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Dienstag, 15. September 2026

Erinnerungen an Altkötzting -- Nr. 71 Kötztings Kinogeschichte

Vor 50 Jahren endete ein Kapitel der Kötztinger Kinogeschichte


  In der Bildersammlung des Stadtarchivs haben sich zahlreiche Momentaufnahmen erhalten, die einen „Blick zurück“ auf das Alltags- und Gesellschaftsleben früherer Jahrzehnte erlauben: auf Handel und Gewerbe ebenso wie auf Feste, Bälle und gesellige Abende, bei denen besonders der Fasching mit seinen Burschenbällen und Abschieden eine prägende Rolle spielte. Neben diesen unbeschwerten Szenen verweisen die Aufnahmen aber auch auf die Herausforderungen, die das Leben in Kötzting über lange Zeit begleiteten.

Bei der Bearbeitung der Kötztinger Häuserchronik des Hauses mit der historischen Hausnummer 120 entstand eine interessante Konstellation: Aus dem ursprünglichen kleinen Häuschen – gelegen mitten in der heutigen unteren Marktstraße – entstanden durch eine Neuaufteilung nach dem Marktbrand von 1867 gleich mehrere Parzellen mit der nun neu vergebenen Hausnummer 120. Sie wurden als 120, 120a, 120b und 120c durchnummeriert.

Der Besitzer eines dieser Häuser, dem Haus 120c, errichtete zusammen mit seinem Bruder Kötztings erstes Kino in der unteren Marktstraße. Später wurde es von Andreas Krämer in den Oberen Markt, in den sogenannten Graßlsaal, verlegt. Dort wurde der Kinobetrieb von ihm und seiner Familie bis zum Jahr 1976 weitergeführt.

DIA-Repro 2350 das Krämersche Kino in der heutigen unteren Marktstraße
damals die Hausnummer Kötzting 108 b. Gewohnt hatte die Familie Krämer hier und in der Hausnummer 120 c im Pfeffergraben


Mit einem „weinenden Auge“ blickte die Kötztinger Umschau - genauer die Chefredakteurin Frau Renate Serwuschok -  auf das Ende dieser Ära zurück, berichtete im November 1976 ausführlich über die Anfänge des Kötztinger Kinos und titelte.

"Sein Lebensfilm war 62 Jahre lang/ Jetzt sprang er aus der SpuleIin den Kötztinger Lichtspielen wird es dunkel/ Glanzvolle Vergangenheit, düstere Zukunft."


"Kötzting (na). Der Markt Kötzting hatte seine Sensation: 1914 eröffnete die Familie Krämer im Hinterhof ihres heutigen Geschäftshauses in der Marktstraße das erste Kino weit und breit. Jetzt hat die Stadt Kötzting ihren Skandal: 1976 muß der Sohn des Begründers der ostbayerischen Leinwand-Ära das Filmtheater schließen. Der vor 35 Jahren im Anwesen des Stadtrates Franz Graßl gemietete Saal wird für einen Lebensmittelmarkt gebraucht. Andere geeignete Räumlichkeiten für den „Kintop“ stehen nicht zur Verfügung. Der Lebensfilm der Kötztinger Lichtspiele springt aus der Spule, das Ende der Vorführung vom kommenden Montag wird unwiderruflich sein. Opas Kino ist im buchstäblichen Sinne tot. Der Auflösungsprozess in der ehemaligen Landkreismetropole hat ein neues Opfer. Es bröckelt immer mehr ab von der Substanz dieser Stadt und ihren Einrichtungen. Ist Kötzting dazu verurteilt, bis zu einer totalen Bedeutungslosigkeit abzubauen? Geht die Entwicklung soweit zurück, dass einmal ein Wanderkino mangels anderer Angebote die Massen in Bewegung setzen wird wie damals der „Kinematograph“ draußen auf dem Bleichanger?


Die Filmbranche meldet steigende Besucherzahlen. Man geht wieder ins Kino. Man geht auch in Kötzting. Josef Krämer verstand sich im Angebot auf die richtige Mischung. Sie half, die Karten zu verkaufen und brachte sein Unternehmen auf Platz 1044 unter insgesamt 2300 Lichtspielhäusern in der Bundesrepublik, was die Filmförderungsabgabe betrifft. Und die wird nach dem Umsatz erhoben, ein Beweis mehr für die Lebensfähigkeit des hiesigen Filmtheaters, das in seiner letzten Stunde auf einen rasanten Start zurückblicken und stolz auf seine Vergangenheit sein kann.
● An Ostern 1914, am 12. April wurde in den „Kötztinger Lichtspielen“ die erste Karte verkauft. Andreas Krämer, einer der Pioniere unter den Kinomännern, hatte den Vorführschein Nr. 7 in der Tasche. Alle 48 Sitzplätze waren besetzt, als er einen herzzerreißenden Stummfilm über die Leinwand flimmern ließ. Ein unternehmungsfreudiger Bürger des Marktfleckens hatte dafür gesorgt, dass an diesem kleinen Ort des Bayerischen Waldes möglich wurde, was seinerzeit in vielen Großstädten absolut noch nicht selbstverständlich war: der Kinobesuch.
Was machte es da aus, wenn der Film öfter einmal riss, wenn das Umspulen häufige Verzögerungen brachte. Beides gehörte ganz einfach zur Vorstellung, genauso wie das elektrische Klavier, auf dem auch Gottfried Wensauer schon geklimpert hat. Der Besitzer des Etablissements spielte  höchstpersönlich die Geige und Frau Engelmeier rundete mit ihrem wohltimbrierten Sopran den Genuss des Abends ab.


Die Familie des Schneidermeisters Englmeier wohnt übrigens ebenso wie die des Fotografen Pleier im Haus mit der alten Hausnummer 120c.

● Es war eine gemütliche Zeit in der technische Störungen das Vergnügen nicht trüben konnten, weil sich niemand von Pannen und Pausen stören ließ, als die „Bilder laufen lernten“. Eines Tages bekam der Stummfilm eine Sprache. Andreas Krämer, inzwischen für seine Pionierart mit dem Preis der UFA, einer Porzellanfigur berühmten Tänzerin Fanny Eißler ausgezeichnet, hielt mit der Entwicklung Schritt. Er mietete 1941 den Graßl-Saal, der dann im Jahr 1955 großzügig umgebaut und renoviert wurde. Inzwischen waren die Filme bunt, die Dimensionen größer geworden. 


Einschub  

Im Jahre 1955 war das Kötztinger Filmtheater, wie oben angeführt - im ehemaligen "Graßlsaal" vollkommen neu gestaltet wordent worden und die Kötztinger Zeitung berichtete von der großen Eröffnung:  KÖZ vom Dezember 1955
 
KÖZ 11-1955


Kötzting. In der vorigen Woche eröffnete das Filmtheater nach mehrtägiger Renovierungspause den Spielbetrieb mit dem Farbfilm „Ewiger Walzer“. Jeder Besucher war überrascht von der neuartigen geschmackvollen Umgestaltung. Der Bühnenvorbau ist beseitigt. Die Leinwand wurde auf die gesamte Saalbreite ausgedehnt, so dass Cinema-Scope-Filme gezeigt werden können. Der ganze Kinoraum erhielt eine Wandbespannung aus grün-goldenem Acelledor, zu der der in warmem Rot gehaltene Bühnenvorhang angenehm kontrastiert. Der Bühnenrahmen ist in dezentem Gold gepolstert und mit Zierknöpfen geschmückt. Die Bühnenrampe bringt indifferentes Licht, das sich harmonisch der übrigen Saalbeleuchtung angleicht.

Das Wertvollste des Umbaues ist die neue Heizung. Schon im Foyer spürt man die wohlige Wärme, die die Heißluftanlage ausströmt. An der Rangseite und an der Bühnenrampe befinden sich die Schachtgitter, durch die die Heißluft ausströmt und die kalte Luft eingesaugt wird. Der ganze Raum wird dadurch in kurzer Zeit auf eine gleichmäßige Temperatur gebracht. Im Sommer kann durch Ventilatoren die warme Luft abströmen und kalte Frischluft in den Saal geblasen werden. Um die Temperatur zu halten, wurden auch die Türen den kinotechnischen Anforderungen angeglichen.

Auch der Vorführraum wurde überholt und auf den neuesten Stand der Kinotechnik gebracht. Alle notwendigen Einrichtungen für Cinema-Scope-Filme wurden neu angeschafft und eingebaut, die Verstärkeranlage verbessert, eine neue Vorführmaschine aufgestellt und die Tonanlage erneuert. Die Bildprojektion wurde durch neue Vorsatzlinsen erheblich verbreitert, dazu ist das Bild heller und klarer geworden.

Gar mancher Neugierige betrat während der Renovierungszeit den Kinoraum, der einer Werkstätte in Hochbetrieb glich. Kaum glaublich schien es ihm, dass in vier Tagen der Umbau fertiggestellt sein sollte. Dies war auch nur möglich, weil auch Nachtschichten eingelegt wurden. Im Rahmen der Entwicklung des Kötztinger Filmtheaters stellt diese großangelegte Umgestaltung einen Höhepunkt dar. Ist doch das Kötztinger Kino eine Pionierarbeit des verstorbenen Begründers Andreas Krämer, der bereits 1914 als einer der ersten Kinomänner Bayerns mit dem Vorführschein Nr. 7 die ersten Filme im Landkreis zeigte. Freilich war es damals nur ein 50 Platzkino im eigenen Haus. Später, als sich durch die Aktualität der Wochenschauen das Interesse für den Film steigerte, wurde die Platzzahl verdoppelt. Eine seltene Auszeichnung wurde Andr. Krämer zuteil, als er von der UFA neben nur 4 anderen Kinobesitzern eine kostbare Porzellanfigur für seine Leistungen im Filmwesen erhielt.

Durch die Kriegsverhältnisse wurde der Raum wieder zu klein, sodass der Kinobetrieb in den damaligen Graßl-Saal verlegt werden musste. Obwohl die Einrichtung auf den damaligen Stand der Technik gebracht wurde, schien dieses Unternehmen doch ein Provisorium. Deshalb wurden im Vorjahr die Außenansicht mit einer Neon-Leuchtschrift verziert, das Foyer und der Treppenaufgang modernisiert und eine neue Bestuhlung angeschafft. Kötzting hat nun ein Filmtheater, das dem Fremdenverkehr sehr dient.

Einschub Ende


DIA-Repro 1461 die Kötztinger Lichtspiele im Graßlsaal


Der Wegbereiter des Leinwandvergnügens starb, als die Filmkunst noch hoch im Kurs stand. Seine Familie setzte die Tradition fort, sein Sohn Josef trat das Erbe an. Vaters Kino ging es gut. Klaus Holm stellte sich dem Kötztinger Publikum vor, künstlerisch wertvolle Streifen wurden in Sonderveranstaltungen gezeigt, das Geschäft mit dem preiswerten Vergnügen florierte.

DIA-Repro 3690 

● Dann kristallisierte es. Die häusliche Mattscheibe wurde zum großen Konkurrenten der Kinoleinwand. Aber gerade jetzt, da sich das Blatt wieder zu wenden scheint und anderswo – wie kürzlich in Falkenstein – sogar neue Lichtspielhäuser eröffnet werden, muß das Kötztinger Filmtheater schließen. Josef Krämer sieht keine Möglichkeit, den Spielbetrieb anderswo weiterzuführen. Nach 62 Jahren beginnt in Kötzting die kinolose Zeit. Josef Krämer kann es selbst noch nicht fassen: „Jeden Abend frei zu haben, das wird eine Umstellung!“ Er sieht ihr mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen.

 

1976-11-20 Nr 32  Eingangsbereich des Filmtheaters nach der Renovierung im Jahre 1955

1976-11-20 Nr 32 Innenaufnahme vom Kino im Graßlsaal

Ein Abschied für immer?

● Er wird „die große Freiheit“ genießen, aber ganz sicherlich auch das abendliche Engagement vermissen, die Stunden in der Enge des Vorführraumes, die Tücken des Objektivs und die ständige wiederkehrenden Handgriffe. Mit Hilfe der Technik hat Josef Krämer jahrelang Heiteres und Dramatisches, Reales und Absurdes, Zauberhaftes und Geschichtliches, Altes und Neues in- und ausländischer Produktionen ablaufen lassen, Kunst und Politik, Liebe und Sex auf die paar Quadratmeter Leinwand gebannt, die weite Welt in den Kinosaal geholt und dabei seine Rolle als Mittelmann zwischen Filmemachern und Publikum zuverlässig gespielt. Wim Wenders entdeckte ihn und sein Kino für eine Szene in dem viel diskutierten Streifen „Im Laufe der Zeit“. Und trotzdem muß das Kötztinger Filmtheater „sterben“. Am Montag schlägt ihm die letzte Stunde. Wird’s ein Abschied für immer? Oder ist der Film doch nur gerissen?

Strenge Regeln galten früher für einen Kinobetreiber:

Freikarte fürs Amt

Am Anfang war der Stummfilm, am Anfang waren aber auch schon Paragraphen, mit denen der erste Kötztinger Kinobesitzer Andreas Krämer leben musste. An wenigen Kostproben lässt sich der „Ernst der Lage“ leicht abschätzen:

  • Der Apparatenraum darf nur mit elektrischem Licht beleuchtet werden ...
  • Die Bedienung des Bildwerfers muss von einem volljährigen, zuverlässigen und sachkundigen Mann besorgt werden, der mit den Gefahren (Vergiftungsgefahr durch brennendes Celluloid usw.) vertraut ist..
  • Es dürfen nur solche Bilder vorgeführt werden, die von der K. Polizeidirektion München geprüft und mit Zulassungskarten versehen sind. Beanstandete Teile vom Bildstreifen sind der Polizeibehörde einzuliefern ...
  • Sämtliche Reklameplakate, Beschreibungen, Photographien, Bilder und sonstige Ankündigungen sind vor dem Anschlage dem Magistrate zur Prüfung und Abstempelung vorzulegen ...
  • Die Einladung schulpflichtiger Kinder zu sogenannten Kindervorstellungen ist an die vorgängige Zustimmung der K. Lokalschulkommission gebunden ...
  • Dem Magistrate ist sofort eine zum Besuche jeder Vorstellungen berechtigende Dauereintrittskarte zur Verfügung zu stellen ...


Krämer Sepp 1976  im Vorführraum an der Technik

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an die Kasse und den Kiosk im ersten Stock gleich neben dem Saaleingang:




Das Kötztinger Filmtheater war aber auch Schauplatz für Bildvorträge, wie dem Folgenden, als im Jahre 1970 Kötztinger Jugendlichen über die Gefahren des Rauschgiftkonsums aufgeklärt wurden.....


KU vom 16.2.1971

Ob der Herr Vortragende mehr wusste zum Thema Rauschgift als seine Zuhörer.....








Nun aber weiter mit der Kötztinger Filmgeschichte, die nicht mit der Schließung  des Filmtheaters im Dezember 1976 endete, sondern eine erste Fortsetzung fand in den Räumen der früheren Landwirtschaftsschule.
Erneut war es Frau Renate Serwuschok, die die gute Nachricht von Kötztings neuen Kino vermeldete. Es war im Mai 1977, als es in Kötzting wieder weiterging:




Kötzting (na). Sie ist vorbei, die kinolose, die schreckliche Zeit: Morgen heißt es wieder „Film ab“. Hans Rie aus Miltach, „alter Hase“ in diesem Metier, macht’s möglich. Gedrängt und ermutigt von Bürgermeister Seidl, der nicht länger zuschauen wollte, dass seine Stadt kein Filmtheater mehr hat, versuchte, den Besitzer eines gut eingeführten Wanderkinos für Kötzting zu gewinnen.
Der „kinofreundliche“ Landrat Ernst Girmindl war bereit, die benötigten Räume in der ehemaligen Landwirtschaftsschule zu vermieten. Der Vertrag wurde perfekt. Hans Rie ging ans Werk. Er verwandelte, was ehedem land- und hauswirtschaftlich war, in einen Kinosaal, der in nichts an eine „Notlösung“ erinnert. Auch alles Drum und Dran, von der idealen Lage bis zu den benötigten Parkplätzen, lässt hoffen, dass der Unternehmergeist und privates Engagement vom Publikum auch entsprechend honoriert werden. Das Ehepaar Rie: „Wir haben unser möglichstes getan.“ Und der Bürgermeister: „Ich bin sehr froh darüber!“

KU vom 20.5.1977

Als das traditionsreiche Filmtheater der Familie Krämer im Hause Graßl schließen musste, bedingt durch bauliche Veränderungen für eine anderweitige Nutzung, schien es, als würde der endgültige letzte Film abgespult sein. Neue Hoffnung konzentrierte sich auf die Wanderlichtspiele Rie. Aber auch eine ambulante Bespielung wäre von einem geeigneten Raum abhängig gewesen. Die städtische Festhalle schied wegen ihrer Größe von vornherein aus. Doch die ehemalige Landwirtschaftsschule stand leer. Bürgermeister Karl Seidl redete Hans Rie gut zu. Landrat Girmindl zeigte sich aufgeschlossen. Die Verhandlungspartner einigten sich auf einen Mietvertrag für vorerst drei Jahre mit Verlängerungsklausel. Die Voraussetzungen waren geschaffen, die Arbeit konnte beginnen.

Das Ergebnis stellten Hans Rie und seine Frau Anna gestern vor. Sie haben getan, was zu schaffen war und dabei erreicht, daß von einer „Notlösung“ nicht die Rede sein kann. Es gibt eine „richtige“ Kinokasse, einen Aufenthaltsraum und einen Kinosaal, in dem von der Bestuhlung bis zur Beleuchtung alles in bester Ordnung ist. Wandbespannung und Vorhänge geben ihm eine gemütliche Atmosphäre. Der Akustik wurde fachmännisch „nachgeholfen“. Die neuen Kötztinger Lichtspiele erinnern an die intimen Filmstudios großer Städte. Bürgermeister Seidl zeigte sich „höchst zufrieden“. Er war voll des Lobes für diese Initiative und glaubt, daß aus den drei Jahren „etwas für immer“ werden könnte, denn „selbst wenn wir aus diesem Gebäudekomplex einmal ein Kurzentrum entstehen lassen, brauchen wir weiterhin ein Kino“.

Hans Rie, der von 1947 bis 1949 schon einmal in Kötzting Filme vorgeführt und sich dann selbständig gemacht hat, brachte seither Aktuelles und Unterhaltsames in verschiedene Orte des Altlandkreises und darüber hinaus. In den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg, als es das Fernsehen noch nicht gab, war ein Wanderkino nahezu unentbehrlich für den ländlichen Lebensbereich. Aber auch heute noch ist das Unternehmen gern gesehen in Bodenmais und Arnbruck, Drachselsried, Rimbach und Elisabethzell, wo es regelmäßig spielt.

Mit dem Streifen „Gefährliche Reise“ hatte Hans Rie vor genau 30 Jahren als filmebringender Flächenbediener seinen Einstand. Es wurde eine glückliche Fahrt. Morgen eröffnet er sein stationäres Kino in Kötzting mit der Neuverfilmung des Heimatromans „Edelweißkönig“ von Ludwig Ganghofer. Pro Woche sind zwei Programme vorgesehen. Sie werden von Freitag bis Montag sowie am Dienstag und Donnerstag über die Leinwand flimmern. Nach dem „edelweißköniglichen“ Einstand wird „Frankenstein in dem Streifen Todesrennen“ bemüht.

 

KU vom 20.5.1977

In einem Gespräch mit Volksbildungsleiter Werner Tutter soll geprüft werden, ob es in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule nicht möglich wäre, einen „Tag des besonderen Films“ einzuführen. Gedacht ist an „Evergreens auf Zelluloid“, aber auch an künstlerisch wertvolle Neuerscheinungen oder an Filme aus Musik und Literatur, die im laufenden Programm nicht unterzubringen sind und über eigens dafür zuständige Verleihe bestellt werden müssen. Hans Rie zeigt sich aufgeschlossen. Er möchte die Kinofreunde gut bedienen und durch ein kontrastreiches Angebot auf den unterschiedlichen Geschmack seines Publikums weitgehend Rücksicht nehmen. Morgen beginnt eine neue Ära in der Geschichte des Kötztinger Filmtheaters. „Glück auf“ wünscht dazu nicht nur Bürgermeister Seidl. Ihm schließen sich alle an, die trotz des Fernsehzeitalters etwas übrig haben für die große Leinwand. Übrigens: „Mach mal Pause Von zu Hause geh ins Kino!“

Das dritte und abschließende Kapitel der Kötztinger Kinogeschichte wird erst noch angeführt, wenn die Digitalisierung des Zeitungsarchives weiter fortgeschritten ist.

🗺️ Kleines Suchspiel zum Schluss:
Viele Geschichten aus Kötzting lassen sich nicht nur lesen, sondern auch direkt im Stadtplan entdecken.
Die Interaktive Karte Kötzting führt über ihre Marker unmittelbar zu den passenden Blogbeiträgen – Geschichte zum Anklicken.

Kötztinger Allerlei  Dieser Beitrag ist in der interaktiven Karte unter der Markergruppe Kötztinger Allerlei auf dem Hauses der Familie Graßl in der Marktstraße zu finden, wo das Kötztinger Filmtheater die längste Zeit gewesen war.

 

Nicht jede Geschichte lässt sich einer festen Kategorie zuordnen. Die Markergruppe Kötztinger Allerlei versammelt besondere Fundstücke, kuriose Begebenheiten, interessante Entdeckungen und bemerkenswerte Episoden aus der Geschichte Bad Kötztings. Gerade diese Vielfalt macht oft den besonderen Reiz historischer Spurensuche aus.

Viel Freude beim Entdecken!

``` 🗺️ Interaktive Karte Kötzting öffnen ```

 

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