Das "alte Kötzting" bei der Uraufnahme bei der beginnenden Landvermessung hatte 159 Anwesen. Der Geschichte dieser Bürgerhäuser und ihrer Bewohner nachzuspüren und sie zu dokumentieren, ist das Ziel dieser Häuserchronik. Die Anfänge und die Entwicklung unserer Heimatstadt – von der Teilung der Urhöfe bis zur Ernennung Kötztings zum Landgerichtsort – lassen sich in einem einleitenden Blogbeitrag ausführlich nachlesen.
Alte Hausnummer 111
beim Haas
Das - mittlerweile fast schon historische, weil abbruchreife - Haus mit der alten Hausnummer 111 gehört zu den Häusern, von denen wir zumindest das Baujahr kennen, während dies bei den Häusern im alten Kötztinger Ortskern nicht überliefert ist.
Eigentlich sind mit diesem Anwesen über all die Jahrhunderte - mit einer kurzen Ausnahme - nur zwei Familiennamen verbunden, die der "Strasser" und der "Haas".
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| Detail aus Vermessungsamt Cham: 5168-2100-LiquiP_Bad_Koetzting_1831_Beilage_M2500_1_1-01 |
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| StA Landshut Baupläne\Rep 162-8 Sch. 21 Nr. 3151 Haas Anton Neubau Fassade |
Das zentrale Dokument, das uns bei diesem Haus auf die richtige Spur der Anfänge bringt ist eine Hausübergabe aus dem Jahre 1728. Darin übergibt die Witwe Gertrud Weber das "Bürgersheusel wie solches mit Schar und Tach umbfangen, und dem Gemain Marckht mit 34 xr Grundgült unterworffen, neben der eben zu ermeltem Marckht gehörigen Schlosser Werchstatt gegen Raichung der jährlichen 11 xr Gilt, sambt allem Schlosserwerchzeug, nichts davon ausgenommen ausser die freye Wohnung im hintern Stübl, das Pötl uf diesem Stübl und jehrlich 2 Klaffter Prenholz ad dies vitae ihrem frtl. geliebten Sohn Georg Josephen Strasser Schlossers umb und vor 200 fl pactierte Kaufsübergabssumma."
Wir haben hier also eine Gertrud Weber, die offensichtlich in erster Ehe mit einem Herrn (Georg) Strasser verheiratet gewesen war und nun, nach dem Tode ihres zweiten Mannes, das Anwesen an ihren Sohn aus erster Ehe übergibt.
Das Geburtsdatum des oben genannten Sohnes Georg Joseph Strasser war der 7.6.1698 und sein Vater war Georg Strasser. Bei einem seiner - des Sohnes Georg - früher geborenen Schwestern steht ein interessanter Taufpate: Elisabeth Kaltenbacher, die Ehefrau des Bildhauers Kaltenbacher und gleichzeitig ist dies auch ein Zusammenhang zum ersten Beleg für das Wirken des Schlossers Georg Strasser in Kötzting nämlich das Eintreten als Zeuge des Schlossers GS bei einer Schuldverschreibung des Kaltenbacher.
Georg Strasser und Gertrude
Am 14.3.1704 heiratete der Schlosser Sebastian Weber - ein Sohn des Straubinger Bürgers und Schneiders Joachim Weber und seiner Ehefrau Elisabeth - die Witwe Gertrude Strasser
Die beiden Trauzeugen waren der Kötztinger Ratsbürger >Jakob Fischer und der Mesner Joseph
Prälisauer.Neben der oben angeführten Zeugenschaft ist es nur noch eine kleine Schlosserarbeit -"Schloesser am Rathaus zuegericht" - die von ihm aus dem Jahre 1696 dokumentiert ist. Zwei seiner Kinder sind -ungetauft, also als Totgeburten - stehen 1967 und 1701 in den Kötztinger Sterbematrikeln.
Dann folgt ein Sterbeeintrag, wie er nur selten zu finden ist:
Es ist der Beginn des Spanischen Erbfolgekrieges und zusammen mit drei anderen Kötztinger Bürgern ( und aus Grub) wird bei ihm als die Todesursache angegeben: "ab Husarj", also "durch die Husaren" gestorben.
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PfA Kötzting Matrikel Band 3 Seite 783 19 sepultus (est) Georg Strasser civis ab husarj omnibus (rite provisus) Am 16. (August) wurde der Bürger Georg Strasser begraben. Er starb durch die Husaren und war mit allen Sakramenten versehen |
Sebastian Weber und Gertrud
Nach dem gewaltsamen Tod des Schlossers Georg Strasser hatte offenbar ein anderer Schlosser, Georg Weber, die Witwe mit ihren Kindern geheiratet. Erst in diesem Zusammenhang erfahren wir Näheres über die Lage des Hauses und der dazugehörigen Werkstatt.
In der Zeit nach dem Schwedenüberfall hatte der Markt Kötzting – nachdem es ihm nicht gelungen war, das markteigene Gebäude - Wuhn genannt, das heutzutage mitten in der unteren Marktstraße stehen würde - zu verkaufen, wurde im Erdgeschoss eine Schlosserwerkstatt und im ersten Stock Wohnräume eingerichtet. Die Schlosserwerkstatt war jeweils nur auf ein Jahr verpachtet worden. Der Pächter des Jahres 1704 war – wie zuvor bereits Georg Strasser – den Husaren zum Opfer gefallen. Die Lage war damit prekär: Nicht nur ließ sich kein neuer Pächter finden, selbst die Witwe des Johann Stahl ersuchte beim Magistrat um einen Nachlass der Pachtsumme, dem schließlich auch entsprochen wurde.
Im Jahr 1711, nur wenige Jahre nach dem Ende des Besatzungszustands, bemühte sich der Markt, diese Situation zu bereinigen. In den Briefprotokollen lässt sich hierzu Folgendes nachlesen:
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| StA Landshut Markt Kötzting Briefprotokoll 1710-1712 Seite 51 |
Kaufsbeschreibung per 10 fl
Von burgerlicher Obrigkeit weegen ist Sebastian Weeber Schlosser und beysitzer alhir zu Kötzting (er war also noch kein richtiger Bürger mit Grundbesitz) auf dessen Anblangen, ain gemainer Marckhtsgrund von 39 werch schuech lang und 36 braidt, zu negst des Kriegers neuerpauten Schupfens, ufm Fretzen Anger bey der Strass in dem sogenannten Pfeffergraben und underhalb Andre Wurmbs vorhero Freymueths Häusl, zu Neuerpauung eines Häusl und Schlosserwerkstatt gegen bedungenen 10 fl Khaufgelt der gethannen vor`und Aufzahlung nach verkhaufft und ze khauffen gegeben worden. .... d as er Weber die in der gemainer Marckhts Wuhn verhandtene und zu ermelt gemainer Marckht gehoerig geweste Schlosserwerchstatt dahin zunemben und zu abraichung jehrlicher 34 pf Guelt so bedeith gemainer Marckht zuverlehnen....
..... HIngegen mit wievil Steur das Neu zuerpauentvorhabente Heusl belegt werden will, hat bemelte Weeber zuerwarthen und das gleich anderen Heusl abzuführen, dbaey landtsgebreuchiuge gewehrschaft zelassen versprochen worden."Im Jahr 1711 konnte Sebastian Weber um 10 Gulden ein Grundstück erwerben. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der damalige Abhang – der bis heute durch Mauern und Bebauung gesichert wird – damals den Namen „Fetzenanger“ trug. Auch der Pfeffergraben entsprach noch nicht der heutigen Querstraße, sondern verlief vielmehr entlang der heutigen Holzapfelstraße. Aus späteren Quellen wissen wir, dass der Kötztinger Pflasterzolleinnehmer zeitweise sogar einen Pfosten in den damaligen Pfeffergraben einschlagen ließ, um ein Ausweichen der Gespanne an seiner Zollstelle in der Herrenstraße zu verhindern. Eine solche Umgehung hätte im heutigen Pfeffergraben keinen Sinn ergeben, da das zu verzollende Fuhrwerk dort bereits mitten im Markt gewesen wäre. Anders verhielt es sich jedoch bei einer möglichen Routenführung vom Torplatz herab über die Holzapfelstraße – hier handelte es sich um eine regelrechte Zollvermeidungsstrecke.
Am 14. Januar 1728 schließlich – Sebastian Weber war bereits am 24. September 1718 verstorben – übergab die Witwe und Mutter, wie oben bereits erwähnt, das Haus mit der Schlosserwerkstatt an ihren Sohn aus erster Ehe, Georg Joseph Strasser, um 200 Gulden.
Strasser Georg Joseph und Maria Anna Frank
Gut zwei Wochen nach dem Besitzwechsel heiratete - vermutlich bekam er vom Magistrat auch erst danach die Heiratserlaubnis - der junge Schlosser eine Chirurgenstochter aus Aiterhofen, Maria Anna Frank.
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| StadtA Kötzting Marktrechnung von 1730 Seite 21 |
"
Georg Joseph Strasser Schlosser aldaselbst vor die diss Jahr verscheidentlich gemachte Schlosserarbeit, beweis Scheins No: 34 bezalt: 1 fl 13 xr"GJ Strasser taucht in all den folgenden Marktrechnungen mit der vereinbarten Grundgiltsumme (heute würde man wohl von Grundsteuer sprechen) von 34 Kreuzern auf.
Am 21.12.1743 verstirbt der Kötztinger Schlosser Joseph Strasser mit gerade mal 45 Jahren und die Witwe heiratet 1 1/2 Jahre später, am 26.4.1745 einen Kötztinger Witwer, den Maler Georg Joseph Hueber - alte Hausnummer 132 heute die Volksbank in der Marktstraße.
Hann Johann Georg
Drei Monate später veräußert das Paar das kleine Haus und die Werkstatt an den aus Neunburg stammenden Schlosser Johann Georg Hann. Aus diesem Verkaufprotokoll - das kurz danach ein längeres gerichtliches Nachspiel hatte - erfahren wir auch einen kleinen "Familienbogen"
Der verstorbene GJ Strasser hinterließ nicht nur seine Witwe, sondern auch ein ansehnliche Liste an Kindern: Clare 16, Margaretha 14, Maria Anna 11, Anna Maria 9, Franziska 7, Magdalena 5 und Joseph, 3 Jahre alt, die es nun zu versorgen galt.
In den Marktrechnungen von 1745 findet sich Hanns Bürgerrechtseintrag, das ihn 8 fl 30 Kreuzer kostete mit dem Zusatz, er habe das "Schlosserhäusl sambt der Werkstatt" gekauft.
Da Hann seinen Verpflichtungen nicht nachkam, zogen die Vormünder der Kinder und die nun verheiratete Frau Huber vor den Magistrat als Gerichtsinstanz:
"Vorkommen den 29.10ber ad. 1745
.Im Namen der Joseph Strasserischen gewesten Schlosser alhir hinterlassenen Erben clagen die obrigkeitlich gesözte Vormünder H. Johann Georg Arent Gusterer, und Samuel Luckhner burgerlicher Pierpreu, beede daselbst, dan neben denen hinnachgebliebene Wittib Fr Anna Maria nunmahlige Hueberin derothen, Johann Haan verburgerten Schlosser, der Beclagte hat albereits unterm dato 27. July anno currentis dem cleger die nachgelassene Joseph Strasser seel. Schlossersbehausung, sambt der darbey vorhandtenen Werchzeug umb und vor 340 fl rechts pactierte Kaufssumma aberkhaufft, aso und dergestalten, das Becl. hiran allschon seinen selbstig erbietten Genuss, bey seinen nembenten Aufzug 200 fl parr hette belegen, das Residuum entgegen in Frissten entrichten solle.
Zumahl nun der Becl. seinen Aufzug uf solche Schlosser Werchstatt alschon vor 8 od 9 Wochen genommen hingegen an dem Kaufschilling weeder vill noch wenig bis dato entricht; Also würdet clagenterseits pupillorum nomine und in anderweeg hiermit gehorsamblich und diemittig gebetten, dem Becl. weillen er des sichern Vernemmen nach, den Kopf alhier aus der Schlingen ziehen, sohin sich anderwerttig, und zwar zu Camb ansessig machen, dahin obriglkeitloichzuverhalten, daß er die bey sein Aufzug stipulierte fl absogleich erlegen solle, ausser dessen deme solang arrestando ohnmassgebig anzuhalten, bis er gleichwollen ain solches und zwar in dem Kauf abgemachtes zu seiner Perfection gebracht haben, einvolgbarlich nit zuegestalt, das die arme hinterlassene Kinder in ainen Stritt eingelaitet werden, protest. expressis (wiedersprechen hiermit irgendwelche Ausgaben bestreiten zu müssen)
Joseph Haas habe also das Anwesen gekauft , sei eingezogen, habe aber die vereinbarte erste Rate der Kaufsumme nicht bezahlt.
Haas erwidert auf die Klage:
"Antwort
Beclagter Hann ist nit in Abrödt der eingeclagten Kaufschilling pactiert und eingegangen zehaben, iedoch würdet VClöagenterseits nit unbekannt sein, daß er nebst dem Haus, und Schlosserwerchzeug, dann Zünpfann auch die daurauf ehevor disen durch den verstorbenen Strasser seel betriebene Freye gerechtigkeit der Schlosserwerchstatt unwidersprechlich ohne Ausnamb erkaufft habe. Wie man aber ihme bisher die Gewwerbschaft kaineswegs gelaistet, sondern noch nebenbay ain anderer Schlosser an die seithen gesözt worden, also zwar das er hiedurch an seiner gewerbschaft eintrag leidet.
Als verhoffet in solang nit gehalten zusein, seinen pactierten Kauf zu halten, bis ihme die versprochene Gewerbschaft gelaistet, un von diser beschwerte allerdings befreyr würdet, im Gegenfahl, und ausser dessen, er Becl. Hann(?)selbsten seine bishero ausgelegte uncosten, und Versaumbnussen behörigermassen einclagen und Satisfaction suechen würdet, protest exp.
Hann/Haas beklagt sich also, dass sich die Bedingungen unter denen er das Anwesen und das Gewerbe gekauft hatte, sich nun geändert hätten und beklagt selber Schaden dadurch erlitten zu haben.
Die Kläger erwidern nun wiederum:
"Clagenterseiths würd voriges repetiert, dabey auch die eingestandne Kaufschillinggelter vor gekannt abgenomme, iedoch aber auch replicando widersprochen, daß man dem Becl. die Schlossergerechtigkeit, wie vorgewendet würdet, mit verkauft, und noch anzu ainen ander Schlossern so nit in der ???rechte stehet, angestölt haben solle, mithin dann sich der Becl. dissfahls dessen getroffenen Kaufs- und Bezahlungs eegen sich nit zu waigern haben, und ain Lobl. Marckhtsobrigkeit ihme Becl. zweifelsohne in solang und vill, wie schon gebetten worden, mit arrest anhalten, unzt clagente contentiert sein werden p:ex:"
Und weiter geht's mit dem Hin- und Her:
Duplic
Becl. Hann repetiert seine Verantworttung mit dem beyfügen, daß wan er die blosse Tropfnbehausung, wie es das Briesprotokoll zaiget, nur mit dem Werchzeug und kaine weitrern Gerechtigkeit erkaufft habe, gibt von sich selbsten, daß er sich darby zuerhalten oder zuvermöhrung ausser Stadts gesezt were. Der Schlosserwerchstatt willen hat er ainen nobl. Kauf getroffen, begehrt solchen auch zuhalten, hierbey geschützt und hofft endlichen, die beym Kauf von denen Clegern versprochenen Gewerbschaftsleistung gehalten volglich das andere beu aufgenommen und an die Seithen gesetzt allerdings abgeschafft und gleich dem verstorbenen Strasser seel eingesezt zu werden. Ausser dessen wurde er von ainem Lobl. Magistrat ia hoffentlioch nit verdenkct werden, wan er aus obig wichtiger Ursach nit allain dem Kauf nit haltet, und wider sein willen anderwerttig aine anstendig Gelöegenehit asussuchet, zugleich aber auch sein bisanhero bestrittene Uncosten, und Versaumbnussen alle billigkeit gemess anverlanget, wie er dan umb origkeitlioche Manutenenz bittet, und wider alle Uncosten protestioert, auch gehorsamblich sich emnpfilchet.
Die Kläger sind damit nicht zufrieden:
Triplic
Ob zwar die Cleger ihre notturfften vorhin schon allegiert so haben Sye aber ainzig und allainig dises anhero anzufiegen, daß die Lobl. Markhtsobrigkeit dem Becl. zu dato die öffters gemelte Schlossergerechtigkeit nit abgesprochen, auch noch einmahl gedenckhet deme solche zuentziehen mithin dan wüderholte Obrigkeit dem Becl. dannoch abschon er nit Suppl,icirt haben würd solche tacit eingestanden, dahero dann Becl. zu weitterer Aufziechung mit der Bezahlung nit Ursach sondern seinen gethanen offerten nachzuleben habe, und welches nochmahlen obrigkeitlich gebeten und und wieder Alle unverhoffte Uncosten protestiert würdet.
Es geht weiter im Austausch, der Beklagte schreibt eine "Quadruplic"
Er wieder holt seine Vorwürfe, beim Vertrag übervorteilt worden zu sein und beschreibt, dass diese erste Rate seiner Kaufsumme von seiner Ehefrau stammen würde. ER säße auf einer öden Werkstatt und würde, bis die Angelegenheit mit der Gewerbserlaubnis und dem "Konkurrenztschlosser" nicht beseitigt sei, keinen Kreuzer mehr herausrücken und es sei ihm auch nicht zu verdenken, dass er sich anderweitig umsehen würde.
Die erneute Gegenrede ist kurz, die Kläger bestehen auf Vertragserfüllung und wollen den Beklagten bis zu Bezahlung einsperren lassen.
Dann kam der Engbescheid:
"Der kauffente Hann solle schuldig sein, denen Clegern die einclagte und in dem Kauf zum Ankauf pactirte 200 fl asogleich zubezallen....
Strasser Benno und Genoveva Amann
Nachdem der Verkauf an Johann Hann rückabgewickelt worden war, kam der Schwager und Schlossermeister Benno Strasser zum Zuge, der am 17. Februar 1746 das „Haus mit Schlosserwerkstatt“ um 300 fl erwerben konnte. Johann Benno Strasser war am 18. Juni 1703 geboren und damit nur fünf Jahre jünger als sein Bruder. Zu diesem Zeitpunkt lasteten auf dem Anwesen zusätzlich 100 Gulden Grundschuld zugunsten des Kötztinger Spitals. Diese Schuld war bereits seit 1728 auf dem Huberschen Anwesen eingetragen gewesen und wurde nun als Sicherheit auf das Strassersche Häuschen übertragen. Im Februar 1748 ließ Benno Strasser diese Grundschuld schließlich auch auf seinen Namen umschreiben.
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| StadtA. Kötzting Spitalrechnung von 1750 |
"Benno Strasser burger und Schlosser dissorhts und Genofeva dessen Eheweib haben bey einthuung ihres besizenden Heusls und Schlosser Werchstatt iennige 100 fl so anvor Georg Joseph Hueber burgher und Maller akhier aufligend gehabt, transportweis zubezallen ybernommen, welche sye Strassersche Eheluth vermög underm 19. Febr 1748 errichten Brief mit ihren iezig und khunfftigen Vermögen in genere in Specie aber mit dennen Heusl und Werchstatt pro hypotheca nebst der Strasserin Weibl. Freyheitsverzicht genuegsamb versichert und geben uf heil Michaeln interesse 5 fl."
Noch im selben Monat schlossen die beiden Eheleute einen Heiratsvertrag – geheiratet hatten sie bereits zwei Jahre zuvor –, in dem die Braut zusagte, eine Mitgift von 60 fl in die Ehe einzubringen. Weitere zwei Jahre später quittierten die „Strasser Joseph Schlosser seelig hinterlassenen Kinder“ beziehungsweise deren Vormünder die vollständige Bezahlung der Kaufsumme.
In den folgenden Jahren erscheint Benno Strasser wiederholt in den Rechnungsbänden der Marktkasse, sowohl zur Bedienung seiner Schuldzinsen als auch im Zusammenhang mit der Begleichung laufender Rechnungen. Benno Strasser war bei seiner Eheschließung bereits 43 Jahre alt. In den darauffolgenden Jahren lassen sich bis 1753 insgesamt sechs Kindstaufen in den Kötztinger Matrikelbüchern nachweisen. Am 1. November 1760 verstarb er.
Schauer Georg und Genoveva Strasser
Es ist anzunehmen, dass sich zu diesem Zeitpunkt noch mehrere minderjährige und nun unversorgte Kinder im Haus befanden – belegbar sind lediglich drei Sterbeeinträge seiner Kinder, denn bereits ein halbes Jahr nach seinem Tod ging die junge Witwe eine neue Ehe ein: Sie heiratete den Botensohn Georg Schauer aus Eckstätt. Auch bei dieser Verbindung wurde ein Heiratsvertrag geschlossen: Sie brachte das Haus in die Ehe ein, er steuerte 200 Gulden bei.
Bein der Übergabe des Hauses an den neuen Ehemann am 2.6.1761 erfahren wir auch näheres übr die Rumpffamilie Strasser: Kinder Maria Anna 13, Anna Maria 12 und Johann Georg.
Weiter greift noch eine Vereinbarung aus dem Heiratsvertrag mit ihrem verstorbenen Ehemann, dort war vereinbart: "
sollte sich die Witwe an einen Schlosser verheiraten, muss dieser den Sohn die Schlosserlehre lernen lassen und erhält dieser das verbliebene Gewand des Vaters als ainen blaumelierten Rockh sambt einer solchen Comissol, Brustfleck mit camelharnen Knöpfen,ein alt braun dichene Manns Rockh und solchen Comissol."
10 Gulden muss Georg Schauer an die Marktkasse abführen, um zusätzlich das Kötztinger Bürgerrecht zu erhalten. (MR von 1761)
Streng waren damals die Strafen bei einem leichtsinnigen Umgang mit offenem Feuer:
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| StadtA Kötzting Marktrechnung von 1762 Seite 34 |
"Einnamb
An Feur-Straffen
Umb willen Johann Georgen Schaur burgherlich: Schlossermaister alhir Eheweib Genovefa nachtszeit mit ainem Spannleicht die Gaiß zu melken in den redo: Stahlgegangen, wo wehrend dessen aine Reispen abgefallen, und ligend verbliben, welche nachgehents zu gloschen angefangen, aso da hiraus feur entstanden und Larmen gemacht worden miessen. Als ist selbe nebst enrstlichem Verweis und Auftrag, das sye hinkonfftig verbott gemess mit keinem Spannliecht mehr in den Redo: Stahl noch anderswohin gehen, sondern iederzeit ain körzenLiecht adhibieren solle umb 1 Pfund Pfennige multiert worden, so beträgt 1 fl 8 xr 4 H:"
Einschub:Aus dem Jahr 1764 erfahren wir noch eine letzte Kleinigkeit über Magdalena Strasser, eine Tochter des Georg Joseph Strasser, die beim missglückten Verkauf an Johann Georg Hann als eines der hinterbliebenen Kinder genannt worden war. Magdalena stand eigentlich in Straubing in Diensten, kehrte jedoch hochschwanger nach Kötzting zurück und erscheint nun mit einer sogenannten Leichtfertigkeitsstrafe in den Marktrechnungen. Dort heißt es wörtlich: „Strasser Magdalena, ledige Schlosserstochter, in Straubing in Diensten, mit dem auch dort in Arbeit gestandtenen, aber unwissend wo sich befindt, Maurergesellen Jakob Gries von Ellwang in Schwaben in Unehren gebracht. Keine Heiratung, daher 5 Täg in Geigen im Haus.“
Sie hatte demnach fünf volle Tage lang im Haus eine hölzerne „Geige“ um den Hals zu tragen – eine Strafmaßnahme, die bewusst außerhalb der Öffentlichkeit vollzogen wurde, um sie nicht zusätzlich dem Spott auszusetzen.
Im darauffolgenden Jahr erscheint Magdalena Strasser erneut in den Kötztinger Rechnungsbüchern, diesmal mit einer Arreststrafe von einem halben Tag, weil sie "der Margaretha Harrerin in einem Wortgezänk Verschmächung gesagt" hatte.
Einschub Ende
Leonhard Haas und Anna Maria Arent
Ein drittes Mal wird die Schlosserin Genoveva vom Schicksal zur Witwe gemacht als am 9.4.1777 ihr Ehemann Georg Schauer verstarb. Dieses Mal aber heiratet sie nicht wieder, sondern verkauft ihr Anwesen um 494 Gulden an den Schlossergesellen Leonhard Haas aus Waldmünchen und damit kommt nun der Name auf das Anwesen, auf den wir lange warten mussten, der Familienname "HAAS".
Ein halbes Jahr später, am 9.9.1777 heiratete der Waldmünchener Beschließersohn Leonhard Haas die Kötztinger Mesnertochter Anna Maria Arendt.IN der Kirchentrachtliste des Klosetrs Rott von 1777-1800 steht Leonhard Haas mit 2 Kreuzern, also der Abgabe für ein sdogenanntes "Leerhaus"
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| HStA München Landshuter Abgabe KL Rott B5 1777-1800 |
Über manche der Abrechnungen des Schlossermeisters erfahren wir Kleinigkeiten über den Zustand im früheren Kötzting.
Im Jahre 1789 befindet sich das
Kötztinger Amtshaus - das Gfängnis des Pflöeggerichts und gleichzeitig Wohnhaus des Amtmannes in einem sehr schlechten Zustand. Dies erfahren wir aus den Reparaturleistungen, die der Schlosser Leonhard Haas bezahlt bekam:
"
in den sammetlichen Keuchen (=Gefängniszellen)
ist kein einzig guets Schloss sondern seind alle unbrauchbar und schlecht. Dahero notwendig sieben verdeckte Schloesser mit französische Riegel iedes 3Fl 24 x. "1794 erhielt er fast 2 Gulden für "
Bänder für Schubladen zur verspörung der Marktsigneter". Es geht hier um eine Absperrvorrichtung für die Schubläden, in denen die Marktsiegel aufbewahrt wurden. Der Besitz der Marktsiegel war das Zeichen der Kammerer (Bürgermeister) Würde im alten Kötzting. Damit wurden alle amtlichen Schriftstücke mit heißem Wachs "gestempelt" und "§versiegelt".
Als im Jahre 1803 - nach der Säkularisation - Umbaupläne für das Pflegschloss gemacht wurden, reichte auch der Schlossermeister sein Angebot für seine Handwerksleistungen ein. s
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| HStA München Gl. Fasc. Nr. 1820-26 Plan der Kirchenburg von 1803 von Adam Hummel |
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| HStA München Gl. Fasc. Nr. 1820-26 |
"
Jberschlag über die Schlosserarbeith
in daß churfrtliche Schloss Kötzting
Erstlich sint uibeschlagen 6 Neue Thirn
die beschleg mit franzesisn Schlessrren
dan Nacht Rigl Fischbandt und aller
aller zugeher dan alles geschlifn undbölirt vor eine 9 fl 12 xr 55 fl 12 xr
Mer in 16 thirn die Schloss zusammen
Richten neu vedrendern Neue Schlisl und
eingerichter vor einer Thier 2 fl 24 xr 38 fl 24 xr
Summa 93 fl 36 xr
Actum den 27. Novmbris
Anno 1803
Preiß Rentbeamter Handwerkersiegel Leonhard Haaß
purgerl. Schlosser Meister
alda"
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| HStA München Gl. Fasc. Nr. 1820-26 Detail der Unterschrift |
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HStA München Gl. Fasc. Nr. 1820-26 Detail des Siegelabdruckes eines Schlossermeisters Oben am Kopfteil erkennbar die Buchstaben "L" und "H" |
Als es im Jahre 1806 eine "Kommunalwahl" gab, um den Bürgermeister, die Magistratsräte und den "Ausschuss" neu zu besetzen, waren alle männlichen Hausbesitzer (und damit Bürger) Kötztings aufgerufen ihre Wunschkandidaten aufzuschreiben. Irgendetwas bei dieser Wahl muss angefochten worden sein, denn sämtliche Wahlzettel haben sich im Staatsarchiv in Landshut erhalten, nur bei Leonhard Haas ist in der Auswertung ein Strich.
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StA Landshut LGäO Kötzting Nr. 793 Magistratswahlen von 1806 Nr. 91 Leonhard Haas |
Noch vor der Übergabe seines Hauses und seines Gewerbes an den Sohn Andreas wurde in Kötzting - wie im übrigen Bayern - das Häuser- und Rustikalsteuerkataster errichtet, bei dem die einzelnen Kötztinger Anwesen ihre ersten Hausnummern bekamen, auch wenn diese Liste Jahrzehnte später noch einmal überarbeitet wurde, weil 1811 noch alle kommunalen und kirchlichen Gebäude bei der Durchnummerierung einfach ausgelassen wurden.
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| StA Landshut Rentamt Kötzting B 27 |
"Hausnummer CV = 105
Leonhard Haas
a: das gezimmerte Wohnhaus mit
b: einem kleinen Gartl
Nutzantheil an den noch unvertheilten Gemeindegründen
Gemeindeatheil am Galgenberg ao 1803 zu Acker kultiviert
Das aus den Klosterpfarrgründen erkaufte kurze Widumsbauernackerl "
Späterer Handschriftlicher Vermerk bzw. Verweis auf die 30 Jahre später vergebenen Plannummern
220 und 221 1/2
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5168-2100-LiquiP_Bad_Koetzting_Beilage_M2500_1_1-01 In der Mitte: Plannummer 220 das Haus mit der Hausnummer 111, unterhalb das kleine - sichtbar eingezäunte -Gärtchen und oberhalb das frühere Widtumsackerl. Plannummer 222 mit der Hausnummer 96 war der Deckerstadel. |
Haas Andreas und Piendl Margaretha
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| StadtA Kötzting Bürgeraufnahmeprotokolle für 1811 |
"Name des neuaufgenommenen Bürgers:
Andrä Haas seiner Profession ein Schloßer übernahm das bürgerliche Anwesen seiner Eltern und die Schlosser concession sucht hierauf das Bürgerrecht nach und hat eben als Häusler zu entrichten...."
Sein Vater - Leonhard Haas - wurde durch die Übergabe an den Sohn auf den Status eines Inwohners zurückgestuft, bekam aber als solcher das Kötztinger Heimatrecht, eine Art von (sehr geringer) Sozialabsicherung. Er starb hochbetagt mit 83 Jahren am 16.12.1834 an einem "Nervenschlag".
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StA Landshut Rentamt Kötzting B 28 Umschreibeheft "den 14. dito (Januar 1819) hat Franz Paul Piendl dessen Gemeinde Theil ein Ackerl und das Gruber Ackerl an seinen Tochtermann Andrer Haas in Kötzting um 100 fl übergeben, ohne Änderung." |
Und Andreas Haas konnte sich weiter vergrößern:
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StA Landshut Rentamt Kötzting B 28 Umschreibeheft "den 21. August (1822)( hat Joseph Decker in Kötzting dessen Ackerl auf der unte3rn Au an Adrer Haaß derorten um 60 fl verkauft, ohne Änderung" |
Wenige Wochen später folgt die nächste Erwerbung:
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| StA Landshut Rentamt Kötzting B 28 Umschreibeheft |
(September 1822) Johann Kraus Färber in Kötzting hat dessen Auwiese in Kötzting an Ander Haas Schlosser derorten um 160 fl verkauft, ohne Änderung".
Es geht aber auch in die andere Richtung, hier eine der Wiesen mit einer interessanten Lagebezeichnung:
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| StA Landshut Rentamt Kötzting B 28 Umschreibeheft |
"
Den 30. Jänner 1826 hat Andree Haaß Schlosser in Kötzting dessen Wießl bei der Herrensaag an Joseph Mühlbauer bürger derorthen um 40 fl verkauft, sonst ohne Änderung."
Im Jahre 1827 steht Andre Haas in den Marktrechnungen mit einem etwas kryptischen Eintrag:
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StadtA Kötzting Marktrechnung 1827 Seite 36 "Andre Haas Schlosser für die Industrieschule gemachte Arbeiten - laut Scheins 4 fl 42 xr." |
Im Stadtarchiv gibt es einen Akt aus dem Jahre 1815 mit dem Betreff: "
Errichtung einer Mädchen-Industrieschule zu Kötzting" und in den Jahren 1828-1834 geht es erneut darum, eine "
Mädchenarbeitsschule" in Kötzting zu errichten. Es wurde festgehalten, dass "Unterricht in Stricken, Nähen und Feinspinnen erforderlich" sei. "Die jungen Mädchen sind für die einfachsten Handarbeiten nicht gerüstet. Lehrerin ist Rieger Theres, Schneiderstochter. Die Monatliche Entlohnung: 3 fl für 2 Std Unterricht tägl. Ab 1828 war es Frisch Barbara. Ganz nüchtern heißt es am Ende des Aktes: "
Industrieschule wegen wenig ersprießlichen Ergebnis geschlossen. "
Für diese Schuleinrichtung hatte also Andreas Haas Arbeitsmaterialien geliefert bzw. hergestellt.
Im 1840 erstellten Grundsteuerkataster stehen dann schon eine stattliche Reihe von Grundstücken auf der Habenseite des Andreas Haas:
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| StA Landshut Grundsteuerkataster 5039 |
"Hausnummer 111 in Kötzting beym Schlosser Andrä Haas
Das Haus mit realer Schlossergerechtigkeit
Gebäude:
Wohnhaus und Stall unter einem Dache und Schupfe aneinander, dann Hofraum
Gärten:
221 1/2 Wurzgarten, das
221 1/2 Hausgarttl
221 1/3 Wurzgärtl
Gemeinderecht:
zu ganzem Nutzantheil an den noch immer unvertheilten Gemeindebesitzungen"
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| StA Landshut Grundsteuerkataster 5039 |
"Laut Brief vom 28. Jänner 1817 vom Vater Leonhard Haas nebiges Anwesen mit Lit b und Plannr 999 ab nebst dareingeben und Plnr 1066 in der Gemeinde Grafenwiesen im Anschlag von 1150 fl übernommen."
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| StA Landshut Grundsteuerkataster 5039 |
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"
walzendes Grundstück: 999a hintern Schrankenstadl
Wiesen:
1084 auf der Au
Oedung
999b am Schrankenstadl"
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| StA Landshut Grundsteuerkataster 5039 |
Plnr 812 das Gruberackerl |
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| StA Landshut Grundsteuerkataster 5039 |
Plnr. 221 Gras und Baumgarten der hintere Garten |
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| StA Landshut Grundsteuerkataster 5039 |
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"
Gemeindeteile vom Jahre 1803:
650 das Reitenstein Ackerl ZUgabe 1100 das Bruckackerl
1100 182 das Ackerl im Kroit
sämtliche kultiviert im Jahre 1803
Wiese:
1073 die Roßgaße
Nur ein Jahr später wurde ein Mieterkataster erstellt und daraus erfahren wir näheres über die innere Struktur des Hauses:
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| StA Landshut Grundsteuerkataster 5040 |
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1. Andrä Haas, Schlosser /:Hauseigenthümer:/
1. Hauptgebäude:unter der Erde 1 Keller
I. 1 Wohnzimmer, 3 Kammern und 1 Werkstätte, dann 1 Küche
II. 1 Wohnzimmer, 1 Kammer und 1 Küche, dann den Hausboden unterm Dach zur Hälfte.
Unterschrift: Ander Haas
2. Barbara Frisch
Advokatenswitwe /:Mieterin:/
II 1 Wohnzimmer, 1 Kammer und Bodenantheil unterm Dach
Unterschrift Frisch
2. Nebengebäude
3. Andrä Haas, EIgenthümer
1 Stallung mit darauf befindlichern Futterboden
Unterschrift Andre Haas."
Der Schlossermeister Andreas Haas verstarb am 29.9.1845 mit gerade mal 62 Jahren an einem Lungengeschwür und die Witwe Margaretha übergab das Anwesen an den Sohn Franz Haas.
Margaretha Haas verstarb am 25.12.1857 mit 72 Jahren an Apoplexia (Schlaganfall)
Haas Franz und Kraus Anna
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| StA Landshut Grundsteuerkataster Nr. 5041 |
Gemeldet: 19. Juni 1847:Die Andre Haassche Witwe Margaretha HsNro 111 in Kötzting übergibt ihrem Sohn v.d. das zum k. Landgerichte gerichtsbare und eigene Anwesen Lit. A-E incl. per 4,44,dez ...."
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| StA Landshut Grundsteuerkataster Nr. 5041 |
...nebst der realen Schloßérgerechtigkeit u. des Besitzes in der Steuergemeinde Grafenwiesen ohne Änderung um den Preis von 2800 fl."
Unterschriften: Franz Haas und Margareth Haß
Bereits vor der Übernahme des elterlichen Schlosseranwesens steht er mit einer Gewerbskonzession in den Kötztinger Akten. Im Jahre 1845 bereits hatte er sein Gewerbe als "Geschmeidewarenhändler" angemeldet, dass danach sogar - 1848 - in eine "personale Eigenschaft" verwandelt wurde.
1848 erhielt er auch die Konzession als Eisenwarenhändler.
Solch eine "personale" Gerechtigkeit stand im Gegensatz zur "realen. Das reale Recht ruhte auf dem Haus und konnte nur sehr schwer von einem auf ein anderen Anwesen übertragen werden während die personale Gerechtigkeit mit einer Person verbunden war.
15 Ganze Gulden kostete Franz Haas nun bereits das Kötztinger Bürgerrecht
Am 12.2.1849 heiratete der Schlosser Franz Haas die Kötztinger Färberstochter Anna Kraus. Die beiden bekamen eine ganze Reihe von Kindern, von denen viele jedoch im Kleinkindalter bereits verstarben:
Anna 29.11.1849
Andreas 09.02.1851 mit 13 Tagen an Katarrh
Viktoria 21.2.1852
Franz 05.07.1853
Josepha 14.02.1855 mit 1 Jahr 1 Monat an organischem Herzfehler
Anna 23.08.1856
Theresa 28.06.1859 mit 5 Wochen Diarrhoe
Filomena 12.07.1860 mit 6 Monaten an Auszehrung
Im Jahre 1851 versuchte der Brauereibesitzer Schrank eine Abänderung des Straßen/Wegverlaufes genehmigt zu bekommen und reichte daher auch einen Plan der Situation ein, die uns das Anwesen Haas zeigt.
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| StadtA Kötzting AA VI-9 ; unten rechts: Garten des Franz Haas. |
In Kötzting gab es im Rathaus eine Vermittlungsamt, das versuchen sollte, Streitigkeiten zu schlichten, bevor diese vor Gericht landeten und Kosten für beide Seiten erbrachten. Die Einschaltung des Amtes war Verpflichtend, bevor eine Partei vor Gericht ziehen konnte/durfte.
Solch ein Verfahren musste auch Fraz Hass durchlaufen:
25. Mai 1855: In der Klagsache des hiesigen Schlossers Franz Haas gegen den bürgerlichen Anwesensbesitzer Josef Hastreiter, die Eigentumssicherung bfd, kam zwischen den Parteien beim
Vermittlungsamt der Vertrag zustande, dass Hastreiter sich verbindlich erklärt für allenfalls an jener Strecke seines Feldrains entstehende Schäden, welche durch die Ausrottung der Gesträuche s. z. verursacht worden, zu haften und die Beseitigung dieser Schäden zu veranlassen, womit sich Haas
zufrieden gibt. "
1858 geht es vor demselben Amt dann gegen Michl Dattler wegen der Durchfahrt auf seine Felder am Schinderbuckel.
Am 30.10.1863 starb die junge Schlossermeisterin Anna Haas mit gerade mal 42 Jahren an Bauchwassersucht und der junge Witwer heiratete ein zweites Mal.
Seine erste Frau war eine geborene Färberstochter Kraus.
Seine zweite Frau ist nun eine Witwe Kraus, allerdings eine geborene Holzapfel..
Haas Franz und Kraus Theresia
Am 23.8.1864 heiratete Franz Haas nun Theresia Kraus, beide verwitwet. Kinder bekam das Paar keine mehr.
Im selben Jahr versuchte - aus ähnlichen Gründen, wie 13 Jahre zuvor der Brauer Schrank - die Kötztinger Straßenverhältnisse zu verbessern. Es geht um die "Die Ausbesserung vom Graben der Fronfeste bis zum Schlosser Haas."
Und dann kommt die Schreckensnacht vom Juni 1867, eine Woche vor dem Pfingstfest, als der halbe Markt Kötzting den Flammen zum Opfer fällt und die Feuerwalze bis hinunter zur heutigen Kreuzung Bahnhofstraße zuschlägt.
Franz Haas ist nur am Rande betroffen:
Hier zunächst die erste Meldung:
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| StA Landshut Rep 164/8 Nr. 1570 der Brand in Kötzting |
"
LVI
Haas Franz Schlossermeister
Die Legschindeldachung am Wohngebäude und sonstige Gebäudetheile haben Schaden gelitten.
Gleichfalls die Bedachung ann der Werrkstätte. Die Schadenbehebung und Berechnung vide Tabelle sub. Nr 56
Unterschrift Fr. Haas."
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| StA Landshut Rep 164/8 Nr. 1570 der Brand in Kötzting |
"
56. 101 Haas Franz Schlossermeister
ad 1) Das Gebäude litt an der Legschindldachung, Firstabdeckung, Fensterbeglasung, Anstrich, Windbrett und Stiegen =Schutzbrüstung vide Tabelle Berechnung
ad 2) Werkstätte das Gebäude litt insbesondere durch die Löschversuche an der Ziegeldachung, die Scharabdeckung aus Schneidschindel gerieth wirklich in Brand auch an der Scharrrinne."
Fast 75 Gulden erhielt Franz Haas danach als Entschädigung, schrieb Carl von Paur in seiner Chronik.
Als Folge dieses verheerenden Brandes und den erlebten Problemen bei der Brandbekämpfung, wurde der Straßenzuschnitt in Kötzting an mehreren Stellen stark verändert. Am größten waren die Änderungen im heutigen "Unteren Markt". Es entstand die untere Marktstraße mit dem Pfeffergraben und auch Franz Haas musste Grundstücksflächen für die neuen Ortsstraßen abgeben.
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| StadtA Kötzting AA V-84 |
Im Gewerbekataster das Jahres 1870 steht Franz Haas als Schlosser - ohne Gehilfe mund ohne Laden - und wird für den Geschmeidehandel und sein Schlossergewerbe besteuert.
Aus dem Grundsteuerkatasterband ab 1860 erfahren wir nun den nächsten Besitzübergang.
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| StA Landshut Grundsteuerkataster 5047Der Nachfolger des Franz Haas wird Anton Haas. |
Auf Franz Haas - der am 16.1.1871 mit 57 Jahren an Typhus verstirbt, seine Witwe Theresia stirb am 29.11.1873 mit 51 Jahren an Entkräftung - folgt sein Schwiegersohn(!) Anton Haas.
Haas Anton und Haas Anna
Am 2.8.1871,also gut ein halbes Jahr nach dem Tode des Vaters, heiratet die Tochter Anna den Viechtacher Schlosser Anton Haas, Sohn des Viechtacher Schlossermeisters Joseph Haas und seiner Frau Margaretha, einer geborenen Niedermeier.
Anton Haas hatte bereits 2 Wochen vorher das Kötztinger Bürgerrecht erwerben können, was im Jahre 1871 bereits mit 50 Gulden zu Buche schlug.
Aus dem Jahre 1872 gibt es eine Auflistung über den Standort der Kirtaplätze und der Schlosser Haas hatte seinen Verkaufsstand beim "Stöberl " unterhalb des Dregers aufzubauen. 1871 war der "Stöberl" das heutige Anwesen Schrödel.
Anton Haas konnte sein Gewerbe anscheinend ausbauen, denn, arbeitete sein Schwiegervater 1870 noch ohne Gehilfen, steht bei ihm in seiner Gewerbezulassung, dass er im Bereich der Schlosserei mit 3 Gehilfen arbeiten würde. Sein Spänglergeschäft und seinen Geschmeidehandel würde er ohne Helfer ausüben.
Im Jahre 1873 übernimmt er auch den Handel mit Petroleum und ab 1884 haben sich viele Baupläne - auch aus seiner Nachbarschaft - erhalten, die zeigen, wie sehr sein Geschäft aufblühte und sich dieser Ortsteil Kötztings veränderte.
Die bauliche Entwicklung des Gebäudekomplexes bis herauf in die dreißiger Jahre.
Aus dem Bauplan des Nachbar, des Hafnermeisters Josef Lang, kann man gut erkennen, was der Bauzustand Anton Haas gewesen war.
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 21 Nr. 3141 Lang Josef 1884 |
Oben angelehnt an die Kegelbahn des Schmidtbräus, über die bereits der bekannte Kötztinger Gelegenheitsdichter Dr. Müller - genannt Saumüller - ein Gedicht geschrieben hatte - lag die Schupfe des A. Haas und im Straßenverlauf gehörten ihm drei einzeln stehende Gebäude, wobei das mittlere und der Neubau des Bauherren nun zusammenstießen, was bei späteren Bauvorhaben noch zu kuriosen Lösungen führen sollte.
Als nächstes machte Anton Haas aus seinen drei einzeln stehenden Gebäuden eine formschöne und gerade Einheit.
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 21 Nr. 3151 Haas Anton Neubau Fassade |
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 21 Nr. 3151 Haas Anton Neubau Fassade |
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StA Landshut Rep 162-8 Sch. 21 Nr. 3151 Haas Anton Neubau Fassade
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Für sein nächstes Vorhaben -1892- hatte er einen hölzernes Dampfsägegebäude erwerben können, es abreissen lassen und wollte es nun auf seinem Grund wieder errichten.
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3234 Haas Anton 1892 |
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3234 Haas Anton 1892 |
Die Lage des Stadels war in der Auwiese, jenseits der Bahngleise, die hier bereits im Plan eingezeichnet sind. Im selben Jahr noch baute er auch sein Anwesen um:
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3233 Haas Anton 1892 |
Umwandlung einer Stadeltenne in ein gewölbtes Magazin.
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3233 Haas Anton 1892 |
Frei nach dem Motte: "! Eine Schupfe kann man immer brauchen", erweiterte er im Jahr drauf seinen Gebäudekomplex:
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3243 Haas Anton 1893 |
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3243 Haas Anton 1893 |
Und weiter gings im nächsten Jahr mit der Erweiterung seiner Werkstatt:
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3243 Haas Anton 1894 |
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3243 Haas Anton 1894 |
Im Jahre 1898 war es ein Waschhaus, das er hinten an seinen Stadel anbauen ließ:
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3286 Haas Anton 1898 |
Als nächstes folgte 1900 eine kleine Holzremise, mit der er seinen Nachbarn noch mehr die Möglichkeit nahm, aus seinem Grundstück herauszufahren.
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3335 Haas Anton 1900 |
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3335 Haas Anton 1900 |
Beim nächsten An/Ausbau musste er eine ganz besondere Baulösung entwickeln, um es seinem Nachbarn - wenige Jahre später konnte er das Nachbaranwesen erwerben, dann war dieses Problem beseitigt - zu ermöglichen, überhaupt aus seinem Hofraum einen Zugang zur Straße zu ermöglichen.
im Erdgeschoss seines Erweiterungsbaues musste er einen "öffentlichen Durchgang" freihalten, damit der Nachbar zu seinem Hofraum gelangen konnte.
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| StA Kötzting 602-1 historische Bauakten Sammelbestand |
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StA Kötzting 602-1 historische Bauakten Sammelbestand Hier der rot eingezeichnete: öffentliche Durchgang |
Hier konnte der Nachbar Lang noch direkt aus seinem Hofraum auf die Straße kommen, danach ging es nur noch durch den Durchgang unter dem Anbau des Anton Haas, siehe oben.
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| DIA-Repro 1348 Foto noch vor der Jahrhundertwende |
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| StA Kötzting 602-1 historische Bauakten Sammelbestand |
Nun wurde aus dem vorher nur kleinen Waschhausanbau ein richtiger kleiner Anbau:
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3353 Haas Anton 1902 |
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3353 Haas Anton 1902 |
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3353 Haas Anton 1902 |
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Nun wird aufgestockt:
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3375 Haas Anton 1903 |
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StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3375 Haas Anton 1903
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StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3375 Haas Anton 1903
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Und weiter geht´s im nächsten Jahr, langsam entsteht die Hausfront, die wir kennen - allrdings noch ohne die großen Schaufenster.
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StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3382 Haas Anton 1904
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StA Landshut Rep 162-8 Sch. 22 Nr. 3382 Haas Anton 1904
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In seinen Hinterhof erweitert er nun seine Remise, also eine Unterstellhalle für Gerätschaften - es ist das Jahr 1907.
Bereits ab dem Jahre 1888 ist Anton Haas auch Verkäufer für Sprengstoffe (auch das Händler Schötz) und für Waffen, deren Bestand auch regelmäßig überprüft wurden.
Die neuen Zeiten brechen an und die Konzession für den Petroleumhandel wird obsolet, denn die Versorgung mit elektrischem Strom hat in Kötzting Einzug gehalten und Anton Haas geht mit der Zeit:
Im Staatsarchiv in Landshut befindet sich der Nachlassakt:
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| StA Landshut: Rep 166N-12 Schachtel 50 Nr. 16 von 1910 Hanr 111 Haas Anton Schlossermeister |
"Anton Haas - 64 Jahre alt - Schlossermeister - verwitwet -
3. April 1910 in Kötzting HsNro 111"
Fünf Kinder sind als seine Erben angegeben, die vier - bereits volljährigen aber immr noch ledigen - Töchter Viktoria, Anna, Maria, Josefa und der Sohn und Nachfolger Anton.:
Drei der Kinder waren persönlich vor dem Nachlassgericht erschienen und unterschrieben das Protokoll:
Wenige Tage später erschienen auch die anderen beiden Haaskinder vor Gericht und bestätigten mit ihrer Unterschrift die Richtigkeit des von ihren Geschwistern zu Gericht gegebene Protokoll:
s
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| Die Bahnhofstraße um 1910 |
Pfingsten im Hause Haas
Trotz der vier Mädchen im Hause Haas, lässt sich nur eine Pfingstbraut in der Chronik der Pfingstakteure nachweisen. Im Jahre 1899 war des Josefine Haas, die an der Seite von
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| StadtA Kötzting: Januel Leopold-Haas Josefine, Brautführer unbekannt |
Haas Anton und Wandinger Maria
Am 3. April 1910 war also Anton Haas - bereits verwitwet - verstorben und schon knapp zwei Monate - am 30.5.1910 - verheiratete sich der Sohn. Seine Frau war die Tittmoninger Gerberstochter Maria Wandinger.
Im Jahre 1910 erhielt er die Erlaubnis, an die die märktische Wasserleitung anzuschließen.
Auf einem Collagebild aus dem Jahre 1912 haben wir sogar ein Bild des neuen Schlossermeisters.
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| Dachbodenfund Turnverein Kötzting von 1912 : Mitte links Haas Anton |
Der Sohn ist ein ebenso fleißiger Bauherr wie zuvor sein Vater einer gewesen war:
Anton Haas diversifizierte nicht nur sein Warenangebot, sondern stellte auch seine Geschäftsräume für andere Händler zur Verfügung, wie hier eine Niederlage für Griechische Weine.
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| Kötzting Anzeiger vom Dezember 1912 |
Vier Geburten des Paares sind in den Kötztinger Pfarrmatrikeln aufzufinden und bei beiden Buben erhielten wohl eine Kaufmannsausbildung, um sie fit zu machen für die Nachfolge.
Haas Anton * 23.2.1912 + 23.10.1912
Haas Adolf Nikolaus * 4.12.1912
Haas Andreas Wilhelm * 15.11.1913
Haas Josefa * 10.1.1915
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| DIA-Repro 1285 die beiden Haas-Buben Adolf und Willi Haas |
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| DIA-Repro 1285 die beiden Haas-Buben Adolf und Willi Haas |
Hier noch ein seltener Blick in den sogenannten "Haashof", der damals auch noch landwirtschaftlich genutzt wurde. Das Mädchen auf dem Bild ist die spätere Pfingstbraut von 1954 Traudl Kroher und das Bild selbst stammt aus dem Jahre 1937.
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| DIA-Repro 1482 |
Adolf Haas, der Erstgeborene starb leider bereits mit unter 50 Jahren - als Kaufmann in Kötzting bezeichnet - und so wurde Willi Haas das "Aushängeschild" der Firma Anton Haas, ein Mann mit vielen Eigenschaften, von dem es viele Geschichten gibt, die an Kötztings Stammtischen erzählt werden und ei auch häufig von Ereignissen erzählen, die an Stammtischen mit Haas Willi sich ereignet haben.
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DIA-Repro 2351 Frau Maria Haas zum 80ten Geburtstag. Foto Serwuschok im April 1969
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rs. Kötzting. Ein Stück Kötztinger Geschichte wird lebendig, wenn wir Maria Haas aus der Fülle ihres reichen Erlebens erzählen hören. Ihr Elternhaus stand in Tittmoning, wo ihr Vater eine Rotgerberei betrieb. Mit vier Geschwistern wuchs sie dort heran. Doch nur kurz war das Glück ihrer Jugend, denn schon mit elf Jahren verlor sie den Vater durch einen Unfall, ein Vierteljahr später starb auch die Mutter. Seine schulische Ausbildung erhielt das junge Mädchen bei den Englischen Fräulein in Tittmoning, dann in Tann in Niederbayern und schließlich wieder in ihrem Heimatort. 1906 trat sie in Kötzting eine Stellung im Kaufhaus Gartner an und lernte hier den Kaufmann und Landwirt Anton Haas kennen, mit dem sie 1910 vor den Traualtar trat. Ein schwerer Schlag war für die junge Kaufmannsfrau, als bei der Mobilmachung im August 1914 gleich acht Gehilfen an einem Tage einberufen wurden. Als dann auch noch der Mann einrücken musste, trug sie allein die gesamte Verantwortung für das große Geschäft. Vier Kindern war sie eine gute Mutter, doch schon zwei starben als Kleinkind, ein Sohn wurde im besten Mannesalter dahingerafft. 1939 war auch schon der Gatte gestorben. Die Kötztinger Umschau gratuliert der Jubilarin zu ihrem heutigen 80. Geburtstag recht herzlich und wünscht ihr noch viele glückliche Jahre.
Wie Frau Maria Haas bei ihrer Befragung berichtet, wurden nicht nur auf einen Schlag 8 Gehilfen ihres Schlosserbetriebes zu Beginne des Ersten Weltkriegs einberufen, sondern kurze Zeit danacu auch ihr Mann, Anton Haas.
Ancestry. com, die in den USA ansässige und den Mormonen zuzurechnede Familienforschungsunternehmen hat bereits vor vielen Jahren die Bestände des bayr. Militärarchives in Ingolstadt komplett digitalisiert und stellt diese Daten im Internet - natürlich gegen Bezahlung - zur Verfügung.
Hier ein paar Ranglistenauszüge für Anton Haas, geboren am 17.12.1878 in Kötzting.
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Anton Haas - Kötzting - Bez. Amt Kötzting - Schlossermeister Maria Wandinger - 2 Kinder - Seinen Wehrdienst hatte er vom 14.10.1899 bis zum 21.9.1901 beim 11. Infanterieregiment 139 absolviert. Am Fuße des Dokuments steht, dass er am "18.3.1915 auf SM König Ludwig III vereidigt" worden ist.
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Seine Einsätze an der Westfront kann man recht gut in einem anderen Ranglisten eintrag verfolgen.
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| Foto AKH Frau Haas in ihrem Garten |
Haas Willi
Aus dem Jahre 1956 stammt die folgende Luftaufnahme (Serwuschok Luftbilder), die zeigt, wie umfangreich das - blühende - Anwesen der Firma Haas zu der Zeit gewesen war. Schön zu erkennen ist auch das "Steinlager" des Bildhauers Eberhard Schaefer Bildmitte rechts zwischen den beiden Wegen.
Auch in Richtung der Bahnhofstraße war es ein lebendiger und blühender Gebäudekomplex mit der "Kleinen Markthalle" und dem - leicht zurückgesetzten - Wohnhaus in dem u.a. auch eine Familie Fleissner wohnte.
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| Foto: StadtA Kötzting |
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| Foto: StadtA Kötzting hier deutlich sichtbar auch das Nebengebäude der F. Haas |
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| Sammlung Arbeitskreis: Rechnungen Kötztinger Betriebe |
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Sammlung Arbeitskreis: Rechnungen Kötztinger Betriebe
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DIA-Repro 2097 Belegschaft Haas 2.v.links Erika Kauer (Ludwig) ganz rechts Frau Meier. |
Hier nun einige wunderschöne Aufnahmen von Frau Christa Rabl.Dachs vom Inneren der Eisenhandlung Haas mit DER Frau Meier hinter dem Tresen zusammen mit ihrem Schwiegersohn (Nemmer) und ihrem Enkel.
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| Foto Christa Rabl-Dachs |
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| Foto Christa Rabl-Dachs |
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| Foto Christa Rabl-Dachs |
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| Foto Christa Rabl-Dachs |
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| Foto Christa Rabl-Dachs |
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| Foto Christa Rabl-Dachs |
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| Foto Christa Rabl-Dachs |
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| Foto Christa Rabl-Dachs |
Es haben sich von Willi Haas tatsächlich mehr Geschichten als Fotos erhalten, weshalb wir in unserer Sammlung tatsächlich nur ein einziges Bild von ihm haben. Er war auch in vielen Vereinen ein gern gesehenes Mitglied und so gibt es zumindest die eine Aufnahme, als Vertreter verschiedener Vereine ihm zum Geburtstag gratulierten.
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Aufnahme 3485: Aus dem Jahre 1983 Archiv Rabl-Dachs v.l. Sigi Mark, Wolfgang Ludwig, Willi Haas, Josef Barth, Erich Miethaner |
Nach dem Tode des letzten Besitzers aus der Haas-Familie - Willi Haas - ging das Anwesen zunächst in den Besitz der Familien Meier/Nemmer über. Später wurde der Grundstückskomplex weiterverkauft und schlummert nun einem Dornröschenschlaf, von dem in Kötzting niemand weiß, ober dieser je enden wird oder welche hübsche Braut daraus dann entsteigen wird.
Bilder eines Zerfalls:
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| Foto Christa Rabl-Dachs |
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| Foto Christa Rabl-Dachs |
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| Foto Christa Rabl-Dachs |
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| Foto Christa Rabl-Dachs |
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| Foto Christa Rabl-Dachs |
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| Foto Christa Rabl-Dachs 11.2.2007 Abriss des Nebenhauses Anton Haas in der Holzapfelstraße |
🗺️ Kleines Suchspiel zum Schluss:
Viele Geschichten aus Kötzting lassen sich nicht nur lesen, sondern auch direkt im Stadtplan entdecken.
Die Interaktive Karte Kötzting führt über ihre Marker unmittelbar zu den passenden Blogbeiträgen – Geschichte zum Anklicken. Wer es noch nicht weiß, um was es sich bei diesem Programm handelt, kann sich gut im folgenden Blogbeitrag informieren: Die interaktive Karte und ihre Möglichkeiten :
🔎 Wer diesen Beitrag dort wiederfinden möchte, muss ein wenig suchen:
Er verbirgt sich in der Markergruppe
Kötztinger Häuserchronik 
Viel Freude beim Entdecken!
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