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Freitag, 10. April 2020

Das Stadtarchiv Bad Kötzting als Unterhaltungsbeilage 1-12 Osternacht in den 70ern

Passend zum Osterfest habe ich nachgeschaut, ob es auch zu diesem Themenschwerpunkt Bilder aus dem Bildervorrat im Stadtarchiv gibt. Zusammen mit den gebundenen Zeitungsbänden haben wir im Stadtarchiv auch einige Ordner mit, nach Themenschwerpunkten sortierten, Negativhüllen erhalten.

Unter dem Schwerpunkt "kirchliche Bräuche" fanden sich folgende Bilder, manche auch verbunden mit einem Zeitungsartikel.

Hier das Entzünden der Osterkerze vor 1971
Die Restaurierungsbedürftige Ölbergszene in der Pfarrkirche Kötzting Ostern 1973



Zeitungsbeitrag über das Ostereierbemalen April 1972



 1973 dann das Osterfeuer mit Pfarrer Rubenbauer und dem Mesner Graßl
Aus diesen Haselnussstecken wurden dann, an beiden Seiten angebrannt, Holzkreuze erstellt, die auf der Feldflur aufgesteckt worden sind. (Lt Auskunft von Ludwig Baumann )








Auch diese "Ratsche" sollte zu den Osterbräuchen zählen (Serwuschok 092)





Und aus noch älterer Zeit: wohl aus den Sechzigern (Illfordbüchsensammlung Nr. 20) und damit möglicherweise von KB Krämer





Von Ludwig Baumann hab ich folgenden Literaturhinweis erhalten

so wurden also im Bereich Schwarzenberg noch 1975 die Kreuze auf
den Feldern zur Segnung angebracht


   

Donnerstag, 9. April 2020

Das Stadtarchiv Bad Kötzting als Unterhaltungsbeilage 1-11

Es geht weiter mit Bildern aus der Zeitungsredaktion der Kötztinger Umschau, welche alle über eine private Sammlung von  Frau Renate Serwuschok dem Arbeitskreis Heimatforschung übereignet wurden und nun im Stadtarchiv Kötzting verwahrt werden.


Da wir zusätzlich auch eine fast vollständige Sammlung von Zeitungsausgaben aus den Nachkriegsjahren in unserem Bestand haben, können viele der Bilder dann auch einzelnen Zeitungsartikeln zugeordnet werden.
Nachdem der Arbeitskreis Heimatforschung schon eine umfangreiche Datenbank an personenbezogenen Bildern hat wäre es für uns schön, wenn wir bei einigen der folgenden Bildern, vor allem bei den Personengruppen, Hinweise und Namenslisten erhalten könnten, die wir dann anschließend in unsere Datenbanken einpflegen könnten. Manche allerdings auch nicht und so wäre es schön, wenn wir bei dem einen oder anderen Bild auch eine Rückmeldung erhalten würden.


Wir sind im März des Jahres 1971 Signatur Serwuschok Umschlag 48

Bei der Volkshochschule Kötzting bietet die Gewerbelehrerin Frau Kühn einen Schneiderlehrgang an, der sehr gut besucht wird. Vielleicht erkennt sich die Eine oder Andere.
Bild und Artikel von Frau Serwuschok


Dann wieder mal weiter mit den Kötztinger Vereinen, der Tennisklub bekommt einen neuen Vorstand:

der Artikel ist gekennzeichnet mit rs., unter dieser Signatur schrieb Rudolph Schampel

Nun geht's weiter zu einem der ganz großen Thema im Jahre 1971....wer soll mit wem zusammengehen. Die kommunale Gebietsreform, von oben angeordnet und unten gehasst oder zumindest nicht von allen herbeigesehnt. Die Redaktionschefin hat sich selbst dieses Themas angenommen.

Es waren aber nicht alle anschlusswillig.....








So stellte sich ein Zettischer seinen schlimmsten Alptraum vor:
andere Gemeinde
anderer Landkreis
anderer Regierungsbezirk
es drohte der gefühlte Verlust seiner Heimat.....
hierzu muss man natürlich anmerken, dass es mehrere Varianten gab und eine davon war ein Zusammengehen
mit dem Landkreis Viechtach.....eine schreckliche Vorstellung

Nun wieder einmal das Kötztinger Rote Kreuz, mit einer Übung:
Artikel von Frau Serwuschok





Max Sperl im Einsatz







Hier die Lok OSSER II der Regentalbahn AG bis 1966 in Besitz
der Lokalbahn Lam-Kötzting AG


Ist sie nicht schön.... Lukas der Lokomotivführer hätte seine Freude mit ihr.

Kötzting macht sich Gedanken über seine Zukunft als Fremdenverkehrsort:
von Frau Serwuschok


Links die Firma Gschaider, Mitte mit Schornstein die Konservenfabrik, für einen Luftkurort verbesserungswürdig

Nun noch ein paar Artikel, für die sich keine Negative mehr erhalten haben:
1971 war der 19. März noch ein allgemeiner Feierta, Josephi, und der Burschenverein hielt Hof.
wo. sollte Herrn Winfried Baumann gewesen sein.
 Und gleich weiter zum nächsten verein, die Naturfreunde:


Fi. könnte Hans Fischer gewesen sein.
Am Ende noch eine Kleinigkeit von den Kötztinger Schützen, deren Schützenheimbau uns Martin Auzinger ja vorgestellt hat:




Schluss und aus und weiter dann bis morgen Abend



Mittwoch, 8. April 2020

Das Stadtarchiv Bad Kötzting als Unterhaltungsbeilage 2-5 Jakob Hauser


Der Kötztinger Bader Jakob Hauser

Kötzting (na). „Mir sind eben zu viele Bader über den Weg gelaufen.“ Jakob Hauser, seit 1930 Friseurmeister (er war auch schon Innungs- und Kreishandwerksmeister), erinnert sich noch „wie heute“ an den Augenblick, in dem er vor fast 50 Jahren den Entschluss gefasst hat, neben dem Friseurhandwerk die damals sehr gefragte „Volksmedizin“ zu studieren. Die Zeiten haben sich geändert. Für die Bader scheinen sie endgültig vorbei zu sein. Redakteur Ludwig Ott hatte jedenfalls seine liebe Not, noch einige Vertreter dieser Zunft aufzuspüren. Er musste dazu in Niederbayern und der Oberpfalz auf Suche gehen, denn in „Oberbayern und Schwaben war nichts zu finden“. Ein glücklicher Zufall führte ihn während der Recherchen in den Salon Hauser nach Kötzting, wo in einem Hinterzimmer Jakob Hauser noch allerlei Wehwehchen nach anderswo längst vergessenen Methoden kuriert. „Der Bader aus Kötzting“ heißt deshalb auch der Titel eines Filmes, den die Abendschau im bayerischen Regionalprogramm am 25. März um 18.10 Uhr senden wird.



Jakob Hauser mit den Schröpfköpfen

Einschub 
Ich werde die nächsten Tage versuchen diesen Film, dessen Ausstrahlungstermin ja im Artikel vermerkt ist, für unser Archiv zu erhalten.
Anmerkung nach dem Telefonat: Dieser Filmbeitrag ist derzeit noch nicht digitalisiert und daher noch nicht zu erhalten.
Einschub Ende
Aber zunächst die Bilderreihe:



 Im Frühjahr 1976 meldete sich der bayerische Rundfunk, um den Seniorchef Jakob Hauser, einem, wie es in der Überschrift hieß, der letzten drei bayerischen Bader, zum Mittelpunkt eines Fernsehbeitrages zu machen.


 Frau Renate Serwuschok selber war die Journalistin, die die Fernsehaufnahmen mit Bild und Text begleitete.

Gestern, am arbeitsfreien Montag, herrschte dennoch Hochbetrieb im Salon Hauser. In einem „Gewirr“ von Kabeln und unter dem grellen Licht der Scheinwerfer surrte die Kamera, drehte sich das Tonband, fand ein Stück Alltag statt im Leben des 69-jährigen Baders Jakob Hauser. Der gebürtige Münchner hatte zuerst zu Kamm und Schere gegriffen, aber schon während seiner Lehrzeit mehrfach Bekanntschaft mit der Baderei gemacht, schließlich selbst Lust dazu verspürt, gelernt, im Dortmunder Luisenhospital praktiziert und in seiner Vaterstadt im Krankenhaus rechts der Isar am 18. Dezember 1934 die Approbation erworben, den Meistertitel für „niedrige Chirurgie“. In der Zwischenzeit war er in Kötzting sesshaft und beim „Bader Fritz“ (Friseurgeschäft Kellner) in Lam tätig geworden. Die Jahre in Lam eröffneten dem Friseurmeister, aber noch viel mehr dem Bader Jakob Hauser ungeahnte Möglichkeiten, die „Leut“ auf seine Weise zu kurieren. Zahnreißen war an der Tagesordnung (60 Pfennige), wenn’s ohne Schwierigkeiten abging, der Aderlass häufiger als ein Schnupfen, das Schröpfen sehr gefragt, aber beides nicht immer möglich. Ein Bader, der seine Kunst versteht und etwas auf sich hält, zapft den „ganz besonderen Saft“ nur, „wenn die Blattl kemma und wenn’s genga“, im Frühling also und im Herbst und da auch wiederum erst, sobald der Mond „richtig steht“.

„An der Unzahl der Herzleiden ist nebst der unruhigen, herzangreifenden Zeit die Unterlassung des Aderlassens schuld“, erklärte schon der Hausarzt von Goethe und Friedrich Wilhelm, der vor über 200 Jahren große Heilkunde. Jakob Hauser hat schon viele Leute zur Ader gelassen. Seit es aber den organisierten Blutspendedienst gibt, schickt er sie dorthin. Der Hackl Michl aus Neukirchen b. Hl. Blut ist ihm trotzdem geblieben, ein Mann, mit seiner 78 Jahren schon alt zum Blutspenden. Deshalb muß ihm der Bader helfen: „Es tut nicht weh, aber es tut sakrisch gut“, sagte er nach jeder Prozedur und: „Gell, Hauser, bleib g’sund, damit i no oft kemma derf.“ Michael Hackl war arg von Furunkeln geplagt. Zwischen Michaeli und Dreikönig waren’s „stucka hundert“. Ein Steinhauermeister empfahl ihm damals, 1934, das Schröpfen. Die Furunkel verschwanden und kamen nicht mehr wieder. Hackl schwört auf die uralte Heilmethode. Sein Alter und Wohlbefinden gibt ihm recht. Gestern ließ er sich fürs Fernsehen schröpfen und „weil’s sowieso einmal Zeit gewesen ist“.

Redakteur Ludwig Ott hat in Kötzting noch einen praktizierenden Bader entdeckt, der mit einem Handwerkszeug umgeht, das in seiner Art mit Sicherheit schon von Jahrtausenden benutzt worden ist. Bei Ausgrabungen fand man ein Siegel des mesopotamischen Arztes Urgaledinu (3000 v. Chr.) abgebildet, auf dem drei Schröpfköpfe zu sehen sind. Jakob Hauser kennt sich auch in der Geschichte aus. Er weiß, dass die Bader für ein Amt in Lübeck 1548 zünftig wurden. Von da an musste, wer die Baderei betreiben wollte, eine Prüfung ablegen. Inzwischen ist der „Volksmediziner“ im Aussterben begriffen. Aber vielleicht steht ihm eine Renaissance bevor, nachdem die Naturheilkunde wieder an Bedeutung gewinnt.“ wie die Akupunktur rund um die Welt geht. ‚Schaden könnt’s nicht‘, meint Jakob Hauser. Auch er wird nächste Woche auf dem Bildschirm zu sehen sein in dem 20-Minuten-Film ‚Der Bader aus Kötzting‘.“




















Das Redaktionsteam mit Theo Hauser






Hier die Zusammenfassung des Bildberichtes über Jakob Hauser von Frau Serwuschok
Eine Anfrage beim Archiv der Abendschau beim Bayerischen Rundfunkt hat ergeben, dass diese ihr Material derzeit extern digitalisieren lassen. Frühestens im Herbst können sie mir mitteilen, ob das Material noch vorhanden ist.
"Schau mer mal"



Bereits 7 Jahre zuvor gab es eine Neueröffnungsanzeige des Salons Hauser, der von seiner früheren Geschäftslage in der Marktstraße - beim Fischer Peter - in die Gehringstraße umgezogen war.











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