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Dienstag, 24. März 2020

Das Stadtarchiv Bad Kötzting als Unterhaltungsbeilage 3-1 Überraschungsfunde

Beim Durchblättern meiner Unterlagen komme ich auf Einzelstücke, die mich an besondere Ereignisse erinnern bzw. die für mich einfach besondere Schmankerl darstellen.
Es wird hier keinen "Roten Faden" geben wie bei den anderen beiden Rubriken.

Beilage Typ 1- ist gedacht für kurze Einzelberichte mit – wenn passend – Zeitungsartikeln
Beilage Typ 2- dann für größere Bildreportagen von der Zeitung aber auch von den Herren Barth, Bock,  Ehemann, Schwarz oder Krämer um ein paar Beispiele zu nennen
Beilage Typ 3- nun ist diese coulagenartige Mischung an Raritäten und überraschenden Fundstücken aus den Zeitungen.


Ich hab mir lange überlegt, ob ich solche Funde überhaupt zeigen soll, aber ich denke es gibt eine ganze Reihe unter uns in meinem Alter, die die Zeit damals miterlebt haben und, wie ich, das Ganze schon lange vergessen haben und eine andere Gruppe, die daran interessiert ist, was früher denn so los war.


Nun also ein paar erste "Fundstücke"

Das Popfestival in Cham 


Da steht man in der Uni Regensburg in der Medienzentrale und digitalisiert Seite um Seite ohne groß nachzudenken und plötzlich ist man mitten drin in seiner eigenen Jugendzeit.
September 1971, Festival in Cham, Scheißwetter und nur einen miserablen Schlafsack dabei, aber zumindest eine Plastikplane. Mit anderen Worten es war ein tolles Wochenende, auch wenn ich sicherlich schon 30 Jahre nicht mehr daran gedacht habe. (irgendwann vor 30 Jahren habe ich meine Photos, die ich vom Festival noch hatte, weggeschmissen)


irgendwo unter diesen Leuten sitze ich zuerst auf, dann unter einer Plastikplane.
1970 und 1971 gab es in Bayern noch landauf und landab Popfestivals, an die in Landshut, Wasserburg, Schönsee, sogar in Furth im Wald erinnere ich mich noch gut. Im Jahr drauf, 1972 im Jahr der olympischen Spiele in München war internationales Publikum angesagt, wurden solche, in den Augen der regierenden CSU, unhygienischen und verdächtig autonomen Veranstaltungen einfach nicht mehr genehmigt. Ich erinnere mich noch gut in Cham, dass auf dem Feldweg/Straße neben der Festivalwiese die Polizei mit Argusaugen versuchte an Dealer heranzukommen, es war ein lustiges Katz und Maus Spiel, aus damaliger Sicht natürlich ;-)



Der Joint im Chamer Gymnasium



unser Impressum, wir wollten ja nicht wegen Formalien gleich scheitern
Um im Thema zu bleiben, ein ähnliches "AHA" Erlebnis mit Erinnerung aus der eigenen Jugend hatte ich wenige Wochen zuvor, als ich - zeitgleich kam damals auch der Hinweis in FB, dass das
 Josef-von-Fraunhofer
Gymnasium in Cham heuer ein Jubiläum zu feiern hatte und sich über authentisches Material freuen würde - über eine Artikelserie stolperte.
Bereits im Jahr 1970 hatten wir - ich mehr als Mitläufer als als Mastermind, das waren Gert und Sepp - eine vom Direktorium der Schule nicht genehmigte und auch denen nicht zur Zensur vorgelegte Schülerzeitung entwickelt, gedruckt und vor den Schultoren am Chamer Schulberg verkauft, was die damalige Schulleitung vor einige Probleme stellte.
Die folgenden Artikel sind nur die Zufallsprodukte, die ich beim Digitalisieren gefunden hatte:







Titelblatt der Nr.1

Es war damals an den Schulen einfach eine durch und durch politisierte Zeit, ich erinnere mich noch gut an das konstruktive Misstrauensvotum gegen Willy Brandt, (das die CDU/CSU mutmaßlich wegen von Wehner gekauften Stimmen dann, entgegen allen Erwartungen, nicht gewonnen hat), das wir im Unterricht mitverfolgt hatten. (10. Klasse am Gymnasium) Ich weiß nicht, ob dies heutzutage Platz im Unterricht hätte. Im Bahnhofslokal in Cham erhielten wir - wer halt Lust dazu hatte - gleich neben dem Billardtisch von Politologiestudenten von der Reformuni in Regensburg "Unterricht" in Medienkritik und im Erkennen von Argumentationsmustern und Tricks in den "reaktionären" Printmedien. 




Titelblatt der Nr. 3, die Nummer 2 hab ich nicht mehr.
man beachte den Sinnspruch rechts unten, wir waren schließlich alle Lateiner.....
Meine Eltern haben damals, als Bäckereibetrieb, in unserer Zeitung eine Anzeige geschaltet und wirn haben ihnen dafür eine wunderschöne Anzeige gemalt. Diese Anzeigen waren ja unsere einzige Finanzierungsmöglichkeit. Das wiederum war natürlich auch der Schulleitung klar weswegen vom Sekretariat der Schule alle unsere Anzeigenkunden angeschrieben und darüber informiert wurden, dass sie ihr Geld in eine UNGENEHMIGTE Schülerzeitung investiert hatten.
Für dieses Prachtstück mussten meine Eltern damals, glaube ich, 50 DM bezahlen

Aber auf diesem Wege hatten wir diese Gegenaktion der Schulleitung eben auch mitbekommen. Meine Eltern hatten sich damals köstlich amüsiert, glaube ich zumindest in der Rückschau, nein, bin ich mir ziemlich sicher.

Deutschland muss langsamer fahren ......und die Welt geht damit unter


KÖZ vom Septmeber 1971 Meinungsumfrage zur Geschwindigkeitsbeschränkung auf Landstraßen:
Ich denke die Interviewten kennen wir fast alle, oder?
Selbe Zeit, anderes Thema, der damalige Verkehrsminister setzte durch, dass auf Landstraßen nur noch 100 km/h gefahren werden durften. Für viele von uns war das gleichbedeutend mit dem Weltuntergang. Ich kann mich auch noch gut an meine Gedanken erinnern, weil ich ja erst im Mai desselben Jahres meinen Führerschein gemacht hatte: Typisch, jetzt wo ich auch fahren darf, regeln sie es runter. (und das, obwohl mein alter Käfer eh nur bergab die 100 km/h überschritten hätte)

Und es wird wieder Weihnachten:


Die Feuerwehrdrehleiter von 1904 macht immer wieder gute Dienste

2 Kommentare:

  1. Ich kann das zeitlich nicht mehr so richtig einordnen, weil ich damals noch in der Unterstufe war. Aber war das zu der Zeit, als eines Morgens in großen Lettern "Utz oder Freiheit" an der Schulturnhalle stand?

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  2. Hab ich glatt auch schon vergessen, ja das war die Parole; Utz oder Freiheit

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