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Dienstag, 5. Mai 2026

Das Pfingstfest im Jahre 1956

Vor allem zwei Besonderheiten verleihen dem Pfingstfest des Jahres 1956 – also vor nunmehr 70 Jahren – aus heutiger Sicht eine besondere historische Bedeutung. Zum einen ist es die Jubelbraut Frau Marianne Kretschmer, geborene Greß, die damals im Mittelpunkt des festlichen Geschehens stand und das Pfingstgeschehen jenes Jahres in besonderer Weise prägte. Zum anderen ergibt sich ein zusätzlicher Zugang zur Geschichte durch die Tatsache, dass ich seit gut einem Jahr das „Kretschmer-Archiv“ digitalisieren darf, welches das Kötztinger Pfingstfest jahrgangsweise dokumentiert und damit einen wertvollen Beitrag zur historischen Überlieferung dieses Brauchtums leistet.
Weil wir von Pfingstfest 1956 nun so viel an ganz besonderen Bildern haben, möchte ich dieses Jahr in mehrere Themen aufgliedern, um den vielen Bildern auch gerecht zu werden.


Foto Kretschmerarchiv: Das Pfingstbrautpaar des Jahres 1956 Marianne Greß und Barth Schorsch beim Fototermin in der Hammermühle.

     
Detail aus Kötztings Goldenem Buch 


Die "Pfingstsammlung" des Kretschmerarchivs für das Jahr 1956 beginnt am Pfingstsonntag:


Die Einweihung des ersten "Evangeliums"
Pfingstsonntag 1956

Zu diesem Thema gibt es bereits einen eigenen Blogbeitrag: "Der Kötztinger Pfingstritt: das 1. Evangelium", aber natürlich war auch Werner Kretschmer, der spätere Ehemann der heurigen Jubelbraut, vor Ort und hat die Weihefeier festgehalten.

Das von der Kötztinger Kolpingfamilie im Jahre 1956 errichtete "Erste Evangelium" auf der Anhöhe zwischen Kötzting un Grub

Der Kötztinger Stadtpfarrer Dekan Josef Dietl




Dekan HH Josef Dietl und  der Präses der Kötztinger Kolpingfamilie, Kooperator Hackl

Ich würde sagen: die beiden Reiter waren v.l. Haymo Richter und Mühlbauer Hans(John), die beiden Begleiter.

Zentral in der Mitte: der Kötztinger Bürgermeister Hans Kroher



Der Pfingstritt 1956

Die folgenden Bilder vom Pfingstritt 1956 werde ich nach und nach nummerieren. Vielleicht erkennt der eine oder die andere einige der abgebildeten Personen – ich würde mich sehr über Hinweise zu Namen und Geschichten freuen. Rückmeldungen gerne an clemens.pongratz@t-online.de. So können wir gemeinsam ein Stück Kötztinger Pfingstgeschichte mit Leben füllen.


Aufstellung zum Ausritt

Bild 1: die Rittspitze reitet von der Kirchenburg herauf zum St. Veitsplatz

Bild 2: Der Kötztinger Bürgermeister Hans Kroher

Bild 3: Der Pfingstbräutigam von 1943, Heinrich Wieser aus Riedersfurth mit der Ehrenfahne des "Groumüllners" Zitzelsberger

Bild 4: zentral in der Mitte Oexler Franz, links uU Spitzi Franz, rechts Ludwig Wolfgang sen.


Der Ausritt:

Bild 5: Der Spielmannszug  wartet auf den Startschuss

Bild 6: v.l. Mühlbauer Hans - Barth Schorsch - Haymo Richter


Bild 7: alle unbekannt: im Hintergrund das Cafe Regina. Rechts uU Kolbeck (Gams) Wolfgang

Beim ersten Evangelium:




Bild 8

Bild 9: Pfarrmessner Rudolph Graßl


Bild 10: v.l. Mühlbauer Hans - Barth Schorsch - Haymo Richter


Bild 11: der Pfingstbräutigam Georg Barth


Bild 12: und weiter geht's Richtung Hohlgasse gen Grub


Bild 13: Kooperator Hackl mit dem Pfingstkranzl vor seiner Brust

Bild 14. v.l. Hans Leitermann - Schödlbauer Hans - Wack Traurig

Bild 15: unbekannt

Bild 16: v.l. Mühlbauer Hans - Barth Schorsch - Haymo Richter

Bild 17: Kooperator Hackl und der Pfingstrittmesner Rudolph Graßl



Bild 18: unbekannt



Bild 19: Es geht hinunter nach Bärndorf

Nach der Feldmesse... der Kirchenzug zieht herab zur Pfarrkirche:





Bild 19a der Kirchenzug

Bild 19b: die Vereinsabordnungen

Bild 19c: der Stadtpfarrer mit den Stadträten


Die Aufführung der "Pfingstrittehr" zwischen Aus- und Einritt:

Bild H1 rechts Costa Fritz, der "Biedermeierpfingstbräutigam sollte Robert Voithenleitner sein

Bild H2 KInder unbekannt

Bild H3 links Lehrer Zelzer(?)

Bild H4

Bild H5

Bild H6Die Zuschauer mit Bgm Hans Kroher im Pfingstreiterrock - 

Bild H7, der Chor

Bild H8 mit dem Pfingstreiter Schwarz Sepp, der damals keinen Ritt durchziehen hat können und immer schnell von Steinbühl nach Kötzting zurückgefahren ist
Bild H9a

Bild H9: der "Schandi" sollte Hans Auzinger gewesen sein, seine Paraderolle



Bild H10

Bild H11

Bild H12



Bild H13, den Herold spielte zumeist KH Krämer

Bild H14




 

Der Einritt:

Bild 20: vermutlich die Kreuzung nach Hofern

Bild 21



Bild 22: v.l. Mühlbauer Hans - Barth Schorsch - Haymo Richter

Bild 23: 

Die "Kranzlübergabe" am Marktplatz


Bild 24: die "Reporter"

Bild 25: die Vereinsabordnungen und rechts die Mitglieder des Kötztinger Stadtrates.
v.l. Josef Dullinger, Sepp Kerscher, Josef Barth, 

Bild 26: Kooperator Hackl und HH Dekan Josef Dietl  wohl mit einem Zuckerl in der Hosentasche fürs Pferd


Bild 27: die Pfingstbraut des Vorjahres Marianne Haushofer und die neue Pfingstbraut Marianne Greß
links mit der Sonnenbrille KB Krämer, Waltraud Haushofer, und rechts Fritz Graßl.

Bild 28: Kooperator Hackl bei seiner Ansprache



Bild 29: uU Fritz Weigl?




Bild 30: die Kranzlübergabe



Bild 31

Der Abschluss des Rittes:



Bild 32: 

Bild 33: 

Bild 34:

Bild 35: 

Bild 36: 

 





Der 1. Burschen- und Brautzug






Die Bewirtung

Nach der Anstrengung des Rittes kehrt erst einmal Ruhe ein: Nahe beim Hause des Pfingstbräutigams werden die Mitglieder des Kötztinger Burschenvereins bewirtet, und auch der Gastgeber selbst darf sich inmitten seiner Ehrengäste über die besondere Atmosphäre und das gesellige Beisammensein in den eigenen vier Wänden freuen.  Die Bewirtung fand offensichtlich im "Schulgasserl" statt, dem schmalen Weg zwischen dem Pfeffergraben und dem alten Schulhaus, heute das Parkhaus.

Bild 1: Die Eltern des Pfingstbräutigams zusammen mit dem HH Dekan Josef Dietl und dem Kooperator F. Hackl in einer ganz besonders stimmungsvollen Aufnahme.


Bild 2: Ich erkenne hier Brandl Wick, Heigl Theo und Traurig Stutz

Bild 3: Im Hintergrund Haymo Richter und Barth Schorsch, vorne links Irlbeck Otto rechts Sperl Schorsch und mitte Wack Traurig und Schödlbauer Hans

Bild 4: Menacher Alois

Bild 5: Pongratz Schorsch, Winter Hans, Kirschbauer Franz(?), Neumeier(?), ganz rechts Müller Martl

Hier noch der entsprechende Eintrag in der Burschenchronik:
Auf dem kleinen Bild in der Mitte kann man sehr gut im Hintergrund das (ganz) alte Schulhaus erkennen.


Danach setzt sich der Burschenzug in Bewegung zum Elternhaus der Braut – der Hammermühle –, um sie dort abzuholen. Im Anschluss formiert sich der festliche Zug neu und führt Braut und Burschen gemeinsam durch die Stadt, begleitet von Musik, Zuschauern und der besonderen Spannung dieses traditionellen Höhepunkts.

 


Bild 6: Die Braut schmückt die Burschenfahne mit einem Blätterkranz, der danach vom Fahnenjunker um den Hals getragen wird.

Bild 7: 

Bild 8: 

Bild 9: 
Bild 10 : 


 Der 1. Burschen- und Brautzug

Im Festspiel „Pfingstrittehr“ spricht Eugen Hubrich davon, dass sich im Verlauf des Geschehens auch die „längst entschwundenen historischen Gestalten“ des Pfingstbrauchs gleichsam wieder mit dem heutigen Geschehen verweben. Dieser Gedanke bekommt eine besondere Tiefe, wenn wir heute auf folgende Bilderfolge blicken, die Menschen zeigen, die uns allen vertraut waren und die inzwischen nicht mehr unter uns sind.

So wird die folgende Bildfolge nicht nur zu einer Dokumentation vergangener Pfingstfeste, sondern auch zu einer stillen Erinnerung an jene Persönlichkeiten, die das Fest über viele Jahre geprägt haben – eingebettet in die lebendige Tradition, die von Generation zu Generation weitergetragen wird.



Bild 11 :  
Höcherl(Heijterl)  Karl und Brandl Wigg: das Warten auf die Braut:



Bild 12 :  
Das Pfingstbrautpaar von 1956 mit seinen Beleitern im Hauseingang der Hammermühle
v.l. Hans(John) Mühlbauer - Marianna Greß - Barth Schorsch - Haymo Richter



Bild 13 :  



Bild 14 :  
Menacher Aloys als Fahnenjunker

Bild 15 :  

Bild 16 :  

Bild 17 

Bild 18: Mitte Irlbeck Otto

Bild 19

Bild 20

Bild 21

Bild 22

Bild 23

Bild 24



Bild 25

Und zum Abschluss des Burschen- und Brautzuges dann noch das traditionelle Foto bei der Jahnhalle, wo am Abend dann die erste Pfingsthochzeit stattfand.

Bild 26

Bild 27



Der 2. Burschen- und Brautzug



 

 




















Die Zuschauer am "Stachuseck"


rechts Ludwig Wolfgang sen. und Rudi Osterwinter






















Und zum Abschluss noch einige Bilder vom Kinderfestzug 1956











Ein Rätsel dieser Bildersammlung bleibt jedoch:

Auf dem Farbfilm von dem all die Bilder stammen, die weiter oben ein den Beitrag über den 2. Brautzug eingearbeitet wurden, befinden sich auch zwei Fotos, die ich nicht zuordnen kann und die mir ein Rätsel aufgeben.
Offensichtlich am Kötztinger Marktplatz - nochmal der Hinweis, diese Bilder stammen aus demselben Film - versammeln sich viele Menschen, Vereinsabordnungen mit ihren Fahnen, Kötztinger Stadträte UND mittendrin und unverkennbar, der - spätere - Kötztinger Stadtpfarrer Josef Augustin.




Auch dieses Foto stammt von derselben Folmrolle, ist aber die Lösung des Rätsels.


HH Dekan Josef Dietl Kötzting verlässt Kötzting am 4. Juli  Kötzting.  Es kann auch nicht die Ankunft des neuen Stadtpfarrers Josef Augustin gewesen sein, denn dieser traf - pünktlich, wie die Kötztinger Zeitung vermerkt - aus Schwandorf  kommend um 19.30 in Kötzting ein.
Es bleibt ein Rätsel - oder aber, der Film blieb in der Kamera, ohne vollständig belichtet geworden zu sein und die verbleibenden Fotos wurden im Folgejahr geschossen.
Im Folgejahr hieß die Pfingstbraut Luitgard Hollmaier und damit wäre das Rätsel eigentlich gelöst: die beiden Pfingstbräute von 1956 und 1957 erwarten die Pfingstreiter am Markplatz und Stadtpfarrer Josef Augustin und die Markträte stehen ebenfalls bereit.







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Freitag, 1. Mai 2026

Die Pfingstreitermesse

 Eine Anregung zur Diskussion im Jahre 1976:

Die Pfingstreitermesse einmal als Feldmesse?

Am Pfingstmontag stehen Tausende vor der Pforte der überfüllten Nikloauskirche in Steinbühl

Mit dieser Überschrift stellte Dieter Reithner mit einen umfangreichen Artikel den "Platz"  Pfingstreitermesse in Steinbühl zur Diskussion und ging dabei auch auf ein paar jener Weichenstellungen und Streitpunkte ein, die vor allem in den 1960er Jahren in Kötzting für Empörung  und Debatten gesorgt hatten.


"Eines vorweg, um Missverständnissen vor
zubeugen: Der Verfasser dieses Beitrages will keinem jener „Reformer“ das Wort reden, die in jedem Jahr etwas anderes ändern wollen, um den Pfingstritt "attraktiver zu machen.
So muss etwa auch der Vorschlag einer anonymen Reiseleiterin, die im Viechtacher Bayerwaldboten in einem Leserbrief zum Pfingstritt Stellung nahm, als wahrer Krampf bezeichnet werden: „Geschlossen und zügig an- und wieder abreiten, mit deutlicher Spitze (durch Fahne oder anderem gekennzeichnet), um die sich alles scharen kann." Soweit das wörtliche Zitat. Bei einem Gelöbnisritt dürfte das Kreuz wohl als „deutliche Spitze“ gut genug sein. Dies nur ein Beispiel dafür, wie unsinnig Verbesserungsvorschläge sein können.
Fest steht auch, dass der Kern des Pfingstfestgeschehens unangetastet bleiben muss. Zu diesem Kern zählt in jedem Fall auch der Pfingstreitergottesdienst in Steinbühl. Es sollte aber erlaubt sein, über das „Wo“ zu diskutieren. Zumal dieses „Wo“ auch von Bedeutung für das „Warum“ sein kann.
Zunächst einige Feststellungen zur Reitermesse in Steinbühl:

Die Reitermesse in Steinbühl 

Der nach der Überlieferung als Reitermesse bestehende Gottesdienst in der Filialkirche in Steinbühl ist ein Bestandteil des Pfingstrittes als Bittprozession. Die Gestaltung der Reitermesse obliegt dem Geistlichen Offiziator. Weil die Umstände beim Pfingstritt für eine hochliturgische Gottesdienstfeier keinen Raum lassen, soll die Reitermesse in einfacher und schlichter Form abgehalten werden.
(Feststellungen des Pfingstrittkomitees vom 7.6, 1968).

Aus dem Bericht des Kötztinger Magistrates an die königliche Kreisregierung Passau 1821, „Mit entblößtem Haupte bethet die andächtige Schar berittener Wallfahrer bis zur Kirche des Hl. St. Nikolaus in Steinbühel, woselbst ein des Verlöbnisses anständiger Gottesdienst abgehalten wird, von wo sonach der Rückzug auf die ähnliche Art beginnt“.

Seit 1945 war es Brauch, dass während der Reitermesse Pfingstbräutigam und Brautführer am Speisgitter der Pfingstreiterkirche laut vorbeteten. Erst mit der Liturgiereform nach dem II. Vatikanischen Konzil gibt es keine bindenden Vorschriften mehr.

1968 Aufführung der „Pfarrkirchener Messe“, die jedoch von den Pfingstreitern und vom Pfingstrittkomitee im Gegensatz zum veranstaltenden Expositus Albert Melchner von Steinbühl als „Tradition- und Stilbruch“ sowie als „deplatziert" bezeichnet und unter schärfstem Protest abgelehnt wurde.
Jazzmesse in der Kötztinger Pfarrkirche mit Expositus Albert Melchner



1969 schreibt Georg Rauscher, Würzburg, auf Anregung von Karl B. Krämer eine „Pfingstreitermesse“, die von Oberlehrer Josef Ramsauer, Weißenregen, vertont worden ist. Diese Messe ist in den letzten Jahren zum festen Bestandteil der Reitermesse in Steinbühl geworden.

Drinnen oder draußen?

Die Frage, ob die Reitermesse nicht als Feldmesse gehalten werden könnte, wird seit
Jahren immer wieder angesprochen. Zu einer ernsthaften Diskusslon, in der man die Nachteile der einen oder anderen Form handelt hätte, gab es allerdings nicht. Es haben nach dem Pfingstritt von heuer Kaplan Johannes Gschlößl, dem Geistlichen Offiziator, und „Hausherr" Expositus Albert Melchner über die Möglichkelt, die Pfingstreitermesse messe als Feldmesse zu hallen, gesprochen.
Trotz aller organisatorischen Schwierigkeiten, die eine Feldmesse mit sich brächte, würden sie eine Feldmesse befürworten. Der Hauptgrund: Mehr Menschen könnten und würden in die Fürbitten und Dankgebet einstimmen. Schließlich kommen nicht alle Besucher nach Steinbühl, um nur zu schauen, nur Pferde und Reiter zu bewundern.
Eine Feldmesse (als Standort des Altars wäre der Platz unter einer der mächtigen Linden neben der Kirche denkbar) würde auch den Nur-Schaulustigen zeigen, worum es beim Pfingstritt geht und
Bekommt der Gast nur Ein- und Ausritt,  Würstlbraterei und Durstlöschen mit, so sieht er im Pfingstritt nicht viel als Volksfest oder „Folklore“. Er ist ja verschlossen vom Gebet. Zu bedenken ist, dass viele Besucher aus nah oder fern nicht um einer Schau willen kommen. Sie kommen,  um mit den Reitern den Gottesdienst zu feiern, um mit den Pfingstreitern Fürbitte und Dankgebet zum Himmel zu schicken

Und die Pfingstreiter selbst: Wer von den weit über 400 Reitern hat überhaupt Chance, nach der Ankunft und nachdem die Pferde untergebracht und versorgt sind, in das Gotteshaus zu gelangen? Die Eingänge sind verstopft, die Kirchenbänke schon kurz nach dem Einritt voll besetzt. Ein Umstand der manchem auch nur allzu leicht als Ausrede für sein Fernbleiben vom Gottesdienst dient. Würde man nicht wieder mehr Pfingstreiter vor dem Tisch des Herrn in Fürbitte und Dank antreffen, wenn dieser Tisch des Herrn leichter zugänglich wäre?

Pfingstreitermesse 1973 v.l. Wolfgang Ludwig - Hans Wolfgang Dittrich - Held Bepp

Kirche Steinbühl: Pfingstreitermesse 1973
links OL Ramsauer beim Dirigieren des Chores
erste Reihe v.l. Hans Kuglmeier - Sepp Zahorik - Schwarz Sepp - Dr. Stefan Dittrich
zweite Reihe v.l. Alexander Schubert - Barth Schorsch  - Pagany Willi - Graßl Franz
dritte Reihe ganz rechts Siegfried Mark
An der Kirchenwand v.l. Michael Hastreiter -  Otto Gerstl - Adolf Schwarz - Franz Kirschbauer
Ich bin mir sicher, dass die Kinder zwischen den Erwachsenen zu diesen gehörten und benannt werden können.


Manches Hindernis....

Selbstverständlich spricht manches gegen die Verlegung der Reitermesse aus der Kirche vor oder neben die Kirche. Da ist einmal die Frage der Platzwahl. Wie bereits wähnt, der Altar könnte auf dem erhöhten Platz neben der Kirche errichtet werden unter den schattenspendenden Linden.
Gläubigen hätten auf der großen Fläche zwischen Kirche, dem ehemaligen Gemeindehaus und dem Gasthaus Graf genügend Platz. Am Rande dieser Fläche jedoch würden sich vermutlich Andacht und Gebet in Trubel der Unterhaltung der weniger am Gottesdienst interessierten Besucher verlieren. Außerdem : Wo sollen die zuletzt eintreffenden Pfingstreiter hin, wenn der Platz bereits gefüllt ist. 
Probleme, die sich gewiss lösen lassen.
Doch das Hauptproblem:
Ist der Eingriff in das 
Brauchtum nicht zu groß, wenn man die Messe nach draußen verlegt?
Bei allen Überlegungen, zu denen Pfarramt, Pfingstrittkomitee und Stadtrat aufgerufen sind, sollte man jedoch eines nicht unberücksichtigt lassen: Pfingstritt und Reitermesse bedeuten nicht nur den Reitern Gottesdienst. Nicht alle, doch viele Besucher und Gäste wollen mitbeten, wollen mithören wollen mitfeiern.  


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Kötztinger Häuserchronik - alte Hausnummer 112

Das "alte Kötzting" bei der Uraufnahme bei der beginnenden Landvermessung hatte 159 Anwesen. Der Geschichte dieser Bürgerhäuser und ihrer Bewohner nachzuspüren und sie zu dokumentieren, ist das Ziel dieser Häuserchronik. Die Anfänge und die Entwicklung unserer Heimatstadt – von der Teilung der Urhöfe bis zur Ernennung Kötztings zum Landgerichtsort – lassen sich in einem einleitenden Blogbeitrag ausführlich nachlesen.

 

Alte Hausnummer 112

beim Schrank oder einfach: der Schmidtbräugarten


AKH Luftaufnahme002



Detail aus Vermessungsamt Cham: 5168-2100-LiquiP_Bad_Koetzting_1831_Beilage_M2500_1_1-01

Bei diesem Anwesen haben wir - anders als bei den sonstigen Kötztinger Häusern dieser Häuserchronik - kein Wohnhaus vor uns, sondern ein reines Wirtschaftgebäude, das aber bei der Vergabe der Hausnummern eine eigene solche bekommen hat und daher immer in den Katasternbänden als eigenständiges Objekt behandelt wurde. Dieser - heute Schmidtbräukeller genannte - Gebäudekomplex gehörte über Jahrhunderte den Familien, die im heutigen Hotel zur Post eine Privatbrauerei betrieben und diese Gebäude und Keller für ihre Lager benutzten. Bereits zwei Blogbeiträge sind in diesem Zusammenhang bereits veröffentlicht:

Wolfgang Samuel Luckner und
Kötztinger Häuserchronik - alte Hausnummer 98 

Im Jahre 1736 hatte Wolfgang Samuel Luckner das Gesamtanwesen um/für 9000 Gulden von seinen Geschwister ablösen müssen, die, um ihre finanziellen Interessen wahren zu können, sogar eigene Rechtsvertreter zu den  Nachlassverhandlungen geschickt hatten.  Luckner selber listet Jahrzehnte später - im Rahmen eines Gerichtsprozesses gegen seinen Schwiegersohn - seine vielen Renovierungsbemühungen an den Häusern und seine Zukäufe auf, darunter war unter anderem auch das hier bearbeitete Haus und das das nahe daneben stehende kleine Nebengebäude, welches er zuerst beschrieb:
Er schrieb eigenhändig: „In dem Häusl negst dem Stadl und Kellern am Pfeffergraben genannt, allda selbst sind zur ohnentpörlichen Notturft unter dem hochen liegenten Tach 2 Krankenstibl mit Rohrböden erbauet worden, nur als Krankenstibl, weillen in einem offenen Würtshause Kranke aufzubehalten gar unfieglich ist". In diesem - von seinem Brauanwesen in Kötzting am weitesten entfernten  - Haus, ließ er also für alle seine öffentlichen Anwesen eine Art Krankenisolierstation bauen. [1] Dieses kleine Haus ging später im Komplex der Eisenhandlung Haas auf.



Die Brauerei, die er von seinen Geschwistern übernommen hatte, befand sich nach seinen Worten, in einem "elendigisten" Zustand. "Also zwar, dass an der Behausung eine einzige guette Mauer und zwar die auf die Gassen, so noch stehet, sich befunden". Dies bedeutet, dass die, jetzt sichtbare Strassenfront zur Herrenstrasse, den ältesten Teil des Anwesens „Zur Post“ darstellt. "Das Preyhaus auf gleiche Weise elendiglich, alle redo (=mit Verlaub) von verfaultem Holze, und was noch aus allem das Schlimmste, kein einziger guetter Sommer oder Merzen Bierkeller verhanden gewesen". Als ersten baute der deshalb um 2500 Gulden - dem Preis eines mittleren Anwesens in Kötzting zu dieser Zeit - einen Merzenkeller, und zwar mit dem Eingang durch den Traidtstadl, in den Berg hinein, dies ist der heutzutage Schmidtbräukeller genannte Keller [2]. Die Bauzeit dauerte 9 Monate, mitsamt all den Grabearbeiten, dem Brechen der Steine und den oberirdischen Bauten. Diesen Keller erweiterte er systematisch um zwei weitere, tiefer liegende Abteilungen. Aus dem alten, unbrauchbaren Sommerkeller - im Bereich des Brauereianwesens -  baute er sein neues Gärlager und ließ neue Durchgänge zwischen den verschiedensten Kellern minieren. In den folgenden Jahren investierte er weitere 2800 Gulden in die verschiedensten Keller.

Epitaph des Wolfgang Samuel Luckner heutzutage im Nebenraum der St. Anna Kapelle in der Kirchenburg

Wappen WS Luckners


Wir haben hier also eine grobe Entstehungszeit von 1740 in der die ersten der jetzt noch vorhandenen Strukturen entstanden sind. Mehr erfahren wir nicht über das Schicksal des Ensembles, da diese zunächst einmal reine Wirtschaftsgebäude der Privatbrauerei Luckner gewesen waren.

 

WS Luckners Siegelabdruck


Nach Luckner folgte sein Schwiegersohn Poschinger Johann Michael, der Luckners Tochter Maria Franziska geheiratet hatte.
Deren Tochter Maria Theresia vermählte sich 1792 mit Georg Schrank. 11 Kinder bekam das Paar und der älteste Sohn, Ignatz Schrank - übernahm dann ab 1828 den Gesamtbetrieb.

Georg Schrank


Im Häuser- und Rustikalsteuerkataster des Jahres 1811 taucht dieses kleine Häuschen nur ganz am Ende der umfangreichen Auflistung aller Besitztümer des Georg Schrank auf.

StA Landshut Rentamt Kötzting B 27 
"Markt Kötzting - Georg Schrank - Nro CVI das gemauerte Häusel.

Ignatz Schrank



Es folgt das Grundsteuerkataster des Jahres 1840 und der neue Besitzer heißt: Ignatz Schrank

StA Landshut Grundsteuerkataster 5039

"Hausnummer 112 in Kötzting Ignatz Schrank, Gastgeber
Kellergebäude: 
226
(= Plannummer und deshalb auch der Beleg, dass der obige Eintrag im H+R-Steuerkataster auch der richtige war, trotz der differierenden Hausnummer)

Wohnhaus am Keller, Heustadl und Getreidestadl, Kegelstatt mit Salett, Hofraum und Wurzgartl."

Hier haben wir also bereits die Kegelbahn, die später dann auch literarisch gewürdigt werden wird.
Im Jahre 1841 wurde ein Mieterkataster erstellt, ds uns einen Einblick in die inneren Strukturen der Gebäude gibt.

StA Landshut Grundsteuerkataster  5045


1. Ignatz Schrank, Bierbrauer und Realitätenbesitzer /:Hauseigenthümer:/
1. Hauptgebäude:
Unter der Erde 1 Keller
Erdgeschoss:  1 Wohnzimmer
1. Stock          1 Wohnzimmer 
Unterschrift Schrank

2.  Michael Graf Rentbote /:Mieter:/

Erdgeschoss  1 Wohnzimmer, 1 Küche, 1 Gewölbe
1. Stock: 2 Wohnzimmer, dann der Hausboden unterm, Dach
Unterschrift Michael Graf

2. Nebengebäude:

Erdgeschoss /Gartenhaus:/ offener Raum
1. Stock  unheizbares Zimmer

3. Nebengebäude:

Sechs Bierkeller
Erdgeschoss: Eine Scheune mit Dreschtenne und drey Getreideböden unterm Dach."

Von Ignatz Schrank haben wir eine eigenhändige Unterschrift, die er unter sein Testament gesetzt hat:

StA Landshut Rep 166N-12 Schachtel 14 Nr. 80 Schrank Ignaz

Michael und Georg Schrank


Wenige Jahre später erreicht - ab dem Jahre 1842 heißt der Nachfolger Michael Schrank - der "Handelsmann und Bürgermeister" Michael Schrank, dass er das vom Lebzelterhaus erworbene "Brau-und Tavernrecht" auf seine Kellerlokalitäten transferieren darf und nun beginnt auch in Kötzting die Zeit, an die sich das "königlich bayr. Amtsgericht" in der Fernsehserie so stark anlehnt. (AA X-105 und AA XII 38) und im Jahre 1848 stellt Michael Schrank den Antrag, ein 2. Stockwerk auf sein Haus und seine Kegelstätte mit Ziegeln abdecken zu dürfen. Nun ist seine damalige Kellerwirtschaft mit Kegelbahn am Ortsrand des Marktes eingerichtet und aus der Feder des damaligen Amtsphysikus Dr. Müller - genannt Saumüller wegen seiner manchmal deftigen Ausdrücke - erfahren wir ein paar Details über das Kötztinger der damaligen Zeit und über das Brüderpaar Michael und Georg Schrank:

Dr. Müller, genannt Saumüller


Micherl und Girgerl
oder das Brüderpaar.

Es muß auf der Welt kei zwei Brüder mehr gebn
Die wie die zwei Schrank so verschieden im Leben;
Der Girgerl, der Micherl, des is erst a Paar,
Daß kaum vor der Sündfluth auf Erdn eins war.

Betracht nur die Bürscherl vom Kopf bis zum Fuß,
I weiß, daß a Jeder schon z’erst lacha muß,
Der Girgerl a Kerl, wie no mal a Bär,
Der Micherl a zaumdürer Häring so sperr.

Der Micherl 3 Halbe mehr trinkt enk der nie,
Der Girgerl, der hat den sein schon in der Früh
Und er lebt schön Maßi, bis spät in die Nacht
So hat ern schon oft net zur Hausthür nei bracht.

Der Micherl is höfli, is fein und galant,
N’ Girgerl sei Grobheit is jedem bekannt;
Der Micherl lebt lieber in Eintracht mit Alln,
Der Girgerl, der macht oan glei aus zum Zerfall.

Der Micherl, der knaust und knikt wie bekannt,
Wie manchmal a Jud, es is wahrhaft a Schand,
Der Girgl verliert’s Geld mit lustigem Sinn,
Und denkt sich: „Das Geld ist, wenn ich nimma bin.“

Der Micherl, der legt grad koan Spott auf’n Fraß,
Der Girgerl, der halt sich weit lieber ans Faß,
Der Micherl, doch fleißi ans heimgehn a denkt,
Der Girgerl bleibt sitzen, so lang ma einschenkt.

Doch dürfts just net moan, meine Leut, wennts mi liabts,
Daß grad alles Schlechte auf’n Girgerl naus schiebts
Der Girgerl hat a seine guatö Seitn.
Was wahr is, dös kann mir koa Mensch anstreitn.

Denn wenn a schlechta Menschertl zum Thor geht herein,
Is gwiß a mei Micherl hinter ihr drein,
Da leckt er und schnuffelt und streicht erst drau rum,
Der Girgerl bekümmert sich wenig darum.

Der Girgerl hat wahrli a mitleidigs Herz,
Geg’n Elend u. Jammer, geg’n Noth u. geg’n Schmerz.
Der Micherl, der hilft oft mit koan Kreuzer aus
Und warf dich der Schirmknecht mit Weib und Kind naus,

Drum b’haubt i allamal ganz sicherlich,
A jeder Mensch hat stets 2 Seiten für sich,
Die ein is a gute, die andere schlecht,
Und grad so muß sei halt und grad so is recht.

Drum dürfts erst 2 Brüderl die Händ einander gebn.
Und sollts recht verträgli u. friedferti lebn,
Es denkt sich nur Jedes, so wie sichs gebührt:

„Ich darf net viel sagen, i bin selber nit werth.“


Ein anderes Gedicht handelt dann tatsächlich eine Episode aus dem Schrankenkeller ab:

Die Schinkenpartie
im Schrankenkeller
den 10. Juli 1838.

Ungefähr vor 14 Tag,
Sitz ma am Nachmittag,
Im Schrankenkeller,
Gar nur fideler!
Thun a weng Kegelscheibn
Bloß um d’ Zeit vertreibn.
Nur grad in d’ Pfenning,
Net weg’n G’winn.
Sitzt ganz am Tischeck drunt
Unser Bruder Rentbeamt
Treibt’s ganz schreckli bunt. (d. B. Wittwer.)
Als wie von Gott verdammt,
Den hungerts tüchti stark,
Geht ihm durch Bein und Mark,
Er möcht an Radi
Brüderl, der blaht di,
Mir is um’n Radi net,
Wie wir so deliberien,
Was wohl schnabilirn,
Kommt die Frau Schrankin
Mit a Verwandtin,
Die servirt Brod und Bier
Setzt ihnen Schinken für
Wie’s denn gebräuchli
Bei so an B’such;
Sie essn weng davon,
Gehn glei wieder fort
Schaug’n die Gebäud’ an,
Und den klein Garten dort,
Laßn das Trinken
Nebst ihrem Schinken
Bis komma wieder z’rück
Stehn auf gut Treu und Glück
Denken von solche Leut
Voll Art und Höflichkeit (?!)
Räumt man net auf
Dös wär net Raison.
Kaum sind sie von da Stell,
Net daß i zwölfi zähl,
Greift er ins Teller
Unser Fideller,
Frißt in Herrn Jesu Nam
Den ganzen Schinken z’samm.
Eh ma sich um hat g’schaut,
Hat ern scho g’habt.
I gib’n a Stoß a paar;
„Brüderl bist trunken!?
Oder bist gar a Narr.
Frißt jetzt den Schinken!
Das wird im Ort bekannt,
Und is kei kleine Schand,
Wenns wieder kämma.
Wie mußt di schäma!!
„Brüderl, daß sag ich Dir,
I laß dös net auf mir
Bin net so g’lüfti,
Brüderl wie du.
Jetzt endli kommens zruck
Thun wohl vom Bier an Schluck.
Aber vom Schinken
Laßt sich nix blincken.
D’ Schrankin hat mi ang’schaut.
Hätt’s glei gar mir zutraut,
I aber hab ihr
’s Räthsel glei g’löst.
Und itz sagts selber,
Is ma net recht verleg’n
Wenn ma so glüfti is
Daß ma koan Fleisch kann seg’n
Und das beweist doch g’wiß
Daß kei Fleisch sicher is,
Frisch oder g’salzen
G’selcht oder g’schmalzen.
Kriegts er net bald a Weib
Is Kind im Mutterleib
Vor ihm net sicher
Dös sag erst i. —


Wer mehr über Dr. Carl Müller - Saumüller - erfahren will, kann dies bei der Häuserchronik unter der alten Hausnummer 2 - beim Hofmann, später Bäckerei Liebl - nachlesen.
Hier der >>>>>>>>> link zum Dr. Müller  <<<<<<<<<<<<



Diese gutbürgerliche Zeit in Kötzting kam im Nachgang des 1. Vatikanischen Konzils zu einem abrupten Ende, da Kötzting sehr schnell in zwei sich streitende Parteien gespalten war, in die der  Anhänger der sich daraufhin gegründeten Altkatholiken und die "Neukatholiken" genannte heutige katholische Kirche. Dieser Riss durch die Gesellschaft, der auch den Pfingstritt und die katholische Kirche zu trennen drohte, wurde erst um die Jahrhundertwende langsam wieder gekittet.
Da die Schrankbrüder ohne Nachkommen geblieben waren, veräußerten die Erben die Gebäude und so  endete eine jahrhundertelange ununterbrochene Besitzerfolge innerhalb ein und derselben Familie. Auch wenn aufgrund vieler Übergaben an weibliche Familienangehörige der Name der Besitzerfamilien öfter wechselte, so kann das Anwesen als Familienbesitz mindestens seit den 1820er Jahren belegt werden. Nun aber kam es zunächst im schnellen Wechsel zu mehreren Besitzübergaben:

Neumeier Joseph                            15.10.1864
Rösch Wolfgang                             25.04.1865
Schmidt Joseph und Anna             13.07.1869
Schmidt Anna                               13.08.1883
Schmidt Karl und Katharina         18.12.1899
Schmidt Katharina - Frau Post      ab 1912
Schmidt Anni

 Mit dem Jahre 1869 und der Familie Schmidt am Ruder trat dann endlich wieder Ruhe ein. 

Bierfilzl der Brauerei Schmidt

Im Jahre 1899 errichtete Anna Schmidt noch ein kleines Kellerbauwerk, das der Sohn - Karl Schmidt - dann drei Jahre später zu einem sehr markanten Gebäudekomplex erweiterte.

Hier zunächst der Vorläuferbau:


Rep 162-8  Sch. 22 Nr.  3309 Anna Schmidt Kellerbau 1899

Dann folgte 1902 der Erweiterungsbau durch Karl Schmidt:

Der Posthalter Karl Schmidt gestorben am Pfingstmontag 1912


Rep 162-8  Sch. 23 Nr. 3358 Schmidt Karl Eiskeller 1902

Rep 162-8  Sch. 23 Nr. 3358 Schmidt Karl Eiskeller 1902

Rep 162-8  Sch. 23 Nr. 3358 Schmidt Karl Eiskeller 1902

Rep 162-8  Sch. 23 Nr. 3358 Schmidt Karl Eiskeller 1902 der im Lageplan eigenzeichnete Nachbar mit dem Namen Heigl ist das heutige Tabakgeschäft Seiderer in der Bahnhofstraße
 
Serwuschok Luftaufnahmen


Nach dem frühen und so überraschenden Tod ihres Mannes lag nun die ganze Last der Familie (3 kleine Mädchen waren vorhanden) und des Riesengeschäftsbetriebes auf den Schultern von Katharina Schmidt, die später DIE Frau Post wurde.

Gemälde von August Philipp Henneberger

Wenige Jahre später, als der Nachbar - Anton Haas - ebenfalls wieder einen Umbau errichtete, erfahren wir durch den Lageplan sogar die genaue Lage der Kegelbahn im Schmidtbräugarten:  


 
In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen wurden nacheinander die Nebengebäude am Plattengelände und das Haupthaus erneuert.

Foto Ehemann: Schmidtbräukeller

StA Landshut Rep 164/8 Bauplan von 1929


DIA-Repro 2126


Als Katharina Schmidt das Anwesen und die Geschäfte an ihre Tochter Anna übergeben hatte, war diese selber ja schon 50 Jahre alt gewesen und hatte anschließend viele Jahrzehnte das komplexe Familienunternehmen alleine durch zunehmend unsicherere Zeiten manövrieren müssen. Ihre Mutter war natürlich trotzdem immer präsent und so finden sich zumeist auch die Töchter der Frau Post mit auf den Bildern, wenn diese zum Geburtstag lud.
Katharine Schmidt mit Anna Schmidt, Katharina Bierling und Paula Heilingbrunner

Katharinafeier mit Dr. Stefan Dittrich, Frau Katharina Schmidt, Frau Katharina Bierling und Anna Schmidt
DIA-Repro 3351 Anni Schmidt und Michl Traurig


Im Jahre 1987 verstarb Anni Schmidt, Brauerei- und Hotelbesitzerin,in ihrem Haus am Plattenweg das am oberen Ende des Schmidtbräugartens errichtet worden war. 
Foto Rabl-Dachs


Foto Rabl-Dachs: Der Leichenzug im Plattenweg 

Während das Brauereigelände nach ihrem Tod in den Besitz des Bezirks der Oberpfalz überging und dieser daraus in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Kötzting das moderne Zentrum rund herum um das Haus des Gastes und das Hotel zur Post errichtete, verblieb der große Gebäudekomplex des Schmidtbräugartens bis heute in Familienbesitz, auch wenn das Ensemble in Teilen sichtbar dem Verfall preisgegeben ist.

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StadtA Kötzting 


StadtA Kötzting 

Foto Pongratz



Zum Abschluss dieser Dokumentation noch einmal ein Blick auf die Arbeitsstätte und das Steinelager des Kötztinger Bildhauers Eberhard Schaefer im Schmidtbräugarten:

Serwuschok Luftbilder


Serwuschok Luftbilder 

🗺️ Kleines Suchspiel zum Schluss:

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Er verbirgt sich in der Markergruppe Kötztinger Häuserchronik 

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