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Freitag, 16. Januar 2026

100 Jahre Kraftwerk am Höllenstein

100 Jahre Kraftwerk am Höllenstein – ein Jahrhundert Energiegeschichte

Vor genau 100 Jahren ging eines der bedeutendsten technischen Großprojekte Niederbayerns in Betrieb: das Kraftwerk am Höllenstein. In den Jahren 1924/25 erbaut, war es zur Zeit seiner Fertigstellung die größte Talsperre Bayerns – ein Meilenstein moderner Energieversorgung. Mit seiner imposanten Staumauer, dem künstlichen See und einer Leistung von rund 3.000 Kilowatt lieferte das Kraftwerk Strom weit über die Region hinaus – bis nach Straubing und in große Teile Niederbayerns. Möglich wurde dieses außergewöhnliche Bauwerk in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit nur durch technisches Können, Mut und den gemeinsamen Einsatz von Kommunen und Behörden. Das Kraftwerk prägte nicht nur die Landschaft des Schwarzen Regens, sondern wurde zu einem entscheidenden Motor für die industrielle Entwicklung in Niederbayern und der Oberpfalz.

Aus der Bauphase der Jahre 1924 und 1925 haben sich im Stadtarchiv einige seltene Fotografien erhalten. Sie geben spannende Einblicke in die Entstehung dieses Jahrhundertbauwerks – und erzählen von einer Zeit, in der Ingenieurskunst und Zukunftsoptimismus Geschichte schrieben.

Ein Blick zurück auf 100 Jahre Energie, Technik und regionalen Aufbruch. 





Foto Josef Bock 1942 

Vermischte Nachrichten.

Kötzting, 18. Jan. Das Kraftwerk am Höllenstein bei Kötzting im Schwarzen Regen im Bezirk Viechtach ist fertiggestellt und am 14. d. M. in Betrieb genommen worden. Es liefert Strom an die Stadt Straubing und die Niederbayer. Überlandwerke für den Kreis Niederbayern. Das Kraftwerk ist z. Zt. die größte Talsperre in Bayern. Es nutzt den Schwarzen Regen zwischen Viechtach und Kötzting aus und leistet bei einem Gefälle von 125 m rund 4000 PS = 3000 KW. Die Jahresarbeit beträgt unter Berücksichtigung der mittleren Wassermengen ca. 13 Millionen Kilowattstunden.
In dem Kraftwerk sind eingebaut: 3 vertikalachsige Strahlwasserturbinen mit 250 Umdrehungen pro Minute von je 10 cbm/sec. Wasserverbrauch und einer Einzelleistung von 1340 PS; 3 Drehstrom-Schirmgeneratoren mit direkt angekuppelter Erregermaschine für 110/50 Volt Spannung, 1200 KVA Dauerleistung, cos φ = 0,7, ca. 250 Umdrehungen pro Minute; 5250 Volt; 3 selbsttätige Drehstrom-Delta-Transformatoren à 1200 KVA; 250/20700 — 21800 — 22900 Volt; 31,8/13,2 Ampere; Schaltanlage als Doppelammerschienensystem; 500/20000 Volt für 6 abgehende Leitungen. Das Einzugsgebiet des Kraftwerkes beträgt an der Sperrstelle 830 qkm bei einer mittleren Niederschlagshöhe von 815 mm. Die zum Abfluss gelangende Wassermenge wird mit 55 % der Niederschlagsmenge angenommen. Durch den Bau der 16 m hohen Betonstaumauer und Absenkung des Wasserspiegels unterhalb der Mauer wird eine mittlere Stauhöhe von 12 km erzielt. Durch die Sperrmauer wird ein künstlicher See von fast 6 km Länge und einer Breite von über 300 m gestaut. Bei einer mittleren Stauspiegeloberfläche von etwa 468.000 qm steht eine Wassermenge von rund 1.400.000 cbm zur Verfügung. Die größte Hochwassermenge beträgt 500 cbm/sec. Diese wird abgeführt durch den Grundablass mit 2 automatisch verschließbaren Reißschützen und 4 Doppelreihschützen von je 8 m lichte Weite und 8,4 m Stauhöhe. Erbaut wurde das Kraftwerk in den Jahren 1924/25. Es ist für die Entwicklung der niederbayerischen u. oberpfälzischen Industrie von großer Bedeutung und stellt die Durchführung des Baues in der schwierigen Zeit der Jahre 1924/25 eine hervorragende Leistung dar. Wesentlich gefördert wurde das Unternehmen durch die Übernahme der Bürgschaften der Stadt Straubing und des Kreises Niederbayern für die Bauanleihen. Auch von den staatlichen Behörden usw. wurde das Unternehmen in jeder Beziehung unterstützt und gefördert.…

Aus der Bauphase der Jahre 1924 und 1925 haben wir einige Bilder bei uns im Stadtarchiv:
Quelle: Sammlung Josef Hartmann





Die Ausbildung der Sohle


Vor dem ersten Anstauversuch im Herbst 2025



Ende Dezember 1925 gut zwei Wochen vor der Inbetriebnahme des Kraftwerks am Höllenstein.

Turbinenhaus 


Foto Josef Bock Bild aus dem Jahre 1937


Foto Josef Bock Bild aus dem Jahre 1937

Foto Josef Bock Bild aus dem Jahre 1937



Foto Josef Bock Bild aus dem Jahre 1942

Foto Josef Bock Bild aus dem Jahre 1942


Im Hintergrund stehen die ehemaligen Werkswohnhäuser



Am Ende noch ein schönes Bild aus neuerer Zeit:

Foto Haymo Richter

Gegenüber der ursprünglichen Kraftwerksleistung hat sich eigentlich nichts verändert in den letzten 100 Jahren.

🗺️ Ein Tipp zum Schluss:
Seit Herbst 2025 gibt es außerdem die interaktive Karte Kötztings.
Dort sind Beiträge zur Häuserchronik und viele weitere historische Themen direkt im Stadtplan verortet – jeder Marker führt per Klick zum passenden Blogbeitrag.
Die Karte funktioniert am PC ebenso wie auf dem Smartphone und kann sogar als kleine App gespeichert werden.
Auch dieser Beitrag kann bereits auf der Karte gefunden werden durch die
Markergruppe "Rund herum um Kötzting" am PC oder durch den den schwarzen Marker am Handy

👉 Interaktive Karte Kötzting öffnen    🗺️ Interaktive Karte Kötzting öffnen


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