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Montag, 19. Januar 2026

Erinnerungen an Alt-Kötzting Nr. 64 das Baywa Lagerhaus

 In der Bildersammlung des Stadtarchives befinden sich viele Beispiele von damals tagesaktuellen Veranstaltungen oder Berichten über Handel und Gewerbe, die uns einen kleinen "Blick zurück" erlauben; zurück auf Menschen, die schon lange verstorben sind oder Orte und Plätze, die es ebenfalls schon lange nicht mehr gibt. Mit dieser Reihe an Blogbeiträgen soll diese Erinnerungskultur ermöglicht werden; eine Erinnerung an ein Kötzting mit viel Handel, Handwerk, Vereinsleben und Gasthäusern, mit Jahrtagen,  Bällen, und vor allem mit Menschen. Hier ein Rückschau ins Kötzting von vor 50 Jahren.
Aus dem Kretschmerarchiv stammten die folgenden Bilder des damaligen Komplexes das Baywa mit Lagerhallen und Werkstätten.

Die Baywa


Foto Kretschmerarchiv  Nr. 446


Foto Kretschmerarchiv  Nr. 446



Foto Kretschmerarchiv  Nr. 446



Foto Kretschmerarchiv  Nr. 446



Jahre später - 1972 entstand das folgende Bild für die Kötztinger Umschau:

Und als es im selben Jahr zu Bauernprotesten kam, machten die Vertreter des Bauernstandes ihren Unmut vor der Einfahrt des Lagerhauses kund.Die Bauern protestierten damals für bessere Preise vor dem Baywa-Gelände beim Bahnhof.


2. vl Plötz Wendelin

Zum Schluss noch ei Ausschnitt aus einem Luftbild aus der Sammlung Serwuschok, der belegt, wie umfangreich das Gelände des Lagerhauses damals gewesen war.

Serwuschok Sammlung Luftbilder mit dem Baywa Lagerhaus - rechts unten der Lokschuppen und links oben das Fernmeldeamt hinter dem Postamtsgebäude.

Seit Herbst 2025 gibt es darüber hinaus eine besondere Neuerung: die Interaktive Karte Kötztings. Auf ihr sind alle bisherigen Beiträge zur Häuserchronik sowie zahlreiche weitere historische Themen direkt in einer Stadtkarte verortet. Jeder Marker führt mit einem einzigen Klick zu den passenden Blogbeiträgen – übersichtlich, schnell und jederzeit abrufbar.
Die Karte funktioniert auf jedem PC und auch auf Mobilgeräten. Wer möchte, kann sie sogar als kleine App auf dem Smartphone speichern und wie ein eigenes Programm starten.

Wer neugierig geworden ist und sich auch manche Beiträge über andere Kötztinger Anwesen ansehen möchte, kann die Karte hier öffnen:    🗺️ Interaktive Karte Kötzting öffnen




Freitag, 16. Januar 2026

100 Jahre Kraftwerk am Höllenstein

100 Jahre Kraftwerk am Höllenstein – ein Jahrhundert Energiegeschichte

Vor genau 100 Jahren ging eines der bedeutendsten technischen Großprojekte Niederbayerns in Betrieb: das Kraftwerk am Höllenstein. In den Jahren 1924/25 erbaut, war es zur Zeit seiner Fertigstellung die größte Talsperre Bayerns – ein Meilenstein moderner Energieversorgung. Mit seiner imposanten Staumauer, dem künstlichen See und einer Leistung von rund 3.000 Kilowatt lieferte das Kraftwerk Strom weit über die Region hinaus – bis nach Straubing und in große Teile Niederbayerns. Möglich wurde dieses außergewöhnliche Bauwerk in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit nur durch technisches Können, Mut und den gemeinsamen Einsatz von Kommunen und Behörden. Das Kraftwerk prägte nicht nur die Landschaft des Schwarzen Regens, sondern wurde zu einem entscheidenden Motor für die industrielle Entwicklung in Niederbayern und der Oberpfalz.

Aus der Bauphase der Jahre 1924 und 1925 haben sich im Stadtarchiv einige seltene Fotografien erhalten. Sie geben spannende Einblicke in die Entstehung dieses Jahrhundertbauwerks – und erzählen von einer Zeit, in der Ingenieurskunst und Zukunftsoptimismus Geschichte schrieben.

Ein Blick zurück auf 100 Jahre Energie, Technik und regionalen Aufbruch. 





Foto Josef Bock 1942 

Vermischte Nachrichten.

Kötzting, 18. Jan. Das Kraftwerk am Höllenstein bei Kötzting im Schwarzen Regen im Bezirk Viechtach ist fertiggestellt und am 14. d. M. in Betrieb genommen worden. Es liefert Strom an die Stadt Straubing und die Niederbayer. Überlandwerke für den Kreis Niederbayern. Das Kraftwerk ist z. Zt. die größte Talsperre in Bayern. Es nutzt den Schwarzen Regen zwischen Viechtach und Kötzting aus und leistet bei einem Gefälle von 12,5 m rund 4000 PS = 3000 KW. Die Jahresarbeit beträgt unter Berücksichtigung der mittleren Wassermengen ca. 13 Millionen Kilowattstunden.
In dem Kraftwerk sind eingebaut: 3 vertikalachsige Strahlwasserturbinen mit 250 Umdrehungen pro Minute von je 10 cbm/sec. Wasserverbrauch und einer Einzelleistung von 1340 PS; 3 Drehstrom-Schirmgeneratoren mit direkt angekuppelter Erregermaschine für 110/50 Volt Spannung, 1200 KVA Dauerleistung, cos φ = 0,7, ca. 250 Umdrehungen pro Minute; 5250 Volt; 3 selbsttätige Drehstrom-Delta-Transformatoren à 1200 KVA; 250/20700 — 21800 — 22900 Volt; 31,8/13,2 Ampere; Schaltanlage als Doppelammerschienensystem; 500/20000 Volt für 6 abgehende Leitungen. Das Einzugsgebiet des Kraftwerkes beträgt an der Sperrstelle 830 qkm bei einer mittleren Niederschlagshöhe von 815 mm. Die zum Abfluss gelangende Wassermenge wird mit 55 % der Niederschlagsmenge angenommen. Durch den Bau der 16 m hohen Betonstaumauer und Absenkung des Wasserspiegels unterhalb der Mauer wird eine mittlere Stauhöhe von 12 km erzielt. Durch die Sperrmauer wird ein künstlicher See von fast 6 km Länge und einer Breite von über 300 m gestaut. Bei einer mittleren Stauspiegeloberfläche von etwa 468.000 qm steht eine Wassermenge von rund 1.400.000 cbm zur Verfügung. Die größte Hochwassermenge beträgt 500 cbm/sec. Diese wird abgeführt durch den Grundablass mit 2 automatisch verschließbaren Reißschützen und 4 Doppelreihschützen von je 8 m lichte Weite und 8,4 m Stauhöhe. Erbaut wurde das Kraftwerk in den Jahren 1924/25. Es ist für die Entwicklung der niederbayerischen u. oberpfälzischen Industrie von großer Bedeutung und stellt die Durchführung des Baues in der schwierigen Zeit der Jahre 1924/25 eine hervorragende Leistung dar. Wesentlich gefördert wurde das Unternehmen durch die Übernahme der Bürgschaften der Stadt Straubing und des Kreises Niederbayern für die Bauanleihen. Auch von den staatlichen Behörden usw. wurde das Unternehmen in jeder Beziehung unterstützt und gefördert.…

Aus der Bauphase der Jahre 1924 und 1925 haben wir einige Bilder bei uns im Stadtarchiv:
Quelle: Sammlung Josef Hartmann





Die Ausbildung der Sohle


Vor dem ersten Anstauversuch im Herbst 2025



Ende Dezember 1925 gut zwei Wochen vor der Inbetriebnahme des Kraftwerks am Höllenstein.

Turbinenhaus 


Foto Josef Bock Bild aus dem Jahre 1937


Foto Josef Bock Bild aus dem Jahre 1937

Foto Josef Bock Bild aus dem Jahre 1937



Foto Josef Bock Bild aus dem Jahre 1942

Foto Josef Bock Bild aus dem Jahre 1942


Im Hintergrund stehen die ehemaligen Werkswohnhäuser



Am Ende noch ein schönes Bild aus neuerer Zeit:

Foto Haymo Richter

Gegenüber der ursprünglichen Kraftwerksleistung hat sich eigentlich nichts verändert in den letzten 100 Jahren.
Genau 100 Jahre später: 18.1.2026:

Foto Michael Schwind 


🗺️ Ein Tipp zum Schluss:
Seit Herbst 2025 gibt es außerdem die interaktive Karte Kötztings.
Dort sind Beiträge zur Häuserchronik und viele weitere historische Themen direkt im Stadtplan verortet – jeder Marker führt per Klick zum passenden Blogbeitrag.
Die Karte funktioniert am PC ebenso wie auf dem Smartphone und kann sogar als kleine App gespeichert werden.
Auch dieser Beitrag kann bereits auf der Karte gefunden werden durch die
Markergruppe "Rund herum um Kötzting" am PC oder durch den den schwarzen Marker am Handy

👉 Interaktive Karte Kötzting öffnen    🗺️ Interaktive Karte Kötzting öffnen


Montag, 12. Januar 2026

Ein Heimatabend des Kötztinger Trachtenvereins

 Die folgende Bilderserie über einen Heimatabend in der Jahnhalle Bad Kötzting stammt aus dem Kretschmerarchiv. Mit dem in den 1960er Jahren einsetzenden Fremdenverkehr wurden in vielen Orten solche Tanz- und Brauchtumsabende der Trachtenvereine angeboten. Sie gehörten fest zum touristischen Programm – und waren stets gut besucht, nicht nur von Gästen, sondern auch von Einheimischen.
Die Aufnahmen aus der Kötztinger Jahnhalle zeigen eine lebendige Veranstaltung mit vielen bekannten Gesichtern und geben einen schönen Einblick in diese Zeit des kulturellen Aufbruchs.
Wir würden uns natürlich freuen, wenn sie uns - zusätzlich zu den erkannten Personen - weitere Namen nennen könnten.


Vitus Irrgang als "Hochzeitslader" und  „Conférencier“. Links im Hintergrund mit der Tuba: Sepp Pemmerl.

Schedlmeier Sepp und Schindler Werner

Xaver Klein, Lederdorn, Musikant und Jodler

Herr Sperl und Frau Zahorik

Herr Sperl und Frau Zahorik

Herr Sperl und Frau Zahorik - Emberger

Zitzelsberger



Bildmitte Rabl Franz


Bildmitte Rabl Franz
Abgang der Tanzgruppe



Tanzfläche frei für alle Besucher

🗺️ Tipp zum Schluss:
Seit Herbst 2025 gibt es außerdem die interaktive Karte Kötztings.
Dort sind Beiträge zur Häuserchronik und viele weitere historische Themen direkt im Stadtplan verortet – jeder Marker führt per Klick zum passenden Blogbeitrag.
Die Karte funktioniert am PC ebenso wie auf dem Smartphone und kann sogar als kleine App gespeichert werden.

👉 Interaktive Karte Kötzting öffnen    🗺️ Interaktive Karte Kötzting öffnen


Freitag, 9. Januar 2026

Lesestammtisch

Einladung zum
 monatlichen Lesestammtisch
des Arbeitskreises Heimatforschung









Was wollen wir im März lesen? 

Im Jahr 1829 startete die Bayerische Regierung eine außergewöhnliche Umfrage: Alle Landgerichte sollten zusammentragen, welche Geschichten, Überlieferungen und „denk- und merkwürdigen“ Orte es in ihren Gemeinden noch gab.
Die Antworten aus Pfarrämtern und Gemeindeverwaltungen eröffnen bis heute einen faszinierenden Blick auf die Ortsgeschichte – voller Erinnerungen, Besonderheiten und Sagen.

👉 Beim nächsten Lesestammtisch werfen wir gemeinsam einen Blick auf die Rückmeldungen aus den Pfarreien Kötzting und Neukirchen b.hl. Blut 

Hier ein kleines Lesebeispiel vom Neukirchener Pfarrer Sonnleitner, der 1830 über seine Pfarrei schrieb:

StA Landshut LGäO Kötzting Nr. 609 

"A
Entstehung der Pfarr und alter Pfarrkirche zu Neukirchen

Wegen feindlichen Überfällen, Feuersbründtsen p.p. wodurch beinahe alle alten Dokumente zu Grund gegangen sind, kann die Entstehung der Pfarr und der alten vormaligen Pfarrkirche nichts angegeben werden, doch müssen sie schon eine lange Zeit vor 1400 bestanden seyn, weil sie in dem Berichte über die hiesige Wallfahrt 1400 alt genennt werden. Sie ist nur säkularisierte Pfarr mit 2 Hülfspriestern zur bischöflichen Diozese Regensburg gehörig. Das Patronatsrecht wird vom Magistrate des Markts Neukirchen ausgeübt. Zu dieser Pfarr gehören der markt Neukirchen mit 1445 Seelen, und 20 Dörfer und Einöden mit 2155 Seelen in Summa 3600.
In dem Dorfe Rittsteig wird alle Sonn- und Feyertage mit Ausnahme einiger Festtage Gottesdienst gehalten....."



.
                         



Alte Schrift? Ja.
Vorkenntnisse nötig? Nein.

📌 Man muss diese Texte nicht fließend lesen können, um dabei zu sein.
Viele hören einfach zu, lesen still mit – und ganz nebenbei lernt man, solche Quellen besser zu entziffern.
Wie immer ergeben sich außerdem zahlreiche Gespräche über andere historische und zeitgeschichtliche Themen.

🕯️ Termin:
📅 Montag, 17. März.  2026
18.30 Uhr
📍 Kneippstüberl – Hotel zur Post

🗺️ Tipp zum Schluss:
Seit Herbst 2025 gibt es außerdem die interaktive Karte Kötztings.
Dort sind Beiträge zur Häuserchronik und viele weitere historische Themen direkt im Stadtplan verortet – jeder Marker führt per Klick zum passenden Blogbeitrag.
Die Karte funktioniert am PC ebenso wie auf dem Smartphone und kann sogar als kleine App gespeichert werden.

👉 Interaktive Karte Kötzting öffnen    🗺️ Interaktive Karte Kötzting öffnen


Donnerstag, 8. Januar 2026

Wo ist das - Suchbilder 2026

Mit dem neuen Jahr starten wir natürlich auch wieder mit unseren Suchbildern. Ein weiteres historisches Foto wartet darauf, verortet zu werden – vielleicht weckt es Erinnerungen oder bringt den ein oder anderen auf die richtige Spur.

 Suchbild 1

Am Rand des Stadtgebiets von Bad Kötzting, fast ein wenig verborgen, liegt dieser stille, idyllische See.
Kennen Sie seinen Namen – und wissen Sie, wo er zu finden ist?


Lösung: Es ist der Steinbachsee rund herum um das Jahr 1960. Foto Kretschmer

Foto Kretschmer: aus diesem See wurde, den starken Höhenunterschied ausnutzend, eine Druckwasserleitung heruntergeführt zum heutigen Hotel Steinbachtal.


Auch hier noch der Hinweis auf das neue Tool der Kötztinger Geschichte(n)
Als ergänzendes Arbeits- und Orientierungsinstrument steht die Interaktive Karte Kötztings zur Verfügung. In ihr sind die Beiträge der Häuserchronik sowie zahlreiche weitere historische Themen räumlich verortet und miteinander verknüpft. Jeder Marker führt direkt zu den zugehörigen Blogbeiträgen und ermöglicht so einen schnellen Überblick über Zusammenhänge, Orte und Entwicklungen.

Die Karte ist sowohl am PC als auch auf mobilen Geräten nutzbar und kann auf Wunsch als App auf dem Smartphone gespeichert werden.
Zur Interaktiven Karte:   🗺️ Interaktive Karte Kötzting öffnen

Montag, 5. Januar 2026

Kötzting versinkt in Schnee und Eis

Schnee, Schnee und wieder Schnee

Vom früheren Kötztinger Hauptlehrer Josef Bock hat sich eine eindrucksvolle Bilderserie aus dem Ende der 1930er Jahre erhalten. Sie zeigt unsere Stadt – damals noch ein Marktflecken – in tief verschneitem Winterkleid. Zu einer Zeit, als es weder kommunalen Schneeräumdienst noch Salzstreuung gab, blieben Straßen und Plätze oft tagelang unter einer geschlossenen Schneedecke verborgen.

Gerade darin liegt der besondere Reiz dieser Aufnahmen: Solche Bilder wären heute kaum mehr möglich. Salz und Splitt würden die klare, ruhige Winterstimmung sofort zerstören, die diese Fotografien so eindrucksvoll einfangen.

Ein besonders stimmungsvolles Motiv führt uns darüber hinaus eine fast vergessene winterliche Arbeit vor Augen: Bis weit in die 1950er Jahre hinein waren im Winter noch die sogenannten „Eiser“ unterwegs, die Eisblöcke aus dem Regenufer schnitten und sie für den Sommer in die privaten Bierkeller einlagerten.

Viel Freude beim Blättern durch diesen winterlichen Bilderbogen aus einer vergangenen Zeit.
Die Fotos tragen alle den Vermerk "Mediencenter LK Cham" weil Josef Bock seine Fotos zuerst in die Kreisfilmbildstelle des früheren Landkreises Kötzting eingebracht hatte, von wo aus sie in den Bestand des Landkreises Cham übergegangen sind.













Und am Schluss noch die Einser am Regen bei der Eisenbahnbrücke.



Als ergänzendes Arbeits- und Orientierungsinstrument steht die Interaktive Karte Kötztings zur Verfügung. In ihr sind die Beiträge der Häuserchronik sowie zahlreiche weitere historische Themen räumlich verortet und miteinander verknüpft. Jeder Marker führt direkt zu den zugehörigen Blogbeiträgen und ermöglicht so einen schnellen Überblick über Zusammenhänge, Orte und Entwicklungen.
Die Karte ist sowohl am PC als auch auf mobilen Geräten nutzbar und kann auf Wunsch als App auf dem Smartphone gespeichert werden.
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