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Montag, 27. April 2015

Das Ende des zweiten Weltkriegs: die 11. Deutsche Panzerdivision Teil 1: die Kapitulation


Das Ende des zweiten Weltkriegs

Die 11. Deutsche Panzerdivision  Teil 1:  die Kapitulation



Ende April sind Teile von General Pattons Armee schon auf den Weg nach Linz in Österreich, andere Truppenteile biegen zusammen mit Einheiten der 2. US Cavalry, quasi auf der Ostmarkstraße, scharf nach links ab und dringen über Bayrisch Eisenstein in das damals noch zum Deutschen Reich gehörige Sudetenland und weiter tief hinein in das so genannte Protektorat Böhmen und Mähren bis nach Pilsen.
der Weg der 11. Deutschen Panzerdivision am Ende des Krieges

Mit diesem schnellen Vorrücken und dem Sperrriegel der US Armee wird der Versuch der, östlich von den US Streitkräften, ebenfalls nach Süden eilenden 11. Deutschen Panzerdivision vereitelt, noch vor der US Heeresspitze nach  Westen einschwenken zu können.

Im Mai 1940 in Schlesien als Teil von Rommels 7. Panzerdivision gegründet, wurden deren Panzerregiment 15 und die 11. Schützenbrigade zur Kerntruppe der im Herbst 1940 nun endgültig benannten 11. Panzerdivision. Die oben angesprochenen Truppenteile hatten sich im Frankreichfeldzug bereits den Namen: "Gost Brigade" und damit den Respekt der gegnerischen Verbände erworben und so wurde dieser Name auf die gesamte Division bei der Neugründung übertragen. Es folgten Kämpfe in Serbien im Frühjahr 41 aber schon im Juni 1941 erfolgte die Versetzung nach Polen an die russische Grenze von wo dann am 22.6.1941 die Division zum Angriff gegen die Sowjetunion antrat. Bis zum Frühjahr 1942 hatte die Division fast alle ihre Panzerfahrzeuge verloren, wurde neu ausgerüstet und aufgefüllt und war,  ab September 1943, mit dem später noch so wichtigen Generalleutnant Wend von Wietersheim als Kommandeur, bis Mai 1944 in andauernde Abwehrkämpfe im Osten verwickelt.

Von der Ostfront gings dann direkt nach Frankreich, zuerst als Besatzungsmacht, dann, nach der Landung der Amerikaner auch im Süden Frankreichs, war es die Hauptaufgabe der 11. PD den einsetzenden Rückzug der deutschen Truppen zu ermöglichen und zu decken.

Hier kam es nun zum ersten gefechtsmäßigen Zusammentreffen der 11. PD mit der 2nd Cav der US Armee, genauer gesagt in Luneville in Frankreich. Diese beiden Truppen sollten nun bis zum Ende des Krieges in andauernden Schlachten, Kämpfen und taktischen Scharmützeln miteinander verbunden bleiben. Es waren Gefechte in einer Art, dass Captain Sperl anlässlich seiner Rede 1990 von einem fairen Duell zwischen den Ghosts von General Patton und den Gespenstern der 11. Panzerdivision sprach.In seiner autobiograhischen Rückschau "What did you do in the War Grandpa?" erinnerte William E. Burdick sich an eine Vereinbarung zwischen der 11.PD und der 2nd Cav. die Kämpfe so lange einzustellen bis die Verwundeten von beiden Seiten geborgen werden konnten. Er sprach dabei von den Soldaten 11.PD als wilde, bzw. unerschrockene  (fierce) aber faire Kämpfer. Es gab einen wechselseitigen Respekt und für ihn, Burdick,  war es im Rückblick nicht überraschend, dass GLt von Wietersheim im Mai 1945 dann so handelte, wie er es tat.
diese Karte, aus dem Material des Traditionsvereins der 11. PD im Stadtarchiv Bad Kötzting, stammt offensichtlich aus dem Privatbesitz eines US Veteranens und zeigt eine mit persönlichen Anmerkungen gespickte Schlachtensituation in Frankreich.
Capitain Stewart, der Mann der die Lipizzanerrettung aus Hostau in leitender Stellung persönlich durchführte, schrieb in seiner Rückschau "Hostau Reminiscences", die ebenfalls im Stadtarchiv vorliegt, als er von seinem General gewarnt wurde, dass die 11. PD in seinen Raum vordränge und er ein Zusammentreffen tunlichst vermeiden solle: "Darauf hätte die Führung nach seinen Erfahrungen mit der 11.PD besonders bei Luneville nicht extra hinweisen müssen....."

Es ging in Frankreich das Rhonetal hinauf, dann sollte ein Sperriegel in Lothringen errichtet werden. Dieser hielt ebensowenig wie der Versuch in der Eifel und den Ardennen von Seiten der deutschen Armee wieder den Vorwärtsgang einlegen zu können.
Der nächste Versuch die Amerikaner aufzuhalten scheiterte an der Saar und nachfolgend am Rhein, dieser wurde von der US Armee überschritten und die 11. PD wich über den Westerwald und Thüringen, das zu dieser Zeit noch unbesetzt war, in das oben angesprochene Sudetenland aus, wo dann die Einkesselung durch die Amerikaner erfolgte und die Situation der 11. PD unhaltbar geworden war. Dies vor allem auch mit dem Wissen über die schnell von Osten her anstürmenden sowjetischen Streitkräfte, die stark anschwellenden Flüchtlingsströme in ihrem Einflußgebiet - wir sind hier in der Cham-Further Senke,  und die vermehrt in Grenzgebiet auftretenden sich auflösenden anderen deutschen Einheiten.

Das war nun schnell die militärische Situation zum Monatswechsel April/Mai 1945. In der Führung der Division hatte es in den vergangenen zwei Wochen - genauer seit dem 15.April - einen Wechsel gegeben. GLt von Wietersheim wurde abberufen um die Schlacht um Berlin mit dem 41. Panzerkorps zu führen. Generalmajor von Buttlar war nun der neue Kommandeur. Wend von Wietersheim entschloß sich in dieser Situation, und im Wissen um die Ausweglosigkeit überhaupt nach Berlin durchzukommen, dazu "krank" und damit unabkömmlich zu werden. GLt von Wietersheim war also noch da, aber nicht mehr der rechtmäßige Kommandeur der 11. Panzerdivision.

Flugblatt der US Army vom Jahreswechsel 44/45
Wie gut die Spionage der US Seite zu diesem Zeitpunkt bereits war, zeigt ein Flugblatt, dass offensichtlich über den deutschen Truppen abgeworfen worden war und das sich im Stadtarchiv in Kötzting im Material des Traditionsvereins der 11. Panzerdivision erhalten hat. Der Inhalt läßt darauf schließen, dass die Amerikaner in manchen Fällen sehr genau Bescheid wussten was auf der deutschen Seite geschah.













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Wie dann doch nicht ganz so gut die US Spionage war zeigt sich an der anfänglichen Fehleinschätzung über die Mannschaftsstärke, die die Amerikaner anfänglich auf weniger als 1500-3000 Mann schätzten.Allein mit der Kampfgruppe Wietersheim kapitulierten 9050 Mann.

GM von Buttlar, der rechtmäßige Kommandeur der 11. PD, steckte mit dem kleineren Teil der Soldaten und Material, aber ohne ausreichend Treibstoff, weiter südlich fest und konnte seinen Abmarsch in Richtung Passau daher nicht durchführen.
Der Großteil der Division war im Kommandobereich von GLt von Wieterheim und dieser - nun sind wir endgültig im Mai 1945 angekommen - versammelte am 2.Mai, durch seine eigene Funkstelle über die Aussichtslosigkeit der Kämpfe gut im Bilde, seine Offiziere im Divisionsgefechtsstand.
Vorausgegengen war ein einlaufender Tagesbefehl von General Schöner, dem Oberkommandeur des Heeres, welcher befahl, dass die 11. Panzerdivision sich sofort in Richtung Osten in Marsch zu setzen habe, wenn nötig zu Fuß unter Zurücklassung der Panzer und Geschütze, falls nicht mehr ausreichend Treibstoff vorhanden sei.
GLt Wend von Wietersheim

In dieser Besprechung mit seinem Stab und seinen Offizieren machte GLt von Wietersheim den Vorschlag, bei Zustimmung, mit den Amerikanern in Kontakt zu treten und eine ehrenvolle Waffenruhe auszuhandeln. Die Kampfgruppe von Buttlar sollte in diese Vereinbarungen miteingeschlossen werden. Dieser Vorschlag wurde in vollem Bewusstsein gemacht, dass es ein militärischer Hochverrat war, den er damit initiierte. Als alle in der Runde ihre Zustimmung signalisierten, übernahm von Wietersheim ausdrücklich wieder das Kommando über die gesamte Division, um die Verhandlungen auch über die KG von Buttlar führen zu können, der ja bereits 60 km weiter südlich und eigentlich - in Bezug auf die Verhandlungen mit den Amerikanern  -  nicht mehr im Einflussbereich der 90. Inf Division war.








Ich habe den dramatischen Vorgang Anfang Mai 1945 sehr knapp zusammengestellt. Jürgen Reichart der Kommandeur des 15. Panzerregimentes berichtet von der Dramatik dieser letzten beiden Tage sehr viel genauer in seinem Bericht, der als Manuskript im Stadtarchiv vorliegt.
Jürgen Reichart über die dramatischen Stunden



der Moment der Kapitulation in Jürgen Reicharts Worten








Oberleutnant der Reserve a.D. Klaus Knorr führte in in der Festschrift zum 45 Jahrestreffen 1990 die Bedingungen auf, die die Unterhändler den Amerikanern abtrotzen sollten.

- keine Auflösung der einzelnen Einheiten in der Gefangenschaft.
- alleinige Kommandobefugnisse der deutschen Vorgesetzen bis zur Entlassung
- Belassen aller Rangabzeichen, Orden und Ehrenzeichen
- Behalten der Offiziers Handfeuerwaffen
- eigene Gerichtsbarkeit
- eigene Verpflegung
- schnellste Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft

Festlegung einer Route auf der die Fahrzeuge der Division in den bayerischen Raum einrücken sollten.
Am Morgen des 4. Mai machten sich der 2. Generalstabsoffizier und der Divisionsadjutant zusammen mit zwei Dolmetschern auf den Weg, überschritten die Hauptkampflinie und trafen auf den ersten amerikanischen Posten. Von dort ging die Informationsstaffette schnell weiter und mit verbundenen Augen wurden die Unterhändler zum amerikanischen Divisionsgefechtsstand - in Cham - gefahren.
Ausgewiesen durch die schriftliche Vollmacht von Wietersheim war das einzige Pfund mit dem sie wuchern konnten, die vollständige  Kampfbereitsschaft der Division und stellten ihre vorher abgesprochenen Forderungen.
Vollmacht von Wietersheim für seine Verhandlungsdelegation


Die amerikanischen Offiziere in Cham  konnten und wollten solch eine weitreichende Entscheidung nicht alleine treffen, unterbrachen die Verhandlungen kurzerhand und informierten den Bataillonskommander General Patton.
Hier fällt nun der bekannte Ausspruch General Pattons, welcher von den mit Spannung rückerwarteten Parlamentären den deutschen Offizieren berichtet wurde:
General Patton ist der Überzeugung, dass die 11. Panzerdivision die fairste und tapferste deutsche Division ist, gegen die er in diesem Krieg gekämpft hat. Er ist daher bereit, die von den deutschen Unterhändlern für die sofortige Waffenniederlegung vorgetragenen Bedingungn anzunehmen.

Die folgenden Bilder stammen alle aus dem sehr umfangreichen Buch über das XII US Corps der dritten Armee General Pattons, welches mir Mr. Ryan Myers vom Col. Reed Museum in Vilseck freundlicherweise in Kopie zur Verfügung gestellt hat.

Über den Anmarsch er kapitulierenden PD gibt es sogar einen Film auf Youtube:


die Verhandlungs"party" wie es die Amerikaner nannten, mit der weißen Fahne auf dem Weg in die Nähe von Eschlkam

Treffen von General Earnest und GM von Wietersheim in der Nähe von
Eschlkam um die Kapitulation zu unterzeichnen. Überschrift des Kapitels:
die "Gespensterdivision" ergibt sich den "Gespenstern"
Eine einzige Änderung wollte Patton vornehmen und die betraf den Aufmarschplan in die Gefangenschaft. Die Amerikaner informierten nun ihre Luftwaffe über die bevorstehende Waffenruhe und in der Nähe von Eschlkam/ Vseruby (Film!!) kam es zu einem ersten Zusammentreffen zwischen GM von Wietersheim und dem amerikanischen General Earnest.
(Film!!!)

Die Entlassung der Soldaten sollte spätstens 4 Wochen nach der endgültigen Kapitulation erfolgen.
Die Waffenruhe begann am 3. Mai um 14.00 Uhr und die ersten deutschen Einheiten begannen sich bereits um 17.00 Uhr desselben Tages in dem vorgesehen Bereitschaftsraum an der Grenze zu sammeln.
Nun konnten also die deutschen Truppen geschlossen über die Grenze fahren und sich in den beiden vorgesehen Areas in Kötzting sammeln, die kurz zuvor von amerikanischen Pionierabteilungen zumindest einen Wasseranschluß erhalten hatten. Die beiden Areas für die Fahrzeuge waren der Bereich am Ludwigsberg - unterhalbe der jetzigen Capiokliniken - und die Wiesen Richtung Reitenstein.

 In den After Action Reports der 90. Inf. Div. liest sich der Einmarsch der deutschen Truppen so:
5. Mai   359th Infanterie
Während der ganzen Nacht hielt der Vorbeimarsch der 11. Panzerdivision an. Nach Zustimmung durch die 2. Infanterie Division durfte Beleuchtung benutzt werden um den Vormarsch zu erleichtern. Die deutschen Fahrzeuge waren in einem schlechten Zustand. Viele hatten Probleme oder waren ohne Treibstoff und mussten gezogen werden. Um 0300 jedoch kamen die deutschen Mannschaften selber und stampften die durchnässten Straßen entlang zu den Versammlungsorten zusammen mit einigen Pferdefuhrwerken.
Bei Tagesanbruch war die linke Reihe ( es waren zwei Grenzübergänge vereinbart)  praktisch durch aber im Bereich des 3. Bataillons zockelten Mannschaften und Fahrzeuge noch den ganzen Tag hindurch herein, bis dann um 1730 Uhr die letzte Einheit ankam.


Liste an erbeuteten Fahrzeugen und Mannschaften der 11. PD. Nachdem hier das
111. Pz grenadierregiment von Buttlars noch nicht aufgeführt ist scheint es sich nur
um die Zahlen der KG von Wietersheim zu handeln. Die Gesamtzahl der 11.PD, welche
kapituliert hatte müsste somit weit über 10000 Mann gewesen sein.
Das ganze Regiment war damit befasst die kapitulierende Einheit abzuwickeln. Fahrzeuge wurden eingeteilt und in gleichen Gruppen aufgestellt, Abfallgruben wurden errichtet mit den Materialien der Panzerdivision. Eine interne Deutsche Wachmannschaft wurde eingerichtet und zusätzlich ein äußerer Wachring von amerikanischen Wärtern. Dann wurden Material und Truppen gezählt. Obwohl ein Mangel an Waffen und Artillerie festgestellt wurde, war die Größe der Einheit eine Überraschung. Anfängliche Schätzungen waren von insgesamt 1500
bis 3500 Menschen ausgegangen.
 Ende AAR May 45 90.Inf. Division


Meine schon lange verstorbene Tante Frau Betti Schödlbauer erzählte mir vor Jahren, dass auf dem ersten Panzer, der am Marktplatz auftauchte  der Kötztinger Bürgersohn Franz Oexler  saß und von meiner Oma aufgefordert wurde in die Bäckerei hereinzukommen. "Kimm no eina Franz", er aber meinte das ginge nicht, es käme hinter ihm eine ganze Division gefahren. Und wenns so nicht gestimmt hat, dann ist es zumindest eine schöne Geschichte......
Es ist dies übrigens dieselbe Oma, die die amerikanischen Soldaten Tage später zum Kaffetrinken und Frühstücken in ihre Küche eingeladen hatte....
Cpt Clifford inspiziert einen Panzer am Bahnhof in Kötzting

Bild von T/5 Millard McKee Teile der 11. PD im Bereich Gehstorf
Die folgenden Bilder stammen von John Ingram of Opelika Alabama 359th Co F

Panzer an der Verladerampe am Bahnhof in Kötzting



Divisionsschrott auf der Wiese unterhalb des Ludwigsberges

beim Ludwigsberg, im Hintergrund das Lindnersche Bierdepot

wie oben, Panzer an der Verladerampe





 

Ein Melder benachrichtigte GM von Buttlar und dieser rückte dann zwei Tage später mit dem
111. Panzergrenadierregiment - nachdem die US Streitkräfte noch 135000 Liter Sprit geliefert hatten - ebenfalls in den Bereich der US Kavallerie nach Kötzting ein.
Zwei Tage später kapitulierte auch Großdeutschland und der Zweite Weltkrieg war beendet.



In einem längeren Film kann man den Beginn des Abmarsches aus Neumarkt unter den Augen und aktiver Mithilfe der US Streitkräfte sehen.




Wird, wenns noch klappt, fortgesetzt und erweitert, zumindest der zweite Teil, also die endgültige Auflösung der 11. Panzerdivision und das Pfingstwunder mit Franz Oexler auf dem Lieblingspferd von Capitain Ferdinand Sperl möchte ich noch schaffen, aber der Mai ist voll mit Veranstaltungen und anderen Verpflichtungen.....





Literatur und Nachweise, die mir bei diesem Blog geholfen haben:
Herr RA Stefan Dittrich schrieb im Kollegstufenjahrgang 1992/1994  eine Facharbeit mit dem Thema: Der Kriegseinsatz der 11. Panzer-Division im Zweiten Weltkrieg und Kötzting als friedlicher Endpunkt.
G. W. Schrodek unbenanntes Manuskript im Stadtarchiv Bad Kötzting
U.S. Captain Ferdinand Sperls Redemanuskript vom Sommer 1990 im Stadtarchiv Bad Kötzting

Sonntag, 12. April 2015

Das Ende des Zweiten Weltkrieges: das Gefecht bei Grub



Britt Taylor Collins: Das "Gefecht bei Grub" 2005 aus Beiträge zur Geschichte im Landkreis Cham im Original ca 150 cm lang



Nachdem sich in den letzten Tagen im Internet, speziell auf FB auf der Kötztinger Seite, einige Diskussionen zum Thema Ende des Krieges, Kapitulation der 11. Panzerdivision und die Rettung der Lipizzaner ereignet haben und sich dabei manches vermischt hat, versuche ich aus dem mir zur Verfügung stehenden Material und einigen wenigen Augenzeugenberichten die letzten Tage des dritten Reiches und den beginnenden Neuanfang in Kötzting, also April und Mai 1945 zu strukturieren und so gut es geht zu dokumentieren.

Vielleicht nicht gerade chronologisch, aber immer abhängig davon was ich wo (Kötzting - Sinzing)  an Material und Zeit  zur Verfügung habe, nutze ich halt die nächsten Wochen um nach Möglichkeit einige Themenschwerpunkte herauszuarbeiten, was nicht heuer passiert, dann eben im nächsten Jahr, es wird ja wieder April/Mai....

Themenschwerpunkte könnten sein: die Reservelazarette in Kötztings ( letzte Woche)  Schulen und in der Umgebung ab Januar 1945, das Gefecht bei Grub( diesmal), die Rettung der Lipizzaner, die Kapitulation der 11. deutschen Panzerdivision, die Militärregierung und erste zivile deutsche Strukturen, der schwere Neubeginn, der Volkssturm in Kötzting, die Kriegsschäden in unserer Gegend, u.s.w.




Zu meinem letzten Blog erreichten mich erneut ein paar persönliche Erinnerungen:  hier von Bepp Fischer
Dein letzter Blog weckt Erinnerungen: 
Bei der Belegung des Raumes im neuen Schulhaus handelte es sich um ein Büro der Polizei-SS-Einheit von Soldaten meist aus dem Balkan. Diese waren über ein großes Gebiet zur Auffrischung verstreut. Als der Schülerzug nach und von Cham, wegen der Tiefflieger nicht mehr bei Tag fuhr, versuchten wir zur Heimfahrt immer einen "Panwagen" dieser Einheit zu erwischen. Sie fuhren nach Cham und holten von einer zentralen Versorgungsstelle ihren Proviant.

Ich kann mich auch noch erinnern, als das alte Schulhaus mit schlesischen Flüchtlingen belegt wurde. Wir schleppten damals Strohsäcke.


Es geht los mit dem  Gefecht bei Grub
diesen Beitrag haben meine Mutter und ich zusammen mit dem amerikanischen Schlachtenmaler Britt Taylor Collins für die "Gelben Bände" des Jahres 2005, eben auch ein rundes Jubiläum, erarbeitet.

Es liegt in der Natur der Dinge, dass solche Beiträge eher text-  als bildlastig sind. ;-((


Montag, 6. April 2015

Das Ende des Zweiten Weltkrieges: das Ausweichlazarett in Kötzting

Staatsarchiv Landshut
Rep  164-8 Nr.3238
Ausweichlazarett in Kötzting









Frühjahr 1945 







Im Januar 1945 wird die Lage in Deutschland immer schlimmer, denn aus den bombardierten Städten müssen viele Bewohner evakuiert werden. Vor allem die Bewohner bzw. Insassen von Altersheimen und Krankenhäusern werden nun in die vermeintlich sicheren, zu diesem Zeitpunkt noch weitgehend unzerstörten, Bereiche Ostbayerns verbracht.
Zu diesem Zwecke erging am 25. Januar 1945 der Befehl des Reichsverteidigungskommissars im Reichsverteidigungsbezirk Gau Bayreuth - Kötzting gehörte als Teils der NSDAP Kreisgruppe Cham zum Gau Bayreuth - dass in Kötzting das neue Schulhaus (nun das alte Schulhaus in der Holzapfelstraße)  - das damals als "altes" Schulhaus erwähnte Gebäude mußte in den 70er Jahren dem Parkhaus weichen -als Krankenhaus hergerichtet werden müsse.
Bis zur Belegung könne noch weiter Unterricht in den Räumen gegeben werden.
Bereits am 1.2.1945 meldete das Landratsamt Kötzting Vollzug und berichtete, dass Platz für 70-80 kranke Personen geschaffen worden war.