihn, als er zu Hans Georg Paintinger sagte, dieser sei ein "in österreichischen Diensten gestandener Knecht und Landverderber".
Einen Tag durfte er im Gefängnis darüber nachdenken, ob es gut sei auf offener Straße auszustoßen, er sei "lieber Schneider als Bürger". Es entzieht sich zwar meiner Kenntnis, worin hier der Straftatbestand des Ungehorsams liegt, unter welcher Rubrik er bestraft worden ist.
1756 nannte er Fischer Mathias - vermutlich seinen Bruder und Nachbarn - einen "Kindlmacher und Hurntreiber", was mit 17 Kreuzer noch eine preiswerte Beleidigung war, vor allem weil dieses im Rahmen einer Rauferei inkl. eines Zahnverlustes erfolgte..
1757 legte er sich in Gegenwart des Kammerers Luckner und des Marktschreibers mit dem Magistrat an, indem er behauptete, dass das Protokoll, welches sich mit ihm beschäftigte, unwahrhaft sei.
Daraufhin wurde ihm "sein ungewaschenes Maul verwiesen" und er für wieder mal einen Tag ins Gefängnis gesteckt.
Im selben Jahr wurde er zusammen mit seinem Schwager Hans Georg Pachmayr beim Alleinhüten erwischt.
Hinweis:
Seit Jahrhunderten wurden die Kötztinger Tiere mit der Gemeindeherde durch den Gemeindehirten auf die Gemeindeweide ausgetrieben. Es war strengstens verboten, auch nur schnell mal, die Zugtiere unterwegs an Feldrändern grasen zu lassen. Zu diesem Zweck gab es in Kötzting einen Flurwächter oder Pfändter, mit einem eigenen Pfandstall im oberen Tor.Gegen diesen Pfändter, der ihn beim Alleinehüten erwischt und ihn auf das Verbot aufmerksam gemacht hatte, hatte Fischer "sich mit den Worten vernehmen lassen, er will sehen, wer ihm solches wöhr en kann, gestalten sye zuhaus nichts zu füttern haben"
Wer so austeilt wie Egidius Fischer, muss auch einstecken können. Von Ignaz Dimpfl wurde er als "Spitzbube, leichter Mann und Maullöffel" beschimpft. 
Im Jahre 1760 bestellt das Kastenamt Kötzting beim Schreiner Fischer für den Standort Gruberbach "3 neue Perlgalgen und darauf 3 Tafeln" Auf diesen Tafeln sind offensichtlich in einer Art Bildersprache die Strafrechtlichen Konsequenzen dargestellt, die einem Perlräuber drohten.
Im selben Jahr gibt´s mal wieder eine Strafe für eine Beleidigung und dies obwohl er sich vorher entschuldigt hatte, danach ging´s gleich wieder - und diesmal für ganze zwei Tage - ins Gefängnis, nachdem er den Marktdiener bei der "Einsagung" bedroht und beschimpft hatte.
Auch mit seinen Berufskollegen vertrug er sich nicht. Als der Schreiner Klinger, von den Handwerkskollegen wohl geschickt, zu ihm ins Haus gesandt worden war, verprügelte er diesen dermaßen, dass "selber nit allein ein Kopfbeillen yberkommen sondern im Angesicht voller Bluth worden."
Langsam aber wandelt er sich von einem Heißsporn zu einem arbeitsamen Schreiner und entsprechend findet er sich nun auch in den Marktrechnungen für Bauleistungen.
Allerdings findet sich nun seine Frau im Strafregister des Marktes, als sie 1765 : "den Jungmeister vor deme gesamt bürgerlichen Schreinerhandwerk einen Schubkarrenschreiner und Hausbürscherl gescholten" hatte.

So kennen wir ab dieser Zeit viele Nachweise von Schreinerarbeiten , die von ihm ausgeführt worden sind:
Ins Rathaus - nunmehr das alte Rathaus - lieferte er beim Umbau Teile der Fenster und Fensterbretter, fürs Brothaus - im Rathaus untergebracht - erstellte er " 6 neue Brodstände in der Brothäusl für die Pöckhen"
Das Kötztinger Archiv im Rathaus erhielt von ihm Regale "14 Schuech lang, 8 Schuech hoch und mit 40 Fächern undermacht".
Er baut einen "Verschlag zur Einbringung der Marktrechnungen und Protokolle".
1776 ist er der Kötztinger Ziegelverwalter.
Durch eine kleine Notiz über einen neuen Türstock im Rathaus, erhalten wir einen seltenen Einblick über die Tageseinteilung im 18. Jahrhundert: "Im Rathauseingang zu ebener Erde, wo die Nachtwächter frühe und abend mit der Glocken die gewöhnlichen Zeichen zu geben haben und wo bei eintrettender Feuersgefahr angeschlagen werden mußte, war der ganze Türstock und die Verkleidung zusammengefault und auch das Schloss gänzlich unbrauchbar."

Streit um die Reitensteiner Anteile


Im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts ist die Bürgerschaft Kötztings tief gespalten. Der Grund ist, das sich einige Kötztinger Bürger zusammengeschlossen hatten und gegen den Willen der Mehrheit und des mächtigen Kötztinger Kammerers Luckner  -Privat-  Anteile an den Hofmarksgründen der Hofmark Reitenstein erwarben. Hintergrund ist, dass der verstorbene Hofmarksherr Bartholomaeus von Göhring den Markt Kötzting zu seinem Haupterben erklärte, dabei aber so viele Auflagen machte, dass der Magistrat zurückschreckte dieses "faule" Erbe anzunehmen.
Das Vorpreschen der kleinen Bürgergruppe war für das Kötztinger Gemeinwesen fatal und vergiftete das Klima innerhalb Kötztings, dem Magistrat und den Bewohnern Reitensteins für eine ganze Generation lang.
Egidius Fischer jedenfalls war einer der 15 Bürger, die sich vom Kauf der Anteile einen Vorteil versprachen. Sein Sohn Jakob Fischer wurde 1785 wegen dieses Streits dann, bei Gelegenheit einer Holzfuhre durch den Ort Reitenstein, von den dortigen Bewohnern "mit einem Scheitholz auf die Stirn geschlagen"

Bürgschaft für den Pfarrer Egidius Fischer

Der Familie Fischer entsprang offensichtlich auch mindestens ein Geistlicher. 1786 stellt der Markt Kötzting einen Bürgschaftsbrief von dem Kötztinger Schreiner Egidius Fischer für seinen Sohn  Egidius Fischer aus, der als Beneficat und Schulinspektor in Mindelheim bei der Übernahme einer Pfarrei eine Personalkaution benötigte. Die Summe für die der Vater bürgte betrug stolze 1000 Gulden.
1791 heiratet Egidius Fischer, vier Jahre nach dem Tod seiner Frau erneut, diesmal Margaretha Billich aus Kötzting. Vier Jahre später - 1795- kommt es zum Eklat.
Egidus Fischer bereitet einen Verkauf des Anwesens an den Kammerer Windorfer vor, gegen den Willen aller seiner Kinder, die darauf pochen, dass das Marktlehen von seiten ihrer Mutter stamme und es der Vater nicht einfach verkaufen könne.
Die 3 Kinder sind
Egidi Fischer Pfarrprediger
Joseph Fischer Schreiber  bei dem hochgräflich Fuggerschen Herrschaftsgericht in Göttersdorf
Jakob Fischer in Österreich
Prediger Egidi Fischer hat nichts gegen den Hausverkauf seines Vaters, würde aber wünschen, dass eines seiner Geschwister das Handwerk übernähme. Joseph Fischer, Amtsschreiber, protestiert massiv. Das Anwesen rühre von Mutters Seite und so könne der Vater das nicht machen. Jakob Fischer ist auf Wanderschaft in Wels in Österreich und hat sofort seinen guten Platz verlassen, ist nach Kötzting gekommen und hört dort, dass sein Vater das Anwesen an Herrn Kammerer Windorfer per 2600 fl. überlassen will. Der Verkauf sei zu Schaden seiner Kinder.
Es entsteht ein Riesenstreit, der sich bis zu Misshandlungen ausweitet.
1797 ergeht dann ein Regierungsbefehl, der klar entscheidet: Der Vater soll "aus seinem Sach ausziehen" und in eine Mietwohnung. Der Sohn Jakob muss ihm 8 Gulden im Jahr zahlen, "sonst gibt es noch einen Totschlag".
Im Juni 1800 verstirbt Egidius Fischer. Kammerer Windorfer hatte ihm jedoch schon 564 fl. für den Hauskauf bezahlt. Nun fordert dieser das Geld zurück.
1801 weitere Mahnung an die Fischerkinder (Kriegsläufte)
1802 dann endlich Einigung.

Jakob Fischer

Im Juli 1797 wird in den Briefprotokollen ein Erbvertrag zwischen Egidius Fischer - dem Vater - und Jakob Fischer - dem Sohn - abgeschlossen. Im August 1797 schließt Jakob einen Heiratsvertrag mit der Kötztinger Lebzelterstochter Elisabeth Viertl. Da er für das Marktlehen 1756 Gulden zahlte, kann er ihr Heiratsgut von 300 Gulden gut brauchen. Zwei Mädchen hatte das Paar, dann war Jakob 1802 bereits wieder Witwer. Wegen der kleinen Kinder konnte der Witwer auch die Trauerzeit abkürzen und bereits ein halbes Jahr später Walburga Mühlbauer aus Warzenried heiraten. Das Heiratsgut seiner ersten Frau musste er allerdings vertraglich seinen Kindern erster Ehe versichern, bevor er die neue Heirat vertraglich eingehen konnte. 350 Gulden brachte seine zweite Frau mit.

1801 erscheint Jakob Fischer auf der Quartierliste des Grad Morassischen Feldbattaillons, für dessen Leibkompagnie
Im beginnenden 19. Jahrhundert häufen sich seine Einträge in Schuldenlisten beim Markt Kötzting. Möglicherweise liegt darin, die Ursache eines Verkaufs.



Dreger Josef und Franziska


stehen dann 1821 gemeinsam als Besitzer im Kataster. Sie ist eine geborene Freimuth aus Niederndorf.
Bei ihm finden wir nun einen schönen Eintrag, der ihn als Gastwirts ausweist: Stadtarchiv Kötzting AA IX 40) Bei der Visitation seiner Wirtschaft und seines Bieres "fand sich wie bei allen übrigen, Winterbier, gehaltvoll und pfennig vergeltlich, zwar noch etwas jung, aber doch so lauter, dass es auf die menschliche Gesundhit keinen schädlichen Einfluss äussert". Ob man so eine Qualifizierung heutzutage als positive Werbung ansehen würde sei dahin gestellt, der Schreiber folgte wohl der alten schwäbischen Weisheit: "Nicht geschimpft ist gelobt genug"!
1834 steht Dreger Josef erneut auf einem märktischen Rundschreiben an die Wirte, in welchem diese aufgefordert wurden, nur "ein sauberes und gesundes Bier zu verleutgeben".
1836 stirbt Josef Dreger und die Witwe heiratet erneut
1837 erhält die Witwe Franziska Dreger die Konzession als Brauerin und betreibt wohl auch weiter die Wirtschaft. Da sie nachweislich auch Hochzeitsfeiern ausrichtet, kann man davon ausgehen, dass die Gastwirtschaft bereits eine ansehnliche Größe hatte und vermutlich auch bereits eine Art von Saal vorhanden war.  Ihr beiden Söhne Josef und Franz jedenfalls fingen dort, anlässlich einer Hochzeit,  eine Schlägerei mit dem Grafenwiesener Häuslerssohn Wolfgang Brunnhofer an, was diesen seine seidene Weste und sein Halstuch kostete.

Fest Franz und Franziska

1846 auf der Sammlungsliste für die Wallfahrt nach Schönbuchen
1851 auf der Sammlungsliste für die St. Sebastiani Messe in Kötzting
1855 auf der Sammlungsliste für die St. Floriani Wallfahrt nach Furth im Wald
1859 auf der Quartierliste 

Im Jahre 1862 heiratete der Kötztinger Färberssohn Georg Kraus die Tochter von Dreger Joseph und Franziska  (Anna)  Maria
Kopfteil des Ehevertrages zwischen dem Färbersohn Georg Kraus und der Bürgerstochter Anna Maria Dreger
vom 11.2.1862 (StA La Rep 166N Schachtel 23 Nr. 14 Nachlass kraus Maria Kötzting 1880)

Interessant ist auch der Unterschriftenteil:
Hier die persönlichen Unterschriften von Georg Kraus, Maria Dreger und dem Zeugen Joseph Amberger
Von Seiten des Landgerichts unterschrieb unser bekannter Landrichter: Carl von Paur.


Kraus Georg und Anna Maria

Seit 1862 stehen also beide im Grundbuch als Besitzer.
Auch dieses Anwesen ist beim großen Marktbrand im Juni 1867 betroffen.
StALa Rep 164-8 Nr. 1570 von 1867

Kraus Georg, bräuender Bürger und Ökonom:
Das zweistöckige Wohnhaus aus Bruch- und Backsteingemäuer bestehend, mit Legschindenl versehen.
Befund: 
1.Die Umfassungsmauern wie auch Scheidemauern haben zwar nicht erhelblich durch den Brand gelitten, jedoch sind sie vor dem Brande mehr oder minder schon aus ihrer senkrechten Lage gewesen. Die brennbaren Baubestandteile sind bis auf wenige Überreste und arg verkohlte Balken vom Feuer vernichtet worden. (58*35 Fuß und 31 Fuß hoch)
Der k. Brandversicherungsinspektor erklärt deshalb in Übereinstimmung mit dem Brandversicherungs Ausschuss und der Bezirks Amts Coon (=Kommission) den Schaden als totaler.
2, Der zweistöckige Stadel mit Bretterumfassung ist nur durch die Löschversuche am Legschindeldache, also theilweise beschädigt. (50x37 und 21 Fuß hoch)
3. Die einstöckige Holz und Wagenschupfe ist ebenfalls nur die Legschindeldachung partial beschädigt. (32x34 und 17 Fuß hoch)

4. Desgleichen an der 2 stöckigen Stallung das Legschindeldach partial beschädigt.(34x26 und 25 Fuß hoch)
5. Die Kegelbahn mit Bretterumfassung, vom Bretter und Schwartlingdach ist die bedachung partial beschädigt. (70x12 und 14 Fuß hoch)



StALa Rep 164-8 Nr. 1570 von 1867


Schön zu sehen, wie viele große und kleine Gärtchen damals VOR und ZWISCHEN den Kötztinger Häusern damals bewirtschaftet wurden.
Georg Kraus baute also wieder auf und taucht auch mit anderen Baumaßnahmen in den Kötztinger Akten auf.

1868 baut er sich ein Sommerhäuschen .
1880 wird Georg Kraus im Kataster als Witwer vorgetragen
1889 erwirbt Georg Kraus das Nachbarhaus (Alte Hausnummer -4-) von Wolfgang Brunnhofer. Es wäre interessant zu wissen, ob dieser, nun ehemalige, Nachbar Wolfgang Brunnhofer identisch ist mit dem Opfer bei der Hochzeitsrauferei. (etwas weiter oben)
1892 errichtet Georg Kraus in seinem Hinterhof einen Backofen mit überbautem Hühnerstall.

Beim Tode seiner Ehefrau (1880) wird ein genaues Inventar des umfangreichen Besitzes erstellt. Dieses Inventar gibt uns einen guten Einblick in die Baustruktur des Hauses:
Das Haus wird beschrieben: Wohnhaus, Stall und Stadel unter einem Dache mit Schupfe, Backofen, Kugelstatt mit Sommerhaus und Hofraum 8 2/10 Ar mit sogenannten Marktlehen bestehend in dem Tafern und Communbraurecht geschätzt auf 6000 Mark
Wurzgärtl ain Ar
Wiese mit Sommerhaus 37 5/10 Ar
Plnr 451 Strickerwiese 29 3/10 Ar
Herrenweiherwiese, Gartenfeldackerl, Dampfbachfeldacker, Dampfbachfeldwiese, Hütangerwiese.
Plnr 375 Scheiblwiese 19 4/10 
Plnr 340 das Linkeseigenfeldackerl 12 6/10 Ar
Unterschrift des Georg Kraus im
Nachlassakt  seiner Mutter
Gründe in Gehstorf
Anteile am Watzlholz in Grafenwiesen
Anteil am Rossberg in Chamerau

Interessant sind vor allem die Mobilien:

Im Gastzimmer:
6 Tische
21 Stühle
1 Kanapee
1 Schenkkasten mit 40 Halbgläser, 10 Maßkrüge, 9 steinerne Halbkrügel
1 Kruzifix
2  Bilder
1 Spiegel
1 Uhr
1 Lampe
1 Barometer

Im Nebenzimmer
2 Tische
16 Stühle
1 Kommode mit Glaskasten mit 24 beschlagenen Halbgläsern, Kaffeegeschirr
3 Backgläser, drei Leuchtern, einem Salzgefäße und siebel Löffeln
4 Bilder, 2 SPiegel und 1 Lampe




In der Küche

1 Schüsselkorb mit Porzellangeschirr
1 Glaskasten mit Porzellangeschirr
Sämtliches vorhandene Küchengeschirr
1 Tisch

Im Zimmer über dem Hausgange:

2 Betten mit Bettstadten
1 Kommod und 4 Sessel
1 Kruzifix, 3 Bilder, 1 Uhr, 1 Spiegel
1 Kleiderkasten

Im Hausflez
1 Speiskasten
1 Tisch 2 Stühle, 2 Laternen, 2 Lampen, 1 Ölgefäß, 1 Reidelbrett

In der Schenke
22 Eimer Winterbier
32 Fässer
3 Schauffel, 1 Spansäge, 1 Bohrer, einige Ketten

Im Keller
16 Fass Sommerbier a 20 Eimer haltend
5 Faß Nachbier
25 Fässer
5 Hektoliter Kartoffeln

In den Zimmern über der Stiege
Nummer 1
zwei Betten mit Bettstätten, jedes Bett bestehend aus Ober und Unterbett, wollene Decke, zwei Kissen und Matratze
2 Sessel, 1 Waschtisch
Nummer 2 
ein Bett mit eiserner Bettlade umfassend dieselben Bestandteile wie die vorigen Betten
1 Kanapee
2 Stühle 1 Tisch
1 Waschtisch
1 Kommode
1 Christusbild und 1 langer Spiegel
Nummer 3
2 Bettstätten mit Betten
1 Chaiselonge
2 Stühle, 3 Fußteppiche
1 Fußschemel, 1 Tisch
1 Kommode, 1 Chiffonieos
1 Buffet, 6 Kaffeetassen mit Kannen, 6 Desertteller
2 Blumenvasen, 2 Eierständer, 1 Teeservice für 2 Personen, 1 Paar Essig und Ölgefäß, 1 vollständiges Essservice für 12 Personen 46 Servietten, 30 Handtücher, 4 Tafeltücher, 4 Nachschlagtücher, 6 Betttücher, 6 Teetücher, 2 Stück Leinwand,30 Taschentücher
1 Waschkasten
Diese Gegenstände in diesem Zimmer sind für die Tochter Maria bestimmt, außerdem befindet sich im Zimmer Nr. 1 noch ein Schlafsessel, ein Spiegel 1 Etagere, 1 Tischl, 1 Etagere mit Inhalt

In den Zimmern über zwei Stiegen
Nummer 6
1 Bett mit Bettstatt
1 Kommod
1 Waschtisch 1 kleiner Tisch
1 Stuhl
1 Spiegel 3 Bilder
Nummer 7
2 Bett mit Bettstatt
1 Kanapee
1 Waschtisch 1 kleiner Tisch
3 Stuhl
1 Spiegel 3 Bilder
Nummer 8
3 Betten mit Bettstatt
1 Tisch 7 Sessel 1 Nachttisch
1 Kanapee 1 Kleiderkasten
1 Waschtisch
2 Spiegel 3 Bilder

Nummer 9
2 Betten mit Bettstatt
1 Kommod
1 Waschtisch 1 kleiner Tisch
1 Kanapee
7 Stühle
1 Spiegel 3 Bilder
Nummer 10
2 Betten mit Bettstatt
1 Nachtkästchen
1 Tisch
3 Stühle
1 Spiegel 2 Bilder

Auf dem Vorplatze

1 Tisch 2 Stühle

In der Mehlstube

1 Mehlstruhe
2 Mehlständer 1 Tisch 1 Stuhl
1 Fleischküberl, 1 Sieb 1 Kommod, 1 Pfanne 1 Spiegel

Auf dem Hausboden:
2 Dienstbotenbetten und Bettstetten
1 Waage
1 Backtrog
3 Doppelhektoliter Korn
4 Sensen
1 Partie Flaschen

Im Stalle
7 Kühe
2 Stier
2 Kalbl
30 Hennen
Stalleinrichtung

Im Pferdestall
3 Pferde

im Stadel
2 Waagen
30 Sterr Schwartlinge
8 Schillinge Stroh
80 Zentner Heu
1 Gsottstuhl
1 Gsottmaschine

In der Remise

5 Wagen
3 Pflüge, 3 Eggen
1 Schlitten
3 Fuhrschlitten
36 Stück Fässer


In der alten Kegelbahn
12 Fässer
1 Partie Bretter
1 Windmühle
mehrere kleine Fässer

Im Hofraum

Der Düngerhaufen

Ausbau: (angebautes Getreide)
6 Hektoliter Korn
2 Hektoliter Weizen

Aktivausstände:
Guthaben für abgegebenes Bier   5000 Mark

Analysiert man die Situation des Hauses im Jahre 1880, so erkennt man ein prosperierendes Anwesen, das auf mehreren Füßen stand. Gastwirtschaft, Küche, Mitglied des Kommunbrauereiverbandes und damit auch Bierlieferant, Landwirt und, wenn man die Anzahl der Gästezimmer betrachtet, auch bereits eine Art von Hotel.

Georg Kraus´ Mutter, Therese, verstirbt 1882 und in ihrem Testament erwähnt sie, dass er der einzige Überlebende ihrer Kinder sei, der sein Vermögen bereits von ihr erhalten habe. Ihre Nichte, Therese Groß aus Stallwang, die sich seit Jahren hier in Kötzting seit 30 Jahren um sie kümmern würde, setzte sie nun als Alleinerbin ein. Der Sohn Georg Kraus erhielt noch einen "Hängkleiderkasten, einen silbernen Rosenkranz, ein Fuß Flachs und drei Bilder im Glasrahmen."


Grünhut Hermann

Der Kaufmann Hermann Grünhut aus Cham ist im November 1894 als Besitzer vorgetragen. Der Wert wird mit 32.000 Mark angegeben inkl 12.000 Mark für Mobiliar. Es ist dies die Zeit, in der Anwesen zertrümmert und die Teile dann verkauft werden durften. Eine Handlungsweise, die in Bayern über Jahrhunderte so gut wie ausgeschlossen war. Die Anwesen - oder die Bauernhöfe auf dem Dorfe - blieben in ihrem Umfang immer gleich. Es gab nur sehr wenige frei verkäufliche Grundstücke. Dies änderte sich vollkommen im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. 

Amberger Josef 



So könnte das Anwesen auch bereits zu Zeiten des Georg Kraus ausgesehen haben, aus dessen Zeit das
obige Inventar stammt.

Amberger Josef 

1894 heiratet Josef, Sohn des Josef Amberger, seine Braut Maria Schierlitz, eine Wirtstochter aus Viechtach und so kommt endlich der Name "Amberger" auf das Anwesen.
 1903 ist er bei einer Baumaßnahme als Gastgeber bezeichnet.
Amberger Hof um 1900



Aus dem Jahre 1919 haben wir in unserer Sammlung ein Bild von einem Faschingsball im Amberger Hof:
Repro 133 Hausball Amberger Torstraße 1919  




Josef Amberger hat sechs Töchter
Repro 132 Geschwister Amberger Ausflug ?   Geschwister Anni, Resl, Babettl, Leni und Fanny  

Repro 1273 Amberger Töchter um 1920Anne,Marie,Leni (Kroher) ,Resi (Ehemann) ,Barbara, Fanny
Und nun kommen wir nicht mehr um unser Pfingsten herum:
1925 Erwählt sich der Bürgerssohn Wolfgang Kolbeck, fast der Nachbar, die jüngste der Amberger Töchter, Fanny, zu seiner Pfingstbraut.
Fanny Amberger und Wolfgang Kolbeck (Gams), das Pfingstbrautpaar 1925
Die beiden Begleiter waren Josef Decker und Paul Gerstl
Aus diesem Jahr gibt es sogar einen Pfingstfilm im Berliner Bundesarchiv.
Fanny Amberger wird später unglücklich heiraten und ihren Mädchennamen wieder annehmen


Franziska (Fanny) Amberger 

1935 ist sie im Grundsteuerkataster eingetragen.
Aus demselben Jahr haben wir ein Bild von der Aufstellung zum Pfingstritt, bei dem die historische Hausfront der 30er Jahre schön zu erkennen ist.

Schon Anfangs des Jahrhundert war die "Spitziwiese" ein beliebter Schlittenhang für Kinder und auch für Erwchsene. Manchmal ging es aber nicht ohne Unfall ab, wie in der "Ostmark" 1939 nachzulesen war.


Repro 1741 Aufnahme ungefähr von 1956



Franz Amberger
Spizi Franz


Dia-Repro 1128 von Schwarz: rechts der Raithstdel, links die Spitiwiese und das Rückgebäude
1962 waren die Kinder des 1925er Pfingstbrautpaares dann im Mittelpunkt unseres Pfingstgesschehens.
Amberger Franz holte sich Wolfgang Kolbecks Tochter Renate als Pfingstbraut.
Traurig -Stutz- Franz, Renate Kolbeck, Franz Amberger und Hans Winter






Pfingstkranzl von 1962 Amberger Franz

 Noch zu Zeiten meiner eigenen Kindheit, war die Spitziwiese - neben der Wurmhöhe - der Schlittenhang, wenn man nicht weit hinaus auf den Gehsberg gehen wollte.
Bald aber wurde dieser Hang kräftig beschnitten, das Gebäude der AOK nahm uns einen guten Teil der Startböschung weg.
.


Stadtarchiv/Bilderblöcke/ Luftaufnahmen 122
Mit dem Bau des Minigolfplatzes war es dann endgültig Schluss mit der Herrlichkeit auf dem Skihang.

Aus dieser Zeit haben wir
Sammlung Serwuschok, hier der Zustand in den 70er Jahren, links noch mit dem "Wanninger" Pavillon

Wie sehr die Familie Amberger mit unserem Pfingstbrauch verbunden ist, zeigen einige Bilder, die sich in der Sammlung des Arbeitskreises und in der Sammlung Serwuschok befinden:

Hier die Amberger Buben mit dem Vater im Hintergrund

Hier das Basteln der Pfingströserl in der Gaststube als Vorbereitung auf das Pfingstfest.
Auf dem Ölgemälde Spitzi Franz

Hier nun in lockerer Folge ein paar Bilder von typischen Vereinsveranstaltungen im Amberger Hof:
Faschingsball
1974 die Naturfreunde beim musikalischen Frühschoppen

Das Hotel Amberger Hof lobt ein Preisausschreiben aus... und das waren die Gewinner.
Bgm. Dullinger überreichte den ersten Preis
Auch die neuen Zeiten hielten Einzug in Kötzting: 1975 hielt die Niederlassung des IBM aus Regensburg hier eine Art von Hausmesse ab, um die neuesten technischen Wunder vorzuführen.




Am Ende noch ein Bild von einem Schwarz/Weiß Ball im Amberger Hof aus dem Jahre 1975

Tanz in die Nacht mit der Kapelle Wack Traurig


Hans Amberger 

1996 war dann der nächste Pfingsthöhepunkt im Hause Amberger
Zellner Johannes - Monika Hamsa - Hans Amberger - Franz Wanninger





und auch Hier das Pfingstkranzl


Im Jahre 2020 kann das Hotel Amberger Hof auf eine sicherlich 200 jährige Tradition als Gasthaus zurückblicken. Es steht zu vermuten, dass in den Jahrhunderten vorher auch bereits die eine oder andere Besitzergeneration sein recht als Kommunbrauer nutzte um Bier auszuschenken.



















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