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Sonntag, 5. Juli 2026

75 Jahre Feuerwehr Gehstorf mit Festprogramm

 In der Rückschau auf vergangene Zeiten sind es nicht nur die Bilder der Straßen und Häuser Kötztings, die interessant sind, sondern eben auch die Menschen und wo findet man solche eher in Gruppen versammelt? Bei den Vereinen mit ihren Bällen, Jahrtagen, Umzügen und sonstigen Veranstaltungen.

Und über all diesen "Aktivitäten" wurde dann auch in der Presse berichtet. Aus der Zeit, als Frau Renate Serwuschok vor Ort die "Chefin" der Kötztinger Umschau gewesen war, haben wir - nach ihrem Tod - sehr viel Material in unsere Sammlung aufnehmen können. Sie hatte es durchsetzen können, dass alle Negative, die nach Regensburg an die Zentrale geschickt worden waren, in monatlich sortierten Großumschlägen wieder in Kötzting landeten, wo Frau Serwuschok diese aufbewahrte.
Natürlich hatte ein Reporter auch damals nicht nur 1 Bild geschossen, auch wenn zumeist nur eines in der Zeitung landete. Aus diesem Grunde haben wir von vielen bebilderten Artikeln kleine Negativschnipsel mit mehreren Bildern in unserer Sammlung.



Die Bilder und Artikelserien des 75jährigen Feuerwehrjubiläums  Großveranstaltung waren der Grund - und auch weil die alte Vereinschronik nicht mehr auffindbar ist.....Stand 2025 - auch den Anfängen dieser Wehr nachzuforschen.
Manche der Bilder habe ich der Festschrift zum 100jährigen Jubiläum entnommen, manche der Dokumente stammen aus der Sammlung Silberbauer, Rimbach.

Fahnenblätter der ersten Fahne der FFW Gehstorf Bild aus der Festschrift der
100 Jahrfeier von 2001


Die Gehstorfer Freiwillige Feuerwehr 

Gleich zu Beginn der Hinweis, dass die historischen Akten von Herrn Alfred Silberbauer aus Rimbach stammen, der dieses Material im Zusammenhang mit dem großen Jubiläum der Bezirksfeuerwehr Kötzting vor einigen Jahren gesichtet und gesammelt hatte.

Foto Silberbauer

Im April 1877 regte das Bezirksamt Kötzting an, die Gemeinden Lederdorn und Gehstorf zu einem gemeinsamen Feuerlöschbezirk zusammenzulegen. Dadurch sollte auch Meinzing in den neuen Löschbezirk einbezogen werden. Nach Ansicht des Bezirksamtes versuchten jedoch beide Gemeinden, sich der Verpflichtung zu entziehen, eine Löschmaschine anzuschaffen. Dies widerspreche der damals geltenden „distriktspolizeilichen Feuerschutzordnung“.
Wörtlich bemerkte das Bezirksamt dazu: „Es müsse befremden, wenn die Gemeindeversammlung von Lederdorn von der Gdeord., einem Gesetz, so wenig weiß, daß sie nicht einmal die beiden oben bezeichneten Artikel kennt.“
Das Bezirksamt Kötzting hätte aufgrund der Gemeindeordnung durchaus die Möglichkeit den beiden Gemeinden die Anschaffung einer gemeinsamen Löschmaschine vorzuschreiben. Vorerst wolle man jedoch davon absehen und stattdessen versuchen, Lederdorn und Gehstorf zu einem gemeinsamen Feuerlöschbezirk zusammenzuschließen. Dadurch sollten beide Gemeinden entlastet werden.
An die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr sei unter den damaligen Verhältnissen ohnehin nicht zu denken. Außerdem, so das Bezirksamt, befreie eine Freiwillige Feuerwehr nur ihre Mitglieder vom Löschdienst; alle übrigen Einwohner blieben weiterhin dazu verpflichtet.

Für beide Gemeinden sei eine Löschmaschine, wie sie bereits in Chamerau im Einsatz war, völlig ausreichend. Sollte Lederdorn als Standort der Löschmaschine bestimmt werden, könne im Brandfall Meinzing ebenso rasch Hilfe erhalten wie Gehstorf. Voraussetzung sei allerdings, dass bei Ausbruch eines Feuers sofort ein Feuerbote entsandt werde, wie dies die distriktspolizeiliche Feuerlöschordnung ausdrücklich vorschreibe.
Abschließend erteilte das Bezirksamt den Auftrag, innerhalb von acht Tagen eine Erklärung der beiden Gemeinden vorzulegen, ob sie bereit seien, gemeinsam eine Löschmaschine anzuschaffen.
In diesem Zusammenhang wies das BZA die Gemeinden vorsorglich darauf hin, dass „ein Verkauf von Gemeidegründen zur Deckung der Kosten für den bez. Betreff als unzulässig bezeichnet werden muss.“
Gehstorf ging auf den wohlmeinenden Vorschlag des Bezirksamtes offenbar nicht ein. Im Jahr 1879 schlossen sich stattdessen Lederdorn und Meinzing zu einem gemeinsamen Feuerwehrverband zusammen und hielten anschließend auch die vorgeschriebenen Pflichtübungen ab. Gehstorf blieb diesem Verband offenbar fern.

Aus dem Jahr 1896 stammt ein Beschluss der Gemeinde Gehstorf, der in nüchternen Worten festhält, dass sich der Aufwand nicht mehr lohne, die alte Feuerspritze wieder einsatzfähig zu machen. Dies gelte umso mehr, als in keinem der Gemeindeteile von Gehstorf eine ausreichende Wasserversorgung vorhanden sei.
Die Gemeindeversammlung beschloss deshalb, die alte, vermutlich bereits defekte Feuerspritze in Gradis aufzubewahren. Die Anschaffung einer neuen Löschmaschine erschien unter diesen Umständen als völlig unsinnig. Hinzu kam, dass sich auch die Gemeinde Meinzing an den Kosten hätte beteiligen müssen, obwohl dort überhaupt kein fließendes Wasser vorhanden war.

Aus späteren Schreiben aus dem Jahr 1898 geht hervor, dass in Lederdorn bereits eine eigene Löschmaschine vorhanden war. Auch beim Brand in Gradis im Mai 1901 rückte unter anderem die Feuerwehr Lederdorn zum Einsatz aus; von einer Feuerwehr Gehstorf ist dabei noch keine Rede.
Bei einer Inspektion der Freiwilligen Feuerwehr Lederdorn im Jahr 1898 wurde festgehalten, dass sich die Wehr 1897 gegründet habe und ihre Mitglieder mit großem Eifer bei der Sache seien. Da das vorhandene Löschgerät inzwischen veraltet war, entstand der Wunsch nach der Anschaffung einer neuen Löschmaschine. In der auf die Inspektion folgenden Gemeindeversammlung wurde der Ankauf beschlossen. Dabei wurde ausdrücklich auch die Gemeinde Meinzing in die Finanzierung einbezogen. Zu den Protokollführern gehörte ein Anton Sauer, der später erster Vorstand der Feuerwehr Gehstorf werden sollte. In der Sitzung wurde außerdem festgelegt, dass die Kosten für die neue Löschmaschine – nach Abzug eines Zuschusses – von den Gemeinden Lederdorn und Meinzing gemeinsam in zehn Jahresraten getragen werden sollten.

Ein weiterer Schriftwechsel aus der ersten Hälfte des Jahres 1901 zwischen den damals noch eigenständigen Gemeinden Lederdorn und Gehstorf macht deutlich, welche Probleme insbesondere bei den Zuständigkeiten auftraten, als die Gründung einer eigenen Feuerwehr in Gehstorf vorbereitet wurde.

Kurz, aber durchaus heftig liest sich der heute nur noch unvollständig erhaltene Schriftwechsel, der am 20. April 1901 beginnt. Mit der schlichten Protokollnotiz „Erscheint heute der Bauer Michael Vogl und bringt vor:“ nahm die spätere Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Gehstorf ihren Anfang.

Der Bauer Michael Vogl aus Meinzing beschwerte sich darüber, dass die Gemeinde Lederdorn in Meinzing eine Umlage zur Begleichung einer „Feuerspritzenschuld“ erheben wolle. Er weigerte sich, diese zu bezahlen, da die Gemeinde Lederdorn nach seiner Auffassung nicht berechtigt sei, in einer anderen Gemeinde Gelder einzutreiben.
Zur Durchsetzung der Forderung hatte der Gerichtsvollzieher dem Bauern Vogl nach dessen Angaben sogar bereits „1 Stück Vieh“ beschlagnahmt. In seiner Eingabe schrieb er weiter: „Ich bin gerne bereit solchen Zweck zu entrichten, wenn die Förderung auf gesetzlicher Pasis (sic!) steht. Ich bitte daher, es möchte sich die Gemeinde beim k.(öniglichen) Bezirksamte für mich verwenden.“

Genau dies tat die Gemeinde Gehstorf. Sie leitete das Protokoll mit dem Bericht an das Bezirksamt weiter, „daß die Anschaffung einer Spritze hier ins Auge gefasst ist“, und bat zugleich, „dem Herrn Bürgermeister in Lederdorn auf seinen Wirkungskreis anzuweisen“.

Gezeichnet war das Schreiben mit:

Gehorsam!
Gemeindeverwaltung Gehstorf
Der Bürgermeister Mühlbauer
.“

Am Ende dieses Schreibens findet sich noch eine kurze Notiz, aus der hervorgeht, dass die Eingabe offenbar umgehend an die Gemeindeverwaltung Lederdorn weitergeleitet worden war. Dort wurde knapp vermerkt:

Brm(?) zurück an das kgl. Bezirksamt mit gehorsamster Erklärungsabgabe in diesbezüglicher Sache nebst 3 Beilagen.

  1. Mai 1901
    Gehorsamst
    Gemeindeverwaltung Lederdorn
    Kreutinger, Bgstr
    .“

Trotz dieser knappen Bestätigung, den Auftrag des Bezirksamtes ausgeführt zu haben, nahm die Gemeindeverwaltung Lederdorn in einem ausführlicheren Schreiben vom 26. April 1901 entschieden Stellung. Darin vertrat sie die Auffassung, dass der Bauer Michael Vogl sehr wohl verpflichtet sei, seinen Anteil zu leisten.
Zur Begründung verwies die Gemeinde zunächst darauf, dass Lederdorn und Meinzing bereits seit 1877 einen gemeinsamen Feuerwehrverband gebildet hätten. Darüber hinaus führte sie einen Vorgang aus dem Jahr 1893 an: Damals sei Michael Vogl wegen unentschuldigten Fernbleibens von einer Pflichtübung bestraft worden. Wörtlich heißt es dazu, dies könne „durch den Bürgermeister Kreutinger bewiesen werden. Bei Nichtzugehörigkeit zu Lederdorn hätte wohl eine Strafe über Vogl nicht verhängt werden können.
Außerdem seien die beiden Meinzinger Schedlbauer und Sauer der Freiwilligen Feuerwehr Lederdorn beigetreten. Sauer habe darüber hinaus auch den Beschluss über die Finanzierung der neuen Feuerspritze mitunterzeichnet.
Abschließend betonte die Gemeinde, die Umlage werde nicht von der politischen Gemeinde Gehstorf beziehungsweise deren Ortsteil Meinzing erhoben, sondern aufgrund der Zugehörigkeit Meinzings zum Feuerwehrverband Lederdorn. Daher bat die Gemeindeverwaltung das Bezirksamt, in dieser Angelegenheit eine für Lederdorn günstige Entscheidung zu treffen.

Beim nächsten Großbrand im Gemeindebereich zeigten sich die Mängel sehr deutlich:
Beim Brand am 8. August 1899 auf dem Anwesen der Häuslerswitwe Therese Kugler in Gehstorf war die – wie auch immer organisierte – gemeinsame Feuerwehr von Lederdorn und Gehstorf nicht zum Einsatz gekommen. Stattdessen war es die Kötztinger Feuerwehr gewesen, die ausrückte und der es schließlich gelang, den Brand zu löschen. Das Wohnhaus wurde dabei bis auf die Grundmauern zerstört. Bei der Untersuchung der Brandursache hielt der Gendarm nüchtern fest, das Feuer sei vermutlich durch „spielende Kinder der Kugler, welche allein Zuhause waren, verursacht worden“. Weiter vermerkte er: „Aus den Kindern der Kugler, welche zum größten Theile als Narren bezeichnet werden, konnte bisher nichts herausgebracht werden.“

Archiv Silberbauer: Brandbericht bei der Witwe Theres Kugler

Obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits Ansätze einer gemeinsamen Feuerwehr bestanden haben dürften, war diese offenbar nicht einmal bei einem Brand im eigenen Gemeindebereich einsatzfähig. Auch die eigentlich vorhandene Gehstorfer Feuerspritze, die seit 1896 in Gradis stationiert war, kam dabei offensichtlich nicht zum Einsatz.

Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung spielte das nächste Brandunglück – diesmal in Gradis – eine entscheidende Rolle. Mit Datum vom 9. Mai 1901 berichtete der Kötztinger Gendarm Jakob Hirmer über den Brand beim Bauernehepaar Johann und Viktoria Rackl. Deren Stadel und Streuschupfe brannten vollständig nieder. Ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus konnte nur durch den Einsatz der Kötztinger Feuerwehr verhindert werden.
Weiter führte der Gendarm aus, dass zwar die Feuerwehren aus Weißenregen, Lederdorn, Thenried, Haus und Rimbach am Brandort eingetroffen seien und zunächst eingreifen wollten, „aber infolge Wassermangels dasselbe wieder aufgaben“.

Nach den Feststellungen des Gendarmen war der Brand erst spät von der im Austragshaus wohnenden Schwester des Bauern entdeckt worden. Als wahrscheinliche Brandursache vermutete er den im Stadel gelagerten Kalk.

Archiv Silberbauer: Brandbericht bei den Bauerseheleuten Josef und Viktoria Rackl von Gradis


Unabhängig von dieser nun anstehenden Entscheidung für eine Feuerwehr in gehstorf, gab es aber noch die Auseinandersetzung mit dem Meinzinger Bauern Michael Vogl, der in seiner sehr speziellen  Angelegenheit nicht aufgeben wollte.

Am 16. Mai 1901 protokollierte der Gemeindeschreiber von Gehstorf erneut eine Erklärung des Bauern Michael Vogl aus Meinzing:
Auf Vorrufen erscheint heute der Bauer Michael Vogl v. Meinzing und nimmt Kenntnis von dem Bezirksamtlichen Auftrage vom 4. Mai ...“
Vermutlich hatte das Bezirksamt zuvor das Schreiben der Gemeindeverwaltung Lederdorn zur Stellungnahme an Vogl weitergeleitet.
Darauf erklärte nun der Meinzinger Bauer:
Ich habe mich dem Anschluße an die Pflichtfeuerwehr Lederdorn nur der Geeintheit wegen angeschlossen, allein zur Anschaffung von einer Löschmaschine bzw. zu einer Beitragsleistung habe ich mich nicht herbeigelassen. Und verweigere auch eine solche Leistung, da eine solche gesetzliche Pflicht nicht besteht.
Diese Aussage wird auch dadurch gestützt, dass Michael Vogl auf der Unterschriftenliste der Gemeindeversammlung von Lederdorn aus dem Jahr 1898 nicht aufgeführt ist.
Weiter führte Vogl aus:
Die Gemeinde Gehstorf wird am 19. Mai in ihrer Gesamtgemeindeversammlung auf Veranlassung des letzten Brandes in Gradis den Beschluss fassen, eine gute Löschmaschine anzuschaffen, und würde ich dadurch zu einer gemeindlichen Leistung zweimal oder doppelt herangezogen werden. Zu letzterer Anschaffung werde ich meine Beiträge pflichtgemäß leisten, und zeige einem kgl. Bezirksamte an, dass ich aus dem Pflichtfeuerwehrverband Lederdorn austrete, und diesem Verband von Gehstorf heute beigetreten bin.“



Am 19. Mai 1901  kam dann zum entscheidenden Beschluss der Gesamtgemeinde Gehsdorf

Archiv Silberbauer Gründungsbeschluss vom 19.5.1901

"Beschluß
der Gesamtgemeinde Gehsdorf vom heutigen

Betr.: Bildung einer freiwilligen Feuerwehr und Anschaffung einer Löschmaschine:

Die unterfertigen Gemeindebürger beschließen nach dem mündlichen Vortrage und vorausgeganger Ausschusssitzung mit allen Stimmen, es sei in der Gemeinde Gehsdorf eine freiwillige Feuerwehr im Sinn und nach den Satzungen der allgemeinen Landfeuerwehr zu gründen; wozu die von den Pflichtfeuerwehr geladenen Mitglieder achtzehn an der Zahl sofort ihren Beitritt erklärten, ebenso die Gemeindemitglieder von Meinzing jedoch unter der Voraussetzung, dass sie von der Beitragsleistung zur Feuerwehr Lederdorn enthoben werden, indem heute zugleich die Austrittserklärung dorthin schriftlich erfolgte.
Nun wurde weiter mit allen Stimmen „16“ also die gesetzliche Anzahl beschlossen:
Es sei eine Saug= und Druckspritze um den Preis von 700 bis 800 Mark anzuschaffen, und soll dieser Betrag durch theilweise Zuschüße und Leistungen der Gemeinde mit einer ersten Anzahlung von 100 Mark aus der Gemeindekasse gedeckt werden. Die freiwillige Feuerwehr hat sich sofort constituiert, und wurde als Vorstand 
1 Anton Sauer Bauer in Meinzing
2 Wolfgang Röhrl Bauer in Gradis als Comandant und
3 Karl Plötz Bauer in Zeltendorf gewählt
Für sämtliche Anwesende unterzeichnen
Karl Plötz
Wolfgang Röhrl
Anton Sauer

Beschluss einem k. Bezirksamte mit dem Ersuchen vorgelegt, es möchten die Einwohner vom Feuerwehrverbande Lederdorn entlaßen werden, nachdem dieselben bereits ihren Austritt erklärt haben
Gemeindeverwaltung Gehsdorf
Der Bürgermeister Mühlbauer




Fast ein zehnjähriges Bestehen konnte die Feuerwehr Gehstorf im Jahr 1910 feiern. Den Festgottesdienst hielt der in Kötzting sehr beliebte Kooperator Peter Riederer. Zu diesem Anlass zog die Gehstorfer Feuerwehr in einem Festzug durch den Markt und informierte den Kötztinger Magistrat, wie vorgeschrieben, vorab über den geplanten  "Aufzug".
Archiv Silberbauer:
Die Ankündigung des Festumzuges zur Pfarrkirche und dem anschließenden Marsch zu Gasthaus Georg Mühlbauer (Dimpfl) durch den Gehstofer Wolfgang Fuidl.

Auch die Presse berichtete über diesen großen Festtag. Es liegt nahe, dass der Bericht von Kooperator Peter Riederer selbst verfasst wurde, da er regelmäßig als Redakteur für den Kötztinger Anzeiger tätig war.

Kötzting, 3. Juni. Die freiwillige Feuerwehr Gehstorf hatte am Sonntag, 29. Mai, Fahnenweihe mit Festgottesdienst in der Pfarrkirche. Gegen 10 Uhr war Aufstellung zur Kirchenzug; erschienen waren als Gäste eine Reihe Brudervereine aus der Umgebung und Vereine von Kötzting mit ihren Fahnen. Unter den Klängen der Musikkapelle trat man die Kirche. Dort hielt zuerst H. Hochwürdiger Herr Kooperator Riederer eine der Feier entsprechende Andacht, hob besonders hervor, welch edler Dienst es sei Feuerwehrmann zu sein, welch hervorragender Wert christlicher Nächstenliebe, dem Nachbar und Freunde beizuspringen in Feuersnot, betonte aber auch, wie gefährlich die Rettungsarbeit werden könne und wie es bewogen sei, sich unter himmlischer Schutz zu stellen, wie dies sich es von den Feuerwehrvereinen sei, für ihre Fahnen sich den Segen der Kirche zu holen. Genannter Herr nahm hierauf die kirchliche Weihe der neuen Fahne vor, wobei Frau Kreszenz Röhrl von Gradis die Stelle einer Fahnenmutter vertrat. Nachmittags, nach der Prozession der Corporis=Christi=Bruderschaft, hielten die Vereine ihren Festzug durch den Markt, um endlich im Gasthause Mühlbauer (Dimpfl) Einkehr zu nehmen. Die Fahnenweihe Gehstorfs hielt sich, was lobend erwähnt werden muss, in bescheidenen Grenzen, verlief aber dafür um so gemütlicher; den Tag werden wir in gutem Andenken behalten.

Wenig lässt sich in den Akten bzw. in der Zeitung finden in den Folgejahren, nur der regelmäßige Feuerwehrball beim Wensauer in Reckendorf taucht immer wieder auf.


Von 1920 auf 1921 hat sich der Eintrittspreis verdoppelt, aber danach beginnt die Inflation zu galoppieren.

KA vom Februar 1926: hier der Semmelpreis




Die folgenden Details stammen aus der großen Chronik der Feuerwehrinspektion Bad Kötzting aus dem Jahre 2018.
 

ORGANISATION DER FFW GEHSTORF

Erst nach dem Ersten Weltkrieg finden sich genauere Aufzeichnungen über die Wehr. 1923 wurden sowohl Aktive als auch passive Mannschaft auf eine ordnungsgemäße Grundlage gestellt. Mit der Wahl vom 22. April 1923 wurden Michael Mühlbauer zum Hauptmann, Paul Amberger zum Adjutanten (Stellvertreter), Karl Piendl zum Vorsitzenden, Karl Plötz zum Kassier, Josef Breu zum Schriftführer, Alois Fuidl zum Steigerzugführer und Josef Hartl zum Zeugwart gewählt.
Neugewählt wurde wieder 1928. Hauptmann wurde Konrad Haseneder, Adjutant wiederum Paul Amberger, Vorsitzender Josef Bergbauer.
Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde die Freiwillige Feuerwehr in Feuerlöschpolizei umbenannt. Bei der letzten Wahl vor dem Zweiten Weltkrieg wurden im Januar 1938 Wolfgang Straubinger zum Hauptmann, Paul Amberger zum Adjutanten und Michael Mühlbauer zum Vorsitzenden gewählt.
1940 wurde noch einmal eine neue Vorstandschaft gewählt. Feuerwehrführer war seit dem 22. Januar 1939 bereits Josef Kolmer, Adjutant abermals Paul Amberger.
Nach dem Zweiten Weltkrieg unterlagen auch die Feuerwehrmänner dem Versammlungsverbot der Militärregierung. 
 Am 29. Mai 1949 übernahm Karl Plötz die Leitung der Wehr, Stellvertreter wurde Johann Kugler, Vorsitzender Karl Mühlbauer.







Die Bauernhochzeit 




Im Oktober 1948 veranstaltete die FFW Gehstorf eine Bauernhochzeit sicherlich auch mit dem Hintergedanken bei der schwierigen Finanzierung des des neuen Feuerwehrgebäudes beizutragen.: (KU vom Oktober 1948)

… auf ging's zur Bauernhochzeit

Zu den interessantesten und unterhaltsamsten Veranstaltungen des letzten Sonntags dürfte wohl die Bauernhochzeit in Gehstorf-Reckendorf zu zählen sein. Es war ein guter Gedanke des Kommandanten der dortigen Freiw. Feuerwehr, Herrn Mühlbauer, Gehstorf, der als Urheber unter freundlicher Hilfe der Herren Fischer und Kuchler zu betrachten ist.


Foto Josef Barth sen.: rechts sicherlich der Hochzeitslader Altmann aus Lederdorn. Übrigens auch bei diesen Bildern sind Namensnennungen der Dargestellten sehr willkommen

Foto Josef Barth sen

Foto Josef Barth sen


Foto Josef Barth sen



Eine unzählbare Menge von Zuschauern von nah und fern säumte an diesem Nachmittag die Straße zwischen den beiden Dörfern. Ein wolkenloser, blauer Himmel wölbte sich über dem Land, als der „Bräutigam“ des Tages, Herr Wolfgang Staubinger, in vorväterlicher Tracht, begleitet von einer zünftigen Blechmusik, zum Hause der Braut zog, um diese für den Hochzeitszug abzuholen. Gruppen alter, bäuerlicher Trachten hatten sich inzwischen dort gesammelt und mit Freude konnten die Zuschauer feststellen, dass sich unter ihnen auch der überall bekannte und beliebte Heimat- und Volkstumsfreund Konrad Krämer befand. Dabei sei erwähnenswert, dass er durch seine Hilfe und das Bereitstellen der Trachtenkleidungen hauptsächlich zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen hat.

Foto Josef Barth sen


Foto Josef Barth sen


Foto Josef Barth sen

Ein reizender Anblick war es, als die Braut, Frl. Fanny Steger, aus dem Hause trat, voran eine Gruppe kleiner, blumentragender Mädchen, begleitet vom Brautführer, dem Ehrenvater, der Ehrenmutter – und die Begrüßung des Hochzeitsladers entgegennahm.

Ein großer Schreck mochte dem Bräutigam wohl durch die Glieder gefahren sein, als er im Verlaufe des Nachmittags, während beim Wirt zum Tanze gespielt wurde, seine „Braut“, wie es der alte Brauch will, gestohlen worden war. Da mochte wohl für kurze Zeit alles vergessen sein: der großartige Hochzeitszug, das belustigende Ofenschüsselrennen, der Tanz –. Doch der inzwischen zurückgekehrte Brautführer brachte, wie es seiner Aufgabe zukommt, die Braut ihm wieder, an Strohband und mit Laterne, nachdem er sie im nahen Gadsdorf gefunden hatte.


Foto Josef Barth sen


Foto Josef Barth sen


Foto Josef Barth sen


Foto Josef Barth sen



Über 130 geladene Gäste hatten sich beim Wirte zur Hochzeitsfeier eingefunden, und es war eine schwere Aufgabe des Hochzeitsladers, Altmann, Lederdorn, im überhitzten Tanzsaal und im Schweiße seines Angesichts Sprücherl für Geladene herunterzusagen. Als die Brauttänze vorüber waren, spielte die Musik bis tief in die Nacht und das Tanzbein wurde, wie ehedem, lustig geschwungen. Mit traurigem Gesichte aber hing am anderen Morgen noch das Dodamandl über der Straße und senkte sein strohausgestopftes Haupt, so als hätte er mit der ganzen Sache nichts zu tun gehabt.

 





Der Bau es Feuerwehrhauses 




 

In den Jahren 1948 und 1949 wurde in Gehstorf ein neues Feuerwehrhaus an der Stelle des Ortsteiches gebaut. Zuvor stand der Wehr ein Holzgebäude in Gradis zur Verfügung, das aber den modernen Ansprüchen nicht mehr genügte. Nach mehreren Sitzungen des Gemeinderates und des Veraltungsrates der Freiwilligen Feuerwehr wurde der dritte Bauplan für richtig befunden und zur Genehmigung ans Landratsamt Kötzting weitergereicht.
Foto Barth Josef senior 

Foto Barth Josef senior 

Foto Barth Josef senior 


 
Im Frühjahr 1947 wurde mit den Vorbereitungsarbeiten für das Gebäude mit zwei Stellplätzen begonnen. Gemeinschaftlich wurde die Erdarbeiten ausgeführt. Im Steinbruch der Eheleute Georg und Theres Schmelmer aus Gradis wurden die Bruchsteine für das Sichtmauerwerk gebrochen, zur Baustelle befördert und von Steinmetz Stieglmeier und Irrgang aus Lederdorn geformt. Der Sand kam kostenlos aus der Sandgrube in Gradis, wo er von freiwilligen Helfern gegraben und zur Baustelle befördert wurde. Die Ziegelsteine wurden von Mauermeister Franz Fischer mithilfe seiner Ehefrau, Kindern und freiwilligen Helfern geschlagen, gebrannt und günstig für den Bau geliefert. Das Bauholz wurde von den Waldbesitzern aus Gehstorf und der Umgebung gestiftet. Die Schreinerarbeiten wurden von der Bau- und Möbelschreinerei Karl Plötz ausgeführt, der Türen und Fenster zu geringem Preis fertigte. Zimmerermeister Josef Wenzl arbeitete kostenlos, Kalk, Zement und Dachziegel beschafften Kommandant Mühlbauer, Kassier Josef Plötz und Feuerwehrmann Karl Fischer. 1949 war der Bau nach insgesamt 430 Tagschichten an freiwilligen Leistungen und 138 Tagschichten an freiwilligen Transporten und Fuhrleistungen abgeschlossen. Der Bau war nach Ausführung und Bauweise einmalig für den Landkreis Kötzting.
WEITERE ANSCHAFFUNGEN

1955 wurde das Feuerwehr-Gerätehaus um einen Schlauchturm erweitert, ebenfalls in Gemeinschaftsarbeit. Sechs Jahre später musste ein neues Löschgerät von der Familie Paul Ludwig beschafft werden. 






Die Fahnenweihe von 1962




 
 


Auch die Fahne musste ausgetauscht werden: Nach einer Haussammlung, die 1488 Deutsche Mark ergab, und weiteren Spendengeldern, konnte sie am 30. September 1962 durch Stadtpfarrer Josef Augustin kirchlich geweiht werden. 

"nn. Gehstorf. Im Morgennebel hatten sich die Wehren und die Gemeindemitglieder am Sonntagmorgen auf dem Platz vor dem Feuerwehrhaus in Gehstorf versammelt. Der Altar war eindrucksvoll in dem Tor der bei den Hallen aufgestellt worden und das Licht der Kerzen wetteiferte mit der durch die Nebel dringenden Morgensonne, die einen schönen Tag versprach. Stadtpfarrer Augustin aus Kötzting hatte es sich nicht nehmen lassen, die Feldmesse persönlich zu zelebrieren und die Weihe der neuen Fahne vorzunehmen.
KU vom 1.10.1962 Fahnenmutter Frau Plötz mit ihren Begleiterinnen


Von eingehendem Verständnis für die Belange der Feuerwehr waren die Worte getragen, die der Priester und Seelsorger den Männern der Wehr für ihre Fahne mit auf den Weg gab. Pfarrer Augustin betonte, dass die Fahne seit alters her ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Lebens gewesen sei, sei es als Ausdruck des Kampfes, des Sieges, des Triumphes oder der Freude und Trauer. Sei es, dass sie von den Giebeln und Portalen der Häuser wehe, oder sich, mit Flor verdunkelt, über die Gräber der  Verstorbenen senke. Immer aber seien die Fahnen auch mit einer Verpflichtung verbunden gewesen.

Stadtpfarrer Josef Augustin bei der Weihe der neuen Fahne


Wenn nun die Gehstorfer Wehr auf ihre neue Fahne die Inschrift habe einstecken lassen: „Gott zur Ehr' — dem Nächsten zur Wehr“, so sei damit auch eine Verpflichtung verbunden, nämlich, gemäß dieses Spruches, sowohl als christliche Männer zu leben und zu handeln, wie auch in Gefahr und Not selbstlos und einsatzfreudig für die Mitmenschen einzustehen und ihnen zu helfen, ganz gleich, ob sie reich oder arm, politisch rechts oder links, evangelisch oder katholisch seien. Die Fahne und deren Sinnspruch sei ein öffentliches Bekenntnis zu einer hilfsbereiten, christlichen Lebensführung.

Fahnenblätter der zweiten Fahne der FFW Gehstorf Bild aus der Festschrift der
100 Jahrfeier von 2001



Nachdem Stadtpfarrer Augustin der Menge seinen priesterlichen Segen erteilt hatte, ergriff Vorstand Josef Fischer das Wort und begrüßte die erschienenen Ehrengäste, Landrat Nemmer, als besonderen Schirmherrn und Helfer der Feuerwehren, den Kreisbrandinspektor Barth, sowie dessen Stellvertreter Karl Krämer, die Kreisbrandmeister Kammermeier und Gürster, den Bürgermeister Mühlbauer, den Patenverein Sperlhammer und alle erschienenen Männer der Wehren und die Bevölkerung. Sein besonderer Dank galt Stadtpfarrer Augustin für die kirchliche Handlung und die Weihe der Fahne. Ebenso dankte Vorstand Fischer auch der Fahnenmutter, Frau Sophie Plötz, und den Ehrenjungfrauen.



Landrat Nemmer begrüßte den Stadtpfarrer, alle Anwesenden und die Wehren und dankte der Gehstorfer Wehr, die sich aus dem Gefühl des Dienens heraus, aus den kleinsten Anfängen zu ihrer heutigen Bedeutung entwickelt habe. Landrat Nemmer betonte, daß, wo die Feuerwehren in Ordnung seien, auch in den betreffenden Gemeinden alles andere in Ordnung gehe, und wünschte der Gehstorfer Wehr alles Gute und viel Glück. Und daß die Wehr immer Männer haben möge, die ein echtes „Feuerwehrherz“ besäßen.

Kreisbrandinspektor Barth, Kötzting, erklärte, daß Stadtpfarrer Augustin bereits so treffende und zu Herzen gehende Worte gefunden habe, daß ihm, als Feuerwehrfachmann eigentlich nichts mehr zu sagen übrig bliebe. Barth wünschte der Gehstorfer Wehr viel Glück und daß ihr Geist immer so rege bleiben möge, wie bisher; jener Geist, der ein Feuerwehrhaus und einen Brandweiher habe entstehen lassen, die als Musterbeispiel für viele gelten können.

Bürgermeister Mühlbauer dankte als Vertreter der Gemeinde insbesondere Stadtpfarrer Augustin, sowie den Männern der Wehr und den Bürgern der Gemeinde, die zu der Anschaffung der neuen Fahne und zur Ausgestaltung des Tages, auch mit dem Schmuck der Häuser, freudig beigetragen hatten.

Danach erfolgte der Austausch der wirklich schönen und prachtvollen Erinnerungsbänder. Würdig überreichte die Fahnenmutter, Sophie Plötz, das von ihr gestiftete Band; mit reizenden Gedichten wurden die Bänder der Gehstorfer Wehr und des Patenvereins seitens der Ehrenjungfrauen überreicht und ausgetauscht. Auch ein Erinnerungsband für die gefallenen und verstorbenen Kameraden, der wehmütige an die nebenan gehängte, von einer Gedenkminute mit dem Lied des „Guten Kameraden“ folgte. Nach einem Schlußwort von Vorstand Fischer, überreichte Jakob Hauser, Kötzting, noch ein Erinnerungsband seitens des Schützenvereins und wünschte der Gehstorfer Wehr viel Glück und Freude an der neuen Fahne.

Unter den flotten Weisen der Blaskapelle Greisinger aus Grafenwiesen, welche auch die Feldmesse musikalisch begleitet hatte, brachte der Festzug dann die Teilnehmer in die Gehstorfer Gaststätte zum Frühschoppen.

Der Nachmittag vereinigte alle Festteilnehmer im Gasthause Reith in Ried, wo nach einer Festansprache des Ehrenkommandanten, Karl Plötz, Gehstorf, die Ehrung der langjährigen Mitglieder erfolgte. Für eine aktive Mitglied.schaft von 25 Jahren wurden ausgezeichnet: Fischer Josef, Fischer Karl, Hartl Alois, Kollmer Josef, Kugler Johann, Mühlbauer Max, Plötz Adalbert, Plötz Karl, Rupprecht Karl, Schwarz Franz jun., Schmatz Johann, Wiederer Wolfgang, Franz Josef, Berntopf Franz und Schmelmer Georg.

Für eine Mitgliedschaft von 40 Jahren: Amberger Josef, Amberger Paul, Baumgartner Engelbert, Fischer Josef, Fuidl Alois, Fuidl Franz, Greil Josef, Hausladen Wolfgang, Mühlbauer Karl, Pfeffer Josef, Plötz Andreas, Röhrl Wolfgang, Wenzl Josef, Zieris Franz, Plötz Karl, Früchtl Wolfgang, Piendl Franz und Plötz Josef. Für eine Mitgliedschaft von 50 Jahren: Schwarz Franz sen., Stauner Johann und Kollmer Martin.

Eine besondere Freude war es, vier Gründungsmitglieder der Gehstorfer Wehr für eine Mitgliedschaft von 60 Jahren auszeichnen zu können. Es waren dies: Josef Bergbauer, Franz Fischer, Josef Graßl und Wolfgang Straubinger.

Ein Jahrtagsball unter den flotten Tanzweisen der Kapelle Greisinger, Grafenwiesen, beschloß diesen besonderen Tag der Gemeinde Gehstorf und ihrer Freiwilligen Feuerwehr.-






Die Fahnenweihe des Jahres 1976







Im Sommer 1976 feierte die Freiwillige Feuerwehr Gehstorf ihr 75 jähriges Gründungsjubiläum und von diesem Großereignis gibt es in dieser Sammlung einen ganzen Kleinbildstreifen.
Hier nun meine Fotodokumentation der Jubiläumsfeier aus dem Jahre 1976

 
Die Gehstorfer Wehr vom Juli 1976

 
Von Josef Franz, einem ehemaligen Gehstorfer, der nun in Bad Neustadt lebt, habe ich eine genauere Auflistung der Feuerwehrler erhalten: 

Erste Reihe v.l.:

Josef Franz (Goglschneider Sepp), Karl Plötz, Josef Bergbauer, Johann Kugler sen.
Josef Früchtl (Schouster Sepp)

Erste Reihe stehend v.l.:

Gerhard Zistler, Michael Fuidl, Alois Schwarz, Josef Wenzl?, Wolfgang Röhrl, Johann Kugler jun., X, Hermann Vogl, Josef Mathes, Reinhold Amberger, Josef Kollmer, Josef Fischer (Holzer Sepp), Karl Mühlbauer (Hoisnhansl Karl), Hubert Fuidl

Hintere Reihe stehend:

Heinz Mühlbauer, Georg Mühlbauer (nicht Max Mühlbauer), Sand?, Karl-Heinz Hentschel, Adolf Auzinger? (eventuell auch Alois Röhrl), Hans Preiß, Wolfgang Kugler, Wendelin Plötz, Herbert Wenzl, Josef Plötz, Wolfgang Wiederer (nicht Weiderer), Wolfgang Straubinger (Stuiber Gang, Ried am Haidstein)

Vor Josef Plötz (hintere Reihe stehend) und halbllinks von Hermann Vogl (erste Reihe stehend) ist Gerhard Plötz abgebildet, rechts daneben zwischen Wolfgang Wiederer und Josef Mathes ist sein Bruder Karl Plötz. Die zwischen Wolfgang Straubinger (hintere Reihe stehend, ganz rechts) und Reinhold Amberg (erste Reihe stehend) befindliche Person kann ich nicht erkennen.

 





Kötzting – (hi). Am Samstag und Sonntag kann die Freiwillige Feuerwehr ihr 75. Geburtstagsfest begehen. Sicher ist dieses Jubiläum ein Anlass zum Feiern, doch hat sich die Führungsriege der Gehstofer Feuerwehr  - die seit 1971 zum Stadtbereich von Kötzting zählt – entschlossen, dieses Fest in einem weniger aufwendigen Rahmen durchzuführen. Zur Feier werden nur die Feuerwehren des KBM-Bereiches Kötzting sowie die KSK Kötzting, der Schützenverein Gehstorf und die Nachbarfeuerwehren von Bärndorf, Lederdorn, Liebenstein und Thenried eingeladen. Schirmherr ist Bürgermeister Karl Seidl.

Die organisatorischen Arbeiten für den 75. Geburtstag sind so gut wie abgeschlossen. Mehrmals tagte die FFW-Vorstandschaft, um letzte Einzelheiten festzulegen. Das Fest dauert von Samstag, 10. Juli, bis einschließlich Sonntag, 11. Juli. Das Festbier kommt von der Brauerei Späth aus Lohberg. Als Festwirt wird der ehemalige 2. Kommandant und jetzige Gerätewart der FFW Gehstorf, Karl-Heinz Mühlbauer, fungieren. Die Ausgestaltung einer Bierzeltes erledigt sich, weil der hiesige Bauunternehmer und Maurermeister Josef Breu zur Abwicklung des Festes eine Gerätehalle zur Verfügung gestellt hat und auch der große Vorplatz vor dieser Halle kann benützt werden. Für das leibliche Wohl der Festgäste sorgt Oswald Borowitz aus Kötzting-Kaitersbach. Als Festkapellen konnten für den Samstag, 10. Juli, die „Zellertaler Buam“ und für Sonntag, 11. Juli (Hauptfest), die Blaskapelle Kurz gewonnen werden.

Das 75jährige Bestehen gibt Anlass, einen Streifzug durch die Chronik des Jubiläumsvereins zu machen.

Die Freiwillige Feuerwehr Gehstorf wurde im Jahre 1901 von 22 Gründungsmitgliedern, von Karl Piendl, Karl Plötz, Wolfgang Röhrl, Georg Amberger, Josef Amberger, Josef Bräu, Josef Bergbauer, Johann Baumgartner, Franz Fischer, Wolfgang Fuidl,  Wolfgang Straubinger, Franz Schwarz, Josef Hartl, Xaver Plötz, Michael Fuidl, Andreas Plötz, Josef Graßl, Karl Franz, Xaver Mühlbauer, Johann Piendl, Johann Wiederer und Josef Plötz ins Leben gerufen.

Einschub Wolfgang Straubinger:
Im Februar 1920 erschien folgende Meldung im Kötztinger Anzeiger:
Kötzting, 10. Februar. Gefangenenheimkehr. — Wiederum erfahren wir, dass wieder einer aus Gefangenschaft zurückgekehrt ist und zwar Wolfgang Straubinger, Söldner von dem nahen Gehsdorf. Ueber volle 3 Jahre schmachtete unser Kriegskamerad in französischer Gefangenschaft, bis endlich am vergangenen Samstag er als freier Mann seiner Familie und Besitztum zusteuerte. Welch ein Empfinden er wohl gehabt haben wird, als er nach langer Abwesenheit die heimatlichen Gefilde, seine Nachbarn und Freunde wiedersah. Möge er im Kreise seiner Familie sich wieder erholen und die ihm zum Ekel gewordene Gefangenschaft vergessen.
Einschub Ende

Schon im Gründungsjahr konnte das erste Löschgerät, eine Handsaugdruckspritze, beschafft werden. Zwei Jahre später wurde nach vorheriger Haussammlung die erste Fahne angeschafft, die im selben Jahr die kirchliche Weihe erhielt.
1906 wurde die Wehr mit einer neuen fahrbaren Handdruckspritze ausgerüstet, die 1946 durch eine TS 8/8 abgelöst wurde.
1948 wurde unter damaligen schwierigen Verhältnissen in Gemeinschaftsarbeit ein neues Feuerwehrgerätehaus, das aus damaligen Zeit in seiner Bauweise und Ausführung einmalig war, erstellt. Kötzting einmalig und sehenswürdig war.
1950 wurde dann auch noch der Schlauchturm gebaut und das ganze Gebäude mit einem Außenputz versehen.
1955 machte die Feuerwehr Gehstorf durch den Bau eines wasserzügigen Feuerlöschteiches in Gehstorf von sich reden.
1961 konnte von der FA. Paul Lindberg eine neue und moderne Motorspritze TS 8/8 angekauft werden. Bereits ein Jahr später wurde die schadhafte alte Fahne durch eine neue ersetzt und dieser wurde in Anwesenheit des damaligen Landrats Rudolf Nemmer, Kreisbrandinspektor Josef Barth, des Kreisbrandmeisters Michael Kammermaier, Brandmeisters Gürster, Vorstands Josef Fischer und Kommandanten Michael Fuidl und unter großer Beteiligung der Bevölkerung von Gehstorf und Umgebung am 30. September 1962 im Rahmen einer Feldmesse beim Festgottesdienst die kirchliche Weihe zuteil.

Großzügige Unterstützung von Seiten der Stadt

Der frühere Stadtpfarrer von Kötzting, Josef Augustin, nahm diese Segnung vor. Als Fahnenmutter stellte sich die Schreinermeistergattin Sophie Plötz von Gehstorf 18 zur Verfügung und als Festjungfrauen standen ihr Renate Piendl, Rita Neumeier und Elisabeth Plötz zur Seite. Die weltliche Feier fand im Gasthaus Josef Raith in Ried statt. Eine besondere Ehrung erfuhren die damals noch lebenden und inzwischen verstorbenen Gründungsmitglieder Wolfgang Straubinger, Franz Fischer, Josef Graßl und Josef Bergbauer.
1970 wurde hinsichtlich einer Verbesserung des Feuerschutzes von der damals noch selbständigen Gemeinde Gehstorf der Ankauf eines neuen Löschfahrzeuges (Ford Transit) beschlossen und durchgeführt. Seit diesem Zeitpunkt ist die heutige Jubelwehr motorisiert.
Am 1. Oktober 1971 wurde im Zuge der Gebietsreform die Gemeinde Gehstorf und damit auch die hiesige Feuerwehr zur Stadt Kötzting eingegliedert und erhält seit dieser Zeit großzügige Unterstützung in finanzieller und materieller Hinsicht durch die Stadt Kötzting.
1976, im Jahr des 75jährigen Bestehens, zählt die Feuerwehr Gehstorf 118 Mitglieder. sie verfügt überdies über eine Löschgruppe mit dem Leistungsabzeichen in Silber mit Wiederholung für Gold (III.1.),  eine weitere Löschgruppe mit Silber und über sieben Löschgruppen mit dem Leistungsabzeichen in Bronze (Stufe I).
Zur weiteren Verbesserung des Feuerschutzes wurden im vergangenen Jahr (1975) im Auftrag der Stadt Kötzting in den Ortschaften Gadsdorf,  Gradis und Zeltendorf Löschwasser-Zisternen eingebaut, alles Maßnahmen, wofür dem 1. Bürgermeister Karl Seidl von Kötzting und dessen Stadtrat Dank und Anerkennung gebühren.

Im Mittelpunkt der Gründungsfeierlichkeiten anlässlich des 75jährigen Bestehens der FFW Gehstorf soll der Festgottesdienst am Sonntag, 11. Juli, beim Feuerwehrgerätehaus stehen, der um 10 Uhr beginnt. Für genügend Platz und eine gute Verständigung über Lautsprecher wird Sorge getragen. Der Festgottesdienst wird umrahmt von der Blaskapelle Kurz. Der Festakt mit Bändervderleihunh folgt um 14 Uhr.













Hier nun anschließend die Fotos von der Veranstaltung - der verantwortliche Fotograf und Redakteur hatte den Kürzel "kfi".

von links: Andreas Zistler, Sonja Bergbauer (geb. Plötz), Hildegard Fuidl, Karin Amberger
 





1976 gabs in Gehstorf noch ein Lebensmittelgeschäft







Der Kötztinger Spielmannszug 

Hildegard Fuidl und Karin Amberger

Die Festjungfrauen mit Begleitung
erste Reihe von links: Andreas Zistler, Sonja Bergbauer (geb. Plötz), Hildegard Fuidl, Karin Amberger
hintere Reihe: v.l. Frieda Straubinger (geb. Plötz) Josef Bergbauer

Die Honoratioren an der Spitze mit dem Stadtrat Karg und Bürgermeister Karl Seidl.
v.l. Plötz Kalr (Benger) , xx, mit Gehstock: Lugauer Hans, Karg Sepp, Bgm Karl Seidl

Die Fahnenabordnungen beim Festgottesdienst vor dem Feuerwehrgerätehaus in Gehstorf






Stadtpfarrer Dirscherl zelebrierte die Messe.





Nach dem Gottesdienst vor dem Feuerwehr haus zog die Festgemeinschaft in die große Halle der Fa. Breu, wo die Festreden gehalten und die Auszeichnungen vergeben wurden.

Der Kötztinger Bürgermeister Karl Seidl im Kreise der Ausgezeichneten Gehstorfer Feuerwehrmänner.

"Kötzting-Gehstorf (kfb). Bei einem Gründungsfest einer Feuerwehr gedenkt man nicht nur den verstorbenen Mitgliedern sondern auch jenen, die sich für die Wehr besonders verdient gemacht haben. So war es auch bei der FFW Gehstorf am vergangenen Wochenende am Samstagabend. Als der Festverein am Samstagabend vom Feuerwehrgerätehaus unter den Klängen der Kapelle „Zellertaler Buam“ in die Festhalle bei Gehstorf eingezogen war und sich die Festgäste gefüllt hatte, wurden langjährige Männer ausgezeichnet.

Bürgermeister Karl Seidl zapfte den ersten Banzen an. Kurz nach 20 Uhr wurde von Vorstand Karl Plötz die offizielle Begrüßung vorgenommen. Der besondere Gruß galt Landratsstellvertreter Josef Karg, Schirmherrn und 1. Bürgermeister Karl Seidl mit Kötzting, KBI Michael Kammermayer sowie seinen Kreisbrandmeistern Georg Radlinger(Kötzting), Alfons Fischer (Thenried), Rudi Raab (Blaibach) und Karl Bauer (Lam), Kreisbrandinspektor Kilian aus Zwiesel, Fahnenmutter Sophie Plötz und Kaufhausinhaber Alois Wanninger aus Kötzting, der einen Teil seiner Dekoration für die Ausschmückung der Festhalle zur Verfügung gestellt hatte.

Kreisbrandinspektor Michael Kammermayer nahm im Beisein der Kommandanten der FFW Gehstorf die Ehrungen vor. Zu den Ausgezeichneten gehörten vierzehn Männer, davon zwei für ihre 40jährige aktive Dienstzeit. Michael Kammermayer ließ keinen Zweifel daran, dass es die Gehstorfer Feuerwehr wert sei, mit ihr ihren 75. Geburtstag zu feiern. Dass sie dies in einem bescheidenen Rahmen tue, spreche für sie. Auch die kleineren Feuerwehren hätten, so Kammermayer, ihre Daseinsberechtigung. Und wenn auch nicht weit davon ab die Stützpunktfeuerwehr Kötzting sei, so würde die FFW Gehstorf zusammen mit den übrigen Stadtfeuerwehren das Rückgrat dieser Stützpunktfeuerwehr bilden.

Deshalb sei für die Stadt Kötzting die Wahrnehmung des Feuerschutzes eine der vornehmsten Pflichtaufgaben, auch wenn sie diese Aufgabe finanziell gesehen mitunter minder stark belaste. Man könne Millionen in den Feuerschutz investieren, doch den Idealismus und die Kameradschaft der Feuerwehrmänner könne man nicht kaufen.

Anschließend wurden die Ehrungen vorgenommen und sowohl Landratsstellvertreter Josef Karg als auch Schirmherr und 1. Bürgermeister übermittelten den jeweils Ausgezeichneten ihre herzlichsten Glückwünsche.
Das goldene Feuerwehrsteckkreuz des Bayerischen Innenministeriums konnten für ihre 40jährige geleistete aktive Dienstzeit bei der FFW Gehstorf Franz Piendl und Johann Kugler, beide Gehstorf, in Empfang nehmen.
Für ihre 25 Jahre aktive Dienstzeit innerhalb den Reihen der FFW Gehstorf erhielten das silberne Feuerwehrkreuz am Band:
Franz Fischer, Gehstorf 11 1/2; Wolfgang Kugler, Gehstorf 19; Xaver Mühlbauer, Zellendorf 24 1/2; Josef Bergbauer, Gradis 3; Johann Gierl, Gehstorf 17; Johann Graßl, Gehstorf 33; Josef Fischer, Gehstorf 15; Karl Mühlbauer, Zeltendorf 18; Karl Breu, Gehstorf 25; Michael Fuidl, Gehstorf 38; Alois Schwarz, Gehstorf 7; Josef Kollmer Gehstorf 14. Dank und Anerkennung wurde diesen Wehrmännern von allen Seiten entgegengebracht. 
  • Franz Fischer, Gehstorf 11 1/2
  • Wolfgang Kugler, Gehstorf 19
  • Xaver Mühlbauer, Zellendorf 24 1/2
  • Josef Bergbauer, Gradis 3
  • Johann Gierl, Gehstorf 17
  • Johann Graßl, Gehstorf 33
  • Josef Fischer, Gehstorf 15
  • Karl Mühlbauer, Zellendorf 18
  • Karl Breu, Gehstorf 25
  • Michael Fuidl, Gehstorf 38
  • Alois Schwarz, Gehstorf 7
  • Josef Kollmer Gehstorf 14
  • .





    einfach eine bunte Bildersammlung 

    Jahrtag 1973




    1974 die neue Führungsspitze:


    und der Jahrtag:




    Jahrtag 1975:





    22.3.1977




    21.5.1977 Waldfest der FFW Gehstorf:





    27.9.1977: Ehrung



    28.9.1977



    16.6.1978: Ehrung




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    Mittwoch, 1. Juli 2026

    Therese Pritzl - Michael Heigls unerschütterliche Geliebte

     Therese Pritzl

    Ich möchte hier gleich vorausschicken, dass ich viele der persönlichen Dokumente, auf denen dieser Beitrag über Therese Pritzl beruht, von Alfred Silberbauer („Gwasch“) aus Rimbach erhalten habe. Er hat insbesondere die Hohenwarther Kirchenbücher intensiv ausgewertet, schon vor Jahren den genauen Geburtsort Michael Heigls ermittelt und mir darüber hinaus eine Fülle weiterer Unterlagen zur Verfügung gestellt. Dafür gebührt ihm mein herzlicher Dank.
    Hier zunächst der Link auf die bisher von mir veröffentlichten Beiträge zum Thema Michael Heigl aka der Räuber Heigl.

    Die „roude Res“ – mir bis heute ein Rätsel

    Schon seit Langem beschäftigt mich die Frage, woher die Bezeichnung „roude Res“ eigentlich stammt – und vor allem, wann sie erstmals für Therese Pritzl verwendet wurde. Trotz intensiver Recherchen konnte ich in den zeitgenössischen Quellen keinerlei Hinweis darauf finden, dass die junge Mutter zu ihren Lebzeiten oder auch nur kurz danach unter diesem Beinamen bekannt gewesen wäre.

    Deshalb neige ich inzwischen zu der Vermutung, dass dieser „Kampfname“ überhaupt nicht aus der Zeit Michael Heigls stammt. Vieles spricht vielmehr dafür, dass die Bezeichnung erst Anfang des 20. Jahrhunderts – aus welchem Anlass auch immer – aufgekommen ist.
    Der erste Hinweis auf diesen Namen, den ich kenne,  stammt aus dem bekannten Räuber Heigl Lied "Der Heigl war kein böser Mann", das dem "Waldbua Franz Schwarz" zugeschrieben wird.  Dieser war mit seinen Moritaten,  Liedern und Gstanzln in den 20er und 30er Jahren in Kötzting und drum herum sehr erfolgreich und sicherlich in der Lage gewesen solch einen Namen auf diesem Wege in den Kötztinger Sprachgebrauch einzuführen und dann auch zu verankern.

    Noch in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts war es wohl durchaus noch ein Reflex, nicht auffindbare Gegenstände dem Räuber Heigl zuzuordnen, und sei es nur aus Spaß und Fopperei.
    Und so bleibt am Ende nur noch das Lied vom Heigl, der danach nur ein braver Mann gewesen sein soll.
    Der Autor war mit hoher Wahrscheinlichkeit der "Waldbua" Franz Schwarz, der gleich bei Kriegsbeginn des Zweiten Weltkriegs in Holland einem Verkehrsunfall zum Opfer gefallen war.

    Ein "Beitrag für unsere Feriengäste" in der Kötztinger Zeitung von KB Krämer aus dem Krämerarchiv.
    KB Krämer schreibt darin, das Franz Schwarz das Lied in einem Moritatenbüchlein in Grafenwiesen gefunden habe.


    Arbeitskreis Heimatforschung: links Franz Schwarz, der Waldbua.
    Hier in der Kötztinger Metzstraße. 

     Trotzdem bleibt das Ganze für mich eigentlich ein bis heute ungelöstes Rätsel der Heigl-Überlieferung vor allem vor dem Hintergrund der historischen Personenbeschreibung Therese Pritzls aus den Prozessakten, die so gar nicht auf eine "Roude" passen will.

    Fangen wir zunächst an mit der Suche nach ihrer Geburt:

    Die beim Strafprozess im Juni 1854 als 22 bis 23 Jahre alte Angeklagte bezeichnete Inwohnerstochter Therese Pritzl aus Gotzendorf müsste demnach um das Jahr 1831 geboren worden sein.
    In den Geburtsmatrikeln von Hohenwarth lassen sich im fraglichen Zeitraum gleich 2 Geburten einer Therese Pritzl belegen. Bei einer Geburt heißt der Vater Michael P. und bei der anderen Josef.
    Wir kennen aus den Polizeiakten den Vornamen des Vaters - Josef - , daher können wir mit Sicherheit eine der beiden Mädchen ausschließen,

    Geburtsmatrikel Hohenwarth 

     handschriftlicher Zusatz: "legitimata per subsequens matrimonium 26ten Februar 1840" also: "durch nachträgliche Verehelichung legitimiert".


    Die Taufpatin war Walburga Achatz, eine Inwohnerstochter von Hudlach.

    Durch diesen Hinweis auf die spätere Eheschließung der beiden, kann auch dieser Eintrag gefunden werden.


    Am 23. Februar 1840 heirateten der auf Hausnummer 30 in Gotzendorf wohnende Inwohner Joseph Pritzl, Sohn des Gotzendorfer Inwohners Michael Pritzl und dessen Ehefrau Anna Maria, geborene Spindl aus Unterzettling, sowie die Inwohnerstochter Theresia Herlich aus Arrach. Sie war die unehelich geborene Tochter der Anna Gotz aus Arrach und des Dienstknechts und Soldaten Stephan Herrlich aus Döschernitz.

    Als Trauzeugen fungierten Andrä Geiger aus Gotzendorf und Benedikt Armansberger.

    Das Haus mit der Hausnummer 30 in Gotzendorf ist der sogenannte "Bergpritzl" und als solcher auch bereits im Jahre 1830 in der ältesten Karte eingetragen.

    Detail aus Bayernatlas historisch

    Oben links ist übrigens das Laumerhäusl zu erkennen, das bekannte, bis heute erhaltene kleine Haus direkt an der Straße. Dort wohnte nachweislich auch Josef Pritzl, der wegen seiner nachgewiesenen Verwicklungen in Heigls Machenschaften immer wieder auf behördlichen Druck aus dem Haus verwiesen wurde. Das Laumerhäusl (Hausnummer 29½) war ein sogenanntes Inhaus, das zum Bauernhof mit der Hausnummer 29 mitten in Gotzendorf gehörte.



    Schaut man in den Grundsteuerkataster so findet sich dort als Besitzer des Hauses ein Josef Geiger.
    Der Bauer - eher Söldner, da das Anwesen eher von kleinerer Natur war - Josef Geiger hatte also die Pritzlfamilie als Inwohner bei sich auf dem Hof.

    StA Landshut Grundsteuerkataster 8-14-1 Gotzendorf mit Reitenstein und Arndorf

    Die Familie Pritzl hatte mehrere Kinder:
    1. Therese, geboren am  11.12.1831
    2. Katharina, geboren am 27.2.1834  (die Mutter wird als Ehrlich, nicht Herrlich bezeichnet)
    3. Barbara, geboren am 11.4.1838 (die Mutter wird als Ehrlich, nicht Herrlich bezeichnet)
    4. Franz, geboren 6.2.1841
    5. Franzisca, geboren am 18.1.1843
    6. Josef, geboren am  16.3.1845  
    7. Anna, geboren am 5.1.1847 und
    8. Andreas, geboren am 23.12.1849

    Schon im Sommer 1843 – die Resl ist damals gerade einmal zwölf Jahre alt – hält sich Michael Heigl, zu dieser Zeit ein 27-jähriger junger Mann, nachweislich zusammen mit seiner damaligen Freundin Anna Maria Gruber beim „Bergpritzl“ auf. Beide können sich einer drohenden Verhaftung nur durch eine schnelle Flucht entziehen.
    Daraus lässt sich zumindest schließen, dass die junge Resl den großen und kräftigen Michael bereits seit einigen Jahren gekannt haben dürfte. Ob sie ihn damals heimlich bewunderte, wird sich zwar kaum jemals beweisen lassen, erscheint aber durchaus nicht ausgeschlossen.

    Foto Pongratz: der "Bergpritzl"


    Wie lange diese „Annäherungsphase“ gedauert hat, wissen wir nicht. Spätestens ab dem Jahr 1847 scheint es jedoch zwischen den beiden „gefunkt“ zu haben. Denn nachweislich beginnt in diesem Jahr die Beziehung zwischen Michael Heigl und der jungen Pritzl-Tochter, wie die polizeilichen Akten eindeutig belegen:


    15.3.1847    Brigadier Haas: Heigl ist oft im Laumerhaus, dessen Besitzer Josef Pritzl heißt.
    20.4.1847    Im Protokoll des Landrichters Carl von Paur unter Punkt
    4:  Das Laumerhäusl zu Gotzendorf, Eigentum das Gemeindevorstehers von dort ist von den gegenwärtigen Bewohnern Resch und Pritzl, als bekannte Diensthehler, der beiden gemeinen Verbrecher augenblicklich zu räumen und in dasselbe Inhaus sind künftig nur Inleute von gutem Leumund mit landgerichtischer Bewilligung einzunehmen.

    Foto Pongratz: das "Laumerhäusl"


    April 1847: Fund von Gegenständen (Laumerhaus in Gotzendorf) aus dem Raub bei den Schäfferischen Eheleuten in Amesberg, bei Resch Alois >>>> die Vernehmung bestätigte dieses.
    1.5.1847: Josef Resch, lediger Inwohnerssohn im Laumerhaus, wird verhaftet
    6.5.1847: Eine gewisse Theres Pritzl Inwohnerstochter des schon erwähnten Josef Pritzl wird beschuldigt, mit Heigl öfters zusammenzukommen
    Mai 1847: Anzeige, dass die Inwohnerseheleute Resch und Pritzl dem Befehle, das Laumerhaus zu verlassen, nicht gefolgt seien >>>> wurden mit Zwang aus dem Hause entfernt.
    Mai 1847:  Die Verhaftung des Josef Pritzl aus dem Laumerhaus und des Georg Pongratz von Kager wird beschlossen.
    6.6.1847: Nach Gendarmerieberichten soll die Inwohnerstochter Theres Pritzl von Gotzendorf mit Heigl in Verbindung stehen: Hausdurchsuchung angeordnet: man fand: Seidenzeug, und Geld. >>> verhaftet und vernommen, sie gestand ein Liebesverhältnis mit Michael Heigl und den Empfang dieser Gegenstände durch ihn, insbesondere ein Herzl von Filigran. Wurde sofort verhaftet und die ganze Familie unter Polizeiaufsicht gestellt.
    19.6.1847: Auszug aus dem Protokoll des Carl von Paur: Lt. Aktenlage Inwohner Joseph Pritzl von Laumerhäusl bei Gotzendorf war wohl der Hehler und Unterschlupfgeber des Heigl und mehrere Gegenstände und Geld, die der Tochter Theres Pritzl im Himmelreich abgenommen worden waren, hatte ihr, nach ihrem Geständnis, Michael Heigl zur Aufbewahrung übergeben und stammten von dem Raube bei Pirka.

    Bereits seit Monatsanfang war die ganze Familie Pritzl in Gotzendorf unter Polizeiaufsicht gestellt worden, und nun diese peinliche Situation:
    "13/14 Juli 1847  Anzeige der Gemeinde Gotzendorf, dass Theres Pritzl aus dem elterlichen Hause sich entfernt habe."

    Nach der Therese Pritzl wurde nun ebenfalls gefahndet und wenige Tage vorher waren bereits bei der Anna Maria Gruber von Reitenstein "verschiedene Effekten" gefunden worden. A.M. Gruber wurde nun verhaftet und vernommen, doch nach einigen Tagen wieder auf freien Fuß gesetzt. 
    MH hielt wohl zu der Zeit noch Kontakt zu beiden Frauen; auf seine Flucht nahm er aber wohl nur die junge Therese Pritzl mit; A.M. Gruber hatte ja auch noch Kinder zu versorgen.
    Mit dieser Nachricht, dass Therese Pritzl von Zuhause verschwunden sei, enden zunächst die Nachrichten im Gendarmerie-Report im Juli des Jahres 1847. 
    Es kehrt Ruhe ein im Landgericht Kötzting , bis zum nächsten  - vermuteten - Auftauchen Heigls im Sommer des drauffolgenden Jahres.

     

    Einschub:
    Die Kinder Michael Heigls

    Die "gesicherten" Kinder des Michael Heigl mit Anna Maria Gruber und Therese Pritzl:
    "Auszüge aus dem Taufregister (PfA Bad Kötzting, Mikrofiche)

    MF 697/98:

    Heigl Michael, illeg., geb. 16.11.1836 (Taufmatrikel S. 84)
        Vater: Michael Heigl, Inwohnerssohn, Beckendorf (d. Z. in der Fronfeste zu Kötzting)
        Mutter: Anna Maria Gruber, eine uneheliche Einwohnerstochter, Reitenstein

    Heigl Christoph, illeg., geb. 3.5.1839 (S. 110)
        Vater: Michael Heigl, Inwohnerssohn, d. Z. in Reitenstein
        Mutter: Anna Maria Gruber, eine uneheliche Einwohnerstochter, wieder unehl.
            Einwohnerstochter, von Reitenstein – 2. Mal

    Heigl Theres, illeg., geb. 20.11.1840 (S. 130)
        Vater: Michael Heigl, Inwohnerssohn, d. Z. in Reitenstein
        Mutter: Anna Maria Gruber, eine uneheliche Einwohnerstochter, wieder unehl.
            Einwohnerstochter (Abdeckerstochter), von Reitenstein – zum 3. Mal

    Heigl Georg, illeg., geb. 15.1.1842 (S. 149)
        Vater: Michael Heigl, Inwohnerssohn, d. Z. in Reitenstein
        Mutter: Anna Maria Gruber, eine uneheliche Einwohnerstochter, wieder unehl.
            Inwohners (Abdecker) Tochter – zum 4. Male

    MF 714:

    Heigl Georg, illeg., geb. 5.1.1853 (S. 39)
        Vater: Inwohnerssohn, Beckendorf
        Mutter: Theres Pritzl, Einwohnerstochter, Gotzendorf

    Therese Pritzl scheint jedoch schon Jahre zuvor Kinder auf die Welt gebracht zu haben, auch wenn sich dies in den Pfarrmatrikeln nur "in Klammern" nachweisen lässt.
    Im März 1849 wird in der Pfarrei Rimbach ein Findelkind getauft, bei dem eine Zusatz (Heigl?) schon mal den Verdacht in eine Richtung lenkt.

    Pfarrmatrikel Rimbach

    "Franziska * 17. März 1849

    Dieses Kind ist Nachts 7 Uhr  13. März bei Franz Stoiber mit einer tiefen Wunde am Kopf heimlich gelegt worden in HUndzell
    Der wirkliche Vater und die wirkliche Mutter fehlern
    (Heigl?)

    Gut ein Jahr später - am 18. April 1850 - ist in der Pfarrei Rimbach erneut eine Geburt eines Findelkindes vermerkt, und auch hier trägt der Pfarrer - oder ein nachträglicher Schreiber - bereits seine Vermutung, dass Michael Heigl der Vater sein müsste/könnte dem Eintrag hinzu.
    Pfarrmatrikel Rimbach 

     Kind; Carolina, illeg
    unbekannt der Vater: handschriftlicher Zusatz: Heigl - Räuber - Kaitersberg
    Mutter: Therese Pritzl

    Inwohnerstochter Gotzendorf
    24.4.1850
    Patin: Theres Schmatz, Inwohnerin von Gotzendorf
    wurde in der Nacht v. 23. und 24. April im Hause Nr. 27 zu Gotzendorf eingelegt und war etwa bis zur Taufe 5 bis 6 Tag alt.
    Einschub Ende

    Im Mai 1850 begann dann – nach zwei Jahren relativer Ruhe im Landgerichtsbezirk – erneut die Suche nach Michael Heigl und Therese Pritzl. Dieses Wiederauftauchen des Paares fügt sich zeitlich gut zu dem im März desselben Jahres dokumentierten Findelkind. Zwar lässt sich ein unmittelbarer Zusammenhang nicht belegen, doch spricht die Chronologie durchaus dafür, dass Therese Pritzl für ihre Niederkunft – und die spätere Aussetzung des Kindes – bewusst ihre heimatliche Umgebung aufsuchte.

    Therese Pritzl taucht dann erst wieder im September 1851 in den Akten auf, als das Paar mit einer Gendarmenpatrouille zusammenstieß, die für Heigl mit einer Verwundung am Arm endete, so dass er sein Gewehr verlor, welches ihm aber seine Therese retten konnte.
    Im Protokoll des Zusammentreffens ist auch TP erwähnt:

    Seitlich am Rande ist auch die Beteiligung der Therese Pritzl erwähnt:

    "Die Geliebte des Heigl entkam mit dessen Gewehr, das er, an den Armen verwundet, fallen ließ"


     Trotz seiner Liaison mit Therese Pritzl scheint MH seine frühere Freundin und die Mutter einiger seiner Kinder, Anna Maria Gruber, nicht ganz aus den Augen lassen zu wollen, denn am 4. September 1852 stattete er ihr einen besonderen Besuch ab, der nicht ohne Folgen geblieben war, sowohl bei Frau Gruber als auch in seinem eigenen Strafregister.

    7.9.1852 Körperverletzung zum Schaden der Anna Maria Gruber seiner früheren Concubine am 7. September 1852
    Unter Eid vernommen benennt sie als Thaeter den Michael Heigl, der ihr aus Rache diese Mißhandlung zugefügt habe.  Arbeitsunfähigkeit 16 Tage
    Beruht auf Vernehmung des Heigl.

    Es hat aber den Anschein, als ob MH seine Resl immer wieder auch bei ihren Eltern im Hause Bergpritzl abgeliefert hat, denn im 26. Oktober 1852 heißt es:

     26. Oktbr 1852: Durch Gendarmerierapport v. 26. Okt wurde der Häusler Pritzl v. Rosenau, der Bruder Wolfgang Heigl, der Häusler Pritzl, beim Bergpritzl genannt, der Häusler Paul Pritzl, beim Pritzl Pauli genannt, der Bierwirth Joseph Hastreiter zu Kötzting, Theres Pritzl led. v. Gotzendorf, der Verbindung mit Heigl angeschuldigt.
    Aufgrund der daraufhin eingeleiteten Strafmaßnahmen und der Ausschreibung Therese Pritzls liegt die Vermutung nahe, dass sie sich – zu diesem Zeitpunkt bereits wieder hochschwanger – unmittelbar nach der Hausdurchsuchung und der damit verbundenen Gefahr einer Gefängnisstrafe wieder zu Michael Heigl begeben hat. Vieles spricht dafür, dass das Paar von da an nahezu ununterbrochen zusammenblieb – bis zu seinem bitteren Ende.

    Am 12. Dezember 1852 ereignete sich in Pirka der verhängnisvolle Zusammenstoß zwischen Michael Heigl und dem Brigadier Sommer, den dieser nur schwer verletzt überlebte. Die anschließenden Ermittlungen brachten ans Licht, dass sich auch Therese Pritzl am Tatort befunden hatte. Für den Kötztinger Landrichter Carl von Paur war dies Anlass, die junge Frau künftig nicht mehr lediglich als Begleiterin Heigls zu betrachten. In seinem mehrere Punkte umfassenden Programm zur Verbesserung der Sicherheitslage im Landgerichtsbezirk widmete er ihr daher einen eigenen Abschnitt:

    "2. Über die Theresa Pritzl von Gotzendorf: .... so wurden alle ergriffenen Verfolgungsmaßregeln auch auf diese Person derselben in der umfassendsten Weise ausgedehnt, wie eine hohe Kreisstelle aus dem Berichte des zur Organisierung der Streifen dahier längere Zeit anwesenden Gendarmerieleutnants Fürst von Deggendorf mittlerweile gnädigst entnommen haben wird. Ihrer speziell in den bisherigen Berichten zu erwähnen, hielt man nicht für nötig, da sie bisher für minder gefährlich gehalten wurde, und sie erst bei der jüngsten stattgefundenen Verletzung des Brigadier Sommer von Viechtach ihre Verwegenheit und hohe Gefährlichkeit an den Tag gelegt hat.

     Nachdem die Aussetzung des 6 Tage alten Säuglings am 11.1.1853 (errechneter Geburtstermin war dann der 5.1.1853) passierte, war Therese Pritzl bei der Schießerei in Pirka im Dachgeschoss des Bauernhauses wohl bereits im 9. Monat schwanger gewesen.

    Aus den Akten ergibt sich ein interessantes Detail über die sechs Tage zwischen der Geburt des Kindes am 5. Januar 1853 und seiner Aussetzung am 11. Januar 1853. Die Kötztinger Gendarmen hatten sich wegen ihrer erfolglosen Jagd auf Michael Heigl den Spott der Bevölkerung gefallen lassen müssen. Als einige von ihnen daraufhin ihren Unmut in Übergriffen entluden, leitete die Behörde eine Untersuchung ein. Im Zuge dieser Ermittlungen wurde eine Zeugenaussage protokolliert, die überraschende Einblicke in die dramatischen Geschehnisse jener Januartage gewährt, kurz vor und nach der Entbindung
    .
    "Generalia: 34 Jahre alt, Schachtelmacher aus Ansdorf, welcher vereidigt wird.

    Ich kam am fraglichen Sonntag 9ten Jänner nachts von Neukirchen nach Hause nach Hohenwarth und erfuhr von meinem Weibe, daß sich die Theres Pritzl bei ihren Eltern im Zuhaus beim Hauserbauern Pöschl in Gotzendorf aufhalte und daß sie der Heigl dort abholen werde. Ich habe mich entschlossen noch abends den 2 Gehstunden weiten Weg hierher zu nehmen, bekam dann auf meine Anzeige vom Landgericht sogleich Gendarmen mit und ging mit diesen und mit dem Marktdiener, im Ganzen 9 Mann, nach Gotzendorf; ich habe den Brigadier genau instruiert, allein statt nach meiner Weisung beim Zuhäusl anzufangen, haben sie zuerst beim Bauer Pöschl selbst visitiert und die ganze Sache war dann fruchtlos. Nach den späteren Zugeständnissen meiner Schwiegermutter war Heigl damals wirklich gekommen und mit der Pritzl entwichen, während die Gendarmerie ungeschickter weis vorn beim Bauern umherwirtschaftete.
    Ich muß noch beifügen, daß mir meine Schwiegermutter Theres Ruprecht, Inwohnerin von Gotzendorf erzählte, daß die Pritzl mit dem Heigl schon an Hl Dreikönigtage zu ihr kam und ins Häusel hinein wollte, um wiederzukommen, weil ihre Geburtswehen schon begannen, daß sie aber die Pritzl nicht hineingelassen hätte."







    Therese Pritzl ist wieder Zuhause.

    Ganz besonders interessant ist eine Meldung in dieser Polizeistatistik - undatiert, aber nach einem Eintrag vom 17.2. - noch unter "Februar" - eingeschrieben - über Therese Pritzl.


    "Um diese Zeit wurde Theres Pritzl, Hüterstochter von Gotzendorf /:Gem. v.d.:/ der Verbindung mit Heigl dringend verdächtig, arretiert, vorgeführt.
    Wurde vernommen, detiniert, ihre Einweisung ins Arbeitshaus beschlossen, die aber nicht beschäftigt werden kann, da sie mittlerweile erkrankte.   
    Akte bei der k. Regierung"

    Therese Pritzl war also offensichtlich nach ihrer Niederkunft wieder nach Hause heimgegangen oder gebracht worden; das Baby hatte Michael Heigl dann beim Weidenhofbauer ausgesetzt.
    Bei der damalig noch sehr schlechten (Nach-) Behandlung von Müttern nach der Geburt, die in ihrem Falle ja ihr Kind auch noch auf der Flucht zur Welt zu bringen hatte, war es kein Wunder, dass sie anschließend noch für lange Zeit als "arbeitsunfähig" krank eingestuft wurde.

    Michael Heigl  und Therese Pritzl werden gefasst


    Am 17.Juni 1853 ist es vorbei mit der großen Freiheit, Michael Heigl und Therese Pritzl werden bei einem heimlichen Flussübergang gesehen und dann beginnt die letzte große Jagd auf den Heigl. 

    Mit dem folgenden Telegramm - es wird rest am 19.6. weitergeleitet -  wird München über den Aufgriff informiert. Es dauerte also ganze zwei Tage, bis die Nachricht von der Verhaftung Heigls von Kötzting bis an die höchste Stelle in München gelangt war.



    Tele. Dep. dz Landshut den 19/6 7 Uhr 30 M vorm.
                          München den 19/6 7 Uhr 40 M

    Hpt. Frays beehrt sich mitzutheilen
    daß Heigel in Ktz arret. wurde

    Note ad acta
    /: wurde die telegr. Dep. mittelst Remisse

    dem k. St, Mst. d. I. vorgelegt :/


    Brigadier Suffas Bericht ist in dieser Hinsicht sehr nüchtern und so berichtet er ganz knapp aus der Station Hohenwarth:

    17.6.1853 Gendarmeriebrigade Kötzting in Hohenwarth an das kgl Corps Commando

    Kötzting den 17ten Juni 1853
    Die Arretierung des flüchtigen Verbrechers Michl Heigl und dessen Zuhälterin Theres Pritzl von Gotzendorf betreffend:

    Der Unterzeichnete   meldet gehorsamst das derselbe unterm heutigen früh beim Anbruch des Tages mittels Beiziehung der Bewohner der Umgegend eine große Streife auf den Kaitersberg vornahm, wobei er den flüchtigen Verbrecher Michl Heigl von Beckendorf, und dessen Zuhälterin Theres Pritzl von Gotzendorf, beide Landgerichts Kötzting, in der Nähe von Hudlach in der Kaitersberger Waldung arretiert und dem kgl Landgerichte Kötzting nach kräftiger Gegenwehr mit einem Doppelstutzen einer Pistoln nebst mehreren Schussapparaten eingeliefert worden.

    Bevor es nun in dieser Dokumentation mit dem Schwurgerichtsprozess in Straubing weitergehen kann, stellt sich für mich abschließend die Frage: wo bei diesem ganzen Aufgriff ist eigentlich die Therese Pritzl abgeblieben?

    Nur noch kurz zur Rückschau:

    Die beiden wurden an Mitternacht gesehen, wie sie den Regen überquerten, in Hohenwarth angezeigt und danach begann die große Einkesselungsjagd, und bei all den Schilderungen - von der ersten Sichtung am Grat des Kaitersberg, seiner Flucht und dem endgültigen Zusammenstoß ist immer nur von Michael Heigl die Rede. 
    Erst bei der Ablieferung der Gefangenen - nachmittags um 3 Uhr nach der einen und Ende Vormittag nach der anderen Version - ist Therese Pritzl wieder erwähnt.
    Zwischen dem Überschreiten des Regens und dem Aufgriff um 7.30 morgens ist genügend Zeit, so dass Michl Heigl u.U. seine Freundin bei den Eltern in Gotzendorf vorbeigebracht haben könnte, bevor er dann alleine auf den Kaitersberggipfel zusteuerte.
    Die Frage wäre halt, ob sie ihrem Michl, als Mühlbauer verletzt und außer Gefecht gesetzt am Boden lag, im Kampfe gegen den Hund und den Bauern Vogl nicht zur Seite gestanden hätte, wäre sie vor Ort gewesen.

    Im nächsten Teil geht es um alles, was mit dem Prozess zusammenhängt

    Im Rahmen der Prozessberichterstattung findet sich auch ein umfangreicher Beitrag eines Rechtsanwaltes Steinles, der in der "Allgemeinen Schwurgerichtszeitung" auch die Vorgeschichte des Falles beleuchtet und dieser nennt auch Details über die Gefangennahme der Therese Pritzl:

    "Nach der - bekannten - Schilderung der Gefangennahme Heigls, berichtet Steinle - anders als der Kötztinger Gendarm Suffa in seinem Bericht - auch von er Gefangennahme der Therese Pritzls:

    "Auch seine Zuhälterin Therese Pritzl, die jedoch ohne Jemand zu treffen, eine Pistole auf ihre Verfolger abgefeuert hatte, wurde mit ihm gefangen. Die Gefangenen wurden in die Fronfeste nach Straubing gebracht, um dort vor das niederbayerische Schwurgericht gestellt zu werden."
    Diese Darstellung des Ablaufes ist definitiv falsch, denn die Fronfeste Straubing war damals hoffnungslos überfüllt und deren Leitung weigerte sich kategorisch, MH überstellt zu bekommen, was Carl von Paur in Kötzting in der Folge sicherlich viele schlaflose Nächte bereitetet hatte.

    Und von Steinle haben wir auch eine Personenbeschreibung der Therese Pritzl:
    Von dieser bis hin zu den Eigenschaften, die man der "Rout´n Res" mittlerweile angedichtet hat, ist jedenfalls ein sehr, sehr weiter Weg.

    Staatsanwalt Steinle in seinem Prozessbericht
     
    Therese Pritzl, 22 bis 23 Jahre alt und seit ihrem 15. Jahr die Geliebte des Heigl, ist von kleinem gedrungenen Wuchs und voller Büste, hat dunkle feurige Augen, braune Haare und ein angenehmes Äußere. Sie kannte keinen anderen Willen als den ihres Geliebten, dem sie mit aufopfernder Zärtlichkeit ergeben ist. .....

    Auch in der, den Prozess begleitenden, Landshuter Zeitung steht eine kleine Beschreibung der TP:
     Hier die Einschätzung der Landshuter Zeitung zum Auftreten der Therese Pritzl.

    Beilage zu Nro. 145 der Landshuter Zeitung



    Die Verteidigung der Therese Pritzl:

    Landshuter Zeitung

    ""Es sey wohl richtig, dass die Pritzl mit der größten Liebe an Heigl hing, dass sie zärtlich für ihn sorgte, als er bei seiner Habhaftmachung verschiedene Verletzungen erhalten hatte, allein daraus folge noch nicht, dass sie, gleich ihm, wenn er ja solche Absicht hatte, den Tod der Gendarmen gewollt hätte. Auch Heigl wollte nur schrecken, und deshalb können die Pritzl nur als Begünstigerin zum Verbrechen der Körperverletzung II. Grades betrachtet werden."

    Therese Pritzl wurde in diesem ersten Prozess zunächst 10 Monaten Gefängnis verurteilt.
    Bei der Überprüfung dieses Prozesses nach einer Nichtigkeitsklage wurde die Strafe verkürzt.
    Therese Pritzls wurde nun zu "siebenmonatlicher in einer Strafanstalt zu erstehenden Gefängnsistrafe" verurteilt und selbst dies Strafe versuchten ihre Verteidiger noch zu reduzieren und  noch ihre Zeit in der Untersuchungshaft auf diese Frist angerechnet zu bekommen.
    Wie auch immer, wir können davon ausgehen, dass Therese Pritzl sicherlich sehr schnell wieder in ihrem gewohnten Umfeld zuhause in Gotzendorf angekommen ist.

    Maximilian Schmidt, genannt Waldtschmidt, schreibt in seinem Roman(!) Brigitta oder der Räuber vom Kaitersberg über Therese Pritzl:
    "Therese P. befindet sich, nachdem sie einige Monate Strafarbeitsbaus erstanden, wieder in ihrer Heimat Hohenwarth und hat sich mit ihren zwei noch lebenden Kindern einen guten, das üble Andenken Heigls mildernden Ruf erworben."

    Am Ende dieses Berichtes über Therese Pritzl nun noch ein Blick nach vorne:

    Die oben bereits als Findelkind angeführte und am 24.4.1850 getaufte Carolina Pritzl (formal war der Vater unbekannt) heiratete am 26.7.1894 den Witwer Josef Resch
    Carolina Pritzl wohnte/lebte damals als Inwohnerin im Haus Nummer 27 (früher Gasthof Reimer) in Gotzendorf und die Resch besaßen in Gotzendorf die Häuser mit den Nummern 23 und 24. 
    Ob es aus dieser Ehe Nachklommen gibt, ist nicht bekannt, allerdings hatte der Ehemann Nachkommen aus dessen erster Ehe.



    Räuber Heigl

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    Wo ist das - Suchbilder 2026

    Hier nun die Suchbilder von 2026:       



    Suchbild 9


    Ein Haus mit einer ganz tollen Fassade mittendrin in Kötzting. Dieses Haus gibt es schon lange nicht mehr aber vielleicht erinnert sich noch jemand daran:
    Frage also: wo befinden wir uns bei dieser Aufnahme?


    Foto Josef Bock


    Lösung:

    Es ist das Haus vom Hofmann Naze in der Holzapfelstraße, einem Lohnfuhrunternehmer. Heute stehen an dessen Stelle zwei Häuser.
    DIA-Repro 1987 








    Suchbild 8

     Heute geht es um eine Baustelle - mitten drin in Kötzting - vermutlich ist es zu einfach, aber trotzdem:
    Wo ist diese Baustelle und was war da vorher?
    Ich habe das Bild am oberen Rand stark beschnitten, sonst wäre es viel zu einfach gewesen



    Lösung:

    Ich hatte gedacht die Aufgabe wäre zu einfach.....

    Es ist die Großbaustelle Penner mit dem Teilabbruch eines Nebengebäudes der Marktmühle.


    Suchbild 7


    🌉 Bleiben wir bei den Kötztinger Brücken:
    Diese Brücke ist heute längst verschwunden – und doch dürfte sich mancher noch an dieses etwas eigenwillige Konstrukt erinnern. Der obere Teil des Fotos bleibt diesmal bewusst verborgen, denn sonst wäre die Auflösung wohl allzu schnell gefunden gewesen. 😉

    Wer erkennt, wo sich diese Brücke einst befand – und warum sie später einfach nicht mehr gebraucht wurde?




    Lösung:


    Es war die Zufahrt zur "Ambergerinsel", also eine kleine Behelfsbrücke über den Dampfbach. Im Hintergrund der mittlerweile verschwundene Kötztinger Ortsteil: "im Anger"







    Suchbild 6

    Wo in Bad Kötzting  liegt diese Brücke?  Den oberen Bildrand habe ich abgeschnitten, sonst wäre die Lösung viel zu einfach gewesen.


    Lösung: im entfernten oberen Teil des Bildes würde man das Restaurant "Route" erkennen. Die Brücke überquert also den Gruberbach zwischen den beiden "Kreiskehren".




    Suchbild 5


    Eine malerische Hütte auf einer beliebten Sonntagswanderstrecke in Kötzting mit vielen Erinnerungen.
    Wo stand diese Hütte?


    Die Lösung:

    Natürlich auf dem Ludwigsberg - Kötztings traditionelles Sonntagsausflugsziel



    Suchbild 4

    Hinter dieser Suchaufgabe steckt nun tatsächlich auch für mich der Wunsch nach einer Lösung, denn ich kenne das abgebildete Haus nicht. Es stammt aus einem Artikel vom Januar 1976, als die Umschau mehrere Objekte in der Stadt abbildete, die nicht gerade "vorzeigbar" erschienen für die zukünftige Entwicklung der Stadt. Im Falle des Suchbildes hieß es, dass regelmäßige Einbrüche und unrechtmäßige Übernachtungen in diesem (Neben?-) Gebäude stattgefunden hätten und die Zustände daher untragbar seien. 
    Mein eigener Tip:  Das Rückgebäude vom Fischer Peteranwesen (das war wohl ein Irrtum...)
    Wo war das in Kötzting?

    Lösung Suchbild 4:

    Es ist der ehemalige "Lembergerkeller" in der Holzapfelstraße und das rechts angeschnittene Hauseck mit der Hausnummer 13 gehört zum ehemaligen Monokel.






    Suchbild 3


    Wo kommt das Auto auf diesem Bild her und zu welchem Anwesen gehörte das Gebäude auf der rechten Bilderseite?


    Lösung:

    Diese Suchaufgabe wurde sehr schnell und von sehr vielen richtig beantwortet: es ist die Einbiegung von der Müllerstraße rechts hin zur heutigen (Fußgänger-) Oberbergerbrücke, die damals noch - wenn auch nur eingeschränkt - befahrbar war.



    Suchbild 2

    vermutlich zu einfach, aber vielleicht kann ich mich auch täuschen: Wo in Kötzting stand denn diese Außenterrasse?  

    Btw: die Bank gibt es heute noch, allerdings nicht an dieser Stelle.

     

    Lösung:
    Viele haben es gleich erkannt, das ist die ehemalige Steinterrasse vor dem Gasthaus Dreger in der Marktstraße, die der großen Marktstraßensanierung in den Jahren 1983/1984 weichen musste, um die Straße fußgängerfreundlicher zu machen. Die halbhohe Stützmauer dieses Freisitzes war übrigens jahrzehntelang der "Kirtasitzplatz" eines schwerbehinderten Akkordeonspielers, der sich hier mit Musik seinen Lebensunterhalt zu verdienen versuchte und mich in meinen Kinder - und Jugendjahren begleitete.

    Suchbild 1

    Am Rand des Stadtgebiets von Bad Kötzting, fast ein wenig verborgen, liegt dieser stille, idyllische See.
    Kennen Sie seinen Namen – und wissen Sie, wo er zu finden ist?


    Lösung: Es ist der Steinbachsee rund herum um das Jahr 1960. Foto Kretschmer

    Foto Kretschmer: aus diesem See wurde, den starken Höhenunterschied ausnutzend, eine Druckwasserleitung heruntergeführt zum heutigen Hotel Steinbachtal.



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    Montag, 29. Juni 2026

    Aquarelle vom Zellertal

    Zwei Bilder aus dem Zellertal suchen ein neues Zuhause 

    Ein Ausblick von Reitenstein hinein ins Zellertal

    Ein Angebot für zwei sehr schön und luftig in ihrer Farbgestaltung ausgeführte Aquarelle des Zellertals hat mich erreicht. Die beiden Bilder sind in meinen Augen viel zu schade, um in den Depots des Stadtarchivs zu verschwinden. Deshalb möchte ich die beiden Werke und ihren Maler hier kurz vorstellen.

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass beide Aquarelle ein neues Zuhause an einer Zimmerwand finden. Die näheren Informationen dazu folgen gleich – zuvor hätte ich aber eine andere Frage an die ortskundigen Leserinnen und Leser:

    Von welchem Standort aus – im Bereich Reitenstein oder Arndorf – könnten diese beiden Ansichten gemalt worden sein? Oder anders gefragt: Welche Flur beziehungsweise welcher Abschnitt des Zellertals ist hier dargestellt?

    Ich bin gespannt auf Ihre Hinweise und Vermutungen.

    Foto von Koskull: "bei Reitenstein" vom 26.8.1958

    Hier die nähere Einzelheiten über den Künstler und dessen Werk zur Verfügung gestellt von Herrn von Koskull 


    "Es handelt sich hierbei um zwei Landschaftsaquarelle von Hans S. Weicker (1911 Leipzig – [nach 2002]), welche taggenau auf den 26.-27. August 1958 datieren und dem 
    Titel nach einen Blick "bei Reitenstein" zeigen.

    Hans S. Weicker war als Psychologe tätig in Frankfurt a. M. und lebte in Hanau. Bekannt ist er zudem als Hauptmann und Bataillonskommmandeur im Weltkrieg, wobei sich Teile seiner Aufzeichnungen im Bundesarchiv (Freiburg i. Br.) und im Stadtarchiv Hanau befinden.
    Hans S. Weicker scheint zeitlebens in seiner Freizeit gemalt und gezeichnet zu haben. Dass er mit seiner Kunst jemals an die Öffentlichkeit trat, ließ sich nicht nachweisen, so dass anzunehmen ist, dass er nur für sich bzw. die Familie malte."

    Foto von Koskull: "bei Reitenstein" vom 26.8.1958

    Wer diese - oder auch nur eines der  - Aquarelle kaufen möchte, sie stehen mit jeweils 75 Euro im Katalog und können von dieser Adresse bezogen werden:

    Kunsthandel Koskull
    Maximilian Baron von Koskull
    Petersbergweg 5
    D-91613 Marktbergel
    Mobil (0049) 177 2818060
    www.kunsthandel-koskull.de (https://www.kunsthandel-koskull.de)

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    Umland  Dieser Beitrag ist in der interaktiven Karte unter der Markergruppe Umland zu finden.


    Nicht alle Geschichten spielen innerhalb der Marktgrenzen Kötztings. Die Markergruppe Umland führt zu historischen Orten, Ereignissen und Erinnerungen aus den umliegenden Dörfern und Gemeinden des Kötztinger Landes. Oft ergeben gerade diese Beiträge spannende Verbindungen zur Geschichte der Stadt.

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