Translate

Mittwoch, 4. Januar 2017

Die Marktmühle

Bad Kötztinger Häuserchronik

die Marktmühle

alte Hausnummer 63
Die Marktmühle in Bad Kötzting, noch voll in Betrieb, links an der oberen Ecke (das Gebäude mit dem hellen Dach), das Marktmülleranwesen, schön zu sehen auch die "alte" Oberbergerbrücke, damals noch befahrbar , Luftaufnahme aus den 60er Jahren
Mühlen, also Sag- und Mahlmühlen gehörten sicherlich zu der Grundausstattung einer Ansiedlung. Aus diesem Grund können wir mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Kötztinger Mühlen, und hier insbesondere die Marktmühle - bereits kurz nach bzw. mit der Entstehung des Ortes "Kötzting" durch die Aufteilung der 3+1 Urhöfe zu 36 Marktlehen, 10 Sölden und 20 Häuser entstanden sind, bzw. zusammen mit den neuen Anwesen mit aufgebaut worden waren.
Ähnlich wie es bei Schmieden der Fall war - auch diese sind für einen Aufbau eines Gemeinwesens unerlässlich - gibt es für die Müller in manchen Orten sogenannte Ehhaftordnungen, also Verpflichtungen der Handwerker für die Mitbewohner aber auch die Verpflichtung der Bürger bei diesen Handwerkern arbeiten zu lassen.
Aus diesen Anfangsjahren Kötztings sind nur sehr, sehr wenige Schriftstücke überkommen, der erste Namensnachweis der Marktmühle stammt aus einem Dokument von 1382, in dem sowohl das Stockrecht "oberhalb der Kötztinger Wür" (=Wasserfall der Marktmühle) als auch explizit die Marktmühle erwähnt ist und auch die Pflichten und Rechte des Marktmüllers beim Durchlassen bzw. Durchtransport vom Fluderholz.
Diese "Wür", also das Wehr der Marktmühle, stellt über Jahrhunderte - bis heutzutage - eine wichtige Fischereigrenze dar. Auch nach Abbruch der Marktmühle im Zuge der Hochwasserfreilegung der Stadt Bad Kötzting wurde die "alte" Stelle des Marktmühlenfalles vermessen und als Geländemarke im Flussverlauf neu markiert. Die Rechte am Wasser - und an der Wasserkraft - lagen in der Vergangenheit bei den Hofmarksherren in Blaibach und Hohenwarth. Die Nothafft auf Runding und Blaibach vergaben ihr Fischereirecht nachgewiesenermaßen bereits seit dem 16. Jahrhundert an die Fischer in Pulling.









































 

1382 Erwähnung als Marktmühle
1445 Knüttinger Paul
1462 Ullrichin „von der mil im Markt“
1595 Höhel Michael Aufrichtung einer zusätzlichen Lohmühle
1621 Riederer Simon
1631 Billich Georg
1652 Fink Ullrich als Pächter
1660 Billich Georg
1685 Billich Georg streiten um 2. Saggang

1697 mit drei Mühlgängen
1713 Widtmann Ander
1725 Widtmann Hans Adam
1736 Eberl Hans Simon
1737 Irlbacher Stephan
1774 Irlbacher Franz Anton :  Marktmühle mit 4 Gängen und Wasserfall
1786 Amberger Johann Michael
1820 Amberger Josef
1843 Amberger Anna Maria
1860 Amberger Josef
1905 Amberger Josef
1930  Geschwister Amberger:  Heinrich, Hans und Franz
1949 Amberger Karl
1954 Amberger Anna
1975 Amberger Herbert
1980 Abbruch der Mühle im Zusammenhang mit der Bad Kötztinger Hochwasserfreilegung
 






Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen