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Mittwoch, 22. April 2026

Wo ist das - Suchbilder 2026

Hier nun die Suchbilder von 2026: 

Suchbild 6

Wo in Bad Kötzting  liegt diese Brücke?  Den oberen Bildrand habe ich abgeschnitten, sonst wäre die Lösung viel zu einfach gewesen.







Suchbild 5


Eine malerische Hütte auf einer beliebten Sonntagswanderstrecke in Kötzting mit vielen Erinnerungen.
Wo stand diese Hütte?


Die Lösung:

Natürlich auf dem Ludwigsberg - Kötztings traditionelles Sonntagsausflugsziel



Suchbild 4

Hinter dieser Suchaufgabe steckt nun tatsächlich auch für mich der Wunsch nach einer Lösung, denn ich kenne das abgebildete Haus nicht. Es stammt aus einem Artikel vom Januar 1976, als die Umschau mehrere Objekte in der Stadt abbildete, die nicht gerade "vorzeigbar" erschienen für die zukünftige Entwicklung der Stadt. Im Falle des Suchbildes hieß es, dass regelmäßige Einbrüche und unrechtmäßige Übernachtungen in diesem (Neben?-) Gebäude stattgefunden hätten und die Zustände daher untragbar seien. 
Mein eigener Tip:  Das Rückgebäude vom Fischer Peteranwesen (das war wohl ein Irrtum...)
Wo war das in Kötzting?

Lösung Suchbild 4:

Es ist der ehemalige "Lembergerkeller" in der Holzapfelstraße und das rechts angeschnittene Hauseck mit der Hausnummer 13 gehört zum ehemaligen Monokel.






Suchbild 3


Wo kommt das Auto auf diesem Bild her und zu welchem Anwesen gehörte das Gebäude auf der rechten Bilderseite?


Lösung:

Diese Suchaufgabe wurde sehr schnell und von sehr vielen richtig beantwortet: es ist die Einbiegung von der Müllerstraße rechts hin zur heutigen (Fußgänger-) Oberbergerbrücke, die damals noch - wenn auch nur eingeschränkt - befahrbar war.



Suchbild 2

vermutlich zu einfach, aber vielleicht kann ich mich auch täuschen: Wo in Kötzting stand denn diese Außenterrasse?  

Btw: die Bank gibt es heute noch, allerdings nicht an dieser Stelle.

 

Lösung:
Viele haben es gleich erkannt, das ist die ehemalige Steinterrasse vor dem Gasthaus Dreger in der Marktstraße, die der großen Marktstraßensanierung in den Jahren 1983/1984 weichen musste, um die Straße fußgängerfreundlicher zu machen. Die halbhohe Stützmauer dieses Freisitzes war übrigens jahrzehntelang der "Kirtasitzplatz" eines schwerbehinderten Akkordeonspielers, der sich hier mit Musik seinen Lebensunterhalt zu verdienen versuchte und mich in meinen Kinder - und Jugendjahren begleitete.

Suchbild 1

Am Rand des Stadtgebiets von Bad Kötzting, fast ein wenig verborgen, liegt dieser stille, idyllische See.
Kennen Sie seinen Namen – und wissen Sie, wo er zu finden ist?


Lösung: Es ist der Steinbachsee rund herum um das Jahr 1960. Foto Kretschmer

Foto Kretschmer: aus diesem See wurde, den starken Höhenunterschied ausnutzend, eine Druckwasserleitung heruntergeführt zum heutigen Hotel Steinbachtal.



🗺️ Kleines Suchspiel zum Schluss:

Viele Geschichten und Meldungen aus und über Kötzting lassen sich nicht nur lesen, sondern auch direkt im Stadtplan entdecken.
Die Interaktive Karte Kötzting führt über ihre Marker unmittelbar zu den passenden Blogbeiträgen – Geschichte zum Anklicken.

🔎 Wer diesen Beitrag dort wiederfinden möchte, muss ein wenig suchen:
Er verbirgt sich in der Markergruppe Suchaufgaben

Viel Freude beim Entdecken!

                                              🗺️ Interaktive Karte Kötzting öffnen


Montag, 20. April 2026

Ein alter "Beruf": der Ameisler

Aus dem Bücherbestand des so früh verstorbenen Kurt Kühlmeyer haben wir für das Bad Kötztinger Stadtarchiv einige weitere Bücher erhalten, darunter auch  die zwei Bände des Neuerner Lehrers und Volkskundlers Josef Blau: "Böhmerwälder Hausindustrie und Volkskunst" als Originalausgabe aus dem Jahre 1919. (Der Morsakverlag brachte diese beiden Bände in der Vergangenheit in mehreren Neuauflagen wieder heraus).
Beim Durchblättern der hochinteressanten Bücher stieß ich auf die Abhandlung über einen (seltsamen und schon lange ausgestorbenen) Beruf, der mich direkt an meine Kinderzeit denken ließ.
Mein Vater war zwar Kötztinger Bäckermeister in seinem Hauptberuf aber im Hintergrund drehte sich bei ihm vieles um Tierhaltung und Tierzüchtung. Vor allem ging es um Geflügel und dabei durchaus auch um essbare.....

Die Berufsbezeichnung, um die es in dem Buch ging, hieß: "der Ameisler" und das, was dieser "Ameisler" machte, konnte auch mein Vater.
Zunächst aber als Hinführung zu diesem Thema eine Beschreibung der Situation im Hause Pongratz in der Marktstraße mit der Wandlung von der Brieftaubenhaltung zum Minivogelpark mitten am Marktplatz.

 

Dieser große Stadel im Hinterhof des Anwesens Pongratz  wurde Anfang der 1960er Jahre abgerissen.


Im Hinterhof kann man das neue Flachdachgebäude erkennen. Am Marktplatz ist noch der alte
Kuhstallpflasterbuckel vorhanden, ein Belag, wie er heute noch an der St. Veitskirche vorkommt und 
man sieht, dass damals noch Gras und Klee wuchs auf dem Kötztinger Marktplatz.
Bild Hans Traurig 

Mit dem Abbruch des großen Stadels im Hof und dem Neubau des Nebengebäudes war nun auch Platz für einen "vernünftigen" Taubenschlag und die umfangreichen Volierenanlagen. 


KU SW 845. Brieftaubeneinsetzen im Hinterhof der Bäckerei Pongratz.
Mitte mit der Lederjacke Franz Wagerer


Ein Zufallsfund: beim Durchstöbern alter DIAs habe ich im Bild die "Taubereruhr" meines Vaters gefunden. Deutlich sichtbar ist der kreuzförmige Schlüssel, mit dem bei einem - einem Wettflug vorgelagertem - Treffen, die Uhren aller Teilnehmer geeicht, welche anschließend verplombt wurden.
Mit demselben "Schlüssel" wurde nach dem Eintreffen der Reisetaube und der Sicherstellung des Gummiringes dieser in einer Kapsel verschlossen. Diese Kapsel konnte in die Uhr gesteckt und dort versperrt werden. Eine Umdrehung mit dem Kreuzschlüssel und es wurde zusätzlich noch ein Papierstreifen als Protokoll und Beweis bedruckt. 

Hier der neue Bau im Hinterhof, noch mit einem großen Taubenschlag. Im Zimmer rechts außen
konnte der Einflug der Taube beobachtet und diese sofort von ihrem Gummiring befreit werden. Darunter waren bereits die ersten Volieren sichtbar, die alle im Hintergrund einen großen beheizbaren Innenraum besaßen.

Später kam dann - links als Anbau an die Volieren - noch ein weiterer Käfig für unsere Eichhörnchen hinzu, die nicht mehr innerhalb der Wohnung gehalten werden konnten.
Junge Eichhörnchen im elterlichen Wohnzimmer.

Die "ausquartierten Eichhörnchen" mit meiner Schwester


Der Reisetaubensport ist nicht nur spannend, sondern auch sehr zeitraubend, und so legte mein Vater - vermutlich mit etwas Druck von seiner besseren Hälfte -  seine Ämter bei den Tauberern nieder und stieg in die Vogelzucht ein. Anfänge dazu hatte es schon gleich mit dem Bau der Volieren gegeben. Hier konnte er den Zeitverbrauch seines Hobbies besser den Erfordernissen der Bäckerei anpassen.
Zuerst waren es nur die noch relativ einfach zu kultivierenden und fütternden Zebra- und Prachtfinken, die mit ihrem Gezwitscher den Hof füllten.
Dann aber kamen die Weichfresser hinzu, die chinesische Nachtigall, Schamadrossel, Pitas, Zwergwachteln, Rallen, Kardinalvögel und so weiter, für die er zusätzlich auch für beheizbare Innenräume zu sorgen hatte und eben Weichfutter, von Obstscheiben bis hin zu Lebendfutter.

Der Beo wurde zum kleinen Problem, weil er den familieninternen Pfiff, mit dem sich meine Eltern informierten, dass der jeweils andere im Hauptgebäude gebraucht würde, so oft gehört hatte, dass er ihn täuschend ähnlich nachmachen konnte und so munter vor sich hin pfeifend meine Eltern ärgerte. 

Der Beo imitierte sowohl die chinesische Nachtigall
wie auch den „Familienpfiff“ der Eltern

 

Chinesische Zwergwachteln mit ihrem halbwüchsigen Jungen. Direkt nach dem Schlüpfen haben diese eine Größe gerade mal wie eine Hummel.


Schamadrossel 


eine Ralle


Ein roter Kardinal


Die Prachtfinken


Diamanttäubchen


Ein Pitta


Dies sind einige der Vögel, von denen ich noch Bilder habe finden können.
Im ersten Stock wurden später die Taubenschläge rückgebaut und 6 oder 7 längliche Flugvolieren für die Papageienzucht (Nymphemsittiche) errichtet. Noch heute kann man an dem Rückgebäude im Innenhof diese Strukturen erkennen.
Papageien, Kanarienvögel und Wellensittiche wurden in großem Stil gezüchtet und auch verkauft.
Für manche seiner Lieblinge - eben die oben genannten Weichfresser -  war es sehr aufwändig, abwechslungsreiches Futter zu erhalten, aber da war mein Vater sehr erfindungsreich und hatte uns Kinder als seine Unterstützer.

Spezialfutter 1: Löwenzahnblüten für die Körnerfresser
Vor dem Abflug der "Flugschirme"  des Löwenzahnblütenstandes durchläuft der Blütenkopf mehrere Stationen.
Austrieb - Blüte - Schließen der Kronblätter - Samenerzeugung - Öffnung der Kronblätter - Abflug.
Der richtige Moment der Ernte ist der Zeitpunkt, wenn die Samen gebildet sind und die Spitzen der späteren Schirme bereits weiß über die geschlossenen Kronblätter hinausragen. Zu diesem Zeitpunkt müssen die Blütenköpfe geerntet werden. Danach werden die geschlossenen Kronblätter mit den Schirmen abgerissen und es verbleibt der Blütenboden mit den eingebetteten schwarzen Samenkörnern. 
Spezialfutter 2: Heuhüpfer und dann noch 
Spezialfutter 3: Ameiseneier 
Und damit sind wir endlich beim Thema: 
Gleich zuvor ein Hinweis: 
Nicht nur, dass die großen Roten Waldameisen bei uns in den 60er Jahren bereits streng geschützt  waren, es hätte diese Riesen-Ameisenhügel bei uns auch gar nicht in der ausreichenden Menge (mehr)  gegeben. 
Anders als in dem folgenden Artikel von Josef Blau beschrieben, sammelte mein Vater ausschließlich die Eier der viel kleineren aber dafür auch sehr weit verbreiteten und - vor allem auf sonnigen Hängen und Rainen sehr häufigen - kleinener schwarzen Wegameise.  

Der Ameisler - nach Josef Blau

Er hat seinen Arbeitsplatz im Walde. Von einem ebenen, unbgrasten und unbemoosten Flecke aus führen nach mehreren Seiten kleine, kurze und seichte Gräben, die jeder in ein wenig tiefes Grübchen endigen. Gräben und Grübchen sind mit grünem Reisig bedeckt. Der Ameisler ist nicht da. Er arbeitet eben an einem Haufen der roten Waldameise. Behende schaufelt der Mann das aufgedeckte Innere des Haufens mit den weißen Puppen und vielen Ameisen und den Massen Nadeln auf ein Tuch oder in einen aufgehaltenen Sack. Er fasst die Enden des Tuches zusammen (bindet den Sack zu) und eilt zu seinem Platze. Hier schüttet er den Inhalt ergreifen die Ameisenpuppen und trachten sie zu verbergen. Sie flüchten in die gedeckten Laufgräben und legen ihre glücklich geretteten Lasten in die finsteren Gruben; dann eilen sie zum wirren Haufen zurück und holen so lange Puppen herbei, bis nur mehr die Nadeln und das Volk der Arbeiterinnen in der Mitte zurückbleiben. 
Der Ameisler hat sich unterdessen in die Sonne gelegt oder neue Ameisen herbeigeholt. Er hat die Hände ganz rot und entzündet, was von der vielen Ameisensäure herrührt, mit der ihn die aufgeschreckten Tierchen, ihr bedrohtes Heim verteidigend, bespritzen.
Ist seine Arbeit zu Ende, so holt er die „Ameiseneier“ aus den Grüblein in ein eigenes Säckchen und begibt sich, zufrieden mit seiner Ausbeute, nachhause.
Die „Ameiseneier“ dienen als Futter für Singvögel. In früherer Zeit wurde die Ameislerei viel stärker betrieben als heute, wo nur noch hie und da ein Vogelliebhaber im Laufe des Sommers einmal an einem Sonntag-Nachmittag ameiselt. Vor dreißig Jahren kannte ich Leute, die mit Ameiseneiern zu den „Vögelnarren“ kamen und sie ihrer seitelweise verkauften. In der Nähe von Wien gab diese Beschäftigung um 1870 noch einigen Familien Erwerb.¹)

Schaller berichtet aus dem Gebiete der Herrschaft Merklīn bei Staab 1789:
„Einige der hiesigen Leute wissen auch auf eine sehr leichte Art eine große Menge Ameiseneyer zu sammeln, die sie bis Prag und Wien abliefern.“



Natürlich gibt es Weich- und Lebendfutter zu kaufen bzw. zu züchten, auch bei uns stand im sogenannten  "warmen Zimmer" über der Backstube ein Zuchtkasten für Mehlwürmer, aber diese waren viel zu nährstoff- und nicht abwechslungsreich genug. 
Vaters  "Viechtacher Tour zur Mittagszeit" - also die Belieferung unserer Wiederverkaufskunden im Bereich des Landkreises Viechtach. -  führten ihn zu vielen "Brotweibern" - genauer in der Einzahl: "Broutweij" genannt- , die zumeist auf einzeln stehenden Bauernhöfen lebten und die Brotlaibe verkauften, um sich ein Zubrot zu verdienen.  Zu diesen Bauernhöfen führten häufig nur Feldwege, deren Wegeränder und Raine im Hochsommer von den Hügeln der normalen Wegameise geradezu übersäht waren. 
Ein gut schließender Blecheimer war immer im Auto und nun musste man nur schnell sein. 
Zu Mittagszeiten transportieren die Ameisen nämlich ihren gesamten Puppenbestand hinauf in den oberirdischen Teil des Ameisenbaus - und bringen diese nachts wieder in die Tiefe und Wärme des Baues zurück. Mittags im Hochsommer waren also diese kleinen Ameisenhügel im Inneren gefüllt mit einer Unmenge von Ameisen"eiern" und natürlich auch mit vielen Ameisen.
Schritt eins: Deckel des Eimers auf und den ganzen Hügel - händisch - schnell mitsamt der Erde, den Eiern (eigentlich sind es Ameisenpuppen) und den Ameisen in den Eimer schieben und den Deckel wieder GUT schließen.
Schritt zwei: bei uns im Hof lag in einer sonnigen Ecke ein alter Schubladen mit einer Glasabdeckung, die an einer Ecke abgeschattet war.  In diesen alten Schubladen mitten in der prallen Sonne wurde nun der gesammelte Inhalt geschüttet.
Die Ameisen lieben zwar Wärme, aber dort unter der Glasscheibe ist es halt nicht warm, sondern heiß, viel zu heiß für das Gelege, weshalb die Ameisen sofort beginnen, ihre Puppen aus der Erde/Puppen  Mischung  herauszupulen und diese in der abgeschatteten Ecke in Sicherheit zu bringen.
Diese abgeschattete Ecke ist aber in Wirklichkeit ein kleiner Schuber, der nach kurzer Zeit ALLE Ameiseneier des Eimers schön sortiert enthält. Nun kann dieser kleine Schuber entnommen werden und man erhält
Schritt drei: ein kleines Päckchen Ameiseneier bereit zum Einfrieren als Winterfutter für die Weichfresser. 

Zur Ergänzung hier noch zwei Bilder von Überbleibseln aus dem Haushalt Pongratz:


Foto Pongratz: Das ist einer der Versandtkörbe für die Brieftauben

Foto Pongratz: Dieser "Wohnzimmerschrank" stand in unserem "Kombi-Kinder-Tiere-Spielezimmer im Erdgeschoss, in dem dann wahlweise die Kanarienvögel/Zeisige/Stieglitze/Gimpel zwitscherten. Zusätzlich wohnten dort auch noch - solange sie klein waren - die zwei Eichhörnchen, ein einsamer Gockel - genannt Hansi -, der als Küken halb erfroren auf einem Misthaufen in Wettzell entdeckt und gerettet wurde, und ein/zwei Goldhamster in ihren Käfigen.


🗺️ Ein Tipp zum Schluss:
Auch dieser Beitrag ist in der interaktiven Karte Kötztings eingetragen.
Dort werden Beitrag um Beitrag aus der Häuserchronik und die vielen anderen  historischen Themen dieses Geschichtsblogs direkt im Stadtplan verortet – jeder Marker führt per Klick zum passenden Blogbeitrag.
Die Karte funktioniert am PC ebenso wie auf dem Smartphone und kann sogar als kleine App gespeichert werden.

 Reserve weiß Dieser Beitrag ist in der interaktiven Karte unter der Markergruppe Kötztinger Allerlei zu finden.









Freitag, 17. April 2026

Radfahren in Kötztings Geschichte

Historische Einkehr mit Zusatzschmankerl

Thema: Rund herum um den Haidstein







Historische Einkehr


Gleich zu Beginn ein wichtiger Hinweis:

Die Teilnahme an einer geführten Radltour ist einfach ein zusätzliches Angebot und keine Voraussetzung für die Historische Einkehr. Wer also lieber direkt zum "normalen" Abendprogramm kommen möchte, für den bleibt es wie gewohnt: einfach bei der Kurverwaltung für die Einkher anmelden und dabei angeben, ob die Teilnahme mit Radlfahrt oder nur am „Essensvortrag“ im Restaurant Edelweiß in der Spielbank gewünscht ist.

In diesem Frühjahr bekommt unsere beliebte „historische Wanderung mit Einkehr“ eine frische Wendung. Wir schalten einen Gang höher – und steigen aufs Rad.  Unsere Radltour führt auf einem abwechslungsreichen Rundkurs hinauf zum Haidstein, mit Blicken in Landschaft und Geschichte. Den Abschluss bildet schließlich – ganz traditionell und doch neu gedacht – die historische Einkehr in der Spielbank Bad Kötzting. Dort begeben wir uns, wie gewohnt mit Bildern, Dias und Erzählungen, gemeinsam auf eine kulturgeschichtliche Reise über die Orte der Radltour.
Treffpunkt für die Historische Einkehr ist um 17.00 Uhr im Eingangsbereich der Spielbank Bad Kötzting.

Ablauf & Zeiten
Die Radfahrer treffen sich um 13.30 Uhr zur Abfahrt vor dem Pongratz-Stall und werden den Zielpunkt Spielbank Bad Kötzting gegen 17.00 Uhr erreichen und dabei noch einmal der Hinweis, dass eine Teilnahme an der Historischen Einkehr natürlich auch ohne die vorherige Radfahrt möglich ist, denn  nicht jeder aus der großen Runde unserer „Stammteilnehmer“ möchte/kann eine rund 24 km lange Radstrecke mit vielen geschotterten Teilstrecken mit dem Fahrrad fahren. 


Wichtiger Hinweis zur Strecke:
Ein Großteil der Route verläuft auf geschotterten Forststraßen. Deshalb sollten nur diejenigen teilnehmen, die sich einen unebenen und stellenweise auch lockeren Untergrund zutrauen.
Eine angemessene Schutzausrüstung, insbesondere ein Fahrradhelm, gehört selbstverständlich zur Grundausstattung.  Und keine Sorge:  Ich selbst bin mit dem E-Bike unterwegs – E-Bikes sind also ausdrücklich willkommen 🚴‍♂️🙂  


Anmeldung:

Anmeldung wie gewohnt über die Kurverwaltung.
Bitte geben Sie dieses Mal bei der Anmeldung an, ob Sie an der Radltour teilnehmen möchten oder ausschließlich zur historischen Einkehr dazukommen.


Wer die Radlstrecke mitfährt, erlebt bereits den „roten Faden“, der sich später durch die DIA-Show bei der Historischen Einkehr zieht.

Gleich zu Beginn nehmen wir uns Zeit für den Startpunkt selbst:
Es gibt kurze Einblicke in das Flurstück, an dem wir uns versammeln, in den Urtlbach, den Gehsberg, den Schinderbuckel und das geheimnisvolle „Kroith“ – ein idealer Auftakt, um Landschaft und Geschichte miteinander zu verknüpfen.  Nach einem kleinen ersten Anstieg vorbei am „Pferdestall-Misthaufen“ erreichen wir die Staatsstraße, queren sie und radeln hinüber zur Kapelle von Gehstorf, weiter zum Schmied und zum Feuerwehrhaus – alles Orte mit eigener Geschichte, die man meist achtlos passiert. 
Im Anschluss beginnt ein längerer, aber gleichmäßiger Anstieg nach Ried hinterm Haidstein. Der Weg führt vorbei am fast schon legendären Gartenfestplatz der Gehstorfer, am Trimm-Dich-Pfad – und schließlich zu unserem ersten größeren Ziel: der Rieder Linde, einem markanten Punkt mit Geschichte und Ausblick.
Der Trimm-Dich-Pfad


Danach geht es zunächst ein kleines Stück zurück und dann den Forstweg direkt hinüber zum Hotel Bayerwald in Liebenstein.
Foto Josef Bock: die Rieder Linde

 An jener Stelle, an der sich einst die Burg Liebenstein erhob, legen wir einen Halt ein – ein guter Punkt, um Geschichte und Landschaft zusammenzudenken.
Hier lohnt es sich besonders, einen Blick nach zurück zu werfen um die Kötztinger Berge zu bewundern.
Von hier an beginnt dann die Schotterstrecke, die uns Schritt für Schritt hinauf Richtung Gipfel führt.
 Der Haidsteingipfel ist ein echter „Guck-ins-Land“ – und wir hoffen natürlich auf bestes Ausflugs- und Aussichtswetter 🌄🚴‍♂️

Foto Haymo Richter - Haidsteiner Gipfel


 Nach der Gipfelbesteigung kommt der - radltechnisch - einfachere 2. Teil der Strecke.
Aber 👉 Achtung: Gleich zu Beginn ist ein Gefällestück der geschotterten Forststraße zu bewältigen. Dieser Abschnitt sollte vorsichtig und kontrolliert gefahren werden. 
Anschließend führt uns die Strecke erneut durch Liebenstein – diesmal jedoch abseits der Hauptstraße.
 Wir rollen unten an Ramsried und an der Ammermühle vorbei und legen unseren nächsten Halt an der Wallfahrtskapelle von Bachmeierholz ein. 

Foto Haymo Richter: Kapelle Bachmeierholz
Von dort geht es weiter hinab nach Bachhäuser. Dort verlassen wir die Straße, biegen links ab und fahren in ein Tal hinein, das für mich zu den malerischsten Landschaftsräumen der Kötztinger Umgebung gehört. Gerade im Frühjahr verspricht dieser Abschnitt ein besonderes Erlebnis – vergleichbar mit der Wanderung ins frühlingshafte Zellertal im vergangenen Jahr: ruhig, landschaftlich eindrucksvoll und ideal, um Natur und Geschichte miteinander zu verbinden 🌿🚴‍♂️
Beim letzten Schwenk unserer Tour passieren wir die Hauser Mühle, streifen nur kurz eine Hauptstraße und biegen dann ab in Richtung Fessmannsdorf und Rieselhöhe. Auch hier werden wir noch einmal mit einer herrlichen Aussicht belohnt: der Blick öffnet sich hinunter zu Herrenweiher, Gänskragen und Hutwöhr – genau in jener Jahreszeit, in der die Bäume bereits das erste Grün zeigen, uns den freien Blick in die Landschaft aber noch nicht nehmen. Anschließend geht es bergab, vorbei an den Kötztinger Schulen, und wir können nun einem echten Radweg folgen, der uns bis zur Spielbank führt. Von dort ist es nur noch ein Katzensprung: vorbei am früheren Aschenbrenner-Gelände und schließlich hinauf zurück zum Pferdestall, wo sich der Kreis unserer Tour schließt 🚴‍♂️🌿 und wir zur Historischen Einkehr einen klassischen Einkehrschwung machen.

Serwuschok Luftbilder


Hier für die Teilnehmer die Kerndaten unserer Radlstrecke:


 











Auch hier noch der Hinweis auf das neue Tool der Kötztinger Geschichte(n)
Als ergänzendes Arbeits- und Orientierungsinstrument steht die Interaktive Karte Kötztings zur Verfügung. In ihr sind die Beiträge der Häuserchronik sowie zahlreiche weitere historische Themen räumlich verortet und miteinander verknüpft. Jeder Marker führt direkt zu den zugehörigen Blogbeiträgen und ermöglicht so einen schnellen Überblick über Zusammenhänge, Orte und Entwicklungen.

Die Karte ist sowohl am PC als auch auf mobilen Geräten nutzbar und kann auf Wunsch als App auf dem Smartphone gespeichert werden.

🚶 Wanderung  Dieser Beitrag ist in der interaktiven Karte unter der Markergruppe Wanderung eingeordnet. 

Zur Interaktiven Karte:   🗺️ Interaktive Karte Kötzting öffnen


 

Mittwoch, 15. April 2026

Die Gemeinde Wettzell kommt zur Stadt Kötzting


Foto Haymo Richter Wettzell 1990



Noch zu Jahresanfang  1976 lautete die Schlagzeile: 

Aber dann kam doch der Durchbruch in den harten Verhandlungen mit dem damaligen bayr. Innenminister Dr. Bruno Merk und Am 3. April 1976 wurde die Entscheidung öffentlich und rechtssicher gemacht: Im Staatsanzeiger legte die bayerische Staatsregierung die letzten Details vor – und brachte damit die kommunale Gebietsreform auf die Zielgerade.“

 Zunächst ein Blick zurück: Drei Jahre zuvor war es im Zuge der kommunalen Gebietsreform zur Neugründung der Gemeinde Wettzell mit Sitz in Wiesing gekommen, die die bisherigen Gemeinden Wiesing, Wettzell und Schönau umfasste. Nun glaubten die Gemeinderatsmitglieder der einzelnen früheren Gemeinden offenbar selber nicht mehr daran, dass dieses künstliche Gebilde dauerhaft Bestand haben würde. Der Regener Landrat Feuchtinger versuchte bei einem Vor-Ort-Termin in Wettzell, diese fatalistische Stimmung zu wenden, und zeichnete in seinen Ausführungen das "Schreckens"- Bild, dass Wettzell künftig lediglich ein Anhängsel der Stadt Kötzting sein werde.
Die „Umschau“ (Redakteur Herr Kühn) stellt in ihrem Bericht sehr deutlich heraus, dass die Möglichkeit einer Selbstständigkeit Wettzells von vornherein ausgeschlossen gewesen und dass die bereits bestehende gesellschaftliche Anbindung Wettzells an Kötzting in der Vor-Ort-Debatte überhaupt nicht zur Sprache gekommen sei:

"Keiner der Beteiligten hat funktionalreformerische (ein tolles Wort) Aspekte zur Sprache gebracht. Das Gros der Wettzeller Bevölkerung erledigt seine Besorgungen in Kötzting, die Kinder gehen hier zur Schule, viele arbeiten in der Pfingstrittstadt. Eine Tatsache, die so sehr zum Alltag gehört, dass man sie vergessen hat?"

Foto Haymo Richter Wettzell 2018


Und dann gings eben in die Entscheidungsphase und im April 1976  - vor 50 Jahren - war es dann soweit: 

Für den Lamer Winkel bedeuteten diese schmerzliche Gebietsverluste – Die Stadt Kötzting hingegen ging gestärkt daraus hervor: Mit Wettzell kam nun eine weitere Gemeinde zur Stadt, die damit jetzt auch oberpfälzisch und fortan von Kötzting verwaltet wurde. Der Titel ‚Bad‘ lag zu dieser Zeit allerdings noch in weiter Ferne.
Am 5. April 1976 berichtete Frau Renate Serwuschok von der Entscheidung:

Wettzell kommt zu Kötzting
trotzdem nur „halbe“ Freude


Kötzting (na). In einer Pause der Stadtratssitzung vom Dienstag wurde es bereits gemunkelt: Wettzell kommt zu Kötzting. Aber wer es hörte, musste tausend Eide schwören, absolutes Stillschweigen bis zum 3. April zu bewahren, dann würde, so der Bürgermeister, alles gelaufen sein. Ein Wort zu früh aber konnte die Gegner dieser Lösung noch einmal munter machen. Die Geheimniskrämerei hat sich gelohnt. Im Bayerischen Staatsanzeiger war am Samstag zu lesen, dass aus dem Regierungsbezirk Niederbayern in den Regierungsbezirk Oberpfalz eingegliedert werden: Die Gemeindeteile Buchberg, Fischerhof, Kaitersbach, Leckern, Ried, Sackenried, Stockmühle und die Gemeinde Wettzell.
Die Vernunft hat gesiegt, zumindest in diesem Fall, wenn auch mit Einschränkungen. Ganz offensichtlich sind der Regierungsbezirk Niederbayern und der Landkreis Regen „wassersüchtig“, denn sie haben mit Erfolg sowohl den Höllensteinsee als auch den Kleinen Arbersee gegen eine Umgliederung in die Oberpfalz verteidigt. Der Staatsanzeiger bestätigt übrigens, was wir bereits am 1. April (aber nicht als Aprilscherz!) berichtet haben: Brennes, Mooshütte, Scheiben, Lohhäusl, Seehütte und mit Kleinem Arbersee und Chamer Hütte bleiben, wie noch eine Menge anderer Flurstücke im Arbergebiet, niederbayerisch.
In der Verordnung zur Änderung von Grenzen des Regierungsbezirkes „heißt es weiter, dass die Gemeinde Niederndorf, mit Ausnahme des Gemeindeteiles Matzelsdorf, aus dem Landkreis Cham abgetrennt und dem Landkreis Regen zugeteilt wird. Hier wurden weder die Wünsche der Bevölkerung laut Abstimmungsmehrheit noch der letzte Gemeinderatsbeschluss in dieser Sache berücksichtigt. Danach hätten außer Matzelsdorf auch noch die Ortschaften Gutendorf und Niederdorf zur Stadt Kötzting gehen und damit beim Landkreis Cham bleiben wollen. Ob überall dort, wo sich Entscheidungen des Innenministeriums nicht mit den Vorstellungen der Betroffenen decken, der Rechtsweg beschritten werden kann und beschritten werden wird, bleibt abzuwarten.

Kurz nochmal der Rückblick auf die Entwicklung, die zur bis heute gültigen Situation geführt hat::


1972 Gemeindegebietsreform: Gemeinde Wettzell mit Hauptsitz in Wiesing. Es entstand der Wunsch nach Eingliederung nach Kötzting und folgend dann im Jahre 1975 der Regierungsvorschlag, dass Liebenstein und Wettzell zu Kötzting kommen könnten/sollten, was im April 1976 dann zu dieser Entscheidung führte.
Am 01.05.1978 war dann die letzte Gemeinderatssitzung der Gemeinde Wettzell und seit 1.5. gehören Wettzell und Kötzting zusammen zur Stadt Bad Kötzting.
Bemerkenswert in diesem Zusammenhang:
Von 1948 bis 1978, also dreißig  - in diesem Falle  - sicher lange Jahre lang, war Max Vogl von Ried am See der langjährige und letzte Bürgermeister der Dorfgemeinde Wettzell. Keiner der bekannten bayerischen Dorfvorsteher zu dieser Zeit war auch nur annähernd so lange im Amt.

Foto Haymo Richter Wettzell 2018

Wer mehr über Wettzell und seine Geschichte nachlesen möchte, findet dazu weitere Informationen in den folgenden Beiträgen:
Spuren aus dem Mittelalter - der Versuch einer Erklärung


🗺️ Kleines Suchspiel zum Schluss:

Viele Geschichten aus Kötzting lassen sich nicht nur lesen, sondern auch direkt im Stadtplan entdecken.
Die Interaktive Karte Kötzting führt über ihre Marker unmittelbar zu den passenden Blogbeiträgen – Geschichte zum Anklicken. Wer es noch nicht weiß, um was es sich bei diesem Programm handelt, kann sich gut im folgenden Blogbeitrag informieren: Die interaktive Karte und ihre Möglichkeiten :

🔎 Wer diesen Beitrag dort wiederfinden möchte, muss ein wenig suchen:
Er verbirgt sich in der Markergruppe Rund herum um Kötzting  


 

Viel Freude beim Entdecken!

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Montag, 6. April 2026

Bilder fürs Kopfkino ....

Manchmal genügt ein einziges Foto.

Gesichter oder eine festgehaltene Szene  – und plötzlich ist sie wieder da, die halbe Welt von damals.
Beim Stöbern durch unsere Bildersammlung – oft in Verbindung mit alten Zeitungsartikeln – stoße ich immer wieder auf solche Einzelstücke. Bilder, die mehr erzählen, als man auf den ersten Blick sieht. Kaum betrachtet, tauchen im Kopf schon kleine Geschichten, Anekdoten und Bilder auf.
Ich bin mir sicher: Manchen meiner Zeitgenossen geht es dabei ähnlich. In lockerer Folge möchte ich hier solche – für mich besonderen – Funde vorstellen. Vielleicht blitzen auch bei Ihnen beim Betrachten ganz eigene Geschichten und Anekdoten auf.

Und weiter geht's mit diesen speziellen Erinnerungen:

Bild 2

Bei der Durchsicht der Kötztinger Burschenchronik - um einen Jahresbeitrag für das Jahr 1956 zu erarbeiten - bin ich auf ein tolles Bild von einer ganz besonderer Veranstaltung gestoßen, das wunderbar in diese Reihe passt. Es stammt von einem Auftritt einer ganz besonderen Band, den "Condios" 

Als die „Condios“ angekündigt wurden, klang das nach großer, weiter Welt – vielleicht nach einer fremden Spitzenkapelle, die im Januelsaal aufspielen sollte. Entsprechend groß war die Spannung, als sich der Saal füllte und alle auf den großen Moment warteten. Dann ging der Vorhang auf – und die Überraschung war perfekt: Keine auswärtige Sensationsband, sondern die eigene Vereinskapelle stand auf der Bühne.

Foto Vereinschronik BWV-Kötzting von 1956 - ist das nicht ein tolles Bild.
Die Condios: v.l. Hans -John - Mühlbauer - Wack Traurig - Stutz Traurig - Betz Erich
Gerade das macht dieses Bild heute so besonders. Es zeigt nicht nur einen pfiffig inszenierten Auftritt, sondern auch einen kleinen Generationswechsel in der Kötztinger Tanzmusik. Denn gespielt wurde hier ausnahmsweise einmal ohne den Senior der „Kapelle Traurig“. Später war bei Kötztinger Bällen längst bekannt: Wenn Michl Traurig sen. nach Hause gegangen war und die jüngere Generation die Musikauswahl übernahm, dann wurde es oft erst richtig interessant. Vielleicht lag also schon bei den „Condios“ ein Hauch von dem in der Luft, was Jahre später unter der Hand jeder wusste: Jetzt geht der Ball erst richtig los.
Und dazu noch dieses Foto aus der Vereinschronik von 1956 – allein das ist schon ein kleines Stück Kötztinger Musik- und Unterhaltungsgeschichte.
Hans - John - Mühlbauer, der Pfingstbräutigam des Vorjahres (1955) und Brautführer für seinen Freund Barth Schorsch dann in diesem - 1956 - Jahr. Er ging später für einige Jahrzehnte in die USA, was ihm seinen Zweitnamen - John - einbrachte, bevor er nach Kötzting dauerhaft zurückkehrte.
Die anderen Drei, Franz und Michael Traurig - also Stutz und Wack - und Betz Erich gehörten alle zur Familie Traurig, da Erich Betz später Annerl Traurig heiratete, die hier bereits als Solistin auftritt.
Was von Betz Erich sicherlich vielen noch in Erinnerung ist, ist sein Sängerauftritt mit "ONLY YOU", den er auch viele Jahrzehnte später noch auf der Bühne im Jahnsaal absolvierte, auch wenn er schon lange nicht mehr in einer Band spielte.
Viele unterhaltsame Stunden verdank(t)en wir diesen Kötztinger Musikerurgesteinen
 
In der Chronik heißt es zum Auftritt der Condios:
"und die Burschen machten viel Mundpropaganda. Gegen 8:00 Uhr war dann der Saal voll von lauter jungen Leuten. Dann kam der spannende Augenblick, der Vorhang der Bühne wurde geöffnet und ein herzlicher Beifall war der Lohn für die Arbeit. Zum Tanz spielte die Vereinsband,  Hans Mühlbauer, Wack Traurig, Erich Betz und Franz Traurig. Sie spielten wie die Götter. Kein Wunder, dass die Stimmung sofort auf Hochtouren kam. Nach einer kleinen Pause zog sich die Kapelle um. Wieder waren sie alle vier gleich gedresst. Dann ging’s aber erst richtig los. Jetzt lautete die Parole, heiße Musik. Man kann ruhig behaupten, dass auf manchen Faschingsball keine solche Stimmung aufkam. Eine Veranstaltung, mit der wir uns sehen lassen konnten. Als Solisten taten noch Annerl Traurig und Erwin Stelzl hervor."

Bild 1



Wenn da einem "Obermarktler" nicht das Herz aufgeht. Das Bild stammt von einer Generalversammlung der Kötztinger Feuerwehr und offensichtlich wurde eine ganze Garde vom oberen Markt für ihre Mitgliedschaft geehrt. Es war im Jahre 1976, als es noch die Regel war, in der Kötztinger Marktstraße zu wohnen, heutzutage sind wir nicht mehr Viele.


KU vom März 1976

Wen  haben wir denn da drauf...... lauter Helden meiner Kinder und Jugendzeit 

Den Wellisch Xaverl, Zögling vom Josefsheim, ganz aktiv beim Burschenverein, Pfingstreiter und immer für einen Spaß zu haben.
Herr Zimmerer aus der Rathausgasse, der Vater meines Mitschülers aus der Kötztinger Volksschule, ich erinnere mich noch gut an die Werkstatt in der Rathausgasse und an den Geruch des Fensterkittes.
Pongratz Heinerl  seines Zeichens ein Schreinermeister- schon an seinem Gesichtsausdruck kann man seine Lebensfreue erkennen. Er und seine Frau "Elis" waren begnadete - und vom Tanzstil auffallende - Tänzer auf den Kötztinger Faschingsbällen und hatten immer auch Kontakt mir uns Jugendlichen.
Pongratz Schorsch, Kötztings Mr. Konsum, unser Nachbar von gegenüber immer sportlich und auch ein guter Schütze.
Im Hintergrund Herr Fleischmann (Feuerwehrkommandant oder Vorstand aus Leidenschaft - was von den zwei Möglichkeiten zutrifft, bleibt für mich "ungedienten" für immer ein Buch mit sieben Siegeln) ein streitbarer Feuerwehrler für die Kötztinger Belange, vor allem, als es damals um die technische Ausrüstung (Stichwort Magirus contra Merzedes) ging.
Wagerer Franz: der Tauberer aus Berufung. Bei uns im Hof wurden die Reisebrieftauben beringt und später dann von großen Transport-LKWs abgeholt, weit weg gefahren und am Reiseziel "aufgelassen". Zuhause warteten dann die Tauberer in ihren Taubenschlägen auf  die Rückkehr ihrer Renntiere.
Der "Gams", "Schwarzanderl Gang" oder Wolfgang Kolbeck, ebenfalls ein Nachbar. Die Geschichten über, von und mit ihm sind fast ebenso legendär wie die vom Heijterl Karl. 
Der eine Hausname, "Gams“ kam von einem früheren Wirtshausausleger am Gebäude, der einen Gamsbock darstellte und der zweite Hausname, „Schwarzanderl“, stammte von einem schon  verstorbenen Hausbesitzer namens „Andreas Schwarz“, eigentlich ganz einfach. Der „Schwarzanderl“ Stall mit Garten am Ende der Metzstraße hatte jedenfalls hervorragende Zwetschgen…….
Der Vollständigkeit halber: der Feuerwehrmann hinter Xaver Wellisch ist der KBI Georg Radlinger

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