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Sonntag, 28. Juni 2015

wieder mal ein paar alte Luftaufnahmen.......



Diesmal eine etwas leichtere Kost…


Ich weiß, die letzten Beiträge waren sehr textlastig, trotzdem waren die Zugriffe für mich überraschend hoch, auch wenn die Zahlen trotzdem eine eindeutige Sprache sprechen. Bei Bildern sind die Zugriffszahlen mindestens zwei- bis dreimal so hoch.
Nun aus dem Fundus der alten Luftaufnahmen ein paar neue Schmankerl und Rätsel.
Wie immer werde ich die Lösung erst später einfügen, es soll ja auch ein wenig Spaß machen herum zu rätseln, bis der AHA-Effekt kommt. Also diesmal wieder 6 Beispiele:

Fangen wir mal an mit einem ganz einfachen Fall, das sieht ja heute noch fast so aus ....




auch das nächste Bild erklärt sich von selbst, es zeigt halt sehr schön, wie unterschiedlich und unbebaut die Umgebung damals war.


 Zwei mittlererweile verschwundene Arbeitgeber in Kötzting:



Tja, wo ist das denn....



wenn man lange genug hinschaut, dann kommt langsam die Erleuchtung wo diese Kreuzung liegt



auch hier ist es schön zu sehen, wie sich die Straßenverhältnisse und der Straßenverlauf in Kötzting geändert haben.


wenn ich  - angesichts der drohenden Temperaturen -  in dieser Woche noch an den Schreibtisch komme dann habe ich noch überaschendes Material der Amerikaner gefunden, wie sie in unserem Raum ihren Nationalfeiertag im Juli 1945 gefeiert haben....mal schauen
Die Rechte an den oben gezeigten Bildern liegen beim Stadtarchiv Bad Kötzting

Sonntag, 14. Juni 2015

900 Jahre Wettzell: eine Grenzbeschreibung von 1714


Die Hofmark Wettzell von 1714

eine Grenzbeschreibung

Stadtarchiv Kötzting Archiv Wettzell 651/1

Hier beginnt nun eine Reihe von Veröffentlichungen über und aus der Geschichte Wettzells, die in lockerer Folge Dokumente vorstellen soll, die noch nicht in den beiden Wettzeller Chroniken beschrieben sind.
Die Hervorhebungen  von Namen und Ortschaften stammen von mir, dienen der besseren Orientierung und sind nicht im Original so herausgestellt.




Grundsätzlich befinden sich seit der Gemeindegebietsreform von 1972 (mit Wettzell hatte es ja bekanntlich noch ein paar Jahre gedauert) auch die Archivalien der eingemeindeten neuen, und früher selbstständigen, Ortsteile im städtischen Archiv.
Im Falle Wettzells handelt es sich ausschließlich um Materialien aus der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg und um wenige Dokumente aus der Zwischenkriegsszeit. Eine einzige Archivalie stellt als zeitlicher Ausreißer alles Andere in den Schatten und ist auch noch ein sehr wertvolles Dokument der Wettzeller Geschichte.
Es ist eine Grenzbeschreibung der Hofmark Wettzell von 1714, welche auf eine Grenzbegehung vom 28.9.1694 beruht. Solch eine genaue Beschreibung der gesetzten Grenzsteine war in den Jahrhunderten vor der Einführung der Grundbücher und der dazugehörigen exakten Pläne und Urkunden die einzige Möglichkeit um ein Besitztum einigermaßen genau zu beschreiben und gegen Grenzveränderungen zu sichern.
Es gibt Heimatforscher, die solche Grenzlinien mit ihren Markierungen, Wegemarken und Grenzsteinen nachgehen, suchen und neu kartieren - ich habe vor vielen Jahren einmal dem verstorbenen Schwarz Sepp aus Kötzting, - er war damals nicht als Heimatforscher sondern beruflich unterwegs - zugesehen, wie er nach Grenzsteinen gesucht hat, es war verblüffend mit welcher Sicherheit er auf alte Aufzeichnungen zurückgegriffen hatte und, mit ebensolcher vorausgesagten Sicherheit, versteckte Grenzsteine dann auch gefunden hat......

Vielleicht findet sich ja in der jungen Wettzeller Generation jemand oder eine Gruppe, der es Spaß macht viele der in der Grenzbeschreibung erwähnten Markierungen neu aufzusuchen, zu markieren und so den alten Dokumenten und Steinzeichen ein neues Leben einzuhauchen.

Ich selber gehöre NICHT zu dieser "Wanderfraktion" sondern bleibe lieber bei meinen Akten im Keller....... ABER ich möchte dieses besondere Dokument in, auch für andere, lesbare Schrift, übertragen und vielleicht wird ja jemand neugierig und geht für mich die Grenze entlang ......

Sehr interessant ist die eine Stelle an der beschrieben wird, wo die Maleficanten, also die verhafteten Bösewichter, an die Obrigkeit des Landgerichtes Viechtach übergeben wurden. In der Hofmark Wettzell selber hatte der Scherge des Gerichtes Viechtach keine Amtsgewalt.




Gränitz Beschreibung
über die Hofmarkt Wetzell, welcher gestalten dieselbe an alle angränzende Orte, beysein aller angränzenden Interessenten begangen und beschrieben worden angefangen gegen:

Grueb

den 28. 7bris 1694 in beysein an seithen Wettzell des daselbstigen Obrist Walserischen Hofmarksrichters Hanns Thoma Karzers, und der gesamten Dorfsgemein alda, dann anseithen Grueb Ihro Wohlerw. Herrn P. Placidy Tallers Priorn und Pfarrern zu Kötzting und des Probst Verwalters Herrn Simon Schirmbkovers alda, wie auch des Garttners Michael Paurns zu Grueb, von der Straß, so von Kötzting nachher Wettzell gehet, am Eck des Grueberischen Schwarzhölzl sonsten das Frauenholz genannt in einer Wiese nachher Wettzell gehörig 1 Schritt vom Gehag oder Gränitz in einem liegenden Stein ein (+), weiters 60 Schritt an ersagter Wiese am Gehag und Schwarzholz hierauf in einem


Stein ein (+), ferners hierauf an Schritt in einem großen Thannenpaumb und sogleich linker Hande 5 Schritt von Stein ein (+),  weiters 139 Schritt in einem Stein ein(+) , wobei ein Thannenpaumb stehet, fürbaß 107 Schritt bei einem großen Stein linker Hand 2 Schritt in einem großen Stein ein (+)  , wieder 34 Schritt in einem großen Stein ein (+), sodann am Gehag des besagten Gruberischen Schwarzhölzl 44 Schritt neben des Wirths zu Wettzell sogenannten Holzacker in einem Stein ein (+),  weiters 38 Schritt in einem Eck, woran der Globig Bauer, so ein nacher Zandt gehöriger Untertan ist, angränizet, rechter Hand das ermelte Grueb oder Frauenholz /: worinnen eine Wiesen entlegen, so zu des Matters Pögners Hof nachher Wettzell ein pertinenz dahin gehörig ist ./, linker Hand aber die Wettzeller Gründ entlegen sind, alda sich besagtes Grueber Hölzl endet, und anfanget die Marchung am Klobighof.










Klobighof


den 5ten Juni 1695 hat man an Seithen Wettzell des vorbenannten daselbstigen Richters und Dorfsgemain alda wieder fortgefahren, gedacht Wettzellische Gränitz zu begehen und zu beschreiben und zwar vom obigen Eck des Grueber Hölzls, und des Klobigbauers Hans Köpls Gründ, welcher auf obrigkeitliches Verschaffen gegenwärtig erschienen, lincker gegen Mittag am Gehag, so die Wettzellische und sein Klobigbauers Gründ schaidet, hinauf 142 Schritt alda es ein Eck, und in einer Birken ein (+) hat, von dannen gehet man gegen morgen zwischen des Wirths zu Wettzell und des Klobigbauers Feld 124 Schritt daselbst 3 Schritt zurück von der Gränitz auf einen großen Stein ein (+) dann gegen Mittag hinauf bis zwischen des Herrn Pfarrers zu bemelten Wettzell und widerholten Klobigbauers Feldern hinauf 124 Schritt bey einem kleinen Steinhaufen mitten auf der Höhe und gerade auf der Schrottfurch in einem tief liegenden Stein ein (+), fortan in der Schrottfurch 87 Schritt beym Eck der Sebastian Finckens zu Wettzell Feld linker



Hand 2 Schritt ein Stein ohne ------ gegen Mittag zum Theil hinab an ...... linker Hand des Hans Heigls Hofb(auerns von ) Wettzell und rechter Hand mehrmals des ...... Grund 85 Schritt zwischen diesen beeden Feldern auf die nacheinander liegende Steine an der Anwandten hinab 82 Schritt alda des Georg Laubners zum Gericht Linden gehöriger Unterthan, so auf obrigkeitliches Verschaffen gegenwärtig erschienen zu

Sackenried
Gründ anfangen und befindet sich in einem Stein ein (+) und dieser Steinwand und Gehag zwischen des besagten Heigl und Laubners Feldern hinab aufm Fahrtweg von Wettzall nacher Sackenried gehend 100 Schritt grad hinüber gegen Mittag am Gehag 25 Schritt zu des Fridrichs Pommers von Wettzell Ackerl, alda man sich an des Georg Schedlbauers auch zu Wettzell Gründen lincker Hand liegend und rechter Hand benannten Laubners zu Sackenried Gründ sein, alda ist wieder ein Eck, und gehet man halb rechts gegen Mittag 98 Schritt, daselbst wendet man sich halb links am Gehag hin 44 Schritt zu einem Steinhaufen von dannen wieder halb rechts gegen Mittag 162 Schritt und be





befindet bei einem großenspitzigen Stein ein (+), weiters gehet gehet man auf einen großen Stein hinab zu auf den

Puechberg

etwas linker Hand an der linken Hand liegenden Bergs Heng hinfort auf einer Zwießl Buchen alda Hans Premb und Georg Mühlbauer von Puechberg Gerichts Viechtach, so an die Wettzellischen Gründ anstossen, auf obrigkeitliches Verschaffen gegenwärtig erschienen, und weiters auf der Marchung fortgangen, an bemelter Heng etwas hinauf zu einem großen Stein 168 Schritt darinnen beim Eingang ein (+),  auf welchem Stein sich 3 junge Fäull Birnbäuml befinden, ferners 115 Schritt am Gehag aufm Gangsteig nachher Puechberg gehent, von dann hinauf an der Steinwand 268 Schritt, alda fangt wieder an des Heigls zu Wettzell Hutwaid, fürbaß aufm Steinriegl alsdan linker Hand gegen Aufgang am Gehag in eine tieffe Thall hinab 216 Schritt wieder etwas rechter Hand am Gehag 174 Schritt, alda fangt an

Helenstein

zum Gericht Viechtach gehörig und gegen links gegen Aufgang zwischen mehr ...Heigls und der Helensteiner, als des Joachims Rappenbauers, alda so gegenwärtig erschienen, Gründen in die Thall hinab 57 Schritt, daselbst in einen Stein, so eine Tiefe, wie eine Schiessel hat, ein (+), weiters hinab aufm Gangsteig, so rechter Hand hinab von Wettzell nacher Hellnstein, der auch gegenwärtig  gewesen Gründ anfangen. von dannen hinauf auf einen großen Stein, linker Hand liegend und weiters zu des Wirths Hans Seidels zu Wettzell Wiesen165 Schritt und hinab zu des Adam Haimerls daselbst Wiesen, alda wendt man sich wieder halbrechts, zu des Adam Prems zu Wettzell Wiesen, ferner gehet man zwischen des Wolf Wolfpergers auch zu Wettzell und Mathes Finken zu Helenstein Wiesen hindurch an des Georg Vogls zu Wettzell und naher benannten Helenstein gehörigen Wiesen bis ans Kastlbächl an des Adam Müllers














von Helnstein Grund zum Gericht Linden gehörig der auch auf obrigkeitliches Verschaffen gegenwärtig erschienen, von danen an der Kastlmühle nach Wettzell gehörigen Gründen gegen Aufgang hinauf zu einem Faulbeerbäuml und sodann etwas rechter Hand über Heinzelberg den Heinzelbergischen Ferchenbühl auf das Eck des Georg  Müllers zu Wettzell Wiesen, mehr am Gehag und an des Heinzelbauers Waid fort, auf des Wolf Hastreiter von Wettzell linker Hand liegenden Wiesen am Gehag des Lamerbacher Hölzls am selben hinauf auf die Straße nach Viechtach, alwo die Maleficanten übergeben werden, alsdann über die Straße gegen  Aufgang neben des Kastlmüllers linker Hand liegenden Wiesen, über die Stein, sonsten die Schöne genannt, ins Schwarzholz hinauf 265 Schritt, alda in einem Stein, wobei linker Hand ein Tannenbaum geplezet, ein solches (+) das rechter Hand nacher

Lamerbach
und linker Hand nacher Wettzell ge


hörige Schwarzholz scheidet welches Neubergers und Georg Schlechts be....
bach begangen werden fürbaß 13 ..... einer großen Tannen ein(+), weiters hinauf 106 Schritt, zu des beriehrten Schlechts Wiesen, am Eck beim Pächl ein spitziger Stein, darin ein (+), weiter hinauf an des Schlechts rechter Hand liegenden Wiesen durchs Gestreiß auf des Kastlmüllers Wiesen 76 Schritt, und zwischen beeder Wieden, die Höglerin genannt, hinauf ans Eck des Wettzeller Schwarzholz und des Schlechts Laubberg 162 Schritt alda fangt an des Adam Muhr von Lammerbach Lust, und gehet hinauf am Gehag 228 Schritt, alda fangt wieder der mehrbesagte Schlecht Lust oder ausgezeigte Weid an, und gehet hinauf neben einem Steinriegel an des Poppenzellers nacher Wettzell gehörigen Gründen 390 Schritt gegen Mittag zu am Gehag an obigen Neubergers  von Lamerbach Schwarzhölzl- und weiters am Gehag fort neben des Poppenzellers Wiesen, und der












Pichlinger

zum Gericht Viechtach gehörigen rechter Hand entlegenen Schwarzhölzl, alda wendet man sich gegen Aufgangund etwas gegen Mitternacht und gehet am Poppenzellerischen Gehag, alwo die Gangsteig von Pächling und Wiesing in die Poppenzellerisache zusammentreffen, dann fort an Pachlinger Gründen etwas weiters gegen Mitternacht an die
Oberhofische Gründt
Gegen dem Wettzeller Schwarzholz alda an der Heng in einem Stein ein (+) so das Oberhofische und Wettzellische scheidet, von dannen hinauf ein Steinriegel, so linker Hand lieget am Oberhofer Gehölz, hinab gegen halb Mitternacht und halb Aufgang zu einer großen Thannen 260 Schritt in einem Stein ein (+) weiters hinab auf die
Wurzenhofische
Gründ, dem Georg Müller gehörig so gegenwärtig erschienen zu einem Baum












200 Schritt, alda der Gangsteig von Weidenhof nacher Viechtach vorbeigehet, bei diesem Brunn stehet eine große Thannen darinnen ein Stein in welchem ein (+) von daslebst gehet man gegen Mitternacht am Pächel, so rechter Hand lieget bey 30 Schritt alda in einem

Maistersdorf (Matzelsdorf)

Stein ein (+), ferners auf die Maisterdorfische Gründ zu, wieder in einem Stein ein (+) dann an der Heng auf die Weydenhöfische

Weydenhof 

Gründ zu, daselbst eine alte Thannen im Wald stehet, so 4 Löcher. Weiters kommt man auf die Weidenhofische Rieder und ist der Weidenbauer Andrä Penzkofer in Person erschienen und mit und Wettzeller am March zwischen seinem Riedern oder Laubberg zu einer Thannen, zwey  (+), weiters an einem Flüßl bey einem großen Stein ein (+) an der Heng auf die geplezte Bäum zu 44 Schritt in einem liegenden Stein ein (+) und zu  einem alten Stock 108 Schritt, darauf ein Stein liegt, alsdann wendet


man sich halb rechts gegen Steinbühl, und gehet grad in die Thall hinab an den Weidenhofischen  121 Schritt zu einem Fahrtwege allda in einem großen Stein ein (+) und hinab aufs Mooß auf die beplezte Bäum, auch gegen der Weidenbauer Gut, so rechter Hand liegt, alsdann wendet man sich gegen Niedergang zu einem alten Holzfahrtwege und fangt rechter Hand an das ehemals gewest Gleißenthorrerische sodan Walserische jetzt aber denen Weydenbauern verkaufte freyeigene Gehülz rechter Hand = und befindet sich in einem Stein ein (+), auf diesem alten sehr verwachsenen Fahrtwege gehet man gegen Niedergang fort auf dessen Frey
eigenthumlichen Wiesgrund zum untern Eck so dem alten Wirth zu Wettzell Ander Wolfen gehörig gewesen, und mit der Aufrichtung zum Gericht Viechtach gehört, welchen Grund sein Sohn Herr Michael Wolf Gerichtsschreiber zu Mitterfels zur Sct. Johanni und Pauli Kapellen gegen einen jährlichen Seelenmeß anhero vermacht, alda geht man halb rechts gegen Traidersdorf am gehag












des Wolfsbergers zu Wettzell Wies hinab an das zum Gotteshaus und einem Pfarrer zu Wettzell gehörige Hölzl gegen Niedergang
Leckern
und zum Leckerischen dem Veith Weißen allda so gegenwärtig gewesen = nachher Lichteneck gehörigen Gehölz, ferners auf die geplezte Bäum hindurch zu sein Weissens Hutweid, alda seind in einem Thennling 2 (+) daselbsten wendt man sich halb link gegen MIttag , und gehet an des Mathes Pögners von Wettzell Wiesenan ein Eck und halb rechts am gehag hinauf, bis an vorgemeldtes, jetzt zur Sct. Johanni et Pauli Kapellen zu Wettzell gehöriges aigen am Weg von Wettzell nach Weydenhof gehent an selbigen Gehag linker Hand bis an die Wettzeller Hut an einem Eck alda wendt man sich wieder halb recht gegen Mitternacht, und gehet ein Gehag 200 Schritt hinab zu einem Stein, so vorbenannte Weißens  und des Müllers zu Leckern an die Wettzellersche Gründ scheidet, alda befindet sich in einem Stein ein (+), ferners gegen Mittag in einem Stein ein (+) und so dann gegen Niedergang auf die  geplezte Bäum


auf die 3 hohe Stein zu 197 Schritt in welch höchsten Stein auf der Mitten ein (+), weiters gegen Niedergang 76 Schritt in einem Stein ein (+), fortan 58 Schritt in einem Stein ein (+) weiters fort 83 Schritt in einem Stein ein (+) mehr 32 Schritt in einem Stein 2 (+), mehr 136 Schritt in einem Stein bey einem Fahrtweg /:so inzwischen ein Marchstein seyn solle :/ so aber nit gefunden worden, fortan 52 Schritt in einem Stein ein (+), mehr gegen Niedergang 79 Schritt in einem Stein ein (+), wieder 91 Schritt in einem Stein ein (+), dann 75 Schritt in einem Stein ein (+) hinfort zu einem Steinriegl 180 Schritt in einem Stein ein (+), alda des Martin Vogls zu Leckern so nebst dem Müller alda gegenwärtig erschienen Gründ anstosset /:nzwischen wieder ein Marchstein nicht gefunden seyn solle:/ fürbas 97 Schritt in einem Stein ein (+) mehr etwas wieder 110 Schritt zu dem Kaittersbach in einem Marchstein 3 (*), welcher Marchstein Leckern, Kaitterspach und Wettzell scheidet, von dannen gehet 37 Schritt zu einem Stein, darinnen



ein (+), Item 55 Schritt ein scharfer Stein mit einem (+) ausgenehmenter gefunden, aber mit gesamter Hand nicht zu sehen befolchen worden, fürbaß 50 Schritt bey einem Faulbeerbaum in einem Stein ein (+), hinfort 135 Schritt an des Georg Haimerls zu Kaitterspach, so gegenwärtig mitgezogen, Hutweid, alwo der Wettzeller Schwarzholz ein End hat, in einem Stein ein (+), von dannen kommt man ein Gehag des Haimerls zu Kaitterpach, rechter Hand liegenden Wiesen, und an des Hans Heigls zu Wettzell linke Hand liegenden Wört auf die Straß von Wettzell nachher Kaiterspach und darüber an des Wirths zu Wettzell Acker und selbiges Gehag, welcher Acker an des sich anwesend befundenen Christian Zächmanns zu Kaitterspach Huetwaid anstosset, ferners kommt man zu des Mattes Pögners zu Wettzell Waid und aufm Fahrtweg auf die Stockmühl gehet, und hinüber an des Wirths zu Kammern Schwarzholz, bis aufm Fahrtweg nachher Kötzting, alwo man die Gränitz zu begehen angefangen, morgens früh um 5 Uhr und damit

daß diese Abschrift dem Original ab anno 1690 Stift und Salbuch der Hofmarkt Wettzell mit denen hierin aufgeworfenen jährlichen Stiften, Gilten, Kuchendienst, Schwarwerk wie auch Gränitz Beschreibung von Wort zu Wort ganz gleichlautend ist würdet von mir Endtunterschriebennem attestiert den 7. Septembris 1714

J.G. Mayr Notar
publiziert zu Kötzting  (und unterschrieben mit eigener Hand)

die wörtliche Übereinstimmung mit der im Stift und Salbuch inserierten Marchbeschreibung bestätiget Runding am 7.Juli 1821
das Ritter von Poschinger Patrimonialgericht von Wettzell
Schreyer Gerichtshalter




Nocheinmal hin zur eingangs erwähnten Hoffnung:
Dieses Dokument soll/kann eine Aufforderung darstellen diesem historischenGrenzverlauf eins zu eins in der Natur zu folgen und vlt zu markieren und zu dokumentieren
Viele Spaß, Mente





Sonntag, 7. Juni 2015

900 Jahre Wettzell

900 Jahre Wettzell    erster Teil



Wettzell auf einer alten Postkarte, bei aller künsterlischen Freiheit der Darstellung ist es doch interessant, wie relativ gering
bewaldet das Kaitersbergmassiv dargestellt wurde.



Nach der Zusage an Hans Seiderer, den geschichtlichen Festvortrag in Wettzell zu übernahmen, stand für zwei Jahre im Vordergrund aller meiner Forschungsreisen, immer auch ein Auge auf mögliche Wettzeller Archivalien zu haben. Dies gelang und mit Ausnahme meiner Mutter, der ich immer nach solch einer Fahrt sofort Rapport geben musste, wusste eigentlich niemand etwas darüber ob und wie erfolgreich ich bei dieser Suche gewesen bin.

Natürlich steht am Anfang dieser Wettzeller Geschichte ein kurzer Aufriss des Werdeganges dieses Dorfes aber dann schließt sich ein Kaleidoskop an kleinen und kleinsten Fundstücken an, die ich so in den letzten zwei Jahren zusammengesammelt habe

Zwei  gute und umfassend recherchierte  Chroniken nennt Wettzell sein eigen, die erste geschrieben vom Wettzeller Pfarrer  Alexius Schwab 1934-1947, die andere, wesentlich
umfangreichere und auf die Schwabschen Chronik

aufbauende, wird im Mai 2001 von Lois Perlinger

herausgegeben.  Damit besitzen die Wettzeller eine

gründliche Zusammenstellung ihrer

Ortsgeschichte, weit mehr, als was andere Pfarrgemeinden besitzen..



Gleich an dieser Stelle ein Hinweis auf eine weitere Kostbarkeit, die sich im Besitz von Wettzell befindet, das Wettzeller Pfarrarchiv.



zwei Metallschränke voll mit Wettzeller Kirchengeschichte



In zwei Metallschränken ist das kirchliche Leben der Pfarrei  verborgen und wartet darauf von interessierter Seite gehoben, gelesen und

ausgewertet zu werden.  Solch einen „Interessenten“ zu finden und eine neue Generation von geschichtlich

Interessierten heranwachsen zu lassen ist meine

Hoffnung an solchen großen geschichtlichen Jahrtagen.

  Also wer immer möchte kann gerne zu unseren

monatlichen Lesestammtischübungen kommen, die alte Schrift lernen und dann sich an das Wettzeller

Pfarrarchiv machen……er wird tolle Dinge finden, das  kann ich versprechen.
 
hier ist viel Interessantes versteckt

die erste Seite des Hofanlagsverzeichnisses
der Hofmark Wettzell im Landgericht Viechtach
des rentamtes Straubing




Nun aber der Sprung zurück um 900 Jahre:  In einer Urkunde der Grafen von Bogen wird 1115 Hervicus de Wescilscella als Zeuge dieser Beurkundung genannt. Dieser, und  später andere Herren, die sich nach Wettzell nannten,  tauchen in den  folgenden  Jahren, Jahrzehnten und  Jahrhunderten regelmäßig auf. 


Das ist die eine, die dörfliche Seite, die Frage also wann Wettzell als Ortschaft zum ersten Mal erwähnt wurde,

die nächste Frage ist, wann die Kirche von Wettzell in der Geschichte auftaucht. Bei ihrer  Ersterwähnung war sie noch eine Filialkirche von Arnbruck und wird, erneut vom Grafen von Bogen,  1209  dem Kloster Niederalteich geschenkt, das damit auch das Präsentationsrecht erhält, dieses, also das  Recht den jeweiligen Pfarrer für Wettzell zu bestimmen, bleibt übrigens bei diesem Kloster bis zur Säkularisation 1803, also fast aufs Jahr genau für lange 600 Jahre.


Schaut man nun genauer auf die Inhalte dieser Ersterwähnungen, so muss man feststellen, dass es sowohl für das Dorf als auch für die Kirche in Wettzell

einen Zeitraum gibt, in dem beide bereits existiert haben müssen,  von dessen Länge wir aber  nur eine ungenaue Vorstellung haben können. Kurz gesagt Wettzell ist sicherlich schon einiges vor 1115 gegründet worden, wir wissen halt nicht genaues davon – und haben, wie übrigens auch in Kötzting nun mal nur diese überlieferte Jahreszahl der Ersterwähnung.


Wir haben also das Dorf, wir haben die Kirche. Ein dritter Teil betrifft die Entstehung der herrschaftlichen Gewalt, der Grundherrschaft also, als Hofmark bzw. das Gerichtswesen grundsätzlich.  Ein  Wolchier von Weccescelle gibt in einer späterenVerkaufsurkunde sowohl einen Hinweis auf ein  Pfarrwidtum als auch auf das Vorhandensein eines Dorfgerichtes.

Das Pfarrwidtum ist kurz gesagt der landwirtschaftliche Betrieb des Pfarrers und sicherte damit sein persönliches Einkommen. Streitigkeiten über dessen Einnahmen und die unterschiedlichen Nutzungsrechten dieses Widtums ziehen sich über all  die Jahrhunderte hinweg und ich werde solch einen Streit später mal kurz streifen.






 Also: 1115 gibt es bereits eine Familie, die sich nach Wettzell nennt. 1209 kommt die Kirche Wettzell zum Kloster Niederaltaich und gesichert 1338, also damit ebenfalls schon lange vor der Erstbezeichnung als Hofmark – zum ersten mal als solche 1486 bezeichnet -   bestand nachweislich bereits ein Dorfgericht,

Wer hat also möglicherweise ganz am Anfang  Wettzell gegründet und wann und vlt.  warum :

Pfarrer Schwab wollte  aufgrund der Namensendung –*.zell eine Ortsgründung durch ein Kloster belegen und führte dafür mehrere Möglichkeiten an, die neueste Forschung glaubt aber an eine Rodung und Gründung  durch die Grafen von Bogen, die hier einen ihrer Ministerialen auf einen Hof setzten.



Was ist ein Ministeriale    

Männer aus dem Kreis der Unfreien, die zu Kriegszeiten als bewaffnete Reiter auserkoren waren und für die Verwaltung des Königsgutes eingesetzt werden konnten. Der gesamte östliche Grenzsaum des „Deutschen Reiches“ war weitgehend Königsland und dort waren als Herrschaftsstrukturen in unserem Raum die Grenzmarken der Grafen von Cham und Bogen angesiedelt.  Auch die kleineren Adeligen und Bischöfe machten es mit ihren  leitenden Untergebenen nach und nach genau so und aus diesen unfreien Untergebenen, allerdings in gehobener Position sozusagen die Abteilungsleiter im  mittleren Management,  entstand  eine eigene Sozialschicht, die der Ministerialen. Diese Männer wurden teilweise auf ein Dienstgut versetzt, oder erhielten ein solches als Folge ihrer guten Führung oder als Dank für geleistete Dienste, siehe Azelin in  Weißenregen.

Diese von der Herkunft eigentlich unfreien Ministerialen wurde lehensfähig, heiratete in adelige Familien ein und so entstand im Laufe der Zeit niedere Landadel. Im 13. Jhdt. war dann Schluss mit dieser Adelsschwemme, nur derjenige durfte noch adelig sein und sich nennen, der auch bereits adelig geboren wurde.
 




Hier kommt nun ein Ausschnitt aus dem Hofanlagsverzeichnis der Hofmark Wettzell von 1760
laufende Nummer 27 Georg Heigl Hofbauer
28 Johann Sterr Wirth
Bereits in den beiden Chroniken wird erwähnt – auch im historischen Atlas von Bayern für das Landgericht Viechtach und Linden – dass in dem Anwesen mit dem hausnamen „Hofbauer“ der Urhof Wettzells zu finden sei.
Dieser Hofbauernhof ist 1760 im Besitz eines Georg Heigl und wird als 1/1 Hof also als „Ganzer“ Bauer ausgewiesen.
Ausschnitt 2. Seite aus dem Hofanlagsbucgh von 1760 Nr. 26 der Hofbauernhof
Diese Einteilung der Grundstücke nach dem Hoffuß in ganze, halbe, viertel, achtel usw. Höfe war in Altbayern seit Jahrhunderten gebräuchlich – in anderen Gegenden wurde eine Realteilung durchgeführt, was zu einer surrealen Zersplitterung der Flächen in kleine und kleinste Einheiten führte. Dies war in Bayern undenkbar, alle Grundstücke eines Hofes waren als sogenannte Pertinentien fest an den einen Hof gebunden, unverrückbar und unverkäuflich seit und für Jahrhunderte.
Die nächste Frage beschäftigte sich mit einem möglichen Schloss in Wettzell, wie es z.B. eines in der Hofmark Breitenstein, in Grub oder in Haus gegeben hatte, wobei das Wort Schloss sicherlich eine Riesenübertreibung darstellt für das vermutlich sehr einfache Gebäude, dass die Landadeligen in unserer Gegend ihr Eigen nannten. Ein solches ist nicht nur nicht in Wettzell nachgewiesen, sondern hat es offensichtlich auch nie gegeben. Die jeweiligen Besitzer wohnten nicht im Ort und in den meisten Fällen wurde die Verwaltung auf die sehr viel größere und mächtigere Hofmark bzw. Herrschaft Runding übertragen und von deren Richtern ausgeübt.
 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

Die adeligen Inhaber der Hofmark:



Da haben wir dann die Chamerdorfer, die Göttlinger und die Nußberger, danach kommen schon zum ersten Mal die Nothaft und die Eyb auf Runding, das mächtigste Herrschaftsgebilde in unserem Nahbereich. Die Kadinger, die Gemmel und Walser von Syrenberg ein verdienstvoller Offizier bei der Verteidigung Bayerns gegen die Österreicher.  Der nächste Besitzer, der Freiherr von Wetzel, trotz der Namenähnlichkeit kein Wettzeller, ist noch erwähnenswert weil er nach einem Einbruch in die Kirche sich sehr großzügig zeigte und  einen Kelch – übrigens ebenso wie die gespendete
Monstranz heute noch vorhanden - , wertvolle Stoffe, 5 Messgewänder und vieles mehr stiftete.
Wir schreiben  das Jahr 1720, die von Frenau besitzen nun die Hofmark von denen ging der Besitz an den Obristen von  Rasco. So, niemand kann sich die Namen merken aber  bei den nächsten sollten sie es tun, denn nun werden besondere Beziehungen nach Kötzting sichtbar.
1770 wird die Hofmark Wettzell um 22000 fl  an Michael Poschinger verkauft. Wenige Jahre später treten dessen 5 Söhne die Nachfolge an und einer seiner Kinder – ebenfalls Michael mit Namen – ist Michael Poschinger, der Schwiegersohn des berühmtesten Kötztingers, des Kammerers Wolfgang Samuel Luckner, meines persönlichen Lieblingskötztingers.  Wolfgang Samuel ein Machtmensch und Prozesshansel mit drei Frauen und 22 Kindern.  - Die dritte Frau war übrigens die 17 jährige Nichte seiner verstorbenen zweiten Frau. - Es ging in Kötzting entweder nach seinem Kopf oder es ging gar nichts. Er  war der Erbauer des alten Rathauses,  der Gründer des heutigen Lindnerbräues – allerdings als Herrensäge – er hat die Feuerwehr verbessert und im Hungerjahr 1777 seine Bürger vor dem Verhungern gerettet und vieles mehr. Und diesen Mann hat der Mitbesitzer der Hofmark Wettzell, Michael Poschinger also,  10 Tage nach seiner Einheiratung aus dem Haus geworfen – was prompt eine jahrzehntelange Prozessserie zur Folge hatte, die erst endete, als Poschingers Tochter selber wieder heiratete und den Besitz erbte. Nun waren also die Schranks, einen solchen heiratete die Tochter Michael Poschinger zusammen mit den anderen Poschingernerben  Hofmarksbesitzer.

Diese Herrlichkeit der kleinen Adelsbesitztümer begann sich ab 1803 mit der Errichtung des Königreichs Bayern und der  neuen Regierung schrittweise zu ändern.  Es entstand zuerst zusammen mit den anderen Besitztümern der  Poschingers  ein neues Patrimonialgericht und ausgeübt wurde dieses von dem Nothafftschen Gerichtshalter Schreyer. Interessanter wäre in diesem Zusammenhang herauszufinden, ob dieser Schreyer mit  der früheren Kötztinger Marktschreibersfamilie Schreyer verwandt ist.  Diese Verbindung nach Runding ist deshalb so besonders, weil in einer späteren Schulangelegenheit ausdrücklich festgehalten wird, dass die Herrschaft
Runding ein Mitspracherecht bei der Bestellung eines späteren Schullehrers hat.
1842 erfolgt dann die Auflösung als Hofmark und endgültig damit die direkte Eingliederung der Wettzeller Hofmarksuntertanen in das  Landgericht Viechtach

Zuvor jedoch bei der Neubildung der politischen Gemeinden durch die  Regierung in München:

1808 Bildung der Dorfgemeinde Wettzell im Steuerdistrikt Sackenried
1818 Gründung Gemeinde Wettzell
1972 Gemeindegebietsreform: Gemeinde Wettzell mit Hauptsitz in Wiesing
Wunsch nach Eingliederung nach Kötzting und folgend
1975 Regierungsvorschlag dass Liebenstein und Wettzell zu Kötzting kommen.

01.05.1978 ist die letzte Gemeinderatssitzung der Gemeinde Wettzell und seit 1.5. gehören Wettzell und Kötzting zusammen zur Stadt Bad Kötzting.
Bemerkenswert in diesem Zusammenhang:
Von 1948 bis 1978, also dreißig in diesem Falle sicher lange Jahre lang war Max Vogl von Ried der langjährige und letzte Bürgermeister der Dorfgemeinde Wettzell, keiner der bekannten Dorfvorsteher war auch nur annähernd so lange im Amt.
Andere dreißig Jahre:
30 Jahre Dienstjubiläum des Wettzeller Lehrers Johann Singer, der jeden Tag zwei mal die Strecke Kötzting Wettzell zu Fuß gegangen war. Am Ende war er 32 Jahre im Dienst.


Im Stadtarchiv Kötzting findet sich unter den Akten der Heimatberechtigten auch der Geburtsbrief des späteren Lehrers Singer aus Moening vom April 1860.
Anders als heutzutage war die sogenannte Heimatberechtigung mit all seinen Einschränkungen der Beginn einer einfachen sozialen Absicherung.
Um nicht zu viele Heimatberechtigte in ihren Reihen zu haben - und damit die Verpflichtung für diese Person und seine Nachkommen sorgen zu müssen - haben die einzelnen Gemeinden, Märkte und Städte diese nur sehr restriktiv ausgegeben. Dies war einer der Hauptgründe warum zum Beispiel auch die Heiratserlaubnis häufig nicht ausgesprochen wurde bzw. eine solche strikt verboten wurde. Kinder aus einer solchen Verbindung mussten eben dann nicht von den Gemeinden mitversorgt werden im Falle einer Bedürftigkeit.











Wie hat sich nun in der Vergangenheit das Dorf Wettzell entwickelt und wie waren die Verbindungen zwischen Kirche und Dorf:




Aufschluss über diese Fragen geben normalerweise die Salbücher und Hofanlagsverzeichnisse s.o.

Im Repertorium des Wettzeller Pfarrarchives ist ein Salbuch aufgeführt……leider ist dies eines der wenigen Archivalien, die verschwunden sind, andere Lücken sind  bei den Rechnungsbänden vorhanden, aber im Großen und Ganzen sind alle Archivalien noch vorhanden, die im Repertorium in den dreißiger Jahren aufgeführt sind. Dass gerade das älteste Salbuch fehlt ist sehr ärgerlich denn in diese Bücher sind nicht nur einfach Auflistungen sondern es sind dort auch die Rechte und Pflichten der  Bewohner, des Pfarrers und desGerichtsherren aufgeführt.

ABER

Diese – ich nenne es mal Randbedingungen – finden sich in einem Schriftwechsel zwischen der Pfarrei und dem Bistum in Regensburg.



Dort gibt es eine Abschrift aus dem Salbuch des Herrn Sebastiano Aggricola, gewester Pfarrer alda von 1633 Continuiert von Abraham Aicher, Pfarrer in der Lamb,  nit weniger von mir Franzisco Antonio Dreer Pfarrer  allda de Anno 1690

Hier einige Beispiele aus den Rechten des Pfarrers



  1. Dem von Perg, Poppenzell, Wurz, Löckhern, Weidenhoff, Keiderspach, Stockhmihl, Wettzell,  Trumb, Hilmstein, Puechperg, Riedt, Säckenried, Klobighof hat ein ieder Pfarrer dem treissigsten Thail und ist Prinzipal

   2. Zu Sindorf Kötztinger Pfahr hat ein Pfarrer den dritten oder zweiten Thaill
  
   3.  Hat ein Pfarrer durchgehent von allen Gärtten wo Krauth oder Rueben darin baut 3x Gartten Pfennig zu erheben wo aber kein Kraut oder Rueben sondern Getraid angebaut ist, gibt man keinen Gartenpfennig sondern hat Pfarrer den Zehent allein und zwar die zehente Garb




  4. Die Sallner Ayer / ut volgo aciert/ hat ein Pfarrer durchgehent in ganzer Pfarr tempore pascati in Aufschreibung der communicanten von ieglicher person ein Ayer ebenfalls in Abhollung der Zettl auf nit weniger zu fordern.


   5. Von dem schuldig Khäs ist wegen öffterer eingeloffen Unsauberkeit mit denen Pfarrkindern corporiert worden, anstadt der Khäs von ieglicher Khuhe 1 x zu geben so dann noch bis dato sein Fortgang gehabt



Verzaichnus der Kreuzgäng:

Befünden sich solcher 25 so in alten Tauffbuch und hat ein pfarrer nit mer als 5 fl

Von der Filialkürch Säckhenried hat ein pfarrer von der Kürchweich 2 fl 51 ½ xr






Nun aber zu der Entwicklung der einzelnen Ortsteile Wettzells:


So wie aber die Stadt Bad Kötzting nicht nur aus demHauptort besteht, ist es auch mit Wettzell und seinenOrtsteilen und seiner Geschichte.



Für heutige Zeiten unvorstellbar war die Situationdamals sehr klein  strukturiert. Heutzutage zahlen wir

alle an EIN Finanzamt und gehen im Konfliktfall vor ein  Amtsgericht und werden weiträumig von einem  Notar versorgt.


Sackenried zB. musste sich in all den obigen, weltlichen,  Fragen zuerst an das Kloster Windberg richten. Pfarreimäßig gehörten die Sackenrieder aber nach Wettzell. 


Genau so ging es mit den Bauern in Höllenstein, Ried und Buchberg.  


Sackenried scheint dem Kloster Windberg bei dessen Gründung  ebenfalls von den Grafen zu Bogen geschenkt worden und damit ebenfalls fast 900 Jahre alt zu sein (=1125) es folgte dann die Gründung einer Probstei: mit Sackenried, Höllenstein, Ried am See und Klobighof


Kompliziert wurde es in Kaitersbach, deren Bauern alle dem Spital in Kötzting – früher gegenüber Tabak Liebl – beim Godl - Untertan waren.  


Lammerbach wiederum war bereits von Anfang an dem Kastenamt Viechtach untertan. Leckern jedoch  gehörte ganz woanders hin, nämlich  zur Hofmark Lichteneck und damit nach Runding. 



Poppenzell , ja da wird’s nun interessant, ist älter – zumindest was den ersten Nachweis angeht – schon 1105 ist ein Ritter Eberhard von Poppenzell genannt das Gut zinste ebenfalls zum Kastenamt Viechtach.

Stockmühle: erster nachgewiesener Besitzer waren die Nussberger, später  gings dann an das Spital Viechtach.  

So nun geht’s ans Eingemachte: Trum und Wettzell selber


Trum war ja immer schon Teil der Hf Wettzellund beide muß man wohl als Einheit sehen:


1614   5 ganze Höfe, 7 halbe Höfe, 16 Sölden mit  Wirtshaus, Schmiede,

            Badhaus und Widtum, Hüthaus

1752   27 Anwesen

1760   27 Anwesen

1808   30 Anwesen

Bis hierher ging der allgemeine geschichtliche Teil über Wettzell, so wie er auch in den beiden Ortschroniken und im historischen Atlas für das LG Viehctach nachgelesen und vertieft werden kann.




Nun aber ein paar Dinge, die sie vermutlich noch nichtkennen oder wussten. Seit der Seiderer Hans mich vor  wahrscheinlich 2 Jahren auf das Jubiläum angesprochen hat und ich die Zusage gegeben hatte,  passte ich bei allen meinen Archivbesuchen auf, ob ich nicht etwas über Wettzell und vorher Weißenregen finden würde, was eben noch nicht Allgemeinwissen ist.

Im bischöflichen Zentralarchiv gibt es den Bestand Pfarrakten und dort habe ich ein paar interessante Archivalien gefunden. 

Zuerst einmal bei den Präsentationen der Wettzeller Pfarrer>>>> Zur Erinnerung das Kloster Niederalteich hatte das Präsentationsrecht


bischöfliches Zentralarchiv in Regensburg Pfarrakten Pfarrei Wettzell


Der Pater Prior Ignaz von Niederalteich bestätigt 1750 den Neukirchener Kooperator und gebürtigen Kötztinger Maximilian Georg Xaver Stattler zum neuen  Pfarrer hier in Wettzell.

Stattler, da klingelt doch was, das Kötztinger Gymnasium ist ja nach seinem später viel berühmteren

Bruder Bernhard Stattler benannt und eine kurze Recherche in den Kötztinger Pfarrmatrikeln hatte

 erbracht, das der viel ältere Bruder Maximilian Georg bei Taufen benachbarter befreundeter Familien  bereits als Student der  Theologie und als Taufpate fungierte.



Ende erster Teil