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Mittwoch, 11. Februar 2026

EIn Tanzkurs für Standardtänze in den 50er Jahren

 Ende der 1950er-Jahre wurde in Kötzting ein Tanzkurs angeboten, der zahlreiche Paare ins Café Gschaider führte. Dort traf man sich regelmäßig zum Üben – mit sichtbarem Engagement und offenbar auch mit dem Wunsch, diese Momente festzuhalten. Bei den entstandenen Fotografien lassen sich einige der Tanzpaare heute noch erkennen, bei anderen hoffe ich auf Hinweise und Erinnerungen aus der Leserschaft. 

 Dazu von mir gleich noch ein paar Zusatzfragen: 

1. Wer erkennt noch weitere Paare
2. Auf welchem Bild ist möglicherweise der Tanzlehrer
3. Erkennt jemand anhand der (festgehaltenen) Bewegung welche Tänze es gewesen sein könnten?
 4. Bin ich mit dem Cafe Gschaider auf der richtigen Spur? 


Ein Tanzkurs in Kötzting

Kretschmerarchiv Nr. 624

Dr Josef Gartner mit Gattin Annemarie


v.l. Lore und Franz Oexler




Familie Kühlmeyer








Erneut Herr und Frau Kühlmeyer


Nochmal Franz Oexler mit Ehefrau



Hier würde ich sagen wurde der "Twist" eingeübt.

🗺️ Ein Tipp zum Schluss:
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Sonntag, 8. Februar 2026

Als der Fußball wieder rollte in Kötzting - ein kleines Jubiläum

Nach weiteren 50 Jahren, nun,  fast auf den Tag genau vor 80 Jahren, am 6.2.1946 durfte der 1. FC Kötzting sein erstes Punktspiel nach der Wiederzulassung als Sportverein  austragen.
Hier ein Bericht über die schwierigen Umstände und Verhältnisse in dieser Nachkriegszeit.

Sammlung Richter: eine frühe Mannschaft des 1. FC Kötztings ca. um 1949 

Den Anfang der Berichterstattung machte eine kleine Notiz zum runden Jubiläum und so stand am 6.2.1976 in der Kötztinger Umschau ;

Heute vor 30 Jahren: Wieder Fußball nach Punkten

Die Kötztinger Siegesserie begann kurioserweise mit einer Niederlage in Spiegelau

WIR ERINNERN UNS: Am 6. Februar 1946 wurde der Bayerische Fußballverband, Bezirk Niederbayern, in Plattling gegründet. Am 10. Februar die ersten Punktspielfußballwunder, denn Trikots, Schuhe, Netze und Bälle mussten beschafft werden, Spielerpässe gefertigt und zugestellt werden. Motorisierung war ein Kapitel für sich. Einige Mannschaften reisten eben kurzerhand wieder mit Pferdefuhrwerken wie vor dem Krieg.

EIN BLICK in die Chronik des 1. FC Kötzting lohnt sich. Sie wurde vom damaligen Schriftführer und Organisator Franz Oexler vorgetragen und bis ins letzte Detail genau geführt. An Wert und Aussage nicht zu übertreffen. Am 10. Februar 1946 steht vermerkt:

BEGINN DER VERBANDSRUNDE: 1. FC Kötzting – 1. FC Spiegelau 1:3 (1:1); Spielort Kötzting. Laut Spielplanliste sollte dieses Treffen in Kötzting stattfinden. Ein plötzlich eingetretenes Hochwasser macht dies aber unmöglich, da beide Plätze gänzlich überschwemmt sind (Anmerkung der Redaktion: Der zweite Platz war der Ausweichplatz, der sich dort befand, wo in Kötzting die Fa. Winter in den Auwiesen gebaut hat.) Man beschließt lange hin und her, und am Schluss wird nach Spiegelau gefahren. Das Wetter in Kötzting ist trocken, doch in Bodenmais beginnt schon der Schnee und steigt bis nach Spiegelau bis zu einem halben Meter. Große Befürchtungen werden wach, die sich auch später bewahrheiten. Bei Schnee kann unsere Mannschaft nie spielen. Gödecke fällt dabei von vornherein aus. Böhm wurde anlässlich seines Platzverweises in Straubing, zu unrecht für die erste Runde gesperrt. Plötz soll dafür spielen. Alle diese Sachen sind kein gutes Omen für unser Spiel. Dann stirbt der Omnibus ein paarmal ab, die Fahrt dauert stundenlang. So ist es immer, wenn es schnell gehen soll. Zum Tanzabend des Fußballklubs sollten wir doch wieder zurück sein.

UND DER SPIELVERLAUF: Wie schon erwähnt, liegt tiefer Schnee. Der Ball rollt nicht. Spiegelau bringt gefährliche Situationen vors Tor, die ohne Graßl zum Verhängnis geworden wäre. Jackl, der gute Linksaußen der Platzherren, schießt Flanke auf Flanke zur Mitte, einige scharfe Lattenschüsse sind dabei. Die unsrigen stoßen zwar auch durch, aber ohne Erfolg. Greisinger hat sich inzwischen den Linksaußen vorgenommen und kann ihn stoppen. Gödecke dagegen fällt glatt aus. In diesem Schnee kann er nichts machen. Reith schlägt des Öfteren unsicher ab, Jackl ist wieder einmal durchgebrochen, schießt aber wunderbar zur Mitte, wo der Halblinke aus dem Lauf heraus einen Spannschuss unhaltbar ins Tor knallt. Das Verhängnis nimmt seinen Gang. Doch nach einigen Minuten kommt ein kleiner Lichtblick. Rauscher kann sich frei spielen, läuft mit dem Ball zur Mitte und kann ausgleichen. Das Gleichgewicht ist hergestellt und man kann beruhigt die zweite Halbzeit antreten.

DOCH BEI BEGINN fällt Dattler in diesem harten Kampf auch noch aus. Eine Muskelverletzung. Er scheint aber heute nicht den nötigen Kampfgeist zu haben. Als Statist hätte er noch wirken können. Er ging aber ganz ohne Bescheid zu sagen vom Platz. Graßl, als Linksaußen, muss zurückgenommen werden und spielt jetzt Läufer. Damit wächst der gegnerische Druck. Wensauer gibt sein Bestes, aber es ist nichts mehr zu ändern. Zweimal kommt der Gegner noch zum Zug. Mit 3:1 müssen wir das Spielfeld verlassen.

DIE AUFSTELLUNG: Graßl Hans, Raith Hans, Wensauer Max, Greisinger Toni, Röhrl Karl, Dattler Hans, Rauscher Schorsch, Gödecke Otto, Rösch Hans, Plötz Fritz, Graßl Fritz.

Soweit der Chronist. Der FC Kötzting aber, der schon in den Vorbereitungsspielen, während der Bayerwaldmeisterschaft und bei den Pokalspielen hatte aufhorchen lassen, eilte später dann auch von Sieg zu Sieg. Die Fußballer der ersten Stunde setzten Maßstäbe, die Gültigkeit behalten haben. Von diesen Spielern spricht man heute noch nach genau 30 Jahren.

Nur zehn Tage danach rief Haymo Richter die früheren Spieler und viele Wegbegleiter des niederbayerischen Fußballs nach Kötzting – und zahlreiche kamen, um gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen und alte Freundschaften aufzufrischen und Frau Renate Serwuschok selber berichtete von dem unterhaltsamen Treffen.


 

 Gastgeber und Gäste

Die Idee war gut. Haymo Richter darf zufrieden sein. Der Einsatz hat sich gelohnt. Die „Ehemaligen“ aus der Nachkriegsgeschichte des Kötztinger und Niederbayerischen Fußballs trafen sich mit den derzeit Verantwortlichen zu einem gemeinsamen Rückblick. Die Teilnehmer und ihre Funktionen:

Schorsch Huber, Bezirksspielwart und Geschäftsführer des Bayerischen Fußballverbandes, Bezirk Niederbayern, aus Dingolfing. Fritz Costa, Fritz Graßl und Karl Bergbauer, Schiedsrichterobmänner. Sepp Schwarz und Josef Held, Gruppenspielleiter. Karl Früchtl, Schriftführer im BLSV. Jugendgruppenspielleiter und Kreisjugendleiter Otto Wiener.

Franz Oexler, Max Kellner, Willy Pagany und Schorsch Barth (für seinen verstorbenen Vater Josef Barth), sämtliche Mitglieder der ersten Vorstandschaft des FC Kötzting nach dem Kriege. Wolfgang Ludwig, Karl Röhrl und Hans Rösch, Spieler der Mannschaft aus dem Jahre 1946, die am 10. Februar das erste Punktspiel nach dem Kriege austrug.

Max Vielberth, Schriftführer des FC Viechtach seit 25 Jahren, 2. Vorsitzender Baumgartner und Spieler Paukner.

 


Ein Gruppenbild (wenn auch ohne Dame) von historischem Wert in Rückschau und Ausblick: v. r.: Haymo Richter, Schorsch Huber, Sepp Held, Fritz Graßl, Fritz Costa, Karl Bergbauer, Sepp Schwarz, Karl Früchtl und Otto Wiener.


30 Jahre danach noch immer 1:0 für die alte Fußballgarde

„Blick zurück ohne Zorn“ mit einem lachenden und einem weinenden Auge / Geschichten, die Geschichte machten

Kötzting (na). Dreißig Jahre Fußball nach dem Kriege. Am Freitag saßen im Hotel „Zur Post“ beisammen, die dieser Zeit begründet und geprägt haben. Männer der ersten Stunde, personifizierter Idealismus, lebende Geschichte und Geschichten. Nostalgie vor realem Hintergrund, dankbares Erinnern, Rückblick mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ein großes „Weißt Du noch“, das die Vergangenheit beschwor, in die Gegenwart hineinwirkte und von dem auch noch die Zukunft profitieren wird. Die Maßstäbe, die damals gesetzt wurden, haben unvermindert Gültigkeit, obwohl zwischen 1946 und 1976 Fußballwelten liegen. Aber das runde Leder rollt wie eh und je. Und die Gruppen, die zu Beginn am Ball waren, stehen auch jetzt noch nicht im Abseits. Gruppenspieler Haymo Richter hatte sie zusammengerufen, und alle, alle kamen, sogar der Spielwart und Geschäftsführer des Bayerischen Fußballverbandes, Bezirksniederbayern, Georg Huber aus Dingolfing mit seiner Frau Emmi, von deren Kochkünsten und dem leckeren „Lüngerl“ die Kötztinger Kicker-Veteranen heute noch genüsslich schwärmen!

v.l. Bezirksspielwart Huber - Richter Haymo - Pagany Willi


Es wurde ein Abend ohne strenges Element, ohne starres Protokoll. Der Initiator Haymo Richter war ein aufmerksamer Gastgeber. Er begrüßte die Gleichgesinnten in der Herzlichkeit, die unter alten Freunden selbstverständlich ist, und hieß sie in dieser Runde mit einem Danke für ihr jahrzehntelanges Verständnis im fußballsportlichen Alltag willkommen. Geschenke wurden getauscht.


 Fritz Costa war erst wenige Tage vor dem Termin 65 Jahre alt und gefeiert worden.



Costa Fritz

 

Amtsrat Fritz Costa nur vom Titel her „in Ruhe“

Morgen feiert er seinen 65. Geburtstag / Dem Sport immer noch aktiv verbunden


Kötzting (na). Die Zeit vergeht. An seinem 60. Geburtstag stand Amtsrat Fritz Costa noch im Stress des Berufslebens, seinen 65. am morgigen Sonntag kann er bereits als Pensionist begehen. Die obligatorische Bezeichnung „in Ruhe“ dürfte bei ihm allerdings nur Bestandteil des Titels, nicht geübte Realität sein, denn der erfahrene Kommunalbeamte ist noch weit entfernt vom Lehnstuhl als dem sprichwörtlichen Alterssitz. Seine Erfahrung und sein Rat blieben gefragt, von seinen Kenntnissen profitiert jetzt auch das katholische Pfarrbüro, in dem er wertvolle Dienste leistet.

In Kötzting geboren, hielt er seiner Vaterstadt bis heute die Treue, ohne sich und seine Entwicklung durch die Verbundenheit mit der Heimat irgendwelche Grenzen setzen zu lassen. Weltoffen meisterte er die Aufgaben, die er sich selber und die ihm das Leben stellte. Seine Verwaltungslaufbahn nahm im hiesigen Rathaus ihren Anfang und führte ihn auch wieder hierher zurück. Und als sich der Kreis schloss, durfte er die Früchte seiner Arbeit ernten, war ihm Erfolg beschieden, wurde sein Einsatz zuletzt mit der Ernennung zum Amtsrat gewürdigt. Lohn für eine Pflichterfüllung über das Mittelmaß hinaus, Dank für Fleiß und Verlässlichkeit, Anerkennung für Wissen und Können.

Trotz seines beruflichen Engagements fand Fritz Costa immer wieder Zeit, als begabter Laienspieler und Regisseur bei Theateraufführungen mitzuwirken, die Besucherrekorde zu verzeichnen hatten und an die sich die älteren Kötztinger ebenso gern wie wehmütig erinnern. „Das gab’s nur einmal, das kommt nicht wieder …“ Das Kötztinger Pfingstfestspiel hatte in dem erfahrenen Akteur durch zwei Jahrzehnte einen erfolgreichen Spielleiter.

Der Freund und Gönner der Kötztinger Vereine verschrieb sich in besonderer Weise solchen mit sportlichen Ambitionen. Der Bezirks-Schiedsrichterverein hat sich längst schon bei seinem langjährigen „Finanzminister“ mit der Ernennung zum Ehrenkassier bedankt. Die Auszeichnung als Ehrenschiedsrichterobmann macht deutlich, wie eng Fritz Costa auch dem runden Leder verbunden war und ist, wenn er beispielsweise als Schiedsrichterbeobachter auf eigene Kosten während der Fußballsaison jeden zweiten Sonntag nach Viechtach reist, um dort den Unparteiischen von der Bezirksliga aufwärts „auf die Pfeife“ zu schauen, sie zu testen und zu beurteilen. Er dürfte dafür wie kaum ein anderer prädestiniert sein, war er doch selber einmal Spielgruppenleiter, hochqualifizierter Schiedsrichter und Mitglied der Regelkommission des Bayerischen Fußballverbandes.

Was also kann da schon näher liegen, als Fritz Costa zu seinem 65. Geburtstag das zu wünschen, was sicherlich auch seine Frau, seine drei Söhne und deren Familien für ihn erhoffen: dass er weiterhin und in jeder Beziehung „am Ball“ und gesund bleiben möge. Ad multos annos!

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Fritz Costa, nach seiner aktiven Zeit Ehrenschiedsrichterobmann und Schiedsrichterbeobachter, erhielt aus Anlass seines 65. Geburtstages einen Bierkrug überreicht, Georg Huber das Kötztinger Wappen in Wachs, und eingedenk des beliebten Tauschobjektes in den Nachkriegsjahren einen Eimer Marmelade aus der hiesigen Konservenfabrik. Der Bezirksspielwart revanchierte sich mit einer Krawatte des Fußballverbandes, von der er hofft, dass sie bei Haymo Richter den um den Hals geschlagenen Binder im Rautenmuster wenigstens auf den zweiten Platz verdrängen wird. Die Damen durften sich über ein mundgeblasenes Glasschweinchen mit einem Glückspfennig im Bauch freuen. Der 2. Vorsitzende des FC Viechtach, Baumgärtner, hatte dem „Stammgast“ auf unserem Fußballplatz Fritz Costa einen alten Stich mitgebracht und die Bitte geäußert, dass die alte Sportfreundschaft zwischen beiden Städten wieder aufleben möge. Haymo Richter beschwor dann die Stunde Null. Er nannte die Namen derer, die  schuld daran waren, dass es im Januar 1946 wieder losgegangen ist mit dem Fußball, führte zurück zum ersten Punktspiel am 10. Februar vor 30 Jahren in Spiegelau. Improvisation war Trumpf, Kameradschaft das alles entscheidende Fundament für künftige Erfolge. Gemeinsames Schwelgen in der Erinnerung. Jubiläumsstimmung unter Verzicht auf äußeren Aufwand. Fußballerglück weit entfernt von den Millionen der Profis, den Bestechungsskandalen und dem Fehlverhalten der Zuschauer. Es war einmal — eine heile Fußballwelt und Kötzting ihr „Nabel“, nicht zuletzt auch deshalb, „weil’s bei uns immer noch was zu essen gegeben hat!“ Und Holz und Benzin!


Die Damen bekamen als Dank für ihr Verständnis im fußballsportlichen Alltag ein mundgeblasenes Schweinchen mit einem Pfennig im Bauch überreicht.


Marmelade für Marmelade oder 10 000 Plastiklöffel

Davon wusste Franz Oexler ein selbstgereimtes Gedicht zu singen. Es ließ die Schwierigkeiten wach werden und zeigte auf, wie man sich zu helfen wusste durch Tauschgeschäfte, riskante Transaktionen, gewagte Einsätze und blitzgescheite Taktiken in jenen Tagen, in denen es nichts gab als „alte, von der Wehrmacht übriggebliebene Fetzen“. Das Sagen hatte die Militärregierung. Zwei Spieler wurden nur deshalb verhaftet, weil sie den amerikanischen Captain wegen seiner körperlichen Fülle zu belächeln wagten. Später waren sie die besten Freunde! Das waren die Zeiten, „als die Kötztinger noch im ‚Mekka des Fußballs‘ in Dingolfing, um ‚Pässe und milde Gerichtsurteile betteln gingen‘ und in München auf Bezugsscheine, die für die Jugend ergattert worden waren, dann doch ‚bis Schuhgröße 46 eingekauft wurde, weil solche Maße unsere Besonderheit sind‘“. Mit Franz Oexler dachten alle an den „großen Ringtausch“, bei dem alles gegen alles verschoben wurde — Marmelade meistens als Ausgangspunkt — und an die Überraschung, als am Ende wieder Marmelade im Karton oder 10 000 Plastiklöffel!



In der „Mottenkiste des Fußballs“ kramte schließlich auch Georg Huber, ebenso gründlich wie amüsant. Dabei wurden noch einmal die wichtigsten Anlaufstellen markiert, so vor allem die „Benzinquelle“ Sepp Held, die Marmeladenstation in der Kötztinger Konservenfabrik, die Weißwurstküche beim Barth-Metzger, die Bleistift- und Papierausgabe vom Oexler Franz. Eine Episode so köstlich wie die andere, vornehmlich angesiedelt in den damaligen Hochburgen des runden Leders, in Kötzting, Viechtach, Zwiesel und Dingolfing, wo Georg Huber in seinem Gasthaus einmal die Uhr zurückgestellt hatte und — um später seine Gäste vor Verletzung der Sperrstunde zu bewahren (so streng war sie damals während der Besatzungszeit!) — im Saal behielt und ihnen die Langeweile zum Morgen damit vertrieb, dass er sie 5000 Fußballpässe ausstellen ließ. Die Schreibmaschinen fehlten hier überall, auch vom Pfarr- und aus dem Rathaus, ausgeliehen!



Sagenhafte, aber wahre Geschichten, die ein ganzes Buch füllen könnten. Vielleicht sollte sie wirklich einmal geschrieben werden, um sie der Nachwelt zu erhalten als Ergänzung zu den optischen Dokumenten aus dieser Zeit, die nach Hubers, Oexlers und Richters Erzählungen „auf die Leinwand geworfen wurden“. Bilder, die beweisen, dass 600 bis 800 Zuschauer keine Seltenheit waren, die ein Wiedersehen mit alten Freunden und Bekannten bescherten und Verstorbene Kameraden in der Erinnerung noch einmal lebendig werden ließen. Dankbares Gedenken auch an Hans Huber und Schorsch Eckl.

Dann aber wieder fröhliche Reminiszenzen, manche überraschend, eben „Selbsterkenntnis“ („Heut ham ma eben a ganz a andere Figur) und ein „Blick zurück ohne Zorn. ".

Dazwischen Dank und Komplimente, Zufriedenheit bei Bezirksspielleiter Huber, das "der Landkreis    Kötzting zwar nun in der Oberpfalz gekommen, aber im niederbayerischen Fußballbezirk geblieben ist", war einer von vielen Gründen, die Gläser zu erhoben, den weiteren Abend in gelöster Stimmung zu verbringen,  den weiteren Abend in gelöster Stimmung zu verbringen, zu Gottlieb Wensauers  unübertrefflicher Musik ein Tänzchen zu wagen und dabei die Kondition nochmals unter Beweis zu stellen. Alles in Allem ein 1:0. für Haymo Richter und die alte Fußballgarde!


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Freitag, 6. Februar 2026

Das Rotter Priorat in Kötzting im Bayerischen Wald

Veröffentlicht im Buch: Rott am Inn II 
Beiträge zur Kunst und Geschichte der ehemaligen Benediktinerabtei.
Herausgegeben von Willi Birkmeier im Jahre 2002 

Das Rotter Priorat zu Kötzting im Bayerischen Wald

Ludwig Baumann

 

Im Jahre 1983 feierte Rott am Inn "seine" 900-Jahr-Feier und die Stadt Kötzting schickte eine Abordnung nahm nicht nur mit einer großen Abordnung an denn Feierlichkeiten teil,  sondern war selber ein Teil der Festveranstaltung. Hier auf dem Bild zentral der Autor, Ludwig Baumann und neben ihm der damalige Stadtpfarrer Dirscherl.

Wenn die Auflistung des Klosterbesitzes in der gefälschten Gründungsurkunde Glaubwürdigkeit verdient, dann sind die Beziehungen zwischen Kötzting und Rott am Inn so alt wie die Mutterabtei. Einen sicheren Nachweis dafür, unter welchen Umständen das 190 Straßenkilometer von Rott entfernte Kötztinger Land zu den Stiftungsgütern kam, gibt es nicht. Möglich ist dieser Zusammenhang: Der Markgraf von Cham-Vohburg Rapoto IV. heiratete Elisabeth, die Witwe des in der Schlacht zu Höchstädt gefallenen Pfalzgrafen Kuno, und wurde damit Mitglied der Rotter Stifterfamilie. Da er im Besitz des ehemaligen Reichsgutes um Cham war, konnte er seinen Teil zum guten Werk der Klostergründung beisteuern. Es handelt sich um das Gebiet der heutigen Pfarreien Kötzting (ohne Weißenregen), Grafenwiesen, Hohenwarth, Haibühl, Lam und Lohberg. Jedenfalls sind etwa 70 Jahre nach der Klostergründung Rechte und Besitzstand bei »Chostingen« (Kötzting) für die Rotter Abtei unzweifelhaft nachgewiesen – durch ein Schutzprivileg Papst Eugen III. vom 30. März 1151 [3].

Klosterpfarreien

Eine weitere Papsturkunde (vom 4. April 1179), wiederum ausgestellt für das Kloster Rott und unterzeichnet von Papst Alexander III., beglaubigt den Kötztingern eine ecclesia, eine Kirche, heute noch Zentrum einer wehrhaften Kirchenburg [4].

Der zu Beginn des 13. Jahrhunderts in Regensburg regierende Bischof Konrad VI. von Frontenhausen – seine Vorfahren waren mit den Klosterstiftern verwandt [5] – festigte das Band zwischen Rott und Kötzting, als er am 20. Dezember 1224 die Wald-Pfarrei dem Inn-Kloster inkorporierte [6]. Damit hatten die Äbte das Besetzungsrecht und ernannten Welt- oder (später auch) Ordenspriester als Pfarrvikare, die stellvertretend für das Kloster die Seelsorge in der weitläufigen Pfarrei ausübten. Vom Bischof wurden die Vikare nur bestätigt und ins Amt eingesetzt, nicht ernannt [7]. Die von nun an von der Abtei beauftragten Weltpriester mussten sich mit einem eng umschriebenen Einkommen zufriedengeben. Die übrigen Pfarreinkünfte fielen dem Kloster zu [8]. Noch im gleichen Jahrhundert konnte Rott Einfluss und Macht im Kötztinger Land ausbauen. Wieder war es ein Regensburger Bischof, der die neue Entwicklung förderte: Heinrich II., Graf von Rotteneck. Er überließ dem Kloster die Neubruchzehnten im Waldgebiet zwischen den Höhenrücken von Osser, Arber und Zwercheck. Die Neubruchzehnten waren eine jährliche Abgabe aus den Ernteerträgnissen, die von den Siedlern auf den neu gerodeten Gründen erhoben wurden. Der Bischof unterzeichnete das Dokument, das zugleich als die Geburtsurkunde für Lam angesehen werden darf, am 29. Mai 1279. Es informiert uns auch über die weit hinausgeschobene Ostgrenze der Pfarrei Kötzting, die damals das Lamer Gebiet mit den Wäldern bis hinauf auf die Berggipfel einschloss [9].  Der Zehent aus Lam brachte der Abtei noch 1780 jährlich 300 Gulden ein. Ab 1782 gab sich Rott mit 150 Gulden zufrieden, nachdem die Lamer ihre Zahlungspflicht in Frage gestellt hatten [10]. Die Rotter Mönche mussten schon einige Jahre vor 1279 Siedler in den Lamer Winkel geschickt haben. Denn ein Kopialbuch (Sammlung von Urkundenabschriften) des Klosters begründet die Schenkung Bischof Heinrichs mit dem Hinweis, „weil durch unser leuth arbeitsames ausstockern [Roden] viel neubruch [aus Wald gerodetes Ackerland] in der Lamb eröffnet wurde“ [11]. Nach der mündlichen Tradition stammten damalige Siedler aus dem Tirolischen um den Pillersee. Sprachliche Eigenheiten und das beidseitige Ulrichspatrozinium sprechen dafür. Dass aber Benediktinermönche eigenhändig zum Rodungswerkzeug griffen und den Kampf gegen Raubtiere aufnahmen, wie uns ein großflächiges Fresko am Postamtsgebäude in Lam eindrucksvoll weismachen will, muss als idealisierende Überhöhung und ins Heldenhafte überzogene Geschichtsdeutung gewertet werden. Rotter Patres können in Lam nicht einmal als Seelsorger nachgewiesen werden; in Kötzting wirkten sie erstmals und zeitlich begrenzt während der Wirren der Reformationszeit. Das Rodungs- und Siedlungswerk um Lam – „Ausstockern“ nennen die Benediktiner bildkräftig die harte Pionierarbeit – muss rasch vorangeschritten sein. Schon nach einem guten halben Menschenalter hatten die Neusiedler so viel Wald unter den Pflug genommen, Sumpfgebiete in Wiesen umgegraben, so zahlreiche Herd- und Wohnstätten gebaut, dass die Gründung einer eigenen Pfarrei notwendig und finanziell möglich wurde. Der vier- bis fünfstündige Kirchgang nach Kötzting war zu beschwerlich. Die Teilung der Kötztinger Pfarrei und die Erhebung der „vor kurzem im Dorf Lumbnave [Lam] errichteten Kapelle“ zur Pfarrkirche wurde von Bischof Nikolaus am 22. Dezember 1322 mit einer Pergamenturkunde verfügt [12]. Diese neue Pfarrei Lam blieb neben der grundherrschaftlichen Abhängigkeit auch seelsorglich im Einflussbereich des Klosters Rott. Bischof Nikolaus hatte dem Abt ausdrücklich das Recht bestätigt, wie in Kötzting so in Lam, die Pfarrer nach seinem Gutdünken ernennen zu dürfen (Präsentationsrecht).

Auf dem Rathausplatz zu Kötzting: Benediktinerbrunnen von Bildhauer Joseph Michael Neustifter, 1993, die Erinnerung an jahrhundertelange Bindungen zwischen Rott am Inn und Kötzting


Klosterhofmark

Im Jahre 1330 gestand Kaiser Ludwig der Bayer zwölf oberbayerischen Klöstern – darunter auch Rott – als Ausgleich für die in vorangegangenen Kriegszeiten erlittenen Schäden u. a. Steuerfreiheit und die Niedergerichtsbarkeit zu [13]. Damit legte er das Fundament für eine Rottische Klosterhofmark Kötzting, die Abgaben und Steuern der Grundherrschaft verwaltete, Rechtsgeschäfte (z. B. Übergaben) beurkundete, Gericht hielt über „Leut und Gut“, ausgenommen „die drei Sachen“, die mit dem Tod bestraft wurden: Diebstahl, Notzucht, Mord. Verwaltungssitz war Kötzting. Zur leichteren Verständigung in Urkunden, Akten und bei der täglichen Verwaltungsarbeit unterschied man zwischen „Oberaigen“ (Neubruch um Lam) und „Unteraigen“ (Altsiedelland im Kötztinger Raum).
Da Geistliche nach altem deutschem Recht eines weltlichen Vertreters zur Abwicklung von Rechtsgeschäften bedurften [14], bestellte der Abt einen Vogt oder Propst für Kötzting. Das waren bis Ende des 15. Jahrhunderts Herren des benachbarten Adels – die Chamerauer, Sattelbogner, Ramsperger, Nussberger, Hohenwarther [15]. Sie waren zugleich Schutzherren und hatten im Notfall Klosteruntertanen und Klostergut mit der Waffe zu verteidigen. Um 1400 wurden die althergebrachten Rechte der Propstei bzw. Hofmark Kötzting in 15 Artikeln schriftlich niedergelegt („was das Gotshaus zu Rot rechtens hat auf seinem aigen zu Közting und in der Lamb“). Darin werden auch einem Acht-Männer-Rat Mitsprache­rechte bei wirtschaftlichen Fragen, etwa beim Verkauf eines Hofes, und bei der Bußzumessung in Gerichtsfällen eingeräumt – eine Frühform demokratischer Mitbestimmung [16]. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts hielt es das Kloster für ratsam, das Propstei- bzw. Vogtamt dem Landesherrn, Herzog Albrecht IV., „umb merer Schuz willen“ zu übertragen. [17]
An die Stelle der adeligen Pröpste traten nun die vom Herzog mit Billigung des Abtes berufenen Vogtrichter. Bald aber wurde das „klösterliche“ Vogtrichteramt vollends mit dem des Landrichters, des führenden herzoglichen Beamten in Kötzting, zusammengelegt [18]. Damit war das Richteramt der Klosterhofmark (wieder wie vor 1330) in der Hand des Landesfürsten. Die niedere Gerichtsbarkeit ging dem Kloster verloren, die Grundherrschaft blieb ihm noch.

Wallfahrtskirche Schönbuchen, Gemeinde Grafenwiesen: ehemaliges großes Leinwandbild mit einer Widmung des Klosters Rott am Inn an das Gnadenbild von Schönbuchen und an die Rotter Patrone, um 1700. Dieses große Votivbild, damals schon zerschlissen, blieb nicht erhalten, es ist nur als Foto (um 1930) überliefert

 



Grundherrschaft im Markt Kötzting

Als am 11. November 1344 Kaiser Ludwig der Bayer den Kötztingern die Marktfreiheiten bestätigte [19], fanden die Rechte des Klosters Rott in der Urkunde keinerlei Erwähnung. Dies wird in den folgenden Jahrhunderten wiederholt zu Unfrieden, Gezänk und Rechtsstreit führen. So wie den Rotter Benediktinern Grund und Boden in der Hofmark bis hinauf zum Arber gehörten, so fühlten sie sich auch als Grundherren im Markt Kötzting. Und tatsächlich zahlten die Bürger nach Ausweis der Rotter Salbücher regelmäßige Abgaben, wenn der Abt zur jährlichen Stiftzeit nach Kötzting kam oder einen Beauftragten schickte. Im Jahre 1584 flossen beispielsweise 7 Pfund, 7 Schilling und 6 Pfennig Grundsteuer aus dem Markt nach Rott [20]. Das entsprach etwa dem Wert von 190 Arbeitstagen eines Maurers [21].
1609 forderte der Abt eine höhere Grundsteuer. Da muckten die Kötztinger auf. Sie sträubten sich nicht nur gegen die Gülterhöhung, sie sprachen dem Kloster überhaupt das Recht ab, eine solche Steuer zu verlangen. Ja, sie wollten die Rotter Grundherrschaft über den Markt nicht mehr gelten lassen. Als Bürger eines Bannmarkts (Markt mit dem Recht der niederen Gerichtsbarkeit) wähnten sie sich frei und nur dem Landesherrn untertan. Das Kloster beschritt den Rechtsweg und klagte beim Rentamt Straubing. Aus den Streitschriften, die mit großem Aufwand an Schreibpapier und weitschweifigen Worten beider Parteien verfasst wurden, die entscheidenden Argumente und Gegenreden, knapp und im fiktiven Dialog zusammengefasst:
Rotter Benediktiner: In allen Salbüchern wird der jährliche Zins, den die Kötztinger zu zahlen haben, mit dem Fachbegriff „Stift“ (= Pachtgeld) bezeichnet.
Kötztinger Ratsherren: Die Salbücher sind vom Kloster verfasst und haben, da sie einseitig sind, keine Beweiskraft. Im Übrigen zahlen wir keinen Grundzins, sondern nur eine Nebengült (Abgabe).
Benediktiner: Die Bürger begleichen, wie die anderen Hofmarksuntertanen auch, den Zins am Stifttag. Dazu wird ihnen mit der Rathausglocke ein Zeichen gegeben.
Ratsherren: Der gemeinsame Stifttag mit den Grunduntertanen vom Land beweist nichts. Nur um die Nebengült von uns Kötztingern zu kassieren, würde sich die weite Reise des Prälaten nicht lohnen. Und wenn das bislang aus gutem Willen gegebene Glockenzeichen als Beweismittel gegen uns verwendet wird, werden wir es in Zukunft unterlassen. Dann kann der Herr Prälat „seine Stiftleut mit Trumbel und Pfeifen“ herbeirufen lassen. Wir sind vor allem deswegen keine Grunduntertanen Rotts, weil wir noch nie bei Todesfällen oder sonstigem Besitzwechsel Laudemien zu zahlen hatten. Außerdem nimmt bei Gutsverkäufen und Übergaben immer die Marktverwaltung, niemals das Kloster, die Verbriefung und Beurkundung vor.

Die Beamten des Rentamts Straubing waren von den Argumenten der Kötztinger Ratsherren beeindruckt. Am 18. Dezember 1614 wies der Viztum die Klage des Rotter Abtes ab. Damit war dem Kloster die Grundherrschaft über den Markt aberkannt. Endgültig entschieden wurde die Sache erst am 26. August 1641 durch Kurfürst Maximilian, als er den Urteilsspruch des Rentamts bestätigte – die Abtei hatte bei der Münchner Hofkammer Widerspruch eingelegt [22].

Petschaftsiegel der Probstei des Priorats Kötzting, 1688. Stadtarchiv Kötzting II/15


Benediktiner als Nothelfer

Das von 1949 bis 1993 alljährlich aufgeführte Freilichtspiel „Pfingstrittehr“ wollte die Zuschauer glauben machen, dass schon im Jahre 1224 Rotter Benediktiner in Kötzting als Seelsorger wirkten und ein Priorat unterhielten [23]. Davon kann keine Rede sein. Der erste Rotter Pater, der in Kötzting lebte und arbeitete (1552–1584 und 1586), war P. Benedikt Englmair. Nach dem Tod seines Vorgängers war die Pfarrei monatelang verwaist. Marktrat und Pfleger hatten sich in verzweifelten Briefen an die Regierung in Straubing über Abt Benedikt beschwert, dass er ihnen keinen Seelsorger schicke. »Wie das verlassens irrende Vieh ohne einen Hirten« müßten sie leben, »ohne die hochwürdigen Sakrament und christliche Recht«. Die Pfarrei war heruntergewirtschaftet, der Pfarrhof unbewohnbar. Die Einkommensverhältnisse der Geistlichen waren verworren und die Furcht vor der Pest schreckte die Weltpriester ab, nach Kötzting zu gehen. Als der Viztum von Straubing mit Einzug der Gülten und des Zehent drohte, entschloss sich der Abt, erstmals einen Pater seines Konvents auf die Pfarrei zu präsentieren. Pater Benedikt Englmair kam am »Pfinztag nach Septuagesima« (17. Februar) 1552 in Kötzting an [24]. Mehr als drei Jahrzehnte segensreichen Wirkens waren ihm in Kötzting vergönnt. Er brachte die Pfarrei wieder in die Höhe. Als die oberpfälzischen Nachbarpfarreien die protestantische Lehre annahmen, wurde er für den katholisch verbliebenen Rest des Erzdekanats Cham zum Ruraldechanten bestellt [25].

Teile des Volksschauspiels von der "Pfingstrittehr" von Eugen Hubrich, die zu Anfang dieses Kapitels erwähnt wird, wurden von den Kötztingern bei ihrem Besuch in Rott am Inn 1983 aufgeführt. Es ging um die Teile des Festspiels, die die Rotter Mönche betrafen. Bildersammlung -17 - Im Stadtarchiv Kötzting.


1584 »kommandierte«, wie man sich in Rott ausdrückte, das Ordinariat Regensburg den Weltpriester Johannes Schopper nach Kötzting. Pater Englmair musste die Stelle räumen. Die Bistumsleitung wollte offenbar die Pfarrei auf Dauer keinem Ordenspriester überlassen. Schopper aber »hauste nur in seinen Beitl« (Abt Christoph an den Generalvikar) und machte sich zwei Jahre nach Amtsantritt mit dem Geld davon. P. Benedikt Englmair kehrte nach Kötzting zurück, musste aber nach einigen Monaten »die Schuldt der Natur mit dem zeitlichen Tod bezahlen« (5. April 1586) und wurde in Kötzting beigesetzt [26]. Ein weiterer Pater aus Rott, Sigismund Holzmann, bisher Kooperator, übernahm für ein Jahr die Seelsorgsleitung [27].

Dann, 1587, wurde der Abt gedrängt, wieder einen Weltpriester anzustellen: Adam Pettinger. Der stellte, was Unfähigkeit, Untätigkeit, Dreistigkeit und Fehlverhalten anbelangt, alle seine Vorgänger in den Schatten. Nachdem ihn und seinen gleichgesinnten Kooperator Schergen »auf einem Karren verwahrt mit ausführlichem Bericht ihres leichtfertigen Verhaltens« vor das geistliche Gericht nach Regensburg gebracht hatten, setzte ihn Abt Christoph ab, leitete die dringend notwendige Sanierung des Pfarrhofs ein (heute Neues Rathaus) und ernannte Pater Sigismund Holzmann wieder als Pfarrprovisor. Er erwies sich nach dem Zeugnis der Kötztinger als »in allem ehrbar, frumb, still, eingezogen und redlich, wie einen ehrliebenden Priester zu thun gebührt«. Zehn Jahre lang (1587–1597) wurde jetzt die Pfarrei von Rotter Konventualen betreut, dann wurden wieder Weltpriester eingesetzt, bis der letzte, Joannes Camerer, 1634 während der Not des Dreißigjährigen Krieges an der Pest starb.

Das Priorat entsteht

Wieder musste die Abtei, wie in früheren Notzeiten, mit einem Pater aus den eigenen Reihen aushelfen. Freilich gab man P. Georg Weinmayr nicht ungern ab (ernannt am 13. Dezember 1634). An den bisherigen Einsatzorten – in Rott, im tirolischen Pillersee und im oberpfälzischen Nabburg – hatte er sich als streitsüchtig und unversöhnlich erwiesen [29]. Aber er steht am Beginn einer neuen Entwicklung in Kötzting. Nach einer Bittschrift Abt Johanns IV. an den Bischof von Regensburg hätten in früheren Jahren manche der von Rott in Kötzting präsentierten Pfarrer den Freiraum ausgenützt, den die weite Entfernung zum Kloster erlaubte. Weltpriester seien die vereinbarten Abgaben, Ordensgeistliche den klösterlichen Gehorsam schuldig geblieben. Bischof Albert Freiherr von Törring war bereit, die Stellung des Klosters zu stärken, seine Rechte zu sichern – und folglich auch, wie sich zeigen wird, die Einkünfte zu mehren.

Kötzting, Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt.  Meßkelch, gestiftet im Jahre 1737 von Thomas Passauer, Dekan zu Freising. Die Emailmedaillons zeigen die Patrone von Rott am Inn: St. Marinus und St. Anianus


Kötzting, Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt.  Meßkelch, gestiftet im Jahre 1737 von Thomas Passauer, Dekan zu Freising. Die Emailmedaillons zeigen die Patrone von Rott am Inn: St. Marinus und St. Anianus

Am 26. April 1636 bestätigte er dem Abt und all seinen Nachfolgern die alten Rechte und erteilte neue Privilegien. Dabei wurden folgende Vereinbarungen getroffen:

Jeder amtierende Abt kann Kraft seines Patronatsrechts entweder einen geeigneten Weltpriester auf die Pfarrkirche Kötzting präsentieren oder auch – und das war, in dieser Form, neu – einen, zwei oder mehrere Angehörige seines Klosters.

Bevor Religiosen (Mönche) als Seelsorger eingesetzt werden, muss beim Bischof um die Admission (Zulassung) nachgesucht werden. Häufiger Wechsel, besonders beim Pfarrvorstand, ist zu vermeiden.

Wie jedem Abt zusteht, die Seelsorge in Kötzting einem oder mehreren Religiosen anzuvertrauen, so hat er auch das Recht, sie wieder ins Kloster zurückzurufen, eventuelle Vergehen zu bestrafen und Rechenschaft über Lebensweise, Sitte und Wirtschaftsführung zu verlangen.

Die Pfarreinkünfte dürfen von den Patres nach der Anordnung ihres Abtes verwaltet werden. Rechenschaft sind sie aber auch dem Konsistorium und den bischöflichen Visitatoren schuldig [30].

Wie die spätere Entwicklung zeigt, wurde das bischöfliche Zugeständnis, mit dem die Rotter Äbte mehrere Patres nach Kötzting schicken durften, zum Grundstein für ein Priorat, ein Filialkloster. Ob dies ursprünglich die Absicht des Bischofs war, muss bezweifelt werden. Ebensowenig sicher ist, dass das Stift damals schon, während der unsichern Kriegszeiten, eine regelrechte klösterliche Niederlassung plante. Vielmehr muss angenommen werden, dass sich nur schrittweise, etwa im Laufe von drei Jahrzehnten, ein Priorat entfaltete. Nach einem Pflegsbericht wirkten wohl schon im Jahre 1665 drei Patres in Kötzting, „so die Curam haben und eines tauglichen Subiectum sind“, aber erst 1689 wurde der Unterhalt für den dritten Seelsorger durch ein Bestätigungsschreiben des „Geistlichen Rats“ in München gesichert [32].
Im Jahre 1702 konnte das Kloster Rott die Hofmark Grafenwiesen kaufen. Als es zwei Jahre später dort den weitläufigen Ökonomiebetrieb unter eigene Regie nahm, schickte der Abt einen vierten Mönchspriester. Dem wurde die Gutsverwaltung in Grafenwiesen anvertraut. Zudem war er für die Seelsorge in Grafenwiesen-Hohenwarth zuständig und für die aufblühende Wallfahrt zu Schönbuchen [33]. Im Laufe des 18. Jahrhunderts steigerte sich die Zahl der Patres in Kötzting auf sechs, kurz vor der Säkularisation auf sieben [34].
Der Gebrauch des Amtstitels „Prior“ lässt sich mit den Kirchenrechnungen nachweisen, die seit Mitte des 17. Jahrhunderts fast lückenlos erhalten sind. P. Thomas Stifler unterschreibt erst 1671 mit „Parochus et Prior“. In den Jahren vorher finden sich nur die Amtsbezeichnungen „Parochus“, „Pfarrer“, „Pfarrvikarius“. In der Kirchenrechnung von 1689 bekräftigt P. Paul Dippert seine Unterschrift erstmals mit einem Siegel (achteckig, Durchmesser 14 mm, in einem Ovalschild das Rotter Klosterwappen: zwischen zwei Türmen ein Laubbaum, Legende: CLOSTER ROTH P K). Die Initialen P K lassen sich mit Präpositura (Propstei) oder Priorat Kötzting auflösen.
Bleibt noch anzumerken, dass am 11. Dezember 1697 das Kloster Rott seine ausgedehnten Waldungen, Feld- und Wiesengründe mitsamt den Untertanen im Oberen Aigen (Lamer Winkel) gegen Kastengüter bei Aibling und Rosenheim an den bayerischen Kurfürsten vertauschte. Der Besitz des Lamer Winkels war dem Stift verleidet worden, weil Kurfürst Max Emanuel den dortigen Bergbau wieder beleben wollte. Ohne Rücksicht auf die klösterlichen Besitzrechte hatte er der Bergwerksgesellschaft, an der er beteiligt war, die Bergwerksrechte mitsamt den umliegenden Bergen, Tälern, Wäldern und Wassern zugesprochen und den Protest der Rotter in den Wind geschlagen [36].

Gegnerschaft

Interessenkonflikte gab es auch im Markt Kötzting. Hier soll freilich kein einseitiges Bild gezeichnet werden von einem dauernden Gegeneinander zwischen Bürgerschaft und Benediktinern. Aber das gute Ein vernehmen, zweifellos über lange Phasen das Klima beherrschend, gab keinen Schreibanlass und lässt sich archivalisch kaum nachweisen. Stritt dagegen, wenn er gerichtsmässig wurde, produzierte Stösse beschriebener Papiers. Ihm verdanken wir vielfältige Informationen – auch über das alltägliche Leben.

Abt Gregor Mack - vormalig der Kötztinger Prior und Pater, der "Gegenspieler" des Kötztinger Kammerers Wolfgang Samuel Luckner

Zwei intelligente Köpfe gerieten in den 1770er Jahren aneinander, der Prior und der Bürgermeister. Pater Gregor Mack ist 1757 nach Kötzting als Kooperator und Prediger gekommen. Nach zwei Jahren wurde er zum Pfarrvikar und Prior ernannt – er war gerade 29 Jahre alt. Er muss ein grundgescheiter und tüchtiger Mönch gewesen sein. Siebzehn Jahre wirkte er in dieser Doppelstellung in Kötzting. Als 1776 Abt Benedikt II. Lutz das Mutterkloster wegen des aufwendigen Kirchenbaus an den Rand des finanziellen Ruins gebracht hatte und resignieren musste, setzten die Mitbrüder ihre Hoffnungen auf Pater Gregor Mack und wählten ihn zum Abt. Sie wurden nicht enttäuscht. Der Gegenspieler in seiner Kötztinger Zeit, Samuel Luckner, stand ihm in puncto Geschäftssinn und Organisationsgeschick nicht nach. Der Chamer Bürgermeisterssohn und Bruder des bekannten französischen Marschalls Nikolaus Luckner hatte 1736 die Brauerei und Gaststätte in der Herrenstraße übernommen, häufte als kurfürstlicher Hopfenhändler ein beträchtliches Vermögen an und wurde 1769 zum Amtskammerer (Bürgermeister) berufen. Wer damals durch die Kötztinger Herrenstraße der Pfarrkirche zustrebte, konnte die gespannte Atmosphäre mit Händen greifen. Links das weite Geviert der Prioratsgebäude (Pfarrhof und Ökonomie, heute Rathaus und Amtsgericht), rechter Hand hatte Luckner mit neuem Gasthof, Brauerei und Stallungen den Benediktinern ein weltlich-bürgerliches Gegenstück hingebaut. Gegnerschaft – in diese waren beide mit einem Bündel von Streitpunkten verstrickt. Es ging zum Beispiel um landwirtschaftliche Gründe. Luckner behauptete, das Priorat habe sich einen breiten Acker und eine Pointwiese angeeignet, die zum Besitz der Kirchenstiftung gehörten. Diesen und die folgenden Vorwürfe schickte er in dicken Briefbündeln nach Rott und später an die Münchner Hofkammer.

Der Abt fragte – in ebenso weitschweifigen Schriftstücken – bissig zurück, ob die Konventualen etwa an Grundstücke mit Schubkarren oder Ochsenwagen entwenden hätten. Oder – die Benediktiner erschlichen Erbschaften, wenn sie Spitalbewohnern am Sterbebett beistehen. Und sie verlangen ein Drittel der Opferstockgelder. All dies Pater Gregor als altes Herkommen und mit dem unermüdlichen Seelsorgsdienst in der großen Pfarrei verteidigte, hielt Luckner dagegen: „Sy schreiben von Dienst, nicht aber von Lohn und wie viel tausend und tausend Gulden von hier in das Kloster versendet werden.“

Breiten Raum der Auseinandersetzungen nahm der – laut Luckner – Missbrauch der Marktwasserleitung zur Wiesenbewässerung ein. Als sich die Nachbarn, deren Anwesen unter den Prioratsgebäuden lagen, über die vom Ökonomiehof herabfließende Jauche beschwerten, ließ der Prior einen unterirdischen Abflusskanal in Gegenrichtung bis zur klostereigenen Pointwiese graben. Da aber, wie er in seiner Verteidigungsschrift feststellt, der Adel ein schmutziges Wesen hat und den Kanal verstopfen ließ, er einen Teil des Gemeindewassers zum Tränken des Viehs in die Ställe leiten. Mit der Überschwemmung wurde die Jauche in einem Schacht verdünnt und zur Wiese abgeleitet. Diesen Streitpunkt verdanken wir eine detaillierte Grundrisszeichnung vom Priorat mit allen Neben- und Nachbargebäuden, der Wasserleitung und dem Kanal und ausführlichen handschriftlichen Erläuterungen aus der Feder Pater Gregors. Nach einer Restaurierung des alten Pfarrhofs und nunmehrigen Priorats ließen die Benediktiner in Nähe des Eingangs ein Wappen anbringen: zwischen zwei Türmen ein Baum. Dies versetzte Kammerer Luckner in helle Empörung. Ein Laubbaum war das Siegel, Wappen und Hoheitszeichen des Bannmarktes Kötzting. Auf ein Kötztinger Protestschreiben fragte der Abt zurück – wieder mit unverhohlener Ironie: „Darf ein Schuster seinen Stiefel, ein Schneider seine Schär vor seinem Haus aufhenken, warum ich nicht mein Wappen an unserem eigenthumlich zugehörig und durch päpstlichen Spruch incorporiertem Pfarrhof. Luckner konterte, ein Schuster dürfe nicht die Schere des Schneiders als Aushängeschild benutzen und umgekehrt. Hätte er im Marktarchiv nachgesehen, hätte er einen alten Brief von 1688 gefunden, mit dem Prioratssiegel – unübersehbar zwischen Türmen der Laubbäume.

Die Befürchtungen der Kötztinger, Abtei und Priorat wollten die Marktrechte schmälern oder gar an sich reißen, wurden weiter genährt, als 1763 die Bayerische Akademie der Wissenschaften begann, mit der Herausgabe der »Monumenta Boica« die Urkunden des Landes für die Geschichtsforschung aufzubereiten und zugänglich zu machen. Abt Benedikt Lutz und sein Haushistoriker P. Ildeons Ruedorffer förderten das Projekt nach Kräften und stellten die Rotter Materialien bereitwillig zur Verfügung.

Im ersten Band veröffentlichte die Akademie mit den »Monumenta Ratisbonensia« unter dem missverständlichen, ja sachlich falschen Titel »Jura Hofmarchiae Koetzingensis« Anl. 1344. (Rechte der Hofmark Kötzting, von Kaiser Ludwig dem Bayern ausgestellter Freiheitsbrief des Marktes). Luckner, vom Straubinger Rentmeister darauf aufmerksam gemacht, zog daraus zwei Schlüsse: Das Kloster Rott hat den seit dem Dreissigjährigen Krieg vermissten Kötztinger Freiheitsbrief im Archiv. Und – die Abtei will sich den Markt Kötzting als Hofmark unterjochen. Luckner glaubte nun, einen erfolgversprechenden Klagepunkt gefunden zu haben. Und er setzte alles daran, die Abtei zur Herausgabe des vermeintlichen Urtextes zu zwingen, verpflichtete Anwälte, reiste selbst nach München, verlangte vom Abt einen Eid vor der Hofkammer. Als schließlich nach jahrelangem Hin und Her Kajetan Deuttinger, Advokat in München, im Namen und Auftrag der Abtei »einen leiblichen Eid« schwor, dass Rott die Kötztinger Originalurkunde nicht in Händen habe, wurde 1774 »das beklagte Kloster von der Klage hiemit absolvirt«. 

In dieser vergifteten Atmosphäre mussten bei der Pfarrkirche wegen des einsturzgefährdeten Glockenturms aufwendige Sanierungs- und Baumassnahmen unternommen werden. Samuel Luckner wurde als Bauverwalter aufgestellt. Und wieder prallten gegensätzliche Meinungen aufeinander. Hatte der Prior bei der Standortwahl für den neuen Kirchturm schon nachgeben müssen, so wollte er sich wenigstens mit der Gestaltung der Seitenaltäre durchsetzen. Der rechte Altar war herkömmlicherweise dem Marktpatron, St. Sebastian, zugedacht. Den linken wollte Pater Gregor dem Ordensvater Benedikt und den Rotter Hausheiligen Marinus und Anianus widmen. Luckner dagegen machte sich für einen Magdalenenaltar stark. Seine Begründung: »Die Weiber wollen halt auch einen Altar haben.« Das war nach Pater Gregor aber nur die halbe Wahrheit. Den eigentlichen Grund fand er darin, »weil seine Ehekonsortin also heisset«. Luckner ließ sich durch die Wünsche des Pfarrers in seinen Aktivitäten nicht hemmen, beauftragte den Landshuter Bildhauer Christian Johan mit der Zeichnung eines Risses und der Berechnung des Überschlags, bestellte schließlich bei ihm die Schnitzfiguren einschließlich der »Kindl, Englköpfl, Wolken und Zugehörungen«, beim Further Schreiner Altaraufbauten und beim Chamer Schnitzer »Laub- und Muschelwerk, Capitelen und Postamenta«.

Zur Konsekration (29. September 1772) waren die Altäre fast fertig, nur die Auszüge oben fehlten noch. Und gegen alle Einsprüche des Priors weihte der Regensburger Weihbischof den linken Seitenaltar zu Ehren der hl. Magdalena. Luckner und die Weiber hatten sich durchgesetzt. Aber der Pater gab sich nicht geschlagen. Er stemmte sich mit aller Macht dagegen, dass in den Auszügen die von Johan dem Riss gemäß geschnitzten Engelreliefs angebracht wurden. Als eine »nichts bedeutende Bildhauerey« wertete er sie ab. Er wollte, wenn er schon keinen eigenen Benediktus-Altar verwirklichen konnte, für beide Altäre gemalte Auszugsbilder mit dem hl. Benedikt und Marinus mit Anianus. Auf seine Beschwerde schickte das Regensburger Ordinariat einen Schiedsrichter. Als beide Parteien »unbiegsam auf ihrer gefassten Meinung« blieben, entschied der Bischof zu Gunsten des Priors. Johans Bildhauerarbeiten, die Luckner auf den Altären hatte anbringen lassen, als Pater Gregor bei einer Primiz in Freising weilte, wurden gegen gemalte Bilder getauscht (rechts  Tod des hl. Benedikt, links Marinus und Anianus) – bis heute Zeugnisse einstiger benediktinischer Präsenz in Kötzting.¹³


Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Kötzting: Auszugsbild eines barocken Seitenaltars: die Rotter Patrone Marinus und Anianus vor Christus, 1773

Tausend und tausend Gulden


Was war dran an der Behauptung Luckners, Kötztinger Gulden wären tausenderweise nach Rott geflossen? Da der neu gewählte Abt Gregor Mack vom Prior, seinem Nachfolger, eine jährliche Abrechnung verlangte, lässt sich, abgesehen von eventuellen Spenden und Vermächtnissen, eine sichere Antwort geben. Achtzehn Jahresrechnungen aus der Feder des Priors Cölestin Steiner sind erhalten geblieben, von den Jahren 1777 bis 1794.⁴⁴ Dort sind die Einnahmen und Ausgaben aus der Pfarrei und der Kötztinger Ökonomie sauber abgerechnet, der Gewinn ermittelt und die Überschüsse aus der Propstei (Pachtgelder und Laudemien der Grunduntertanen), der Hofmark und Ökonomie in Grafenwiesen addiert. Der jährliche Gesamtgewinn schwankte zwischen 1441 und 3029 Gulden. Insgesamt wurden in diesen 18 Jahren – in der Zeit, in der Rott alle Anstrengungen unternahm, die Kirchenbauschulden abzutragen – 42 005 Gulden ins Mutterkloster geschickt. Das sind im Schnitt 2333 Gulden jährlich. Der größte Gewinnanteil kam tatsächlich aus Kötzting selbst, aus den Erträgnissen der Pfarrei (Meßstipendien) und vom Getreideverkauf. Zusätzlich ließ das Priorat jährlich vier bis sechs Mastochen nach Rott treiben. Deren Wert von je 50 Gulden war in der Gewinnsumme nicht eingerechnet. Bevor Prior Steiner 1793 die Abrechnung mit dem üblichen ut in omnibus glorificetur DEUS! („Auf dass in allem Gott verherrlicht werde“) schloss, wollte er sich diese Bemerkung nicht verkneifen:
Nebst 4 schweren Ochsen, welche schier zwen hundert gulden wert waren, ist also freylich zwischen diesem und den Pillersischen Rechnungszeiten ein sehr großer Abstand und Unterschied.“
Ein Teil der Gewinnsumme wurde von Kötzting nach Oberalteich und Reichenbach gebracht. Bei den 825 bzw. 50 Gulden handelte es sich um die Jahreszinsen für die Kapitalien, die beide Abteien zur Abtragung der Rotter Kirchenbauschuld vorgestreckt hatten. Somit können die Kötztinger mit Recht behaupten, auch einen Teil zur Pracht der Rotter Klosterkirche beigetragen zu haben. Und es gibt keine Mitwirkung aus Kötzting. Dem Rechnungsband von 1789 liegt eine Originalquittung des Kötztinger Schlossermeisters Leonhard Haas bei. Er fertigte fünf Kirchengitter mit 18 Zentnern Gewicht und bekam dafür vom Priorat 300 Gulden. Die Kötztinger brachten die Fracht bis Landshut, wo sie von Rotter Fuhrleuten übernommen wurde. 
Die Rechnungsbücher warten mit einer weiteren Überraschung auf. Der frühere Prior Gregor Mack stand als Abt mit Samuel Luckner, der er während ihrer früheren Kampfzeiten als „strittig“ und auf seinen Reichtum sich verlassend und trotzend in Kammer apostrophiert hatte, in geschäftlicher Verbindung. Luckner lieferte den klösterlichen Brauereien über Jahrzehnte hinweg böhmischen Hopfen und bekam dafür jährlich mehrere hundert Gulden. 
In unserer Zeit der Währungsumstellung interessieren Art und Beschaffenheit der damaligen Zahlungsmittel. Der Gulden war zwar die gängige Währung, aber eine dem Rechnungsband von 1786 beigegebene Münzliste beweist, dass auch andere Sorten im Umlauf und im alltäglichen Gebrauch waren. Die im genannten Jahr noch fällige Restsumme von 1884 Gulden, 21 Kreuzer und 3 Pfennige aus dem Kötztinger Jahresgewinn wurde in Talern, Karolin, Souveindor, Louisdor, Maxdor, in Form von kaiserlichen, holländischen, polnischen und Kremnitzer Dukaten und schließlich als Groschen nach Rott überbracht. Es waren an die 700 Münzen. Mit anderen Worten, sie fielen ins Gewicht, das über 190 Kilometer zu befördern war.
Damit ist ein logistisches Problem angesprochen – die gegenseitige Verständigung, der Transport, auch Kontrolle und Überwachung über eine so weite Strecke hinweg. Im genannten Jahr 1786 wurde das Paket mit den Münzen dem „Fuhrmann des Herrn Luckners“ anvertraut, der mit einer Hopfenfuhre nach Rott unterwegs war. In anderen Jahren schickte der Prior einen eigenen Boten mit dem Geld auf die Reise. Über Jahre hinweg war es der Fischführer Franz Geiger von Thening, gelegentlich auch ein Pater oder ein Bürger aus dem Markt. 1792 überbrachte Franz Geiger nicht weniger als 2700 Gulden auf einem einzigen Botenritt. Das war der Wert eines mittleren Anwesens im Markt Kötzting.⁴⁵

Reitende Boten waren auf der einfachen Strecke vier bis fünf Tage unterwegs. Dies erfahren wir aus einer Reisebeschreibung des Rotter Brendlbäckers Keller vom Jahre 1614. Ihm verdanken wir auch den Reiseweg, der von der Autoroute erheblich abweicht: Kötzting – Konzell – Straubing – Leiblfing – Essenbach – Landshut – Wartenberg – Walpertskirchen – Rott.⁴⁶ 
Wie lange jeweils im Spätherbst die beiden Ochsenstreiber mit den zwei oder drei Paar »schweren Ochsen« auf dem Weg waren, ist nicht überliefert. Für ihr Zehrungsgeld und die Auslagen für das Futter sind regelmäßig 10–12 Gulden unter den Ausgaben vermerkt. Für die Reisen der Patres standen im Kötztinger Priorat Reitpferde, zwei Rennschlitten und eine Kalesche zur Verfügung. Als im Oktober 1801 der letzte Abt, Aemilian II. Miller, gewählt wurde, reisten die fünf Patres, der Gärtner und zwei Knechte mit drei Pferden nach Rott. Für »
Zöhrung ohne Dring- und Trinkgeld« mussten sie nicht weniger als 255 Gulden und 39 Kreuzer ausgeben.⁴⁷

Skizze des einstigen Reisewegs von der Abtei Rott am Inn ins Priorat im Bayerischen Wald

Wirksamkeit


Die Abtei Rott am Inn zog zweifellos wirtschaftlichen Nutzen aus ihren angestammten Besitzungen im Kötztinger Land – und noch mehr seit Bestehen des Priorats. Gaben die Benediktiner umgekehrt den Kötztingern, den Pfarrangehörigen in den umliegenden Dörfern und Weilern und den Grunduntertanen etwas zurück? Gewiss! Der kritische Kammerer Samuel Luckner widersprach P. Gregor Mack, seinem Widerpart, in diesem Punkt nicht, als der ihn auf ihre fruchtbare Seelsorgstätigkeit aufmerksam machte. Freilich in Gulden und Heller sind geistliche Fürsorge, soziale Hilfestellung, pädagogische Förderung, kulturelle Leistung nicht gegenzurechnen.
Aber einiges lässt sich doch schwarz auf weiß belegen. Da ist etwa an P. Placidus Taller zu erinnern, der mehr als die Hälfte seines Ordenslebens in Kötzting verbrachte und da auch begraben ist († 14. November 1721). In seiner Grafenwiesener Zeit als Administrator begann er die Früchte seiner jahrzehntelangen Predigertätigkeit zu publizieren. Sechs dickleibige Bände füllen sein Werk. Wir dürfen davon ausgehen, dass er viele dieser bildstarken und von der Sorge um das ewige Heil für seine Zuhörer getragenen Barockpredigten in den Kirchen um Kötzting und für das einfache Volk gehalten hat – er nennt sich selbst »einfältiger Bauernprediger«. Trotzdem gilt er als der »bekannteste Autor dieses Klosters im 18. Jahrhundert«.⁴⁸ Dem Gnadenbild der hl. Anna selbdritt in Steinbuchen schrieb er einen Hymnus in fließenden Versen, und er förderte mit Eifer die aufblühende Wallfahrt.⁴⁹
Und da muss des P. Severin Conradi gedacht werden, des begabten Musikers, der sich in seiner Kötztinger Zeit (1659–1665) als Komponist einen Namen machte. Fünfzehn geistliche Arien für eine Solostimme, zwei Violinen und Orgel bei einem Nürnberger Musikverlag unter dem Titel »Alphabetum musicum« im Druck herausbrachte und den benachbarten Pfarrern von Lam und Neukirchen b. Hl. Blut widmete.⁵⁰
Dem malenden Pater Thomas Stifler verdankt Kötzting eine Ansicht des Marktes (Öl auf Leinwand) vom Jahre 1659, der sich vom Schwedenbrand des Dreißigjährigen Krieges gerade erst erholt hatte. Ein Bilddokument, das über Details informiert, die andernorts nicht überliefert sind und in Vergessenheit gerieten. In künstlerischer Freiheit setzte er in den dichtbewaldeten Hohenbogen all die »herumliegenden Schlösser und Hofmarken« hinein, die nach Rott steuerpflichtig waren.⁵¹

Markt Kötzting »im Vordern Waldt bei Beha[i]m«, ehemals Propstei des Klosters Rott am Inn, gemalt von dem Rotter Konventualen und Pfarrer von Kötzting, P. Thomas Stifler, für seinen Bruder Mathias Stifler, Gastgeber zum Goldenen Lamm in Vahrn bei Brixen/Südtirol. Ölbild auf Holz, 1659

 




Unvergessen ist und immer wieder zitiert wird in Kötzting P. Innocenz Mayer. Er wirkte 42 Jahre in der Pfarrei, ab 1718 als Kooperator, seit 1736 als Prior und Pfarrer. Er erweiterte die Pfarrkirche und schaffte eine neue Orgel an. Mit 76 Jahren erlitt er auf der Fahrt von Kötzting nach Grafenwiesen einen Unfall, als die Pferde scheuten, er starb nach zwei Tagen (4. Juni 1760).⁵² Der Grund, dass sein Name den Kötztingern im Gedächtnis bleibt, ist ein Schreiben an das bischöfliche Ordinariat in Regensburg. Dort schildert er den Kötztinger Pfingstritt, erstmals so ausführlich und in all seinen Einzelheiten: die seit unvordenklichen Jahren am Pfingstmontag gehaltene Prozession zu Pferd nach Steinbühl, das Mitttragen des Allerheiligsten, das viermalige Absingen des Evangeliums, die Überreichung des Tugendkränzleins an einen Bürgerssohn nach der Rückkehr, das Sammeln von Geld, das Trinken und Tanzen bis in die späte Nacht. 

Wie kötztingisch-benediktinischer Geist auf junge Menschen Einfluss nahm und Talente weckte, lässt sich an zwei Familien demonstrieren. Christoph Joseph Passauer, Sohn einer angesehenen Bürgerfamilie, trat 1707 als Benediktiner in Rott ein und kehrte um 1718 in seine Heimat als Kooperator zurück (P. Emmeram).⁵⁴ Ein Bruder wurde Franziskanischer und eine Schwester Klarissin am Anger in München. Zwei Onkel, die in Kötzting aufwuchsen, als Pater Thomas Stifler das Priorat aufbaute, sind zu hohen geistlichen Würden gelangt: Wolfgang Passauer (1650–1712) war Doktor der Theologie, Salzburger Geistlicher Rat und Dekan zu Saalfelden; Thomas Passauer (1766–1743), Doktor beider Rechte, schlug in Freising unter Fürstbischof Eckher eine erfolgreiche Laufbahn ein als Stiftddechant zu St. Andréa, apostolischer Notar, Kanonikus und Dekan.⁵⁵

In unmittelbarer Nachbarschaft des Priorats, im Mesnerhaus gegenüber, wuchsen um 1700 die fünf Präli­sauerbrüder heran. Alle fünf ergriffen den geistlichen Beruf, alle fünf waren begabte Musiker, jeder komponierte. Der Einfluss der Benediktiner auf sie ist expressis verbis nicht nachweisbar, aber die nahe Nachbarschaft und der Mesnerberuf des Vaters legen enge Beziehungen und musikalisch-pädagogische Förderungen nahe, zumal der vierte Sohn den Weg zu den Rotter Benediktinern fand. Anton Präli­sauer (1692–1746), Jesuit, war Organist an der Münchner St. Michaelskirche, später Domorganist zu Augsburg und übernahm 1736 die Stelle des Domkapellmeisters. In München und Augsburg schrieb er Kompositionen zu zahlreichen Jesuitendramen, Hymnen, Choral-Antiphonen und Responsorien. Ildefons Präli­sauer (1694–1745) wurde als P. Cölestin Benediktiner in Tegernsee und Chorleiter. Er vertonte mehrere geistliche Schauspiele und Kirchenmusik. Erhalten geblieben lediglich in der Stiftsbibliothek von St. Peter zu Salzburg die Turbachöre zu einer Johannespassion. Andreas Präli­sauer (1697–1743) war Kanonikus am Augustinerchorstift in Polling. Als Chorregent war er maßgeblich an der Einführung der damals neuen Figuralmusik beteiligt. In einem Nachruf wurde er als Musikpädagoge gerühmt, ebenso, dass er musikalische Schätze hinterließ, »zum Teil selbst komponiert, zum Teil von Verwandten abgeschrieben«. Joseph Bernhard Präli­sauer (1703–1752), als Pater Kolumban in Rott, war Chorleiter und Bibliothekar. Als bedeutender Musikhistoriker analysierte er alte musikalische Handschriften und Codices und schrieb über die »Anfänge des Choralgesangs«. Auch er komponierte, u. a. die Festspielmusik zur 1000-Jahrfeier des Klosters Tegernsee. Martin
Präli­sauer
(1708–1771) wurde ebenfalls Benediktiner, trat als Pater Robert in Ochsenhausen bei Biberach ein und übernahm die Chorregentenstelle. Nach der Totenrotel hinterließ er handschriftliche Kompositionen geistlicher Gesänge. Diese Handschriften und fast alles, was seine Brüder in Noten setzten, sind verschollen.⁵⁶

Säkularisation

Wenn wir den erwirtschafteten Gewinn, den Zustand der baulichen Anlagen, die Qualität der Ausstattung, vor allem aber auch die Zahlen in den Kötzting wirkenden Patres als Wertmaßstab nehmen⁵⁷, dann hat das Priorat im Lauf des 18. Jahrhunderts eine stetige Aufwärtsentwicklung genommen, dann stand es an der Schwelle zum 19. Jahrhundert auf dem Höhepunkt seiner Bedeutsamkeit. Da bricht die Säkularisation herein.⁵⁸
Am 11. März 1803 ernannte die kurfürstliche General-Landes-Direktion den Kötztinger Rentbeamten Joseph Preiß zum Lokal-Kommissar für die Klosteraufhebung. Die Welle der Versteigerungen wurde Mitte Mai eröffnet. Als erstes wurden die Möbel und Gerätschaften, die Vorräte und das Vieh versteigert. An insgesamt acht Tagen kamen über 700 Warenposten unter den Hammer, vom Zinngeschirr zum nussbaumenen Rollschrank, vom Tranchierteller zum Backtrog, von der Kuhkette zum Rohrwagen, vom Reitsattel zum Reitpferd. Dazu: Haufen von Getreide, Heu und Grummet, Flachs und Dünger. Kaum etwas blieb zurück, und der Erlös fiel deutlich höher aus als die Schätzsummen. Gut 90 Namen finden sich in den Versteigerungslisten. Die Kötztinger hielten kräftig mit.
Auch das Angebot an Äckern und Wiesen war hoch willkommen, verfügten doch die Bürgeranwesen nur über vergleichsweise geringen Wirtschaftsgrund. 53 Parzellen wurden innerhalb der Marktflur angeboten. Jeder Fleck fand einen Käufer, und der Erlös übertraf die Schätzpreise um gute 23 Prozent. Dabei tat sich der Landrichter von Pechmann besonders hervor. Er erwarb zehn der besten Grundstücke und brauchte nur ein paar Gulden über dem Angebotspreis auf den Tisch legen, umgerechnet 2,4 Prozent. Die 22 heimischen »Kaufsliebhaber« zahlten im Schnitt 31,5 Prozent mehr. Daraus folgt: Der Landrichter wurde kaum überboten, die Bürger trumpften sich gegenseitig hinunter. Oder war eine Mauschelei im Spiel? Der Gewinn für den Staat war beträchtlich. Ein Verkaufserlös von gut 70.000 Gulden lässt sich aus den Versteigerungen in Kötzting, zu Grub (ehemaliger Sitz und Ökonomie) und in Grafenwiesen summieren. Dies waren die baren Gulden, die den Weg von Kötzting nach München gingen. Darüber hinaus fielen dem Staat noch weitere Werte zu: das große Waldgebiet am Kaitersberg (erst 1826 veräußert), das Priorat mit den Wirtschaftsgebäuden (als Landgericht genutzt, Schätzwert 3000 Gulden), ein Zehentstadel und das Widumhaus. Die wertvollsten Bände, darunter sechs Inkunabeln, der nicht unbedeutenden Bibliothek wurden mit den Gemälden im Januar 1804 auf mehreren Wagen nach München verfrachtet. Den »beträchtlichen Überrest« die ganz unbrauchbaren, schlechten Bücher wurden »zum Stampfe bestimmt« und vom Münchner Papierfabrikanten Kauth abgeholt.
Mit der Aufhebung des Priorats war auch die Rechtsform der Klosterpfarrei aufgelöst. Ein Jahr führte noch der bisherige Pfarrvikar und Prior weiter, P. Placidus Wanner. Dann wurde die Pfarrei nach einem vom Landgericht Kötzting ausgearbeiteten Plan, ohne jegliche Konsultierung und gegen den Protest des bischöflichen Ordinariats, neu organisiert. Mehrere Gebiete mit insgesamt 1261 Seelen wurden den benachbarten Pfarreien zugeteilt. Und als Pfarrer ernannte die kurfürstliche Landesdirektion den bisherigen Pfarrprediger P. Bonifaz Krepper, dem im Pflegschloss Pfarramt und -wohnung eingerichtet wurden. Pfarrer Krepper blieb in Kötzting bis zu seinem Tod 1816.
Das Andenken an die Benediktiner und an die jahrhundertelangen Bindungen zu Rott am Inn wird in Kötzting wach gehalten. Seit 1993 steht auf dem Platz zwischen dem Rathaus und dem Amtsgericht, dem alten Prioratshof, ein Benediktinerbrunnen. Der Bildhauer Joseph Michael Neustifter formte aus Bronze einen, in Blick und Gestik optimistisch gestimmten Benedikt, gerahmt von drei Säulen, die sich oben zu einer Kuppel schließen. Auf der rechten Gehäusesäule dokumentierte Neustifter die Stadtgeschichte und den Kötztinger Pfingstritt. Die linke Säule erinnert mit gegossenen Lettern und im ehernen Bild an das Wirken der Benediktiner im Kötztinger Land. Der rückwärtige Pfeiler fasst die Spiritualität und das In-die-Welt-Wirken unter dem benediktinischen Wahlspruch »Ora et labora – bete und arbeite« zusammen.

 

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Anmerkungen 1–58

1 Monumenta Boica, Band I (im Folgenden: MB I), München 1763, S. 354.

2 Max Piendl: Historischer Atlas von Bayern. Das Landgericht Kötzting, München 1953, S. 9. – Max Piendl: Kötzting in seiner geschichtlichen Entwicklung, in: Kötzting 1085–1985, Regensburg 1985, S. 22.

3 Bayerisches Hauptstaatsarchiv München (im Folgenden: BayHStA), Kurbayern U 17927. – Elisabeth Noichl: Gründung und Frühgeschichte des Klosters Rott bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts, in: Rott am Inn, Weißenhorn 1983, S. 14. – Senta Schuppenies-Perfler: Die Geschichte des Benediktinerklosters Rott am Inn, Rosenheim o. J., S. 9. – Ludwig Baumann: Kötztinger Kirchengeschichte, in: Kötzting 1085–1985, Regensburg 1985, S. 39f.

4 BayHStA, KU Rott am Inn 8. – Aus 1200 Jahren. Das Bayerische Hauptstaatsarchiv zeigt seine Schätze (Ausstellungskatalog II), 1979, S. 80f.

5 Siegmund Riezler: Geschichte Bayerns, 1. Band, Gotha 1878, S. 865.

6 BayHStA, KU Rott am Inn 14. – MB I, S. 370. – Bischöfliches Zentralarchiv Regensburg (im Folgenden: BZAR), Pfarrei Kötzting, Pro Memoria von Abt Gregor Mack um 1780. – Matrikel des Bistums Regensburg, Regensburg 1997, S. 308.

7 Eduard Eichmann / Klaus Mörsdorf: Kirchenrecht, Band 2, Paderborn 1958, S. 424.

8 BZAR, Pro Memoria (wie Anm. 6).

9 BayHStA, KU Rott am Inn 6. – MB I, S. 406. – Übersetzung in: Georg Schrotter: Geschichte des Dorfes Lam und des Lamertales, Deutsche Gaue, Heft 84, S. 4. – Ulrich Winkler: Zwischen Arber und Osser, Grafenau 1981, S. 21–23.

10 BayHStA, Landshuter Abgabe 1982, KL Rott R 62, 1780 und 1782.

11 Zit. nach Schrotter (wie Anm. 9, S. 6). – Auch in der Schenkungsurkunde findet sich dazu ein Hinweis: »von dem Waldgebiet … das sie ausgerodet haben und noch ausroden«.

12 BayHStA, Urkunden der Propstei Kötzting Fas. 1 (nach Schrotter, wie Anm. 9, S. 7, dort auch Übersetzung). – Faksimile in: Kurt Sanetra: 700 Jahre Lam, 1979, S. 8. – Matrikel (wie Anm. 6, S. 327).

13 BayHStA, KL Rott 56, S. 315. – MB I, S. 431.

14 Riezler: wie Anm. 5, S. 739.

15 Ernest Geiß: Urkunden zur Geschichte des Klosters Rott, in: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, Band 13 (1852), S. 186–321.

16 MB II, S. 108.

17 BayHStA, KL Rott am Inn 58, S. 450.

18 Schrotter: wie Anm. 9, S. 11.

19 BayHStA, Kaiser-Ludwig-Selekt 972.

20 BayHStA, KL Rott am Inn 110.

21 Ein Maurer verdiente 10 Pfennig am Tag (Georg Lohmeier: Liberalitas Bavarica, München 1971, S. 59).

22 BayHStA, Landshuter Abgabe, Rep. 92 Verz. 8 Fasz. 67 Nr. 209. – KL Rott am Inn 59, S. 447–508.

23 Eugen Hubrich: Pfingstrittehr. Freilichtspiel zum Kötztinger Pfingstritt (Fassung 1962), Typoskript. – Wegen der historischen Ungereimtheiten verfaßte Johannes Reitmeier ein neues Festspiel, »Pfingst-Legende«, das seit 1996 im Zweijahresrhythmus aufgeführt wird. Siehe dazu: Festspielgemeinschaft Kötzting e. V.: Pfingst-Legende, Stammried 1996.

24 BayHStA, KL Rott am Inn 58, S. 202–217. – Martin Fuchs OSB: Profeßbuch des Benediktinerstiftes Rott am Inn, St. Ottilien 1991, S. 73, 145f.

25 Baumann: wie Anm. 3, S. 42f.

26 Joseph Rudolf Schuegraf: Chronik des Marktes Kötzting (Manuskript im Stadtarchiv).

27 BayHStA, KL Rott am Inn 59, S. 32, 45.

28 Staatsarchiv Landshut (im Folgenden: StA La), Rep. 97 Fasz. 770 Nr. 44. – BayHStA, KL Rott am Inn 80, S. 149. – BZAR, Pfarrei Kötzting.

29 Ruf: wie Anm. 24, S. 161f.

30 BayHStA, KL Rott am Inn 59, S. 93–99.

31 StA La, Rep. 168 Verz. 1 Fasz. 1826 Nr. 308.

32 BayHStA, KL Rott am Inn 60, S. 174. – Stadtarchiv Kötzting (im Folgenden: StadtA Kötz), II/15.

33 BayHStA, KL Rott am Inn 60, S. 523–530.

34 Zählung nach Ruf: wie Anm. 24.

35 Pfarrarchiv Kötzting (im Folgenden: PfA Kötz), 307.

36 Winkler: wie Anm. 9, S. 34–41.

37 Ruf: wie Anm. 24, S. 112–115.

38 StA La, Rep. 97e Fasc. 793 Nr. 834. – Veröffentlicht von Clemens Pongratz: »Der Odel ist ein schleziges Wesen«, in: Beiträge zur Geschichte im Landkreis Cham, Band 16 (1999), S. 110.

39 StadtA Kötz, II/15.

40 Ruf: wie Anm. 24, S. 109, 289.

41 MB I, S. 445–447.

42 StadtA Kötz, II/15, II/16, XX (Magistratsrechnung 1775, Fol. 36f). – BayHStA, KL Rott am Inn 80.

43 BZAR, Pfarrakten Kötzting Nr. 4 (Differenzen zwischen Pfarrer und Magistrat). – Diözesanmuseum Regensburg, Nr. 1985/104 (Riß von Christian Jorhan d. Ä.). – BayHStA, KL Rott am Inn 80. – PfA Kötz, 2052 (Seitenaltäre 1771), 307 (Baurechnung 1766, 1770), 201 (Weihe der Kirche 1772). – Ludwig Baumann: Christian Jorhan, »berühmter bürgerlicher Bildhauer zu Landshut«, in: Schöner Bayerischer Wald, Nr. 127 (1999), S. 32–34.

44 BayHStA, Landshuter Abgabe 1982, KL Rott R 62.

45 Als 1787 der Hutmacher, Handelsmann und bräuende Bürger Josef Henneberger sein Anwesen in bester Geschäftslage (heute Marktstraße 21) seinem Sohn übergab, wurde es auf 2500 Gulden geschätzt (StA La, Markt Kötzting P 49, Fol. 59, Briefprotokolle).

46 BayHStA, Landshuter Abgabe Rep. 92 Verz. 8 Fasz. 67 Nr. 209.

47 BayHStA, Landshuter Abgabe 1982, KL Rott R 26.

48 Hans Pörnbacher: Vom »einfältigen Bauern-Prediger« zur Festkantate, in: Willi Birkmaier: Rott am Inn, Weißenhorn 1983, S. 161–163.

49 Ludwig Baumann: »St. Anna bei der schönen Buchen«, in: Beiträge zur Geschichte im Landkreis Cham, Band 1 (1984), S. 67–93.

50 Robert Münster: Streiflichter aus der Musikpraxis in Rott am Inn vom 17. bis zum 19. Jahrhundert, in: Willi Birkmaier: Rott am Inn, Weißenhorn 1983, S. 48.

51 Birkmaier: wie Anm. 48, Farbtafel 12. – Ludwig Baumann: »Zu einem freundlichen Gruß und lieben Angedenken«, in: Schöner Bayerischer Wald, Grafenau 1985/44, S. 34f.

52 Ruf: wie Anm. 24, S. 264.

53 BZAR, Kötzting, Pfingstritt.

54 Ruf: wie Anm. 24, S. 251.

55 Walter Passauer: Das Geschlecht Passauer, Ebenrode 1941, S. 136, 18.

56 Die Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Band 10, München 1989, Sp. 1539f. – Ludwig Baumann: Mönche, Musiker, Kötztinger Zeitung 31. Juli 1992 (Bürgerfestbeilage).

57 Siehe dazu Baumann, wie Anm. 3, S. 55–66.

58 Ausführlich dazu und mit detailliertem Quellennachweis Baumann, wie Anm. 3, S. 67–77.