Mit der sogenannten Uraufnahme und der beginnenden Landvermessung zählte Kötzting insgesamt 159 Anwesen. Die Geschichte dieser Bürgerhäuser und ihrer Bewohner nachzuzeichnen und möglichst genau zu dokumentieren, ist das Anliegen dieser Häuserchronik. Wer sich näher mit den frühen Entwicklungen unserer Heimatstadt beschäftigen möchte – von den ersten Urhöfen bis zur Erhebung Kötztings zum Landgerichtsort –, findet dazu ausführliche Informationen in einem einleitenden Blogbeitrag.
Eine grafische Übersicht über die bereits veröffentlichten Hauschroniken gibt auch die neue interaktive Karte.
Bei den nun folgenden zehn Anwesen ist allerdings eine Besonderheit zu beachten: Die Häuser mit den alten Hausnummern 113 bis 123 bestanden bereits lange vor dem großen Marktbrand von 1867, wurden nach der Katastrophe jedoch nicht mehr an ihren ursprünglichen Standorten errichtet. Mit der Neuordnung des unteren Marktes und dem Bau der unteren Marktstraße, des Pfeffergrabens sowie später der Holzapfelstraße entstand ein neuer Ortsteil, in den die bisherigen Hausnummern übertragen wurden.
Die Identifizierung dieser Anwesen ist deshalb bei diesen Anwesen nicht mehr nur über ihre frühere Lage möglich, sondern ausschließlich über die identisch weitergeführten alten Hausnummern.
Es hat aber den Anschein, als ob nur dieses Haus beim Neuzuschnitt des Pfeffergrabens annähernd auf seinem alten Bauplatz wieder errichtet worden ist.
Alte Hausnummer 120
beim Wagner
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| Vermessungsamt Cham Detail aus 5168-2100-LiquiP_Bad_Koetzting_1831_Beilage_M2500_1_1-01 |
Vorwort
Bei diesem Anwesen ist ein kurzes Vorwort notwendig.
Als Folge des verheerenden Marktbrandes vom Juni 1867 musste das Haus nicht nur neu errichtet werden. Durch die gleichzeitige Neutrassierung der Straßen wurde auch das gesamte Grundstück neu geordnet. Dabei entstanden mehrere neue Bauparzellen, die – den damaligen Gepflogenheiten entsprechend – die Hausnummern 120, 120a, 120b, 120c und 120d erhielten, wobei die Nummer 120c später als erloschen aufgeführt ist im Umschreibeheft.
Die späteren Eigentümer dieser Anwesen – man denke nur an die Familien Kroher, Henneberger oder Krämer – und ihre Bewohner sind in Bad Kötzting wohlbekannte Namen. Deshalb werden die einzelnen Häuser in den folgenden Kapiteln jeweils gesondert vorgestellt.
Den Anfang macht jedoch jenes ursprüngliche Anwesen, dessen Hausnummer später als Ausgangspunkt für alle oben angeführten und ft nach dem Marktbrand entstandenen Neubauten diente. Dabei ist zu beachten, dass zunächst nur eines der Brandleider-Neubauten mit der Hausnummer 120 an den Pfeffergraben verlegt wurde.
Erst in einem späteren Schritt erhielten die durch die Teilung des Grundstücks entstandenen Neubauten die Zusatznummern 120a bis 120d.
Wir reden damit von den heutigen Häusern:
Kroher/Hauser an der Ecke Pfeffergraben/Gehringstraße = anker
Henneberger Pfeffergraben 2 =anker 1
Hofmann Pfeffergraben 4 = anker 2
Krämer Schorsch Pfeffergraben 3 = anker 4
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| Foto Pongratz: Pfeffergraben 2 und 4 und Anwesen Kroher/Häuser in der Gehringstraße |
Die Geschichte dieses Hauses beginnt mit dem Wagnermeister Wolfgang Breu, der im Erdgeschoss der Wuhn eingestiftet war und ab dem Jahr 1787 in den Kötztinger Marktrechnungen nachweisbar ist.
1788 wird berichtet, dass der bürgerliche Wagner Wolfgang Preu die untere Wohnung in der Wuhn angemietet hatte und hierfür jährlich sechs Gulden Miete zu entrichten hatte.
Am 6. Juli 1792 verstarb Wolfgang Preu bereits im Alter von nur 33 Jahren. Seine Witwe Anna Maria heiratete daraufhin den aus Leutmersbrunn stammenden Taglöhnerssohn und Wagnergesellen Andreas Brebeck, der am 10. Oktober 1792 mit seiner Braut einen Heiratsvertrag im Wert von 270 Gulden abschloss und diese am 29.10.1792 dann auch kirchlich heiratete.
Doch nicht nur als Bürger, sondern auch als Wagnermeister musste Brebeck vom Magistrat bestätigt werden. Diese Bestätigung erfolgte am 21. Oktober 1792.
Wie schon sein Vorgänger erscheint auch Andreas Brebeck in den folgenden Jahren immer wieder mit Zahlungen für ausgeführte Wagnerarbeiten in den Marktrechnungen. So erhielt er beispielsweise 1793 eine Vergütung für die Anfertigung eines Pickels und eines Steinschlegels. Im selben Jahr wird erneut vermerkt, dass er in der Wuhn eingestiftet sei und dort das Wagnerhandwerk betreibe. Für diese Wohnung hatte er jährlich einen Gulden und 30 Kreuzer zu entrichten.
Nachdem seine erste Frau verstorben war, heiratete der Witwer am 27.2.1797 die Kötztinger Bürgerstochter Theresia Fischer
Andreas Brebäck und Theresia Fischer
Im Jahr 1805 kam es schließlich zu einer Übereinkunft mit dem Magistrat über die Überlassung eines Bauplatzes. Auslöser hierfür war wohl der von der kurfürstlichen beziehungsweise staatlichen Obrigkeit angeordnete Verkauf der markteigenen Immobilien, zu denen auch die Wuhnbehausung gehörte.Der Markt Kötzting als Administrator des Kötztinger Bürgerspitals verkaufte „dem Ander Brebäck, Bürger und Wagnermeister von hier, dann all seinen Erben und Nachkommen … einen entbehrlichen Platz vom Spitalhof auf 40 Werkschuh in der Länge und 18 dto in der Breite gegen der Behausung und dem Höfel des Anton Mack“. Bei Anton Mack handelte es sich um den neuen Besitzer der Wuhn, in der Andreas Brebeck bis dahin eingestiftet gewesen war.
Der Kaufpreis für das Grundstück betrug 40 Gulden, von denen zehn Gulden als verzinsliche Schuld stehen blieben. Zugleich verpflichtete sich der Käufer, das „Gebäu selbst mit Steinen feuersicher aufzuführen“ und es bei der „Brandschadensgesellschaft“ zu versichern.
Zeitgleich nahm der Wagnermeister eine Hypothek über 150 Gulden auf, mit der er den Neubau seines Anwesens finanziert haben dürfte.
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| StA Landshut LGäO Kötzting Nr. 793 Magistratswahlen von 1806 Wahlzettel und Bürgerliste |
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| StA Landshut Rentamt Kötzting B 27 |
Andreas Brebeck und Katharina Denscherz
Am 8. April 1834 heiratete der Wagnerssohn Andreas Brebeck die Kötztinger Schustertochter Katharina Denscherz. Die beiden dürften sich bereits längere Zeit gekannt haben, denn im Sterbebuch ist unter dem 30. September 1827 der Tod eines kleinen Kindes mit dem Taufnamen Andreas Brebeck verzeichnet. Ergänzend ist dort vermerkt, es habe sich um ein illegitimes Kind der Katharina Denscherz gehandelt.
Die Ehe währte jedoch nur wenige Monate. Katharina Brebeck verstarb bereits am 11. Februar 1835 im Alter von nur 28 Jahren. Als Todesursache ist „Freisel“ angegeben. Drei Tage später, am 14. Februar 1835, starb auch die erst acht Tage alte Tochter Katharina. Es liegt daher nahe, den im Sterbebuch genannten „Freisel“ mit den Folgen der Entbindung beziehungsweise einer durch die Geburt verursachten schweren körperlichen Schwächung in Verbindung zu bringen.
Katharina Brebeck starb damit noch vor ihrem Schwiegervater. Der Wagnermeister Andreas Brebeck erreichte ein Alter von 83 Jahren und verstarb am 4. Juni 1836 an Altersschwäche.
Andreas Brebeck und Huber Johanna
Brebeckin widerruft die Verschmähung in feierlicher Abbitte vor dem Magistrat, erklärt den kgl Advokaten einen ehrlichen Anwalt.
Der friedliebende kgl Advokat als friedliebender und ruhiger Nachbar ist hiermit zufrieden.
Frau Brebeck wird ermahnt, sonst empfindliche Strafe."
In einer weiteren Verhandlung vor diesem Amt tritt A.B. als Kläger auf:
" Bürger Ander Brebeck und Johann Hartl v K gegen Magdalena Haas v K wegen Beschuldigung der letzteren 2 Bäume im Hofe abgeschnitten zu haben.
Verglichen weil die Beklagte ohnehin nur eine Mitwisserschaft vermuthet hat .
Beklagte muß 3 fl in Zukunft zahlen, wenn sie weiter entehrende Äußerungen und Vorwürfe sich schuldig macht. Magdalena Haas erneut ermahnt ihre Zunge in Zaum zu halten."
"3. August 1843: Andreas Prebeck bürgerlicher Wagnermeister zu K belangt die Häuslerin Magdalena Haas v K weil die Letztere sich beigehen lässt, seine Ehefrau eine Schergenhure zu schimpfen und sie des Diebstahls bezichtigt.
Magdalena Haas erklärt bei der Vermittlung, dass sie die angegebenen Beschimpfungen gegen die
Mit der Anlage des bayerischen Grundsteuerkatasters im Jahr 1841 erhielt das Anwesen schließlich seine endgültige Hausnummer 120.
Der Grund für die Verschiebung der Hausnummern lag darin, dass bei der Anlage des Häuser- und Rustikalsteuerkatasters die Gebäude in kirchlichem oder staatlichem Besitz bei der Nummerierung ausgespart worden waren. Im Grundsteuerkataster erhielten diese Anwesen nun ebenfalls eigene Hausnummern, wodurch sich die Nummernfolge der übrigen Häuser entsprechend nach oben verschob.
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| StA Labdshut Grundsteuerkataster Nr. 5039 |
Das Haus: Gebäude Wohnhaus mit Schupfe unter einem Dach
Hofraum gemeinschaftlich mit Hausnummer 97 - 101 - 121 - 122 und 127
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| StA Landshut Grundsteuerkataster 5045 |
Hauptgebäude:
Unter der Erde: 1 Keller
Heinrich Zapf und Anna Brebeck
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| StA Landshut Grundsteuerkataster 5041 |
Ander Brebeck HsNr 120 zu Kötzting übergibt an seine Tochter Anna und deren angehenden Ehemann Heinrich Zapf v. Weiden das Haus Lit A mit Grundrecht per 0.03 dez ohne Änderung um 700 fl
Ander Brebeck
Heinrich Zapf"
Der Marktbrand vom Juni 1867
Vor 45 Jahren, die Nacht vom 3. auf 4. Juni, Montag auf Dienstag, war für unsern Markt eine Schreckensnacht. Die Einwohnerschaft hatte sich eben zur Ruhe begeben und lag im tiefsten Schlaf. Nur auf dem Kollmaier-Keller unten weilte noch eine Hochzeits-Gesellschaft; Bräutigam war der Stockmüller Hermann (Vater der † Frau Kiesl.) Heimkehrende Festgäste bemerkten zuerst – es war gegen ½12 Uhr – die aufsteigende Feuersäule und machten Lärm: es brennt beim Voglbäck (jetzt Hahn). Allein bis die Gefahr nur gemeldet wurde, hatte das gefräßige Element schon um sich gegriffen und bis die Schläfer alle geweckt wurden, stand schon die ganze Häuserreihe links der Marktstraße hinauf in Flammen, so daß viele froh sein durften, nur das nackte Leben zu retten.
Zwar waren die vornehmeren Bürgerhäuser schon gemauert, trugen jedoch vorwiegend Legschindeldächer; zahlreiche kleinere Häuschen waren aber noch aus purem Holz gezimmert.
Dazu kamen noch die aufgespeicherten Holzvorräte. Genug ganze Reihen von hölzernen Hintergebäuden, zwischen denen nur ein ganz finsterer Steig vom Drunkenpolz zum Friedhof hinanführte, die sog. „Bollburg“ (d. i. Bollwerk, denn sie standen auf den Grundmauern der einstigen Marktbefestigung); lauter Nahrung für das gefräßige Feuer. So gewaltig war die Feuersbrunst, dass in Vilshofen und in Regensburg Leute auf den Brücken stehen blieben und ihre Vermutungen anstellten.
Vom Entstehungsplatze aus griff das Feuer mit Windeseile um sich, nach oben und nach unten, auch wieder Dächer überspringend. Die Oberen wußten nicht, daß es unten, die Unteren nicht, daß es oben brenne. Wasserleitung und Hydranten kannte man noch nicht; das Feuerlöschwesen war nur wenig entwickelt. Die Löscharbeiten konnten also nichts bedeuten, ratlos und hilflos stand man der verheerenden Feuersbrunst gegenüber. Es hatte auch jeder mit sich selber zu tun, um nur geschwind die Kinder und das Vieh herauszuholen; denn auch die rechte Marktseite war schon bedroht und ihre Bewohner mit dem Ausräumen beschäftigt.
Da war's nun rührend zu sehen, wie die verschont Gebliebenen ihren obdachlosen Mitbürgern Unterkunft und Herberge anboten; selbst im Pfarrhof war Einquartierung. Dennoch mussten Familien wochenlang in Städeln kochen, wohnen und schlafen.
Der Bräu von Blaibach brachte zuerst eine Fuhre Brot und weinend nahmen die Familienväter die Laibe in Empfang. Auch sonst kam Hilfe von überall her: ganze Wägen voll Lebensmittel, Getreide, Wäsche, Kleidung etc. kamen aus den Nachbarorten den ganzen Sommer hindurch und gelangten in der Landgerichts-Remise (jetzt Amtsgericht) täglich von 10–11 Uhr zur Verteilung. Es wurde ein Hilfskomitee gebildet, bestehend aus den Herren: Pfarrer Lehner, Notar Wittmann, Bürgermeister Haas, Süß, Österer, Lukas, Kraus.
Rasch ging es an den Wiederaufbau des Marktes. Versichert waren die meisten wohl, aber unzureichend. Dafür trug eine Landessammlung soviel ein, dass auf jeden Brandleider 500 Gulden entfielen. Die Bauern fuhren Bäume herbei und bis zum Winter waren viele Wohnungen zur Notdurft wieder hergerichtet; andere wurden erst im nächsten Jahre fertiggestellt.
Schöner ist der Markt ja geworden, aber die vom Unglück Heimgesuchten können uns Jüngeren erzählen, was sie durchgemacht haben. Auch die Marktgemeinde selber musste finanzielle Opfer bringen, an deren Folgen wir jetzt noch zu leiden haben. Feuerwehr und Wasserleitung tun es nicht allein; aber durch den Schutz des Himmels möge unser Markt vor solchem Brand-Unglück bewahrt bleiben!"
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| Detail aus StA Landshut Rep 164/8 Nr. 1570: der Marktbrand in Kötzting |
Bereits am Folgetag versuchte sich der damalige Bezirksamtmann Carl von Paur durch ein tabellarisches Protokoll ein Bild von der katastrophalen Lage und den Bauschäden in Kötzting zu machen..
Zuerst jedoch wurde versucht eine Beschreibung "pro ante" des jeweiligen Brandleiders zu erstellen:![]() |
| Detail aus StA Landshut Rep 164/8 Nr. 1570: der Marktbrand in Kötzting |
"Zapf Heinrich, Hausbesitzer und Mechaniker
Das zweistöckige Wohnhaus (damals zählte man das Erdgeschoss bereits als den ersten Stock)
in der Spitalgasse(!), von gemischtem Mauerwerke und Fachwerk bestanden ist mit einem Legschindeldache versehen gewesen. Das Resultat der Besichtigung und Brandschadens vide Protokoll sub Nro Tabelle I Nro 15
Unterschrift H: Zapf"
Das zweistöckige Wohnhaus in der Spitalgasse, von gemischtem Mauerwerk und Fachwerk erbaut und mit einem Schneidschindeldache versehen gewesen.
Befund:
So wurde die Verlängerung der Metz- und der Schirnstraße hinüber zur - heutigen - Gehringstraße erst im Nachgang dieses Brandes durchgesetzt, was aber auch den Verlust von zwei Marktlehen bedeutete, die auf dem Platz dieser neuen Verbindungstraßen gestanden hatten.
In gleicher Weise wurde die Torstraße leicht gedreht - Verlust ein Haus gegenüber dem vorherigen Zustand - und auch die heutige untere Marktstraße erhielt erst durch die neuen Planungen ihre heutige Gestalt, zumindest was die Verkehrswege anging.
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| StadtA Kötzting Marktbrand 1867 Pläne |
In der Liste der Bauwerber des Jahres 1868 finden sich natürlich auch viele der Brandleider des Vorjahres, so auch unser Heinrich Zapf:
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| AA XI 44 Neubauten 1842 ff |
Aus dem Jahre 1880 Stammt ein Bauplan unseres Heinrich Zapf, der bereits das neugeschaffene Haus im Pfeffergraben zeig, das er erweitern möchte.
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| StA Landshut Baupläne Rep 162-8 Sch. 21 Nr. 3110-2 |
Aber(!)
Hausnummer 120:
Ludwig Zapf
Meidinger Karl und Anna ab April 1903
Kroher Hans und Auguste
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| DIA-Repro 1759 der Laden Hans Kroher in der Gehringstraße |
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| DIA-Repro 2110 Frau Auguste Kroher |
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| DIA-Repro 1480 Pfeffergraben 3 1917 Haus Krämer, damals noch Bäckerei, ca. um 1917. auf dem Balkon des Hauses Frau Auguste Kroher und Frau Krämer |
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 23 Nr. 3435 Hans Kroher Waschküche Hanr 120 |
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 23 Nr. 3441 Kroher Hans Magazin |
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 23 Nr. 3441 Kroher Hans Magazin |
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| Foto Pongratz |
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| DIA-Repro 1474 4 Kinder Kroher 1902 von links Ludwig, Auguste, Hans (geb. 1898) und Franz Kroher |
Hans Kroher und Leni Amberger
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| DIA-Repro 1481 die Töchter im Hause Amberger (Spitzi) Geschwister Amberger 1915 von links stehend Maria, Therese (Ehemann), Anna, Babette sitzend Fanny, Leni(Kroher) |
Hier nur zwei links auf bereits erschienene Beiträge, in denen er eine zentrale Rolle spielte.
Der Wahlkampf des Jahres 1966
Die Stadterhebung Kötztings im Jahre 1953
Stellvertretend für sein vielfältiges Wirken soll an dieser Stelle lediglich die Würdigung seiner Persönlichkeit wiedergegeben werden, wie sie im Bericht der Kötztinger Umschau (Die Berichterstatterin war Frau Renate Serwuschok) über die Trauersitzung des Stadtrates ihren Ausdruck fand.
"na. Kötzting. Im Rathaussaal, dort, wo Hans Kroher jahrzehntelang an der Spitze des Marktgemeinderates und späteren Stadtrates unzählige Sitzungen leitete, wo er hohe Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens empfing und wo er auch wiederholt im Namen der Stadt vor verdienten Bürgern und persönlichen Freunden Abschied für immer nehmen musste, versammelten sich gestern die Stadträte, um ihrerseits in einer Trauersitzung dankbar des gestorbenen Altbürgermeisters und Ehrenbürgers der Pfingststadt zu gedenken. Vor seinem mit einem Trauerflor umgebenen Bild erinnerte Bürgermeister Josef Dullinger an die Verdienste des Toten, die er sich in den 28 Jahren seiner Tätigkeit als Bürgermeister erworben hat. Die Anwesenden erhoben sich zu einer Schweigeminute.Der Dank für alles das, was Hans Kroher für Kötzting und seine Einwohnerschaft getan hatte, fand seinen überzeugenden Niederschlag bei den ersten Kommunalwahlen nach Kriegsende im Jahre 1948: mit überwältigender Stimmenmehrheit wurde er wieder an die Spitze des Marktes gestellt. Seine Wiederwahlen in den Jahren 1952, 1956 und 1960 brachten ihm einen erneuten Vertrauensbeweis.
Hans Kroher stellte sich mit seiner ganzen Kraft den nochmaligen Neugründungen der kommunalen Arbeit. Die Wasserversorgung wurde durch den Bau von Tiefbrunnen gesichert.
In zwei Bauabschnitten folgte die Ortskanalisation mit der Errichtung einer zentralen Kläranlage. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in der Bundesrepublik erwuchs auch der Stadt Kötzting die Aufgabe, Wohnbaugebiete auszuweisen und zu erschließen. Das Problem konnte nur unter äußersten Schwierigkeiten gelöst werden. „Wenn wir heute“, so sagte Bürgermeister Dullinger, „auf der Platte, im Zellertal oder am Zeltendorfer Weg Umschau halten, treffen wir überall auf beredte Zeugen fortschrittlicher aufbauender Gemeinschaftsarbeit.“
Weitere Maßnahmen waren die Instandsetzung der Kollmaierbrücke, der Neubau des Leichenhauses im alten Friedhof, der dritte Kanalisationsabschnitt, verbunden mit der Pflasterung der Marktstraße und schließlich, bedingt durch die anhaltende Ausdehnung der Stadt, die zusätzliche Erschließung von Quellen bei Ried, zur Sicherstellung der Wasserversorgung.
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| KUSW Personen: Hans Kroher Bürgermeister Hans Kroher, unverwechselbar mit seiner kurzen Lederhose, wie ihn sicherlich viele meiner Zeitgenossen noch in guter Erinnerung haben. |
Eigentlich erinnere ich mich nur an drei Kötztinger, die im Sommerhalbjahr immer mit der Ledernen aufgetreten sind: Dr. Angerer in der Praxis, Hans Auzinger und Hans Kroher
Einschub Ende
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| KUSW Ordner Pfingsten Stadtpfarrer Josef Augustin bei der Einweihung im Jahre 1972 |
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| Die Gebrüder Sperl |
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| DIA-Repro 1754 aus dem Jahre 1917 rechts außen Hans Kroher |
Am 16.5.1917, also mit knapp 19 Jahren, wurde er zur Armee eingezogen und war danach vor allem im Sommer 1918 in Frankreich im Einsatz an der Front.
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| Dia-Repro_0138 Haus Gehringstraße 3 1930 jetzt Friseursalon Theo Hauser |
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| Dia-Repro_0175 1941 Hans Kroher mit Auto , Franz Amberger(Spizi) Traudl Kroher, Frau Kroher, Bgm Kroher |
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| DIA-Repro 1760 Gehringstraße 3 1941 Laden Kroher |
Die Pfingstritt-Familie Kroher
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| DIA-Repro 181 Pfingsten 1943 1943 Max Bergbauer, Knecht beim Dreger, deshalb "Dreger Max" genannt, als Kind sitzt vorn Hans Kroher. |
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| DIA-Repro 187 Pfingsten 1947 Aufstellung Torstraße v. links Amberger Franz, Bürgermeister Kroher, Hansi Kroher |
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| DIA-Repro 883 Archiv Kretschmer Bgm Hans Kroher mit Amtskette und Ehrenfahne |
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| DIA-Repro 176 Blick in den Pfeffeergaben: 1941 Hans Kroher Kinder Straße Traudl und Hansi Kroher mit Franz Amberger (Spizi), rechts Aufgang zum Haus Henneberger |
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| DIA-Repro 177 Pfeffergraben m Kindern 1942 Hans Kroher mit Pistole Hier die Rückseite des alten Spitals (=Lemberger/Godl) und das Haus Georg Krämer |
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| DIA-Repro 178 Skifahrer in der Holzapfelstr. 1942 Traudl und Hansi Kroher und Franz Amberger (Spizi) |
Pfingsten im Hause Kroher
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| Foto Kretschmer: links Frau Hilde Frauenreuther, geborene Liebl, die Pfingstbraut von 1953 und neben ihr Frau Traudl Kroher, im Gespräch mit einem Radioreporter |
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| Foto Kretschmer: Das Pfingstbrautpaar von 1954 |
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| Foto Kretschmer: In der Marktstraße, Hintergrund das Anwesen Decker, nun Modehaus Frey Das Pfingstbrautpaar Kroher-Schrödel |
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| StA Landshut Grundsteuerkataster Umschreibeheft ab 1860 |
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| Foto Pongratz |
Im Umschreibeheft des Jahres 1860 ist Xaver Henneberger als Besitzer zunächst unter der – später durchgestrichenen – alten Hausnummer 161 und anschließend unter der berichtigten Hausnummer 120a eingetragen.
Diese Berichtigung dürfte darauf zurückzuführen sein, dass Anton Henneberger zunächst das kleine Häuschen vor dem Oberen Tor (alte Hausnummer 161) besaß und bewohnte, nach dem Marktbrand von 1867 jedoch sein neues Wohnhaus im Pfeffergraben wieder errichtete.
Aus dem Umschreibeheft für die Jahre 1841 bis 1860 geht hervor, dass Xaver Henneberger den Grasgarten mit der Plannummer 250 bereits im Jahre 1841 von der Witwe Elisabeth Dreger erworben hatte. Damit lässt sich die Besitzfolge lückenlos nachvollziehen: Elisabeth Dreger → Xaver Henneberger → Anton Henneberger.
Es würde aufgrund der Plannummern und den später eingezeichneten Anwesen jedoch vermuten, dass die Familie Henneberger ihr Haus später auf der daneben liegenden Plannummer 251 errichtet hat, denn auf der Plannummer 250 steht später das Haus mit der alten Hausnummer 120b (siehe die beiden anschließend folgenden Lagepläne).
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| StA Landshut Rep 166N-12 Schachtel 4 Nr. 228 Henneberger Kreszenz Urkundenkopf des Verkaufsbriefes von Elisabeth Dreger an Xaver Henneberger und dessen Frau Krezenz vom 9.5.1842. |
Xaver Henneberger und Kreszenz Staudinger
Auf dem Anfang der 1840er erworbenen Grundstück hatten die beiden danach ihren Neubau errichtet, wie aus einem Streit vor dem Kötztinger Vermittlungsamt hervorgeht.
Der Beklagte war damals der Oberlieger, der Nachbar und Schlossgärtner Mittermayer.
1. den Leonhard Mittermeier Bürger und
2. den Matthias Lommer Webermeister v K deshalb weil die Beklagten das Regen- und Gießwasser von seinem bisherigen Wasserverlaufe weg leite und solches gegen sein neuerbautes Wohnhaus hinleiten, wodurch ihm an dem Gemäuer Schaden zugeht und bittet derselbe um Abstellung dieses Unfuges. Die Beklagten erinnern dagegen, dass sie an dem bisherigen Laufe des Wassers eine Änderung nicht vorgenommen haben und somit sie den Kläger keinen Schaden zufügen können.
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| Hier dieselbe Situation mit den eingezeichneten neu projektierten Straßen |
Der Tod der jungen Frau Henneberger - mit gerade mal 45 Jahren - an Typhus ist der Auslöser für diese Quarantäne.
Ihr Tod ist mit Datum 24.1.1858 dokumentiert. 10 Tage zuvor steht der 19 jährige Buchbinderssohn Franz Xaver Henneberger ebenfalls in den Sterbematrikeln
Am 1.2.1858 stirbt der nächste Sohn - Joseph - mit 6 Jahren an Typhus und am 10.2.1858 die Tochter Kreszenz mit 15 Jahren 10 Monaten an derselben Krankheit.
Die damaligen 5 minderjährigen Kinder erhalten den benachbarten Nagelschmied Anton Schreil als Vormund.
In den Marktrechnungen von 1865 steht - mittlerweile ist das Haus wohl übergeben - , dass Xaver Henneberger "für die Aufsicht der Schulkinder während des Gottesdienstes" 9 Gulden ausbezahlt wurden.
Am 1.6.1866 stirbt der Buchbinder Xaver Henneberger mit 54 Jahren an Auszehrung.
Anton Henneberger und Obermaier Therese
In der Baubeschreibung des Brandschadens vom Juni 1867 heißt es:
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| StA Landshut Pep 164/8 Nr. 1570 |
Unterschrift Anton Henneberger
In diesem Protokoll wurde dem Haus die (falsche - und eher fiktive) Hausnummer 161 zugeteilt.
Ich vermute, dass der Protokollführer einfach die Hausnummern weiter addiert hat. Kötzting hatte bis zu diesem Zeitpunkt nachgewiesene 159 Hausnummern. Die Nummern 160 und 161 waren noch nicht vergeben.
Das gegenständige Objekt ist nur mit seinen brennbaren Baubestandtheilen versichert, weshalb der Schaden als ein totaler erklärt wird.
Damit ist der Ausgangspunkt für die Geschichte des Hauses im Pfeffergraben gefunden. Xaver Henneberger hatte das Grundstück bereits in den 1840er Jahren erworben und darauf noch vor 1843 das kleine Wohnhaus – mit Erdgeschoss und Obergeschoss in Ziegelbauweise sowie einem Dach aus Ziegeldachziegeln – errichtet. Am 29. Mai 1866 übergab er Anwesen und Grundstück an seinen Sohn Anton, der noch im selben Jahr vom Magistrat die Konzession als Buchbinder erhielt.
Dieses erste Haus bestand jedoch nur kurze Zeit, bevor es beim Marktbrand von 1867 zerstört wurde. Nach einem in diesem Bereich geringfügigen Neuzuschnitt der Grundstücke und der künftigen Bauplätze entstand der Neubau anschließend jedoch im Wesentlichen sogar wieder an seiner ursprünglichen Stelle.
Im Jahre 1875 steht er im Gewerbekataster sogar als ein Schankwirt, obwohl er in "erster" Instanz mit seinem Vorhaben scheiterte AAX/22
Als Local hiezu sind die ebenen Räume in meinem Hause, bestehend aus 3 Zimmer bestimmt.
Ich ersuche um Erwirkung der Konzession hiezu
Da A.H. aber noch im selben Jahr als Schankwirt im Gewerbekataster auftaucht, hat er solch eine Ausschankgenehmigung vermutlich in abgewandelter Form dann doch erhalten.
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 21 Nr. 3130 Henneberger Anton 1883 |
Als seine nächsten Angehörigen und Erben sind genannt:
Kreszenz Henneberger, Köchin in Haining bei Passau
Maria Schad, geb. Henneberger, Rentamtsgehilfensgattin
Josef Henneberger, Schulverweser in Haining bei Passau
August Henneberger, Bildhauer in München Goetheplatz 1
Anna Kirchmaier, geb. Henneberger in Wien
Wolfgang Henneberger Buchbinder in München
Georg Henneberger, Buchbinder in München
"München, 30. Juni 1897 ( solch ein Nachlassverfahren zog sich immer gerne in die Länge)
Herr August Henneberger led. großj. Bildhauer, wohnhaft Götheplatz 1 IV rechts bei Rupp erklärt, dass er sich der schwesterlichen Erbschaft entschlage obwohl auf die Unwiederruflichkeit dieer Erklärung hingewiesen
Henneberger Leopold und Theresia Kuchler
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| StA Landshut Grundsteuerkataster 5055 |
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| DIA Repro 1911 Leopold Hennebergers |
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 23 Nr. 3408 Henneberger Leopold 120a Schön zu erkennen, die heutige untere Marktstraße heißt hier noch Bahnhofstraße |
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 23 Nr. 3449 Henneberger Leopold Hanr 120a 1908 |
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| DIA-Repro 1912 Goldene Hochzeit Marianne Henneberger Leopold und Therese Henneberger in der Stadtpfarrkirche |
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| DIA-Repro 1977 Im Pfeffergraben vor dem Haus Pfeffergraben auf der Treppe v.l. ? . Frau Helene Kroher aus dem Nachbarhaus und Frau Henneberger |
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| DIA-Repro 1976 Familie Henneberger Mutter Henneberger, ?, Dr. Charlotte Henneberger (Frau von August Philipp) Herr Henneberger sen., Kind Maria von August Philipp |
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| DIA-Repro 1975 Familie Henneberger auf der Treppe vor dem Haus im Pfeffergraben Frau Henneberger mit den Söhnen links August Philipp und rechts Josef |
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| DIA-Repro 1471: Pfeffergraben mit Hakenkreuzfahnen, auf Foto übermalt, li. Haus Krämer Pfeffergraben Nr. 3, Bäckerei, Personen ? i.d. Mitte vermutlich Pleier Gusti, rechts Haus Henneberger |
Der Chor sang dem Heimgegangenen das Lied „Heimat, deine Felder hör' ich rauschen“ und Bürgermeister Kroher dankte dem Verstorbenen für seine treuen Dienste während seiner 30jährigen Fleischbeschauertätigkeit in der Gemeinde, besonders aber dafür, dass er ihn, obwohl er die Altersgrenze erreicht gehabt hätte, während der letzten 5 Jahre des Krieges noch treu zur Seite stand und legte einen schönen Kranz am Grabe nieder.
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| DIA-Repro 3590 Frau Stadler und Leopold Henneberger, Fleischbeschauer, vor der Metzgerei Stadler |
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| KÖZ vom August 1955 |
Pfingsten im Hause Henneberger
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| Pfingsten 1928 Quelle Archiv Kretschmer |
August Philipp Henneberger, Buchbinderssohn, wurde am 19.10.1972 zum Kötztinger Ehrenbürger ernannt
Pfingstbraut:
Henriette Zimmerer, Rechtsanwaltstocher; beide konnten die goldene Pfingsthochzeit feiern
Brautführer:
Josef Decker und Hans Schödlbauer, Schuhmacherssohn (28.02.45 gefallen),
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| DIA-Repro 2520 Pfingstkranzl 1928 |
"Pseudopfingsten" im Hause Henneberger
Vor vielen Jahren stießen wir bei unserer Bildersammeltätigkeit auf einige Fotografien, die auf den ersten Blick eindeutig pfingstliche Motive zeigten: Ein Pfingstbräutigam mit Pfingstkranzl, eine Braut in einer festlich geschmückten Kutsche und zahlreiche Reiter. Unter ihnen sind sogar bekannte Kötztinger Pfingstreiter zu erkennen, etwa der „Groumüllner“ Zitzelsberger. Auch mehrere Kutschen sind im Zug der Reiter zu sehen. Die Auflösung ist jedoch ebenso einfach wie überraschend: Mitte der 1930er Jahre wurde in Kötzting der Roman von Maximilian Schmidt, genannt Waldschmidt, verfilmt. Dessen Handlung hat mit der tatsächlichen Geschichte und dem überlieferten Ablauf des Kötztinger Pfingstbrauchs nur wenig gemein – und entsprechend frei wurde auch der Film gestaltet.Die heute noch erhaltenen, leider nur in mäßiger Qualität vorliegenden Szenenbilder zeigen Aufnahmen entlang der Originalstrecke des Kötztinger Pfingstrittes sowie im Innenhof des Hotels zur Post.Die Rolle des Pfingstbräutigams übernahm damals August Philipp Henneberger und ist auf den Fotografien eindeutig zu erkennen.
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| Szenenbilder aus dem Waldschmidtfilm: "die Pfingstelbraut" Szene im Innenhof des Hotels zur Post |
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| Szenenbilder aus dem Waldschmidtfilm: "die Pfingstelbraut" Abgabe Mühlbauer Bonried: "Papa und Lindner-Bräu Kötzting" |
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| Szenenbilder aus dem Waldschmidtfilm: "die Pfingstelbraut" Pfingstreiter und ein Kammerwagen, eine seltsame Mischung |
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| DIA-Repro 2156 A.P. Henneberger in seinem Büro Foto von Renate Serwuschok. Rechts unten das Bild des Karl Höcherl als "Räuber Heigl" |
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| DIA-Repro 3200 Selbstportrait |
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| DIA-Repro 3699 als Mosaikkünstler hier bei Kreuzwegstationen |
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| KUSW 428 hier bei der Arbeit an der 4. Evangeliumsstation in Steinbühl |
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| Ein Holzschnitt zum Themenbad des Bayr. Waldvereins im Jahre 1931 |
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| Pfingstreiter als Postkartenmotiv |
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| AP Henneberger der Porträtist: Hier der junge Mann aus der direkten Nachbarschaft - die Fa,ilie Henneberger wohnt mittlerweile in der Landshuterstraße - Norbert Schober (+) |
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| AP Henneberger bei der Arbeit am Goldenen Buch |
Auch für Gebrauchsgrafik, wie die Kötztinger Pfingstplakate, Wanddekoration für die Jahnhalle im Fasching oder die Umschlagsgestaltung für einen Fremdenverkehrsprojekt, konnte man auf seine Dienste zurückgreifen.
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| Kötztings Faschingsbälle als Atelierfeste Wanddekoration für die Jahnhalle |
Manche seiner Ölgemälde vermachte August Philipp Henneberger noch zu Lebzeiten seiner Heimatstadt. Diese Bilder hängen heute unübersehbar an den Fluren im Kötztinger Rathaus. Hier einige Beispiele:
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| Partie am Regenfluss |
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| Wallfahrtskirche Weißenregen |
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| Blick in die Rathausgasse |
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| Das alte Rathaus |
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| Foto Rabl-Dachs: Hier das Fresko A.P Hennebergers nur Stunden vor dem Abriss des Gebäudes aufgenommen.. |
Woaßt as no, wias D’ als Bua, barfuaß und mit ana Hochwasserhosn, im Pfeffergrabn mit deine Brüder und de Nachbarsbuam umanandgrennt bist? Räuber und Schandi, Oschlangn und Schusser gspielt hast?
Woaßt as no, wias D’ in de Schul amal de wunderschön hingmalte Donauebene von da Tafel g’wischn und dafür an Hauptlehrer Drunkenpolz hinazeicht hast, wia er grad am Buam d’ Hosn strammzogn hat? „Henneberger, du bist a Prophet!“ hat der Lehrer gsagt, „Du schaust in d’ Zukunft! Geh glei außa, daß dei Weissagung wahr wird! Geh glei außa, daß dei Weissagung wahr wird! Und wia er nacha Dir an Hintern vollghaut hat?
Woaßt as no, wias da Tag und Nacht im Kopf umaganga is: Singa möcht i lerna, zeichnen und maln möcht i! „Spinnerle!“ hat Dei Vater gsagt, „lern was Gscheits! Zu dem Unfug kragst von mir koan Pfennig!“
Dann hats Euch auseinandergwohnt, Euch Hennebergerkinder. An Poldi und d’ Zenzl bis ins Amerika, d’ Fanni und an Sepp nach Berlin und Di glei in der halbertn Welt umanander.
Und’s Singa hast glernt und s’ Maln hast glernt, und wia ma se durchrauft host glernt. Hart hast Di oft to, weil der Henneberger Vater sei Taschn so fest zuaghaltn hat. Aber Du hast net aufgebn! Aa in der härtesten Zeit net. Hart hast Di durchbissn, aa wenn d’ Kötztinger net dro glaubt ham, daß aus dem kloana Häusl im Pfeffergrabn a richtiger, echter Künstler kemma kannt.
Woaßt as no, wia dann langsam, ganz ganz langsam aa bei uns bekannt worn is, daß d’ was kannst. Daß D’ den und den g’malt hast, daß D’ den und den Preis kriagt hast? Dann hat se aa bei uns hin und da oana traut. Und heut hängan in viel Häuser Deine Holzschnitt’. Deine Bayerwaldlandschaften, Deine Porträts, von denen ma d’ „Frau Post“ des schönste is.
Und woaßt as no, wias D’ beim Maln allerweil Arien gsunga hast? Laut und wunderschön, daß aa jeder ja hellwach bliebn is, der Dir g’seßn is.
Und woaßt as no, wia gern Du im Fasching und aa so tanzt hast? Bald im Frack, der Dir so guat gstandn is, und bald als fescher Maschkera!
Jetzt sans verlassn, Deine Öl- und Aquarellpinsel, Dei Stafflei und d’ Holzschnittplatten, Dei koana singt mehr im Atelier und koaner schimpft und grantelt mehr, wenn s’ in Kunstsachn wieder amoi net nach deim Gusto geht und mir an Blödsinn machan.
Gust, liaber Gust! Du wirst uns abgehn!
Frau Renate Serwuschok (na) schrieb den Nachruf für August Philipp Henneberger
"Kötzting (na). August Philipp Henneberger ist tot. Er starb in den Abendstunden des 4. März nach schwerer Krankheit, geduldigem Leiden, vergeblicher Hoffnung. Die Pfingstrittstadt trauert um ihren Ehrenbürger, der Bayerische Wald um seinen Maler. Die Kunst hat einen ihrer großen Künstler verloren, der Freundeskreis einen liebenswerten Menschen, die Kötztinger Kulturszene ihren Spiritus rector. Die Reife eines erfüllten Künstlerlebens fand zur Vollendung in der Unwiederbringlichkeit, in die sie einmündete. Aber wo immer die Summe seiner Arbeit aus der Vielfalt seiner Bilder spricht, wird August Philipp Henneberger sichtbar nahe bleiben, in den Blumen, die er blühen ließ, in den Landschaften, denen er Form und Farbe gab, in den Porträts, die seine Stärke waren, in jedem Pinselstrich, in jedem Holzschnitt, in jedem Mosaiksteinchen, das er zu einem großen Ganzen zusammenfügte.
Von der Geburt am 8. November 1902 bis zu jenem 8. November 1972, an dem August Philipp Henneberger das Ehrenbürgerrecht seiner Vaterstadt verliehen erhielt, war ein weiter und oft auch ein harter Weg, den Wechsel der Zeitalter unterworfen, von ihnen beeinflusst, durch sie geprägt, er selbst manchmal mehr Amboss als Hammer. Aber wie sich die Welt auch gab, er hat sie zu seiner Welt gemacht, sich mit ihr auseinandergesetzt und sie angenommen als Gelegenheit zur eigenen Entfaltung, immer auf der Suche – jetzt am Ziel.
In seiner Familie wurden künstlerische Fertigkeiten seit Generationen weitervererbt.
Im ersten Weltkrieg hungerte sich Henneberger in Nürnberg während seiner Lehre als technischer Zeichner durch. Metzger hätte er werden sollen, wenn es nach dem Willen seines Taufpaten gegangen wäre, aber der Walderbub verwirklichte seinen Kindheitstraum. Es gelang ihm, als Dekorateur und Porzellanmaler in Bonn unterzukommen, sich mit dem ersparten Geld nach Berlin abzusetzen, dort als Statist beim Film zu arbeiten und Gesang zu studieren, um sich schließlich doch für die Farb-Töne zu entscheiden.
Zwei Jahre (1925–1926) besuchte er die Lovis Corinth-Schule, von 1927 bis 1934 studierte er als Schüler von Hermann Groeber und Karl Caspar an der Akademie der Bildenden Künste in München. 1938 ging Henneberger ein zweites Mal nach Berlin. Die Begegnung mit Emil Nolde beeinflusste sein weiteres Schaffen.
Dann brach der Krieg aus. Nach sechsjähriger Soldatenzeit geriet Henneberger in Gefangenschaft. Seine Entlassung „erkaufte“ er sich mit einem Ölgemälde unter ebenso kuriosen wie dramatischen Umständen. Endlich heimgekehrt, fand er sein Atelier in München von Bomben zerstört, seine Bilder waren verbrannt. Dankbar, dass seine Frau, die er 1942 geheiratet hatte, nach einer langen Odyssee ebenfalls in Kötzting gelandet war, wagte er einen Neubeginn. Vor ihm lagen die fruchtbarsten Jahre seines Schaffens. Er musste viel nachholen. Und er tat es mit Begeisterung und Hingabe, dem Bayerischen Wald verbunden, der ihm auch zur künstlerischen Heimat geworden ist.
Experimentierfreudig im Ausdruck, erfinderisch in der Technik und mit viel Mut zur Farbe malte er, was er sah und von dem er wollte, daß es mit seinen Augen auch von anderen gesehen wird. Seine Bilder hängen in Galerien und Ausstellungen, schmücken Kirchen und Schulen, Privathäuser und öffentliche Gebäude, Ölgemälde, Sgraffitos und Fresken, Mosaike und Plastiken. Er hatte die Kraft für schwere Pinselstriche und eine leichte Hand für zarte Aquarelle, er führte den Sgraffitoschaber ebenso sicher wie Feder- und Zeichenstift, verstand sich meisterhaft auf Holz- und Linolschnitte, knüpfte an die alte Tradition der Hinterglasmalerei an und nützte jede Technik als Mittel zum Zweck.
Er liebte die Abwechslung in seiner Arbeit, die Vielseitigkeit, die Fülle, die auch in der Weite des großen Waldes zuhause ist, im Gesicht der ostbayerischen Landschaft, in die er immer wieder zurückgekehrt ist. Hier hatte er seine Heimat, hier baute er sein Haus, in dem er mit seiner Frau und verständnisvollen Lebensgefährtin glücklich war. Seine Tochter Maria, ebenfalls künstlerisch ambitioniert, hat inzwischen geheiratet und ihm noch einen Enkelsohn geschenkt, der Philipp heißt wie sein Großvater. Den Hinterbliebenen gehört in diesen Tagen die Anteilnahme aller, die sich der Familie des Künstlers verbunden fühlen.
Sein Platz vor der Staffelei ist verwaist. Aber Erinnerungen werden kommen und die Leere ausfüllen, ihr keine Chance geben, sich breit zu machen, denn August Philipp Henneberger wird in seinen Werken weiterleben, unvergessen auch als stimmgewaltiger Sänger im Kirchenchor und MGV, als amüsanter Plauderer, als Initiator von Feiern und Festen, als Pfingstbräutigam von 1928.
Der Verstorbene war ein Individualist, oft gar nicht bequem für seine Umwelt, ein konstruktiver Kritiker, der das offene Wort liebte und zu kämpfen bereit war um Werte, deren Bedeutung er meist schon lange bevor sie in das Kreuzfeuer der öffentlichen Meinung gerieten, richtig einzuschätzen wusste. Mit seiner kommunalpolitischen Tätigkeit unterstrich er seine Bereitschaft, der Öffentlichkeit zu dienen. Kötzting ist um einen großen Künstler, aber auch um einen engagierten Bürger ärmer geworden.
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| StA Landshut Grundsteuerkataster Nr. 5054 |
Georg Köppl und Schönberger Maria
Bereits aus dem Dezember des Vorjahres gibt es einen eigenen Akt im Stadtarchiv (AA II 17), in welchem die Heiratserlaubnis des angehenden Schneidermeisters mit seiner zukünftigen Ehefrau dokumentiert ist, ein durchaus übliches Verfahren für "Insassen", also für Personen ohne anfänglichen Grundbesitz im Markt Kötzting zur damaligen Zeit. Mit dieser "Verhelichungsbewilligung" war dann auch das Kötztinger Bürgerrecht verbunden, was den jungen Ehemann dann im Folgejahr 15 Gulden kostete.
Am 26.6.1861 ist der Tod des Kötztinger Kappenmachers mit gerade mal 44 Jahren dokumentiert. Als Todesursache ist Brustwassersucht angegeben.
Das Haus wurde zuerst am 19.7.1860 an Köppl Anna Maria und danach - am 3.2.1862 - auf dem Wege der Erbschaft auch an den Sohn Heinrich übergeben.
Köppl Heinrich und Maria Witzelsberger
Im selben Jahr erhält er vom Magistrat seine "Kürschner- und Kappenmacherkonzession".
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| Foto Pongratz: vergleicht man das Foto mit dem Plan, so muss man feststellen,. dass ein früherer Bauherr sein Haus wohl über 2 Plannummern hinweg errichtet hat. |
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 23 Nr. 3449 Henneberger Leopold Hanr 120a 1908 Hier eigezeichnet das "Wohnhaus der Fanny Köppl" |
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| StA Landshut Rep 164-8 Nr. 1570 |
Köppl Heinrich, Hausbesitzer und Kürschner, das zweistöckige Wohnhaus am Pfeffergraben von Ziegelsteinen erbaut und mit Taschendach versehen gewesen.
Unterschrift Köppl"
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| StA Landshut Rep 164-8 Nr. 1570 |
Köppl Heinrich, Säckler
...... Befund:
Von dem Gebäude stehen noch die 4 Umfassungsmauern und theilweise die Scheidemauern, welche sämtlich aus Backsteinen erbaut sind.
Beschädigt ist der Dachstuhl total, wie auch alle übrigen brennbaren Baubestandteile mit alleiuniger Ausnahme von 4 Fensterstöcken im Erdgeschosse gänzlich. Ferner hat das Mauerwerk im Stockwerke welches nur 1 Fuß Stärke hat, allenthalben derart gelitten, dass ihm eine Tragfähigkeit nicht mehr zugemuthet werden kann. Dagegen ist das Mauerwerk im Erdgeschoss mit Ausnahme der Fenster und Türbögen noch gut und brauchbar für den Neubau.
Schaden partial."
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 21 Nr. 3130 Henneberger Anton 1883 |
Die weitere Besitzer bis herauf in die 50er Jahre waren:
"Köppl Franziska
die "Hämelschen Erben"
Hofmann Edelstraut"
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| StA Landshut Grundsteuerkataster Nr. 5055 |
Krämer Georg und Bongart Elisabeth
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| DIA-Repro 1471: Pfeffergraben mit Hakenkreuzfahnen, auf Foto übermalt, links Haus Krämer Pfeffergraben Nr. 3+5 , Bäckerei, Personen ? i.d. Mitte vermutlich Pleier Gusti, rechts Haus Henneberger |
Hier die "Großfamilie Krämer"
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| StA Landshut Grundsteuerkataster Nr. 5050 Das Grundstück wurde der Hausnummer 120c hinzugefügt und der alte Titel auf eine Frau Karoline Krämer ist erloschen. |
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| Hier haben wir nun den ersten Besitzer Georg Krämer und Elisabeth, die als die Stammeltern der Kötztinger Krämer-Verwandtschaft gelten können, siehe obiges Bild. |
Das kleine Haus im Pfeffergaben galt aber nur als das "Nebenhaus" des Bierbrauers Wolfgang Lemberger, wie aus der Legende im Bauakt für das Geschäftshaus des Georg Krämer in der heutigen unteren Marktstraße hervorgeht. (Damals Bahnhofstra0e)
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3298 Krämer Georg Laden 1898 |
a Wohnhaus des Bauherren in welchem die Auswechslung vorgenommen wird
b Remise des Bauherren (vorher Anwesen Rothbauer)
f Nebengebäude desselben
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| StA Landshut Grundsteuerkataster Nr. 5055 Hier dann noch gleich die weitere Besitzentwicklung über die Witwe Elisabeth und zwei Generationen Andreas Krämer |
Der Bauschutt des ganzen Gebäudeblocks wurde abgerissen und so entstanden an der Südseite des Pfeffergrabens eine ganze Reihe von neuen Häusern. Nur das Eckgebäude - heute als Autounterstellplatz genutzt - Pfeffergraben/Gehringstraße ist noch ein altes Zeugnis von vor dem Marktbrand.
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| StadtA Kötzting AA V 84 |
Krämer Andreas und Liebl Maria
Seine Mutter, Maria Krämer, verstarb bereits sehr jung, am 28.9.1922.
Krämer Andreas und Mühlbauer Anna
Am 16. November 1923 heiratete der Kaufmann und Witwer Andreas Krämer die Kötztinger Verkäuferin Anna Mühlbauer, Tochter des Musikmeisters Georg Mühlbauer.
Für die Recherche zu diesem Haus erwies sich vor allem der räumliche Zusammenhang der beiden Gebäude als besonders interessant: dem Anwesen Pfeffergraben 3 (alte Hausnummer 120 c) auf der einen und Marktstraße 5 (alte Hausnummer 108 b) auf der anderen Seite. In beiden Häusern waren über viele Jahre hinweg Angehörige der weit verzweigten Familie Krämer als Mieter nachweisbar.
So wohnte beispielsweise Karl Heinz Krämer bis zu seiner Versetzung als Lehrer an die Hauptschule Haibühl in der Marktstraße 5. Im Pfeffergraben 3 wiederum lebte der weit über Bad Kötzting hinaus bekannte „Ostmarkonkel“ Conrad Krämer, dessen umfangreiche Sammlungen – von historischen Artefakten über Briefmarken bis hin zu Perücken – vielen Kötztingern noch heute in Erinnerung sind.
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt ist die Rolle von Andreas Krämer als Kötztings Filmtheater-Pionier. Die Geschichte seiner ersten Kinoaufführungen soll an anderer Stelle ausführlich erzählt werden. Nur so viel sei hier bereits erwähnt: Die ersten Vorführungen fanden zunächst in der unteren Marktstraße statt, ehe das Filmtheater später in den zum Kino umgebauten Graßl-Saal im Oberen Markt verlegt wurde.
Im Bauakt aus dem Jahre 1910 ist zunächst Georg Krämer angegeben, später wurde dieser aber auf Andreas Krämer abgeändert. Beide zeichneten anschließend als die Bauherren.
Hier die dazugehörigen Pläne. Interessant für mich ist, der hintere Anbau für ein - vermutlich - Plumpsklo an der Aussenwand.
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 24 Nr. 3469 Krämer Andreas 1910 |
Die Fassade wurde danach auch noch durch einen deutlich sichtbaren Balkon verändert, der sich im Dritten Reich dann gut als Basis für den "Straßenschmuck" eignete.
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| DIA-Repro der Pfeffergraben im Dritten Reich anlässlich der Feier zum 1. Mai |
Aus einem Akt des Stadtarchivs Bad Kötzting (StadtA 132/5) hat meine Mutter bereits 1999 die Entwicklung dieses damals noch neuen Mediums in Kötzting stichpunktartig zusammengefasst – von den Anfängen bis hin zur Nutzung als Propagandainstrument im Dritten Reich.
Den Auftakt bildet eine „Vorschrift für die Vorführung kinematographischer Bilder“. Im Jahr 1907 beantragten Conrad und Andreas Krämer die Einrichtung eines Lichtspieltheaters.
1914 werden sie wegen wilden Plakatierens verwarnt. Im selben Jahr wenden sie sich gegen die ihrer Ansicht nach zu hohe Luxussteuer; eine beantragte Reduzierung wird jedoch abgelehnt.
1920 wird der Betrieb eingestellt, ehe Andreas Krämer ihn 1924 wieder aufnimmt.
Der Architekt Michael Herre entwirft dafür einen Bau in Verbindung mit einem Konzertsaal, ein Projekt, das jedoch nie verwirklicht worden ist.
Andreas Krämer entscheidet sich schließlich für einen Umbau und eröffnet im Januar 1925 sein Filmtheater.
Für den Kinobetrieb gelten strenge behördliche Auflagen. Filme mit volksbildendem oder künstlerischem Wert unterliegen nicht der Lustbarkeitssteuer.
Ab 1933 findet sich in den Akten eine massive Werbung für Propagandafilme.
Mehr über die Kötztinger Kinogeschichte der Familie Krämer im link.
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| DIA-Repro 2350 Kino in der Marktstraße 5 mit Andreas Krämer und seiner Familie |
Einschub Ende
Der Fotograf Franz Pleier und die Familie Englmeier
Viele bekannte Mieter wohnten und arbeiteten in diesem Haus, wie die Familie des Fotografen Pleier und die Familie Englmeier mit der Schneiderwerkstatt.
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| DIA-Repro 3051 Frau Auguste Pleier vor dem Eingang zum Atelier Pleier |
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| DIA-Repro 3144 Familie Pleier rechts sitzend Franz Pleier sen. daneben stehend seine Frau Auguste, vorne im Tupfenkleid Auguste Englmeier mit Sohn Franz |
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| DIA-Repro 3152 Franz Pleier auf dem Totenbett |
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| DIA-Repro 3084 Familie Pleier Franz sen. 4.Juli 1948 Franz Englmeier vorne Ehepaar Pleier sen, Franz und Auguste, stehend links Franz rechts Auguste Pleier (Englmeier) |
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| DIA-Repro3149 in der Schneiderwerkstatt on Franz Englmeier im Pfeffergraben 3, hinten Auguste Englmeier/Pleier |
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| DIA-Repro 3150 im Fotolabor Franz Pleier |
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| DIA-Repro 3151 in der Küche Auguste Pleier sen. |
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| DIA-Repro 3152 Weihnachten bei Familie Pleier 25.12.1948 v.l. Auguste Pleier sen. Kinder stehend rechts Muckerl Pleier und Franz Englmeier |
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| DIA-Repro 3180 Frau Auguste Pleier links Franz Englmeier Mitte Grubmüllner Franz, dahinter Gusti Pleier. (ich wäre mir bei der Zuordnung des Grubmüller Franz nicht so sicher....) |
Ein weiterer Bewohner dieses Hauses hat gleich noch mehr Spuren in Kötztings Geschichte hinterlassen, der
Der Ostmarkonkel - Conrad Krämer d.A.
Ganz besonders dieser Pionier der Heimat- und Trachtenbewegung verdient eine eigene, ausführliche Würdigung, die einem späteren Beitrag vorbehalten bleiben soll.
An dieser Stelle sollen daher lediglich die wichtigsten Eckdaten seiner Person sowie einige Bilder aus seinem Leben vorgestellt werden.
In der alten Einwohnermeldekartei der Stadt findet sich auch ein Karteiblatt der Familie Konrad Krämer. Leider wurde bei der Anschaffung des Karteikastens nicht darauf geachtet, dass die Karteikarten selbst nicht dem DIN-Format entsprachen. Um sie dennoch in den Schubladen unterbringen zu können, wurden sie kurzerhand an beiden Seiten beschnitten.
Dies erklärt, weshalb auf manchen Karteikarten an den Rändern einzelne Angaben oder Buchstaben fehlen.
Konrad Krämer und Berta Laumer
Auf der Rückseite der Karte lässt sich gut der Übergang von der alten Hausnummer
Pfeffergraben 120 c zur neuen Hausnummer Pfeffergraben 3 erkennen. Diese Umnummerierung der Anwesen erfolgte übrigens zum Jahresbeginn 1950.
Im Laufe seines Lebens erhielt Conrad Krämer d. Ä. zahllose Ehrungen und Auszeichnungen. Über viele davon berichteten auch die Zeitungen, sodass es heute möglich ist, anhand dieser Berichte seine außergewöhnliche Lebensleistung zumindest schlaglichtartig nachzuzeichnen.
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| KUSW 313 Ostmarkonkel Krämer |
Über sich selber, seinen beruflichen Werdegang und seine beginnende Liebe zur Heimat und zur Tracht schrieb er:
"Conrad Krämer d. Alte Kötzting genannt der „Ostmark-Onkel“
Am 19. Oktober 1879 wurde ich in Marktbreit am Main bei Würzburg geboren, als 6. Kind der Kaufmannseheleute Georg und Elisabeth Krämer. Unter der Obhut meiner treubesorgten Mutter verlebte ich eine herrliche Jugendzeit. 1885 kam ich in die Schule, 1888 verzogen meine Eltern über Schwandorf nach Kötzting, [wo] mein Vater der eine große Kunstmühle vertrieb, während meine Mutter ein gutes Lebensmittel Geschäft in Kötzting führte.
In Kötzting ging ich die letzten Jahre in Volks u. Fortbildungsschule, und mein Oberlehrer Karl Holzapfel verstand es in hervorragender Weise in mein junges Herz für Heimatliebe u. Naturkunde zu erschließen. Mit ihm machte ich unzählige Wanderungen in unseren schönen Wäldern und Tälern
(Er war es der 1889 die erste Tour von Kötzting über den Kaitersberg, Riedelstein, Eck Scharreben, Enzian zum großen Arber ausmachte, und schon dort fing Er an diese Tour zu markieren, wo ich das Farbhaferl tragen musste.)
Alles was in der Natur nur kreucht und floicht, wurde dabei besprochen, auch wusste er alle historischen Begebenheiten, Sagen und wahre Begebenheiten zu erzählen. Kurz Ihm verdanke ich hauptsächlich die große Heimatliebe, das Interesse für Sitten und Gebräuche unseres Waldlervolkes, das Interesse für unseren schönen Bayerischen Wald.
1892 wurde die Bahn Cham–Kötzting eröffnet und in diesem Jahr wurde ich aus der Volksschule entlassen und kam kurz darauf nach Regensburg, um das Friseurhandwerk zu erlernen. Gerade die historische Ratisbonna war für mich die Stadt, mit der ich heute noch eng verbunden bin und verlebte gerade in dieser Zeit so viel Merkwürdiges, dass ich Bücher darüber schreiben könnte.
1895 ging ich nach damaliger Sitte auf die Wanderschaft mit einem Kollegen und wanderten zu Fuß über Viechtach, Gotteszell, Deggendorf, Landau, Landshut, Freising nach München. Mein Bestreben war, mich in meinem Beruf weiter auszubilden und besuchte ich die Fachschule, was mir ermöglichte in bessere Geschäfte einzutreten.
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| Pfingstl Ostmarkonkel Ölgemälde von Weber München Foto Rabl dachs |
1895 arrangierte der Schriftsteller Maximilian Schmidt unter dem Protektorat des Universitätsprofessors Sepp den ersten Trachtenzug in München. Die Münchner fällten dortmals ein abfälliges Urteil, aber wie staunten sie, als schon Tage zuvor die verschiedenen Volkstrachten aus allen Gauen Bayerns sich in den Straßen zeigten. So kam der Sonntag: ein herrliches Blau wölbte der Himmel, ein Wetter, das man sich nicht günstiger wünschen konnte. Ich stand am Sendlinger Torplatz eingangs der Nussbaumstrasse und ließ den herrlichen Zug an mir vorbei ziehen, der mich derart beeindruckte, dass ich mir als junger Mensch den Vorsatz nahm, wenn ich mal sesshaft würde und zu Geld kam, bodenständige Waldlertrachten zu sammeln. (Was mir auch später restlos gelang.)....
Wie vielseitig Conrad Krämer aufgestellt war, kann man auch an den Würdigungen erkennen, die ihm bei seiner Beerdigung im Jahre 1962 ausgesprochen wurden.![]() |
| DIA-Repro 71386 von Frau Rabl Dachs: Der Ostmarkonkel als Puppendoktor |
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Ostmarkonkel 60 Jahre im Dienste der Heimatpflege
Der älteste Trachtenträger des Bayerischen Waldes begeht seinen 80. Geburtstag
Kötzting. Der Ostmarkonkel in Kötzting, Conrad Krämer der Alte kann am 19. Oktober 1959 seinen 80. Geburtstag begehen. Conrad Krämer gilt als ältester Trachtenträger des Bayerischen Waldes. Seine umfangreichen heimatgeschichtlichen Sammlungen sind von bedeutendem dokumentarischen Wert. Fast sein ganzes Leben lang diente er seiner Wald- und Waldheimat. Selbst als „Zuagroaster“ zählt er zu jenen Männern, die in unermüdlicher Arbeit, Bereitwilligkeit und Zielstrebigkeit ihrer Heimat, dem Bayerischen Wald, große Dienste leisteten.
Das Wort „Heimat“ hat heute einen besonderen Klang. Er ist nicht selten etwas verstimmt, weil sich hinter diesem in jüngster Zeit nur allzu breitgetretenen Begriff menschlichen Seins eine geradezu erschütternde Oberflächlichkeit verbirgt. Es gibt Heimatfreunde, Heimatkundler, Heimatmaler und Heimatschriftsteller und wer weiß sonst noch was in unermesslicher Fülle; bei Conrad Krämer aber bedeutet der Zusammenhang eine wirkliche Erfüllung.
Die Wiege des Ostmarkonkels stand in dem romantischen Mainstädtchen Marktbreit. Er selbst wurde zu einem Altbayern. Über 60 Jahre seines Lebens widmete Conrad Krämer der niederbayerischen Trachten- und Heimatpflege. Als „Sammler des Bayerischen Waldes“ schuf er nicht nur das umfangreichste Bildwerk, das mit tausenden von Großaufnahmen Land und Leute, Brauchtum und Ereignisse im ostbayerischen Grenzgebirge dokumentarisch festgehalten hat, er sicherte Werte des kulturellen Lebens, Werke der ländlichen Volkskunst, Urkunden, alte Hausgegenstände, Mineralien, Käfer und Schmetterlinge. Der Ostmarkonkel in Kötzting könnte ein ganzes heimatkundliches Museum füllen.
Die Einrichtung eines Heimatmuseums in Kötzting, ein Gedanke, der nicht zuletzt den Ostmarkonkel veranlasst hat, sich der Sammlerleidenschaft hinzugeben, wurde durch den zweiten Weltkrieg vereitelt. „I glaub wohl kaum, daß i dös no erlebn werd!“ meint der Ostmarkonkel resigniert. Ein Arthritsleiden fesselt ihn bereits seit Jahren an den Rollstuhl. Deshalb war Conrad Krämer auch bei den letzten Trachtenfesten nicht mehr zu sehen. Der Volkstumserneuerer und Trachtenpionier, Heimatforscher und Heimatfreund und einer der vielseitigsten Sammler Deutschlands, aber ist unter seinem breitkrempigen schwarzen, kordelverzierten Trachtenhut, im blauen, langschößigen Janker und den weißen Strümpfen unter der Bundhose, Regenschirm und Reisetasche unterm Arm in der Erinnerung unzähliger deutscher und ausländischer Trachtler.
Seine „Wanderung durch 80 Jahre“ führte ihn zunächst nach Kötzting. In Regensburg erlernte er das Friseurhandwerk. 1895 erlebte der junge, mit offenem Blick in die Welt wandernde Conrad den ersten großen bayerischen Trachtenaufmarsch. Als Conrad damals am Sendlinger Torplatz stand und Hunderte farbenprächtiger Volkstumsgruppen vorbeiziehen sah, konnte er noch nicht ahnen, daß er selbst einmal später zu einem ihrer bekanntesten Repräsentanten werden sollte. Seine Aufgabe aber sah er darin, selbst ein Trachtler zu werden.
„Ja, da war i von 1903 bis 1927 praktisch ganz alloa, praktisch war i da a ‚wilda‘ Trachtler, weil i koan Verein o'g'hört hab.“ „Bei uns hots a koan geb'n!“
Wenn der Ostmarkonkel damals zu einem Trachtenfest reiste, ließ er seine Waldlertracht am besten immer im Koffer. „Man hielt de Tracht noch für a Maskerade!“ Als dann auch im Kötztinger Landkreis die Trachtenvereine entstanden, 1926 in Hohenwarth und 1927 in Kötzting und Grafenwiesen, da gab es für den Ostmarkonkel in keiner Stadt Deutschlands einen Trachtenaufmarsch, an dem er nicht teilgenommen hätte. Vom Bückeberger Erntedankfest bis zum Goslarer Bauerntag und Dürkheimer Wurstfest, zu den großen deutschen und internationalen Trachtentreffen in Hamburg und Berlin, von den Oktoberfesten und Gäubodenfesten bis zu den unzähligen Festen der Landes-, Gau- und Brudervereine der engeren Heimat.
Seine Frau Berta geb. Laumer aus Arnbruck, mit der 1905 den Bund fürs Leben schloss, wurde selbst eine begeisterte Trachtlerin, die bis vor wenigen Jahren noch bei den bayerischen Trachtenfesten zu sehen war, mit Tochter und Enkel. Die Höhepunkte seiner „Wanderung“ aber waren ohne Zweifel der Internationale Trachtenkongress in Hamburg und die Olympiade 1936 in Berlin, bei der der Volkstumsforscher seinen erneuerten Kötztinger Pfingstl vor den Augen der ganzen Welt im Berliner Olympiastadion tanzen ließ.
Beim Ostmarkonkel im Pfeffergraben in Kötzting herrscht immer Hochbetrieb. Volkstumswissenschaftler, Rundfunkmänner, Filmleute und Reporter lösen einander ab. Das Archiv des Ostmarkonkels mit seinen über 40 Bildalben könnte ganze Räume füllen. Trachten, Altertümer, Uhren mit kunstvollen Läutewerken, Urkunden und Siegel, Münzen, Porzellan, alte Werkzeuge und Haushaltsgegenstände, Notgeld, Fayencen, Mineralien, Käfer und Schmetterlinge, Unterschriften bekannter Persönlichkeiten, Kupfer- und Stahlstiche bieten sich dem Auge des erstaunten Besuchers, nicht zu vergessen die umfangreiche Briefmarkensammlung. Der Ostmarkonkel ist Vertrauensmann des Landesamtes für Heimatpflege, Mitglied des Germanischen Museums in Nürnberg, Kulturbeirat beim Landesverband der Heimat- und Volkstrachtenvereine, Mitarbeiter der „Deutschen Gaue“ und nicht zuletzt Ehrenmitglied zahlreicher Trachtenvereine, um deren Förderung er sich unschätzbare Verdienste erworben hat. Die „Kötztinger Zeitung“ schließt sich ihren herzlichen Glückwünschen an mit dem Wunsch, dass der Ostmarkonkel und sein Werk noch lange dem Bayerischen Wald erhalten bleiben möge.
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| KU vom Februar 1962 |
rs [=Renate Serwuschok] . Kötzting. Wie ein Lauffeuer hatte sich am Wochenende im ganzen Bayerischen Wald die Kunde vom Ableben des unermüdlichen Pioniers und Förderers des Heimatgedankens, ja man kann fast sagen des Vaters all der vielen Vereine, die sich mit der Pflege des Brauchtums befassen, Konrad Krämer des Alten, oder wie er weit über die Grenzen unseres Gebietes hinaus genannt wurde, des Ostmarkonkels verbreitet. Und so strömten am gestrigen Montagmorgen die Vertreter der Trachtenvereine aus dem ganzen Wald in Kötzting mit ihren Fahnen zusammen, um ihrem verehrten Freund und Gönner die letzte Ehre zu erweisen.
Nach dem feierlichen Requiem in der Stadtpfarrkirche formierte sich ein großer Trauerzug. Angeführt wurde der kaum übersehbare Zug von der Regentaler Blaskapelle, ihr folgten die Trachtenvereine mit ihren Bannern und Standarten, das Rote Kreuz Kötzting und Viechtach, die Freiwillige Feuerwehr, der Burschen-Wanderverein, die Schützen und der Krieger- und Veteranenverein. Den Leichtragenden schlossen sich in großer Zahl all jene an, denen der Verstorbene im Leben gütiger Freund und Helfer gewesen ist.
In seiner Grabrede bezeichnete Kooperator Josef Bräu den Toten als einen unermüdlichen Arbeiter sowohl in seinem Beruf als auch für die Förderung des Brauchtums. Obwohl er nicht aus dem Gebiet des Bayerischen Waldes stammte, — seine Wiege stand in Marktbreit in Unterfranken —, gehörte dem Walde, in dem er seit seinem 15. Lebensjahre wirkte und schuf, seine ganze Liebe. 1906 führte Konrad Krämer Berta Laumer von Arnbruck zum Traualtar, die ihm vier Kinder schenkte, von denen ein Sohn im zweiten Weltkrieg sein Leben lassen mußte. Als Präses der Kolpingsfamilie dankte der Geistliche für die Treue, die der Verewigte seit seinem 17. Lebensjahr dem Gesellenwerk gehalten hat. Nach dem Grabchoral, den der Neffe des Verstorbenen Georg Krämer dirigierte, eröffnete der Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Kötzting, Michl Traurig, die Abschiedszeremonie der einzelnen Vereine. Über 60 Jahre hatte Konrad Krämer der Wehr angehört. Für das Rote Kreuz nahm Vitus Oexler als derzeitiger Führer der von dem Verewigten mitbegründeten Kolonne Kötzting Abschied. Tiefer Dank sprach auch aus den Worten, die Sepp Zahorik im Namen des Trachtenvereins Kötzting „D'Waldlerbuam“ an die Trauerversammlung richtete und die in einem gemeinsamen Vaterunser ausklangen.
Gauvorstand Koller nannte in seinem Nachruf den Ostmarkonkel einen Vater der Trachtenvereine. Auch der 2. Vorsitzende des Landesverbandes Bayerischer Heimat- und Trachtenvereine, Alfons Bergmann, dankte in bewegten Worten dem Toten für seine Arbeit um die Heimat. Weitere Kranzspenden überbrachten die Grafenwiesener Trachtler ihrem Ehrenvorsitzenden, die Eckstoaner von Neukirchen b. Hl. Blut, die Kötztinger Zimmerstutzenschützengesellschaft und die Waldvereinssektion Kötzting. Für die Friseurinnung Kötzting würdigte Obermeister August Hofer die Verdienste des Heimgegangenen um sein Handwerk.
In besonders eindrucksvoller Weise gaben die Viechtacher Trachtler nach Abschiedsworten von Apotheker Gareis, der zugleich auch für die Waldvereinssektion Viechtach sprach, ihrer Trauer Ausdruck, indem sie das Lied „Auf die Welt bin i kemma im Wald“ sangen. Schließlich überbrachte Theo Heigl auch die letzten Grüße des Burschen-Wanderervereins, an dessen Schicksalen Konrad Krämer als Ehrenvorsitzender stets regen Anteil genommen hat. Dann erklang das letzte Mal für den Mitbegründer des Krieger- und Veteranenvereins der Zapfenstreich und der 1. Vorsitzende des Vereins, Simon Bauer, gab einen kurzen Überblick über das, was dieser gute Kamerad als Soldat geleistet hat und dankte ihm besonders für die Erstellung der Vereinschronik. Für über 50jährige Mitgliedschaft war er mit der goldenen Ehrennadel des DSKB ausgezeichnet worden. Zu den Klängen des Liedes vom guten Kameraden senkten sich die Fahnen zum letzten Gruß über dem Grabe eines der ganz getreuen Söhne der Heimat.
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| Dieses Foto ist in der Zeitung als "das letzte Bild vom Ostmarkonkel" beschriftet |
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| Die Kötztinger Trachtler erste Reihe von links der Dritte: Conrad Krämer d. Alte |
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| Mit Paradeiserl, Krippe, Christbaum und den hl. drei Königen, Conrad Krämer führt das ganze Spektrum rund um das Weihnachtsfest vor. |
"Ein Dorfboada is bekannt ob seiner schlechten Schneid, der kommt zum Dorfwirt, um denselben zu rasieren; während der Prozedur stellt sich der Wirt schlafend. Als der Boada fertig ist sagt er zum Wirt: Siagst, du Lümmelwirt, allweil richtst mi mit deiner Schandgochoß aus, dass i koa Schneid hab und jetzt hab i di rasiert, dass dabei ei'g'schlafen bist.
Und was fehlt denn andern? fragt der Bader. O mei liaba Bodamo, bei mir is ganz anders. Da Mog'n tuat unbändi weh, a Wehdom is nöt zum sag'n, koa Kraft hon i mehr, d'Wind plagn mi, dass schauderbar is und dös Zittern bring i a nimma o. Da draht si da Bader um und geht auf beide hin und sagt zum Metzger: Du fangst s'Arbat'n o und frißt wenga und du, Schneider, tuast wenga arbat'n und frißt mehr. Macht miteinander an Guld'n sechs Kreuzer.
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| DIA-Repro 3184 3184 Am Speicher Haus Krämer Pfeffergraben 3 in den Kartons die Kostüme und Sammlungen von Konrad Krämer |
Ein verdienstvoller Mann gestorben
Kötzting. Nach einem schweren Leiden, einem Leben voll Aufopferung für die Seinen und vorbildlicher Mitarbeit in der Öffentlichkeit verschied am Donnerstag nachmittag unser Mitbürger Andreas Krämer, Kaufmann und Filmbesitzer von Kötzting, im Alter von 71 Jahren und vier Monaten. Noch im März dieses Jahres suchte er durch zwei schwere Operationen Heilung zu erlangen. Sein körperlicher Zustand verschlechterte sich jedoch derart, dass der Tod als Erlöser kam. Nicht nur der Familie bedeutet der Heimgang unseres Mitbürgers Andreas Krämer einen schmerzlichen Verlust, sondern wir alle verlieren mit ihm einen beliebten und geschätzten Freund mit sonnigem Humor.
Als Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft hat sich Andreas Krämer um den Aufbau und die Festigung der handwerklichen Organisation in den Landkreisen Kötzting und Viechtach in jahrzehntelanger verantwortungsbewusster Tätigkeit verdient gemacht. Als Kötztinger alten Schlages bleibt Andreas Krämer in langer Erinnerung.
Über 35 Jahre wirkte er im Kirchenchor mit. Er ist Ehrenmitglied des Männergesangs- und Orchestervereins, der Freiwilligen Feuerwehr, der Kolpingsfamilie, der Marianischen Männerkongregation und des Vereins ehemaliger Landwirtschaftsschüler. Seiner zweiten Ehe mit der Musikmeisterstochter Anna Mühlbauer entsprossen sechs Kinder. Zwei seiner Söhne kehrten aus dem letzten Krieg nicht mehr zurück.
Den Hinterbliebenen wendet sich allgemeine Anteilnahme zu. Die Beerdigung ist am morgigen Samstag um 9 Uhr.
Andreas Krämer zur letzten Ruhe gebettet
Kötzting. Wie sehr beliebt und geachtet der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft- und Filmtheaterbesitzer Herr Andreas Krämer war, davon zeugte die überaus große Anteilnahme der Bevölkerung aus der nahen und weiteren Umgebung an seinem Leichenbegängnis am Samstag, den 5. September. Nach einem langen schweren Krankenlager ging im Alter von 71 Jahren in die ewige Heimat des Friedens. In unermüdlichem Fleiß lenkte Andreas Krämer in seltener treuer Pflichterfüllung die Geschicke der hiesigen Kreishandwerkerschaft. Neben diesen großen Aufgaben war er ferner ein großer Freund der Musik und des deutschen Liedes. Dem Männergesang- und Orchesterverein gehörte er als langjähriges Ehren- und Vorstandsmitglied an. Während des 1. Weltkrieges hatte Andreas Krämer eine Vermißtensuchstelle eingerichtet und wurde dafür mit dem Kriegsverdienstkreuz ausgezeichnet. 36 Jahre war er Mitglied des Kirchenchores, 1905 sogar Pfingstbräutigam. Des weiteren gehörte er als langjähriges Mitglied der Kolpingsfamilie, der Marianischen Männerkongregation und der Freiwilligen Feuerwehr an. Nun hatte der Schnitter Tod seinem wirkungsvollen segensreichen Leben ein Ende gesetzt.
Am Grabe hielt H. H. Dekan Dietl ihm einen ehrenden Nachruf. Kreishandwerksmeister August Hofner würdigte in seinem Nachruf die großen Verdienste, die sich der Verstorbene erworben hatte. Zum Dank und der Anerkennung legte er einen Kranz nieder. Als Vertreter der Handwerkskammer Passau war Herr Pucher erschienen, der dem Verstorbenen ebenfalls einen ehrenden Nachruf widmete und ein Kranzgebinde am Grabe niederlegte. Abordnungen der FFW, der Marianischen Männerkongregation, des Männergesangvereins und der Kolpingsfamilie gaben ihrem entschlafenen Kameraden das letzte Geleit. Der Kirchenchor und der Männergesangverein sangen ihm zum letzten Gruß ein erhebendes Grablied. Den tieftrauernden Angehörigen unsere aufrichtige Anteilnahme.
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| DIA-Repro 2661 Familie Krämer Marktstraße 5 1938 Vorn die Kinder Lisa und Sepp, dahinter von links Annerl, Mutter, Vater Andreas und die 4 Söhne v.l. Georg,?,?,? |
🗺️ Kleines Suchspiel zum Schluss: Viele Geschichten aus Kötzting lassen sich nicht nur lesen, sondern auch direkt im Stadtplan entdecken. Die Interaktive Karte Kötzting führt über ihre Marker unmittelbar zu den passenden Blogbeiträgen – Geschichte zum Anklicken. Wer es noch nicht weiß, um was es sich bei diesem Programm handelt, kann sich gut im folgenden Blogbeitrag informieren: Die interaktive Karte und ihre Möglichkeiten : 🔎 Wer diesen Beitrag dort wiederfinden möchte, muss ein wenig suchen: |































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