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Samstag, 22. Februar 2014

Häuserchronik: Marktstraße 28

Durch dieses Haus, an einer markanten Stelle in Kötzting, können die Besitzer - und auch die der benachbarten Marktlehen -  bereits in den ersten Bürgerlisten seit ca 1440 regelrecht entschlüsselt werden.  Es können aber nicht nicht nur die Namen sondern auch besondere Verbindungen  zu umliegenden Orten und Hofmarken aufgezeigt werden, Kötztings Bürger waren immer auch mit dem Umland verbunden.Eine besondere Verbindung zu Kötztings Geschichte und Schicksal ist mit dem Namen Khieniger verbunden. Personen diesen Namens treten in Kötzting ab ungefähr 1580 auf und ein Mitglied dieser Familie dürfte der Hauptverantwortliche dafür sein, dass die "Schweden" Kötzting im November 1633 zerstört und den Großteil seiner Bewohner ermordet haben.


Hans Khieninger Bürger des Rhats und Mezgers alhier, seel: Erben haben 50 fl die sie lauth der Verschreibung de dato 22.Jenner Ao: 1647 auf Ihrer Behausung und deren Zuegehorig gründten verschrieben, iezt Georg Khieninger auch Bürger und Metzger alhier, und sein Hausfrau mit beschechner weiblicher Verzicht; erfolcht sich der Zins zu Lichtmessen 2 fl 30 xr Kl Rott 111


Beginnend ab 1684 war dieses Haus dann im Besitz der Kötztinger Marktschreiber, erst der Kammerer Luckner beendete diese Reihe, indem er im alten Rathaus sowohl ein Archiv mit Schreibstube als auch eine Wohnung für den Marktschreiber erbauen ließ und verlangte, dass der Marktschreiber dort auch zu erreichen war.
Nach diesem fast erzwungenen Auszug und Verkauf des Hauses, kam es in Besitz des Familienverbundes Haslbeck/Auzinger und wurde langsam, wie es in Kötzting bei vielen Marktlehen der Fall war, zu einem Wirtshaus umgebaut, das Braurecht lag ja schon immer auf dem Anwesen.
Mit der Einheirat Georg Rötzers aus Neukirchen kam dann die große Zeit der bayerischen Wirtshausgemütlichkeit auf diesem Haus, sogar Carl von Paur lobte in seiner Chronik, neben dem Schrankschen Gasthaus, die Gemütlichkeit auf dem Rötzer Anwesen.
Marmorinschrift im Keller Marktstraße 28, Baumeister war der Kötztingfer Mauerermeister Hummel

Ein Sommerkeller zur Bierlagerung wurde erbaut und so war es nur Folgerichtig, dass Georg Rötzer daran dachte eine kleine Privatbrauerei zu errichten:
In dem Gebäudeteil, in dem jetzt die Hofeinfahrt und der Bordershop ist, sollte das Sudhaus entstehen.
Staatsarchiv Landshut Rep 164-8 Nr. 963

Aus dem Plan wurde nichts und nun kamen in schneller Folge die verschiedensten Wirtsleute auf das Anwesen.
Eine Zäsur stellte der letzte große Stadtbrand in Kötzting 1899 dar, nicht nur, dass der Brand im Nachbaranwesen seinen Anfang nahm, sondern es kam zu zwei Todesfällen, junge Menschen, die in diesem Haus geschlafen hatten. Major Lindner konnte sich als Feuerwehrsteiger und  Lebensretter bewähren.



 Nach dem Neuaufbau und Neuversuch als Gaststätte, wurde eine Bäckerei eingebaut, der "Stemmer Beck" kam und 1925 kaufte mein Großvater, ein Rodinger Bäckerssohn die Bäckerei, baute sie als Dampfbäckerei neu, und zog mit seiner jungen Familie ein.

Clemens Pongratz und Anna Meillinger aus Roding

Am Ende meines Beitrags  nun der Beginn des Umbaues von "Kötztings Guter Stube" Marktplatzumbau Mitte der Sechziger Jahre:






Sonntag, 9. Februar 2014

Wer hat das Krankenhaus verschoben??

Der unvergessene Walter Ertl hatte jahrelang Materialien aus seinem Forstbereich und aus der Kötztinger Umgebung gesammelt. Frau Brigitte Ertl hatte nun vor zwei Jahren Teile seiner Sammlung, die halt Kötzting und den Forst betreffen, an unser Stadtarchiv abgegeben und in der losen Sammlung an Berichten, Artikeln und Forstkarten befanden sich auch drei Schwarz/Weiß Bilder, die die Situation an der äusseren Ludwigstraße aufzeigen.
Blick in Richtung Großparkplatz : Archiv Stadt Bad Kötzting