Mit der sogenannten Uraufnahme und der beginnenden Landvermessung zählte Kötzting insgesamt 159 Anwesen. Die Geschichte dieser Bürgerhäuser und ihrer Bewohner nachzuzeichnen und möglichst genau zu dokumentieren, ist das Anliegen dieser Häuserchronik. Wer sich näher mit den frühen Entwicklungen unserer Heimatstadt beschäftigen möchte – von den ersten Urhöfen bis zur Erhebung Kötztings zum Landgerichtsort –, findet dazu ausführliche Informationen in einem einleitenden Blogbeitrag.
Bei den nun folgenden zehn Anwesen ist allerdings eine Besonderheit zu beachten: Die Häuser mit den alten Hausnummern 113 bis 123 bestanden bereits lange vor dem großen Marktbrand von 1867, wurden nach der Katastrophe jedoch nicht mehr an ihren ursprünglichen Standorten errichtet. Mit der Neuordnung des unteren Marktes und dem Bau der unteren Marktstraße, des Pfeffergrabens sowie später der Holzapfelstraße entstand ein neuer Ortsteil, in den die bisherigen Hausnummern übertragen wurden.
Die Identifizierung dieser Anwesen ist deshalb heute nicht mehr über ihre frühere Lage möglich, sondern ausschließlich über die weitergeführten alten Hausnummern.
Alte Hausnummer 114
beim Lommerweber
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| Vermessungsamt Cham: Detail aus 5168-2100-LiquiP_Bad_Koetzting_1831_Beilage_M2500_1_1-01 |
Die belegbare Geschichte dieses Hauses beginnt mit einem Leineweber Martin Härtl, der im Jahre 1706 vom Markt Kötzting den sogenannten „Beisitz“ verliehen bekam. Dafür hatte er 4 Gulden und 30 Kreuzer zu entrichten. Dieser „Beisitz“ stellte eine Art eingeschränktes Bürgerrecht dar, da Härtl zu diesem Zeitpunkt noch kein eigenes Haus besaß – eine Voraussetzung, die damals für den Erwerb des vollen Bürgerrechts unabdingbar war. |
StadtA Kötzting MR von 1706 Seite 7 "Einnamb an Burgerrecht Marthin Härtl Leineweeber, ist vor ainem burgerlichen beysizer aufgenomben und von ihme hiervon bezalt worden 4 fl 30 xr. |
Härtl Wolf und Stoiber Anna
Am 14.7.1732 heiratete der Weber Wolfgang Härtl - Sohn des Martin Härtl und der Katharina - die aus Blaibach stammende Schmiedtochter Anna Stoiber.
Die Reihe der Häuser angefangen bei der Nummer 113 bis hinauf zur 115 scheinen alle erst im Laufe des 18. Jahrhunderts angelegt worden zu sein. Beim Haus mit der Nummer 114 gibt es dazu einige Hinweise, die diesen Schluss nahelegen.
Mit Datum des 26. Juni 1730 wissen wir, dass der junge Webermeister vom Landgericht Kötzting die Erlaubnis erhalten hatte für den Erwerb eines Grundstücks im Markt, wie es im Jahre 1744 dann ausführlich in den Kötztinger Marktrechnung aufgeführt ist.
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| StadtA Kötzting MR von 1744 |
"Wolf Härtl Zeug= und Lein=Wöber, hat vermög des von churfrtl. lobl. Rentambt Straubing underm 26ten Juny anno 1730 erhaltenen Consens, ab dessen under darzue gegebnen gemeinen Grundt die darauf geschlagene Gült zalt zu 17 xr." Liest man zwischen den Zeilen, so hat wohl der junge Weber die nächste Instanz bemühen müssen, um dann schlussendlich vom Markt ein Grundstück für den Hausbau zu erhalten. Es steht zu vermuten, dass er für seinen Hausbau die nächsten zwei Jahre gebraucht hat, denn erst am 14.7.1732 heiratete der Weber Wolfgang Härtl - Sohn des Martin Härtl und der Katharina - die aus Blaibach stammende Schmiedtochter Anna Stoiber.
Vom November 1732 - also dem Jahr seiner Verheiratung - stammt eine Grundstücksverbriefung des nördlich von ihm gelegenen großen Gartengrundstückes, in dem das Härtlsche Haus erwähnt ist.
Die verwitwete Pflegersgattin Witwe Maria Thersia von Mayr verkauft das ihr erblich zugefallene Gartengrundstück das in seiner Lage beschrieben ist :" den ihr mitls Testament erblich zugegangene und oberhalb des Wolfgang Härtl Wöbers Haus liegent: und umb und umb eingefangene aigenthumbliche Gartten mit der darin stehenden Wohnbehausung sambt dem vorhandtenen Sommerheusl und anderer Garttnerey."
Einschuib
Für manche Kötztinger ist der um die Jahrhundertwende 1900 verstorbene "Schlossgärtner Hardl", Leonhard Mittermayr noch ein Begriff. Dieser wohnte 150 Jahre später in diesem haus und trug den Hausnamen Schlossgärtner, weil das Gartengrundstück früher dem Pfleger gehörte, der eben im Schloss residierte.
Einschub Ende
Härtl Hans Michael und Anna Reichhold
Am 11.8.1753 übergab der Kötztinger Bürger und Leineweber sein "Haus ufm Pfeffergraben negst des Hofmann Martin (=alte Hausnummer 115)entlegen". 20 Gulden Grundschuld waren bei der St. Sebastiani Bruderschaft eingetragen und seine beiden Geschwister Elisabeth und Catharina mussten ebenfalls berücksichtigt werden. Der Kaufpreis betrug 100 Gulden.
Zwei Monate später, am 13.11.1753 heiratete der Weber Michael Härtl die aus Chammünster stammende Webertochter Anna Maria Reichhold.
Einschub
Es ist hier interessant, dass der Flur/Straßenname "Pfeffergraben" nicht dieselbe Stalle bennnt, wie heutzutage. Heute ist es die Querverbindung zwischen der Gehring- und der Holzapfelstraße. Damals war es aber der Hohlweg hinter der Häuserreihe, die bergauf führte.
Einschub Ende
80 Gulden versprach die junge Weberin in die Ehe mit einzubringen, die sie sich im Jahre 1755 sich in einem Heiratsvertrag sicherstellen ließ.
Die im Übergabevertrag genannte Schwester Katharina Härtl wurde im Jahre 1756 verurteilt und musste eine "Geige" tragen.
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| StadtA Kötzting MR von 1756 |
"Catharina Harrerin Kellnerin und Magdalena Schmikdtpäurin Köchin beede beym Cammerer Luckhner in diensten, haben Catharina Härtlin und Maria Lanzingerin beede Burgerstöchter von hier geclagt, daß sye ganz nachdrückhlich ausgesprengt, samb Selbe deren Herrnschaft in ain: und anderem abtragen; und obwohlen zwar anfangs die beclagte solches in Abredt stellen und die Sach mit laugnen zu hintertreiben suechen wollen; So hat sich...

iedoch die beclagte Härtlin ex post der Harrerin, und Schmidtpäurin solche Aussprengungen ordentlich zu beweisen sich erbotten, zu den Einclagten, das derselben ein und anderes dergleichen Wortt entfallen sein könnte, bekhennet, die mitbeclagte Lanzingerin aber ein für alle Zeit behauptet, weeder von der ainen noch der anderen nichts widriges geredet zu haben, welches endlich auch die 2 Clägerinnen bey Rhat selbsten eingestanden, und also von ihr gewichen. Solchemnach ist die Lanzingerin absolviert, die Härtlin aber nebst ernstlichen Verweis in ain Stündige antragung der Geigen verfählt worden, mit dem Auftrag, da sye dise nachdennkhliche Aussprengung zuruckh nemmen und bekhennen solle, das selbe von dennen zway
Clägerinnen nichts als alles lieb und guettes zu sagen wisse, womit man sothannes nachreden als dennen zwey Clägerinnen an denen Ehren unpraejudizierlich von Ambtsweegen aufgehoben hat, id est
1 Stund in die Geigen. 6 Jahre dauerte es wohl, bis die Ehefrau ihr Heiratsgut eingebracht hatte, denn erst im Jahre 1759 quittierte der Altenteiler Wolf Härtl seinem Sohn die vollständige Bezahlung des Kaufpreises.
Wenige Jahre nach ihrer Geigenstrafe musste Catharina Härtl erneut diese Strafe erleiden, als sie vor dem Magistrat ausrief: " es gäbe keine Gerechtigkeit mehr", was nun direkt gegen die Ehre der Kötztinger Ratsherren ging..... keine Kleinigkeit in der damaligen Zeit.
Auch die Stimmung zwischen dem Vater und den nunmehrigen Hausbesitzer und Sohn war angespannt, was dem Vater alleine wegen der Verhandlung mit seinem Sohn 2 Stunden im bürgerlichen Arrest einbrachte.
Es gab aber dazu auch eine Vorgeschichte bzw. eine Kettenverhandlung in ein und derselben Beleidigungsklage:
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| StadtA Kötzting MR von 1762 |
"Umb willen sich Wolfgang Härtl burger und Leinweeber alhir unterwunden bey gehaltem Handwerch gegen den von Rhatt aus darzue verordneten Handtwechs commissarium Herrn Johann Hainrich Straubinger dess Innern Raths ganz, respectlos aufzuführen, und ins angesicht zusagen, Er commissarius habe ihme in ihren Handwerchs-Sachen nichts
"einzureden. Alß ist ihme solches in geschärfften Ernst nachtruckhsammist verwiesen worden, mit dem auftrag, das er gegen dem Handtwerchs commissarium infuturo allen Respect gebrauchen, und dabey gedencken solle, das sollcher noe dess Magistrats stehet, und wann selber beym Handwerch ain ungebühr sicht derentwillen gar wohl zu reden, und solches abzustöhlen habe, Wobey man noch anzue dem Härtl zur Straff 1 Tag im burgerlichen Arrest zugeben dictiret id est:
1 Tag in burgerl. Arrest.
Nitweniger daßgedachter Härtl der beschechenen Clage und selbstigen EIngeständtung nach seinem Sohn Michaeln Härtl auch burgerlichen Leineweber derorthen ainen Hundtsfott und Pfuscher betitelt, ist er, nebst ernstlichem Verweiß, nach anvor beschechen obrigkleitlich zu nichts machung solcher verschandungen, 2 Stund im burgerlichen Arrest condemniert worden id est
2 Stund im burgerl. Arrest."
1762 stritten sich Vater und Sohn vor Gericht.
1765 quittierte der Vater dem Sohn weitere fristgerechte Zahlungen
Im selben Jahr verklagte der Vater seinen Sohn und dessen Frau und obwohl sich die Parteien selber verglichen, mussten sich die jungen Härtls einer Verhandlung stellen und landeten je 1 Tag im bürgerlichen Arrest.
Die Beleidigung ist spektakulär:
Die Härtlschen Eheleute warfen dem Vater resp. Schwiegervater vor, er hätte die "S.V. Morbus Gallici", also Syphilis. Als Verteidigung brachten die Jungen nur vor, diesen von anderen Menschen gehört zu haben.
Die weitere Abfolge der Besitzverhältnisse ist aufgrund eines Mangels an Archivalien nur mit Lücken zu belegen.
Hier die Kirchentrachtliste des Klosters Rott aus dem Hauptstaatsarchiv:
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| HStA München Landshuter Abgabe KL Rott B5 1777-1800 |
Hier ist in der Tabelle die tatsächliche Abfolge der Anwesen abgebildet:
Leonhard Haas 111
112 fehlt, weil der heutige Schmidtbräukeller zum damaligen Anwesen 98 gehört
113 Josef Drückl Schneider
114 Michael Härtl Weber
115 Martin Hofmann Schuhmacher
116 Franz Mittermayr Schlossgärtner
Da in einem Kaufvertrag aus dem Jahre 1785 ein Johann Michael Härtl, Häusler und Leinweber, verheiratet mit Magdalena, erwähnt wird und darin festgehalten ist, dass das Kaufobjekt – ein Stadel – von seinem Schwiegervater Adam Parzinger erbaut worden sei, spricht vieles dafür, dass zwischenzeitlich bereits eine Besitzübergabe vom Vater Johann Michael Härtl auf den gleichnamigen Sohn stattgefunden hatte.
Auch die Kirchentrachtliste, die den Zeitraum von 1777 bis 1800 umfasst, deutet darauf hin. Dort wurden die Namen offensichtlich nicht ausgebessert oder geändert, was bei einer Übergabe vom Vater auf den Sohn mit identischem Namen auch gar nicht notwendig gewesen wäre.
Es gibt jedoch auch noch eine zweite Möglichkeit, weil die "Hartlsche Weberlinie" und die Familie Parzinger mit dem Hausnummer 107 sicher verbunden sind.
Nun also ein Blick zunächst in die Zukunft, um einen Rückblick zu ermöglichen:
Im Häuser und Rustikalsteuerkataster von 1811 ist als Besitzer ein Schötz Mathias eingegeben und im Kötztinger Heiratsmatrikel findet sich mit Datum des 23.7.1800:
Schötz Mathias, Sohn des Weißenregener Halbbauern Joseph Schötz und der Laumer Magdalena, heiratet die Anna Maria Hartl, Tochter des Michael Härtl und der Reichhold Anna Maria aus Chammünster.
Es bleibt aber trotzdem kompliziert bei den Härtls, aber wenn man lange genug sucht, findet man doch manchmal einen Ausweg: :
Schötz Mathias und Härtl Anna Maria

Am 6.8.1789 war Michael Härtl, der Vater, mit 65 Jahren verstorben. Im Jahre 1800 kam es schließlich zur Hausübergabe verbunden mit einer „väterlichen Erbsverteilung“. Bereits im Kopfteil dieses Vertrages wird festgehalten, dass der Weber und Häusler Michael Härtl zwar schon im Jahre 1789 verstorben war, man jedoch amtlicherseits „
die nachgebliebene Mutter und Witwe mit genannten Kindern (9 leibliche und zum Teil noch minderjährige Kinder waren beim Tode des Vaters noch vorhanden)
einige Zeit gemeinschaftlich forthaussen lassen wollte“.
Beim Tod des Ehemannes beliefen sich die Schulden auf insgesamt 451 Gulden. Nach Abzug des eingebrachten Heiratsgutes verblieben schließlich noch 89 Gulden, die als väterliches Erbe unter den Kindern aufzuteilen waren.
Nun hieß es weiter in der Urkunde "Nun habe sich in dem Umlauf von 11 Jahren die Verhältnisse wesentlich geändert, auch die Mutter findet sich in die Länge nicht mehr fähig das häusliche Anwesen bey anrückentem Alter zubehaupten, sie will sich also in Kraft diss mit ihren leiblichen 9 Kindern in das anerstorbene väterliche Vermögen und dem künftigen Häusl und Weeberrechtsbesitz auf erlangt Marktsobrigkeitlichen consen unter Beystandschaft des Herrn Gerichts und Marktsprokurators Lorenz Stoiber in Iudicio selbst anwesend freundschaftlich vertragen haben:"
Die Erben:
1. Michael Härtl burgerlicher Zeug und Leinweeber in Kötzting selbst anwesend (HsNro 107)
2. Mathias Härtl Fabric Weeber zu Linz in Oberösterreich
3. Joseph Härtl ebenmässiger Fabric Weeber daselbst
4. Anton Härtl dermahliger Inwoher und Weebermeister am Strohhof Landgerichts Kötzting (der Strohhof ist die Gärtnerei in Grub)
5. Wolfgang Härtl ledigtands, doch nicht ganz weltläuffig zu Hause im Aufenthalt6. Anna des Johann Lobners Weebermeister in Böhmisch Eisenstein Eheweib
7. Theresia des Johann Weinbergers Schreiner zu gesagt böhmisch Eisenstein Weib
8. Katharina Härtin ledigstands zu WIen in Unterösterreich in Diensten
Alle diese Geschwister werden von Michael Härtl vertreten
9. Anna Maria Härtlin ledig, doch bereits vogtbaren Stands und zukünftige Vermögensübernehmerin.
Die Mutter und Witwe übergibt nun der Tochter das bürgerliche Häusl im Pfeffergraben um 700 Gulden.
Schulden
Bei der Pfarrkirche Kötzting 100 Gulden und zwei Jahre ausstehende Zinsen
Beim Spital 40 Gulden und ausstehende Zinsen
Bei der Rosenkranzbruderschaft 120 Gulden und drei Jahre ausstehende Zinsen.
Da der älteste Sohn Michael verzichtet, verbleiben als Erbe einschließlich des mütterlichen Heiratsgutes genau 200 Gulden, die unter die 8 Geschwister verteilt werden.
Nach dieser Erbverteilung schließt die neugebackene Hausbesitzerin einen Heiratsvertrag über 400 Gulden mit ihren zukünftigen Ehemann, dem Weißenregener Bauernsohn Mathias Schötz.
QED
Es geht also - trotz der unüblich sehr langen Zeitspanne für solch einen Generationswechsel - direkt weiter vom Hans Michael Härtls Erben auf seinen Schwiegersohn Mathias Schötz
Von der Kötztinger "Kommunalwahl" des Jahres 1806 haben sich alle Wahlzellel erhalten und so besitzen wir nicht nur ein Beispiel seiner Handschrift sondern kennen auch seine WÜnsche, was den Kötztinger Kammerer, die Räte und den Bürgerausschuss betrifft.
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| StA Landshut : LGäO Kötzting Nr. 793 Magistratswahlen von 1806 Wahlzettel und Bürgerliste |
"
Mathias Schötz
Kammerer: Windorfer
Rat: Bauer - Gulder - Schöpperl - Haas
Ausschuss: Math Pfeffer - Gernhuber - Leszkier - L: Mühlbauer |
| Hier der persönliche Wahlzettel des Mathias Schötz |
Lommer Mathias und Pongratz Anna Maria
In StadtA Kötzting AA II/44 heißt es im Jahre 1829.
"Schötz Mathias Hausbesitzer und Weber von Kötzting und sein Eheweib bringen vor, dass sie keine leiblichen Erben haben und wollen den Lommer, ihrem Vetter ihr Anwesen in 6 - 8 Jahren übergeben. Lommer ist bereits 22 Jahre in ihren Diensten, genehmigt."
Dann verstarb am 5.11.1836 der Weber Mathias Schötz an der Lungensucht und am 17.9.1838 war ihm seine Witwe ins Grab gefolgt; sie verstarb an der Wassersucht.
Der Tod der verwitwten Weberin war wohl abzusehen, denn schon vier Wochen vorher wurde im Markt Kötzting in den Staatsbürgerverpflichtungsprotokollen knapp und kurz zusammengefasst:
"10. Aug 1838 Lommer Mathias Webergeselle aus Böhmisch Eisenstein erhielt von seiner Ziehmutter Schötz Anna Maria Häuslerin und Weberin v Kö das Anwesen durch Übernahme . Einwanderung und Ansässigmachung genehmigt. und Bürgerrecht erhalten." StadtA Kötzting AA II/18
Blickt man auf die "väterliche Erbverteilung" vom Jahre 1800, so kann man gut erkennen, dass Mathias Lommer ein Enkel der Anna Maria Schötz gewesen ist und das Haus und die Webergerechtigkeit damit in der Familie bleiben.
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| StA Landshut Rentamt Kötzting B 28 Umschreibeheft |
"Den 11. August 1838 hat Anna Maria Schötz Burgerswittwe in Kötzting an Mathias Lommer von Böhmisch Eisenstein ihr ludeigenes Burgersanwesen aldort nämlich:
die Behausung mit Stadl und Stall
den Gemeinde-Antheil von der Herrenwiese, Wiese
den Gemeinde- Antheil im Galgenberg, Acker
den kleinen Lehmgassenacker
das Ackerl in der Lehmgassse
um 900 fl ohne sonstige Änderungen übergeben."
Fast 16 1/2 Gulden kostet Mathias Lommer mittlerweile das Kötztinger Bürgerrecht als Häusler, das er im selben Jahre noch erwerben kann.
1841 wird in Bayern der Grundsteuerkataster errichtet und das Haus erhält nun seine endgültige Hausnummer - 114- .
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| StA Landshut Grundsteuerkataster 5039 |
"Hausnummer 114 in Kötzting beim Weber Mathias Lommer
Das Haus mit realer Webergerechtsame
Gebäude: Wohnhaus, Stall und STadl aneinander, dann kleiner Hofraum
Garten: Wurzgarten beim Haus
Gemeinderecht: zu ganzem Nutzantheil an den noch unvertheilten Gemeindebesitzungen.
Acker: PlNr. 955a auf dem Galgenberg - 955 182 auf dem Galgenberg beide kultiviert im Jahre 1803
Wiese: PlNr. 955b auf dem Galgenberg
walzende Grundstücke: Acker PlNr. 569 auf dem Schusterbergl an der Leimgasse
Wiese: PlNr 570 auf dem Schusterbergl an der Leimgasse
Auswärtig walzender Besitz:
siehe Steuergemeinde Grafenwiesen (die Familie hatte ein Waldgrundstück im Watzlholz) und Arndorf
Im Jahr drauf wurde ein sogenannter Mieterkataster erstellt und dieser lässt einen genaueren Blick auf das Wohngebäude zu:
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| StA Landshut Grundsteuerkataster 5045 |
"
Mathias Lommer, Weber /:Hauseigenthümer
1, HauptgebäudeUnter der Erde: 1 Keller
I: 1 Wohnzimmer, 1 Kammer, 1 Küche, 1 Stallung, 1 Futterboden mit Dreschthenne, und Antheil vom Hausboden unterm Dach
Handzeichen "X" des Mathias Lommer
2. Joseph Altmann Inwohner /:Miether
I. 1 Wohnzimmer, 1 Kammer und Bodenantheil unterm Dach
Unterschrift: Joseph Altman"
Im Jahre 1843 muss sich Mathias Lommer zusammen mit einem anderen Nachbarn - Leonhard Mittermaier (Schlossgärtner Hardl) vor dem Kötztinger Vergleichsamt stellen, es geht - übrigens wie auch Jahrzehnte später erneut mit anderen Nachbarn - um das Problem der oberirdischen Wasserableitung in dem hängigen Gelände.
"23. Juni 1843: Xaver Henneberger Buchbinder zu K beklagt heute
1. den Leonhard Mittermeier Bürger und
2. den Matthias Lommer Webermeister v K deshalb weil die Beklagten das Regen- und Gießwasser von seinem bisherigen Wasserverlaufe weg leiten und solches gegen sein neuerbautes Wohnhaus hinleiten, wodurch ihm an dem Gemäuer Schaden zugeht und bittet derselbe um Abstellung dieses Unfuges. Die Beklagten erinnern dagegen, dass sie an dem bisherigen Laufe des Wassers eine Änderung nicht vorgenommen haben und somit sie den Kläger keinen Schaden zufügen können. Auf amtliches Zureden endlich kommen die Teile dahin überein dass der bisherige Wasserlauf beibehalten und jede Neuerung an diesem Gießwasserlaufe vermieden werde wogegen Henneberger verbindlich macht den Wassergraben zu reinigen und zu unterhalten,"
Der Buchbinder Xaver Henneberger hatte kurz zuvor unter der späteren Hausnummer 120a im Bereich des heutigen Pfeffergraben seinen gemauerten Neubau errichtet.
Am 17.11.1864 war die Weberin Anna Maria Lommer an Hydrops verstorben im Alter von 59 Jahren.
Mathias Lommer verstarb als "Spitalpfündtner" mit 79 Jahren erst am 24.3.1872 an Altersschwäche.
Lommer Joseph und Schnitzbauer Rosina
Am 26.11.1866 heiratet Joseph Lommer, der Sohn des Mathias und der Anna Maria, die Zwieseler Nagelschmiedstochter Rosina Schnitzbauer und weniger als ein halbes Jahr danach brach die Katastrophe über das junge Paar herein. In der Nacht vom 3. auf den 4. Juni brach in der Marktstraße - im Anwesen, in dem bis vor Jahren der Gasthof Dreger gewesen war - in einem rückwärtigen Gebäude aus Nachlässigkeit ein Bran aus, der sich blitzartig bis hinauf zum heutigen alten Friedhof und hinunter bis zur heutigen Kreuzung Bahnhofstraße/Holzapfelstraße ausbreitete und alles dazwischen in Schutt und Asche legte. Viele weitere Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurden ebenfalls beschädigt. Das vollständig aus Holz errichtete Haus der Webersfamilie Lommer wurde bis auf den Grund verbrannt.
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| StA Landshut Rep 164/8 Nr. 1570 der Marktbrand in Kötzting |
HsNr. 114 Lommer Josef, Weber
Die Beschreibung des Gebäudes vor dem Brande vide Protokoll sub Nro XXXV
Befund:
ad 1) dieses Gebäude ist bis auf den Grund niedergebrannt, jedoch zeigen sich einzelne Futtermauerreste welche die Schwellen theilweise unterstützten. Schaden total
ad 2) Auch dieses Gebäude ist bis auf den Grund niedergebrannt. Schaden Total
(versicherte) Schadenssumme 300 Gulden
Nun also weiter zur Zustandsbeschreibung vor dem Brande:
"
XXXV
Lommer Joseph, Häusler und Weber1. Das einstöckige Wohnhaus am Pfeffergraben von Holz erbaut u. mit Legschindelbedachung versehen gewesen.
2. Der einstöckige angebaute Stadel mit Stallung, ersterer mit Bretterumfassung bestanden, letzterer von Bruchstein aufgeführt u. beide Gebäulichkeiten mit einem Legschindeldache versehen gewesen.
Das Resultat der Besichtigung u. Schadenserhebung vide Tab U sub Nr. 9
Unterschrift Josef Lomer"
Auf dem folgenden Ausschnitt kann man das verheerende Ausmaß des Brandes im Bereich des heutigen Pfeffergrabens erkennen.
Und so radikal wurde nach dem Brand der Straßenzuschnitt in diesem Bereich verändert. Da mit ganz wenigen Ausnahmen die Häuser in diesem Bereich alle aus Holz gebaut gewesen waren, konnte dies auch sehr relativ einfach vom "Reißbrett" in die Wirklichkeit übertragen werden.
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| StadtA Kötzting AA V 84 1867 Plan nach dem Marktbrand Straßennamen |
Die heutige Holzapfelstraße wurde nun als Schulhaus-Straße umbenannt, der damalige Pfeffergraben verschwand komplett, er wurde ersetzt durch das schmale Schulhausgasserl. Der heutige Pfeffergraben hieß Pfeffergrabengasserl und die heutige untere Marktstraße war damals die Chamer Straße.
Im Umschreibebuch des Jahres ab 1860 kann man erkennen, dass ein sehr häufiger Besitzwechsel eingetreten ist.
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StA Landshut Grundsteuerkataster 5060
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Es sieht sogar so aus, dass Lommer Josef - ein Josef Lommer ist später als Taglöhner in Kötzting aktenkundig und der Vater verstarb ja 1872 verarmt als Spitalpfriemdter - das Haus gar nicht mehr aufgebaut hat, sondern direkt die Brandstätte veräußert hat, denn im Datenblatt kann man erkennen, dass dem Nachfolger Anton Dimpfl das Grundstück am 7. Juli 1868 verbrieft worden ist.
Dimpfl Anton und Filomena Haselsteiner
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| StA Landshut Grundsteuerkataster 5050 |
Durch die neue Wegeführung zusammen mit den neu errichteten Häusern ergaben sich dann aber auch Probleme in den hängigen Gelände, weil sich damit auch alte Wegerechte und Wasserabflussmöglichkeiten verändert hatten.
Im Jahre 1872, also nach dem Neuzuschnitt der Kötztinger Straßen v.a. in dem Bereich des Pfeffergraben und der heutigen Holzapfelstraße kommt es zu einem Nachbarschaftsstreit wegen all dieser Problemfelder
Hier zur Erläuterung des Streits die jeweiligen Hausbesitzer zu der Zeit
Probst auf der 113(b)
Dimpfl auf 114
Fink auf 115
20. Dezember 1872: Erscheint der Flößer Josef Fink und erklärt: Wegen der Fahrt von meinem Hause hinter dem meines Nachbarn Dimpfl weg, welche mir letzterer verwehrt verlange ich Augenschein durch eine magistratische Commission, um sodann eventuell Klage stellen zu können.
Augenschein Protokoll: Der vorgenommene Augenschein ergab folgendes. Hinter dem Hause des Fink und Dimpfl zieht sich gegen das Anwesen des Probst zu ein schmaler, ferner an die Straße angrenzenden Platz hin, welcher jeder der genannten Anwesen als Ab- bzw. Zufahrt dient.
Dimpfl hat auf seinen Platz einen Düngerhaufen aufgelegt, welche die Ab- und Zufahrt zu Fink hindert. Die Frage, ob diese Düngelagerung gestattet werden kann, soll im Vergleichswege gelöst werden und soll deshalb ein Sühneversuch anberaumt werden.
16. Jänner 1873: Erscheint Herr Anton Dimpfl, Hutmacher dahier und erklärt: zwischen meinem und dem Hause des Probst läuft das Wasser von oben herab durch und über meinen Grund der abhängige Lage gemäß auf jenen des Probst. Letzterer vermacht nun den Abfluss des Wassers, so dass Letzteres auf meinem Grund stehen bleiben muss. Aber nicht genug damit, wirft er einen förmlichen Wall auf, unterminiert meinen Zaun, schlägt Pfeiler u dgl ein , kurz geriert sich, als ob ich gerade mit mir tun müsste lassen was er wollte.
Ich bitte nun dringend um Augenscheinnahme, da ich , wenn heute Regenwetter eintritt, vom Wasser geradezu überschwemmt werde. Ich bemerke hierbei, dass das Ganze lediglich nur aus Bosheit drüben geschieht, weil ich mit seinem Schwager Fink wegen einer Fahrt in Differenzen bin. Es kam trotz großer Bemühungen kein Vergleich zustande.
2. Juni 1874: Erscheint Binder Probst und erklärt: Beim Vergleiche am 20. Januar 1873 wurde bestimmt, dass Dimpfl einen Kanal zum Abfluss seines Wassers herstellen lassen muss. Dieses ist bis jetzt noch nicht geschehen und ich habe immer das Wasser im Hofe, auch läuft dasselbe in den Brunnen. Ich ersuche nun, den Dimpfl nochmal aufzufordern, ob er den Kanal herstellen will oder nicht. Außerdem bin ich gezwungen die Sache weiter zu verfolgen. -
9. Juni 1874: Herr Dimpfl erklärt: Nach dem schriftlich am 20. 1. 73 vor dem Vermittlungsamte abgeschlossenen Vergleiche habe ich lediglich mein Hauswasser abzuleiten, was auch geschehen ist. Ich habe eine Rinne anbringen lassen, nun läuft das Wasser neben meinem Hause vorüber rückwärts in den Straßengraben.
Dagegen kommt vom Schulhause her bei starken Regen viel Wasser, weil die Schulgemeinde den Kanal noch nicht hergestellt hat, wie dieses im Protokoll vom 20. 1. 73 bestimmt ist. Dieses Wasser läuft natürlich hin wo es will und kann ich nicht dafür, wenn dieses Wasser zum Probst läuft, er muss Klage gegen den Magistrat als Schulverwaltung einreichen.
Im Umschreibeheft finden sich unter dem Jahre 1869 gleich drei bemerkenswerte Einträge zum Hutmacher Anton Dimpfl:
10.3.1869: „Dimpfl Anton und dessen Braut Leßzkeur Josefa >>> Ehevertrag“
8.4.1869: „Nun Rücktrittehevertrag“
19.8.1869: „Dimpfl Anton und dessen 2. Braut Tischner Philomena mit Ehevertrag“
Was es mit dem letzten Eintrag auf sich hat, lässt sich verhältnismäßig leicht klären:
Am 1. September 1869 heirateten der Hutmacher Anton Dimpfl, Sohn des Metzgers Johann Dimpfl und dessen Ehefrau Barbara, geborene Koller, und die Mesnerstochter Filomena Haselsteiner aus Weißenregen, eine verwitwete Tischner.
Rätselhaft bleibt dagegen der erste Eintrag mit der „Josefa Leßzkeur“ beziehungsweise „Leszkier“ in ihren verschiedenen Schreibweisen.
Für eine solche Frau findet sich weder ein Sterbeeintrag, der ein plötzliches Unglück erklären könnte, noch ein passender Heiratseintrag. Auch die später im Jahre 1907 heiratende Josepha Leszkier dürfte mit der geplatzten Verbindung von 1869 kaum identisch sein.
Interessant ist allerdings ein Hinweis aus einem Taufeintrag: Bei der Geburt dieser jüngeren Josepha Leszkier im Jahre 1886 in Kötzting erscheint als Taufpatin eine „Josepha Leßzkier, Pfarrhaushälterin in Blaibach“.
Damit verdichtet sich der Eindruck, dass hinter dem „Rücktrittehevertrag“ wohl weniger ein Schicksalsschlag als vielmehr ein persönlicher Entschluss stand. Offenbar wurde die bereits vertraglich vorbereitete Hochzeit zwischen Anton Dimpfl und Josepha Leßzkier noch vor der Trauung wieder aufgehoben — ein Vorgang, der zwar selten auftaucht, aber eben doch vorkam.
Was es nicht alles gibt.
Am 9.9.1869 jedenfalls bezahlte der Hutmacher Anton Dimpfl 24 Gulden das Kötztinger Bürgerrecht. und wird im Kötztinger Gewerberegister als Hutmacher eingetragen mit dem Zusatz: "will das Geschäft ohne Gesellen betreiben, ohne Laden"
In einem Bauantrag eines seiner Nachbarn ist im Jahre 1884 oben rechts - vlt nur schwer zu lesen - das Haus des " Schuhmachers Dimpfl" eingetragen
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 21 Nr. 3141 Lang Josef 1884 |
Der Name "Dimpfl" hat natürlich in Kötzting einen besonderen Klang (Siehe die Häuserchroniken der alten Hausnummern 22 und 24) und es war schon interessant, herauszufinden, ob zu diesem Familienzweig eine Verbindung besteht.
Als im Jahre 1888 eine Frau Babette Mühlbauer - Gastwirtswitwe in Kötzting und in erster Ehe verheiratete Dimpfl - verstirbt befinden sich unter ihren Erben auch "unser" Anton Dimpfl
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| StA Landshut Rep 166N-12 Schachtel 31 Nr. 60 Dimpfl Babette von 1888 |
"
Babette DImpfl - 65 Jahre 8 MOnate - Gastwirts und Metzgermeisterswitwe - verwitwet - am 14.Juni 1888 nachmittags 4 1/2 Uhr - in Kötzting im Haus Nummer 116, sonst wohnhaft in Kötzting Hausnummer 24."
Zu den erbenden Kindern:
Mühlbauer Anna Gastwirtin in Weißenregen
Anton Dimpfl, Hutmacher hier,
Johann Dimpfl, Bezirksamtsschreiber
Babette Dimpfl, ledig hier
Heinrich Dimpfl, Gastwirt in Aschaffenburg
Xaver Dimpfl, Gastwirt in München
Kathi Dimpfl, Tochter de verstorbenen gg Dimpfl dahier, minderjährig: Vormund Anton Dimpfl, Hutmacher dahier
Decker Franz Paul
Der nächste Besitzübergang verlief lt Umschreibeheft über eine Versteigerung des Besitzes und der neue Eigentümer wird im Dezember 1884 Franz Paul Decker. Ein fast identischer Lageplan eines Bauantrages wie kurz zuvor, nur eben jetzt im Jahre 1885, zeigt uns den neuen Besitzer.
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 21 Nr. 3151 Haas Anton Neubau Fassade |
Die genauere sehr umfangreiche Geschichte, Herkunft des Franz Paul Decker kann in der Häuserchronik der alten Hausnummer 96 - früheres Kaufhaus Gartner - nachgelesen werden.
Dieses Haus war das eigentliche Stammhaus der Decker-Familie, auch wenn "der Decker" später zum Hausnamen des Hauses am Marktplatz geworden ist.
Es ging munter weiter mit dem Besitzerwechsel:
Am 31.8.1885 werden Breu Josef und Katharina durch Kauf die neuen Besitzer, danach folgen am 222.6.1891 Ehrle Johann Baptist und wenige Monate später am 11.10.1894 das Ehepaar Alois und Barbara Steininger, die das Haus ein halbes Jahr später an Theres Straßer verkaufen.
Als letzte Besitzerin im Umschreibeheft steht dann eine Vogl Franziska, die am 28.11.1896 das Haus gekauft hat.
Die Lücke dieser munteren Käufe und Verkäufe lässt sich nicht vollständig schließen, aber aus dem Jahre 1922 gibt es einen Bauakt, der uns einen schönen Blick auf das Haus gewährt, wie es damals von einem Holzhändler Franz Dattler gebaut wurde.
Franz Dattler
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| StA Landshut Rep 162-8 Sch. 25 Nr. 3593 Michael Dattler Wohnhaus 1922 Hanr 114 |
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| Der Bauplan wurde damals vom Kötztinger Techniker Weininger entworfen. |
Fotos gibt es nur wenige, die uns eine gewisse Bauentwicklung des Gebäudes zeigen können. In den 80er Jahren wurde - im Zusammenhang mit den geplanten Sanierungen der Straßen in der Stadt die Holzapfelstraße systematisch abfotografiert.... allerdings wohl nur mit einer minderwertigen Ausrüstung und ohne die Negative aufzuheben. Ein Scan von den Bilderabzügen ist idR eher schwach in der Auflösung.
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| Sammlung Stadt Bad Kötzting |
Von Josef Barth sen. haben wir eine Bilderserie in unserer Sammlung, die dieser von seinem Schlachthaus - zwei Häuser weiter oben und heutzutage das Wohnhaus des Michael Irlbeck gleich bei der Einfahrt zum neuen Parkhaus - gemacht hat und im Hintergrund das Haus mit abgebildet hat.
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| Foto Josef Barth sen. |
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| DIA-Repro 3044 das Schulgasserl mit der Rückseite des Gebäudes |
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| DIA-Repro 3402 |
Und dann möchte ich nicht unterlassen, eine wichtige Person zu erwähnen, die in diesem Hause gewohnt hat, den Kötztinger Wasserwart Sepp Schedlbauer:
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| DIA-Repro 2149 |
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| Detail aus: Luftaufnahmen Serwuschok: hier das ganze Ensemble, sicherlich ein kleines Kötztinger Idyll in Ruhe und Beschaulichkeit |
Auch vom Architekten Siegi Wild gibt es eine Aufnahmenserie, die dieser im Zusammenhang mit mehreren Straßenausbauprojekten gemacht hat und darauf findet sich auch diese Aufnahme der Holzapfelstraße:
Und zum Abschluss noch einmal eine Aufnahme in Bewegung, als zu Anfang der 80er Jahre der Kötztinger Burschenverein in Zusammenarbeit mit dem Trachtenverein damals noch händisch den Kötztinger Maibaum aufgestellt hat und diesen die Holzapfelstraße herauftransportiert hat.
Auch hier ist aber leider das Haus nur als Kulisse im Hintrergrund zu erkennen.

🗺️ Kleines Suchspiel zum Schluss:
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Er verbirgt sich in der Markergruppe
Kötztinger Häuserchronik 
Viel Freude beim Entdecken!
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