Translate

Mittwoch, 15. April 2020

Das Stadtarchiv Bad Kötzting als Unterhaltungsbeilage 4-3 Luftaufnahmen

Fa. Aschenbrenner und die Westumgehung

Wir haben im Stadtarchiv eine ganze Reihe an unglaublich guten und detailreichen Luftaufnahmen, bei denen es schade ist, sie für das Internet in der Qualität vermindern zu müssen.
Fangen wir mal mit einem ganz besonderen Bestand an:
Frau Renate Serwuschok hatte PRIVAT in die Geldtasche gegriffen und die Bild- und Verwertungsrechte an einem Paket von 147 Bildern in Großnegativen gekauft.

In den einzelnen  Bildern steckt soviel an Kötztinger Geschichte, dass ich einmal solche dargestellten Areale im Detail analysieren möchte:
Nun also die Bilder: img_3961-3963

Signatur Stadtarchiv Kötzting/Bilderblöcke/Serwuschok Luftbilder, wir sind weiterhin im Zeitraum 1957/58

Ein wunderschönes, fast symmetrisches, Bild der Vorderfront, nun bereits Geschichte, den Plan der Gartenanlage hat der Kreisbaumeister Seiler entworfen. Hermann Seiler war der Schwager von Julius Kirschner.
Hier der Plan der Gartenanlage



Das Fabrikgelände von der anderen Seite, schön zu sehen auch die großzügige Gemüsegartenanlage gegenüber der Straße

Die alte Straße der Westumgehung, der Schinderbuckel noch komplett ohne Bebauung.
Auch unser Pferdestall und der von Michl Traurig existiert noch lange nicht.




Ich habe hier einmal ein paar Landmarken zur Orientierung eingezeichnet.
Der Abzweig von der Westumgehung am oberen Bildrand führte zu den einzeln stehenden Baum und der Gebüschgruppe bis hin zur Brücke und endete danach. Anschließend kam nur noch ein schmaler Trampelpfad, der den Feldrhainen folgte, im Zickzack bis hinauf zur Wasserreserve und dem großen Kreuz.
Die Urtl floss frei von Gehstorf kommend (die rote Linie) querte die Straße und war auch im weiteren Verlauf noch nicht verrohrt, bis sie dann in Rohren unter dem Werksgebäude verschwand.
Bei der später erfolgten Werkserweiterung wurde die obere Fläche aufgefüllt und darauf sowohl ein Parkplatz als auch die große zweigeschossige Werkshalle errichtet.
Bei dieser erneuten Verrohrung wurde aber kein gerader Verlauf erreicht, sondern es gab einen Übergang von Neu auf alt, der im Falle eines Hochwassers der Urtl, und die garb es ein paar Mal in den letzten Jahrzehnten, Schwierigkeiten bereitete.
Die (Bau)Geschichte der Fa. Aschenbrenner wird sicherlich einmal ein separates Thema dieses Blogs sein, da wir von diesem Werk sehr viel Material haben, und dabei wird auch das Thema Hochwasser angesprochen werden.
 Interessant sind auch die linksseitigen felsigen Partien, die mir so noch nie aufgefallen waren.

Em Ende nun noch ein Bild der Tankstelle und der Automobilfirma Weber, noch in der allerersten Ausbauphase.

Am Ende noch ein ganz besonderes Bild, auch wenn es dem Fotografen etwas unscharf gelungen ist.
Unser Schinderbuckel, der Stadtbereich von Kötzting, aber so unbebaut, dass man sich eigentlich nur an der Weißenregener Kirche orientieren kann um zu lokalisieren, dass das tatsächlich nahe von Kötzting ist.
Fotograf war Siegfried Ehemann, Zeitpunkt die 40er Jahre, sein Standpunkt irgendwo nähe der Westsiedlung zwischen Kötzting und Gehstorf.
Film 5 Image 088


,

Dienstag, 14. April 2020

Das Stadtarchiv Bad Kötzting als Unterhaltungsbeilage 1-14

Es geht weiter mit Bildern aus der Zeitungsredaktion der Kötztinger Umschau, welche alle über eine private Sammlung von  Frau Renate Serwuschok dem Arbeitskreis Heimatforschung übereignet wurden und nun im Stadtarchiv Kötzting verwahrt werden.


Da wir zusätzlich auch eine fast vollständige Sammlung von Zeitungsausgaben aus den Nachkriegsjahren in unserem Bestand haben, können viele der Bilder dann auch einzelnen Zeitungsartikeln zugeordnet werden.
Nachdem der Arbeitskreis Heimatforschung schon eine umfangreiche Datenbank an personenbezogenen Bildern hat wäre es für uns schön, wenn wir bei einigen der folgenden Bildern, vor allem bei den Personengruppen, Hinweise und Namenslisten erhalten könnten, die wir dann anschließend in unsere Datenbanken einpflegen könnten. Manche allerdings auch nicht und so wäre es schön, wenn wir bei dem einen oder anderen Bild auch eine Rückmeldung erhalten würden.


Wir sind im Februar des Jahres 1971 Signatur Serwuschok Umschlag 49

Eine epische Schlacht zugunsten des BRK


Fasching 1971, die Kötztinger Naturfreunde vereinbaren ein Fußballmatch mit dem Schützenverein.
Der Erlös kam dem Roten Kreuz in Kötzting zugute.
Die Schiedsrichter waren Willi Pagany und der Bergbauer Bader, Hans Bergbauer
Der Reporter war Alois Dachs

Die Schiedsrichter Willi Pagany und der Bergbauer Bader
Rechts, der Junge in Bewegung, könnte Poldi Henneberger sein.

Die Spitze des Faschingszuges beim Krankenhaus




Jetzt sehen sie noch sauber aus
Im gestreiften Trikot des Schützenvereins von links: Xaver Wellisch, dann die Mitglieder der Familie Auzinger, Bergbauer und Franz Rabl, X und am Ende der Oexler Karl.

Ein epischer Kampf mit dem Objekt und dem Geläuf



eine letzte Stärkung vor dem Mat(s)ch


Willy mit Schiedsrichterassistentin, ich würde sagen....Brigitte Ertl

Nach der Fußballschlacht die Gute Tat

Montag, 13. April 2020

Suchbild

Wir, das heißt der Arbeitskreis Heimatforschung in Bad Kötzting, erhalten in schöner Regelmäßigkeit Bilder, ja ganze Bilderserien überreicht:
Manchmal nur zum Digitalisieren, manchmal aber auch gleich zur Aufnahme in unsere Sammlungen.
Manche Bilder sind beschriftet aber bei manchen fehlt sowohl die zeitliche als auch die örtliche
Zuordnung.
Manche der Aufnahmen sind beschriftet, viele aber nicht und so muss man eben manchmal mutmaßen oder aber neue Wege gehen, ich nenns mal die "Schwarmintelligenz" des Netzes nutzen, um den Dingen auf die Spur zu kommen indem ich hier und damit via FB nach Lösungen frage.

Könnte der Ortseingang Lam sein und das markante Gebäude am rechten Bildrand die Willmannvilla in Lambach?
Das Bild stammt vom Kötztinger Hauptlehrer Josef Bock Film Nr. 5

Ist das Lam, ja.


Das die Willmannvilla in Lambach (rechts außen)

Schilderaktion

Historischer Wanderweg in Bad Kötzting

Menschen und Häuser - Stadt und Umland

Kötztinger Zeitung vom Juni 1950
Vermessungsamt Cham Ort_Koe_1831_K62 Uraufnahme Kötzting von 1831
Blau: Häuser bzw. Bauwerke
Rot: Personen


alte Hausnummer        Person bzw. Anwesen



1                                Die Torschmiede
2                                Bäckerei Liebl
3                                Amberger Hof
4                                das Parellaanwesen
5 +6                           Diermeier
7                                St. Veitskirche noch nicht bearbeitet
8                                Sattler Traurig   
9                                Der Voglhof 

Hausnummer 10 beim Leoboid
Hausnummer 11 beim Kronfelder
Hausnummer 12 der Ecklshof
Hausnummer 13 der Rosenhammer Schreiner
Hausnummer 14 Beim Pirzl - Wagerer Franz
Hausnummer 15 Beim Rabl Jakerl - Fleischmann
Hausnummer 16 Beim Wagner
Hausnummer 17 Beim Osl
Hausnummer 18 Beim Rebstöck
Hausnummer 19 Bäckerei Pongratz
Hausnummer 21 Beim Dachauerschmied
Hausnummer 22 Beim Dimpfl
Hausnummer 22a Der Stoibermaler
Hausnummer 22b Das alte Feuerwehrhaus
Hausnummer 23  Beim Hafner - Kasparofsky
Hausnummer 24 Die Fleischbank
Hausnummer 25 Der Graßlbeck
Hausnummer 26 Rabl Wirt wurde abgerissen
Hausnummer 27 beim Decker
Hausnummer 28 später im "Decker" aufgegangen
Hausnummer 29 beim Ring - Dr. Angerer
Hausnummer 30 beim Rablbauern
Hausnummer 31 beim Wolf Schneider
Hausnummer 32 beim Hollmaier Seiler
Hausnummer 33 Beim Heigl Schlosser
Hausnummer 34 beim Hastreiter
Hausnummer 35 beim Wieser Girgl
Hausnummer 36 beim Dengscherz
 
41                             das Fischerpeter Haus
58                              Kommunbrauhaus
63                              Marktmühle
87                              Herrensäge Lindnerbräu
91                              Gschwandhof
93                              Freiherr von Armansperg
93                              der ganz alte Friedhof
93                              die Kirchenburg
97                              Gebrüder Prälisauer

98                              Wolfgang Samuel Luckner
100                             "oberes" Bad mit Badbrunnen
109                             Widtum und Fronfeste
119                             Wuhn
123                             Spital
129                             der große Marktbrand von 1867
140                             Stattler
141                             Miethaneranwesen
142                             die Liebl Schwestern  beim Schindler
157                             der obere Schwarzfärber
158                             ein Steuertagebuch aus ganz alter Zeit
158                             Beim Pongratzschreiner   



ohne Nummer             Bahnhof
                                    der Ludwigsberg mit dem Ludwigsturm
                                    Bollburggasse
                                    das Chamauer Tor
                                    das Decker Bräustüberl   
                                    die Schindlerkapelle
                                    der alte Friedhof


Personen                     Johann Bartholomaeus von Görring: die Gehringstraße
                                    Carl von Paur ein Glücksfall für Kötzting

Kötztinger Häuserchronik - Einleitung


Bei der Uraufnahme der Häuser Kötztings zu Anfang des 19. Jahrhunderts gab es in Kötzting 158 Anwesen, große, kleine, ganz große und winzige. Die fast einzigartige Struktur und Einteilung der Kötztinger Bürgerhäuser in Marktlehen, Sölden und Häuser lässt uns auch ein wenig die städtebauliche Entwicklung Kötztings bereits in der Frühzeit erahnen.

Ich habe nun vor - angeschoben durch die vielfältigen Möglichkeiten, die das Medium des Internetblogs bietet - in lockerer Folge ein Haus nach dem anderen hier vorzustellen. Um zu verhindern, dass die einzelnen Häuser im allgemeinen Kötztinger Geschichte(n) Blog verschwinden werde ich die Häuserchronik in einem eigenen Blog zusammenfassen und den jeweils einzelnen Beitrag beim Neuerscheinen im alten Blog verlinken. Zum zweiten wird der neue Blog ein etwas anderes, mehr tabellarisches, Erscheinungsbild haben um die einzelnen Häuser leichter finden zu können:

Aber zuerst einmal:



Die Struktur Kötztings nach der Aufteilung der Urhöfe:

Da die schriftlichen Quellen über Kötzting in den verschiedenen Archiven in der Mehrzahl mit der Neuzeit einsetzen, kann man leicht den Eindruck erhalten, die Struktur und Verteilung der Anwesen wäre über all die Zeit die gleiche gewesen. Es gibt aber einige Hinweise, die in manchen Fällen auf eine andere Häuserverteilung vermuten lassen. Vorab muss aber zum besseren Verständnis die Struktur der Kötztinger Einwohner beschrieben werden. Abgeleitet vom Besitz an Grund und Boden und damit abgestuft in den Rechten und Pflichten finden sich in Kötzting
·         Marktlehner
·         Söldner
·         Häusler
·         Inwohner
Schon im niederbayrischen   Herzogsurbar[1] (kurz nach 1301) ist Kötzting als Markt bezeichnet und aufgeführt mit 36 Lehen und 10 Sölden. In den Vorläuferbänden der Urbarien (1231 und 1237) ist noch von keinem Marktrecht die Rede, so dass, laut Piendl[2], von der Marktrechtsverleihung um 1255, nach der ersten Landesteilung, ausgegangen werden kann. Wenn Kötzting 1255 bereits groß genug und würdig war, ein Markt zu werden, dann kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Aufteilung der Urhöfe in die verschiedenen Anwesen schon lange zurück lag und Kötzting bereits eine zentrale Funktion für die Umgebung eingenommen hat. Dies gilt umso mehr, als ja bereits 1179 den Kötztingern eine Kirche[3] beglaubigt wird. Die historische Entwicklung und Ausbreitung des Ortes lässt sich nun anhand  vieler schriftlicher Quellen belegen. Diese Quellen lassen auch Rückschlüsse und Vermutungen auf die Lage der vier Urhöfe zu.
Im Marktrechtsprivileg Kaiser Ludwig des Bayern vom 11. November 1344 heißt es unter anderem: Von erst wan der Markt getheilt ist von dreu Höfen zu 36 Burglehen und in 12 Sölden, wollen wür, wer der Lehen eines mer oder minder inn hat, der soll arbeiten all die Arbeit, die den Markt angehört mit Fludern, Fleischwerken, mit Pachen, mit Schenken, mit Gastung und mit anderer Arbeit und Handwerken. [4]
 Aus dieser Anfangszeit stammt also die Aufteilung in 36 Marktlehen, 10 (an anderer Stelle 12) Sölden und 20 Teile. Dass diese sogenannten  "Teile" in Wirklichkeit die späteren Leerhäuser darstellen, kann später belegt werden.
Was war nun das Besondere an diesen unterschiedlichen Anwesen ?
Die Marktlehner waren gewissermaßen die Oberschicht in Kötzting. Ausgestattet mit allen Rechten, die das Marktprivileg erlaubte, einschließlich des uneingeschränkten Brau- und Schankrechtes. Das heißt in Kötzting hatten Besitzer von 36 Marktlehen und nur  diese die Erlaubnis im Kommunbräuhaus brauen zu lassen, ein Wirtshaus zu betreiben und sie nutzen dies auch weidlich. Die Söldner hatten dieses Braurecht nur eingeschränkt, das heißt, sie durften nur festgelegte Mengen brauen (1 Sud pro Jahr) und dieses Bier auch nicht ausschenken. Die (Leer)Häusler hatten weder Brau- noch Schankrecht, und nur wenn einer dieser Bewohner eine Handwerksgerechtigkeit besaß, so durfte er seinen Beruf in diesem Haus ausüben. Noch schlechter gestellt waren die Inwohner, die am besten als Mieter zu verstehen sind. Zu diesen Inwohnern waren auch die  Alteigentümer nach der Übergabe zu rechnen.
Am unteren Ende dieser abgestuften Rechtsskala standen die Knechte, Mägde und Kinder.
Außerhalb dieser Ordnung, aber mit ihren Rechten am ehesten mit den Inwohnern zu vergleichen, waren dann noch die Bewohner, die man heute als Beamte und Angestellte bezeichnen würde, also zum Beispiel die Angestellten des Pfleggerichts, der Messner, die Klosterherren (ab 1636), um nur einige zu nennen. 
Die Marktlehner und Söldner konnten auch Grundstücksverkäufe an Inwohner und Häusler verhindern oder einen bereits erfolgten Verkauf nachträglich zu ihren Gunsten rückgängig machen, sie hatten ein Einstandsrecht und übten dieses auch regelmäßig aus.. Sogar die Viehhaltung war bei den Häuslern stark eingeschränkt, teilweise ausdrücklich verboten. Dies hatte seinen Grund vor allem in den sehr stark begrenzten Weideflächen, die den Kötztingern zu Verfügung standen. Das Alleinehüten der eigenen Tiere war unter strenger Strafe gestellt und wurde auch regelmäßig bestraft. 
Nachdem die persönliche wirtschaftliche Stellung auch den Sitz im Magistrat und in den Ausschüssen beeinflusste, waren  die Marktlehner dort  sehr stark überrepräsentiert.
Wo lagen nun die Marktlehen, Sölden und Häuser? 

Wie aus Plan (1) und zu ersehen ist sind die Marktlehen insbesondere im oberen Markt versammelt. Davon abweichend war auch noch der sogenannte Gschwandhof (heute TCM-Klinik Hnr 91) ein Marktlehen. Zwei weitere Marktlehen (Hnr 71 und 72) lagen vor der Oberberger Brücke auf dem Spitalplatz. Die Hammermühle (Hnr 89) und das Eckhaus an der Herrenstraße, das heute das Kaufhaus Gartner beherbergt  (Hnr 96), waren auch noch Sölden. Auch die Metzgerei Ritzenberger, beim "Weiß auf der Höhe" (Hnr 48), wird als Marktlehen ausgewiesen. Es bleibt aber das grundsätzliche Bild, dass der obere Markt vor allem aus Marktlehen gebildet wurde, und der Bereich unterhalb des alten Rathauses hauptsächlich aus Leerhäusern bestand.(Plan (2))


Die Salbücher des Klosters Rott beginnen Anfang des 15. Jahrhunderts und führen in einer festen Reihenfolge, die von Band zu Band beibehalten wurde, die Besitzer der Marktlehen und Sölden auf. In manchen Bänden an diese Marktlehen anschließend, in anderen eingefügt in die Liste, folgen die sogenannten Teile, später (Leer)Häuser genannt.
Im Marktprivileg Kaiser Ludwigs des Bayern vom 11.11.1344[5] heißt es weiter dazu:
So ist ein Hof getheilt in 20 Theil in dem Markt, und derselben Theill einen oder mer soll kein Man nit haben, er habe dan ein Burglehen.
Max Piendl vermutet, dass diese Teile aus einem Hof in Grub entstanden sein könnten[6]. In späteren Jahren wurde tatsächlich der sogenannte Gruberhof vom Magistrat aufgekauft, das Hofgebäude vermietet und die Grundstücke anteilig auf die Grundbesitzer des Marktes verteilt, ohne dass diese Grundstücke fest an Häuser gebunden wurden. Diese Gruberhofanteile wurden bei jedem Hausverkauf in Kötzting in den Beurkundungen einzeln aufgeführt. Wie sich an anderer Stelle erweisen wird, sind es die, bis zum  15. Jahrhundert "Teile" genannten Anwesen, die in späteren Listen als "Häuser" aufgeführt werden und sie liegen inmitten Kötztings. Aus diesem Grund, und weil der Schriftwechsel, der zur Aufteilung des Gruberhofes geführt hat, teilweise noch vorliegt, kann diese Möglichkeit ausgeschlossen werden, dass der vierte Urhof in Grub gelegen ist.
Wie könnte man sich also das Bild des alten Kötztings nach der Aufteilung der Urhöfe vorstellen. Im wesentlichen wird es die Bebauung zwischen dem oberen Markt und der Kirchenburg gewesen sein, also nur die 36 Marktlehen, 12 Sölden und 20 Häuser, auch wenn die Stückzahlen vielleicht geschwankt haben.. In einem Brief[7], gekennzeichnet als aus dem Jahre 1460,  in Wirklichkeit aber wohl erst nach 1470 geschrieben, bringen die Kötztinger Bürger ihre Sorgen an, die durch den Bau des von Herzog Albrecht geforderten Bollwerks entstanden waren. Sie schreiben unter anderem an das Kloster Rott:
Auch bringen wir Euer Gnaden an und dem wirdigen Convent, dass um den Kirchhof abgebrochen sind bey zwelf Heuser, da wir Abganck haben, Wacht Steuer und Manschaft von des Gepeus wegen.
Das heißt, dass von den 20 Häusern, die aus dem vierten Urhof entstanden waren,  allein zwölf um den Kirchhof herum errichtet waren. Nach deren Abriss dürften wohl die ersten gestreuten Ansiedlungen der Leerhäuser in den Bereichen vorm oberen Tor, am Pfeffergraben und im Bereich des Spitalplatzes entstanden sein. In Plan (3) sind 12 Häuser im Bereich des äußeren Ringes der heutigen Kirchenburg platziert, um zu verdeutlichen, dass der Platz für 12 Häuser auch wirklich ausreichend war, ohne dass  die genauen Orte belegt werden. 




Kötzting in der Neuzeit

Nach diesem Einschnitt aus der Zeit um 1470, als diese Häuserzeile abgerissen worden   war die Grundstruktur Kötztings angelegt und blieb auch so all die Jahrhunderte hindurch bis zum großen Marktbrand 1867. Der Bau dieses Bollwerks[8], so beklagten sich die Kötztinger in demselben Schreiben, nahm einen Platz von 8 1/2 Lehen ein, welcher Flächenverlust für den Markt auch einen Einnahmeverlust mit sich brachte.
Was sich änderte, und auch dies nur langsam, waren die äußeren Randbereiche. Sicherlich sind die Bewohner der abgerissenen Häuser an anderen, am Rande des Ortes gelegenen, Stellen entschädigt worden. Dies lag schon im ureigensten Interesse des Marktes, da ja mit jedem Bürger, auch Leerhäusler waren Bürger, Einnahmen verbunden waren. Der Bereich vor dem oberen Tor und vor der Oberbergerbrücke auf dem Spitalplatz scheinen die ersten "Neubaugebiete" Kötztings gewesen zu sein, da wir von  einigen Häusern aus diesen Bereichen sogar   die ungefähre Bauzeit kennen. In den Briefprotokollen 1655 und 1656 sind diese beiden Ortsteile (Spitalplatz und Torplatz, nach heutigem Sprachgebrauch) bereits mit Häusern bebaut später sind dann die "Neubauten"  auf den sogenannten Pfeffergraben konzentriert. Als Beispiel kann hier die Ausweisung eines Bauplatzes neben der Wuhn für einen Neubau  des Michael Juglreither dienen, der  1672 für ein Grundstück zunegst der Wuhn für ein Heusl 66fl[9] zahlte(Hnr 121). Dieser historische Bereich "Pfeffergraben" ist mit der heutigen Strasse namens Pfeffergraben aber nicht deckungsgleich. Der untere Bereich der heutigen Holzapfelstrasse wurde damals Pfeffergraben genannt. Der  Pfeffergraben der Gegenwart war damals noch  ohne Wohnbebauung.
Auch die Bebauung im unteren Markt war  gänzlich anders strukturiert, als man es heute kennt. Plan (4) verdeutlicht dies. 

Beim Drunkenpolzhaus und dem Spital (Hnr 123 und 124) endete die Marktgasse und drehte in die Herrengasse, hin zur Pfarrkirche. Im unteren Markt konnten die Fuhrleute also anders als heute nicht gerade aus dem Markt hinausfahren; die Fuhrwerke mussten an der Kirchenburg vorbei fahren. Dort, wo jetzt die Marktstraße in gerader Linie bis zur Bahnhofstraße reicht, stand damals, aus der jetzigen Sicht mitten in der Straße, auf der Höhe des Anwesens Schötz, die Wuhn (Hnr 119) Die Wuhn war eine alte Brauerei, möglicherweise sogar die älteste Brauerei Kötztings. Die Wuhn, früher sogar ein Marktlehen  kam zu Anfang des 17. Jahrhunderts in den Besitz des Marktes Kötzting[10], welcher das Haus in zwei Hälften teilte und jede einzeln verstiftete  Die Bewohner der Wuhn hatten zu dieser Zeit den Status als Inwohner und damit nur eingeschränkte Rechte in der Gemeinschaft. Der Markt blieb bis zur Verwaltungsreform zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Besitz der Wuhn. Wie viele andere Gebäude und Grundstücke im Besitz des Marktes  so musste auch die Wuhn versteigert werden. Andere Häuser, die damals versteigert wurden, heute würde man von Privatisierung sprechen, waren z.B. die Fleischbank (Hnr 24) das zentrale Schlacht und Verkaufshaus der Kötztinger Metzger und  die Herrensäge (Hnr88)[11] heute der Lindnerbräu
Somit stehen im unteren Markt, herein bis in die Zeit vor dem großen Marktbrand, nur die drei Häuser vom Greiner bis Schuhhaus Liebl (Hnr 102-105) Am 14. Februar 1804 wurde das  Eckhauses geteilt, seit daher also 4 Häuser an dieser Stelle.[12] Die Wuhn (Hnr.119) und zurückgesetzt zum Pfeffergraben hin das Spital(Hnr. 123) schlossen den Markt ab. Im heutigen Pfeffergraben selber stehen zu dieser Zeit  nur noch zwei sehr kleine Häuser auf der hangabwärts zeigenden Seite. Den Abschluss der Gasse bildete der Schlosser Haas und, freistehend, im Schlossgarten hatte der Schlossgärtner sein Haus (Hnr116). Dieser Ablauf der Entwicklung, nämlich einerseits ein unveränderter Ortskern und andererseits eine sehr allmähliche Ausweitung der Häuserbebauung am Rande prägte das Bild Kötztings über Jahrhunderte.
Es ist zu vermuten, dass solch ein Wachstum in vielen anderen Orten Bayerns in dieser Zeit nach demselben Muster abgelaufen war. Nach einer Brandkatastrophe oder kriegerischen Einwirkungen wurden die Anwesen an denselben Stellen wieder aufgebaut und erhöhten sich nicht in der Zahl. In einigen wenigen Fällen wurden Anwesen zertrümmert und so entstanden wohl die einzelnen Leerhäuser, die zwischen einigen Marktlehen eingestreut sind.
Hinter der Marktbefestigung, dem Graben und dem anschließendem Bollwerk, folgten Nutzflächen, Schupfen und Gärten. Zwischen diesen und noch vor den Wirtschaftsgebäuden verlief dann eine kleine Gasse. Auf Plan (6) ist diese Bollburggasse skizzenartig eingezeichnet[13].
Diese Gasse begann hinter der Drunkenpolzschmiede (Tabak Liebl Hnr 124 ) und verlief bis zum Torplatz herauf. (jetzt Schmiede Kuglmeier).


[1] PIENDL, MAX : Kötzting in seiner geschichtlichen Entwicklung, in : KÖTZTING 1085-1985 Herausgegeben von der Stadt Kötzting anlässlich der 900-Jahr Feier S.28
[2] PIENDL, MAX : Das Landgericht Kötzting . Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern Heft 5(1953) Seite 59
[3] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München (im folgenden BayHstA) KU Rott am Inn 8
[4] KÖTZTING 1085-1985 Herausgegeben von der Stadt Kötzting anlässlich der 900-Jahr Feier S.29

[5] KÖTZTING 1085-1985 Herausgegeben von der Stadt Kötzting anlässlich der 900-Jahr Feier S.29
[6]  PIENDL, MAX : Kötzting in seiner geschichtlichen Entwicklung, in : KÖTZTING 1085-1985 Herausgegeben von der Stadt Kötzting anlässlich der 900-Jahr Feier S.28

[7]  BayHstA KL Rott am Inn 80 S.46
[8] BAUMANN, LUDWIG und PRANTL,GEORG Altkötzting, Chamer Tor und Marktbefestigung, in Beiträge zur Geschichte im Landkreis Cham (im folgenden BGLC) Bd. 14 (1997) S. 59-74
[9] Stadtarchiv Kötzting (im Folgenden StadtA Kötz) Marktrechnungen Band 1 S.3
[10] Staatsarchiv Landshut (im Folgenden StA La) Rep 97e Nr 187
[11] PONGRATZ, CLEMENS  Ansicht von Kötzting von 1653, in: BGLC Bd.15 1998 s. 25-29
[12] StA La Briefprotokolle Kötzting Bd. 66 Seite 7
[13] BayHSstA GL Fasz. 1836/75

Sonntag, 12. April 2020

Das Stadtarchiv Bad Kötzting als Unterhaltungsbeilage 1-13

Es geht weiter mit Bildern aus der Zeitungsredaktion der Kötztinger Umschau, welche alle über eine private Sammlung von  Frau Renate Serwuschok dem Arbeitskreis Heimatforschung übereignet wurden und nun im Stadtarchiv Kötzting verwahrt werden.


Da wir zusätzlich auch eine fast vollständige Sammlung von Zeitungsausgaben aus den Nachkriegsjahren in unserem Bestand haben, können viele der Bilder dann auch einzelnen Zeitungsartikeln zugeordnet werden.
Nachdem der Arbeitskreis Heimatforschung schon eine umfangreiche Datenbank an personenbezogenen Bildern hat wäre es für uns schön, wenn wir bei einigen der folgenden Bildern, vor allem bei den Personengruppen, Hinweise und Namenslisten erhalten könnten, die wir dann anschließend in unsere Datenbanken einpflegen könnten. Manche allerdings auch nicht und so wäre es schön, wenn wir bei dem einen oder anderen Bild auch eine Rückmeldung erhalten würden.


Wir sind im März des Jahres 1971 Signatur Serwuschok Umschlag 48

 
Die Jury, von Stadt, Kreis, Lehrerschaft und der Presse bestückt.
Dabei auch Frau Serwuschok, welcher wir den Erhalt der vielen Negative verdanken, die mir nun zur Verfügung stehen.
links Costa Fritz, im Hintergrund Frau Gabi Oexler, später verheiratete Serwuschok und rechts neben ihr Herr Gerald Häring, der Mann, der mir viele meiner Rechtsschreibfehler korrigiert...).
Rechts K.B. Krämer von der Kötztinger Zeitung


Die Preisträger mit Franz Oexler

Schade, dass sich von den "GuS Rockets" kein Photo sondern nur dieser Zeitungsartikel
erhalten hat.
Wieder mal die Müllproblematik der damaligen zeit, für heute unvorstellbar, wurden viele Vertiefungen genutzt, um den Hausmüll so einfach zu entsorgen. Hier die Probleme der Gemeinde Blaibach:


Ex und hopp

Bilder, die wir so nicht mehr kennen.



Drei "alte" Kötztinger Feuerwehrmänner:


Grassl Franz, Huber Xaver und Michl Traurig



Es geht zurück nach Blaibach. An der Regenbrücke übt die Bundeswehr:








Bildunterschrift hinzufügen


DAS große Thema 1971, die Gebietsreform:
Kötztings Alptrum, amputiert und Zusammenschluss mit Viechtach






der Wunsch war ein selbstständiger, um Furth und Viechtach erweiterter grenzlandkreis Kötzting bei Niederbayern




die Politiker kämpften zT mit harten Bandagen


Bei dem Vortrag sind viele, viele altgediente (Lokal)Politiker versammelt



So nun habe ich noch ein paar Bilder aus Kötzting, ohne die dazugehörigen Artikel im März 1971 gefunden zu haben.
Überschrift: Kreishandwerkermeister


Jakob Hauser als Kreishandwerkermeister

links Franz Kirschbauer, rechts Kerscher Bepp
Noch einmal im März hat der Winter - bzw. der Raureif zugeschlagen. Ein schönes Bild einer Birkenallee - ich würde sagen Auwiese, Blickrichtung Fußballplatz.
Es gibt eine Anmerkung, das wäre eher der Blick in Richtung Hammermühle, der Schuppen solle zum Lindnerbräu gehören.







Dann noch eine Diskussionsrunde in Lam mit dem Kaplan Konrad Dietl:





Lamer Jugendliche
Und ganz am Ende noch ein Artikel über die Kötztinger Naturfreunde, für die sich keines der Negative erhalten haben, schade eigentlich.


Auch wenn das Repro nur unscharf ist, kann man doch die meisten der Personen erkennen.