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Montag, 11. Dezember 2023

Erinnerung an Altkötzting - Teil 24 Die Weihnachtskrippe in der Veitskirche



  In der Bildersammlung des Stadtarchives befinden sich viele Beispiele von damals tagesaktuellen Veranstaltungen oder Berichten über Handel und Gewerbe, die uns einen kleinen "Blick zurück" erlauben, zurück auf Menschen, die schon lange verstorben sind oder Orte und Plätze, die es ebenfalls schon lange nicht mehr gibt. Mit dieser Reihe an Blogbeiträgen soll diese Erinnerungskultur ermöglicht werden; eine Erinnerung an ein Kötzting mit viel Handel, Handwerk, Vereinsleben und Gasthäusern, mit Jahrtagen,  Bällen, und vor allem mit Menschen.


Die Weihnachtskrippe und ihr Kripperlvater

Im Dezember 1954 berichtete die Kötztinger Umschau und im Jahr drauf - in der Weihnachtsausgabe - auch  die Kötztinger Zeitung von der Weihnachtskrippe, die in der St. Veitskirche aufgestellt war.
In meiner Kindheit waren wir in der Vorweihnachtszeit sehr oft in der Veitskirche und ließen ein Zehnerl in den Schlitz beim - man verzeihe mir, aber so hieß die Figur am Einwurfschlitz eben,  "Nickneger" hineinrollen, der dann, wie es der Name schon sagt, heftig nickte und dann rührte sich einiges in der Krippe, gingen Lichter an und aus.... kurzum, es war weihnachtlich.... wenn, ja wenn die Mechanik nicht versagte.
Sollte dies passieren, dann kam der Kripperlvater in Einsatz. Max Wanninger aus der Schirnstraße betrieb in den 20er Jahren bereits ein Auktionshaus und irgendwann einmal wurde ihm dieses Ehrenamt übertragen, dass ihm auf dem Leib geschneidert war.


Foto Schwarz: Max Wanninger, seines Zeichens Kötztinger Auktionator und Kripperlvater



Aus dem nun anschließenden Artikel der Umschau erfahren wir, dass diese Krippe vor 85 Jahren von der Pfarrkirche Neukirchen den Kötztingern geschenkt wurde. Nicht zu vergessen, dass dieser Bericht im Jahre 1954 geschrieben wurde.
Die Krippe kam also schon vor dem Jahre 1870 nach Kötzting und wird - wieder auf der Basis des im Dezember 1954 veröffentlichten Artikels, vom Kripperlvater Max Wanninger seit ungefähr 1924 betreut.



Dazu passt vielleicht, dass Max Wanninger sich im Jahre 1924  - endlich wieder nach dem Chaosjahr 1923 mit seiner Hyperinflation und dem daraus resultierenden kompletten Stillstands auch der heimischen Wirtschaft - wieder als Auktionator betätigen konnte.
Kötztinger Anzeiger von 1924



Nach dem Tod von Max Wanninger rückte ein anderer Kötztinger in diese Fußstapfen, der Bäckermeister Josef - Bepp - Kerscher.

Sammlung Serwuschok: Bepp Kerscher
Von Frau Serwuschok selber stammt der folgende Großbericht vom Dezember 1978. 




1 Kommentar:

  1. den kerscher hab ich damals oft gesehn, er hatte nämlich in der nähe vom "am dampfbach 11" sein "wochenendhäuschen". und die mutter kaufte beim kerscher immer "das fränkische".

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