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Sonntag, 9. Februar 2014

Wer hat das Krankenhaus verschoben??

Der unvergessene Walter Ertl hatte jahrelang Materialien aus seinem Forstbereich und aus der Kötztinger Umgebung gesammelt. Frau Brigitte Ertl hatte nun vor zwei Jahren Teile seiner Sammlung, die halt Kötzting und den Forst betreffen, an unser Stadtarchiv abgegeben und in der losen Sammlung an Berichten, Artikeln und Forstkarten befanden sich auch drei Schwarz/Weiß Bilder, die die Situation an der äusseren Ludwigstraße aufzeigen.
Blick in Richtung Großparkplatz : Archiv Stadt Bad Kötzting


Schaut man sich das Bild jedoch genauer an, dann fällt sofort auf, dass - wenn man die jetzige Situation sich vor Augen führt -  da zwischen Mauer und Krankenhauseck wohl kaum 2 Bürgersteige und eine Fahrbahnbreite für einen sich begegnenden LKW Verkehr paßen würde.


Laut der Chronik Carl von Paurs erfolgte der Ankauf des Gebäudes und der Umbau als  Distriktskrankenhaus in den Jahren 1872 bis 1874, erste Pläne dafür existieren schon seit 1871. Dieses Bild ist wohl kurz nach 1900 entstanden, die am Hauseck sichtbaren elektrischen Isolatoren lassen eine frühere Zeit nicht zu, Das Kötztinger Schulhaus hat zum Beispiel seinen Stromanschluß erst 1903 bekommen, der Beschluß für die elektrische Straßenbeleuchtung fiel in Kötzting sogar erst 1910.
Bevor das Gebäude zum Krankenhaus umgewidmet bzw. umgebaut wurde, war es jahrhundertelang als der sogenannte Gschwandhof bekannt und als einer der Kötztinger Urhöfe
Umbauplan Kötzting von 1893 Staatsarchiv Landshut Rep 164 Verz 8 Nr 3083

Umbaumaßnahme von 1891 Staatsarchiv Landshut Rep 164 Verz 8 Nr 530

 Wie in dem Lageplan von 1891 gut zu ersehen, scheint auch darauf der Durchgang/Durchfahrt zwischen Mauer und Hauseck sehr schmal gewesen zu sein.

Hier der Blick vom jetzigen Großparkplatz aus ( Nachlaß Walter Ertl, im Stadtarchiv Bad Kötzting)

hier die Einfahretssituation, wie man sie heute noch findet  ( Nachlaß Walter Ertl, im Stadtarchiv Bad Kötzting) schon mit Bürgersteig an der Mauerseite, heute öffnet sich anstelle des Hanichelzaunes der freie Blick in den Burggraben.

Nachdem die Frage in der Überschrift von mir nicht beantwortet wurde/werden kann, habe ich aber mal zur Sicherheit den Lageplan von 1891 nachgemessen und komme, bei aller Messungenauigkeit und der Möglichkeit, dass das Staatsarchiv in Landshut vielleicht nicht eine 100%ige Kopie gemacht hat auf eine Durchgangsbreite, ( laut Lageplan von 1891) von etwas mehr als 4 m an der engsten Stelle beim Hauseck. Da stellt sich die Frage nicht mehr, ob es eine optische Täuschung ist, bei einem späteren Umbau wurde wohl die Fassade zurückversetzt.

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