Mit der sogenannten Uraufnahme und der beginnenden Landvermessung zählte Kötzting insgesamt 159 Anwesen. Die Geschichte dieser Bürgerhäuser und ihrer Bewohner nachzuzeichnen und möglichst genau zu dokumentieren, ist das Anliegen dieser Häuserchronik. Wer sich näher mit den frühen Entwicklungen unserer Heimatstadt beschäftigen möchte – von den ersten Urhöfen bis zur Erhebung Kötztings zum Landgerichtsort –, findet dazu ausführliche Informationen in einem einleitenden Blogbeitrag.
Eine grafische Übersicht über die bereits veröffentlichten Hauschroniken gibt auch die neue interaktive Karte.
Bei den nun folgenden zehn Anwesen ist allerdings eine Besonderheit zu beachten: Die Häuser mit den alten Hausnummern 113 bis 123 bestanden bereits lange vor dem großen Marktbrand von 1867, wurden nach der Katastrophe jedoch nicht mehr an ihren ursprünglichen Standorten errichtet. Mit der Neuordnung des unteren Marktes und dem Bau der unteren Marktstraße, des Pfeffergrabens sowie später der Holzapfelstraße entstand ein neuer Ortsteil, in den die bisherigen Hausnummern übertragen wurden.
Die Identifizierung dieser Anwesen ist deshalb bei diesen Anwesen nicht mehr nur über ihre frühere Lage möglich, sondern ausschließlich über die identisch weitergeführten alten Hausnummern.
Es hat aber den Anschein, als ob nur dieses Haus beim Neuzuschnitt des Pfeffergrabens annähernd auf seinem alten Bauplatz wieder errichtet worden ist.
Alte Hausnummer 118
beim Klinger
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| Vermessungsamt Cham Detail aus 5168-2100-LiquiP_Bad_Koetzting_1831_Beilage_M2500_1_1-01 |
Die historische Lage dieses Hauses lässt sich heute nur noch näherungsweise bestimmen. Nach dem verheerenden Marktbrand von 1867 wurde der Straßenverlauf in diesem Bereich vollständig neu gestaltet. Den betroffenen Hausbesitzern wies man für den Wiederaufbau neue Grundstücke zu. Der ursprüngliche Standort des Hauses befand sich etwa zwischen den heutigen Anwesen des früheren "Unteren Oexler" und dem Anwesen Krämer im Pfeffergraben.
Unser Versuch, den ersten belegbaren Besitzer dieses Hauses zu ermitteln, beginnt mit einer „Hausübergabe“ aus dem Jahr 1747. Darin verkauft die ledige Küferstochter Anna Dirnberger ihr Haus am Pfeffergraben an Ursula Wurmb, der Ehefrau des Leinewebers Andreas Wurm.
Dieser Besitz lässt sich zurückverfolgen auf ihren Bruder Johann (5.12.1746) und auf den Vater Hans Georg (15.2.1746).
Der nächste urkundliche Beleg ist der Hausverkauf aus dem Jahr 1708. Damals veräußerte Hans Altermann namens seiner Ehefrau das Anwesen an Georg Dirnberger. Das Haus war seiner Ehefrau nach dem Tod ihrer Eltern zugefallen. Damit scheint vorerst das sprichwörtliche Ende der Fahnenstange erreicht zu sein. Aufgrund des ungewöhnlichen Familiennamens der Eltern – Lairumb beziehungsweise Leirum – dürfte es kaum möglich sein, einen früheren Hausverkauf übersehen zu haben. Nach derzeitigem Kenntnisstand lässt sich ein älterer Eigentumsnachweis daher nicht erbringen.
Joseph und Katharina Lairum
Dieser zugegebenermaßen seltsame Familienname ist aber leider so was von eindeutig im Heiratseintrag zu entziffern, dass es daran keinen berechtigten Zweifel geben kann, dass die Eltern der Frau Maria Altermann so geheißen haben.
Dass bei der damaligen Praxis, Familiennamen so zu schreiben, wie sie gehört wurden, auch verschiedene Namensvarianten berücksichtigt werden mussten, versteht sich von selbst.
Am 28. März 1705 verstarb die Bürgerin Katharina „Lairumb“, und bereits am 4. Mai 1705 folgte ihr Ehemann, der Bürger Joseph „Lairum“.
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| PfA Kötzting Matrikel Band 3 Sterbeeintrag des Josef Lairum |
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| PfA Kötzting Matrikel Band 3 Sterbeeintrag der "chatarina Lairumbin" |
Noch im selben Jahr, am 3.11.1705 hatte Johann Georg Altermann - Sohn des Amtmannes Johann Altermann und dessen Ehefrau Ursula die Kötztinger Bürgerstochter Maria Lairumb geheiratet, deren Eltern die vor kurzem erst verstorbenen Joseph und Katharina Lairum gewesen waren.
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PfA Kötzting Matrikel Band 3 der Heiratseintrag Altermann/Lauram
Bei den Angaben zu den Trauzeugen ergibt sich allerdings eine gewisse Verwirrung. Im Traueintrag ist eindeutig vermerkt, dass der Vater des Bräutigams bereits verstorben war (p. m. = piae memoriae, seligen Angedenkens), während seine Mutter Ursula noch lebte. Bei der Braut heißt es hingegen ausdrücklich, dass beide Eltern bereits verstorben waren (amborum defunctorum = beide verstorben).
Irritierend ist nun die anschließende Nennung der Trauzeugen: „Georg Weber von Gehestorf, parens des Bräutigams, und Georg Hözendorffer von Hohenwartt“. Das lateinische Wort parens bezeichnet zwar grundsätzlich einen Elternteil, kann jedoch auch im weiteren Sinne einen nahen Verwandten oder Angehörigen der Familie meinen. Da der Vater des Bräutigams nachweislich bereits verstorben war, könnte hier nur die Mutter gemeint sein - was aufgrund der damaligen Situation nicht zulässig gewesen wäre für eine Frau - oder der Begriff wurde in seiner erweiterten Bedeutung verwendet.
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Als die nächsten - allerdings nur kurzzeitigen - Besitzer haben wir nun also
Altermann Johann Georg und Maria Lairum
Am 10.9.1708 verkauften Hans und Maria Altermann "das der Altermanns Ehefrau von Ihrem verstorbenen Vater und Muetter erblich angefallene Häusl zu negst des Freymueths oder Laechels entlegen" um 110 Gulden an den Kötztinger Küfer Georg Dirnberger und dessen Frau Maria.
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StA Landshut Markt Kötzting BP von 1708 Seite 53 Kopf der Verkaufsurkunde um 110 Gulden |
Schon zwei Jahre danach quittiert HG Altermann dem Käufer die fristgerechte Bezahlung das Kaufpreises.
Dirnberger Georg und Maria
Die Dirnbergerfamilie ist zu diesem Zeitpunkt bereits mehrfach verzweigt in Kötzting, weshalb es einer genaueren Suche bedarf, um den richtigen Zweig zu treffen.
Einschub
Die Suche nach dem "richtigen" Dirnberger
Bei der nächsten Übergabe - 15.2.1746 - übergibt ein Hans Georg Dirnberger unter Beistandleistung seines Sohnes Martin(!) das Haus "
uf dem Pfeffergraben" an seinen Enkel Johann. Alle drei waren Küfer.
Es gibt nur eine Geburt eines Dirnberger Martin: 14.3.1697, dessen Eltern heißen auch noch Georg und Maria und es ist erst ein Sterbeeintrag des/eines Martin Dirnberger vorhanden aus dem Jahre 1764.
Einschub Ende
Dirnberger Johann
Am 15. Februar 1746 übernahm Johann Dirnberger das Haus von seinem Großvater und hatte dafür einen Kaufpreis von 130 Gulden zu entrichten. Der Großvater war zum Zeitpunkt der Beurkundung bereits nicht mehr in der Lage, das Haus zu verlassen, und ließ sich deshalb von seinem Sohn Martin, dem Vater des Käufers, vertreten.
Die vollständige Kaufsumme musste der Enkel jedoch nicht sofort bezahlen. Vereinbart wurde vielmehr, dass er die 130 Gulden erst bei seiner Verheiratung an den Großvater auszuzahlen hatte.
Dirnberger Anna
Ob Johann Dirnberger bis dahin lediglich keine „geltige Hochzeiterin“ gefunden hatte oder ob er inzwischen andere Pläne für seinen weiteren Lebensweg gefasst hatte, wissen wir nicht. Fest steht jedoch, dass er das Haus noch im selben Jahr, am 5. Dezember 1746, an die ledige Anna Dirnberger verkaufte.
Der Kaufpreis blieb mit 130 Gulden unverändert. Aus der Kaufurkunde geht allerdings hervor, dass auf dem Anwesen bereits eine Hypothek von 25 Gulden aus dem „Finckhischen Jahresmess-Capital“ lastete. Damit verblieb zunächst ein tatsächlich auszuzahlender Kaufpreis von lediglich 105 Gulden.
Und weiter gings mit dem flotten Weiterverkauf.
Am 22.11.1747 verkaufte die ledige Küfnerstochter Anna das "Häusl ufm Pfeffergraben, wobei 25 fl als Hypothek bei der Pfarrkirche anlagen. Der Schwester Anna Maria wurde die freie Herberge festgeschrieben. Die neue Besitzerin war die Webersfrau Ursula Wurmb
Wurmb Ander und Schillitz Ursula
Wegen der Wertminderung durch die eingeräumte Herbergsgewährung belief sich der Kaufpreis nun nur noch auf 100 Gulden.
Aus der Umschreibung der auf dem Anwesen lastenden Hypothek von Dirnberger auf Wurmb erfahren wir zugleich, dass die 25 Gulden aus einer Stiftung der verstorbenen Barbara Fink aus Beckendorf stammten.
Bereits sieben Jahre zuvor hatte der Kötztinger Weber und Witwer Andreas Wurmb die Voggendorfer Witwe Ursula Schillitz geheiratet. Im Jahr 1749 schlossen die Eheleute einen Heiratsvertrag, in dem die Braut das erworbene Haus „auf dem Pfeffergraben“ als Widerlage verschreiben ließ.
Am 14.11.1753 verstarb der Kötztinger Weber Andreas Wurmb und seine Witwe verheiratete sich erneut.
Jobst Georg und Wurmb Ursula
Am 23.7.1755 heiratete der Zenchinger Weberssohn Georg Jobst die Witwe Ursula Wurmb und erhielt durch einen Heiratsvertrag den Mitbesitz am Haus und der Webersgerechtigkeit.. 10 Gulden kostete den Zenchinger Webermeister das Kötztinger Bürgerrecht.
Und weiter geht das Bäumchen-Wechsle-Dich-Spiel
Am 21.8.1762 verstirbt die Weberin Ursula Jobst und der Bürger und Leineweber Johann Georg Jobst wird zunächst der alleinige Besitzer, um danach sein Anwesen im nächsten Heiratsvertrag wieder als Widerlage für das Heiratsgut seiner nächsten Frau benutzen zu können.
Jobst Johann Georg und Raab Anna Maria
Am 12. September 1762 heiratete der Witwer die Kötztinger Bürgerstochter Anna Maria Raab. Sie war die Tochter des Bürgers Jakob Raab und seiner Ehefrau Walburga, geborene Vogl vom Höllenstein.
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Bayr. HStA München KL Rott B5 1777-1800 Georg Jobst Leinweber |
Johann Georg Adam und Seiderer Therese
Am 3.8.1784 übergibt der Witwer und Leineweber Johann Georg das "Haus am Pfeffergraben nebst dem Spitalstadel und Josef Obermeiers Häusl (=alte Hausnummer 117)" um 200 Gulden an den Webergesellen und Sohn Georg Adam Jobst.
Mitverkauft wurde das "vorhandnene kleine Gärtl und eingefahlenes Schupferl sambt der Webermeistersgerechtigkeit und mit Dreingabe des halben Weberwerkzegs indeme die andte Helfte per 1 Weberstuhl 1 Spulrad und 8 Zeug dem jüngerns Sohn Joseph angehörig ist."
Weiterhin liegen noch die bekannten 25 fl Hypothek von der Kötztinger Kirche auf dem Haus.
Nur ein Monat nach der Übertragung heiratet Georg Adam die Halbbauerstochter Seiderer Therese aus Kreuzbach.
1794 leihen sich die Beiden 50 Gulden vom Kötztinger Spital.
Im Jahre 1801 steht über den Leineweber in den Akten: (HStA München GLfasc Nr. 61) er habe "Mangel an Arbeit" und "leidet in den theureren Zeiten an Unterhalt."
und wegen seiner Schuldenbei der Kirche heißt es im selben Akt kurz und knapp:
"wirtschaftet kümmerlich , viele Kinder , Arbeitsmangel"
Von der 1806er Magistratswahl haben wir durch einen Zufall die Wahlscheine:
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| HStA München LGäO Kötzting Nr. 793 Magistratswahlen von 1806 Wahlzettel und Bürgerliste |
Adam Jobst wünschte sich
den Herrn Windorfer als Bürgermeister
Die Herren Bauer - Hollmaier - Gulder - Kraus als Magistratsräte und
Die Bürger Viertl - Gernhuber - Schafner und Pfeffer für den Bürgerausschuss.
Soweit die tabellarische Auswertung:
Es hat sich aber tatsächlich auch sein Wahlschein erhalten, den er aber als Georg Jobst unterschrieb.
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| LGäO Kötzting Nr. 793 Magistratswahlen von 1806 Wahlzettel und Bürgerliste |
Aus dem Häuser- und Rustikalsteuerkataster des Jahres 1811 erfahren wir näheres über das Anwesen:
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| StA Landshut Rentamt Kötzting Rep 300 B 27 |
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Markt Kötzting Nro CXII Georg Jobst
das gezimmerte Haus mit einem kleinen Gärtl
Nutzantheil an den noch unvertheilten Gemeindegründen
Gemeindeantheil am Galgenberg ao 1803 zu Acker umgewandelt
Von dem vertheilten Strohhof bei Grub
1 Ackerl"
Nun haben wir eine Situation in den Archivalien, das es notwendig ist, eine Lücke in den Überlieferungen zu schließen.
1811 haben wir unseren Georg (Adam) Jobst als den Besitzer H+R Steuerkataster und im Jahre 1841 im ersten Grundsteuerkataster heißt der Besitzer "Mathias Klinger - nun Balthasar Greil". Im dazugehörigen Kommentarteil steht, dass Mathias Klinger selber wiederum das Anwesen am 22.8.1836 von Barbara Dezoani im Anschlag von 330 Gulden schenkungsweise erhalten hat.
Im Umschreibeheft des Rentamtes Kötzting finden wir, dass Barbara Decuani das Haus ihrer Schwester Anna vermacht hat, die mit Mathias Klinger verheiratet war.
Es gilt nun nur noch die Lücke zwischen Jobst und Dezoani zu schließen.
Am 28.11.1819 verstirbt der Leinwebermeister mit 60 Jahren.
In den Bürgeraufnahmeprotokollen von 1819/20 heißt es: "1819/20
Fischer Walburga, von ihrem Ehemann abgesondert lebende Tischlerin, erkauft von Adam Jobst Weber v Kö ein Leerhäusl mit einem Gruberäckerl. Bürgerrecht.
Die letzte Lücke, die zu schließen ist, ist nun noch ein Übergang Fischer >>> Dezuani und ein solcher steht um Umschreibeheft des Rentamtes:
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| StA Landshut Rentamt Kötzting B 28 Umschreibeheft 1811-1839 |
Den 30. Mai 1827 hat Walburga Fischer Bürgerin in Kötzting dessen Bürgerheußl mit Garten, denn den Gruberäckerl zu gesagtem Kötzting an Lorenz Dezuani Buchhalter beim Handelsmann Windorfer zu besagtem Kötzting um 550 Gulden verkauft sonst ohne Änderung.
Wir haben nun also die lückenlose Besitzerliste von
1819 Georg Jobst
1819 Walburga Fischer
1827 Lorenz und Barbara Dezuani
1836 Mathias Klinger
1841 Balthasar Greil
Von Lorenz Decuani – in den Quellen auch Dezaoni geschrieben –, der aus Vielli bei Venedig stammte, wissen wir, dass er als Buchhalter im Handelsunternehmen des Kötztinger Handelsmannes Josef Windorfer tätig gewesen war.
Lorenz Decuani war mit der Zandter Inwohnerstochter Barbara Stoiber verheiratet. Zunächst besaß er in Kötzting lediglich den Status eines Insassen. Erst mit dem Erwerb dieses Hauses konnte er das Kötztinger Bürgerrecht erlangen.
Josef Windorfer wiederum hatte die an Kindes Statt angenommene Tochter der Kaufmannsfamilie Fabrici geheiratet und mit ihr das umfangreiche Handelsunternehmen der Familie übernommen. Dazu gehörte auch ein Teil des aus Oberitalien stammenden Personals, zu dem offensichtlich auch Lorenz Decuani zählte.
Mathias Klinger, der Kötztinger Schreinermeister war wiederum mit Anna Stoiber aus dem Gemeindebereich Zandt verheiratet, einer Schwester von Barbara Dezaoni. Vermutlich weil die Ehe des Lorenz und der Barbara Dezaoni kinderlos geblieben war, wurde das kleine Haus zunächst im Wege einer als „Schenkung“ bezeichneten Übergabe an den Schwager Mathias Klinger übertragen. Von diesem gelangte es später an ihre Nichte und deren zukünftigen Ehemann Balthasar Greil.
Balthasar Greil und Franziska Klinger
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| StA Landshut Grundsteuerkataster Nr. 5039 |
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| StA Landshut Grundsteuerkataster Nr. 5039 |
Hier zunächst die Übergabe an Mathias Klinger : "
Nach Brief vom 22. August 1836 von Barbara Dezoani mit Lit B und C im Anschlage von 330 fl schankungsweise erhalten."Im Jahre 1841 erhielt der Simperinger Bauerssohn die Heiratserlaubnis vom Kötztinger Magistrat für seine Hochzeit mit der Schreinerstochter Franziska Klinger und konnte danach auch das haus übernehmen.
Das Grundsteuerkataster wurde 1841 erstellt. Im selben Jahr entstand auch ein Mieterkataster, das uns weitere Einzelheiten über das Haus selbst übermittelt und auch belegt, dass die Übergebende Barbara Dezoani weiterhin im Hauses wohnte in der Ausnahm.
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| StA Landshut Grundsteuerkataster Nr. 5045 |
"1. Balthasar Greil, Taglöhner /:Hauseigenthümer:/
Hauptgebäude
Unter der Erde 1 Kellergewölbe
I: 1 Wohnzimmer und 1 Kammer, dass Hausboden unterm Dach
Unterschrift Balthasar Greil
2. Barbara Dezoani Austräglerin /:Mietherin:/
I. 1 Wohnzimmer und 1 Kammer
Handzeichen "X" der Barbara Dezoani"
Aus dem Jahre 1844 erfahren wir, dass Balthasar Greil als "neuaufgestellter Nachtwächter" mit 28 Gulden in den Kötztinger Marktrechnungen zu finden ist und in der Jahresrechnung von 1845 steht er mit einer Ausgabe von fast 2 Gulden für "die Räumung des Hofraums im Magistratsgebäude von Eis und Schnee", also für den kommunalen Winterdienst.
Im Umschreibeheft des Grundsteuerkataster steht unterm 25.4.1861
"Aufgrund des Attestes des k. Landgerichts Kötzting dtto 30. August 1860 Verlassenschaft des Häuslers Balthasar Greil von Kötzting betr. wurde dessen Eheweib Franziska Greil Alleineigenthümerin des Besitzes."
Greil Franziska
Nachdem der Nachlass ihres verstorbenen Mannes geregelt und die Witwe nun die alleinige Besitzerin des Hauses geworden war, konnte sie zu einer neuen Heirat schreiten. Sie heiratete in zweiter Ehe den Kötztinger Heinrich Auzinger, bei dem als sein Vater ein Mathias Auzinger, ein Knecht aus dem Innviertl, und als seine Mutter eine Klara Arendt angegeben wurde.
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| STA Landshut Grundsteuerkataster Nr. 5047 |
Laut dem Grundsteuerkataster von 1860 ff wurde Heinrich Auzinger jedoch nie als Eigentümer ins Grundbuch übernommen, obwohl er in den Folgejahren als Geschädigter/Brandleider/in den Akten aufgelistet ist.
Der Marktbrand vom Juni 1867
"Der Brand 1867 nach Kooperator Riederer im Kötztinger Anzeiger im Jahre 1912
Vor 45 Jahren, die Nacht vom 3. auf 4. Juni, Montag auf Dienstag, war für unsern Markt eine Schreckensnacht. Die Einwohnerschaft hatte sich eben zur Ruhe begeben und lag im tiefsten Schlaf. Nur auf dem Kollmaier-Keller unten weilte noch eine Hochzeits-Gesellschaft; Bräutigam war der Stockmüller Hermann (Vater der † Frau Kiesl.) Heimkehrende Festgäste bemerkten zuerst – es war gegen ½12 Uhr – die aufsteigende Feuersäule und machten Lärm: es brennt beim Voglbäck (jetzt Hahn). Allein bis die Gefahr nur gemeldet wurde, hatte das gefräßige Element schon um sich gegriffen und bis die Schläfer alle geweckt wurden, stand schon die ganze Häuserreihe links der Marktstraße hinauf in Flammen, so daß viele froh sein durften, nur das nackte Leben zu retten.
Zwar waren die vornehmeren Bürgerhäuser schon gemauert, trugen jedoch vorwiegend Legschindeldächer; zahlreiche kleinere Häuschen waren aber noch aus purem Holz gezimmert.
Dazu kamen noch die aufgespeicherten Holzvorräte. Genug ganze Reihen von hölzernen Hintergebäuden, zwischen denen nur ein ganz finsterer Steig vom Drunkenpolz zum Friedhof hinanführte, die sog. „Bollburg“ (d. i. Bollwerk, denn sie standen auf den Grundmauern der einstigen Marktbefestigung); lauter Nahrung für das gefräßige Feuer. So gewaltig war die Feuersbrunst, dass in Vilshofen und in Regensburg Leute auf den Brücken stehen blieben und ihre Vermutungen anstellten.
Vom Entstehungsplatze aus griff das Feuer mit Windeseile um sich, nach oben und nach unten, auch wieder Dächer überspringend. Die Oberen wußten nicht, daß es unten, die Unteren nicht, daß es oben brenne. Wasserleitung und Hydranten kannte man noch nicht; das Feuerlöschwesen war nur wenig entwickelt. Die Löscharbeiten konnten also nichts bedeuten, ratlos und hilflos stand man der verheerenden Feuersbrunst gegenüber. Es hatte auch jeder mit sich selber zu tun, um nur geschwind die Kinder und das Vieh herauszuholen; denn auch die rechte Marktseite war schon bedroht und ihre Bewohner mit dem Ausräumen beschäftigt.
In Ermangelung von Telegraph und Telephon jagten Feuerreiter (z. B. Gerstl) nach Viechtach, Cham und Furth; diese Feuerwehren rückten freilich erst gegen 4 Uhr an, als schon der halbe Markt vernichtet war; sie hatten aber noch genug zu tun, um ein weiteres Umsichgreifen zu verhindern. Unterdessen hatte die Löschmaschine Blaibach ihr Bravourstück schon geleistet und im Verein mit der Kötztinger die Herren-Straße gerettet. "
Neben der Auflistung der Brandleider übermittelt uns Peter Riederer auch die Situation in Kötzting nach dem Brand:
"So lag nun halb Kötzting in Schutt und Asche. Trümmer rauchten noch, da und dort loderten wieder Flammen auf, geschwärzte Mauern und Kamine ragten in die Lüfte ein schauerhafter Anblick; und 8 Tage darauf war an St. Veit die Feldmesse zum Pfingstritt. Händeringend starrten die Männer auf die Brandstätten, jammernd die Frauen. Das Vieh lief brüllend auf den Wiesen herum. Zum Glück war nicht ein einziges Menschenleben zu beklagen. Aber ohne Obdach, ohne Bett, ohne Kleidung, ohne Brot waren viele.
Da war's nun rührend zu sehen, wie die verschont Gebliebenen ihren obdachlosen Mitbürgern Unterkunft und Herberge anboten; selbst im Pfarrhof war Einquartierung. Dennoch mussten Familien wochenlang in Städeln kochen, wohnen und schlafen.
Der Bräu von Blaibach brachte zuerst eine Fuhre Brot und weinend nahmen die Familienväter die Laibe in Empfang. Auch sonst kam Hilfe von überall her: ganze Wägen voll Lebensmittel, Getreide, Wäsche, Kleidung etc. kamen aus den Nachbarorten den ganzen Sommer hindurch und gelangten in der Landgerichts-Remise (jetzt Amtsgericht) täglich von 10–11 Uhr zur Verteilung. Es wurde ein Hilfskomitee gebildet, bestehend aus den Herren: Pfarrer Lehner, Notar Wittmann, Bürgermeister Haas, Süß, Österer, Lukas, Kraus.
Rasch ging es an den Wiederaufbau des Marktes. Versichert waren die meisten wohl, aber unzureichend. Dafür trug eine Landessammlung soviel ein, dass auf jeden Brandleider 500 Gulden entfielen. Die Bauern fuhren Bäume herbei und bis zum Winter waren viele Wohnungen zur Notdurft wieder hergerichtet; andere wurden erst im nächsten Jahre fertiggestellt.
Schöner ist der Markt ja geworden, aber die vom Unglück Heimgesuchten können uns Jüngeren erzählen, was sie durchgemacht haben. Auch die Marktgemeinde selber musste finanzielle Opfer bringen, an deren Folgen wir jetzt noch zu leiden haben. Feuerwehr und Wasserleitung tun es nicht allein; aber durch den Schutz des Himmels möge unser Markt vor solchem Brand-Unglück bewahrt bleiben!"
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| Detail aus StA Landshut Rep 164/8 Nr. 1570: der Marktbrand in Kötzting |
Bereits am Folgetag versuchte sich der damalige Bezirksamtmann Carl von Paur durch ein tabellarisches Protokoll ein Bild von der katastrophalen Lage und den Bauschäden in Kötzting zu machen..
Zuerst jedoch wurde versucht eine Beschreibung "pro ante" des jeweiligen Brandleiders zu erstellen:
s
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| Detail aus StA Landshut Rep 164/8 Nr. 1570: der Marktbrand in Kötzting |
"Auinger(!) Heinrich Hausbesitzer
Das einstöckige Wohnhaus am Pfeffergraben war vor dem Brande von Holz erbaut u. mit Legschindeln gedeckt.
Das vResultat der Besichtigung u. Schadenserhebung vide Tabelle I Nro: 13
Handzeichen "X X X" des Heinrich Auinger(!)

13: Auinger(!) Heinrich, Häusler
.... Befund: das Gebäude ist bis auf den Grund niedergebrant, Schaden total
Die Größe des Hauses: 25 x 40 Schuh in der Grundfläche also ca. 7.30 mal 11.67 m und 17 Schuh in der Höhe knapp 5 Meter.
Nachdem dies im Markt Kötzting nun bereits der zweite Marktbrand - der erste war im Jahre 1717 - gewesen war, der seinen Ausgang in der Mitte der Marktstraße und, mit seinen verheerenden Auswirkungen fast gleichartig, vom Friedhof bis in den unteren Markt reichte, schritt man von der Planungsseite zu einem vorbeugenden Brandschutz und bildete durch die neu anzulegenden Straßen regelrechte Brandschneisen.
So wurde die Verlängerung der Metz- und der Schirnstraße hinüber zur - heutigen - Gehringstraße erst im Nachgang dieses Brandes durchgesetzt, was aber auch den Verlust von zwei Marktlehen bedeutete, die auf dem Platz dieser neuen Verbindungstraßen gestanden hatten.
In gleicher Weise wurde die Torstraße leicht gedreht - Verlust ein Haus gegenüber dem vorherigen Zustand - und auch die heutige untere Marktstraße erhielt erst durch die neuen Planungen ihre heutige Gestalt, zumindest was die Verkehrswege anging.
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StadtA Kötzting AA V 84 1867 Plan nach dem Marktbrand Straßennamen
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Wie man auf dem Plan mit dem neu projektierten Straßenverlauf erkennen kann, wurde das Haus mit der Plannummer 235 (=alte Hausnummer 118) an den neuen Pfeffergraben angepasst.
Bereits ein Monat nach dem verheerenden Brand erwarb im Juli 1867 die Marktgemeinde Kötzting die Brandstätte. Es geht aus den Akten nicht hervor, wer dann am neuen Ort ein neues Gebäude errichtet hat.
Im Jahre 1880 jedenfalls heißen die neuen Besitzer Josef und Therese Pongratz
Pongratz Josef und Therese
Nur Weniges hat sich von diesem Ehepaar in den Archiven erhalten. Doch ein Bauakt aus dem Jahr 1898 überliefert uns weitere interessante Details aus diesem damals noch „neuen“ Ortsteil Kötztings.
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3293 Pongratz Josef Schreiner 1898 Pfeffergraben |
Blicken wir zuerst aus den beigefügten Lageplan:
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3293 Pongratz Josef Schreiner 1898 Pfeffergraben |
1. die heutige untere Marktstraße hieß damals noch Bahnhofstraße
2. das Haus Obermaier/Hackl im Pfeffergraben war damals - kurzzeitig - ein Lehrerinnenwohnhaus gewesen.
3. Der Pfeffergraben hieß damals Pfeffergrabengasse
4. Die heutige Holzapfelstraße hatte noch keinen Namen, den erhielt sie erst ein paar Jahre später.
5. Pongratz Josef war ein Schreiner gewesen.
Von diesem Besitzerpaar ist nicht sin den Akten zu finden. Erst mit Krämer Julius kommen wir wieder zu einer Person, die in Kötzting gut bekannt und auch im Archiv gut belegt ist.
Krämer Julius und Krezenz Schneider
später
Krämer Julius und Katharina Platl
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| StA Landshut Grundsteuerkataster Nr. 5050 |
Ab dem November 1909 steht der Bäcker Julius Krämer im Grundbuch für das Anwesen Hausnummer 118.
Sehr schnell reichte das Ehepaar einen Bauplan ein und errichtete das schmucke Haus im Pfeffergraben, so wie es sich fast heute noch darstellt.
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StA Landshut Rep 162-8 Sch. 24 Nr. 3465 Krämer Julius Hanr 118 1910 Die Hausansicht zum seitlichen Zugang |
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| Die Ansicht hin zum Pfeffergraben |
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Hier die Unterschriftenliste der Nachbarn: Rothbauer ist das nächste Haus im Pfeffergraben und Alois Miethaner gehörte das Haus gegenüber - es ist das Geburtshaus des Karl Peter Obermaier -, Die Firma Weißenbach war der Vörläufer der Fa. Oexler und K(athi) Schmidt gehörte ein Anwesen am Eck zur Holzapfelstraße.. |
Hier noch die innere Struktur des Hauses:
Hier die "Großfamilie Krämer"
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DIA-Repro 1645: Familie Krämer etwa 1905 Marktstraße 5 In der Mitte Vater Georg Krämer geb. etwa 1840 v.li. die Söhne Andreas geb. 16.4.1882 Pfingstbräutigam 1905, Julius geb. 14.2.1871 Bäcker, Philipp geb. 7.6.1867 Metzger, Georg geb. 22.2.1869, Karl 17.8.1875, Konrad 18.10.1879 (Ostmarkonkel) Auf dem Foto fehlen die Tochter Babette und die Mutter Elisabeth. Hintergrund wie Pfingstbrautpaar 1903 zu Müllerstraße 3 |
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DIA-Repro 454 Theatergruppe "Der Chinakrieger" 1907 Original bei Schützenverein b. Gasthaus Januel Auf dem Treppenpodest 1.v.re.Oexler Max, 2.v.re.Krämer Julius, untere Reihe Mitte m. weißen Kniestrümpfen Krämer Konrad, 2. Reihe v.li.Huber Drechsler neben den 3 Frauen, untere Reihe 3.v.re Traurig (Großvater der jetzigen Brüder Traurig) Aufschrift auf Rückseite Original: Schötz Anny, Kothbauer Max, Hofmann Rosa, Krämer (Andr.) Philipp, Oexler Max, Kelnhofer Hans, Hofmann Xav., Huber Xaver, Liebl Resl, Krämer Konr. Gmach Gangerl, Waldmann Elis, Schödlbauer Foto: A.Gläser Straubing |
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DIA-Repro 2258 Feuerwehr Kötzting im Hof Gasthof zur Post 1927 Nachlass Schreinerei Rosenhammer 2.v.links Plötz Heinerl , ? , Decker Sepp, 3.v.rechts Rosenhammer, daneben Weigl Fritz und mit Bart Mühlbauer Georg. Vorn sitzend links Krämer Bäcker (Julius), Herbergsmutter Frau Posthalter Schmidt. Zur Erinnerung an die Teilnahme an der Fahnenweihe & 50 jähr. Stiftungsfest in Prackenbach 17.VII. 27.
 | Krämerarchiv Ordner Feuerwehr
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 | Krämerarchiv Ordner Personen: Nachruf Julius Krämer
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| DIA-Repro 2150 Pfeffergraben 1943 Bäckerei Julius Krämer, davor 10 Personen , rechts mit Bart Julius Krämer , jetzt Redaktion Kötztinger Zeitung bis etwa 2010 |
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DIA-Repro 1434 Pfeffergraben 7 1936 Brotniederlage Käthe Krämer v.li Frau Centa Graßl, Schneiderin (wohnte später im Austrag im Oexler/Kellner Haus), Käthe Krämer, deren Sohn KB Krämer geb. 1924
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DIA-Repro 1436 Pfeffergraben 7 1938 v.d. Brotniederlage Krämer. KB Krämer auf dem Motorrad im Hintergrund Teil vom Haus Haas |
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| DIA-Repro 1435 Pfeffergraben 7 1930 Brotniederlage Käthe Krämer um 1930 Mann mit Schnurrbart Julius Krämer, daneben seine Frau, im Hintergrund im jetzigen Haus Oexler der Eingang zur Handlung Rothbauer |
Im Jahre 1965 erschien eine Würdigung anlässlich ihres 77. Geburtstages in der Kötztinger Umschau:
"Wir gratulieren!
Kathi Krämer zum 77.!
ee. Kötzting. Heute, Montag, feiert die Bäckermeisterswitwe Frau Kathi Krämer, Pfeffergraben 7, ihr 77. Wiegenfest. Viele Jahre hatte sie in Kötzting am Pfeffergraben eine Brotniederlage und ein Backwarengeschäft geleitet. Gesundheitlich ist Frau Krämer zwar nicht mehr ganz auf der Höhe, aber geistig noch sehr rege zeigt sie großes Interesse für alles Zeitgeschehen. Ihr Lebensgefährte ist ihr schon vor Jahren durch den Tod entrissen worden. Den Lebensabend verbringt die Jubilarin in der Familie ihres Sohnes Karl und der Schwiegertochter Liesl Krämer. Zum heutigen Ehrentag wünscht die „Kötztinger Umschau“ Frau Krämer noch viele frohe Jahre und einen geruhsamen Lebensabend!
KB Krämer und Elisabeth Raab
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| Krämerarchiv Ordner Personen KB Krämer |
Karl (Borromaeus) Krämer wurde am 30.6.1924 als Sohn des Bäckermeisters Julius Krämer und seiner damaligen Ehefrau Katharina Platl aus Schwarzhofen geboren.
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| Der Fotograf KB Krämer |

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Eine Broschüre, die später im Landkreisbuch aufgenommen wurde
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Zwei Reporter-Schwergewichte: KB Krämer und Renate Serwuschok als Berichterstatter bei einem Lesewettbewerb des Kötztinger Gymnasiums KUSW471
 | Eine weitere seiner vielen kleinen Sonderdrucke
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Ich denke, es gab wohl keine Geeignetere als seine Kollegin aus der Konkurrenzredaktion der Kötztinger Lokalzeitung, Frau Renate Serwuschok, als es darum ging, für K. B. Krämer einen Nachruf zu schreiben, nachdem dieser am 18.6.1971 so plötzlich an den Folgen eines häuslichen Unfalls verstorben war.
Völlig unfassbar: Karl B. Krämer ist totEr starb gestern früh an den Folgen eines tragischen Unglücksfalles / Kötzting
und der Bayerische Wald verlieren einen ihrer treuesten Söhne
Kötzting. Wir standen am Abend des 17. Juni unter dem Kreuz auf der Schanz bei Rittsteig noch gemeinsam im Einsatz, wir Vertreter der örtlichen Presse, wie die vielen Jahre zuvor, wenn wir zu Einsätzen gerufen wurden. Wir verabschiedeten uns mit einem Scherzwort, sagten einander „Gute Nacht“ — und „bis zum nächsten Mal!“. Für den Redakteur Karl B. Krämer von der „Kötztinger Zeitung“ sollte es dieses nächste Mal nicht mehr geben. Noch in der gleichen Nacht starb er an den Folgen eines tragischen Unglücksfalles kurz vor seinem 47. Geburtstag. Wir waren Konkurrenten, wir waren aber auch und vor allem Kollegen, überall zusammen, wo sich etwas rührte, hart im Wettbewerb, doch nie ohne menschlichen Kontakt. Einer von uns ist nicht mehr. Karl B. Krämer wurde mitten aus einem schaffensreichen Leben gerissen, unfaßbar für alle, die ihn kannten. Die Frage nach dem „Warum“ machte das Furchtbare nicht ungeschehen. Obwohl in vielen Berufsjahren daran gewöhnt, alle freudigen und traurigen Vorkommnisse gleichermaßen zu erfassen, in Wort und Bild festzuhalten, hier und heute fällt es unsagbar schwer, dieser Pflicht nachzukommen.
Karl B. Krämer hatte sich, aus dem Krieg heimgekehrt, dem Journalismus mit Leib und Seele verschrieben, sich aus kleinen Anfängen heraus in leitende Stellung emporgearbeitet. Er lebte mit und für seine Aufgabe und fand trotz seiner beruflichen Inanspruchnahme immer noch Zeit für Ehrenämter in Vereinen und Verbänden, bei der Feuerwehr und insbesondere aber in der Heimatpflege und Kulturarbeit. Tief in seiner Heimat verwurzelt, ein Hüter und Künder des Bayerischen Waldes, setzte er sein ganzes Wissen und Können ein, um dem Land zu dienen, das er liebte, das er einst mit der Waffe verteidigt hatte und das er nun zu schützen bemüht war mit der Kraft seines Wortes, mit der Glut seines Herzens. Als Kulturreferent des Bayerischen Waldgaues der Heimat- und Volkstrachtenvereine, als Präsidiumsmitglied des Bayerischen Waldvereins und als Schriftleiter der Zeitschrift „Der Bayerwald“, insbesondere auch als Heimatpfleger des Landkreises Kötzting trat er, dem Fortschritt aufgeschlossen, aber der Tradition verpflichtet, unmißverständlich gegen jeden Ausverkauf guter alter Sitten und Werte ein.
Kein Außenstehender vermag zu sagen, wie viele Stunden und Nächte der Volkskundler und Heimatforscher darauf verwendet hat, aus der Vergangenheit und Geschichte Erkenntnisse und Schlüsse für die Gegenwart zu ziehen. Viele Arbeiten sind bereits in Druck gegangen, geschätzt und begehrt als Wegweiser und Informationsquellen. Auch das Landkreisbuch kommt aus seiner Feder. Seit Monaten war Karl B. Krämer mit den Recherchen und Vorbereitungen für ein Werk niederbayerischer Kriegs- und Nachkriegsgeschichte beschäftigt. Es sollte seine schriftstellerische Laufbahn krönen, „vielleicht erst, wenn ich einmal in Pension bin und mehr Muße habe als im Moment!“ Er wird nicht mehr vollenden können, was er begonnen. Innerhalb weniger Stunden, in denen Ärzte und Schwestern verzweifelt kämpften, um ihn zu retten, erfüllte sich sein wechselvolles, mit den Ereignissen des Tages aufs engste verknüpfte Dasein, das er eigenwillig meisterte, kompromißlos, wenn es um Recht und Gerechtigkeit ging, aber auch mit der Heiterkeit und leisen Selbstironie eines Menschen, der trotz schwerer Schicksalsschläge die Kunst, zu leben, verstand, zwischen Büchern und Papier glücklich war.
Mit Karl B. Krämer starb ein Stück Kötzting, jenes nämlich, mit dem er sich in seinem Denken und Handeln ohne Vorbehalte identifizierte, das er entscheidend mitgeprägt hat. Und während wir ehrlich und aufrichtig seine Verdienste rühmen, gedenken wir in tiefem Mitgefühl seiner Frau, seiner Tochter und seiner greisen Mutter. Ihr Leid ist zu groß, als dass durch Worte Trost werden könnte. Die Anteilnahme aus Kötzting Stadt und Land und weit darüber hinaus bekundet den Hinterbliebenen, dass sie nicht allein sind in ihrem Schmerz. Und alle, die wie wir eine Strecke seines kurzen Lebens neben ihm gegangen sind, werden Karl B. Krämer auch über das Grab hinaus verbunden bleiben.
Renate Serwuschok
 | | Grabstein Julius Krämer - KB Krämer |
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| Radioübertragung in der Hauptschule Kötzting U270108 |
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| Gedenktafel am Arbeirgipfel |
Anlässlich der Errichtung eines Gedenkbrettes am Arber schrieb sein Kollege bei der Kötztinger Zeitung und späterer Nachfolger als Schriftleiter beim Bayr. Waldverein Haymo Richter:
AN KARL B. KRÄMER ERINNERT EIN TOTENBRETT AUF DEM GROSSEN ARBER
"Etwa 100 Wald- und Bergfreunde waren es, die am 17. Juni auf dem Arbergipfel, vor der Arberkapelle, die Weihe des Totenbretts für Karl B. Krämer, den vor einem Jahr verunglückten Redakteur unserer Zeitschrift „Der Bayerwald“ erlebten. Pfarrer Guido GrünsfeIder weihte die Gedenkstätte, die der Waldgau der Heimat- und Trachtenvereine zusammen mit dem Bayer. Waldverein geschaffen hat. Arberpfarrer Josef Kufner sprach ein Gedicht von Karl B. Krämer.
Als die ersten Besucher des Festakts auf den Berg kamen, zog der Arber seinen Nebelvorhang hoch. Doch droben auf dem Gipfel wehte ein kalter Wind. Rund um die Arberkapelle sammelten sich die Wald- und Bergfreunde, unter ihnen Landrätin Paula Volkholz, Alois Aschenbrenner, der Vorsitzende des Waldgaus, Oskar Langer als geschäftsführender Vorsitzender des Bayer. Waldvereins, Kulturausschussvorsitzender Dr. Raimund Schuster, Abordnungen der Trachtler und aus den Sektionen des Waldvereins. Kreisheimatpfleger Geiger (Kötzting), Karl Krämers Nachfolger im Amt, sprach das Grußwort. Die Arracher Sänger intonierten eine Strophe aus der Waldlermesse, dann nahm Pfarrer Guido GrünsfeIder das Wort. Er sprach von der Heimatlosigkeit des heutigen Menschen, stellte heraus, dass davon vor allem die Jugend betroffen sei und meinte: „Wir haben natürlich auch bei der großen Entwertung aller Werte der Jugend die Heimat weggeschwätzt, sie zu sehr zu einem verbandspolitischen Schlagwort gemacht.“ Karl B. Krämer, so meinte der Festredner, sei einer aus der betrogenen Generation gewesen, der aus dem Krieg zurückgekehrt sei und die Werte der Heimat zum Urgrund seines Schaffens machte, der befruchtend und fördernd für den Wald gewirkt habe, beim Waldverein und bei den Trachtenleuten Gewicht und Stimme sich erwarb, Beispiel war und Ansporn für viele, die ihm treu auf seinem Weg gefolgt sind.
Karl B. Krämer wurde als der Organisator der Arberkirchweih gewürdigt, als ein Mann, der den Wanderpreis für den Volkstanz geschaffen hat, der das Waldvereinsheft „Bayerwald“ mustergültig betreute. „Nun ist sein Totenbrett eingeflochten in die Krone des Waldkönigs“, sagte Pfarrer GrünsfeIder, der sich herzlich bei den Trachtenvereinen, dem Bayer. Waldverein, der Fürstl. Hohenzollernschen Verwaltung und beim Künstler, dem Holzbildhauer Konrad Lackerbeck aus Lam bedankte, der dieses sehr schöne Totenbrett geschaffen hat.
Die Weihegebete wurden gesprochen und die Arracher Sänger brachten den „Andachtsjodler“. Arberpfarrer Josef Kufner sprach das Gedicht „Heimat“ von Karl B. Krämer und erinnerte in seiner Gedenkrede noch einmal an den Menschen Karl Krämer, der mit soviel Liebe, Geschick und Leidenschaft seiner Waldheimat gedient hat. Mit einem gemeinsamen Gebet klang die Feierstunde auf dem Berg aus. Die Gattin von Karl Krämer legte unter dem Totenbrett neben der Arberkapelle einen Blumenstrauß nieder. Die Wald- und Bergfreunde stiegen zu Tal und in der Erinnerung im Gespräch bei der Einkehr im Schutzhaus war der Krämer-Karl mitten unter ihnen, so wie er so viele schöne Feste auf dem Arberberg mit seinen Freunden gestaltet und erlebt hat. An seinem Totenbrett auf dem Berg, an dem auf dem Weg zum Südgipfel künftig jahraus, jahrein Tausende von Bergbesuchern vorbeikommen werden, steht der Satz von Theodor Fontane: „Der ist in tiefster Seele treu, der die Heimat liebt wie du.“
Handschriftlicher Zusatz von Haymo Richter: "Pfarrer Guido Grünsfelder war ein Kriegskamerad von Karl B. Krämer"
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Die Erinnerungstafel am Haidstein
 | | Als Krippenfigur schaffte es KB Krämer Posthum sogar in die Pscheidl-Krippe übrigens ebenso wie der fast zur selben Zeit verstorben Heinrich Wieser aus Riederfurth. |
 | Hier noch ein Blick in den Pfeffergraben in den 70er Jahren, als dieser als Kötztings erste Einhabhstraße ausgewiesen wurde.

Ganz unterschlagen habe ich bisher auch seine Leidenschaft für das Feuerwehrwesen und für seine akribische Archivarbeit, der wir ein umfangreiches Archiv - das KRÄMERARCHIV" verdanken, das zum größten Teil im Kötztinger Stadtarchiv und zu einem kleineren Teil beim Landkreis Cham in der Sammlung in Walderbach liegt.
 | KB Krämer
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| KUSW Feuerwehr alt KB Krämer mit dem damaligen Kötztinger Landrat Nemmer
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20 Jahre nach seinem tragischen Tod schrieb Dr. Rupert Sigl über unseren Kötztinger: "DR. RUPERT SIGLKarl B. Krämer zum 20. Todestag
„Mit einer Bayerwaldtanne, die vom Sturmwind gebrochen wurde“, verglich Regierungspräsident Dr. Gottfried Schmid den tragischen Unglücksfall, durch den unser Freund Karl B. Krämer in der Nacht zum 18. Juni 1971 im Alter von 47 Jahren, frühvollendet, auf der Höhe seines Schaffens und voller Pläne für die Zukunft, seiner Familie und uns allen jäh entrissen wurde. In der Tat, der ganze Bayerische Wald trauerte und vermisst heute noch mehr als je diesen Künder der Waldheimat, vor allem weil Krämer sich „uneigennützig“ in den Dienst der Heimat, ihrer Erforschung sowie der Erhaltung des Volkstums und der Pflege von Volkskunst und Brauchtum verschrieben hatte und nichts aus sich und seiner Leistung machte. Und Charly könnte heute noch stolzer darauf als je sein, weil er Bleibendes schuf, obwohl er seine dichterischen Entwürfe und Erstfassungen nicht mehr vollenden konnte.
Unvergesslich seine grandiosen Meisterfotos, die auch seine Tonbildschauen mit den Farbdias wie „Geliebtes Land“ zu Symphonien von Bild und Dichterworten machten. Ein bleibendes Denkmal sind seine Jahrgänge der Bayerwald-Zeitschrift ob der ausgezeichneten inhaltlichen Gestaltung und der ansprechenden äußeren Aufmachung. Der Kenner sieht sofort, ob das Bild von „kbk“ fotogemalt wurde; denn es sind Fotos wie sie nur ein genialer Maler sehen könnte. Über zehn Jahre war Krämer im Hauptausschuss des Waldvereins und von 1968 bis 1971 entfaltete er seine Dynamik und seinen Ideenreichtum als Vorsitzender des Kultur- und Presseausschusses. Er vergeudete seine Aktivität, als ob er geahnt hätte, dass ihm nur eine knappe Spanne Zeit zugemessen sei. Wie hat er sich obendrein für die Bildung und Errichtung des Naturparkes eingesetzt! Erfreulich bleibt es, dass Karl Krämer als hochverdienter Heimatpfleger für den Landkreis Kötzting im Mai 1971 das goldene Ehrenzeichen des Waldvereins erhielt, der für unseren Wald gelebt, gelitten, gestritten und geworben hat.
Die Erneuerung des Brauchtums kann nur dann sinnvoll sein, wenn sie aus dem Innern heraus verlebendigt, beseelt und so der Gegenwart als Erbe und Auftrag verständlich wird, wie Karl Krämer es uns in seinen heimatkundlichen Schriftenreihen und den Sonderheften des Waldvereins vorgelegt hat. Am deutlichsten bezeugte er dies mit der Wiedereinführung der Arberkirchweih, die wir einzig ihm verdanken. Typisch, ja charakteristisch wie ich als Kollege bezeugen muss: Als ich ihm beim Umbruch die alte Meldung zeigte, wie der Abt von Metten dabei pontifizierte, fuhr Karl Krämer sofort nach Eisenstein zu Pfr. Kufner und belebte dadurch mit ihm die Arberkirchweih erneut.
Für mich selbst bleibt es eine Glücksstunde, dass ich diesem damals noch so schüchternen jungen Mitarbeiter beim Besuch des Verkehrsministers Seebohm im Zellertal begegnet bin, seine Kriegserlebnisse erfuhr (die er dann in einem leider verschollenen Buche aufzeichnete) und ihn in dieser Nacht als Heimatredakteur keilte. Zum Glück für uns konnte seine Frau und Mitarbeiterin Liesl Krämer mehrere seiner Romanfragmente und Entwürfe erhalten, die wir unbedingt der Öffentlichkeit zugänglich machen sollten, da er sie, allzu frühvollendet, nicht mehr publizieren konnte. Das ist sein Auftrag an uns, jetzt an seinem 20. Todestag, zum Dank dafür, dass wir ihn als Freund und Lebensgenossen haben durften, dass er einer der Unsrigen war, zum Vergeltsgott für alles, was er uns war und für uns getan hat.
Karl B. Krämer †
Tränen quillen, schaust Du – zurück,
verbleicht vor dem Kreuz aus Tannen der Strauß.
Frag nicht: was ist geblieben vom Glück –
Drunten im Tal, da steht Dein Haus.
Drunten im Tal, dort zwischen den Bäumen,
Kindheit ist das, Freud’ und Leid,
Wiege und Heimstatt, – nur träumen
kannst Du von dieser Zeit.
Drunten im Tal, dort, Wiesen und Feld.
der Kirchturm über den Auen –
fern bleibt die Heimat, die war Deine Welt
Du kannst sie nur noch erschauen.
Und Tränen quillen, schaust Du – zurück.
verbleicht vor dem Kreuz aus Tannen der Strauß.
frag nicht: was ist geblieben vom Glück –
Drunten im Tal steht – zerfallen, Dein Haus.
Elisabeth - Lisl - Krämer
Das Bild, das wir von KB Krämer und all seinen vielen Funktionen und Aktivitäten machen können wäre vollständig falsch, ohne seine Ehefrau Elisabeth - Lisl - Krämer zu würdigen, die ihn auf vielen seiner Fototouren begleitete und selber auch Fotografin war. Hier ein Bild aus dem Krämerarchiv zum Thema Arberkirchweih, die das Felsmassiv am Arber zeigt zusammen mit ihrem Ehemann.
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| Krämerarchiv Ordner Personen: Elisabeth Krämer geb. Raab
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 | | Akh Massenbstand Umschlag 10 : Krämer Elisabeth Festzugskostüm 1985 anlässlich des großen historischen Festumzuges Kötzting 1085-1985 |
 | | Elisabeth Krämer KUSW/Personen |
 | | KUSW/Ordner Irrgang/Personen Geburtstagsfeier 60 Jahre |
"„Christkindl“ Elisabeth Krämer 70Viele Gratulanten kamen am Heiligen Abend in den Pfeffergraben Nr. 7 Kötzting. Kaum zu glauben, aber wahr: Elisabeth Krämer ist 70. Das „Christkindl“ vom Pfeffergraben, das am Heiligen Abend 1923 in Kolmberg, heute Gemeinde Blaibach, das Licht der Welt erblickt hat, erfreut sich in der Stadt großer Beliebtheit und ist Mitglied in zahlreichen Kötztinger Vereinen. So nimmt es kein Wunder, dass sich die Gratulanten am Freitag die Türklinke in die Hand gegeben haben. Den Glückwunsch-Reigen eröffnete eine Abordnung der Krieger- und Soldatenkameradschaft mit dem Vorsitzenden Gerd Cebulla an der Spitze. Es folgte der König-Ludwig-Verein mit „Ober“ Vitus Irrgang, „Unter“ Dieter Reithner, Max Kellner und weiteren Mitgliedern der Vorstandschaft. Die Königstreuen wissen sich Elisabeth Krämer in besonderer Weise verpflichtet, hatten sie in ihr doch eine fesche Fahnenmutter, als 1982 das denkwürdige Fest der Fahnenweihe in Verbindung mit dem bayerischen Patriotentreffen begangen wurde. Für den Kötztinger Frauenbund gratulierte Vorsitzende Paula Hamsa, für den Trachtenverein Vorsitzender Poidl Sperl, für die Festspielgemeinschaft Beate Bauer und für den Kneipp-Verein Vorsitzende Renate Serwuschok. Die Glückwünsche von Verlag, Redaktion und Geschäftsstelle der Kötztinger Zeitung überbrachte Lokalchef Franz Amberger. Elisabeth Krämer leitete nach dem frühen Tod ihres Mannes, des unvergessenen Redakteurs Karl B. Krämer, bis zu ihrer Pensionierung 1985 die Geschäftsstelle der Heimatzeitung. Amberger dankte der geschätzten Hausherrin bei dieser Gelegenheit für die gewährte Gastfreundschaft im Pfeffergraben 7, wo die Heimatzeitung seit fast 40 Jahren untergebracht ist.

Als sie am 7. April 2010 im Alter von 86 Jahren starb, widmeten ihr Haymo Richter und Alois Dachs Frau Krämer persönliche Nachrufe:Abschied von Liesl KrämerSie war eine Frau mit großer HerzensgüteBad Kötzting. (hr) Am Samstagvormittag wurde Elisabeth Krämer, die am Donnerstag im Alter von 86 Jahren verstorben war, im Anschluss an den Trauergottesdienst auf dem Neuen Friedhof zu Grabe getragen. „Nun ist sie bei Gott gut aufgehoben“, so formulierte es Stadtpfarrer Max Heitzer, der das Requiem in der Stadtpfarrkirche zelebrierte und auch die Beisetzung leitete. Der Geistliche skizzierte das Leben der am 24. Dezember 1923 in Kolmberg in eine Familie mit sieben Geschwistern hineingeborenen Elisabeth. Im Jahre 1946 reichte sie Karl B. Krämer die Hand zum Lebensbund, mit dem sie zusammen mit großem, persönlichen Einsatz die Kötztinger Zeitung aufbaute. Das wurde ihr zur Lebensaufgabe und Herzensangelegenheit. Durch einen tragischen Unglücksfall verlor sie 1971 ihren Mann und so übernahm sie dann allein die Führung der Geschäftsstelle der Heimatzeitung. Ihre Liebe und Zuneigung schenkte sie in besonderer Weise ihrer schwerstbehinderten Tochter Marlies, die im Jahre 1998 verstarb. Trotz all dieser Schicksalsschläge verlor sie nie ihren Humor und war wegen ihrer Herzensgüte bekannt. Der Trauergottesdienst wurde gesanglich vom Männerchor der Stadtpfarrei und Mesnerin Andrea Kolbeck gestaltet. In die Lesung brachte sich die Vorsitzende des Bad Kötztinger Frauenbundes, Helga Hollmeier, ein. Nach der Verabschiedung in der Aussegnungshalle führte eine große Abordnung des König Ludwig-Vereins mit der Vereinsfahne den Trauerzug zu ihrer letzten Ruhestätte an. Nach dem Gebeten des Geistlichen und der Trauergemeinde sprach der Vorsitzende des Vereins, „Ober“ Eduard Schötz, Worte des Dankes und des Abschieds von der Fahnenmutter des Vereins. Dieses Ehrenamt übte sie mit großer Überzeugung und mit Charme aus. Sie begleitete darüber hinaus fürsorglich den Verein über die Jahre und so wurde sie auch zum ersten Ehrenmitglied ernannt. Das erste große Volkssänger- und Musikantentreffen „Hoamzua“ widmete der Verein dem Andenken ihres Mannes Karl B. Krämer. Elisabeth Krämer war eine Frau mit großer Herzensgüte und so wird sie auch in den Herzen der Mitglieder und ihrer Freunde in Erinnerung bleiben.“ Für den Verein für Garten- und Landschaftspflege sprach der Vorsitzende Georg Hainzinger. Seit 1998 war Liesl Krämer Mitglied des Vereins und unterstützte dessen Ziele. Beide Vereine legten als letzten Gruß einen Kranz bzw. ein Blumengebinde nieder. Schließlich nahmen die vielen Trauergäste Abschied von der „Krämer Liesl“.
Elisabeth Krämer †Hoch geschätzte Bürgerin starb mit 86 Jahren. VON ALOIS DACHS BAD KÖTZTING. Im Alter von 86 Jahren ist am Donnerstag Elisabeth Krämer gestorben. Die gebürtige Kolmbergerin hatte 1949 als Gattin von Karl Borromäus Krämer, der nach dem Zweiten Weltkrieg die Leitung der Kötztinger Zeitung übernommen hatte, viel Aufbauarbeit geleistet und ihren Mann nach besten Kräften unterstützt. Neben der Tätigkeit im Büro forderte die stetige Sorge um die schwerbehinderte Tochter Marlies die Mutter über Jahrzehnte hinweg. Nachdem Elisabeth Krämer schon viele Jahre in der Anzeigenannahme mitgearbeitet hatte, forderte sie der plötzliche Unfalltod ihres Mannes Karl B. Krämer im Herbst 1970 zusätzlich sehr stark, indem sie die Leitung der Geschäftsstelle übernahm. Trotz ihrer hohen persönlichen Belastung und einer Lebensleistung, die ihr höchste Anerkennung ihrer Mitbürger einbrachte, war Elisabeth Krämer immer eine lebenslustige Frau, die gerne in Vereinen aktiv war und unter anderem 1982 als Fahnenmutter des König-Ludwig-Vereins dessen Fahnenweihe besonderen Glanz verlieh. Auch der Frauenbund, die „Waldlerbuam“, Krieger- und Soldatenkameradschaft, Gartenbauverein und Festspielgemeinschaft konnten auf sie zählen. Im BRK-Seniorenheim verbrachte Elisabeth Krämer die letzten zwei Jahre ihres Lebens. Der Trauergottesdienst für Elisabeth Krämer ist heute um 10 Uhr in der Stadtpfarrkirche, anschließend Beisetzung.
🗺️ Kleines Suchspiel zum Schluss:
Viele Geschichten aus Kötzting lassen sich nicht nur lesen, sondern auch direkt im Stadtplan entdecken. Die Interaktive Karte Kötzting führt über ihre Marker unmittelbar zu den passenden Blogbeiträgen – Geschichte zum Anklicken. Wer es noch nicht weiß, um was es sich bei diesem Programm handelt, kann sich gut im folgenden Blogbeitrag informieren: Die interaktive Karte und ihre Möglichkeiten :
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